Die Entwicklung des Reality TV und die Erfolgssendung "Frauentausch"


Hausarbeit, 2013

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2.Definitionen
2.1. Reality TV
2.2 Die Reality-Soap
2.3 Das Format ‚Frauentausch‘

3. Analyse
3.1 Der Inhalt
3.2 Die „Veränderung“ der Tauschmütter
3.3 Visuelle Special Effects
3.4 Der Sound

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Eine der wahrscheinlich bekanntesten Reality TV Sendungen ist ‚Frauentausch‘. Die Folgen sind morgens fast täglich im Fernsehen zu sehen und donnerstags wird in regelmäßigen Abständen eine neu produzierte Folge ausgestrahlt. Wer hierbei zufällig einmal eine alte und eine neuere Folge in kürzeren Abständen zu sehen bekommen hat, wird feststellen, dass sich die Sendung in einigen Aspekten verändert hat. Diese möchte ich im Folgenden ein wenig näher beleuchten.

Zunächst werde ich aber den Begriff ‚Reality TV‘ und die für die Hausarbeit relevanten Genres dieser Gattung definieren. Hierbei halte ich mich an die Erläuterungen von Klaus/Lücke, die die Sendung als ‚Swap-Doku‘ einordnen. Ich werde deswegen auch dieses Genre definieren und nicht das der Doku Soap, obwohl die Sendung öfter mit diesem in Verbindung gebracht wird.

2.Definitionen

2.1. Reality TV

Mit dem Begriff Reality TV bezeichnen wir im deutschen Fernsehen verstärkt seit Beginn der 90er Jahre verbreitete Fernsehgattung, die in ihrer Form Elemente mehrerer anderer Gattungen, wie der Serie und der Dokumentation, aufweist.[1]

Eben diese Hybridisierung, die ein Hauptmerkmal des Reality TV ist, aber auch die Tatsache, dass sich im Laufe der Zeit viele Subgenres des Reality TV entwickelt haben, macht eine eindeutige Definition schwierig.

Der Begriff Reality TV hat zum ersten Mal in den 90er Jahren großes Interesse erregt. Eine der allerersten und wichtigsten Definitionen verfasste Claudia Wegener 1994. Als erste benennt sie Strategien wie Emotionalisierung, Personalisierung, Dramatisierung und Stereotypisierung als zentrale Merkmale der Sendungen des Reality TV. Neben diesen Merkmalen spielt für Wegener vor Allem auch die Darstellung von Gewalt eine zentrale Rolle. Diese These hat sich aber im Hinblick auf andere Sendeformate wie z.B. Versöhnungsshows wie Nur die Liebe zählt‘ (RTL), die auch unter dem Begriff des Reality TV zusammen gefasst werden, nicht bewährt. So entstehen noch im selben Jahr erweiterte Definitionen, die auch Produktionen, die keine Gewaltdarstellungen enthalten, miteinschließen. Besonders hervorzuheben ist hierbei Angela Kepplers Theorie, in der sie zwischen dem narrativen und dem performativen Realitätsfernsehen unterscheidet. Das Narrative Reality TV „umfasst jene Sendungen, die ihre ZuschauerInnen mit der authentischen oder nachgestellten Wiedergabe realer oder realitätsnaher außergewöhnlicher Ereignisse nicht-prominenter Darsteller unterhalten“[2]. Das Performative Reality TV dagegen „umfasst jene Sendungen, die eine Bühne für nicht-alltägliche Inszenierungen sind, jedoch zugleich direkt in die Alltagswirklichkeit nicht-prominenter Menschen eingreifen.“[3] Auch Elisabeth Klaus und Stefanie Lücke, mit deren Definition des Reality TV ich jetzt weiterarbeiten möchte, differenzieren 2003, in Anlehnung an Keppler, zwischen den zwei genannten Formen des Reality TV.

Die verschiedenen dem Performativen Reality TV zugehörigen Genres können wiederum in zwei Gruppen unterteilt werden. Sie unterscheiden sich durch ihren Hintergrund, wobei die Geschichten auf der einen Seite aus dem Leben „echter Menschen“ gegriffen werden. Sie haben also einen realen Hintergrund – „stellen aber selbstverständlich eine medienspezifische, dramaturgische Konstruktion dar“[4]. Bei den weiteren Formate ist es auf der anderen Seite, dass „Menschen in ein ihnen zunächst unbekanntes, neues Setting gebracht werden“[5].

