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Das Spiel mit der Mehrdeutigkeit. Mehrdeutigkeit als zentrales Stilmittel in den Liedern vom Mönch von Salzburg

Titel: Das Spiel mit der Mehrdeutigkeit. Mehrdeutigkeit als zentrales Stilmittel in den Liedern vom Mönch von Salzburg

Hausarbeit , 2017 , 12 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Corinne Lanthemann (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Mönch von Salzburg gilt als einer der berühmtesten Lyriker des deutschen Spätmittelalters. Sein lyrisches Gesamtwerk besteht aus über einhundert weltlichen und geistlichen Lieddichtungen. Eine Besonderheit des Schreibstils des Mönchs von Salzburg ist das Spiel mit den Gattungen und literarischen Mustern. Er versteht es gekonnt die verschiedenen literarischen Traditionen zu vermischen und sich nicht strikt an Vorgaben zu halten. Viele seiner Texte sind dadurch oft ironisch und auf mehrere Weisen interpretierbar. Der Mönch erzeugt durch doppeldeutige Begriffe und Redewendungen jeweils verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, welche er aber durch Widersprüchliches durchbricht. Somit befasst sich die vorliegende Arbeit mit folgender These: Der Mönch von Salzburg benutzt die Mehrdeutigkeit als zentrales Stilmittel seiner Lieder.

Dazu werden in dieser Arbeit zwei Lieder vorgestellt, welche lediglich als Beispiel für das Spiel mit den literarischen Mustern des Mönchs dienen sollen, die aber nicht weiter vertieft werden. Anschliessend wird das Lied Seint Röslein, plüemlein maniger lay auf genau diese Mehrdeutigkeit analysiert. Es wird zuerst auf der inhaltlichen Ebene interpretiert, indem die verschiedenen Bedeutungen der einzelnen Wörter und ihre Wirkung auf das ganze Lied erläutert werden. Somit ergibt sich ein Gesamtbild über den Kontext. In einem zweiten Schritt werden die formalen Elemente des Liedes betrachtet. Dies beinhaltet Informationen über die Stellung des Liedes in den Handschriften und das Reim- sowie das Strophenschema.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS MARTINS- UND FALKENLIED

3. SEINT RÖSLEIN, PLÜEMLEIN MANIGER LAY

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die lyrischen Werke des Mönchs von Salzburg mit dem Ziel, die Mehrdeutigkeit als zentrales und bewusst eingesetztes Stilmittel des Dichters nachzuweisen. Dabei wird analysiert, wie durch das Spiel mit literarischen Mustern und Gattungsgrenzen gezielt Interpretationsspielräume geschaffen werden, die den Lesenden und Hörenden eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten bieten.

  • Analyse der Mehrdeutigkeit in ausgewählten Lieddichtungen
  • Untersuchung von ironischen Brüchen und inhaltlicher Doppeldeutigkeit
  • Formale Betrachtung von Reim- und Strophenschemata
  • Interdisziplinäre Interpretation zwischen weltlicher und geistlicher Symbolik
  • Diskussion über Geschlechterrollen und sexuelle Konnotationen in der spätmittelalterlichen Lyrik

Auszug aus dem Buch

3. Seint röslein, plüemlein maniger lay

Passend für eine Analyse der Mehrdeutigkeit scheint auch das Lied Seint röslein, plüemlein maniger lay zu sein. Das lyrische Ich besingt, wie gerne es ein Blumengebinde aus Wohlgemut oder wildem Majoran von seiner Frau erhalten würde. Es stellt sich in diesem Lied die Frage worum es sich bei dem Begriff und der Übergabe des Kranzes wirklich handelt. Der Glück und Freude bringende Kranz scheint für das lyrische Ich von grosser Bedeutung zu sein. Es fliessen folglich mehrere Vorstellungen im Zeichen des Blumenkranzes zusammen.

