Die Finanzkrise im Jahr 2008 und ihre Folgen. Ein Lernpotenzial?

Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Hotellerie


Studienarbeit, 2017

26 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

1 Krisenpotenziale in globalisierten Märkten – Eine Einführung

2 Methodik, Vorgehensweise und Gliederung

3 Finanzkrisen – Allgemeine Aspekte
3.1 Arten von Finanzkrisen und Definition
3.2 Kategorien von Finanzkrisen
3.3 Indikatoren für Finanzkrisen
3.4 Ideen zur Krisenprävention und -bewältigung

4 Die Hypotheken- und Finanzkrise im Jahr 2008
4.1 Krisenverlauf
4.2 Die wichtigsten Ursachen
4.3 Nach der Krise – Lehren und Umdenken
4.4 Auswirkungen auf die Hotellerie

5 Handlungsempfehlungen für die Hotellerie

6 Zusammenfassung und Fazit

II Anhang

III Literaturverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

1 Krisenpotenziale in globalisierten Märkten – Eine Einführung

Die aus den Hypothekengeschäften in den United States of America (USA) resultierte Finanzkrise zog nicht nur im Zuge von globalen Geschäftsverhältnissen und Abhängigkeiten umfangreiche internationale Folgen nach sich, sondern zeigte auch mit Klarheit auf, dass es solche Krisen und damit verbundene Risiken in Zukunft immer wieder geben kann. In einer zunehmend globalisierten Welt unterliegen wirtschaftliche Systeme vielfältigen Einflussfaktoren, die es zu identifizieren und bewerten sowie mögliche negative Entwicklungen frühzeitig abzuschätzen gilt. Ob diese Ziele korrekt verwirklicht werden, hängt mitunter von institutionalisierten Risikomanagementsystemen und der Transparenz von Märkten ab. Außerdem spielt das Verantwortungsbewusstsein der Managementpersönlichkeiten in den Unternehmen hierfür eine wichtige Rolle.

Wirtschaftliche Systeme werden auch künftig unabhängig von ihrem Umfang und ihrer Organisation konjunkturellen Schwankungen unterliegen, weshalb es innerhalb bestimmter Zeitfenster sowohl zu ökonomischen Aufschwüngen als auch Rezessionen kommt. Letztere bergen offenkundige Risiken in sich. So könnte es durch ein falsches Eingreifen der Fiskalpolitik, Fehlverhalten der Unternehmen und negative Zukunftserwartungen bei Privatpersonen zu einem wirtschaftlichen Niedergang kommen, was den Weg in eine Krise ebnen würde. Aber auch wirtschaftliche Hochphasen bergen Risiken, wenn sie für länger andauernd prognostiziert werden und dadurch beispielsweise bei Finanzdienstleistern den Leichtsinn wecken, durch fragwürdige Geschäftsmodelle in kurzer Zeit hohe Gewinne zu erwirtschaften, was unweigerlich zu einem ökonomischen Verfall und einer Finanzkrise führen kann. Dass es sich hierbei nicht nur um rein theoretische Überlegungen handelt, wurde bereits bei der Finanzkrise im Jahr 2008 deutlich. Doch entscheidend ist auch, welche Lehren aus dieser Krise für die Zukunft gezogen werden können. Dies zu erarbeiten und die wesentlichen Züge der Finanzkrise im Jahr 2008 aufzuzeigen, wird den Kern dieser Studienarbeit bilden. Außerdem sollen gleichzeitig Handlungsempfehlungen für die Branche der Hotellerie entstehen, die ebenfalls von den Folgen der Krise betroffen war.

2 Methodik, Vorgehensweise und Gliederung

Die vorliegende Studienarbeit wurde als Kombination einer Literaturstudie mit der Recherche in Internetquellen angefertigt. Zielsetzung ist es dabei, die Finanzkrise im Jahr 2008 möglichst umfassend und verständlich darzustellen. Da dieses Unterfangen allein keine neuwertige Studienarbeit auszeichnet, kommt zusätzlich die Fragestellung hinzu, welche Lehren und Empfehlungen aus der Krise für die Hotelbranche abzuleiten sind.

Um das Thema bestmöglich zu bearbeiten, gilt es, im folgenden Kapitel zunächst eine allgemeine Definition für das Wort Finanzkrise zu finden, mögliche Arten aufzuzeigen und sie je nach Ausmaß in Kategorien einzuteilen. Diese und alle weiteren Informationen stammen ausschließlich aus Fachliteratur zu Finanzkrisen im Allgemeinen, die sich entweder aus wissenschaftlicher Sicht mit dem Phänomen befasst oder mit einer kritischen Sichtweise erste Interpretationen anstellt.

