Die Gruppe der G7: Multilateralismus in einer interregionalen Welt?

Zu Kapitel VI aus dem Werk "Europa, Amerika und Asien zwischen Globalisierung und Regionalisierung" von Ralf Roloff


Rezension / Literaturbericht, 2002
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Hauptteil
2.1 Wichtige Mechanismen
2.2 Im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Regionalismus
2.3 Ein Ausblick

3. Bewertung / Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

Dieser Literaturbericht beschäftigt sich mit dem Kapitel VI „Die multilaterale Komponente des Interregionalismus“ aus dem Buch „Europa, Amerika und Asien zwischen Globalisierung und Regionalisierung“ aus dem Jahr 2001 von Ralf Roloff.

Die Welt befindet sich in einer Phase der Globalisierung, vor allem auf dem wirtschaftlichen Sektor. Ein Großteil der wirtschaftlichen Macht der Welt liegt bei wenigen Akteuren. Die drei wohl maßgeblichsten Akteure auf dieser internationalen Ebene bilden die weltwirtschaftliche Triade, die Vereinigten Staaten von Amerika, die Europäische Union und Japan. Diese drei mächtigen Spieler stehen sich konfrontativ gegenüber, schon oft entzündeten sich aus dieser Konkurrenz Handelskriege und wirtschaftliche Krisen. Die Beziehungen und Konflikte der großen Drei werden unter dem Wort Interregionalismus zusammengefasst.

Neben der Triade existieren jedoch noch andere einflussreiche Gruppierungen. Die wichtigste ist die Gruppe der größten westlichen Industrienationen, die G7. Die G7 veranstalten jährlich den Weltwirtschaftsgipfel und nehmen für sich in Anspruch die Weltwirtschaft zu leiten. Das übergeordnete Ziel der, von manchen institutionalisierte Hegemonie[1] genannten, Gruppe ist der Aufbau und die Erhaltung einer liberalen Weltwirtschaftsordnung. Die Mitglieder sind interessanterweise die Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan. Die wichtigsten Staaten der Triade stehen sich also einerseits interregional als Konkurrenten gegenüber. Andererseits versuchen sie jedoch als multilaterales und weitgehend informelles Gremium zusammenzuarbeiten um ihren wirtschaftlichen Status zu erhalten.

Wie lässt sich eine derartige Konstellation erklären? Welche Bedeutung haben die G7 für den Interregionalismus und umgekehrt? Welchen Einfluss hat ein Gebilde wie die G7 auf das multipolare und plurilaterale Geflecht des globalen Systems?

Diesen Fragen widmet sich Ralf Roloff, bei seiner Betrachtung der G7, vor dem Hintergrund einer interregional verflochtenen Weltordnung.

Dieser Literaturbericht versucht die Argumentation des Autors kritisch nachzuvollziehen. Besonders interessant ist hier die methodische Herangehensweise an das Problem, sowie die Plausibilität der These. Die Gliederung orientiert sich daher am Aufbau des Beitrags.

2. Hauptteil

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, befasst sich der Autor in seiner Publikation im Schwerpunkt mit dem interregionalen Konzert der weltwirtschaftlichen Triade. Vor diesem Hintergrund betrachtet er auch die Gruppe der Sieben in einem Kapitel. Es geht ihm also nicht vordringlich um die Frage, was ist die G7? Vielmehr geht es um die Einordnung dieses Phänomens in die Struktur des Interregionalismus.

Die Globalisierung spielt sich vorwiegend in den nördlichen Industrienationen ab. Daher kommt den führenden Staaten dieser wirtschaftlich mächtigen Nationen eine besondere Koordinierungsfunktion zu. Roloff betont hier, dass die Globalisierung in einer tripolar strukturierten Welt stattfindet. Er rückt also die weltwirtschaftliche Triade aus den USA, der EU und Japan in den Vordergrund. Dennoch hat die Gruppe der sieben für ihn Relevanz und Einfluss, weil sich hier die Mächte der drei Regionen in einer multilateralen, kooperativen Konstruktion zusammenfinden, anstatt sich als Gegner auf dem internationalen Markt gegenüberzustehen.[2]

Wichtig ist die Struktur der Gruppe, die bewusste Vermeidung formeller Regelwerke ist ein wesentlicher Grund des Erfolges. Zu einem flexiblen Instrument internationaler Führung wurde die G7 vor allem durch ihren informellen Charakter. Die G7 sind ein „Beispiel für konsortiale Führung“[3] und als solches kein Entscheidungsgremium, sondern ein Gremium zur Koordination und Steuerung. Dieses „Direktorium“[4] spiegelt die weltwirtschaftliche Dreierstruktur wieder und ist im Kern trilateral.[5]

Obwohl die Legitimität der G7 gering ist und die getroffenen Übereinkünfte völkerrechtlich ohne Bedeutung sind, wird die Bedeutung des Gremiums zum großen Teil unterschätzt. Roloff begründet dies mit dem Argument, dass die Staaten der Gruppe über ihre koordinierenden Vereinbarungen die Rahmenbedingungen für alle anderen Wirtschaftsteilnehmer festlegen.[6]

[...]


[1] Alison Bailin: From Traditional to Institutionalized Hegemony, S. 2

[2] Vgl. Ralf Roloff: Europa, Amerika und Asien zwischen Globalisierung und Regionalisierung, Paderborn 2001, S. 299 ff.

[3] Ebd., S. 300

[4] Ebd., S. 301

[5] Vgl. ebd., S. 300 ff.

[6] Vgl. ebd., S. 300 ff.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Gruppe der G7: Multilateralismus in einer interregionalen Welt?
Untertitel
Zu Kapitel VI aus dem Werk "Europa, Amerika und Asien zwischen Globalisierung und Regionalisierung" von Ralf Roloff
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Institut für Internationale Politik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V44201
ISBN (eBook)
9783638418485
ISBN (Buch)
9783640885503
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gruppe, Multilateralismus, Welt
Arbeit zitieren
Carsten Freitag (Autor), 2002, Die Gruppe der G7: Multilateralismus in einer interregionalen Welt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44201

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