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Der Dreißigjährige Krieg aus der Perspektive des Neorealismus

Die Theorien des Neorealismus mit seiner Konzeption der "Balance of Power" am Beispiel des Dreißigjährigen Krieges

Title: Der Dreißigjährige Krieg aus der Perspektive des Neorealismus

Bachelor Thesis , 2014 , 42 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Education Olaf Borgmeier (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Die Absicht meiner Bachelorarbeit ist es, anhand geeigneter Literatur die Anwendbarkeit der Kernthesen des strukturellen Neorealismus theoretisch zu überprüfen und so meiner Forschungsfrage nachzugehen: Sind die Phänomene des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) durch die Konzeptionen des Neorealismus und seines Theorieansatzes der „Balance of Power“ zu deuten und zu erklären?
In diesem Zusammenhang stelle ich diese Hypothese auf:
Die neorealistischen Konzeptionen rund um den Ansatz der „Balance of Power“ nach Waltz sind in der Lage, die Phänomene des Dreißigjährigen Krieges zu deuten und zu erklären.
Zunächst werde ich den strukturellen Neorealismus sowie seine grundlegenden Thesen vorstellen und erläutern. In diesem Zusammenhang soll auch die Konzeption der „Balance of Power“ explizit berücksichtigt werden, um für die Beantwortung meiner Forschungsfrage zu wesentlichen Erkenntnissen zu gelangen und um die Verifizierung oder die Falsifizierung meiner Hypothese vorzubereiten.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich auf die Reformationszeit eingehen, da während dieser Epoche die Konflikte entstanden, die sich später im Dreißigjährigen Krieg entladen sollten. Des Weiteren möchte ich im Verlauf der Bachelor-
arbeit auf die Katholische Liga, die Protestantische Union und die am Krieg nachhaltig beteiligten Großmächte an geeigneter Stelle eingehen, um die Polarität der Parteien zu zeigen.
Ferner werde ich den Kriegsverlauf in Bezug auf meine Forschungsfrage und die Hypothese untersuchen. Zu diesem Zweck werde ich den Dreißigjährigen Krieg in vier Teilkriege untergliedern und auch den Friedensschluss von 1648 gesondert behandeln. Um zu weiteren Ergebnissen zu gelangen, werde ich einzelne Phänomene und Gegebenheiten des Dreißigjährigen Krieges jeweils in Bezug zu den Thesen des Neorealismus setzen.
Zum Abschluss dieser Arbeit möchte ich die Forschungsfrage aufgreifen und anhand meiner gewonnenen Ergebnisse den Versuch unternehmen, diese zu beantworten und meine These zu belegen. Ferner möchte ich die Stärken und Schwächen des Neorealismus bei der Analyse des Dreißigjährigen Krieges darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Neorealismus

1.1 Der Ursprung des Neorealismus

1.2 Prämissen und Kernthesen des Neorealismus

1.3 Die Theorie der „Balance of Power“

2. Der Dreißigjährige Krieg – eine Hinführung

2.1 Die Reformationszeit

2.2 Der Verfall der Reichseinheit

3. Der Dreißigjährige Krieg

3.1 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623)

3.2 Dänisch-niedersächsischer Krieg (1623-1629)

3.3 Der Schwedische Krieg (1630-1635)

3.4 Schwedisch-französischer Krieg (1635-1648)

3.5 Der Westfälische Frieden (1648)

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Bachelorarbeit untersucht die theoretische Anwendbarkeit der Kernthesen des strukturellen Neorealismus nach Kenneth Waltz auf die historischen Phänomene des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Ziel ist es zu prüfen, ob die Konzeption der „Balance of Power“ und neorealistische Systemtheorien in der Lage sind, den Kriegsverlauf und die internationale Akteursdynamik zu deuten und zu erklären.

  • Struktureller Neorealismus als theoretischer Rahmen
  • Anarchie im internationalen System und Sicherheitsdilemma
  • Die Konzeption der „Balance of Power“ als analytisches Instrument
  • Politische und machtstrukturelle Analyse des Dreißigjährigen Krieges
  • Kritische Würdigung des Neorealismus bei der Analyse frühmoderner Konflikte

Auszug aus dem Buch

3.1 Böhmisch-pfälzischer Krieg (1618-1623)

„Auf dem Hradschin, in der Prager Burg hoch über der Moldau, kam es am 23. Mai 1618 zu einem Vorfall, der für die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches und ganz Europas in den folgenden dreißig Jahren von größter Bedeutung werden sollte: Protestantische böhmische Adelige stürzten die beiden Statthalter des seit 1611 überwiegend in Wien residierenden Böhmenkönigs Mathias –gleichzeitig Erzherzog von Österreich, Römischer König und Kaiser sowie König von Ungarn – nach heftigen Wortwechsel aus einem Fenster der Böhmischen Kanzlei. Dieser Prager Fenstersturz […] markierte den Beginn des Dreißigjährigen Krieges als eines nicht nur zeitlich zentralen Ereignisses frühneuzeitlicher Geschichte“ (Neuhaus 2010, 227).

Die Stände übernahmen die Regierung in Böhmen und begannen mit der Suche nach Verbündeten, da sie voraussehen konnten, dass der Kaiser diese Provokation nicht ignorieren würde. Den protestantischen böhmischen Adelsständen gelang es, einige nationale Reichsstände für ihre Revolte zu gewinnen. Die einflussreichsten Fürsten waren der Herzog von Savoyen und der Führer der Protestantischen Union, der pfälzische Kurfürst Friedrich. Die böhmischen Adelsstände wählten 1619 Kurfürst Friedrich von der Pfalz zum König, da dieser nicht nur die protestantischen Reichsstände anführte, sondern als Schwiegersohn des englischen Königs und enger Verwandter weiterer europäisch-protestantischer Königshäuser als Garant ausländischer Unterstützung erschien (Kampmann 2008, 36f. und Goertz 2004, 243).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik und Vorstellung der Forschungsfrage, ob der Dreißigjährige Krieg neorealistisch gedeutet werden kann.

1. Der Neorealismus: Detaillierte Darstellung der Theorie nach Kenneth Waltz, einschließlich der Analyseebenen und der Konzeption der Anarchie.

2. Der Dreißigjährige Krieg – eine Hinführung: Historischer Überblick über die Reformationszeit und den Zerfall der Reichseinheit als Wurzeln des Konflikts.

3. Der Dreißigjährige Krieg: Analyse der vier Teilkriege sowie des Westfälischen Friedens unter Anwendung der neorealistischen Thesen.

4. Fazit: Kritische Reflexion der Forschungshypothese und Bewertung der Stärken und Schwächen des Neorealismus bei der historischen Analyse.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, Dreißigjähriger Krieg, Balance of Power, Anarchie, Sicherheitsdilemma, Machtgleichgewicht, Internationale Beziehungen, Heiliges Römisches Reich, Staatsbildung, Capabilities, Hard Power, Soft Power, Souveränität, Westfälischer Frieden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nicht nur historisch, sondern primär aus der politikwissenschaftlichen Perspektive des Neorealismus, um die Anwendbarkeit moderner Theorieansätze auf frühneuzeitliche Konflikte zu prüfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte des strukturellen Neorealismus, das anarchische System der internationalen Beziehungen, das Sicherheitsdilemma von Staaten sowie die Theorie der „Balance of Power“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob die Phänomene des Dreißigjährigen Krieges durch die neorealistischen Konzeptionen nach Kenneth Waltz gedeutet und erklärt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch fundierte Literaturanalyse durchgeführt, bei der historische Ereignisse und Akteurskonstellationen des Krieges in Bezug zu neorealistischen Thesen gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Neorealismus, einen historischen Kontext und die systematische Untersuchung der vier Kriegsphasen sowie des Friedensschlusses von 1648.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neorealismus, Balance of Power, Anarchie, Sicherheitsdilemma und internationale Machtverhältnisse charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Persönlichkeiten wie Wallenstein?

Obwohl der Neorealismus Persönlichkeiten eher ausblendet (Black-Box-Modell), erkennt der Autor an, dass Akteure wie Wallenstein durch ihre spezifischen Machtmittel und ihr Handeln durchaus Akzente im Kriegsverlauf setzen konnten.

Inwiefern leistet der Neorealismus einen Beitrag zum Verständnis des Westfälischen Friedens?

Der Neorealismus interpretiert den Westfälischen Frieden als das Ergebnis eines „Balancing“-Prozesses, der in einem Gleichgewicht der Kräfte resultierte, um im anarchischen System das Überleben der Staaten zu sichern.

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Details

Title
Der Dreißigjährige Krieg aus der Perspektive des Neorealismus
Subtitle
Die Theorien des Neorealismus mit seiner Konzeption der "Balance of Power" am Beispiel des Dreißigjährigen Krieges
College
Bielefeld University
Grade
1,3
Author
Master of Education Olaf Borgmeier (Author)
Publication Year
2014
Pages
42
Catalog Number
V442792
ISBN (eBook)
9783668821538
ISBN (Book)
9783668821545
Language
German
Tags
Politik Geschichte Dreißigjähriger Krieg Neorealismus Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Education Olaf Borgmeier (Author), 2014, Der Dreißigjährige Krieg aus der Perspektive des Neorealismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442792
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