Israel und der Holocaust. Der Prozess gegen Otto Adolf Eichmann


Seminararbeit, 2017
28 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Von der Machtübernahme Hitlers bis zum organisierten Massenmord

3 Der Prozess gegen Otto Adolf Eichmann
3.1 Wer war Otto Adolf Eichmann?
3.2 Die Jagd nach dem NS-Verbrecher
3.3 Der Prozess in Jerusalem
3.4 Das Urteil
3.5 Die Auseinandersetzung: der Eichmann-Prozess
3.5.1 Aus der Sicht von Hannah Arendt
3.5.2 Bezug zu Jerusalem

4 Holocaust und Erinnerungskultur
4.1 Was ist eigentlich Erinnerungskultur?
4.2 Erinnerungskultur am Beispiel von Yad Vashem
4.2.1 Gedenkstätte und Name
4.2.2 Denkmäler
4.2.3 Gedenktage des Holocaust

5 Conclusio

6 Bibliografie

7 Abbildungsverzeichnis

1 Vorwort

Die vorliegende Proseminararbeit wird im Rahmen des Proseminars zur Zeitgeschichte vom Sommersemester 2016 geschrieben. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Israel und der Holocaust“.

Zu Beginn der Arbeit gebe ich einen flüchtigen Überblick über die Situation in Deutschland kurz vor der Machtübernahme Hitlers bis zum organisierten Massenmord ab 1941. Dabei gehe ich auf die Auswanderung der Juden ein, wo ich dann zum zweiten Abschnitt übergehe.

Im zweiten Teil gehe ich auf die Person Otto Adolf Eichmann, sein Leben und Aufstieg beim Nationalsozialismus, sowie seinen Prozess in Jerusalem in den Jahren 1960-1962, ein Nachkriegsprozess, welcher sehr stark medial mitverfolgt wurde, ein.

Im dritten Abschnitt der Arbeit wird versucht, die Verbindung des Holocaust zu Israel noch erkennbarer zu machen, indem ich auf die Erinnerungskultur und im speziellen auf die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem eingehen werde. Hierzu werde ich die wichtigsten Eckdaten und Denkmäler der Gedenkstätte hervorheben.

Abschließend fasse ich meine Ergebnisse der Proseminararbeit zusammen und nehme noch einmal die wichtigsten Punkte heraus.

2 Von der Machtübernahme Hitlers bis zum organisierten Massenmord

Schon vor der Machübernahme Adolf Hitlers im Jahr 1933 in Deutschland wurden Juden diskriminiert, ausgeplündert und schikaniert. Mit dem 30.01.1933, als Hitler zur Reichskanzler ernannt wurde, lebte er seinen Wahn, besessen vom Hass aufJuden, noch mehr aus. Erste Dekrete gegen Juden und deren Geschäfte und Arbeit kamen auf. Sie durften beispielsweise nicht mehr als Lehrer, Arzt oder Anwalt fungieren, durften keine Museen oder Theater mehr besuchen und keine Telefone oder Grundstücke besitzen. Insgesamt wurden über 1500 Gesetze zwischen 1933-1939 erlassen.

Als im November 1938 ein jüdischer 17-Jähriger in Paris einen deutschen Diplomaten erschoss, da seine Familie nach Polen abgeschoben wurde, nahm Hitler diesen Vorfall als Beispiel für die „Minderwertigkeit der jüdischen Rasse“ und es kam zur Reichskristallnacht vom 9. November 1938, wo Männer der Sturmabteilung (SA), sowie Parteimitglieder der NSDAP Synagogen anzündeten, Schaufenster jüdischer Geschäfte zerschlugen, Wohnungen jüdischer Familien verwüsteten und sogar Menschen töteten.

Reinhard Heydrich wurde 1939 zusätzlich als Chef des SS-Geheimdienstes, noch Leiter der „Reichszentrale für jüdische Auswanderung“. Er beschäftigte sich gemeinsam mit Adolf Eichmann mit der Judenfrage. Sie wollten einen Plan entwickeln, so viele Juden wie möglich auf einmal aus dem Reich zu vertreiben. Nach einigen Planvorschlägen und Besprechungen im engsten Kreis der NS-Führung, wandte sich ab dem Frühjahr 1941 dieser Plan der Aussiedlung jüdischer Familien in „organisierten Massenmord“.[1]

