Schwangerschaft: Pränatale Entwicklung und Vorsorge


Examensarbeit, 2004

119 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Embryologie

3. Frühentwicklung

4. Entwicklungen in der Embryonalperiode

5. Entwicklungen in der Fetalperiode

6. Grundlagen der Schwangerschaftsvorsorge

7. Die erste Untersuchung

8. Weitere Untersuchungen

9. Diskussion/Ausblick

10. Zusammenfassung

Glossar

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Mein Interesse am Themenbereich der Schwangerschaft war schon immer sehr groß, wahrscheinlich hervorgerufen durch meine fünf jüngeren Geschwister und vor allem meine jüngste 2-jährige Schwester, bei der ich die Zeit der Schwangerschaft unserer Mutter und die anschließende Geburt hautnah miterleben konnte. Als ich dann selber schwanger wurde, wuchs mein Interesse natürlich noch mehr, so dass ich mich über viele Aspekte eingehend informiert habe. Im Rahmen meiner Examensarbeit kann ich mich nun mit dem Thema noch intensiver und detaillierter beschäftigen.

Der Beginn einer Schwangerschaft, die Vereinigung von männlicher Samenzelle und weiblicher Eizelle, vollzieht sich zunächst einmal ganz unbemerkt. Damit diese Vereinigung überhaupt geschehen kann, hat die Natur reichlich vorgesorgt. Bereits bei der Geburt sind in jedem Eierstock einer Frau 250.000 potentielle Eizellen angelegt, viel mehr, als je gebraucht werden. Auch beim Mann herrscht große „Verschwendung“: Bei jedem sexuellem Höhepunkt werden etwa 100 bis 500 Millionen Spermien freigegeben. Angesichts dieser großen Zahlen müsste die Chance, dass Spermie und Eizelle aufeinander treffen relativ groß sein. Dennoch ist diese Chance in der Realität nicht sehr groß, da viele „Zufälle“ aufeinander treffen müssen, damit eine Schwangerschaft beginnen kann. In der Mehrzahl der Zyklen wird nur eine Eizelle so weit entwickelt, dass sie befruchtungsfähig ist. Hat sich eine Eizelle so weit entwickelt, ist sie aber nur sechs bis acht Stunden nach dem Eisprung bereit, sich mit dem Spermium zu vereinigen. Trifft die Eizelle in diesem Zeitraum nicht auf ein Spermium, kommt es in diesem Zyklus nicht zu einer Schwangerschaft. Zudem ist der Weg der Spermien von der Vagina durch die Gebärmutter zu den Eileitern, wo sich die Eizelle befindet, lang und beschwerlich, nur wenige kommen überhaupt an das Ziel.

Sind die ersten Hindernisse überwunden, ist dies noch keine Garantie für einen guten Start ins Leben. Bis zur Implantation muss der Keim durch den Eileiter sicher weiterbefördert werden, um sich in die üppig aufgebaute Gebärmutterschleimhaut einzubetten. Hier erst startet die Entwicklung des eigentlichen Lebens.

Die Schwangerschaft ist für eine Frau wohl eine der spannendsten Erfahrungen des Lebens überhaupt. Aus zwei einzelnen Zellen entsteht ein Meisterwerk der Natur, das sich rasant entwickelt und innerhalb kurzer Zeit zu einem funktionstüchtigen perfekten Körper heranreift. Diese Arbeit soll zunächst einmal über die Entwicklung im Mutterleib informieren und in einem zweiten Teil die Schwangerenvorsorge in Deutschland darstellen.

Mein Thema beschäftigt die Wissenschaft schon lange. Daher beginne ich in Kapitel 2 mit einem Exkurs in die Geschichte der Embryologie. Danach steigt das Kapitel 3 mit der Frühentwicklung direkt in die Thematik ein, die Befruchtung legt den Startpunkt für die pränatale Entwicklung. Im ersten Schwerpunkt dieser arbeit erfolgt eine Wocheneinteilung, deren Grundlage die Befruchtung darstellt. Das bedeutet, dass sich alle zeitlichen Angaben auf den Tag der Befruchtung beziehen. Zunächst wird es um Zellwanderungen und Zellformationen gehen, die sozusagen den Grundstein legen für die weitere Entwicklung. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Embryonalperiode und Kapitel 5 mit der Fetalperiode. Ich habe mich für eine chronologische Darstellung entschieden und meinen Schwerpunkt auf die Frühentwicklung, bis etwa zur zwölften Woche gelegt, da diese Zeit die sensibelste Zeit der menschlichen Entwicklung ist und die wichtige Organogenese stattfindet. Das bedeutet auch gleichzeitig, dass diese Zeit besonders sensibel für Schädigungen und Fehlbildungen ist. Weil in dieser Phase viel geschieht und die Entwicklungsprozesse umfassend sind, werden sie in einwöchigen Abständen beobachtet. Kapitel 5 behandelt die Prozesse, die sich in der Fetalperiode ereignen. Da die grundlegenden Entwicklungen bereits stattgefunden haben und abgeschlossen sind, genügt hier eine Betrachtung in vierwöchigen Abständen.

