Transaktionsanalyse und Dimensionen der Führungskompetenzen im modernen Berufsleben


Studienarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

II Anhangsverzeichnis

1 Führung in der modernen Unternehmenswelt

2 Die Transaktionsanalyse
2.1 Allgemeine Grundlagen
2.2 Die drei Ich-Zustände
2.3 Arten von Transaktionen
2.4 Die O.k.-Positionen

3 Dimensionen von Führungskompetenzen

4 Kontext zum aktuellen Berufsleben
4.1 Transaktionsanalyse im Führungsprozess
4.2 Führungskompetenzen im aktuellen Berufsalltag

5 Fazit der Studienarbeit

III Anhang

IV Literaturverzeichnis

I Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II Anhangsverzeichnis

A Parallele, gekreuzte und verdeckte Transaktion 17

B Die vier O.k.-Positionen und ihre Merkmale 18

C Die Personalkompetenzen nach Krämer 19

1 Führung in der modernen Unternehmenswelt

Nach Maier und Bartscher ist unter Führung eine „durch Interaktion vermittelte Ausrichtung des Handelns von Individuen und Gruppen auf die Verwirklichung vorgegebener Ziele […]“[1] zu verstehen. Dies bedeutet, dass Führung im modernen Sinne als interaktiver sozialer Prozess zwischen Führendem und Geführtem anzusehen ist und die Führungskraft daher besondere Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen benötigt sowie sich ihrer eigenen Kompetenzen bewusst sein sollte. Da es sich hierbei um anspruchsvolle Aufgaben handelt, soll im Rahmen dieser Studienarbeit die Frage geklärt werden, welche Kompetenzen eine Führungskraft haben muss und welchen Beitrag das Konzept der TA (Transaktionsanalyse) zum Führungsprozess leisten kann.

Das zweite Kapitel befasst sich mit den Grundlagen der TA. Dabei soll zunächst erläutert werden, worum es sich hier handelt und auf welchen Modellvorstellungen sie basiert, um dann auf die Ich-Zustände und unterschiedlichen Interaktionssituationen einzugehen. Zuletzt werden auch die grundlegenden inneren Haltungen als O.k.-Positionen abgebildet, um zu zeigen, welche Verhaltensschemata bei Menschen auftreten können.

Das dritte Kapitel behandelt die Dimensionen der Führungskompetenzen. Es werden hier vier Fähigkeitsbereiche definiert und anhand der Personalkompetenzen nach Krämer erklärt, Zusammenhänge hergestellt und Beispiele gegeben. Die Definitionen stammen aus Beiträgen im Gabler Wirtschaftslexikon.

Im vierten Abschnitt der Arbeit wird kritisch auf den Kontext zum beruflichen Alltag eingegangen. Es sollen zunächst die Chancen und Grenzen der TA entwickelt und anschließend die Kompetenzfelder aus Kapitel drei auf die Führungssituation bezogen werden.

Abgerundet wird die Arbeit durch ein Fazit mit Zusammenfassung der Ergebnisse und kurzem Ausblick.

2 Die Transaktionsanalyse

2.1 Allgemeine Grundlagen

Die TA wurde in den 1960er Jahren vom Psychiater Eric Berne entwickelt. Sie basiert auf einem Persönlichkeitsmodell mit drei Ich-Zuständen, die eng mit den Instanzen aus Freuds Psychoanalyse verwandt sind. Im Gegensatz zu Freuds Theorien gründet die TA auf tatsächlich wahrnehmbarem Verhalten und nicht auf theoretischen Überlegungen zur menschlichen Psyche. Seine Beobachtungen integrierte Berne zum System TA, also der Erkenntnis, dass Menschen aus verschiedenen Zuständen ihres Ichs heraus agieren und sich daher unterschiedlich verhalten, je nach Situation und Erfahrungswerten.[2]

Die TA folgt folgenden Grundannahmen über die menschliche Natur:[3]

- Menschen streben nach Autonomie (Verantwortungsbereitschaft)
- Menschen sind o.k. (Kooperationsbereitschaft)
- Menschen fühlen, denken und handeln entsprechend (Lernbereitschaft)
- Menschen treffen Entscheidungen und können sie widerrufen (Entscheidungsbereitschaft)

Die TA umfasst neben dem grundlegenden Persönlichkeitsmodell auch ein Kommunikations- und Rollenmodell. Im Kommunikationsmodell wird zwischen vier grundlegenden Situationen, den sogenannten Transaktionen, unterschieden. Im Rollenmodell findet sich die Systematik der O.k.-Positionen, die innere Haltungen gegenüber sich selbst und anderen repräsentieren und kategorisieren.