Zu dieser Zeit war eine Ausreise auf eigene Faust jüdischer Familien nicht mehr möglich, da die Grenzen schon gesichert waren und es ungeheure Summen an Steuer-Geld zu zahlen war. Jedoch schon vor Hitlers Angelobung zum Reichskanzler verließen viele Juden Europa und versuchten in Länder wie Frankreich, Belgien, Polen oder andere angrenzende Nachbarländer auszuwandern. Allerdings blieben die geflohenen Juden in diesen Ländern auch nicht verschont, denn schon mit Angriff auf Polen, Besetzung Paris oder dem Anschluss an Österreich kamen die Juden wieder zurück ins „Große Deutsche Reich“. Jüdische Familien, die mit Schiffen in die Vereinigten Staaten oder sogar bis nach Palästina ausgewandert waren, hatten hingegen mehr Glück.Zwischen den Jahren 1932 und 1936 verdoppelte sich beispielsweise die Anzahl der jüdischen Menschen in Palästina auf 400.000.[2]

3 Der Prozess gegen Otto Adolf Eichmann

3.1 Wer war Otto Adolf Eichmann?

Otto Adolf Eichmann war Anhänger des Nationalsozialismus während des 2. Weltkrieges. Er war SS-Obersturmbandführer und als Leiterfür die Vertreibung und Deportation der Judenim Reich verantwortlich und grundlegend beteiligt an den Mord der über 6 Millionen Juden. Eichmann tauchte 1946 in Deutschland mit gefälschten Papieren unter, bis er eine Möglichkeit fand, das Land zu verlassen. Im Juli 1950 erreichte er mit einem Schiff von Genua Buenos Aires. Jedoch wurde er vom Israelischen Geheimdienst in Argentinien ausgeforscht und im Jahr 1960 nach Israel entführt, wo ihm dann der Prozess gemacht wurde. Adolf Eichmann ist in der Nacht vom 30. Mai auf 1. Juni 1962 erhängt worden.[3]

Er wurde am 19. März 1906 in Solingen, Deutschland, geboren. Er wuchs bei seinem Vater, Adolf Karl Eichmann, und seiner Mutter, Maria Eichmann, geborene Schefferling, mit 5 Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf.

Als sein Vater Adolf Karl 1913 einen Platz bei der Tramway- und Elektrizitäts- Gesellschaft Linz-Urfahr bekam, zog er samt der Familie nach Österreich, um dort als kaufmännischer Direktor zu arbeiten. Mit diesem Job stieg die Familie in die Mittelschicht auf. Nach dem Tod seiner Frau Maria im Jahr 1916 heiratete der Vater ziemlich schnell erneut. Seine zweite Frau, Maria Zawrzel, kam aus einer wohlhabenden Familie und brachte 2 weitere Kinder in die Ehe mit. Sie erzog die Kinder sehr streng, jedoch kommt aus Erzählungen hervor, dass es dennoch ein ruhiges und normales Leben für Otto Adolf Eichmann war.[4]

Eichmann spielte als Jugendlicher Geige und lernte, weil es ihm sein Vater nahegelegt hatte, Fechten sowie die Kampfkunst des Jiu-Jitsu. Auch war Adolf bei dem Christlichen Verein Junger Männer und dem Wandervogel, welches eine apolitische Jugendgruppe war. Dieser Gruppe wandte er sich jedoch relativ schnell aufgrund von Reibereien wieder ab.

Adolf verließ auf Wunsch seines Vaters ohne Abschluss die Schule und begann 1921 eine Ausbildung zum Mechaniker, an der Höheren Bundeslehranstalt für Elektrotechnik, Maschinenbau und Hochbau. Nach einigen Semestern brach er die Schule wiederrum ab und arbeitete bei seinem Vater in der Firma. Er war unter anderem auch einige Jahre bei der Oberösterreichischen Elektrobau AF und bei der Vacuum Oil Company als Reisevertreterbeschäftigt. Durch seine Fahrten quer durchs Mühlviertel, wo er geeignete Standorte für Tankstellen suchte, bekam er im Laufe der Zeit ein Gespür für Transportknotenpunkte, welche Fähigkeit er später nutzte, um die Ausführung der Vertreibung und Deportation der Juden rasch über die Bühne zu bringen.