Ab Kapitel 6 wird es um den zweiten Schwerpunkt dieser Arbeit gehen, die Schwangerenvorsorge. Hier wird Basiswissen der Schwangerenvorsorge in Deutschland und die Mutterschaftsrichtlinien vermittelt. Ab Kapitel 7 geht es dann um die ärztliche Betreuung einer Schwangeren, wie sie die Mutterschaftsrichtlinien in Deutschland verlangt. Zunächst einmal wird die erste Konsultation einer schwangeren Frau beim Frauenarzt thematisiert. Dabei wird es um Schwangerschaftszeichen und die Schwangerschaftsfeststellung, um die Geburtsterminbestimmung, die Durchführung einer genauen Anamnese gehen sowie um die Beratung der Schwangeren. Weiterhin wird die Grunduntersuchung dargestellt, die sozusagen den Grundstein jeder der 10 routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen darstellt. Abschließend befasst sich das Kapitel 8 mit weiteren Untersuchungen, die im Laufe der Schwangerschaft zu bestimmten Zeitpunkten durchgeführt werden und Aufschluss über den Schwangerschaftsverlauf, mögliche Risiken und bestehende Krankheiten geben. Um das Thema abzurunden, wird in Kapitel 9 ein Exkurs in die Pränatale Diagnostik unternommen und kritisch beleuchtet. Abschließend fasst Kapitel 10 die wichtigsten Kernaussagen der Arbeit zusammen.

Alle Zeitangaben in diesem zweiten Teil beziehen sich auf den ersten Tag der letzten Regelblutung. Das bedeutet also, dass die Schwangerschaftswochen von diesem Tag ausgehen, ganz im Gegensatz zur Embryonalentwicklung, bei der der Tag der Befruchtung als Ausgangspunkt der Zeitangaben dient.

2. Geschichte der Embryologie

In diesem kurzen geschichtlichen Überblick soll gezeigt werden, dass die Embryologie sich nicht von heute auf morgen entwickelt hat und wir unser heutiges Wissen erst durch dauerhafte Forschung erhalten haben.

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. gibt es bei Hippokrates, einem berühmten griechischen Arzt, erste Beiträge zur Embryologie, auch wenn diese eher Spekulationen darstellten und sich heute als nicht richtig erweisen. Als Wegbereiter gilt jedoch Aristoteles, der sich mit der Entwicklung von Hühnern und anderen Embryonen befasste (MOORE et al. 1996). Er war der Ansicht, dass sich ein Embryo aus der Verschmelzung von Samen und Menstruationsblut, also aus formloser Masse, entwickelt. Richtige Ansätze fanden sich dann in einem Buch von Galen im 2. Jahrhundert n. Chr. „Über die Bildung des Fetus“, in dem er als erster die Eihüllen und die fetale Entwicklung ordnungsgemäß darstellte. Lange Zeit tat sich nicht viel in der Naturwissenschaft, auch das Mittelalter brachte keine neueren Erkenntnisse. So ist es nicht verwunderlich ist, dass erst im 15. Jahrhundert Leonardo da Vinci detaillierte Zeichnungen eines Embryos im Uterus, einschließlich der Eihäute anfertigte:

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Abb. 1: Zeichnung Leonardo da Vincis: Fetus in einem geöffneten

Uterus (aus: MOORE et al. 1996, S. S. 6)

Mit Entwicklung des Mikroskops im 17. Jahrhundert wurden dann genauere Beobachtungen möglich, die nicht nur am Menschen, sondern auch an Tieren gemacht wurden.

Es entsteht die so genannte „Präformationstheorie“, die besagt, dass alle Lebewesen in ihren Keimen bereits vorgebildet sind und sich nur noch entfalten müssen. Beispielsweise meinte Malpighi 1675, dass sich in seinen untersuchten Hühnereiern bereits kleine Miniaturküken befänden. Hamm und Leeuwenhoek erkannten unter dem Mikroskop zum ersten Mal Spermien und glaubten, darin befände sich bereits ein menschliches Wesen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Zeichnung eines Spermiums aus dem 17. Jh. (von Hartsoeker). Man stellte sich vor, dass sich dieses „kleine menschliche Wesen“ nach der Verschmelzung der Samenzelle mit der Eizelle nur vergrößern müsse (aus: MOORE et al. 1996, S. 7).