Bei diesem handelt es sich um ein Blumengebinde aus „wolgemuet“ (W50, 1: 7), auch wilder Majoran genannt. Hinter dem Begriff des Majorans steckt jedoch mehr, als eine einfache Pflanze. Im Mittelalter wurden diese Kräuter als Heilpflanzen angesehen. Diese Heilkräfte werden im Lied behandelt. Die erste Strophe macht deutlich, dass das Kraut erwärmend wirkt: „[...] das wir nach lust erwarmen“ (W50, 1: 10). Zudem werden kalte Glieder und Organe durchblutet, was man in der zweiten Strophe erkennen kann: „sein kraft vil wunder prüefen kan [...]“ (W50, 2: 7) und in „vnd solt mir ymmer werden hais, mir müest daran gelingen“ (W50, 2: 14-15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Mönchs von Salzburg als Lyriker des Spätmittelalters ein und stellt die zentrale These auf, dass er Mehrdeutigkeit als stilistisches Hauptmerkmal in seinen Liedern nutzt.

2. DAS MARTINS- UND FALKENLIED: Anhand des Martinsliedes und des Falkenliedes wird demonstriert, wie der Autor durch die Vermischung von geistlichen und weltlichen Aspekten sowie ironische Wendungen die eindeutige Deutbarkeit seiner Texte bewusst untergräbt.

3. SEINT RÖSLEIN, PLÜEMLEIN MANIGER LAY: Dieses Kapitel analysiert das Lied W50 intensiv, wobei insbesondere die symbolische Doppeldeutigkeit des Kranzes und des Majorans als Anspielungen auf Sexualität, Heilkraft und weibliche Anatomie untersucht werden.

4. FAZIT: Die Analyse schließt mit der Bestätigung, dass der Mönch von Salzburg seine Lieder bewusst mit offenen Deutungsräumen konstruiert, die durch formale Meisterschaft und allegorische Vielschichtigkeit ein festes Interpretationsergebnis verhindern.

Schlüsselwörter

Mönch von Salzburg, Spätmittelalter, Lyrik, Mehrdeutigkeit, Seint röslein plüemlein maniger lay, Martinslied, Falkenlied, Ironie, Symbolik, Literaturwissenschaft, Interpretation, Gattung, Sprachspiel, Form, Allegorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lyrik des Mönchs von Salzburg und untersucht dessen Arbeitsweise, Texte bewusst mehrdeutig zu gestalten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die literarische Mehrdeutigkeit, das Spiel mit Gattungsgrenzen sowie die Verknüpfung von weltlichen und geistlichen Symbolwelten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt die These, dass der Mönch von Salzburg die Mehrdeutigkeit gezielt als zentrales Stilmittel einsetzt, um dem Publikum Raum für eigene Interpretationen zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sowohl inhaltliche Interpretationen einzelner Begriffe und Motive als auch formale Untersuchungen wie Reim- und Strophenschemata umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von zwei Beispiel-Liedern (Martins- und Falkenlied) zur Veranschaulichung der Ironie und eine tiefgehende Interpretation des Liedes „Seint röslein, plüemlein maniger lay“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mehrdeutigkeit, Spätmittelalter, Ironie, Symbolik und literarische Form geprägt.

Inwiefern spielt das „Martinslied“ eine Rolle für die These?

Das Martinslied dient als Beispiel dafür, wie der Autor durch die Kombination von Festtagsbeschreibungen und unerwarteten Bibelzitaten ironische Brüche erzeugt, die eine rein weltliche Deutung in Frage stellen.

Welche sexuelle Symbolik wird dem „Kranz“ in Lied W50 zugeschrieben?

Der Kranz wird im Kontext des Liedes als mehrschichtiges Symbol interpretiert, das unter anderem auf die weibliche Schambehaarung, das Konzept der Jungfräulichkeit und den Akt der Entjungferung verweist.

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Details

Titel
Das Spiel mit der Mehrdeutigkeit. Mehrdeutigkeit als zentrales Stilmittel in den Liedern vom Mönch von Salzburg
Hochschule
Universität Bern
Note
1,5
Autor
Corinne Lanthemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V437247
ISBN (eBook)
9783668777460
ISBN (Buch)
9783668777477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lied Musik Mehrdeutigkeit Mönch Salzburg Mittelhochdeutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinne Lanthemann (Autor:in), 2017, Das Spiel mit der Mehrdeutigkeit. Mehrdeutigkeit als zentrales Stilmittel in den Liedern vom Mönch von Salzburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437247
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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