Es gibt immer mehr Herausforderungen mit denen Unternehmen konfrontiert werden und sie dazu nötigen dem Faktor Qualität, eine zunehmend gewichtigere Rolle zukommen zu lassen. Der Wettbewerbsdruck steigt ebenso wie die Kundenanforderungen. Mehr, ist oft nicht mehr genug und auch der rasant fortschreitende technische Fortschritt sorgt dafür, dass die Anforderungen an das Qualitätsmanagement eines Unternehmens steigen. Veränderungen müssen schnell wahrgenommen und das unternehmerische Handeln zeitig daran angepasst werden.
Die Schnittstellen zwischen den Abteilungen eines Unternehmens führen nicht nur zum Verlust von Informationen, sondern bringen auch Zeitverluste mit sich. Mit Prozessorientiertem Qualitätsmanagement soll sich von diesem Abteilungsdenken abgewandt und dem abteilungsübergreifenden Arbeiten zugewandt werden.
Diese Arbeit soll zu nächst einen Überblick über die theoretischen Grundlagen des Qualitätsmanagements verschaffen. Nach einer kurzen Erläuterung des Qualitätsbegriffs und dessen unterschiedliche Auffassungen in der Alltagssprache und der DIN EN ISO 9000, wird auf die Komplexität des Begriffs Nachhaltigkeit und dessen Bedeutung für Unternehmen eingegangen. Im Weiteren wird die Frage geklärt, was Qualitätsmanagement bedeutet.
Das zweite Kapitel dieser Arbeit soll das Zusammenspiel von Qualitätsmanagement und Prozessmanagement aufzeigen. Hierbei wird definiert, was unter einem Prozess zu verstehen ist, erläutert wie es zu Prozessorientierung kam und der PDCA-Zyklus als Basis des Prozessmodells zur kontinuierlichen Verbesserung vorgestellt. Zudem werden zwei prozessorientierte Managementkonzepte, KAIZEN und TQM, dargelegt.
Im Hauptteil der Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie Prozesse in Unternehmen nachhaltig umgesetzt werden können, welche Auswirkungen das auf die Qualität hat und welche Rolle dabei die Faktoren Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterqualifikation, Prozessstandards und die konkrete Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Rolleninhaber, spielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des Qualitätsmanagements
2.1 Der Begriff der Qualität
2.2 Der Begriff des Qualitätsmanagements
2.3 Definition Nachhaltigkeit
3. Prozessorientiertes Qualitätsmanagement
3.1 Der Prozessbegriff
3.2 Zusammenspiel Prozessmanagement und Qualitätsmanagement
3.3 Prozessorientierung im Unternehmen
3.3.1 Prozesse im Total Quality Management
3.3.2 KAIZEN- Managementkonzept
3.4 Der PDCA-Zyklus
4. Nachhaltige Umsetzung von Prozessen
4.1 Praxisbeispiel: Der Sojamilch-Skandal
4.2 Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten
4.3 Qualifikation der Rolleninhaber
4.4 Motivation der Rolleninhaber
4.5 Standardisierung innerhalb des PQM
4.5.1 Verfahrens- und Arbeitsanweisungen
4.5.2 Richtlinien
4.5.3 SDCA-Zyklus
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Qualitätsprozesse in Unternehmen nachhaltig implementiert werden können, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Fehlerquellen in betrieblichen Abläufen systematisch zu minimieren.
- Bedeutung und theoretische Grundlagen des Qualitätsmanagements
- Zusammenspiel von Prozessmanagement und kontinuierlicher Qualitätsverbesserung
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren wie Mitarbeitermotivation und Rollenverteilung
- Praktische Betrachtung prozessorientierter Managementkonzepte wie KAIZEN und TQM
- Einfluss von Standardisierung und Fehlerprävention auf die Prozessstabilität
Auszug aus dem Buch
4.1 Praxisbeispiel: Der Sojamilch-Skandal
Die Humana GmbH hat 2003 eine auf Soja basierende Milch für Säuglinge entwickelt, welche unter anderem von der israelitischen Firma Remedia vertrieben wurde. Jedoch geschah bereits in der Entwicklungsphase ein entscheidender Fehler, welcher letztlich Auswirkungen auf sämtliche Prozesse des Unternehmens hatte. Für die Erstellung der Rezeptur, ein Teilprozess der Produktrealisierung, wurde auf Daten aus Analysen zu vorherigen Produkten zurückgegriffen. Ein Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung interpretierte diese jedoch falsch, weshalb auf die normal übliche Zugabe von Vitamin B1 verzichtet wurde. Die fehlerhafte Rezeptur landete in der Produktionsabteilung, welche eine Charge von zunächst 10.000 kg fertigstellte. Die Produkte dieser Charge enthielten allerdings ganze 350mg Vitamin B1 weniger, als es der Soll-Wert vorgibt. Vor der Versandfreigabe an Remedia, beauftragte die Qualitätsabteilung ein externes Labor zur Analyse der Inhaltsstoffe der neuen Babymilch. Die Auftragsdaten kamen jedoch auf Grund eines Fehlers bei der Übertragung nicht vollständig an, weshalb keine Analysen bezüglich des Vitamingehalts vorgenommen wurden. Dies blieb nicht unbemerkt. Eine Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung bemerkte die fehlenden Vitaminanalysen, woraufhin das externe Labor anbot die fehlenden Analysen nachzuholen. Allerdings lehnte der Entwicklungsleiter diesen Vorschlag ab, um eine verspätete Auslieferung der Sojamilch zu verhindern und erteilte dem Labor den Auftrag die Vitaminanalysen bei der zweiten Produktionseinheit nachzureichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung von Qualität im heutigen Wettbewerbsumfeld dar und definiert das Ziel der Arbeit, das Zusammenspiel von Qualitäts- und Prozessmanagement zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen des Qualitätsmanagements: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Qualität und Qualitätsmanagement theoretisch fundiert sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeit im unternehmerischen Kontext erläutert.
3. Prozessorientiertes Qualitätsmanagement: Das Kapitel definiert den Prozessbegriff, beleuchtet das Zusammenspiel von Prozessmanagement und Qualitätsmanagement und stellt Modelle wie TQM, KAIZEN und den PDCA-Zyklus vor.
4. Nachhaltige Umsetzung von Prozessen: Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an eine nachhaltige Prozessumsetzung, illustriert Risiken am Sojamilch-Skandal und behandelt Faktoren wie Aufgabenverteilung, Qualifikation, Motivation und Standardisierung.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die prozessorientierte Betrachtung aller Unternehmenshandlungen und ein kontinuierliches Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter essenziell für dauerhaften Erfolg sind.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Prozessorientierung, Nachhaltigkeit, PDCA-Zyklus, KAIZEN, TQM, Standardisierung, Prozessmanagement, Qualitätssicherung, Mitarbeitermotivation, Fehlerprävention, Verfahrensanweisungen, Geschäftsprozesse, Kontinuierliche Verbesserung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der nachhaltigen Gestaltung von Qualitätsprozessen in Unternehmen, um Fehler zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Prozessmanagement, dem Qualitätsmanagement, der Standardisierung von Arbeitsabläufen sowie der menschlichen Komponente in der Qualitätssicherung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen Prozesse nachhaltig umsetzen können, damit diese nicht nur einmalig funktionieren, sondern kontinuierlich zur Qualität beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Managementkonzepten wie TQM, KAIZEN und PDCA sowie einem praktischen Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird beleuchtet, wie Prozesse gestaltet werden müssen, welche Rolle Verantwortliche spielen und wie durch Standards und Mitarbeitermotivation Nachhaltigkeit gesichert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Prozessorientierung, Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit, kontinuierliche Verbesserung (KVP) und Fehlerprävention.
Welche Lehre lässt sich aus dem Sojamilch-Skandal ziehen?
Der Fall zeigt, dass das Umgehen von Standard-Prüfprozessen zugunsten zeitlicher Vorteile fatale, gesundheitliche und wirtschaftliche Konsequenzen für ein Unternehmen nach sich ziehen kann.
Warum ist die Rolle des Prozesseigners so wichtig?
Der Prozesseigner ist für die Festlegung und Einhaltung von Prozessvorgaben verantwortlich und dient als zentrale Schnittstelle, um abteilungsübergreifende Optimierungen zu gewährleisten.
Was unterscheidet den PDCA-Zyklus vom SDCA-Zyklus?
Der PDCA-Zyklus dient der kontinuierlichen Verbesserung, während der SDCA-Zyklus den Fokus auf die Stabilisierung und Standardisierung erfolgreicher Prozesse legt.
- Arbeit zitieren
- Melanie Herrmann (Autor:in), 2016, Nachhaltigkeit bei der Umsetzung von Qualitätsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435633