Ebenso waren zeitgenössische Wissenschaftler der Ansicht, dass sich in diesem so genannten „Homunkulus“ noch weitere kleinere „Homunkuli“ befänden, die deren Nachkommen seien, so zu sagen wie die kleinen russischen ineinander geschachtelten Puppen (MOORE et al. 1996). Dieser Theorie widersprach Wolff 1759 mit seiner „Epigenese“. Er untersuchte die Entwicklung von Küken im Ei und fand dabei heraus, dass sich durch eine langsame Spezialisierung aus undifferenzierter Substanz ganz unterschiedliche Organe herausbilden (Internetquelle 1[1]). Auch der englische Arzt und Anatom William Harvey unterstütze diese Meinung: Jede Entwicklung beruhe auf „Wachstum und Differenzierung unspezialisierter Zellen“ (MOORE et al. 1996). Der russische Naturwissenschaftler Karl Ernst von Baer gilt heute als der „Vater der modernen Embryologie“, er schrieb umfangreiche Arbeiten von weitreichender Bedeutung. Er fand heraus, dass sich die Organe aus dem Material der Keimblätter entwickeln, entdeckte ein Säugetierei im Graafschen Follikel und erkannte die Entwicklungsphasen von Küken im Ei und schaffte damit die Grundlagen für die vergleichende Embryologie. Er war es, der die Epigenese wieder aufleben ließ (die seiner Zeit keine große Beachtung geschenkt wurde) und sie verfestigte, in dem er erklärte, dass sich in jedem Ei verschiedene Zellschichten befinden, die zunächst sehr undifferenziert und unspezialisiert seien, sich aber nach und nach spezialisieren und unterschiedliche Organe bilden. Diese Schichten nannte er „Keimblätter“ und der deutsche Arzt Robert Remak gab ihnen schließlich die noch bis heute verwendeten Namen „Ektoderm“, „Entoderm“ und „Mesoderm“ (Int. Q.1).

Erst als die Biologie in der Zellenlehre dann Fortschritte macht, kommt es 1839 auch zu neueren und richtigen Erkenntnissen. Der deutsche Botaniker Mathias Jakob Schleiden stellte die Theorie auf, dass alle Individuen aus Zellen und deren Produkten bestehen. Diese Theorie wurde dann wenig später durch den deutschen Anatom und Physiologen Theodor Schwann bestätigt. Somit stand auch fest, dass sich ebenso jeder Embryo aus Zellen entwickeln muss (MOORE et al. 1996).

1859 publiziert Charles Darwin sein Buch „On the Origin of Species“ (Über den Ursprung der Arten) und stellt darin die „Vererbbarkeit von Veränderungen bei Vertretern einer Art als einen wesentlichen Faktor für Evolution heraus“ (MOORE et al. 1996). Auch wenn der Mönch Gregor Mendel im Jahre 1865 die Grundgesetze der Vererbung entschlüsselt hat, erkennen Mediziner die Bedeutung derer doch erst sehr spät. In den folgenden Jahren werden beispielsweise die Chromosomen von Flemming 1878 entdeckt und weitere speziellere Beobachtungen gemacht, auf die hier jedoch verzichtet werden soll.

Wichtig ist jedoch noch der Beitrag von Wilhelm His der Ältere, der als erster eine komplette und ausführliche Beschreibung des menschlichen Embryos in seinem dreibändigen Werk „Anatomie menschlicher Embryonen“ vorlegte (1880 bis 1885). Es wurden so genannte Normentafeln erstellt, die die Entwicklung des menschlichen (oder auch tierischen) Embryos standardisiert vorstellten. Weiter folgen Stadieneinteilungen, nach denen die Entwicklung des Embryos in bestimmte Phasen (Stadien) eingeteilt wird. Die wohl bekannteste Stadieneinteilung dürfte die von Franklin P. Mall sein, der die Carnegie-Collection in Baltimore gründete. Noch heute wird in der Literatur eine Einteilung der Entwicklung des Embryos in Carnegie-Stadien vorgenommen (O’RAHILLY et al. 1999).

Im Rahmen dieser Arbeit soll dieser kurze Exkurs in die Geschichte genügen. Wie sich die Embryologie seit der Entdeckung der Chromosomen durch Flemming 1878 weiterentwickelt hat, soll Tabelle 1 auf der folgenden Seite verdeutlichen.

Tab. 1: Zeittafel zur Embryologie (abgeändert nach HINRICHSEN 1990, S.3f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Frühentwicklung

3.1 Die erste Woche

3.1.2 Befruchtung

Mit der Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium beginnt die menschliche Entwicklung.

Während des Geschlechtsaktes gelangen von den 300 Millionen im Ejakulat des Mannes enthaltenen Spermien nur etwa 300 – 500 Spermien in den hinteren Teil der Scheide (ROTHER et al. 1992). Von dort aus wandern sie rasch durch den Uterus[2] in die Eileiter, wo sie dann schließlich im ampullären Teil am Übergang zum Isthmus auf die Eizelle treffen (ROHEN et al. 2004). Unterdessen machen sie eine so genannte Kapazitation durch, die sie zur Befruchtung befähigt.