Zuletzt stellt die TA das Egogramm als statistische Auswertung bereit, die aufzeigt, in welchen Ich-Zuständen ein Mensch sich wie oft aufhält und welche er bei anderen Personen bevorzugt wahrnimmt. Es handelt sich dabei also um eine Evaluation der Persönlichkeit.

2.2 Die drei Ich-Zustände

Die Ich-Zustände wurden von Berne ursprünglich als Strukturmodell entwickelt, das später zum Funktionsmodell umgewandelt wurde.[4] Sie dienen als Grundlage für die Erklärung von Transaktionen und sind so konzipiert, dass jeder Ich-Zustand eine eigene Einheit von Denken, Fühlen und Handeln bildet.[5] Eine erwachsene Person besitzt alle Ich-Zustände.

Diese sind das El (Eltern-Ich), das Er (Erwachsenen-Ich) und das K (Kind-Ich), die durch folgende Abbildung in einer für die TA typischen Form dargestellt und kurz beschrieben sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung: Die drei Ich-Zustände der TA und ihre grundsätzliche Orientierung

Quelle: Dr. Zeplin Controlling & Personal Managementberatung GmbH (29.12.2014): Transaktionsanalyse für Management, Verkauf und Organisation – Ein Kurzüberblick, http://www.drzeplin.com/downloads-/ta_kurz2.pdf.

Merkmale der Ich-Zustände

„Das El beinhaltet alle Aufzeichnungen von ungeprüft übernommenen Normen, […], Prinzipien […] und damit zusammenhängenden Ereignissen aus früher Kindheit.“[6] Es existieren ein kEl (kritisches Eltern-Ich) und ein fEl (fürsorgliches Eltern-Ich). Ersteres besteht aus übernommenen Vorurteilen und Wertungen. Darin sind auch Ge- und Verbote enthalten, die eine Person in ihrem Verhalten einschränken, indem sie glaubt, etwas tun zu müssen oder nicht zu dürfen. Durch seine Vergangenheitsorientierung beschäftigt sich das kEl mit Aspekten, die sein hätten sollen, was eine effiziente Problemlösung verhindert, zumal in diesem Ich-Zustand Anklage und das Finden eines Schuldigen wichtiger sind als die Situationsanalyse. Daher ist es schwer, Menschen ihre Fehler zuzugestehen oder Scheitern hinzunehmen. Das fEl enthält Normen, die der eigenen körperlichen und seelischen Unversehrtheit dienen sollen und sich in Ratschlägen an andere Personen äußern, die gut gemeint sind. Dieser Ich-Zustand kann jemanden vor Schaden bewahren, aber auch die Erweiterung des Erfahrungsschatzes erschweren.[7]

Das Er bildet sich etwa ab dem fünften Lebensjahr und befindet sich in einer lebenslangen Entwicklung. Als gegenwartsorientierter Ich-Zustand richtet es sich einzig nach dem Sammeln von Informationen. Es ist sachlich und eignet sich daher gut für Problemlösungen. Außerdem hat es die Aufgabe, die Normen aus dem kritischen El darauf zu prüfen, ob diese aktuell noch sinnvoll sind, und die Verhaltensprogramme aus dem fEl zu kontrollieren. Solange das Er aktiv ist, kann das K sich frei entfalten, da das Er in gefährlichen Situationen eingreifen kann. Mit Stärkung des Er durch die TA kann der Mensch sich seiner übrigen Ich-Zustände besser bewusst werden und sie dadurch kontrollieren. Dies ermöglicht ihm eine freie Gestaltung von Situationen.[8]

