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Der 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort

Title: Der 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort

Bachelor Thesis , 2010 , 50 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Master of Arts Timo Lange (Author)

History of Germany - Modern History
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Der 20. Juli 1944 ist ein Erinnerungsort deutscher Geschichte. Er ist ein Tag, in dem sich stets das Gedächtnis der Nation an jedem Jahrestag widerspiegelt.
Dieses Datum wird in den Gedenkreden stets dazu genutzt, um mit Geschichte Politik zu machen. Diese Arbeit untersucht exemplarisch, wie sich die Erinnerung an diesen Tag im Laufe der Zeit ändert und warum dies geschieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Methodischer Zugang

1.2 Forschungsstand und Literatur

1.3 Der Quellenkorpus: Die Reden der Bundespräsidenten

2 Der deutsche Widerstand und der 20. Juli 1944

3 Die Analyse der Reden

3.1 Theodor Heuss: Bekenntnis und Dank

3.1.1 Die Darstellung des 20. Juli in der Rede von Theodor Heuss

3.1.2 Die Ziele Theodor Heuss’

3.1.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext

3.2 Heinrich Lübke: Symbol der Selbstachtung unseres Volkes

3.2.1 Die Darstellung des 20. Juli 1944 in der Rede von Heinrich Lübke

3.2.2 Die Ziele Heinrich Lübkes

3.2.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext

3.3 Gustav Heinemann: Zeugnis des Ringens um Menschenrecht und Menschenwürde

3.3.1 Die Darstellung des 20. Juli in der Rede von Gustav Heinemann

3.3.2 Die Ziele Gustav Heinemanns

3.3.3 Erklärung aus dem gesellschaftlichen Kontext

4 Die Metamorphose des Erinnerungsorts?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand dreier Gedenkreden der Bundespräsidenten Theodor Heuss (1954), Heinrich Lübke (1964) und Gustav Heinemann (1969), wie sich die Deutung des 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort im historischen Wandel verändert hat und welche Funktionen diese Interpretation für die jeweilige gesellschaftliche Gegenwart der Bundesrepublik erfüllte.

  • Analyse von Gedenkreden der Bundespräsidenten als Quelle des kollektiven Gedächtnisses.
  • Untersuchung der Wandlungsprozesse des "Erinnerungsorts" 20. Juli 1944.
  • Rolle des Widerstands bei der Legitimierung des neuen demokratischen Staates.
  • Integration unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen in die Tradition des Widerstands.
  • Veränderung des Verhältnisses von Patriotismus, Nationalismus und europäischer Einbindung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Theodor Heuss: Bekenntnis und Dank

Zwei Worte fassen den Inhalt der Rede vom 19. Juli 1954, die Theodor Heuss anlässlich des 10. Jahrestags des 20. Juli 1944 im Auditorium Maximum der Freien Universität Berlin hielt, prägnant zusammen: Bekenntnis und Dank. Zunächst einmal bekennt er sich zur Tat. Weitere Hauptaspekte seiner Rede sind die Charakterisierung des 20. Juli und seiner Anhänger, die Thematisierung des Widerstandsrechts, die Problematik des Eids, die er in einen breiteren Kontext einordnet, Hitler und der 20. Juli, der Untergang der Verschwörer und der Dank für ihre Tat.

Theodor Heuss bekennt sich nicht nur zu den Motiven, sondern auch zum ihrem Vorgehen. Trotzdem das Attentat scheiterte, schmälere das nicht den Respekt vor der Tat und ihrem Opfer für die Rettung des Vaterlands in einer Zeit, da ehrloses Handeln und Machtgier Deutschlands Ansehen beschmutzten.

Er charakterisiert die Gruppen des 20. Juli als innerlich gespalten, weil man sich darum sorgte, wie das Attentat von nachfolgenden Generationen interpretiert werden würde. Goerdeler habe bei einem Gespräch mit Heuss die Angst vor einer neuerlichen Dolchstoßlegende erwähnt. Die Dolchstoßlegende habe der Politik damals sehr geschadet und das Staatsoberhaupt fragt, ob selbiges heute wieder passieren könnte. Denn Demagogen warteten zu jeder Zeit auf ihre Chance.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach dem 20. Juli 1944 als "Erinnerungsort" vor und erläutert den methodischen Ansatz, die Reden der Bundespräsidenten als Indikatoren für den Wandel des kollektiven Gedächtnisses zu nutzen.