Nachdem der Leser einen allgemeinen Einblick in das Thema Finanzkrisen, deren Vorhersehbarkeit und Maßnahmen zu ihrer Bewältigung erhalten hat, steigt die Arbeit unter Kapitel vier direkt in die Finanzkrise aus dem Jahr 2008 ein. Eine umfangreiche Betrachtung mithilfe einschlägiger Fachliteratur soll dabei Ursachen und Folgen aufzeigen, den groben Verlauf skizzieren, die betroffenen Akteure vorstellen, allgemeine Lehren aus der Krise benennen und Auswirkungen auf die Hotelbranche darlegen. Letztere ergeben sich aus einer Kombination von Fachliteratur zur Hotellerie und im Internet vorzufindende Presseartikel.

Das fünfte Kapitel richtet sich vollkommen auf die Zielsetzung der Studienarbeit, Handlungsempfehlungen für Hotelunternehmen abzuleiten, was künftige Finanzkrisen betrifft. Dabei werden auch die bis dato erarbeiteten Lehren auf die Hotelbranche abgewandelt. Diese ergeben sich aus den Ergebnissen der vorangegangenen Kapitel der Studienarbeit.

Im sechsten und letzten Kapitel sollen die Ergebnisse der Arbeit sowie die Themenfrage noch einmal aufgegriffen und grob zusammengefasst werden. Außerdem findet sich hier eine abschließende kritische Würdigung.

3 Finanzkrisen – Allgemeine Aspekte

3.1 Arten von Finanzkrisen und Definition

Eine Krise lässt sich allgemein definieren als „[…] Situation und Phase einer deutlich erkennbar negativen Entwicklung wirtschaftlicher Größen auf gesamtwirtschaftlichem Niveau, bei der die „Stabilität“ verloren geht.“[1] Finanzkrisen im Speziellen verstehen sich als „[…] meist innerhalb kurzer Zeit auftretende gravierende und nicht-temporäre Verschlechterungen in den Ausprägungen von wesentlichen Finanzmarktindikatoren […], die massive und andauernde realwirtschaftliche Folgen nach sich ziehen können.“[2] Eine Finanzkrise kennzeichnet sich also durch den Verlust von Stabilität, die Veränderung von Finanzindikatoren und realwirtschaftliche Folgen.

Es können außerdem verschiedene Formen von Finanzkrisen unterschieden werden, die sich aus historischen Betrachtungen vergangener Krisen ergeben. Bei einer Informationskrise liegt lediglich eine Verschlechterung der Fundamentalwerte vor, die eine Wertkorrektur zur Folge hat. Im Gegensatz dazu orientieren sich die Marktteilnehmer bei einer Spekulationskrise nicht an den Fundamentaldaten, sondern an allgemeinen Marktentwicklungen und dem Verhalten anderer Marktteilnehmer, was zu einer irrationalen spekulativen Sozialdynamik führt. In diesem Fall kann es zur Entstehung von Spekulationsblasen kommen, deren Platzen schließlich zur Krise führt. Hier ist auch die Finanzkrise des Jahres 2008 einzuordnen.

3.2 Kategorien von Finanzkrisen

Krisen können sich nach dem Grad ihres wirtschaftlichen Schadens und der Zeitdauer, die es zu ihrer Überwindung braucht, unterscheiden. Auch Finanzkrisen lassen sich nach diesen Kriterien in Stärken unterteilen. Krisen der Stärke eins ereignen sich dabei nur in speziellen Teilen von Finanzmärkten und bleiben auf die betroffenen Orte und Arten von Finanzinstrumenten beschränkt, was zu einem punktuellen Verlust von Stabilität führt. Krisen der Stärke zwei betreffen breitere Teile der Finanzmärkte und führen zu einem größeren Stabilitätsverlust, der auf eng verbundene Segmente ausstrahlen kann. Eine Rezession in der betroffenen Realwirtschaft ist hier meist die Folge, weshalb auf mehreren Ebenen Rettungspakete geschnürt werden müssen. Unter diese Kategorie fällt die Finanzkrise im Jahr 2008. Krisen der Stärke drei betreffen hingegen schnell globale Finanzmärkte, wodurch es zu Depressionen in der Realwirtschaft bedeutender Staaten und Währungsräume, aber auch weltweit kommen kann. Rettungsversuche erstrecken sich dabei meist auf einen ordnungspolitischen Neubeginn, Währungsreformen und Änderungen von Eigentumsrechten. Ein Beispiel hierfür bildet die große Depression im Jahr 1929.[3]

3.3 Indikatoren für Finanzkrisen

Bereits vor der Finanzkrise im Jahr 2008 beschlich viele Menschen ein ungutes Gefühl, was die Entwicklung der wirtschaftlichen Gesamtsituation betraf, obwohl eine lang anhaltende Hochphase existierte. Die Erhöhung der Geldmenge auf Kosten von zunehmend ungesunden Wirtschaftsstrukturen machte eine Krise in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich. Weltweite Industrienationen, vor allem die USA, betrieben seit der großen Depression im Jahr 1929 eine Politik der Ausdehnung von Kredit und Geld, wobei sich die Liquidität weltweit zehnfach mehr erhöht hatte als die Gütermenge. Auffällig ist außerdem, dass westliche Industrienationen stark überschuldet waren, aber nicht inflationär. Die fortschreitende Globalisierung wirft außerdem die Frage nach der Krisenanfälligkeit der Weltwirtschaft auf.[4]

