Kleopatra. Eine Königin, die bis ans Ende ihrer Tage kämpft


Hausarbeit, 2018
15 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Herkunft und Herrschaft

Beziehung zu Gaius Iulius Caesar

Beziehung zu Marcus Antonius

Kleopatra im Vergleich zu anderen Frauen der Antike

Kleopatras Einfluss auf Schriftsteller zu und nach ihrer Zeit
Cicero
Plutarch
Properz und Horaz
Aurelius

Wirkung auf die Literatur der Neuzeit
Salus
Shakespeare

Der Tod der Kleopatra

Schlussbemerkung

Quellenverzeichnis

Einleitung

Kleopatra. Sie war nicht die erste mit diesem Namen, doch denkt man immer an die gleiche: Kleopatra VII. Kaum eine Figur aus der Antike wirft so viele Fragen auf wie diese. Viele Menschen und Kulturen haben ihr viele verschiedene Namen gegeben. So wurde sie zum Beispiel die „königliche Dirne“1, „Königin der Könige“2, die „Ehebrecherin“ genannt. Sie war das Beispiel schlechthin für eine ,femme fatale‘. Auch 2000 Jahre nach ihrem Tod beschäftigen sich Historiker immer noch mit der letzten Königin der Ptolemäer. Etliche Mythen und Legenden kommen einem in den Sinn, sobald der Name Kleopatra genannt wird. In einen Teppich soll sie sich eingewickelt haben um zu Caesar gelangen zu können. Sie soll die teuerste Perle der Welt in einem Glas aufgelöst und dann geschluckt haben um ihr Reichtum zu demonstrieren. Auf der einen Seite wurde sie verehrt wie eine Göttin, auf der anderen Seite zutiefst gehasst. Doch wer war Kleopatra wirklich? Warum wurde sie von so vielen gehasst und verspottet? Wie wurde sie beschrieben und was für einen Einfluss hatte sie auf die Weltliteratur?

Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, was Kleopatra von anderen Frauen der Antike unterschied und welchen Einfluss sie nach ihrem Tod auf die Literatur hatte. Der aktuelle Forschungstand aus Sekundärliteratur über das Leben der Kleopatra soll mit den vorliegenden Quellen aus der Antike überprüft und ergänzt werden. Die Arbeit gliedert sich in 5 Teile. Zuerst soll ihre Herkunft und die Herrschaft betrachtet werden. Als nächstes soll ihre Beziehung zu Gaius Iulius Caesar und im nächsten Abschnitt zu Marcus Antonius beschrieben werden, um zu verstehen und zu analysieren, welche Wirkung sie auf die zwei römischen Politiker hatte und mit welchen Mitteln sie beide für sich gewann. Danach folgt eine Nebeneinanderstellung Kleopatras mit den Frauen aus dem antiken Rom. Als nächstes sollen Texte von Schriftstellern sowohl zu ihrer Zeit als auch nach ihrer Zeit betrachtet und analysiert werden. Aus diesen Texten soll gezeigt werden, welche Wirkung sie auf Menschen hatte, wie sie in zwischenmenschlichen Beziehungen interagierte, und welche Wirkung sie auch nach ihrem Tod noch hatte.

Herkunft und Herrschaft

Kleopatra VII. war die letzte Königin der Ptolemäer und gleichzeitig der letzte weibliche Pharao. Sie wurde 70/69 v. Chr. geboren, als Tochter des Ptolemaios XII. Auletes (Flötenspieler). Sie hatte 4 Geschwister und alle sollen, ähnlich wie Kleopatra sehr zielstrebig gewesen sein. Die älteste Tochter hieß Berenike, die früh von Auletes hingerichtet wurde. Kleopatra VII wurde somit die älteste Tochter. Sie hatte eine jüngere Schwester, Arsinoe IV, die etwa 3 Jahre jünger als sie gewesen sein soll. Ptolemaios XIII war 8 Jahre jünger als Kleopatra und Ptolemaios XIV war 8 als Kleopatra 18 war. Über ihr frühes Leben weiß man kaum etwas Genaues. Auch ist nicht bekannt, wer ihre Mutter war, Kleopatra soll jedoch sollen einen makedonisch-griechischen Hintergrund haben.3 Es wird berichtet, dass ähnlich wie Kleopatra alle Kinder des Auletes ehrgeizig und zielstrebig gewesen waren. So war es also keine große Überraschung, als der Kampf um den Thron zwischen den ältesten beiden Kindern, Kleopatra VII und Ptolemaios XIII ausbrach.