2 Der deutsche Widerstand und der 20. Juli 1944: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die verschiedenen Strömungen des Widerstands gegen das NS-Regime und bettet das Attentat vom 20. Juli 1944 in den Kontext des Scheiterns und der notwendigen Beweisführung für ein "anderes Deutschland" ein.

3 Die Analyse der Reden: Im Hauptteil werden die Gedenkreden von Theodor Heuss, Heinrich Lübke und Gustav Heinemann detailliert analysiert, wobei jeweils die Darstellung, die Ziele der Präsidenten und der zeitgeschichtliche Kontext beleuchtet werden.

4 Die Metamorphose des Erinnerungsorts?: Das Fazit fasst die Wandlung des Erinnerungsorts 20. Juli zusammen, der sich von einer konservativen Identifikationsfigur für einen neuen Staatsaufbau zu einem Symbol für Antitotalitarismus und demokratische Werte im Kalten Krieg entwickelte.

Schlüsselwörter

20. Juli 1944, Erinnerungsort, Bundespräsidenten, Widerstand, kollektives Gedächtnis, NS-Vergangenheit, Legitimierung, Patriotismus, Demokratie, Christliches Abendland, Politische Gedenkfeiern, Historischer Wandel, Staatsräson, Opfergang, Vergangenheitsbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gedenkreden dreier Bundespräsidenten zum 20. Juli 1944, um zu verstehen, wie sich die öffentliche Erinnerung an den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik verändert hat.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören das Konzept des "Erinnerungsorts", die politische Instrumentalisierung von Geschichte, die Rolle des Eids in der NS-Zeit und die Entwicklung eines demokratischen Selbstverständnisses in der BRD.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die "Metamorphose" des Erinnerungsorts 20. Juli zu untersuchen: Wie und warum passten die Bundespräsidenten ihre Deutung des Widerstands an die jeweils aktuelle gesellschaftliche und politische Situation an?

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz, der auf der Auswertung von Primärquellen (Gedenkreden) und deren Verknüpfung mit dem zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext und der fachwissenschaftlichen Diskussion basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Reden von Heuss, Lübke und Heinemann. Dabei werden jeweils die explizite Darstellung, die strategischen Ziele des jeweiligen Präsidenten und der zugrunde liegende gesellschaftliche Kontext expliziert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung lässt sich durch Begriffe wie Erinnerungsort, kollektives Gedächtnis, Vergangenheitsbewältigung, Patriotismus, Demokratie und die Symbolik des Widerstands gegen totalitäre Regime zusammenfassen.

Warum spielt die Rede von Theodor Heuss eine besondere Rolle für den Beginn der Untersuchung?

Theodor Heuss setzte als erstes Staatsoberhaupt der jungen BRD einen Maßstab, indem er den 20. Juli 1944 nutzte, um das "andere Deutschland" zu betonen und den Widerstand moralisch zu legitimieren, um so die Integrationsfähigkeit der jungen Demokratie zu stärken.

Inwiefern unterscheidet sich die Interpretation von Gustav Heinemann von seinen Vorgängern?

Heinemann markiert einen Wendepunkt, da er den Widerstand nicht mehr nur konservativ deutet, sondern den Begriff des Patriotismus um antinationalistische und europäische Komponenten erweitert und den Widerstand in einen breiteren Kontext von Freiheitsbewegungen einordnet.

Welche Rolle spielt die Einbeziehung der Kommunisten im späteren Verlauf der untersuchten Reden?

Die Einbeziehung kommunistischer Widerständler, insbesondere durch Heinemann, zeigt eine Abkehr von der rein nationalkonservativen Verengung des Widerstandsbegriffs und zielt auf eine breitere gesellschaftliche Integration ab.

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Details

Title
Der 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort
Grade
1,7
Author
Master of Arts Timo Lange (Author)
Publication Year
2010
Pages
50
Catalog Number
V441732
ISBN (eBook)
9783668803176
ISBN (Book)
9783668803183
Language
German
Tags
juli erinnerungsort
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Timo Lange (Author), 2010, Der 20. Juli 1944 als deutscher Erinnerungsort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441732
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