Eichmann trat am 1. April 1932 der österreichischen NSDAP und der Schutzstaffel (SS) bei. Trotz der angestiegenen Arbeitslosenquote in Österreich konnte Adolf seine Arbeit noch bis 1933 ausüben, da die Firma aufgrund der wirtschaftlichen Situation danach gezwungen war, ihn zu kündigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Eichmann in SD-Uniform

Er verließ dann noch im August 1933 Österreich aufgrund des österreichischen NSDAP-Verbots und ging nach Deutschland, wo er sich im SS-Ausbildungslager in Klosterlechfeld meldete. Schon im Januar 1934 kam er zur Österreichischen Legion und von der nach einigen Monaten weiter zum Sicherheitsdienst (SD), welche jedoch noch nicht den Ruf als „heimtückisches Instrument des NSDAP“, sondern noch sehr klein war und organisatorische Probleme hatte. Von dort aus kam er dann durch SS-Untersturmführer Leopold Itz Edler von Mildenstein zu einem Angebot, wo er ein Referat für Judenangelegenheiten bekäme. Eichmann nahm das Angebot zu einem neuen Job gleich an. So stieg er weiter auf der NS-Leiter hinauf, wobei er zu dieser Zeit noch nicht genau wusste, womit sich dieses Referat für Judenangelegenheiten genau beschäftige. Dort verfasste er Berichte über die orthodox-jüdische Vereinigung Agudas Israel[5] und säkulare zionistische Organisationen und bewachte jüdische Gemeindeorganisationen. Er wurde beauftragt, sich Wissen über den Zionismus anzueignen, wie Geschichte und Struktur, sowie verschiedene zionistische Bewegungen und deren Aktivitäten zu beobachten. Rat holte er sich vom Berliner Institut zum Studium der Judenfrage oder bei Geschäftsleuten wie Otto von Bolschwingh[6], welcher ein Freund von Leopold Itz Edler von Mildenstein war, da dieser regelmäßig nach Palästina flog und dort neben seiner Arbeit für den SD spionierte.[7]

Der junge Eichmann verlobte sich bereits 1931 mit seiner Veronika Liebl, welche aus einer Bauernfamilie aus Mladé (Böhmen) stammte. Durch seinen Aufstieg bei der NSDAP, musste er bei seiner Zukünftigen als SS-Mann vorweisen, dass es sich um eine lückenlose „arische Abstammung“ bei seiner Veronika handelt. Nachdem er bei dem Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) seine Heiratsabsicht mitteilte und einige Formulare ausgefüllt hatte, durften sie im März 1935 heiraten. Aus dieser Ehe entstanden insgesamt 4 Söhne.[8]

Anfang 1938 wurde Eichmann dann wegen seiner Leistungen und seinen Vorträgen und Berichten zur Judenfrage zum Untersturmführer befördert.

Nach dem 12. Mai 1938, dem Einmarsch der Deutschen Truppen in Österreich, wurde Otto Adolf Eichmann nur wenige Tage später nach Wien versetzt, um dort weiter an der Judenfrage und einer Aufstellung seiner Abteilung II/112 zu arbeiten, welches später auch „Eichmannreferat“ genannt wurde. Er koordinierte die gezwungene Auswanderung vieler Juden. Schon Ende September 1938 konnte er mit seinen geschaffenen „Wiener Modell“ Erfolge verbuchen, denn von den ungefähr 50 000 Juden, die ausgewandert waren, wanderten rund 38 000 über die Zweigstelle aus.[9]

Eichmann übernimmt 1939 die „Reichszentrale für jüdische Auswanderung“ von Reinhard Heydrich. Er beschäftigt sich dabei weiterhin mit der Deportationsfrage der Juden. 1941 stieg er dann zum SS-Obersturmbandführer auf.[10]

Adolf Eichmann koordinierte nach der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 die Deportationszüge von Berlin aus, welche in Konzentrationslager wie Auschwitz-Birkenau und Majdanek gebracht wurden und dort in der Gaskammer zu Tode kamen.[11]

Er gilt bis heute als eine zentrale Figur in Zusammenhang mit der Deportation und Ermordung der Juden im Deutschen Reich während des 2. Weltkrieges.

3.2 Die Jagd nach dem NS-Verbrecher

Als Adolf Eichmann 1945 merkte, dass der Krieg nahezu verloren war, wusste er, dass er untertauchen musste. Er ging mit einem befreundeten SS-Obersturmbandführer und gefälschtem Ausweis Richtung Deutschland. Beide wurden dann von einer amerikanischen Militärstreife verhaftet, in ein Kriegsgefangenenlager in der Oberpfalz gebracht.

Als sein Name immer wieder medial auftauchte, entschied er sich beim obersten SS-Offizier im Lager seine wahre Identität aufzudecken und bat diesen um Hilfe. Dieser besorgte ihm neue Papiere und sorgte dafür, dass er Zivilkleidung erhalte.

Otto Adolf Eichmann brach am 5. Februar 1946 aus dem Lager aus. Durch einen Kontaktmann des SS-Offiziers vom Kriegsgefangenenlager bekam er bei der Firma Burmann & Co. als Holzfäller eine Arbeit. Nachdem die Firma 1949 Konkurs angemeldet hatte, blieb er weiterhin in der Umgebung und verdiente sich einige Groschen mit einer kleinen Hühnerfarm.[12]

Um 1950 folgte Eichmann der sogenannten „Rattenlinie“[13] nach Italien und später bis nach Argentinien. Diese Route verwendeten viele flüchtige NS-Vertreter, um einer Anklage für deren Verbrechen im 2. Weltkrieg zu entgehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Argentinischer Ausweis von Eichmann als Ricardo Klement

Bei dieser Organisation versteckte Eichmann sich in diversen Klöster und Konventen und bekam dann über einen Franziskanermönch einen Flüchtlingspass mit dem gefälschten Namen Ricardo Klement, sowie ein Visum für Argentinien, welches die Abbildung Nr. 2 darstellt. Am 17. Juni 1950 gelang es ihm endlich an Bord der Giovanni C zu gehen, jedes Schiff, welches den Hafen von Genua Richtung Buenos Aires verließ.

Nach nur 27 Tagen auf hoher See erreichte Ricardo Klement alias Adolf Eichmann am 14. Juli 1950 Buenos Aires.

Carlos Fuldner, ein ehemaliger SS-Offizier welcher sich der Hilfe zur Auswanderung anderer Nationalsozialisten annahm, besorgte Adolf Eichmann bei der Firma Capri, wo er als Mechaniker anfing, eine Arbeit. Er bekam schon wenige Monate nach Einreise einen gültigen Personalausweis für Argentinien mit der Nummer 1378538.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Eichmann in Argentinien, 1950

Nachdem er einige Monate versuchte sich ein neues Leben aufzubauen, schrieb er über seine Eltern seiner Frau Veronika einen Brief, dass er am Leben sei und sie samt Kinder nachkommen könne. Aus den Recherchen geht hervor, dass Vera Eichmann mit ihren 3 Kindern 1952 Argentinien erreichten und sie mit Adolf in einem kleinen Hause lebten.

Nach dem 2. Weltkrieg boten immer mehr Leute der Polizei ihr Dienste an oder schlossen sich zu eigenen Gruppierungen zusammen, um die Kriegsverbrecher des Krieges zu fassen. Zwei von ihnen waren Tuvia Friedmann und Simon Wiesenthal. Friedmann war in Polen in einem Zwangsarbeiter Lager und im Ghettos von Radom, welches er überlebte, da er fliehen konnte. Wiesenthal wurde 1945 in das Konzentrationslager Mauthausen gebracht und konnte dort ebenfalls fliehen. Beide beschlossen nach dem Krieg der Polizei zu helfen.

Durch Zufall erhielt Wiesenthal 1953einen Hinweis von einem Sammlerfreund, dass Eichmann in Argentinien gesehen worden sei. Sofort verständigte er das israelische Konsulat in Österreich, stieß dort jedoch auf Desinteresse. Es gab zu dieser Zeit nicht mehr wirklich ein Interesse an Eichmann, da die Israelis selbst mit politischen Problemen zu kämpfen hatten und die Amerikaner mit der Sowjetunion im Kalten Krieg steckten.

Durch dieses Desinteresse an ihm konnte er mit seiner Familie einige Jahre in Ruhe in Argentinien leben. 1953 ging die Wasserkraftfirma Capri aufgrund der Wirtschaftskrise in Konkurs. So musste sich Eichmann mit einigen kurzweiligen Jobs, wie einem eigenen Wäscherei-Geschäft oder einer Arbeit auf einer Farm durchschlagen. 1959 wurde er bei der Mercedes-Benz Fabrik in González Cátan als Mechaniker eingestellt und konnte sich mit den Ersparnissen ein Haus abseits von Buenos Aires bauen.[14]

Durch eine Beziehung seines Sohnes Klaus zu einer Sylvia Hermann wurde die Spur zu Eichmann wiederaufgenommen. Die junge Frau erinnerte sich an einzelne Gespräche mit Klaus und dessen Ansicht zum NS. Als ihr Vater Lothar Hermann in einer Zeitung den Namen Eichmann las, konnte er sich noch an Klaus Eichmann erinnern und gab diesen Hinweis gleich an die Justizstelle in Frankfurt am Main weiter, wo der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer diese Information bearbeitete. Dieser schickte den Hinweis inklusive Wohnadresse nach erneuter Bestätigung weiter an das israelische Außenministerium, welches jedoch eine Nachforschung ablehnte. Nach eindringlicher Bitte seitens von Fritz Bauer wurde ein Mossad Agent vom israelischen Geheimdienst unter der Leitung von Isser Harel nach Argentinien geschickt, um sich die Sache vor Ort anzusehen. Dieser erklärte allerdings alle Hinweise für nichtig, da ein NS-Verbrecher, der so einen hohen Stellenwert gehabt hat, niemals in solch einer ärmlichen Umgebung leben würde. Als im Dezember 1959 weitere Hinweise über den Verbleib von Eichmann auftauchten, schickte Harel einen seiner Agenten, Zvi Aharoni, mit einem Team nach Argentinien, um Eichmann zu observieren. Nach etlichen Gesprächen mit dem Chef des Geheimdienstes wurde der 11. Mai 1960 für die Entführung Adolf Eichmanns ausgewählt. Durch seinen geregelten Tagesablauf wussten die Mossad Agenten genau, wann Eichmann wo zu finden wäre und warteten am Abend nach der Arbeit auf seinem Heimweg auf ihn. Sie täuschten eine Autopanne vor, um Eichmann dann in ein Gespräch zu verwickeln und zu überwältigen. Dies gelang nach wenigen Minuten und sie brachten ihn in ein Versteck. Dort wurde er auf versteckte Gegenstände wie Giftkapseln oder Waffen untersucht. Danach begann das Verhör, wo er nach wenigen Fragen seitens des Mossad seine wahre Identität bekannt gab. Nach 3 Tagen Verhör wurde Eichmann vom Geheimdienst gefragt, ob er schriftlich bestätigen würde, dass er sich in Israel vor Gericht stellen würde.[15]

[...]


[1] vgl. Fischer Oliver, 1942 Wannsee-Konferenz, Der Plan für den Völkermord, in: Gaede Peter-Matthias (Hg.), GeoEpoche, Der Zweite Weltkrieg - Von Polen bis zum Pazifik: Wie die Katastrophe begann, Teil 1, (Nr. 43), Hamburg 2010, 136-139

[2] vgl. Berhorst Ralf, 1936-1939: Arabische Rebellion, Tage des Zorns, in: Gaede Peter-Matthias (Hg.), GeoEpoche, Israel - Die Geschichte des jüdischen Staates, (Nr. 61), Hamburg 2013, 55-56

[3] vgl. Cesarani David, Adolf Eichmann: Bürokrat und Massenmörder, Eine Biografie, Berlin 2004, 29-53/ 283-454

[4] vgl. Cesarani 2004, 29-33

[5] Parteibewegung in Israel, die 1912 gegründet wurde.

[6] Otto Albrecht Alfred von Bolschwing, aus dem Adelsgeschlecht von Bodelschwingh, war Mitglied der NSDAP und als Spion in Palästina eingesetzt. Auch stand er Adolf Eichmann bei der „Endlösung der Judenfrage“ bei und arbeitete beim Programm mit.

[7] vgl. Cesarani 2004, 33-72

[8] vgl. Ebda., 64-66

[9] vgl. Ebda., 88-100

[10] vgl. https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-eichmann, (10.02.2017)

[11] vgl. Fischer 2010, 136-141

[12] vgl. Cesarani 2004, 283-289

[13] Nennt der US-amerikanische Geheimdienst eine gut organisierte Fluchtroute von NS-Verbrecher. Wird auch „Klosterroute“ genannt, da viele hochrangige Priester bei der Flucht geholfen haben.

[14] vgl. Cesarani 2004, 290-303

[15] vgl. Ebda., 312-326

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Israel und der Holocaust. Der Prozess gegen Otto Adolf Eichmann
Veranstaltung
Proseminar zur Zeitgeschichte
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V437176
ISBN (eBook)
9783668784307
ISBN (Buch)
9783668784314
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Israle, Holocaust, Adolf Eichmann, Yad Vashem, 2. Weltkrieg
Arbeit zitieren
Jasmin Pöltl (Autor), 2017, Israel und der Holocaust. Der Prozess gegen Otto Adolf Eichmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437176

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