Bereits mit 18 Jahren, kurz nach dem Tod ihres Vaters Ptolemaios XII war sie zur Herrscherin Ägyptens geworden. Ein ausschlaggebender Grund, der die frühe Herrschaft Kleopatras auslöste war die Unmündigkeit ihres Bruders. Ptolemaios XIII soll beim Regierungsantritt gerade mal 10 Jahre alt gewesen sein. Dies führte dazu, dass Kleopatra die ersten Jahre allein herrschte. Doch nach ptolemäischer Tradition war es nicht üblich, eine Frau als alleinige Herrscherin am Thron zu haben. Der Kampf um den Thron war stets ein Thema und der Grund, warum ein Bürgerkrieg zwischen Ptolemaios XIII und Kleopatra ausbrach. Ptolemaios XIII und seine Ratgeber schlossen Kleopatra von der Herrschaft aus, welche darauf hin erst die Hauptstadt verließ und später komplett aus Ägypten verjagt wurde. 4 5 Dies war die erste große Niederlage für Kleopatra und bekanntlich auch der Grund, weshalb sie eine Beziehung zu Caesar aufbauen wollte. Ihr Ziel war es, ihre Macht wieder zu erlangen und ihren Platz am Thron wieder zu erhalten.

Beziehung zu Gaius Iulius Caesar

Es ist unbestritten, dass Kleopatra trotz allem stets hohes Durchsetzungsvermögen zeigte und war tief dazu entschlossen war, ihr Ziel zu verfolgen, Ägypten zu verteidigen und wieder ihren Platz am Thron wieder zu erhalten. Dazu scheute sie auch nicht, ihre Reize einzusetzen. Das muss eines der Dinge gewesen sein, die Caesar beeindruckend an ihr fand und weshalb er sich auf ihre Seite schlug nachdem er in Ägypten ankam. Ihm wurde klar, dass sie die rechtmäßige Miterbin des Thrones war und dass sie „durch die Hofintrigen vertrieben worden. 2.Caesar erscheint als der Vollstrecker eines für heilig erachteten Testaments eines römischen Freundes und Bundesgenossen. Er will die rechtmäßige Erbin in ihre alten Rechte einsetzen.“ 6 7

Daraus lässt sich ableiten, dass für Caesar wichtig war, das Testament des Ptolemaios XII zu ehren und er den Befehl, den ältesten Sohn und die älteste Tochter als gleichgestellte Herrscher auf den Thron zu setzen äußerst ernst nahm.

Nach Dio hatte Kleopatra beschlossen, sich selbst Caesar gegenüber zu beweisen und somit beschloss sie, sich nachts an den Wachen ihres Bruders vorbei zu schleichen. Dabei zeigte sie bereits Selbstbewusstsein, denn sie war überzeugt, ihn beeinflussen zu können.8 Die Beziehung, die nach ihrer Begegnung zwischen Caesar und Kleopatra entstand war von Anfang an besorgniserregend. Daraus kann man folgern, dass weder die Ägypter wollten, dass Kleopatra mächtiger wurde, noch, dass die Römer von diesem Bündnis erfreut waren. So berichtet Dio: „Die Ägypter wurden, was sie am wenigsten wollten, als Knechte Kleopatras ausgeliefert.“9 Caesar jedoch tat seines Erachtens das Richtige, denn er setzte Kleopatra wieder an den Thron, wie es von Ptolemaios XII (Auletes) gewollt war.

Caesar und Kleopatra hatten einen gemeinsamen Sohn; Kaisarion. Die Vaterschaft wurde später zwar bestritten, für die Schriftsteller der Antike war jedoch klar: Kaisarion war Caesars Sohn. Ihre Beziehung wurde nicht nur von Caesar verheimlicht, sondern auch drastisch kritisiert. Kleopatra wurde nach Rom eingeladen und verbrachte dort eine geraume Zeit. Caesar wurde 44 v. Chr. ermordet. Sein Sohn Kaisarion wird jedoch in seinem Testament nicht als sein Nachkomme genannt, was einen Streit zwischen Marcus Antonius und Octavian ausbricht.

Wenige Tage nach Caesars Ermordung verließ Kleopatra Rom und kehrte nach Ägypten zurück.10

Beziehung zu Marcus Antonius

Nach Caesars Tod herrschte ein Krieg zwischen Marcus Antonius und Octavian (Octavius) um die Frage, wer nach Caesar seinen Platz einnehmen sollte. Kleopatra veranlasste ihren Sohn als Mitherrscher an ihrer Seite zu haben, nach dem ihr Bruder Ptolemaios XIV. gestorben war. Kleopatra wurde vorgeworfen, ihren Bruder ermordet zu haben. „Sie hatte ihren Brudergemahl mit Gift beseitigt.“11 Dies ist ein Zitat des Geschichtsschreibers Flavius.12

Des Weiteren war die Situation Ägyptens in Kleopatras Abwesenheit schlechter geworden und das Volk kämpfte mit der Hungersnot. Sie stabilisierte die Lage und es kehrte langsam wieder der Alltag ein, über den jedoch kaum berichtet wird.

Doch während sie sich um die Lage Ägyptens kümmerte, musste sie auch immer auf den Bürgerkrieg in Rom achten, denn sie war besorgt, um die Auswirkungen, die entstehen konnten und musste an die Zukunft ihres Landes denken. Kurze Zeit später wurde der Konsul Marcus Antonius Alleinherrscher Roms.13

Das Zusammentreffen mit Antonius fand statt, als Antonius am Höhepunkt seiner Macht war. Als Antonius sie nach Tarsos bestellen ließ, trat sie als ihm als Aphrodite entgegen, wie Plutarch berichtet. Sie war fast nackt, nur mit Perlen beschmückt vor ihn getreten und hatte einen großen Eindruck hinterlassen.14 Hier lässt sich Kleopatras Identifizierung mit Göttern sehen. Sie wollte ihn beeindrucken und trat bewusst nackt vor ihn, was ohne Frage sehr selbstbewusst gewesen war, jedoch auch erklärte, warum sie im Nachhinein als Dirne bezeichnet wurde, wie von Properz zum Beispiel.

Antike Quellen berichten, dass sie nur Antonius stolz auf diese Beziehung gewesen war, denn er schreibt wie folgt an Octavian: „Was hat Dich denn so verändert? Dass ich mit einer Königin schlafe? Ist sie denn meine Frau? [...]“15

Aus diesem Zitat wird deutlich, was für eine Stellung Kleopatra in den Augen Antonius’ hatte.

[...]


1 Properz: III 11,30

2 Dieser Titel wurde ihr verliehen, nachdem sie als Regentin über Ägypten und Zypern von Antonius bestätigt wurde

3 Eigene Übersetzung: Cleopatra: A Sourcebook. http://history-of-macedonia.com/2009/04/04/controversy- over-cleopatra-race-collection-of-scholar-sources/

4 vgl. Clauss,Manfred: Kleopatra. München 1995,S.26

5 Caesar,Bürgerkrieg 3,103

6 Acta Appiani,Acta Alexandrinorum

7 Becher,Ilse: Das Bild der Kleopatra in der griechischen und lateinischen Literatur. Berlin 1966

8 vgl. Becher, Ilse: Das Bild der Kleopatra in der griechischen und lateinischen Literatur. Berlin 1966, S.14f

9 Cassius Dio 42,3,4

10 vgl. Bumann,Uwe: Kleopatra. Reinbek, 2003. S.48

11 Flavius Josephus,Jüdische Altertümer 15,39

12 vgl. Bumann,Uwe: Kleopatra. Reinbek, 2003. S.48

13 vgl. Bumann,Uwe: Kleopatra. Reinbek, 2003. S.50

14 vgl. Clauss, Manfred: Kleopatra. München, 1995. S.51f

15 Sueton,Augustus 69,2

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kleopatra. Eine Königin, die bis ans Ende ihrer Tage kämpft
Autor
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V440924
ISBN (eBook)
9783668861619
ISBN (Buch)
9783668861626
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kleopatra, eine, königin, ende, tage
Arbeit zitieren
Bilge Gümüs (Autor), 2018, Kleopatra. Eine Königin, die bis ans Ende ihrer Tage kämpft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/440924

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