Coolness. Facts, Functions, Fictions

Konzeption, mediale Manifestation und Wandel des kulturellen Phänomens der Coolness


Magisterarbeit, 2012
117 Seiten, Note: 1,50

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Coolness. Zur Relevanz eines kulturellen Phänomens: Eine Einleitung

2. Methode und Aufbau der Arbeit: „Cool Facts, Cool Functions, Cool Fictions”

3. „Über Cool lässt sich nicht streiten“- oder? Zum Forschungsstand

4. „Cool Facts.“ Zu Begriff und Konzeption(en)
4.1. Begriffsgeschichte
4.2. „Urahnen und nahe Verwandte des Coolen.“
4.2.1. Ein Abriss kulturhistorischer Stationen
4.2.2. Der „blasierte Typus“ und der „Kältefreak“
4.3. Coolnesskonzepte im 20. Jahrhundert
4.3.1. Coolness als ästhetische Widerstandshaltung: Die klassische Coolness
4.3.2. Coolness als narzisstischer Lebensstil: Die moderne Coolness

5. „Cool Functions.“ Versuch einer Systematik
5.1. Zu Voraussetzungen und „Auslösern“ von Coolness
5.1.1. Die „bedrohliche Situation“ als Ausgangslage
5.1.2. Das Ohnmachtsgefühl als Grundbedingung
5.2. Zum Zweck von Coolness
5.2.1. „Würde” durch Coolness?
5.2.2. „Cool ist cool ist cool.” Zur Selbstreferenz cooler Ästhetik
5.3. Zur Wirkungsweise von Coolness
5.3.1. Der Coole als Schauspieler
5.3.2. „Die Anderen“ als Publikum?

6. „Cool Fictions.“ Coolness als mediales Phänomen
6.1. Coolness in einer „medialen Bilderwelt“
6.2. Coolness im filmischen Medium
6.2.1. Der Film als „ideale Plattform cooler Ästhetik“
6.2.2. Zu filmischer Produktion und Reflexion von Coolness
6.3. Das Internet als „Tod der Coolness“?
6.3.1. Coolness ohne Körper. Folgen virtueller Räumlichkeit
6.3.2. „Cooles Schweigen“ versus Kommunikation im Netz
6.3.3. „Coolness im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit“
6.4. Zwischenfazit
6.5. Coole Figuren in Quentin Tarantinos Film „Pulp Fiction“. Eine Analyse
6.5.1. Zum Handlungsverlauf
6.5.2. Die Figur des Vincent Vegas- „ein cooler Möchtegernheld“?
6.5.3. Butch Coolidge als (männlich-)coole Filmfigur
Exkurs: Coolness und Weiblichkeit

7. Resümée und Ausblick: Coolness als „alter Hut“?

8. Sekundärliteratur und Quellen

1. Coolness. Zur Relevanz eines kulturellen Phänomens: Eine Einleitung

ÄGegen Ende der neunziger Jahre war Kohl ‚cool‘, ebenso wie die PDS oder die jungen Liberalen. Auch für die Sondermodelle beliebter Automarken und sogar bei Finanzierungsmodellen von Banken wurde mit der Bezeichnung ‚cool‘ die Aura einer selbstbewussten Modernität und Stilisiertheit heraufbeschworen. Kurzum: Die ganze Welt wollte mit einem Mal ‚cool‘ erscheinen. ‚Cool‘ wurde zu einem der beliebtesten Komplimente.“[1]

Ob also ein Äcooler Typ“, eine Äcoole Sonnenbrille“ oder ein Äcooler Film“ - das Zitat macht deutlich, dass das Prädikat Äcool“[2] seit Beginn der neunziger Jahre[3] wie eine Art Universalstempel zur Beschreibung von Personen, Gegenständen, Situationen und Stimmungen herangezogen wird. Geradezu inflationär wird gegenwärtig beinahe alles mit dem Attribut Äcool“ versehen. Laut Trendforscher Matthias Horx ist es sogar das meistbenutze Adjektiv der neunziger Jahre.[4] Sowohl im privaten, als auch im öffentlichen Vokabular sind die Begriffe Äcool“ beziehungsweise ÄCoolness“ kaum noch wegzudenken. So sind Titel wie ÄCool. Der Film ‚Oceans Eleven‘ und die Wiederentdeckung eines Lebensstils“[5] oder ÄWas ist cool?“[6] auch in seriösen Zeitungen und Zeitschriften mittlerweile durchaus etabliert und somit gewissermaßen nobilitiert. Gegenwärtig wird der Ausdruck ÄCoolness“ also keineswegs mehr nur im Bereich des Jugendslangs verwendet. So hat beispielsweise auch die Marketingbranche erkannt, dass Äcool“ für die unterschiedlichsten Produkte und Dienstleistungen als werbewirksames Attribut eingesetzt werden kann. Sogenannte ÄCoolhunters“[7] beschäftigen sich ausschließlich mit der Erforschung cooler Trends, um sie werbestrategisch einsetzen zu können. Selbst die Politik kommt nicht mehr um das ÄCoolsein“ herum- sogar der amerikanische Präsident Barack Obama wurde in der Financial Times als ÄMister Cool“[8] bezeichnet. Beispiele dieser Art ließen sich noch um eine unüberschaubare Vielzahl ergänzen, doch für die vorliegende Arbeit soll zunächst ausreichen, dass gezeigt wurde: Der Begriff ÄCool“ oder auch ÄCoolness“ wird sehr häufig und in allen Bereichen des öffentlichen Lebens verwendet.

Doch was genau ist mit Coolness gemeint? Was genau rechtfertigt es, die ÄQueen und einen Auftragskiller“[9] unter ein und denselben Begriff zu vereinen? Es ist zu beobachten, dass der Begriff zwar äußerst virulent ist, und auch die Haltung der Coolness in der Fachliteratur Ä[...] als eine zentrale Kategorie des 20. und 21. Jahrhunderts betrachtet werden [muss], die das kulturelle Selbstverständnis von der klassischen Moderne bis in unsere Gegenwart maßgeblich geprägt hat"[10], geht es jedoch um die tiefer liegende Bedeutung, so stößt man selbst in Fachkreisen auf kaum mehr als vage Erklärungen und Andeutungen.[11]

Auf den ersten Blick ist die vorrangig positive Prägung des Begriffes augenfällig. Mit dem Begriff Äcool“ wird häufig etwas beschrieben, was grundlegend bejaht wird, etwas, was als Ägut“, Äklasse“ oder Ätoll“ empfunden wird.[12] Hinzu kommt der Aspekt, dass es sich um jemanden oder etwas handeln muss, was außerdem auch Äangesagt“, Ähip“ oder Äim Trend“ ist.[13] Auch wird ÄCoolness“ oft mit ÄLässigkeit“ und ÄGelassenheit“ assoziiert, also mit einer gewissen Gefühlskontrolle.[14] Und nicht zuletzt ist ein leicht nonkonformistischer Zug, eine Antihaltung im facettenreichen Bedeutungshof des ÄCool“ ausmachen.[15] Doch selbst die Verknüpfung all dieser Eigenschaften, scheint das Wesen der Coolness nicht angemessen beschreiben zu können. Was genau Coolness ist, bleibt unklar, es entzieht sich gewissermaßen einer genauen Definition, möchte man es näher betrachten.

Es lässt sich also zum einen festhalten, dass der Begriff ÄCoolness“, durch die häufige und weit verbreitete Verbalisierung, sowie durch die scheinbar jedem geläufige Kenntnis der damit verbundenen Haltung, ein allgegenwärtiges Phänomen sein muss und damit als relevanter Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung bezeichnet werden kann. Zum anderen gibt gerade auch die Unschärfe des Begriffes Anlass, sich eingehender mit diesem Phänomen zu beschäftigen, da das Wesen der Coolness näher bestimmt werden muss, möchte man den Begriff präzise verwenden.

An eben diesem Punkt soll nun die zentrale Fragestellung der vorliegenden Arbeit ansetzen: Was genau versteht man unter Coolness? Aus dieser Leitfrage wiederum ergeben sich in der Folge eine Reihe von Teilfragen. Zunächst soll die begriffliche und kulturhistorische Dimension des Phänomens näher untersucht werden: Woher kommt der Begriff und das kulturelle Phänomen der Coolness? Darauf aufbauend wird der Versuch unternommen, eine systematische Programmatik des Coolnesskonzeptes aufzustellen, in welcher allgemeingültige Aussagen zu ÄAuslösern“, ÄZweck“ und ÄWirkungsweise“ cooler Verhaltensweisen erläutert werden sollen. Zudem soll untersucht werden, welche Beziehung das Konzept der Coolness zu medialen Systemen hat. Warum ist gerade der Film als Medium von Bedeutung? Welchen Einfluss hat das Internet auf das Coolnesskonzept? Abschließend wird der Film ÄPulp Fiction“[16] auf coole Figuren hin analysiert, wobei vor allem untersucht werden soll, ob, und wenn ja, inwiefern Coolness als männliches Konzept aufgefasst werden könnte. Im Folgenden soll nun ein ausführlicherer Überblick über die methodische Vorgehensweise, sowie über den inhaltlichen Aufbau der Arbeit gegeben werden.

2. Methode und Aufbau der Arbeit: “Cool Facts, Cool Functions, Cool Fictions”

Oftmals wird in der Fachliteratur eine Unterscheidung in einerseits Cool als psychologische Haltung mit eigener Kulturgeschichte und andererseits in Coolness als allgemeine Bejahung vorgenommen.[17] In der vorliegenden Arbeit soll lediglich auf die psychologische Komponente von Coolness Bezug genommen werden, weswegen vorrangig auf Stereotypen, medial vermittelte Images und coole Figuren im Film eingegangen werden soll. Coole Effekte, coole Orte oder coole Gegenstände werden dagegen nicht berücksichtigt.

Gemäß dieser ersten Eingrenzung wird sich zeigen, dass Coolness als soziales Phänomen der Ästhetik beschrieben werden kann, welches sich im Rahmen der Moderne entwickelt hat und stark medial geprägt ist. Coole Strategien umspannen demnach Bereiche ganz unterschiedlicher Art- so werden sowohl psychologische und soziologische, politische und ökonomische als auch mediale Felder von Coolness tangiert und geprägt. Wie man dieser Aussage also entnehmen kann, spielen mehrere Forschungsfelder in die Analyse des Phänomens der ÄCoolness“ mit hinein. Methodisch soll demgemäß ein Wechsel von Philosophie, Soziologie, Psychologie und Medien- und Literaturwissenschaften praktiziert werden. Nur im interdisziplinären Zusammenspiel dieser Einzelwissenschaften lässt sich das komplexe Phänomen der ÄCoolness“ näher untersuchen. Aus der in der Einleitung geschilderten Definitionsschwierigkeit geht hervor, dass eine Übernahme des alltagssprachlichen Begriffes ÄCool“ in eine wissenschaftliche Abhandlung nicht zulässig sein kann. Denn es erscheint kaum sinnvoll, den vagen Begriff ÄCool“ mehr oder weniger wahllos Figuren oder Verhaltensweisen zuzuschreiben, ohne vorher zu klären was man unter dem Begriff selbst konkret zu verstehen hat. Versucht wird deshalb, anhand von drei Hauptabschnitten, herauszuarbeiten, was Coolness im Kern bedeutet. In den ersten beiden Abschnitten soll vor allem das Phänomen an sich untersucht werden. Eine solche Untersuchung ist unabdingbare Voraussetzung, möchte man Coolness besser durchdringen und fassen können. Erst hierdurch kann das Phänomen auf andere Bereiche bezogen werden. Im letzten Kapitel soll der, in den ersten beiden Hauptabschnitten erarbeitete Begriff, schließlich in einen medialen Kontext gesetzt und hierin analysiert werden. Die englischen Titel der drei Hauptkapitel, ÄCool Facts“, ÄCool Functions“ und ÄCool Fictions“ wurden deshalb verwendet, da auch der Begriff der ÄCoolness“ dem Englischen entstammt und eine derartige Kombination daher als passend erschien. Im ersten Hauptabschnitt, welchen ich aufgrund des kontextgebenden Charakters ÄCool Facts“ genannt habe, soll der spezifische kulturhistorische Hintergrund ausgelotet werden. Zum einen werden in diesem ersten Kapitel Fakten rund um das Phänomen der Coolness aufbereitet, zum anderen werden in gewisser Hinsicht auch ÄFakten geschaffen“, da eigene Überlegungen zu neuen Perspektiven und Erkenntnissen beitragen sollen. Dies soll zum einen anhand einer Begriffsgeschichte geschehen. Hierbei soll erklärt werden, woher der Begriff etymologisch stammt und welche semantischen Facetten er birgt. Zudem wird von Interesse sein, ob und warum der Begriff eventuell einen semantischen Wandel durchlaufen hat. Daran anschließend sollen die kulturhistorischen Wurzeln der psychologischen Haltung ausgeleuchtet werden. Existierten Äcoole“ Lebensformen und Verhaltensweisen schon vor dem 20. Jahrhundert oder sind sie ein genuin modernes Phänomen? Es wird sich zeigen, dass sich durchaus ÄUrahnen und nahe Verwandte der Coolness“ ausmachen lassen, welche bis in die Antike zurückreichen. Hierbei soll auch der kultursoziologische Aspekt von ÄCoolness“ näher betrachtet werden- kann man Coolness eventuell als eine Art ÄÜberlebensstrategie“ bezeichnen? Schließlich soll das Coolnesskonzept im 20. Jahrhundert genauer betrachtet werden. Kann man eventuell von verschiedenen Phasen oder Ausprägungen Äcooler Typen“ oder Äcooler Lebensstile“ sprechen? Um aufzuzeigen, dass sich ein Wandel des Coolnesskonzeptes beobachten lässt, wird in diesem Kapitel eine Unterteilung in Äklassische“ und Ämoderne“ Coolness vorgenommen und begründet.

Im zweiten Teil wird auf systematische Art und Weise, nun also weitgehend unabhängig von speziellen kulturgeographischen oder zeithistorischen Gegebenheiten, versucht, allgemeingültige Aussagen über die Quintessenz der Coolness zu machen. Aufgrund des vorangegangen kulturhistorischen Teiles kann in diesem zweiten Hauptabschnitt also der Versuch unternommen werden, eine Art ÄSystematik der Coolness“ aufzustellen. Da in diesem Abschnitt vor allem die Funktion von Coolness, beziehungsweise deren ÄAuslöser“, ÄZeck“ und ÄWirkungsweisen“ erarbeitet werden soll, wurde dieses Kapitel ÄCool Functions“ genannt. Aufbauend auf die Analyse des kultursoziologischen Hintergrundes, konnten gewisse Konstanten entdeckt werden, welche die ÄProgrammatik“ von Coolness stets entscheidend mitbestimmen. Demzufolge soll beantwortet werden, wodurch Coolness Äausgelöst“ wird, welchen Zweck coole Verhaltensweisen haben und auf welche Art und Weise sie sich äußern. Es wird sich hierbei zeigen, dass Coolness als eine Art Äsoziale Maske“[18] bezeichnet werden kann, weswegen auch auf den Aspekt der Inszenierung im Alltag eingegangen werden soll. In diesem Rahmen wird zudem von Interesse sein, ob Coolness ein Publikum benötigt und damit gewissermaßen als ein Äinteraktives Phänomen“ bezeichnet werden kann.

Im dritten Kapitel soll erläutert werden, wie das Verhältnis von Coolness zu medialen Systemen beschaffen ist. Da man von Coolness im heutigen Sinne erst seit der Entwicklung der Massenmedien sprechen kann, soll Coolness als stark medial geprägtes Phänomen hierbei zunächst auf theoretische Art und Weise betrachtet werden. In diesem Rahmen soll hervorgehoben werden, dass der Trend zu einer visuell ausgerichteten Gesellschaft, der sogenannte Äiconic turn“[19], von Relevanz für die Etablierung cooler Ästhetik ist. Es soll zudem nachvollzogen werden, warum gerade der Film als optisches Medium von großer Bedeutung für die Vermittlung von Coolness ist. Außerdem soll erklärt werden, inwieweit Medien - allen voran der Film - einerseits Wirklichkeit reflektieren, andererseits aber auch Realität produzieren und erläutert werden, welchen Einfluss diese spezifisch mediale Eigenschaft auf das Konzept der Coolness hat. Zuletzt soll auf das Medium des Internets eingegangen werden: Welchen Einfluss haben die neuen kommunikativen Strukturen des Internets auf das Konzept der Coolness? Warum könnte man die These vertreten, das Internet sei der ÄTod der Coolness“[20] ? Zuletzt wird analysiert, wie sich Coolness konkret äußert, wobei veranschaulichend auf das Filmbeispiel ÄPulp Fiction“[21] eingegangen werden soll. Zudem soll anhand ausgewählter Figuren in Quentin Tarantinos Film geklärt werden, ob - und wenn ja, warum - es sich um eine vorwiegend männliche Erscheinung handelt. Da Coolness, wie sich zeigen wird, immer eine Art Fiktion darstellt und zudem in fiktiven Kontexten versinnbildlicht wird, wurde dieses Kapitel ÄCool Fictions“ genannt. Im ersten und letzten Hauptabschnitt soll zudem geklärt, ob sich behaupten lässt, dass sich Coolness im Wandel befindet. Im Folgenden soll zunächst ein Überblick über die derzeit wichtigsten Positionen und Schwerpunktsetzungen zum Wesen der Coolness in der Fachliteratur gegeben werden- auch um die eigene Positionierung deutlicher machen zu können.[22]

3. „Über Cool lässt sich nicht streiten“ - oder? Zum Forschungsstand

ÄJedes Nachdenken über Coolness setzt letztlich eine Definition davon voraus, aber - so das Paradox - diese bleibt trotz allem unmöglich. Man könnte sie vielleicht mit Kant dem Geschmack gleichstellen als eine unbegründbare Qualität des ‚je ne sais quoi‘, die dennoch jeder versteht, wenn sie funktioniert. Über Cool lässt sich nicht streiten, wäre dann die Devise.“[23]

Die These Annette Geigers, Coolness lasse sich nur schwerlich definieren, ist durchaus nicht von der Hand zu weisen und, wie sich im Verlauf der folgenden Kapiteln zeigen wird, in Teilen sicherlich richtig. Definitionsprobleme liegen gewissermaßen in der Natur des Forschungsgegenstandes selbst und führen gerade deshalb seit Beginn der 90er Jahre zu einer regen und kontroversen Beschäftigung mit dem vormals kaum beachteten Phänomen. Die Devise, über Cool lasse sich nicht streiten, wäre deshalb keineswegs vertretbar- ein Blick auf die Bandbreite der vielfältigen, teilweise sehr unterschiedlichen Ansätze und Schwerpunktsetzungen innerhalb der Coolnessdebatte offenbart Coolness als äußerst diskursives Phänomen. Im Folgenden soll nun ein Überblick über die wichtigsten Positionierungen innerhalb des weit gefassten Feldes der Coolnessforschung gegeben werden.

Im von Geiger herausgegebenen Sammelband ÄCoolness. Zur Ästhetik und Strategie einer kulturellen Attitüde“[24] soll der Schwerpunkt auf einer ÄÄsthetik der Coolness“ liegen. Auch wenn bewusst das Ästhetische fokussiert wird, hätte eine verstärkte Reflexion kultursoziologischer und psychologischer Aspekte, dem Werk an einigen Stellen allerdings mehr Substanz verleihen können. Trotz dieser leichten Kritik muss allerdings auf den durchaus vorhandenen Mehrwert ihres Sammelbandes hingewiesen werden, gerade, da sich Coolness, wie sich zeigen wird, immer stärker zu einer puren Attitüde der Ästhetik entwickelt.

Mit einer Art Äheiligem Gral“[25], welcher zwar stets lockt, nie aber erreichbar ist und klar in Erscheinung tritt, vergleicht wiederum Tom Holert das Wesen der Coolness. Den Versuch, der Quintessenz von Coolness beizukommen, kommentiert er folgendermaßen: ÄDie Enttäuschungen und Kränkungen auf dieser nie enden wollenden Jagd nach dem Cool gehorchen der Logik des Begehrens. Cool ist immer auf Abstand.“[26] Holert fasst bisherige Forschungsergebnisse zum Phänomen der Coolness im Rahmen des Werkes ÄGlossar der Gegenwart“[27] vor allem überblickshaft zusammen. Ebenso wie Annette Geiger und Tom Holert, bemerkt auch Josef Früchtl, dass Coolness sich jeder festlegenden Definition entziehe. So konstatiert er zwar, dass Coolness eine Ä[...] Auszeichnung im Werteverbund einer Kultur, unserer Kultur“[28] sei, unterlässt jedoch eine weiterführende definitorische Erläuterung von Coolness. Er vergleicht- ähnlich wie Geiger zuvor den ÄGeschmack“ als veranschaulichendes Sinnbild heranzog[29] - die Undefinierbarkeit von Coolness mit der Undefinierbarkeit von Zeit. Ebenso wie Augustinus auf die Frage, was Zeit sei, antworte, er wisse es, solange ihn niemand danach frage, solle er es aber erklären, wisse er es nicht[30], so verhielte es sich auch mit dem Wesen der Coolness- eine Definition sei dementsprechend unmöglich. Früchtl widmet sich in seinem Werk ÄDas unverschämte Ich“[31] allerdings nur am Rande der Coolness, da er sie in eine ÄHeldengeschichte der Moderne“[32] einreiht und sie dementsprechend nicht den Ausgangspunkt seiner Überlegungen bildet. Trotz allem sind auch seine Ausführungen, hier vor allem in philosophischer Hinsicht, durchaus aufschlussreich, möchte man das Phänomen der Coolness näher erfassen.

Ebenso ideengeschichtlich ausgerichtet, ist Urs Sommers Aufsatz ÄCoolness. Zur Geschichte der Distanz.“[33] Er beschäftigt sich vorrangig mit den antiken und neuzeitlichen Wurzeln des Phänomens, modernere Entwicklungen werden in Sommers Ausführungen nur ansatzweise erwähnt. Helmut Lethen hingegen nimmt gerade die Frühphase der deutschen Moderne ins Visier, in welcher er Formen kalten Verhaltens erkennt. Mit seinen ÄVerhaltenslehren der Kälte“[34] beschreibt er Handlungsmuster, welche man durchaus als Vorläufer der heutigen Coolness betrachten könnte. Allein die Tatsache, dass Lethen im Dezember 2007 an einer Tagung des Einsteinforums in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek zum Thema ÄApatheia - Besonnenheit - Coolness. Das ABC der reduzierten Gefühle“[35] teilnahm, zeugt von der engen Kopplung seiner Arbeit mit dem Feld der Coolness. Lethen stützt sich in seinem Werk auf Helmuth Plessners Werk ÄGrenzen der Gemeinschaft“[36] und verweist auch auf Georg Simmels Gesellschaftsanalysen[37], welche auch in der vorliegenden Untersuchung Erwähnung finden sollen. Trotz allem ist Lethens Kälte allerdings nicht eins zu eins mit dem heutigen Cool zu verwechseln, da die kulturgeschichtlichen Rahmenbedingungen in Lethens Werk - die historische Epoche der Weimarer Republik, sowie der Erste und Zweite Weltkrieg - hierfür zu speziell sind und daher nur bedingt zum Feld der Coolnessforschung hinzugezählt werden können.

Zeitgleich, im Jahr 1994, ist Peter Stearns` Werk ÄAmerican Cool“[38] erschienen, welches das originäre Coole ausschließlich in der USamerikanischen Kultur verortet. Stearns betrachtet das Phänomen der Coolness allen voran unter dem Gesichtspunkt der amerikanischen Gefühlskultur seit dem Zeitalter des Viktorianismus und verankert es vornehmlich in der urbanen Mittelschicht der USA.

Dass Coolness kein rein US-amerikanisches Phänomen ist, postulieren dagegen Untersuchungen zum sogenannten Asian Cool[39], sowie Werke, welche Coolness als eine genuin afroamerikanische Technik der Distanzierung auffassen und den Ursprung damit in Afrika entdeckt haben wollen. Diese Auffassung vertritt vor allem Robert Farris Thompson in seinem bereits 1973 erschienenen Aufsatz ÄAn aesthetic of the Cool“[40], sowie in dem einige Jahre später veröffentlichten Werk ÄFlash of the Spirit.“[41] Er nähert sich dem Phänomen der Coolness hauptsächlich von kunstgeschichtlicher Seite an und erkennt eine Art ÄUrform“ in der westafrikanischen Haltung des Äitutu.“[42]

Auch Dick Pountains und David Robins Beitrag, ÄCool rules. Anatomy of an attitude“[43] sieht hier die Ursprünge der Coolness verwurzelt. In ihrem Werk soll Coolness jedoch breitflächiger untersucht werden, das Gesamtkonzept der Coolness wird demnach nicht durch eine bestimmte Fokussierung auf spezielle Aspekte bezogen und begrenzt. Sie betrachten sich als eine Art Pioniere, welche Coolness erstmals die Bedeutung zukommen lassen, welche einer Äcultural category in its own right“[44] zukommen müsse und bieten in der Tat einen gelungenen Überblick über das Phänomen.

Eine noch wesentlich umfassendere, geradezu alles umfassende Betrachtung der Coolness nimmt Ulf Poschardt mit seiner Monographie ÄCool“[45] vor. Poschardts Hang, beinahe alle künstlerischen Erscheinungen des 20. Jahrhundert unter dem Schirm einer alles überspannenden Coolness zu subsumieren, nimmt, auch nach Meinung von Gabriele Mentges[46], konstruierte Formen an, wenn sie bemerkt ÄCool“ könne vieles und Ä[...] manchmal sogar, wenn man die trendige Publikation von Ulf Poschardt betrachtet, geradezu alles umfassen und bedeuten.“[47]

Sehr häufig wird das Phänomen der Coolness im Hinblick auf dessen musikgeschichtlichen Aspekt hin untersucht, vor allem der ÄCool Jazz“ fungiert hier als Dreh-und Angelpunkt. Werke, wie Lewis MacAdams ÄBirth of the cool“[48], Eddie Meadows “Bebop to cool”[49] und in Teilen auch Ted Gioias ÄThe birth (and death) of the cool“[50] gehören beispielsweise hierzu.

Weiterhin wird das Phänomen der Coolness häufig - meist in Bezugnahme auf Thompsons Werke[51], welche in diesem Bereich oft die Grundlage derartiger Untersuchungen bilden - im Rahmen afroamerikanischer Kulturanalysen untersucht, wobei insbesondere die Bedeutung des Männlichkeitskonzeptes für das Selbstverständnis der afroamerikanischen Männer analysiert wird. Marlene Kim Connors Werk ÄWhat is cool? Understanding black manhood in America”[52], Richard Majors “Cool Pose”[53] und “We real cool. Black men and masculinity”[54] von Bell Hooks könnten hier exemplarisch angeführt werden. Interessanterweise gibt es derartige Untersuchungen, welche sich mit der Kopplung des Coolnesskonzeptes mit dem der Männlichkeit beschäftigen, kaum für den europäisch-westlichen Raum, beziehungsweise losgelöst vom afroamerikanischen Kontext.[55] In der vorliegenden Arbeit wird deshalb im Rahmen der abschließenden Filmanalyse versucht, diese Lücke in Teilen zu schließen.

Coolness weist, wie sich in Kapitel ? zeigen wird, stets auch narzisstische Tendenzen auf. Deshalb soll Christoph Laschs Werk ÄZeitalter des Narzißmus“[56] berücksichtigt werden, da unter Zuhilfenahme dieser Gesellschaftsdiagnose ersichtlich wird, aus welchen Gründen die pure Ästhetisierung des Individuums mehr und mehr zum Signum des modernen Cool[57] werden konnte.

Diedrich Diederichsens Artikel ÄCoolness. Souveränität und Delegation“[58] rückt nun eben diesen Aspekt der Ästhetik, insbesondere des modernen Designs, in den Fokus seiner Ausführungen zur Coolness. Coolness als reine Warenästhetik ist seit etwa 2000 Thema mehrerer Werke, welche sich dem Phänomen der Coolness aus marketingstrategischen Beweggründen annähern. Zu nennen wären hier beispielweise ÄCoolhunters“[59] von Neumann-Braun oder das 2006 erschienene ÄCool Hunting.“[60]

Die rebellisch-psychologische Komponente von Coolness rückt dagegen Daniel Harris in seinem Aufsatz ÄCoolness“[61] in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, indem er vor allem die Verbindung zu jugendkulturellen Entwicklungen untersucht. Auch in ÄCool. The signs an d meanings of adolescence“[62] von Marcel Danesi wird Coolness gezielt Im Hinblick auf Jugendliche und deren Kulturen analysiert.

Was bekanntermaßen in vielen Disziplinen gegenwärtig immer stärker in das Blickfeld wissenschaftlicher Analysen gerät, sind außerdem die komplexen Wechselwirkungen des neuen Mediums Internet auf die Lebenswirklichkeit des Menschen im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Gerade im Wirkungsbereich der Coolness, welcher, wie sich noch herausstellen wird, stark an mediale Strukturen angebunden ist, könnte man also erwarten, dass eine dementsprechende Publikation nicht lange auf sich warten lassen könne. Ganz im Gegenteil jedoch, sind derartige wissenschaftliche Bemühungen aktuell nicht abzusehen.[63] Um zumindest in Ansätzen einen ersten Schritt in diese Forschungsrichtung zu wagen, sollen die Auswirkungen des Internets auf das Phänomen der Coolness in der vorliegenden Arbeit im Kapitel ÄDas Internet als ‚Tod der Coolness‘“[64] ? näher beleuchtet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ebenso viele (vage) Antworten auf die Frage ÄWas bedeutet Coolness?“ gibt, wie Forschungsliteratur. Da die meisten Werke recht spezifische Perspektivierungen wählen, ist dies jedoch weder verwunderlich noch weiter beklagenswert, trägt es doch dazu bei, einzelne erkenntniserhöhende Schlaglichter zu setzen. Bemerkenswert ist allerdings, dass kein einziger Versuch unternommen wurde, das Phänomen rein systematisch zu untersuchen, um somit allgemeingültige Aussagen über das Phänomen an sich machen zu können. Dieses Unterfangen, also theoretisch-argumentative Aussagen über die ÄProgrammatik von Coolness“ machen zu können, stellt deshalb, wie bereits erläutert, ein Teilziel der vorliegenden Untersuchung dar, denn ÄCoolness muss trotz aller Vagheit in der Definition als eine zentrale Kategorie des 20. und 21. Jahrhunderts betrachtet werden, die das kulturelle Selbstverständnis von der klassischen Moderne bis in unsere Gegenwart maßgeblich geprägt hat.“[65] Demnach ist es also sinnvoll, sich dem Versuch einer Systematik zu widmen. Zunächst soll im Abschnitt ÄCool Facts“ eine kontextgebende Untersuchung des Phänomens stattfinden, welche den Ausgangspunkt der darauf aufbauenden Systematik des Cool bildet. im Allgemeinen gekennzeichnet sind. Vgl. hierzu VOGELGESANG 2005 und HIMMELSBACH 2005.