Man unterteilt den tatsächlichen Befruchtungsvorgang, der 12 bis 24 Stunden andauert, in zwei Abschnitte. Es beginnt mit der Imprägnation, bei der das Spermium in die Eizelle eindringt und schließt mit der Vereinigung der mütterlichen und väterlichen Vorkerne, also der Bildung einer neuen Zelle (ROTHER, et al. 1992).

Zunächst die Imprägnation: Kurz bevor ein Spermium auf die Eizelle trifft, setzt die Akrosomreaktion ein, bei der Enzyme freigesetzt werden, um die Zona pellucida (die Oozyte umgebende Membran) zu durchdringen. Trifft das Spermium dann auf die Eizelle, durchdringt es die Corona radiata der Eizelle, lagert sich kurz an die Zona pellucida an und durchdringt sie dann (DREWS 1993). Sobald das erste Spermium die Zona pellucida durchdringt, kommt es zur Zonalreaktion, die die Membran für weitere Spermien undurchdringbar macht. Somit löst die Penetration der Spermie der Eizelle folgende Prozesse aus: Zunächst findet die Zonalreaktion zur Verhinderung des Eindringens weiterer Spermien statt. Weiterhin wird die Reifeteilung beendet durch das Auflösen der Verharrung der Eizelle in der Metaphase II. Dadurch ist ein endgültig reifes Ei entstanden und ein zweiter Polkörper abgeschnürt. Der Kern des Eis ist der weibliche Pronukleus. Der Stoffwechsel der Eizelle wird aktiviert, so dass nun die konkrete Embryonalentwicklung einsetzt (DREWS 1993).

Sobald das Spermium in das Zytoplasma des Eies eingedrungen ist, bildet sich der Schwanz zurück, der Kopf vergrößert sich und formt den männlichen Pronukleus. Nun beginnt der zweite Abschnitt der Befruchtung: Weiblicher und männlicher Pronukleus bewegen sich aufeinander zu, treffen sich im Eizellenzentrum und verschmelzen, wodurch es zur Durchmischung der Chromosomen kommt (MOORE 1990). Das Ergebnis der Befruchtung ist die Zygote, eine diploide Zelle mit 46 Chromosomen.

Abbildung 3 auf der nächsten Seite soll noch einmal verbildlichen und zusammenfassen, wie die Befruchtung vonstatten geht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Der Besamungs- und Befruchtungsvorgang von der Akrosomreaktion bis zur Bildung der Vorkerne (aus: DREWS 1993, S. 37).

Zusammengefasst ergeben sich somit für die Befruchtung folgende Ergebnisse:

- Der diploide Chromosomensatz von 46 wurde wieder hergestellt.
- Das chromosomale Geschlecht des Embryos ist festgelegt.
- Durch neue Chromosomenkombination kommt es zur Variation des menschlichen Phänotyps.
- Die Furchungsteilung wird eingeleitet.

3.1.2 Furchung

Nun, da das Ei befruchtet und zur Zygote umgewandelt ist, wandert es innerhalb von 48 – 72 Stunden durch die Tuben in den Uterus und teilt sich auf diesem Weg sehr schnell durch Zellteilungen in ein 2-Zellen-Stadium, 4-Zellen-Stadium, 8-Zellen-Stadium. Durch diesen Prozess, auch Furchung genannt, werden die neu entstandenen Zellen, die Blastomeren, durch jede weitere Teilung immer kleiner, da sie immer noch durch die Zona pellucida umgeben werden, die kein Größenwachstum erlaubt. Schließlich hat sich eine maulbeerförmige Kugel von 16 Blastomeren, die Morula entwickelt (MOORE et al. 1996).

3.1.3 Compaction

3 Tage nach der Befruchtung trifft die Morula im Uteruslumen ein. Durch die sie umschließende Zona pellucida fließt ab einer Zellzahl von 32 bis 58 (DREWS 1993) eine Flüssigkeit in die interzellulären Räume der Blastomeren, sie bilden nun die Blastozystenhöhle und man nennt den Embryo ab diesem Zeitpunkt nun Blastozyste (MOORE et al. 1996). Die Umwandlung von der Morula zur Blastozyste bezeichnet man auch als Compaction (ROHEN 2004).

Die stetige Flüssigkeitszunahme in der Blastozystenhöhle lässt es zu, dass sich die umgebenden Zellen in zwei Schichten anordnen. Während sich die äußeren Zellen der Blastozyste epithelartig zusammenlagern und Mikrovilli ausbilden (Trophoblast), liegen die inneren Zellen immer noch ungeordnet nebeneinander und bilden Verbindungen (Embryoblast). Aus dem Embryoblasten wird später der Keimlingskörper entstehen, er wird auch als animaler Pol bezeichnet. Der Trophoblast umschließt den Embryoblast und die Blastozystenhöhle und wird auch als vegetativer Pol bezeichnet, da er den embryonalen Teil der Plazenta bilden wird (MOORE 1990).

3.1.4 Implantation

Die Zona pellucida, die bis zu diesem Zeitpunkt den Keimling vor einer Implantation in die Tubenschleimhaut bewahrt hat, wird nun nicht mehr benötigt und somit langsam abgebaut. Damit nimmt auch die Blastozyste schnell an Größe zu und tritt etwa ab dem 6. Tag nach der Befruchtung in Kontakt mit der Uterusschleimhaut (Endometrium). Dieser Prozess, der auch Implantation genannt wird, erfolgt immer an der Seite der Blastozyste, an der der Embryo lokalisiert ist, also am animalen Pol (HINRICHSEN 1990).

Nun verwachsen Trophoblastzellen mit dem Epithel des Endometriums und beim Trophoblasten differenziert sich eine innere zelluläre Schicht, der Zytotrophoblast und eine äußere synzytiale Schicht (mehrkerniger Zellverband ohne Zellgrenzen), der Synzytiotrophoblast.

Der Synzytiotrophoblast daut das Endometrium mit Hilfe lytischer Enzyme an, um dann mit „fingerförmigen Plasmafortsätzen in das Epithel der Uterusschleimhaut“ einzudringen und „schließlich das Uterusstroma“ zu erreichen (MOORE et al. 1996).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Schematische Darstellung früher Implantationsstadien. A: 6 Tage alter Keim; die Blastozyste hat sich mit dem animalen Pol an das Endometrium angelagert. B: 7 Tage alter Keim; der Synzytiotrophoblast durchdringt das Epithel der Uterusschleimhaut und beginnt in das Stroma des Endometriums einzuwachsen (aus: MOORE et al. 1996, S. 39).

O’ Rahilly weist 1999 darauf hin, dass die Anheftung der Blastozyste an die Uterusschleimhaut eine schwer zu definierende Phase ist, da sie so kurz sei und da „beim Menschen bis jetzt noch kein überzeugendes und zufrieden stellendes Beispiel gefunden worden ist.“ (O’RAHILLY 1999).

Nachfolgende Abbildung fasst die Prozesse der ersten Entwicklungswoche zusammen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Erste Entwicklungsvorgänge nach der Befruchtung, Furchungsteilungen, Morulation, Compaction, Blastozystenbildung und Implantation. Die Compaction, unten rechts in der Abbildung, findet im Anschluss an das 16-Zellen-Stadium statt (aus: Rohen 2004, S. 18).

3.2 Die zweite Woche

Ziel der zweiten Woche ist die Beendigung der Implantation sowie die weitere Differenzierung des Trophoblasten. Zu Beginn der zweiten Woche ist der Trophoblast recht groß, vergleicht man ihn mit dem Embryoblast. Ab dem 8. Tag dann differenziert sich schließlich auch der Embryoblast und es entstehen zwei getrennte Zellschichten, nämlich einerseits der Epiblast und andererseits der Hypoblast, die zusammen die zweiblättrige Keimscheibe bilden. Parallel dazu bildet der Epiblast eine kleine Blase, die mit Flüssigkeit gefüllt, ihm zugewandt ist und Amnionhöhle genannt wird. Der Epiblast stellt die untere Begrenzung, also den Boden der Amnionhöhle dar und geht an den Seiten der Keimscheibe in das Amnionepithel über (ROHEN 2004).

Zellen der Keimscheibe formieren sich zur Heuserschen Membran, so dass aus dem Hypoblasten ventral der Keimscheibe der primitive Dottersack entsteht. Somit liegt nun die zweitblättrige Keimscheibe eingehüllt zwischen zwei Blasen, der Amnionhöhle und dem primären Dottersack. Weitere Zellen des Hypoblasten und Epiblasten werden abgespalten und entwickeln sich zum extraembryonalen Mesoderm, einer dicken Schicht locker angeordneter Zellen, welche die Amnionhöhle und den primitiven Dottersack innerhalb des Zytotrophoblasten umhüllt (MOORE et al. 1996). Die Funktion dieses Zellnetzes ist die Speicherung der Stoffe, die der Trophoblast bei der Auflösung der mütterlichen Schleimhaut aufnimmt.

Während dieser Entwicklungsprozesse dringt der Synzytiotrophoblast in das Uterusstroma ein (SCHUMACHER 1993).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: 8 Tage alter Keim bei der Einnistung (SCHUMACHER 1993, S. 81).

Ab dem 9. Tag spricht man vom „Lakunenstadium“: im Synzytiotrophoblasten entfalten sich vereinzelte Räume, so genannte Lakunen-Räume, die von mütterlichem Blut und Sekret beschädigter Uterusdrüsen aus dem Endometrium umspült werden und somit durch Diffusion die erste Nahrung für den Keim bereitstellen. Die Lakunen und Uterusgefäße vereinigen sich und der Start für den eigentlichen uteroplazentalen Kreislauf ist gesetzt. Der Trophoblast wandelt sich später dann zum fetalen Teil der Plazenta um, während sich das Endometrium zum maternen Teil ausdifferenziert (MOORE et al. 1996).

Am 10. Tag ist der Keim bereits vollständig in die Uterusschleimhaut integriert, hinterlässt aber einen Epitheldefekt, welchen man an Blutgerinnseln und Zellresten erkennen kann. Von diesem Epitheldefekt ist am 12. Tag bereits, bis auf eine kleine Verwölbung des Endometriums, nichts mehr zu sehen. Der Synzytiotrophoblast ähnelt nun, aufgrund des im Trophoblasten durch Zusammenschluss der Lakunen entstehenden Lakunensystems, stark einem Schwamm und stellt die Vorstufe der intervillösen Räume der späteren Plazenta dar (MOORE et al. 1996).

Das Endometrium beginnt zu arrodieren, mütterliches Blut sickert in die entstehenden Lakunen ein, welche dann miteinander verschmelzen (ROHEN 2004).

Auch auf der Seite des Keimes vollzieht sich nun eine Veränderung, denn durch das starke Wachstum des extraembryonalen Mesenchyms bilden sich Spalträume, welche zum so genannten Extraembryonalen Zölom konfluieren. Diese Höhle, die auch Chorionhöhle heißt, ist mit Flüssigkeit gefüllt und umhüllt die Amnionhöhle und den Dottersack, lässt jedoch den Haftstiel dabei aus. Haftstiel wird jener Bereich genannt, an dem das Amnion mit dem Trophoblasten verbunden ist. Am 12. Tag bildet sich der primitive Dottersack zurück und der sehr viel kleinere sekundäre Dottersack reift heran. Am Ende der zweiten Woche, also ein bzw. zwei Tage später, bilden sich aus Auswüchsen des Trophoblasten primäre Chorionzotten, die die Anlagen der Plazenta sind und in das Synzytium vordringen (MOORE et al. 1996).

Während sich das extraembryonale Zölom vergrößert, teilt es das extraembryonale Mesoderm in zwei Teile: Zunächst in das extraembryonale parietale Mesoderm (auch Somatopleura genannt), welches an den Trophoblasten angrenzt und das Amnion bedeckt und schließlich das extraembryonale viszerale Mesoderm (auch Splanchnopleura genannt), das den Dottersack umhüllt (siehe auch Abbildung 7).

Das Chorion wird gebildet aus Somatopleura und Trophoblast und ist eine Hülle, die den am Haftstiel hängenden Embryo vollständig umgibt, einschließlich der Amnionhöhle und des Dottersackes (O’RAHILLY 1999). Hieraus wird einmal der fetale Teil der Plazenta. Schließlich bildet sich die Chorionhöhle durch eine Ausweitung des extraembryonalen Zöloms.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Schnitt durch einen implantierten 13 Tage alten menschlichen Keim. Man erkennt die relative Abnahme des primitiven Dottersacks und erstes Auftreten von primären Chorionzotten am Embryonalpol (aus: MOORE et al. 1996, S. 49).

In diesen Tagen ist zusätzlich die Prächordalplatte von Bedeutung, die die spätere Mundregion des Embryos anzeigt und als „Organisator für die gesamte Kopfregion“ angesehen wird. Sie entsteht am kranialen Ende der Keimscheibe durch Verdickung des Hypoderms und Veränderung der Hypoblastzellen (MOORE et al. 1996).

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Abb. 8: 14 Tage alter Keim mit neu gebildetem sekundärem Dottersack und der Prächordalplatte (aus: MOORE et al. 1996, S. 49).

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Abb. 9: Starke Vergrößerung der Prächordalplattenregion

(aus: MOORE 1996 et al., S. 49).

3.3 Die dritte Woche

Die dritte Woche fällt in die Zeit, in der zum ersten Mal die Regelblutung ausbleibt, dies ist das erste Zeichen einer Schwangerschaft.

Kennzeichnend für die dritte Woche sind der Beginn der eigentlichen Embryonalperiode und die Umbildung der zweikeimblättrigen in die dreikeimblättrige Keimscheibe. Die Umwandlung der zweikeimblättrigen in die dreikeimblättrige Keimscheibe wird auch Gastrulation genannt.

3.3.1 Gastrulation

Die Gastrulation beginnt am 15. Tag mit der Bildung des Primitivstreifens, eine bandartige Zellverdichtung in der Mitte des Epiblasten, im dorsokaudalen Abschnitt der kaum mehr als 1 mm langen Keimscheibe. In kranialer Richtung verdickt sich der Primitivstreifen und bildet den Primitivknoten. Parallel hierzu entwickelt sich auf dem Primitivstreifen die Primitivrinne, die in der Primitivgrube, einer kleinen Vertiefung, endet (DREWS 1993). Der Primitivstreifen ist nur eine temporäre Erscheinung, die durch Zellverlagerung des Ektoderms zwischen beiden Keimblätter entsteht. Gastrulation bedeutet nämlich Zellverschiebung. Während der Gastrulation breiten sich also die Zellen zwischen Epiblast und Hypoblast (Ektoderm und Endoderm) nach allen Seiten aus und bilden dort die dritte Keimscheibe, das Mesoderm.

Die Einwanderung von Zellen schreitet fort, lässt jedoch zwei Bereiche aus, die Kloakenmembran und die Prächordalplatte (SCHUMACHER 1993). Die Kloakenmembran befindet sich im kaudalen Bereich des Primitivstreifens und lässt aufgrund der festen Verbundenheit der beiden Keimblätter keine Zellen durch, so dass in diesem Abschnitt der Keim zweiblättrig bleibt. In diesem Bereich wird einmal der Anus lokalisiert sein (MOORE et al. 1996). Rostral vom Primitivstreifen, wo das Entoderm mehrschichtig wird, liegen Prächordalplatte und –knoten, die die künftige Lage des Mundes markieren (O’RAHILLLY 1999).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Bildung der dreischichtigen Keimscheibe I. Die kleine Zeichnung oben links

dient der Orientierung; der Pfeil markiert die Dorsalseite der Keimscheibe, die in A

dargestellt ist. Die Pfeile in den übrigen Teilen der Abbildung zeigen das Auswandern

von Mesenchymzellen zwischen Ektoderm und Entoderm.

Links: Dorsalansicht der Keimscheibe Rechts: Querschnitte durch die Keimscheibe in

den bezeichneten Regionen (gilt auch für die beiden nächsten Abbildungen) (aus:

MOORE et al. 1996, S. 58).

Die Bildung des Primitivstreifens ermöglicht es zum ersten Mal, dem Embryo Körperachsen zuzuordnen; kraniales und kaudales Ende sowie eine dorsale, ventrale, rechte und linke Seite sind von nun an unterscheidbar (MOORE et al. 1996).

Ebenfalls am 16. Tag wandern Zellen vom Primitivknoten aus in kraniale Richtung und lassen an der Primitivgrube einen Zellstrang, den Chordafortsatz (Kopffortsatz) entstehen, welcher rostral mit dem Entoderm verbunden ist und an seinem vorderen Ende in eine in das Entoderm eingebettete Prächordalplatte übergeht. Dies stellt die Anlage der Chorda dorsalis dar (ROTHER et al. 1992).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Bildung der dreischichtigen Keimscheibe II (aus: MOORE et al. 1996, S. 58).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Bildung der dreischichtigen Keimscheibe III (aus: MOORE et al. 1996, S. 58).

Aus dem Chordafortsatz entwickelt sich durch Transformation ein medianer Zellstrang, die Chorda dorsalis, die dem Embryo durch eine primitive Achse eine gewisse Festigkeit gibt. Die Chorda dorsalis reift nun weiter, wobei die Chordaplatte und die definitive Chorda entstehen. Ende der 4. Wochen ist sie nahezu vollständig entwickelt und reicht dann kranial von der Prächordalplatte bis kaudal zum Primitivknoten. In einem späteren Entwicklungsprozess wird um die Chorda dorsalis herum die Wirbelsäule entstehen, wobei die Chorda degeneriert und dann lediglich noch in den Zwischenwirbelscheiben zu finden sein wird (MOORE 1990). Mit dem Wachstum des Chordafortsatzes geht eine Gestaltveränderung an der Keimscheibe einher. War die Keimscheibe zunächst eine flache runde Scheibe, verändert sie sich rasch und nimmt eine birnenförmige Gestalt an, die sich in die Länge ausweitet (MOORE 1990).

Weitere Zellen vom Primitivstreifen und des Chordafortsatzes wandern bis an die Ränder der Keimscheibe und konfluieren mit dem Amnion und dem extraembryonalen Mesoderm. Durch kranial der Prächordalplatte gewanderte Zellen entsteht dabei eine kardiogene Region, in der wenig später das kleine Herz schlagen wird, siehe auch Abbildung 9 (HINRICHSEN 1990).

3.3.2 Neurulation

Die Neurulation schreitet parallel zur Entwicklung der Chorda dorsalis voran. Durch die Chorda dorsalis induziert, verdickt sich das darüber liegende Ektoderm kranial des Primitivstreifens zur Neuralplatte (oder auch Neuroektoderm), welches die Anlage des zentralen Nervensystems, also Gehirn und Rückenmark, darstellt. Am 18. Tag faltet sich die Neuralplatte an den Seiten zu Neuralwülsten auf, eine Neuralrinne entsteht. Gegen Ende der dritten Woche bewegen sich die Neuralwülste aufeinander zu und verschmelzen miteinander und lassen das Neuralrohr aus der Neuralplatte entstehen (SCHUMACHER 1993).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13:Darstellung verschiedener Stadien der Entwicklung von Neural- rinne, Neuralrohr und Neuralleiste und Oberflächenektoderm hervorgeht (MOORE et al. 1996, S. 67).

Diese Verschmelzung beginnt in der Mitte der Keimscheibe, so dass das Neuralrohr zunächst an beiden Enden offen bleibt (Neuroporus anterior bzw. posterior). Sind beide Neuropori Ende der vierten Woche verschlossen, ist die Neurulation beendet und die Anlagen für Gehirn und Rückenmark sind vollständig (ROHEN 2004). Sobald das Neuralrohr entstanden ist, faltet es sich vom Ektoderm ab und das Ektoderm assimiliert zu einer vollständigen Epithelschicht, der Epidermis.

Während sich die Neuralwülste aufeinander zu bewegen und verschmelzen, lösen sich einige Ektodermzellen, welche am Rande der Neuralplatte verweilen, und wandern bei der Abtrennung des Neuralrohres vom Ektoderm zu beiden Seiten des Mesoderms ein. Zwischen Neuralrohr und Oberflächenektoderm bildet sich so eine unregelmäßige ebene Zellschicht, die Neuralleiste, welche sich nach kurzer Zeit in zwei Teile auftrennt, die sich nach dorsolateral fortbegeben. An diesen Stellen werden die Spinalganglien und sensiblen Ganglien der Hirnnerven entstehen (MOORE et al. 1996).

Weiterhin bildet sich am 16. Tag die Allantois, welche eine dünne fingerförmige Ausstülpung im kaudalen Abschnitt des Dottersackes ist und an der Frühentwicklung des Blut- und Gefäßsytems sowie der Bildung der Harnblase beteiligt ist.

3.3.3 Entwicklung des intraembryonalen Mesoderms

Während der Entwicklung der Chorda und des Neuralrohres entsteht seitlich der Chorda, durch die vom Primitivstreifen aus eingewanderten Zellen, das paraxiale Mesoderm, welches durch so genannte Somiten gegliedert ist. Somiten sind würfelförmige, paarweise angeordnete Gebilde, die schon zu einem frühen Zeitpunkt die segmentale Grundform des embryonalen Körpers zeigen und für die segmentale Gliederung des mesodermalen Anlagemateriales verantwortlich sind. Das erste Somitenpaar wird am 20. Tag im kranialen Abschnitt des Embryos gebildet, weitere folgen in kraniokaudale Richtung, jeden Tag kommen so etwa 3 weitere Paare hinzu (SADLER 1998). Somit wird deutlich, dass die Somiten zu diesem Zeitpunkt die charakteristischsten Merkmale des Embryos sind, und sie zur genauen Bestimmung des Embryonalalters herangezogen werden. Dabei gibt die Zahl der Somiten das Alter des Embryos an, wie die folgende Tabelle zeigt:

Tab. 2: Somitenzahl und Alter eines Embryos (aus: SADLER 1998, S. 80 ).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weiterhin stellen sie die Anlage eines großen Teiles des Axialskelettes und deren Muskulatur dar (ROHEN 2004). Lateral sind die Somiten über die Somitenstiele mit den Seitenplatten verbunden. Folgende drei Segmente unterteilen das Mesoderm in drei Abschnitte: 1. die neben der chorda dorsalis liegenden Somiten (paraxiales Mesoderm) 2. lateral anschließende Somitenstiele (intermediäres Mesoderm) 3. Seitenplatten (HINRICHSEN 1990), wie Abbildung 11 auf der folgenden Seite verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Aufsicht auf die Keimscheibe: Gliederung des Mesoderms (in rot) in 4 funktionell verschiedene Gebilde (1-4). Die anfangs noch zusammenhängende Masse des paraxialen Mesoderms (*) gliedert sich von kranial nach kaudal in Segmente (Somiten = paraxiales Mesoderm) (2) und steht über die Somitenstiele (intermediäres Mesoderm) (3) mit den Seitenplatten (4) in Verbindung. 4a: viszerales Blatt = Splanchnopleura; 4b parietales Blatt = Somatopleura (aus: ROHEN 2004, S. 36).

[...]


[1] Wird im Folgenden mit „Int. Q.“ abgekürzt

[2] Fremd- und Fachworte werden beim ersten Erscheinen kursiv gedruckt und im Glossar ab S. 93 erklärt

Ende der Leseprobe aus 119 Seiten

Details

Titel
Schwangerschaft: Pränatale Entwicklung und Vorsorge
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
119
Katalognummer
V43550
ISBN (eBook)
9783638413176
ISBN (Buch)
9783638698153
Dateigröße
12532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwangerschaft, Pränatale, Entwicklung, Vorsorge
Arbeit zitieren
Jessica Knapheide (Autor), 2004, Schwangerschaft: Pränatale Entwicklung und Vorsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43550

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