Das K beinhaltet alle natürlich gegebenen Verhaltensimpulse, frühkindliche Erfahrungen, die gekoppelt an Gefühle gespeichert sind, und die Grundanschauung über sich selbst und andere. Hierhin gehören alle Verhaltensweisen, die typischerweise bei Kindern beobachtet werden können und emotional gesteuert sind. Während das fK (freies Kind-Ich) alle Gefühle und Impulse frei und unbeschränkt äußert, versucht das faK (fügsam-angepasstes Kind-Ich), die Erwartungen an es zu erfüllen und sich unauffällig zu verhalten. Es wartet ab, verzichtet und bleibt passiv, kann aber auch versuchen, sich als raK (rebellisch-angepasstes Kind-Ich gegen seine Vorgaben zu widersetzen. Das K hat außerdem die Fähigkeit, Sachverhalte intuitiv richtig zu erkennen, was es vom Er unterscheidet.[9]

Die gezielte Förderung und Integration ist Gegenstand der TA, um die Persönlichkeit zu formen. Eine vollständig entwickelte Persönlichkeit kann aus jedem der drei Ich-Zustände heraus mit jedem der erweiterten Ich-Zustände frei agieren. Das heißt, dass Menschen sich grundsätzlich auch aus beispielsweise dem El heraus kindlich, erwachsen und fürsorglich verhalten können usw.[10]

2.3 Arten von Transaktionen

Eine Transaktion kann man so definieren, dass sie einen Stimulus aus einem Ich-Zustand heraus und eine Reaktion in einem Ich-Zustand umfasst.[11] Man unterscheidet in der TA grundsätzlich zwischen parallelen, gekreuzten und verdeckten Transaktionen (vgl. Anhang A). Neben den genannten Formen gibt es auch tangentiale Transaktionen, die nachfolgend noch näher erläutert werden, und blockierende Transaktionen, bei denen jemand eine gesendete Botschaft nicht wahrnimmt oder den Sendeimpuls bewusst übergeht.[12]

Von einer parallelen Transaktion spricht man, wenn Stimulus und Reaktion aus demselben Ich-Zustand stammen. Dabei findet kein Wechsel der Ich-Zustände statt, da diese sich in der Interaktion gegenseitig stimulieren. Aus diesem Grund kann eine parallele Transaktion endlos fortgeführt werden.

Wenn in einer Interaktion ein Gesprächspartner nicht entsprechend des Schemas der parallelen Transaktion reagiert, sondern aus einem anderen Ich-Zustand heraus antwortet, liegt eine gekreuzte Transaktion vor. Die Konsequenz ist, dass die Kommunikation zunächst zusammenbricht, weil die Gesprächspartner aneinander vorbeikommunizieren. Durch gezielten Einsatz gekreuzter Transaktionen ist es aber möglich, den Abruf bestimmter Ich-Zustände bei Gesprächspartnern zu steuern und mögliche störende parallele Transaktionen zu durchbrechen.[13] Sie verhindern also nicht nur funktionierende Kommunikation, sondern verändern außerdem negative Muster.

[...]


[1] Gabler Wirtschaftslexikon – Das Wissen der Experten (04.12.2014)

[2] Vgl. Dehner/Dehner (2013), S. 15

[3] Vgl. Weigel (2014), S. 85

[4] Vgl. Weigel (2014), S. 140

[5] Vgl. Dehner/Dehner (2013), S. 17

[6] Rüttinger (2013), S. 18

[7] Vgl. Rüttinger (2013), S. 19f.

[8] Vgl. Rüttinger (2013), S. 21f.

[9] Vgl. Rüttinger (2013), S. 22f.

[10] Vgl. Dehner/Dehner (2013), S. 32

[11] Vgl. Dehner/Dehner (2013), S. 41

[12] Vgl. Hennig/Pelz (2002), S. 51

[13] Vgl. Dehner/Dehner (2013), S. 43-46

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Transaktionsanalyse und Dimensionen der Führungskompetenzen im modernen Berufsleben
Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V437842
ISBN (eBook)
9783668786691
ISBN (Buch)
9783668786707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führung, Psychologie, Transaktionsanalyse, Kompetenzmodell, Kompetenz, Betriebswirtschaft, BWL
Arbeit zitieren
Armin Stühler (Autor:in), 2015, Transaktionsanalyse und Dimensionen der Führungskompetenzen im modernen Berufsleben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437842

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Transaktionsanalyse und Dimensionen der Führungskompetenzen im modernen Berufsleben



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden