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Die Darstellung des Wahnsinns in Friedrich Dürrenmatts Roman 'Das Versprechen' und in dem Film 'Es geschah am hellichten Tag'

Title: Die Darstellung des Wahnsinns in Friedrich Dürrenmatts Roman 'Das Versprechen' und in dem Film 'Es geschah am hellichten Tag'

Seminar Paper , 2004 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jörg Röder (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Wenn in den Veröffentlichungen zu Friedrich Dürrenmatts `Requiem auf den Kriminalroman´ Das Versprechen von Wahnsinn die Rede ist, dann wird zunächst der Wahnsinn der Hauptfigur, Kommissär Matthäi, thematisiert, der aufgrund der Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen, den Täter eines Mordfalles dingfest zu machen, den Verstand verliert. Die Entwicklung des Protagonisten ist ein Hauptkriterium für den Verfall des klassischen Detektivromans, weswegen Das Versprechen nicht zu Unrecht als Requiem auf den Kriminalroman fungiert. Alle übrigen Figuren werden meist keiner genaueren Analyse unterzogen, obwohl auch sie aufgrund ihrer speziellen Ausgestaltung wesentlich vom Schema des klassischen Detektivromans abweichen und somit dazu beitragen, daß sich Das Versprechen als Requiem herausstellt, was literaturwissenschaftlich gewiß der interessanteste Untersuchungsgegenstand des Romans ist. Betrachtet man die Figuren allerdings ausschließlich unter dem Motiv des Wahnsinns, so läßt sich feststellen, daß abgesehen von der Person des Kommissärs mehrere Anhaltspunkte für Wahnsinn im Roman zu finden sind. Die Darstellung des Wahnsinns als Phänomen als solches ist allerdings gänzlich unmöglich -ein Mensch kann nur dann als wahnsinnig bezeichnet und als Romanfigur ausgestaltet werden, wenn bestimmte Attribute und Verhaltensweisen erkennbar sind, die zu einer entsprechenden Beurteilung führen. Einige Figuren im Versprechen und auch im vorangegangenen Film Es geschah am hellichten Tag sind so dargestellt, daß man sie alle als wahnsinnig bezeichnen würde, wobei sie sich hinsichtlich ihrer Verhaltensweisen im einzelnen wesentlich voneinander unterscheiden und der Wahnsinn bei jedem einzelnen auf völlig individuelle Ursachen zurückzuführen ist. Es lassen sich also anhand der Figuren im Roman wie auch im Film verschiedene Facetten von Wahnsinn aufzeigen, die von Apathie bis zu zügelloser Aggressivität reichen und aus bloßer Triebhaftigkeit, übersteigerter Emotion, Starrsinn oder Schwachsinnigkeit herrühren, was im folgenden noch ausführlich zu behandeln ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wahnsinn

2. Das Versprechen: allgemeine Kriterien des Detektivromans und Dürrenmatts Vorlage als Requiem

3. Die Darstellung des Wahnsinns: Das Versprechen

3.1 Hauptfiguren

3.1.1 Kommissär Matthäi

3.1.2 Albert Schrott

3.2 Nebenfiguren

3.2.1 Von Gunten

3.2.2 Frau Schrott

3.2.3 Matthäis Kollegen und Vorgesetzte

4. Die Darstellung des Wahnsinns: Es geschah am hellichten Tag

4.1 Hauptfiguren: Albert Schrott

4.2 Nebenfiguren: Jacquier

5. Das Versprechen und Es geschah am hellichten Tag im Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung und Darstellung des Wahnsinns in Friedrich Dürrenmatts Roman "Das Versprechen" sowie dessen filmischer Vorlage "Es geschah am hellichten Tag", wobei insbesondere der Verfall des klassischen Detektivroman-Schemas analysiert wird.

  • Etymologische Herleitung des Wahnsinn-Begriffs
  • Charakteranalyse von Tätern, Opfern und Ermittlern unter dem Aspekt psychischer Instabilität
  • Gegenüberstellung der literarischen Darstellung und der filmischen Inszenierung
  • Analyse des "Requiems auf den Kriminalroman" durch Dürrenmatt

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Kommissär Matthäi

Zu Beginn des Romans begegnet Kommissär Matthäi dem Leser als heruntergekommener alkoholkranker Tankstellenbesitzer, der sich mit dem Zustand völliger Apathie im Endstadium seines Wahnsinns befindet:

„Neben der offenen Haustüre saß ein alter Mann [...]. Er war unrasiert und ungewaschen, er trug einen hellen Kittel, der schmuddelig und verfleckt war, und dazu dunkle, speckig schimmernde Hosen [...]. An den Füßen alte Pantoffeln. Er stierte vor sich hin, verblödet, und ich roch schon von weitem den Schnaps. Absinth.“10

Auch seine Umgebung sieht nicht einladender aus:

„Das Haus [...] war erbärmlich, troff von Nässe [...]. Zur Hälfte war das Haus aus Stein, zur Hälfte eine Scheune [...]. Die beiden Tanksäulen befanden sich vor der steinernen Hälfte des Hauses auf einem unebenen, schlecht gepflasterten Platz; alles machte einen verkommenen Eindruck, trotz der Sonne, die jetzt beinahe stechend, bösartig schien.“11

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wahnsinn: Einführung in die Thematik des Wahnsinns als zentrales Motiv und etymologische Untersuchung der Begriffe Wahnsinn und Wahnwitz.

2. Das Versprechen: allgemeine Kriterien des Detektivromans und Dürrenmatts Vorlage als Requiem: Definition der Gattungsmerkmale des klassischen Detektivromans und Einordnung von Dürrenmatts Werk als Dekonstruktion dieses Genres.

3. Die Darstellung des Wahnsinns: Das Versprechen: Detaillierte Analyse der Figuren (Matthäi, Schrott, Von Gunten, Frau Schrott) und deren individueller Entwicklung in den Wahnsinn innerhalb des Romans.

4. Die Darstellung des Wahnsinns: Es geschah am hellichten Tag: Untersuchung der filmischen Mittel wie Kameraführung, Musik und Lichtgestaltung zur Darstellung des Wahnsinns bei den Protagonisten.

5. Das Versprechen und Es geschah am hellichten Tag im Vergleich: Synthese der Ergebnisse durch einen direkten Vergleich zwischen Roman und Film, wobei die unterschiedlichen Zielsetzungen der Autoren herausgearbeitet werden.

Schlüsselwörter

Friedrich Dürrenmatt, Das Versprechen, Es geschah am hellichten Tag, Wahnsinn, Kriminalroman, Detektiv, Triebtäter, Apathie, Fixe Idee, Literaturanalyse, Filmanalyse, Psychologie, Genre-Dekonstruktion, Motiv, Ermittlungsmethodik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Wahnsinn in Dürrenmatts Kriminalroman "Das Versprechen" und dem Film "Es geschah am hellichten Tag" als Ausdruck eines Gattungsverfalls.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die psychologischen Zustände der Haupt- und Nebenfiguren, die Motive von Apathie und Besessenheit sowie die filmischen und literarischen Mittel zur Darstellung von geistigem Verfall.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Dürrenmatt den klassischen Detektivroman durch das Motiv des Wahnsinns konterkariert und in ein "Requiem auf den Kriminalroman" verwandelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und medienanalytische Methode verwendet, die Textpassagen des Romans sowie Szenen des Films interpretativ gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte figurenorientierte Analyse des Romans und die medienästhetische Analyse des Films, gefolgt von einem komparativen Fazit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wahnsinn, Detektivroman, Dürrenmatt, Triebtäter, Apathie, Fixe Idee und Gattungsdekonstruktion.

Warum wird Matthäis Warten als zentrales Motiv hervorgehoben?

Matthäis Warten symbolisiert den Verlust seines analytischen Verstandes und den Übergang zu einer zerstörerischen, irrationalen Fixierung, die das klassische Detektivmodell zerstört.

Welche Rolle spielt die Figur Albert Schrott für die Analyse?

Schrott dient als Projektionsfläche für den Wahnsinn, wobei seine Darstellung im Film (als "Igelriese") stark von der indirekten Charakterisierung im Roman abweicht.

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Details

Title
Die Darstellung des Wahnsinns in Friedrich Dürrenmatts Roman 'Das Versprechen' und in dem Film 'Es geschah am hellichten Tag'
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Course
Seminar: Literatur und Film
Grade
2
Author
Jörg Röder (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V43878
ISBN (eBook)
9783638415743
ISBN (Book)
9783640430963
Language
German
Tags
Darstellung Wahnsinns Friedrich Dürrenmatts Roman Versprechen Film Seminar Literatur Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Röder (Author), 2004, Die Darstellung des Wahnsinns in Friedrich Dürrenmatts Roman 'Das Versprechen' und in dem Film 'Es geschah am hellichten Tag', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43878
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