Auch die Beobachtung von spezifischen Güterpreisen ist ein wichtiger Indikator, zumal sich Spekulationskrisen immer durch die Bildung von Blasen kennzeichnen. So deuten die steigenden Rohstoff- und Ölpreise seit dem Jahr 2003 auf ein Krisenpotenzial hin, während sich der Immobilienboom in amerikanischen und europäischen Märkten tatsächlich als Krise verwirklicht hatte.[5]

Auch Konjunkturschwankungen können Krisen auslösen, vor allem in Verbindung mit der Einstellung der Wirtschaftssubjekte. Ein lang andauernder Boom führt bei Marktteilnehmern zu Euphorie und Optimismus, die mit einer erhöhten Risikobereitschaft sowie teils irrationaler Entscheidungsfindung einhergehen, wodurch fragwürdige Geschäftsmodelle auftreten können. Es kann aber auch vorkommen, dass Anleger hohe Investitionen in Firmen tätigen, die bereits von kleineren Risiken umgeworfen werden, was einer Fehllokation von Kapital entspricht.[6]

Während durch die voranschreitende Globalisierung viele Dienstleistungen und damit qualifizierte Arbeitskräfte in weltweitem Wettbewerb stehen, kommt es bei der Beurteilung von Krisenpotenzialen auch auf die soziologischen Entwicklungen einzelner Nationen an. So sehen sich Industriestaaten aktuell mit einer zunehmend alternden Bevölkerung bei gleichzeitigem Sinken der Geburtenzahlen konfrontiert, was die Forderung adäquater sozialer Sicherungssysteme rechtfertigt. Diese Entwicklungen birgt insbesondere für Staaten, die ihre wirtschaftlichen Kräfte durch steigende Überschuldung bündeln, hohe Risiken.[7]

Nahezu Gewissheit über das Eintreten zukünftiger Krisen gibt der Verlauf der Geschichte. Denn Wirtschaftskrisen waren bis heute Ereignisse, die sich im Laufe der Zeit wiederholt haben. Im Gegensatz zu den sogenannten alten Krisen der Agrarwirtschaft gibt es im 21. Jahrhundert die neuen Krisen, die sich an Zyklen der modernen Weltwirtschaft ausrichten, konjunkturellen Schwankungen unterliegen und durch den Kapitalismus bedingt sind. Sie werden von Spekulationsphänomenen begleitet, die auftauchen, wenn hohe Erwartungen mit guter Liquiditätsversorgung und niedrigen Zinsen zusammentreffen.[8]

Weitere Treiber für Krisenpotenziale begründen sich in liberalisierten Waren- und Kapitalmärkten, einer internationalen Währungsordnung und den notwendigen Rahmenbedingungen, beispielsweise die zunehmende elektronische Vernetzung von Akteuren. Vor allem Staaten sind in einer globalisierten Welt krisenanfällig, wenn sie sich in Zeiten mit niedrigen Zinsen verschulden, die Zahllast aber durch veränderte konjunkturelle Rahmenbedingungen bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen steigt. Daraus und durch politische Fehler kann eine Schuldenfalle entstehen, die ohne fremde Hilfe nicht mehr abzuwenden ist.[9]

[...]


[1] SPERMANN/GANTENBEIN (2017), S. 259.

[2] BUDZINSKI/JASPER/MICHLER (08.01.2017).

[3] Vgl. SPERMANN/GANTENBEIN (2017), S. 260f.

[4] Vgl. OTTE (2008), S. 21ff.

[5] Vgl. OTTE (2008), S. 25.

[6] Vgl. OTTE (2008), S. 29.

[7] Vgl. OTTE (2008), S. 32.

[8] Vgl. PLUMPE (2010), S. 7-12.

[9] Vgl. PLUMPE (2010), S. 102f.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Finanzkrise im Jahr 2008 und ihre Folgen. Ein Lernpotenzial?
Untertitel
Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Hotellerie
Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V437841
ISBN (eBook)
9783668779174
ISBN (Buch)
9783668779181
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VWL, Volkswirtschaftslehre, Hotellerie, Finanzmanagement, Finanzkrise
Arbeit zitieren
Armin Stühler (Autor), 2017, Die Finanzkrise im Jahr 2008 und ihre Folgen. Ein Lernpotenzial?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437841

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Finanzkrise im Jahr 2008 und ihre Folgen. Ein Lernpotenzial?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden