Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Einfluss spekulativen Verhaltens von Finanzakteuren als einen entscheidenden Grund für Finanzkrisen am Beispiel der US-Immobilienkrise 2007/2008 zu erörtern. Als theoretische Grundlage dient die von H. P. Minsky aufgestellte „Hypothese der finanziellen Instabilität“. Die Empirischen Daten zur Evaluierung der Hypothese liefert die US-Immoblienkrise 2007/2008.
Inhaltsverzeichnis
1 US-Immobilienkrise 2007/2008 - Eine Einführung
2. Theoretische Überlegungen
2.1 „Die Hypothese der finanziellen Instabilität“ von H. P. Minsky
2.2 Kritik an der Theorie von H. P. Minsky
3. Empirische Analyse
3.1 Begriffsdefinitionen
3.2 Der US-Immobilienmarkt im Aufschwung
3.3 Wendepunkt und Beginn einer Finanzkrise
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Einfluss des spekulativen Verhaltens von Finanzakteuren auf die Entstehung der US-Immobilienkrise 2007/2008, indem sie die "Hypothese der finanziellen Instabilität" von Hyman P. Minsky auf ihre Anwendbarkeit und Aktualität prüft.
- Analyse der "Hypothese der finanziellen Instabilität" nach Hyman P. Minsky
- Untersuchung des individuellen rationalen Kalküls von Finanzakteuren
- Darstellung der Entstehung und Entwicklung der US-Immobilienmarktblase
- Diskussion der makroökonomischen Auswirkungen und Zusammenbruchsmechanismen
- Bewertung der Rolle von Regulierung und Finanzsystemstabilität
Auszug aus dem Buch
2.1 „Die Hypothese der finanziellen Instabilität“ von H. P. Minsky
Bei Minsky sind die zentralen Akteure Vermögensbesitzer (Unternehmen, Geschäftsbanken, andere Finanzinstitute und vermögende Haushalte). Diese beeinflussen durch ihr Handeln die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Typisch für die postkeynesianische Denkschule bestimmen sie ihr Handeln im Wissen um die Unwägbarkeit der kommenden wirtschaftlichen Entwicklungen. Diese Unwägbarkeit schlägt sich in der Wahl des Portfolios, also den Investitionsentscheidungen nieder. „Für jeden Wirtschaftsakteur ist die Entscheidung, ein Vermögensgut zu kaufen, verbunden mit [der] Entscheidung, wie er diesen Kauf finanziert“.
Laut Minsky besteht die Wahl zwischen einer aktivseitigen Finanzierung (Bargeld oder Verkauf eines anderen Vermögensgutes) und einer passivseitigen Finanzierung (Aufnahme eines Kredites). Das Portfolio eines Finanzakteurs setzt sich somit aus Aktiva und Passiva zusammen, also aus dem was diese selbst besitzen (Aktiva) und den Verbindlichkeiten, die sie eingegangen sind (Passiva), um diese zu besitzen. Die Präferenzen bei der Portfoliofinanzierung sind von Akteur zu Akteur unterschiedlich. Minsky definiert drei unterschiedliche Kategorien von Akteuren, abhängig davon in welchem Verhältnis von aktivseitiger und passivseitiger Finanzierung diese ihre Portfolios zusammenstellen:
1. Abgesichert finanzierte Akteure, welche ihre laufenden Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen aus ihren erwirtschafteten Gesamterträgen begleichen können. Die erwarteten Erträge übertreffen in jeder Periode die laufenden Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen. Zudem halten sie einen ausreichenden Anteil an Eigenkapital, mit welchem sie für den Fall sinkender Zahlungseingänge ihre vertraglichen Verpflichtungen weiterhin einhalten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 US-Immobilienkrise 2007/2008 - Eine Einführung: Die Einleitung erläutert die Forschungsfrage und das Ziel, die Ursachen der Immobilienkrise mithilfe von Minsky zu analysieren.
2. Theoretische Überlegungen: Dieses Kapitel führt die Hypothese der finanziellen Instabilität von Minsky ein und diskutiert kritische Ansätze gegenüber dieser Theorie.
3. Empirische Analyse: Hier wird der theoretische Rahmen auf die US-Immobilienkrise angewandt, wobei die Akteursgruppen und der Marktverlauf detailliert betrachtet werden.
4. Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst die Anwendbarkeit der Minsky-Hypothese zusammen und betont die Notwendigkeit internationaler Finanzmarktregulierung.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, US-Immobilienkrise, Hyman P. Minsky, Hypothese der finanziellen Instabilität, Spekulation, Ponzi-Finanzierung, Finanzakteure, Regulierung, Subprime-Kredite, Wirtschaftskrise, Liquiditätspräferenz, Kapitalismus, Finanzsystemstabilität, Immobilienmarkt, Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die US-Immobilienkrise 2007/2008 als Fallbeispiel für eine Finanzkrise und überprüft, inwieweit diese durch die Theorie von Hyman P. Minsky erklärbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle spekulativer Akteure, die Dynamik von Finanzkrisen, die Bedeutung von Niedrigzinspolitik und die Stabilität des Finanzsystems.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Relevanz und Aktualität von Minskys "Hypothese der finanziellen Instabilität" für moderne Finanzmarktkrisen zu validieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Literaturrecherche durchgeführt und diese durch mikro- und makroökonomische Daten zur Analyse der Krise ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Minsky, die darauffolgende Kritik sowie die empirische Analyse des US-Immobilienmarktes von der Aufschwungphase bis zum Crash.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzinstabilität, Ponzi-Finanzierung, Subprime-Kredite, Spekulation und Marktregulierung charakterisiert.
Was versteht man unter "Ponzi-finanzierten" Akteuren?
Dies sind Akteure, deren laufende Zahlungsverpflichtungen ihre laufenden Einnahmen übersteigen und die darauf angewiesen sind, durch steigende Vermögenswerte oder neue Kredite ihre Zins- und Tilgungszahlungen zu decken.
Welche Rolle spielte die US-Notenbank (FED)?
Die FED senkte nach dem Platzen der "Dotcomblase" die Zinsen stark, was eine Phase billigen Geldes einleitete und damit die Spekulation am Immobilienmarkt befeuerte.
Warum ist laut Minsky Stabilität paradoxerweise destabilisierend?
Da in Phasen wirtschaftlicher Stabilität das Vertrauen wächst, sinkt die Risikoaversion der Akteure, was sie dazu verleitet, ihre Eigenkapitalquote zu senken und riskantere Finanzierungsstrategien einzugehen.
Was ist ein "Minsky-Moment"?
Ein Minsky-Moment bezeichnet den plötzlichen Zusammenbruch von Vermögenswerten, wenn sich die Euphorie an den Märkten in Panik umschlägt und eine Finanzkrise auslöst.
- Arbeit zitieren
- Georg Mastorikou (Autor:in), 2017, Die US-Immobilienkrise 2007/2008 und ihr Ursprung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439362