In allen diesen Genres wird mithilfe der schon benannten Strategien (Emotionalisierung, Personalisierung, Dramatisierung und Stereotypisierung) vor allem versucht Authentizität zu schaffen. Dies geschieht oft durch Grenzüberschreitungen. Zum Einen zwischen den Genres, zum Anderen zwischen Information und Unterhaltung, aber auch Alltäglichem und Außergewöhnlichem. Es entsteht eine „Collage aus nicht-fiktionalen und fiktionalen Bestandteilen[.][ Außerdem gehören ]die Hinwendung zu alltäglicheren, der Lebenswelt der Zuschauerinnen und Zuschauer entnommenen Themen und damit einhergehend die emotionale Darstellung des Privaten und Intimen in der Öffentlichkeit [gehören] zu den wesentlichen Merkmalen des Reality TV.“[6]

2.2 Die Reality-Soap

Die Reality-Soap gehört zum sogenannten Performativen Reality TV und könnte als „dramatisierte und zugespitze Fortführung der Doku-Soap“[7] beschrieben werden. Bei der Doku-Soap handelt es sich um Mehrteiler, die zwar eigentlich dokumentarisch sind, dabei aber wie fiktionale Soap Operas inszeniert werden. Dabei werden für eine Serie typische Techniken verwendet, wie z.B. die Zopfstrategie oder der Cliffhanger. Bei der Reality-Soap werden die Protagonisten in einem künstlich geschaffenen Setting beobachtet. Es wird zwar also immer noch das reale Leben der Protagonisten weitestgehend dokumentarisch betrachtet, allerdings eben nicht mehr in ihrem natürlichen Alltag, sondern in einer nur für die jeweilige Reality-Soap geschaffenen Umgebung. Diese ist meist so konstruiert, dass es auf kurz oder lang zu einer Konkurrenzsituation kommt.

Innerhalb dieses Genres haben sich im Laufe der Zeit mehrere Subgenres entwickelt. Hier möchte ich die sogenannten Swap-Dokus ein wenig näher betrachten, da die Sendung „Frauentausch“ diesem Genre zugeordnet werden kann. Bei der Swap-Doku tauschen die Darsteller ihr gewohntes Lebensumfeld für eine gewisse Zeit gegen ein für sie ungewohntes Leben ein und werden dabei von der Kamera begleitet.

Dabei werden soziales Experiment und filmische Dokumentation mit melodramatischen Strukturen verknüpft (vlg. Hill 2004). Die Grundidee ist dabei die Konfrontation kontrastierender Lebensentwürfe und gegensätzlicher Milieus, die ‚mit einer deutlichen Auf- bzw. Abwertung der Teilnehmerinnen verbunden [ist], die durch den Kommentar unterstrichen wird. ‘(Heinen 2009: 32).[8]

[...]


[1] Elisabeth Klaus/StefanieLü>

[2] Angela Keppler: Wirklicher als die Wirklichkeit ? Das neue Realitätsprinzip der Fernsehunterhaltung./ Frankfurt am Main 1994 S.8

[3] Angela Keppler: Wirklicher als die Wirklichkeit ? Das neue Realitätsprinzip der Fernsehunterhaltung. /Frankfurt am Main 1994 S.8

[4] Margreth Lünenborg/Dirk Martens/Tobias Köhler/Claudia Töpper: Skandalisierung im Fernsehen. Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Berlin 2011 S.22

[5] Margreth Lünenborg/Dirk Martens/Tobias Köhler/Claudia Töpper: Skandalisierung im Fernsehen. Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Berlin 2011 S.22

[6] Elisabeth Klaus/StefanieLü>

[7] Margreth Lünenborg/Dirk Martens/Tobias Köhler/Claudia Töpper: Skandalisierung im Fernsehen. Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen/ Berlin 2011 S.28

[8] Margreth Lünenborg/Dirk Martens/Tobias Köhler/Claudia Töpper: Skandalisierung im Fernsehen. Strategien, Erscheinungsformen und Rezeption von Reality TV Formaten. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen/ Berlin 2011 S.30

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des Reality TV und die Erfolgssendung "Frauentausch"
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Medienkultur und Theater)
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V439308
ISBN (eBook)
9783668792357
ISBN (Buch)
9783668792364
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, reality, erfolgssendung, frauentausch
Arbeit zitieren
Jana Wienken (Autor:in), 2013, Die Entwicklung des Reality TV und die Erfolgssendung "Frauentausch", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439308

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