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Pro Ana und Pro Mia. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als “Lifestyle” ?

Title: Pro Ana und Pro Mia. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als “Lifestyle” ?

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Juliane Werner (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

Vor einiger Zeit sind erstmals in Amerika, später auch in anderen Ländern, wie bei uns in Deutschland, im Internet Portale und Websites aufgetreten, die Essstörungen, wie die Bulimia nervosa und die Anorexia nervosa verherrlichen und diese schweren psychischen Störungen als „Lifestyle“ propagieren. Junge Frauen mit einer psychisch bedingten Essstörung feuern sich dort gegenseitig zum Abnehmen an. Besonders der kachektische Körper wird angestrebt und als Idealzustand bezeichnet. Dabei werden feste Regeln auf den Seiten veröffentlicht, wie die Anhängerinnen dieses sog. „Lifestyles“ zu leben haben. Sie bezeichnen sich selbst als Ana´s bzw. im Fall der Bulimie als Mia´s. Die Mitgliedsregeln sind sehr streng. Die potenzielle Teilnehmerin muss vermitteln, dass sie ernsthaft bereit ist sich ins extremste Untergewicht zu hungern. Wer sich 14 Tage lang unentschuldigt nicht meldet muss das Portal verlassen und verliert somit seine (wahrscheinlich) einzigsten sozialen Kontakte. Die Internetseiten sind dabei oft ähnlich aufgebaut. Man findet Links, die sich mit Kalorienzahlen von Lebensmitteln beschäftigen, Listen über „erlaubte“ Nahrungsmittel, Aufzählungen über Tätigkeiten und der dabei festgestellte Kalorienverbrauch, Fotomontagen bei denen schlanke Prominenten noch dünner gemacht wurden, sowie Fotos über die Ana´s und Mia´s selbst. Letztere haben den Zweck, die dünnste und somit in ihren Augen schönste Teilnehmerin zu ermitteln, wobei regelrecht Wettbewerbe veranstaltet. Gerade dort liegt die Gefahr, denn die Anorektikerinnen hungern sich förmlich zu Tode. Den letzten Link in dem man sich dann befindet, ist der über die verstorbenen Anorektikerinnen. Als Antwort auf diesen „Trend“ wurden Foren, die die Themen Pro Ana und Pro Mia idealisieren per Gesetz verboten, dennoch tauchen immer wieder Seiten dieses Inhaltes im Netz auf, da sich die Pro Ana´s und Pro Mia´s immer wieder neu organisieren und andere Server und Homepage-Anbieter nutzen. 2001 erwirkte die Anorektikerin-Vereinigung beispielweise, dass in Amerika 115 Pro-Ana-Internetseiten geschlossen werden mussten. 2006 verbannt Ebay alles Artikel zum Thema Pro Ana aus seinem Sortiment und in Frankreich wurde ein Gesetz zum Schutz von Models vor Untergewicht erlassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Pro Ana und Pro Mia – Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als „Lifestyle”?

II Zu den Begriffen und Klassifikation der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa nach dem ICD X (Hauptteil)

2.1. Der Begriff der Anorexia nervosa und ihre Klassifikation nach dem ICD X am Beispiel von Pro Ana

2.2. Der Begriff der Bulimia nervosa und die Klassifikation nach dem ICD X am Beispiel von Pro Mia

III Mögliche Ursachen für die Entstehung der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa

3.1 Das Körpererleben der Anorexia nervosa

3.2 Das Körpererleben der Bulimia nervosa

IV Die Suchtdynamik der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa

4.1 Die Suchtdynamik der Anorexia nervosa

4.2 Die Suchtdynamik der Bulimia nervosa

V Wie kann man gegen Pro-Ana- und Pro-Mia-Seiten vorgehen?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen von Internetportalen, die Essstörungen wie Anorexia und Bulimia nervosa als erstrebenswerten "Lifestyle" verherrlichen. Ziel ist es, die suchtdynamischen Aspekte und die zugrundeliegenden psychologischen Ursachen dieser Störungen im Kontext der modernen Mediennutzung zu beleuchten und Ansätze für einen pädagogischen Umgang mit den Betroffenen aufzuzeigen.

  • Verherrlichung von Essstörungen in Online-Communities
  • Klinische Definitionen und ICD X-Klassifikationen von Anorexie und Bulimie
  • Psychologische Ursachen, Körperwahrnehmung und Familiendynamik
  • Struktur und Symptomatik der Suchtdynamik bei Essstörungen
  • Präventive und beratende Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Begriff der Anorexia nervosa und ihre Klassifikation nach dem ICD X am Beispiel von Pro Ana

Die Anorexia nervosa oder auch Magersucht genannt, zeichnet sich durch die absichtliche Nahrungsverweigerung aus. Wobei Anorexie wörtlich Appetitlosigkeit und fehlendes Verlangen bedeutet und aus der griechisch-neulateinischen Sprache übernommen wurde. Dennoch sind Appetit und Hunger dennoch vorhanden, werden aber bewusst verneint, d.h. es handelt sich um eine willentliche Nahrungsverweigerung. Die Betroffenen reduzieren die Nahrungszufuhr auf ein Minimum, dennoch beschäftigen sie sich ständig mit Nahrung z.B. mit der Zubereitung. Die Kontrolle der eigenen Nahrungszufuhr erzeugt beim Betroffenen Gefühle von Stolz. Unabhängigkeit und Einzigartigkeit mit dem Ziel immer dünner zu werden ohne, dass ein Ende in Sicht ist. (vgl. Buchholz, S. 7ff) Die Betroffenen versuchen sich mittels der Internetportale von der Nahrungszufuhr abzulenken. Sie geben sich gegenseitig Tipps, wie sie den Tagesablauf ohne Essen besser bewältigen können.

Einige dieser Tipps befassen sich mit der Anpassung an das Schönheitsideal des kachketischen Körpers. Sie halten sich beispielsweise an sich die Haare schön herzurichten, sich zu schminken und schöne Sachen anzuprobieren. Verbunden ist die Anprobe der Sachen jedoch mit dem Fakt, dass absichtlich kleinere Kleidergrößen gekauft werden mit dem Ziel soweit abzunehmen bis man in die Sachen hineinpasst. Weiterhin halten sich die Anorektikerinnen sich gegenseitig an sich neue Sachen zu kaufen in die sie noch nicht hineinpassen um eine Motivation für ein neues Ziel eines noch niedrigeren Gewichtes zu haben. Verbunden ist dies mit einer panischen Angst vor einer Gewichtszunahme. Die Anorektikerinnen versuchen die Gefahr einer Gewichtszunahme auf den Websites mittels Tipps wie: „ Denke so oft wie möglich dran wie fett du bist...hetz dich praktisch gegen dich selber auf...so wirst du automatisch nicht mehr so gerne essen...“ (Zitat pro-ana-pro-ich.chaps.de) oder „Lerne den Hunger zu lieben. Genieße ihn. Er zeigt dir, dass du auf dem richtigen Weg zu deiner Traumfigur bist.“(ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

I Pro Ana und Pro Mia – Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als „Lifestyle”?: Einführung in die Thematik der Internetportale, die Essstörungen als Lebensstil propagieren und die damit verbundenen Gefahren für die Nutzerinnen.

II Zu den Begriffen und Klassifikation der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa nach dem ICD X (Hauptteil): Darstellung der medizinischen Definitionen von Magersucht und Ess-Brech-Sucht nach den Kriterien des ICD-10 unter besonderer Berücksichtigung der Pro-Ana/Mia-Bewegung.

III Mögliche Ursachen für die Entstehung der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa: Analyse der psychologischen Hintergründe, insbesondere der Körperwahrnehmung, Identitätsentwicklung und familiären Dynamiken.

IV Die Suchtdynamik der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa: Untersuchung der Essstörungen als Suchtformen anhand der Kriterien Kontrollverlust, Toleranzentwicklung und psychosozialer Folgen.

V Wie kann man gegen Pro-Ana- und Pro-Mia-Seiten vorgehen?: Diskussion über die Grenzen gesetzlicher Verbote und die Notwendigkeit von präventiven Ansätzen zur Förderung der Krankheitseinsicht.

Schlüsselwörter

Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Pro Ana, Pro Mia, Suchtdynamik, Essstörungen, Körperwahrnehmung, ICD X, Internetportale, Adoleszenz, Gewichtskontrolle, Ess-Brech-Anfall, psychische Störungen, Prävention, Familiendynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Internetplattformen, die Essstörungen verherrlichen, und untersucht deren Einfluss auf junge Frauen unter Berücksichtigung klinischer und psychologischer Aspekte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Definitionen von Anorexie und Bulimie, die Rolle des Körpers in der weiblichen Identitätsentwicklung, suchttypische Verhaltensweisen und die Schwierigkeiten bei der Regulierung von Internetinhalten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche psychologischen Mechanismen und Suchtdynamiken hinter der idealisierten Darstellung von Essstörungen im Internet stehen und wie pädagogisch sinnvoll mit dem Einfluss dieser Portale umgegangen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die medizinische Diagnosekriterien (ICD X) und psychologische Konzepte zur Suchtentwicklung auf die spezifische Phänomenologie der "Pro-Ana/Mia"-Bewegung anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die klinischen Merkmale der Störungen, die Bedeutung der familiären Dynamik für die Entstehung sowie die Einordnung der Essstörungen als süchtiges Verhalten detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Pro-Ana, Suchtdynamik, Internetkultur, Körperbild und Prävention beschreiben.

Welche Rolle spielen "Twins" in den untersuchten Online-Communities?

Twins sind Abnehmpartnerinnen, die sich gegenseitig bei der Kontrolle des Essverhaltens unterstützen und für die Betroffenen oft die einzigen sozialen Kontakte darstellen, was die Gefahr einer Isolierung außerhalb dieser Foren verstärkt.

Warum ist das Vorgehen gegen solche Webseiten so schwierig?

Das Vorgehen gestaltet sich schwierig, da die Gemeinschaften sehr mobil sind, ständig auf neue Server ausweichen und die Inhalte durch einfaches Kopieren der Texte und Gebote in neuen Foren schnell wieder verfügbar machen.

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Details

Title
Pro Ana und Pro Mia. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als “Lifestyle” ?
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Juliane Werner (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V437130
ISBN (eBook)
9783668774186
ISBN (Book)
9783668774193
Language
German
Tags
Bulimia Nervosa Anorexia Nervosa Essstörung Magersucht Bulimie Sucht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Werner (Author), 2009, Pro Ana und Pro Mia. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als “Lifestyle” ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437130
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