4. „Cool Facts.“ Zu Begriff und Konzeption(en)

In diesem Kapitel sollen vor allem der Begriff, die kulturhistorischen Wegbereiter, sowie die neueren Coolnesskonzept im 20. Jahrhundert näher untersucht werden. Da vornehmlich im Bereich der Begriffsgeschichte, aber auch in den weiteren Unterkapiteln viel Grundlagenwissen für die späteren Teile der vorliegenden Untersuchung erarbeitet wird, insofern also Fakten präsentiert werden und zudem gleichzeitig, durch eigene Überlegungen, auch ÄFakten geschaffen“ werden, erschien es passend, das Kapitel ÄCool Facts“ zu nennen. Um dem Kern des ÄCool“ näher zu kommen, bietet es sich methodisch zunächst an, den Begriff selbst eingehender zu betrachten, denn ÄBegriffe sind niemals bloß deskriptiv.“[66] Deshalb soll im Folgenden der semantische und etymologische Hintergrund des Wortes Cool näher ausgelotet werden, um dem Phänomen der Coolness damit eine erste Konturierung verleihen zu können.

4.1. Begriffsgeschichte

Die Annäherung eines kulturellen Phänomens über dessen Begriffsbezeichnung, betrachtet die Literaturwissenschaftlerin Mieke Bal als unabdingbare methodische Vorgehensweise. Denn: ÄBegriffe sind [...] programmatisch und normativ [...].“[67] Bals Ansatz soll für die vorliegende Arbeit nun methodisch übernommen werden, da die etymologisch- sprachwissenschaftliche Annäherung über den Begriff ÄCool/Coolness“, dem dahinter steckenden ÄProgramm der Coolness“ bereits stark an Kontur zu verleihen vermag.

Beschäftigt man sich nun näher mit dem Begriff, so fällt zunächst auf, dass Äcool/Cool“ als thermische Metapher auf Kälte oder Erkalten und damit auf sinnlich Wahrnehmbares verweist. Übersetzt man den Begriff aus dem Englischen gemäß seiner originären Bedeutung ins Deutsche, so entspräche er schlicht dem Temperatur beschreibenden Äkalt“ beziehungsweise dem Nomen ÄKälte“. Von Bedeutung ist nun, dass - spätestens seit Beginn des 18. Jahrhunderts[68] - eine metaphorische Übertragung dieser ursprünglichen Bedeutung des Wortes auf eine charakterliche Eigenschaft stattgefunden hat. Wurde der Begriff zuvor also lediglich für die Beschreibung eines Temperaturzustandes benutzt, so wird er nun zusätzlich zur Beschreibung eines persönlichen Attributes verwendet. Der Begriff erfährt also eine Erweiterung seines Bedeutungshofes, welche nun nicht mehr nur das messbar Objektive, sondern auch das eher charakterlich Subjektive einschließen kann.

Eine derartige Projektion einer Temperatur- auf eine Charaktereigenschaft lässt sich bereits 1730 im Dictionarium Britannicum feststellen.[69] Dort wird das ursprüngliche Äcool“ - also im Sinne von kalt - erstmals ausdrücklich um die Konnotation Äkühle Distanz im Sinne einer charakterlichen Eigenschaft“[70] erweitert und auf das sächsische Wort Äcuole“ zurückgeführt.[71] Als Beispiel für eine sehr frühe Verwendung dieser metaphorischen Bedeutung des Adverbs Äcool“ im literarischen Bereich, kann eine Stelle aus dem 1836 erschienenen Roman Pickwick Papers von Charles Dickens gelten. Dickens beschreibt hier einen Kutscher, welcher seine ÄCoolness“ beim Lenken eines Vierspänners durch bewusst lässiges Abtupfen seiner Stirn während der Fahrt demonstrieren möchte:

Ä[The coachman] pulls out his handkerchief, and wipes his forehead; partly because he has a habit of doing it and partly because it`s as well to show the passengers how cool he is, and what an easy thing it is to drive a four-in-hand, when you`ve had as much practise as he had.”[72]

Anhand des Beispiels wird deutlich, dass bereits im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eine Verwendung des Wortes Äcool“ bekannt war, welche über die rein Temperatur beschreibende Bedeutung des Begriffes hinausgeht. Es beweist, dass Äcool“ in diesem Kontext in Zusammenhang mit Lässigkeit und Kompetenz gebracht wird. Indem der Kutscher sich während der Fahrt mit etwas anderem beschäftigt - in diesem Falle also mit dem nonchalanten Abtupfen seiner Stirn - beweist er den Passagieren, dass er ein ÄMeister seines Faches“ ist. Wäre er weniger geschickt, so hätte er weder Zeit noch Muse, sich auf etwas anderes, als das Lenken des Gefährtes zu konzentrieren. Das bewusste Betupfen der Stirn mit einem Tuch könnte hier, wenn man so möchte, also als ästhetisierende Selbstdarstellung aufgefasst werden, welche durch den betont lässigen Duktus der Geste für Coolness, wie sie auch heute noch verstanden wird, sorgt. Eine derartige Verbindung von Temperatur- mit Charaktereigenschaft, und damit eine Verwendung in zu heute ähnlicher Weise, ist seitdem recht kontinuierlich in einschlägigen englischsprachigen Lexika nachzuprüfen.[73]

Von Bedeutung ist zudem, dass sich eine Begriffsgeschichte niemals allein auf den Signfikanten beschränken kann, da das Wort hierdurch isoliert von dessen zugehörigen Signifikaten betrachtet werden müsste. Es muss immer auch der sinnstiftende Kontext mitgedacht werden, da jedes Wort eng mit den mit ihm verknüpften Erfahrungen verbunden ist. Erst wenn auch diese erfahrungsrelevanten Ereignisse, die den Begriff umrahmen, mitgedacht werden, kann der Begriff also tiefgreifend durchdrungen werden. Berücksichtigt man diese Überlegung, so kommt man nicht umhin, festzustellen, dass bestimmte gesellschaftliche Ereignisse zu Beginn des 20.

Jahrhunderts starken Einfluss auf die Begriffsprägung von Cool hatten. Auf diese Art und Weise kann auch der leicht nonkonformistische Zug im Bedeutungshof des Cool semantisch aus seinen kulturhistorischen Wurzeln heraus erklärt werden. Denn gleich zwei schlagwortartige Verwendungen sedimentierten diese charakteristische, leicht rebellische Profilierung des Begriffes seit den 30er und 40er Jahren auf entscheidende Art und Weise. Zum einen hatte das ÄKeep cool“ des afroamerikanischen Politikers Marvin Gavey entscheidenden Einfluss auf die Begriffsentwicklung des Wortes.[74] Denn 1927 wurde dessen Motto Äkeep cool“, welches sich an die unterdrückte afroamerikanische Bevölkerung in Amerika richtete, Titel eines bekannten Hits.[75] Der Song war als eine Art pragmatischer Lebensrat gedacht, welcher der unterdrückten schwarzen Bevölkerung gewissermaßen zu stoischer Apatheia[76] riet, um die demütigenden Lebensbedingungen besser ertragen zu können. Da diese Haltung jedoch nicht auf permanenten Gleichmut, sondern lediglich auf vorübergehende Affektkontrolle zielte - Gaveys Äkeep cool“ ist also als eine Art ÄRuhe vor dem Sturm zu begreifen“[77] - kann hier eine Wurzel des rebellischen Potentials von ÄCool“ ausgemacht werden.

Zum anderen muss der elementare Einfluss des ÄCool Jazz“ betont werden: Der Musikstil trug ab den 40er Jahren stark dazu bei, wer oder was fortan als Äcool“ angesehen wurde. Betont lässige Musiker aus der afroamerikanischen Jazz-Szene prägten von nun an für Jahrzehnte das Verständnis von Coolness und damit auch den Begriff. Allen voran muss hier der Jazzmusiker Miles Davis genannt werden. Mit seinem 1957 erschienenem Album ÄBirth of the Cool“[78] ist er gewissermaßen auch eine Art Titelgeber dieser neu auflebenden gegenkulturellen Konnotation des Coolness-Begriffes. In jedem Fall wird er oft als die Personifikation von Coolness schlechthin betrachtet[79]. Nicht nur der bewusste Bruch musikalischer Konventionen, auch die Darbietung war bis dato äußerst ungewöhnlich: Miles Davis wandte während seiner Bühnenperformances dem Publikum den Rücken zu. Auch hierauf kann man also die charakteristische Antihaltung des Begriffes cool zurückführen.

Der immense Einfluss, den Gaveys Äkeep cool“ seit Ende der 20er und den der ÄCool Jazz“ seit Beginn der 40er Jahre im Hinblick auf die Popularisierung des Begriffes cool ausübte, führte schließlich dazu, dass der Terminus Äcool/Coolness“ knapp zwei Jahrzehnte später, also seit den sechziger Jahren etwa, im Zuge der Entwicklung der Massenmedien[80], Teil des allgemeinen englischen Sprachgebrauches wurde.[81]

Mit der Etablierung seit den 60er Jahren im Amerikanischen, wurde der Begriff Äcool/Coolness“ schließlich nach und nach auch von anderen englischsprachigen Nationen übernommen. Peter Petrucci und Michael Head, welche sich in ihrer sprachwissenschaftlichen Abhandlung ÄSweet as is cool for New Zealanders”[82] speziell mit den Slang-Ausdrücken, beziehungsweise deren Wandel unter Jugendlichen in Neuseeland auseinandersetzen, konstatieren diesen Umstand für das Neuseeländische folgendermaßen: ÄAfter spreading into mainstream American English during the 1960s, cool subsequently made its way into other Englishes.“[83] Cool als gängiger alltagssprachlicher Begriff hat demnach seit den 60er Jahren nach und nach auch Eingang in andere englische Sprachräume gefunden.

Wendet man sich nun dem deutschen Sprachraum zu, so fällt auf, dass deutschsprachige Wörterbücher den Begriff Äcool“ vor den achtziger Jahren kaum aufführen- ausgenommen die im musikalischen Bereich zu verortende spezielle Ausrichtung des Wortes in der Bezeichnung von ÄCool Jazz“. So erwähnt beispielsweise das Werk ÄKontroverse Begriffe“[84], welches sich speziell mit dem Sprachgebrauch Jugendlicher in den 50er und 60er Jahren beschäftigt, den Begriff Äcool“ noch nicht. Es ist jedoch interessant, dass die semiotischen Felder von ÄCool“, denen des bereits sehr viel früher verwendeten Begriffs der ÄLässigkeit“ sehr ähnlich sind, woraus man folgern könnte, ÄCool“ habe dem Begriff der ÄLässigkeit“[85] gewissermaßen den Rang abgelaufen. Im ÄIllustrierten Lexikon der Deutschen Umgangssprache“[86] taucht der Begriff 1983 schließlich erstmals ausführlicher auf:

ÄCool (englisch ausgesprochen)1. modern, jugendlich, meint im Englischen soviel wie Äkühl, frisch, kaltblütig, leidenschaftslos“. 2. unübertrefflich, schwungvoll. 3. gelassen, selbstsicher, freud -und energielos.“[87]

Das enorm breite Bedeutungsspektrum von Äcool“ muss hierbei besonders hervorgehoben werden- Äcool“ kann laut des ÄIllustrierten Lexikons der deutschen Umgangssprache“ synonym zu Äschwungvoll“ auf der einen Seite und Ägelassen“ und Äenergielos“ auf der anderen Seite gebraucht werden. Cool ließe sich demnach auch als eine Art Oberbegriff klassifizieren, welcher viele Bedeutungsebenen unter sich vereint. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Nomen ÄCool“ oder auch ÄCoolness“ nicht die entsprechende substantivierte Version des oben angeführten Adjektivs zu sein scheint, sondern über dessen häufig nur bejahende Komponente, im Sinne von Äsuper/ toll/ klasse“, noch andere Bedeutungsräume zu öffnen imstande ist. Wenn also beispielsweise von James Dean als einer ÄIkone der Coolness“ die Rede ist, so wird man damit nicht nur verbinden, er sei einfach Ätoll“ oder Äsuper“ gewesen, vielmehr assoziiert man eine schwer fassbare psychologische Haltung, auf welche im Verlauf der Arbeit noch ausführlicher eingegangen werden soll.

Im ÄBrockhaus“[88] hingegen, einem Lexikon, welches sich bekanntermaßen nicht mit Slangs oder speziellen Jargons befasst, sondern lediglich kanonisierte hochdeutsche Wörter erklärt, lässt sich ausschließlich 1988 eine dem heutigen Äcool“ vergleichbare Bedeutung nachweisen.[89] Diese Tatsache weist darauf hin, dass Äcool“ trotz der enormen Verbreitung - laut Trendforscher Matthias Horx ist es, wie eingangs erwähnt, sogar das meistbenutzte Adjektiv der neunziger Jahre[90] - nicht Eingang in den konventionell normierten Sprachkanon finden konnte. Womöglich lässt sich dies erklären, hält man sich vor Augen, dass deutschsprachige Lexika stets auf den Kontext des jugendkulturellen Sprachgebrauchs verweisen, wohingegen englischsprachige Wörterbücher nicht zwingend einen derartigen Zusammenhang mit dem Bereich des Jugendslangs herstellen.[91] Gabriele Mentges erklärt diesen Sachverhalt folgendermaßen:

ÄIm Deutschen verharrt Cool eher im Bereich des Jargons, was auf die immer noch gültig Trennung zwischen einer E- und U-Kultur, zwischen einer high und low culture hindeuten könnte.“[92]

Wo im Englischen Äcool/Coolness“ also auch in den Kanon der Hochsprache aufgenommen wurde, findet man den Begriff im deutschsprachigen Raum nur in Wörterbüchern der Umgangssprache, des Slangs oder als sogenanntes Trendwort[93] berücksichtigt.

Unabhängig vom kulturgeographischen Kontext ist eines jedoch immer auffällig: Die Konnotation von ÄCool“ schwankt stark zwischen positiver und negativer Ausrichtung. So kann der Begriff, wie eingangs anhand des Ausschnittes von Charles Dickens ÄPickwick Papers“ verdeutlicht, einerseits eine vorwiegend positive Prägung im Sinne von Äsehr gut“ aufweisen. Dass Äcool“ im 19. Jahrhundert hauptsächlich synonym zu Ägood or fine or pleasing“ verwendet wurde, bekräftigt beispielsweise ein Blick in das ÄDictionary of American Slang“.[94] Häufig wird cool aber auch konträr, also eher pejorativ verwendet. Eine dergestalte Definition des Begriffes findet sich etwa im “Oxford English Dictionary”[95]:

ÄCool: to lose the heat of exitement or passion, to become less zealous or ardent. Not affected by passion or emotion, unexited, deliberate, calm.”[96]

Diese semantische Bipolarität von positiver und negativer Konnotation ließe sich eventuell folgendermaßen erklären: Sobald der metaphorische, die Charaktereigenschaft betreffende Begriff Äcool“ zu sehr mit der Assoziation ÄGefühlskälte“ in Verbindung gebracht wird, ist womöglich die Folge, dass er eher pejorativ aufgeladen wird. Denn der Begriff ÄKälte“ gilt meist als eher negativ besetzt. Ob als metaphorische Beschreibung des zwischenmenschlichen Klimas in modernen Massengesellschaften, im politischen Bereich - wie etwa der ÄKalte Krieg“ - oder als berechnendes kühles, hier dann vor allem kaltblütiges, Kalkül.[97] Kälte wird also häufig mit Leblosigkeit, Unwirtlichkeit und menschlicher Härte verbunden, was eine positive Lagerung des Begriffes Äcool/Coolness“ erschweren kann. Fallen diese Assoziationen dagegen weg, spielen sie für den Rezipienten eine untergeordnete Rolle, oder sieht er in der Gefühlskälte eventuell sogar eine positive Chance, ist es wesentlich einfacher den Begriff als positiv zu empfinden.

Blickt man schließlich ab Beginn der 90er Jahre auf englische oder deutschsprachige Wörterbücher so ist cool immer häufiger aufzufinden[98] - was wiederum auf eine zunehmende Popularisierung des Wortes hindeutet. Die enorme Beliebtheit, sowie die Anwendbarkeit auf ein ungemein breites Feld - bedingt durch den metaphorischen Schlagwortcharakter- führt schließlich dazu, dass ÄCool“, im Gegensatz zur Verwendung des Begriffes in den 80er Jahren, eine immense Bedeutungserweiterung durchlaufen hat. Die Bedeutungsfelder werden durch immer weiter gefasste semantische Beziehungen derart erweitert, dass der Begriff zunehmend ausgeleiert erscheint. Petrucci und Head kommen deshalb zu dem Schluss: “[…]that cool is so pervasive, so frequent, that when everyone says cool, and when cool is used in all situations, you need something different to make it clear that you approve strongly of something.”[99] Wenn Äcool“ also alles bedeuten kann, kann es folglich nicht mehr viel bedeuten, weswegen die beiden Autoren untersuchen, ob und inwiefern Äsweet as“, als frischer und unverbrauchter Begriff, den Terminus Äcool“ in Neuseeland gegenwärtig verdrängt.[100]

Diese Ausdehnung der semantischen Seite von Äcool/Coolness“ ist nicht zuletzt einer zunehmenden Nutzung des Begriffes durch die Medien, sowie einer werbestrategischen Vermarktung des ÄCool“ geschuldet. Sogenannte ÄCoolhunters“[101], welche sich speziell mit der Erforschung von Trends in Jugendszenen beziehungsweise deren Nutzbarmachung für die Vermarktung der jeweiligen Produkte beschäftigen, haben erkannt, dass sich Äcool“ als werbewirksames Attribut einsetzen lässt. Es lässt sich beobachten, dass mit dieser Vermarktung des Begriffes ÄCool“ die ursprüngliche Essenz der ehemals kulturell signifikanten psychologischen Haltung zunehmend verloren geht. Diesen Trend zu einer semantischen Entleerung des Begriffes kommentiert Urs Sommer deshalb zu Recht folgendermaßen: Ä‘Cool‘ als positive Universalvokabel kassiert durch die unterschiedslose Anwendbarkeit auf schlechterdings alles und jedes gerade den entschiedenen Distinktionswillen, der die Ikonen des Coolen in Film, Musik und Literatur erst zu Ikonen gemacht hat.“[102] Auch Sommer verweist also darauf, dass der Begriff aktuell zunehmend an Inhalt einbüßt. Ähnlicher Ansicht sind zudem David Robins und Dick Pountain, wenn sie bemerken, dass Coolness ehemals eine Art Widerstandshaltung beschrieb Ä[...] but that is now losing that rebellious status and is becoming the dominant ethic of late consumer capitalism.“[103]

All diesen Beobachtungen gemein ist, dass sie zwar eine zunehmende Substanzlosigkeit des Begriffes ausmachen, gleichzeitig jedoch darauf hinweisen, dass es eine Zeit gab, in der Coolness wesentlich mehr an Originalität vorzuweisen hatte. Woher diese originäre Substanz stammt, ist im Falle der Coolness, wie sich im folgenden Kapitel zeigen wird, nicht eindeutig auszumachen. Gerade die Unsicherheit allerdings, also wo, wann und warum sich coole Formen erstmals entwickelt haben könnten, könnte man Ralf Konersmann zufolge jedoch als durchaus förderlich für den durchschlagenden Erfolg des Begriffes der ÄCoolness“ betrachten:

[...]


[1] POSCHARDT 2002, S. 9.

[2] Die adjektivische Verwendung von Äcool“ wird in der vorliegenden Arbeit nicht im Sinne der Bedeutung von Äsehr gut“ oder Äklasse“ behandelt, sondern bezieht sich, ebenso wie ÄCool/Coolness“ vorrangig auf die psychologische Haltung. Die substantivischen Bezeichnungen ÄCool“ und ÄCoolness“ werden im Verlauf der Arbeit synonym zueinander verwendet. Zudem wird in der vorliegenden Arbeit in Folge auf Anführungsstriche und Kursivschreibung verzichtet, da es weniger um das Begriffliche des Wortes, sondern vielmehr um die Haltung als eigenständiges Phänomen geht. Nur wenn explizit der Begriff gemeint ist, werden in der Folge Anführungsstriche verwendet.

[3] Vgl. S. 24 im Abschnitt zur Begriffsgeschichte.

[4] HORX 1994, S. 50.

[5] Titel des Magazins Ä KulturSpiegel“ im Januar 2002, vgl. GOOS 2001.

[6] Titel des Magazins ÄFocus“ im März 2001, vgl. PAETOW 2001.

[7] Vgl. NEUMANN-BRAUN 2005.

[8] Vgl. KÜHL 2012.

[9] Vgl. HEINE 2007.

[10] GEIGER 2010, S. 7.

[11] Siehe Forschungsstand, S. 8ff.

[12] Vgl. HORX 1994, S. 50.

[13] Ebd., S. 50.

[14] Ebd., S. 50.

[15] Vgl. ANGLIZISMEN-WÖRTERBUCH 1993, S. 808-810.

[16] Pulp Fiction, USA 1994, Regie: Quentin Tarantino.

[17] Vgl. beispielsweise POUNTAIN 2000, SOMMER 2007.

[18] Helmut Plessner, zitiert nach LETHEN 1994, S. 89.

[19] Vgl. BOEHM 1995

[20] Diese Aussage entstammt dem Tondokument ÄReflexionen zur Coolness. Ein Interview mit Anette Geiger“ und wurde von Annette Geiger, der Herausgeberin des Sammelbandes ÄCoolness. Zur Ästhetik einer kulturellen Strategie und Attitüde“(vgl. GEIGER 2010) in einem Nebensatz erwähnt, vgl. REFLEXIONEN 2010. In Geigers Sammelband schlägt sich diese These interessanterweise jedoch nicht nieder, weswegen die vorliegende Arbeit diese Lücke, das Internet und dessen Einfluss auf das Phänomen der Coolness näher zu beleuchten, in Teilen schließen möchte.

[21] Pulp Fiction, USA 1994, Regie: Quentin Tarantino.

[22] GEIGER 2010, S.16.

[23] Ebd., S. 16.

[24] Vgl. ebd.

[25] HOLERT 2004, S.47.

[26] Ebd., S. 47.

[27] Vgl. BRÖCKLING 2004.

[28] FRÜCHTL 2004, S. 292.

[29] Vgl. GEIGER 2010, S. 16.

[30] Augustinus, zitiert nach FRÜCHTL 2004, S. 293.

[31] Vgl. ebd.

[32] Vgl. ebd.

[33] Vgl. SOMMER 2007.

[34] Vgl. LETHEN 1994.

[35] Vgl. HEINE 2007.

[36] Vgl. PLESSNER 2002.

[37] Vgl. SIMMEL 1998, SIMMEL 2008.

[38] Vgl. STEARNS 1994.

[39] Vgl. HUTNYK 1998.

[40] Vgl. THOMPSON 1973.

[41] Vgl. THOMPSON 1984.

[42] Vgl. ebd.

[43] Vgl. POUNTAIN 2000.

[44] Ebd., S. 11.

[45] Vgl. POSCHARDT 2000.

[46] Vgl. MENTGES 2010, S. 25.

[47] Ebd., S.25.

[48] Vgl. MACADAMS 2001.

[49] Vgl. MEADOWS 2003.

[50] Vgl. GIOIA 2009. Ted Gioia nimmt allerdings eine breitere Perspektive als MacAdams und Meadows ein, indem er nicht nur auf musikgeschichtliche, sondern am Rande auch auf andere kulturelle Kontexte von Coolness eingeht.

[51] Vgl. THOMPSON 1973 und THOMPSON 1984.

[52] Vgl. CONNOR 1995.

[53] Vgl. MAJORS 1992.

[54] Vgl. HOOKS 2004.

[55] Sieht man von der speziellen Untersuchung Nils Büttners ab, welcher sich vor allem mit Äsoldatischer Coolness“ im Ersten Weltkrieg beschäftigt, vgl. BhTTNER 2010.

[56] Vgl. LASCH 1980.

[57] Die Unterscheidung in Ämodernes Cool“ und Äklassisches Cool“ wurde aus Gründen der Differenzierung als sinnvoll erachtet und wird ab Seite 42 ff. noch näher begründet. Trotzdem wird diese Unterscheidung nicht in der gesamten Arbeit vorgenommen, sondern nur an den Stellen, an welchen eine solche Unterscheidung Sinn macht. Steht ÄCool/Coolness“ also ohne einen spezifizierenden Zusatz, so ist in diesem Fall Coolness in ihrer Gesamtheit gemeint, dann betrifft die jeweilige Überlegung also beide Formen.

[58] Vgl. DIEDERICHSEN 2003.

[59] Vgl. NEUMANN-BRAUN 2005.

[60] Vgl. EVANS 2006. Zudem gibt es hierzu auch eine Vielzahl an Onlineressourcen, welche sich ausschließlich mit diesem Themenfeld beschäftigen, wie beispielsweise www.coolhunting.com oder auch www.thecoolhunter.net.

[61] Vgl. HARRIS 1999.

[62] Vgl. DANESI 1994.

[63] Sieht man von Waldemar Vogelgesangs Aufsatz ÄThrillen und Chillen in ‚coolen‘ Umgebungen“ und Sabine Himmelsbachs Sammelbandbeitrag ÄMulti-Player Media. Kommunikationsstrategien im Cyberspace“ ab, welche trotz der vielversprechenden Titel kaum Bezug zur Coolnessdebatte, sondern vielmehr durch ihren Bezug zu Jugendkulturen.

[64] Annette Geiger, zitiert nach REFLEXIONEN 2010(Tondokument), Minute 20:24

[65] GEIGER 2010, S. 7.

[66] BAL 2002 S. 10.

[67] Ebd., S. 18.

[68] Vgl. hierzu DICTIONARIUM BRITANNICUM 1969.

[69] Vgl. ebd. Etwa fünfzig Jahre zuvor, also 1671, wurde der Begriff ÄCool“ hingegen nicht aufgeführt, vgl. ETYMOLOGICON LINGUAE ANGLICANAE 1970 aus dem Jahr 1671.

[70] Vgl. DICTIONARIUM BRITANNICUM 1969.

[71] Vgl. ebd.

[72] Dickens, zitier nach POUNTAIN 2000, S. 30.

[73] Vgl. beispielsweise: THE ENGLISH LANGUAGE 1894 oder THE ENGLISH LANGUAGE 1964, S. 500ff.

[74] Vgl. hierzu POSCHARDT 2000, S. 35.

[75] Vgl. ebd., S. 36.

[76] Unter ÄApatheia“ versteht man eine Lebensphilosopie der Leidenschaftslosigkeit.

Weiteres hierzu findet sich im Kapitel ÄAbriss kulturhistorischer Stationen“ auf Seite ?

[77] POSCHARDT 2000, S. 36.

[78] Miles Davis: Birth of the Cool, 1957. Vgl. GIOIA 2009, MACADAMS 2001 und MEADOWS 2003.

[79] Vgl. POSCHARDT 2002, S. 60 f.

[80] Die enorme Bedeutung, die die Entwicklung der Massenmedien auf die Popularisierung von Coolness hatte, wird in Kapitel ÄCoolness als ästhetische Widerstandshaltung: Die klassische Coolness“ ab Seite 27 ff. noch ausführlicher behandelt. Zudem wird im Abschnitt ÄCool Functions“ ab Seite ? auf diesen Aspekt eingegangen.

[81] Vgl. MOORE 2004, S. 70f.

[82] Vgl. HEAD 2006.

[83] Ebd., S. 332.

[84] Vgl. STÖTZEL 1995.

[85] Vgl. MENTGES 2010, S. 25.

[86] Vgl. LEXIKON UMGANGSSPRACHE 1983.

[87] Vgl. ebd..

[88] Vgl. BROCKHAUS 1988.

[89] Vgl. ebd..

[90] HORX 1994, S. 50.

[91] Vgl. MENTGES 2010, S. 25.

[92] Ebd., S. 25.

[93] Vgl. HORX 1994, S. 50.

[94] Vgl. DICTIONARY OF AMERICAN SLANG 2007.

[95] Vgl. OXFORG ENGLISH 1992.

[96] Vgl. OXFORD ENGLISH 1992.

[97] Vgl. POSCHARDT 2002, S. 9.

[98] Vgl. beispielsweise HORX 1994, DICTIONARY OF AMERICAN SLANG 2007.

[99] HEAD 2006, S. 332.

[100] Vgl. ebd..

[101] Vgl. NEUMANN-BRAUN 2005.

[102] SOMMER 2007, S. 30.

[103] POUNTAIN 2000, S. 28.

Ende der Leseprobe aus 117 Seiten

Details

Titel
Coolness. Facts, Functions, Fictions
Untertitel
Konzeption, mediale Manifestation und Wandel des kulturellen Phänomens der Coolness
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für deutsche Philologie)
Note
1,50
Autor
Jahr
2012
Seiten
117
Katalognummer
V438188
ISBN (eBook)
9783668783522
ISBN (Buch)
9783668783539
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Coolness, Film, Psychologie, Medienpsychologie, Würde, Black cool, cool jazz, Pulp Fiction, Ästhetik, Attitüde, Indifferenz, itutu, Sklaven, Gefühlskälte, Rolle, sprezzatura, Gelassenheit, Lässigkeit, Kontrolle, Schutzmechanismus, Maskerade, emotional turn, Gefühle
Arbeit zitieren
Simone Dettelbacher (Autor), 2012, Coolness. Facts, Functions, Fictions, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438188

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