Raumschiff Voyager: Das Verhältnis zwischen Föderation und Borg als interkultureller Diskurs?


Referat (Ausarbeitung), 2004
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlage dieser Arbeit

2 Dietmar Frickes Grundannahme

3 Das Star-Trek-Universum
3.1 Die Föderation
3.2 Raumschiff „Voyager“

4 Die Borg

5 Die Folgen Skorpion und Die Gabe

6 Assimilation oder Integration?

7 Die Borg – Konstruktion eines tagespolitisch bezogenen Feindbildes der westlichen Welt?
7.1 Die dritte Welt und das Elend
7.2 Ostasien und die Wirtschaft
7.3 Der Nahe Osten und der Islam
7.4 Kampf der Kulturen?

8 Dietmar Frickes Fazit

9 Dietmar Frickes Thesen aus heutiger Sicht

10 Literaturverzeichnis

11 Verwendete Webseiten

1 Grundlage dieser Arbeit

Diese Referatausarbeitung basiert zu großen Teilen auf dem Beitrag von Dietmar Fricke (2000). Das letzte Kapitel beleuchtet Dietmar Frickes Thesen vor dem Hintergrund der seit 2000 stattgefundenen Entwicklungen.

2 Dietmar Frickes Grundannahme

Dietmar Frickes Grundannahme ist, dass Filme und Serien tagespolitische Diskussionen abbilden und diese befördern. Die Serien und Filme der Reihe „Star Trek“ sind bei dieser Betrachtungsweise besonders interessant, weil es sich hierbei um Science-Fiction handelt. Dieses Genre scheint der politischen Utopie nahe zu stehen. Zudem ist „Star Trek“ sehr erfolgreich und seit mehr als 30 Jahren präsent.

Im Folgenden soll es unter dieser Voraussetzung um einen Vergleich einer aktuellen Kontroverse der westlichen Welt mit einem zentralen Handlungsstrang in der Serie Star Trek – Raumschiff Voyager gehen, dem interkulturellen Diskurs.

Der Ost-West Konflikt ist zu Ende und die Globalisierung schreitet voran, die westliche Welt rückt ökonomisch-technologisch zusammen, im Inneren jedoch gibt es wachsende soziale Gefälle. Hieraus resultiert ein Nachdenken über den Umgang der Kulturen miteinander in der Zukunft. Huntington (1996) spricht hierbei vom „Kampf der Kulturen“, er sieht in den Spannungen zwischen letztlich unversöhnlichen, vor allem religiös begründeten Kulturkreisen die Ursache künftiger weltpolitischer Spannungen. Hierzu gibt es Parallelen bei Star Trek.

Die Auseinandersetzung zwischen der Föderation und den Borg, die im Folgenden beschrieben wird, kann als Frage nach dem Verhältnis zwischen der Gemeinschaft und dem Individuum verstanden werden. Möglich ist aber auch eine Deutung als migrationspolitischer interkultureller Diskurs. Dieser Diskurs lässt Schlüsse auf aktuelle Herrschaftsstrategien und deren Legitimationsversuche durch die westliche Welt zu.

3 Das Star-Trek-Universum

3.1 Die Föderation

Die Star-Trek-Saga nahm ihren Anfang 1966 mit der Serie Star Trek (bis 1969), die in Deutschland unter dem Namen Raumschiff Enterprise zu sehen war. Es folgten die Serien Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (1987–1994), Star Trek – Deep Space Nine (1992–1999), Star Trek – Raumschiff Voyager (1995–2001) und Star Trek – Enterprise (seit 2001) sowie bislang 10 Kinofilme. Die Grundannahme dieser Serien und Filme ist, dass es unzählige Welten und intelligente Außerirdische im Universum gibt. Ihr Schöpfer Gene Roddenberry wollte eine positive Zukunftsvision vermitteln. Kern und Mittelpunkt dieser Vision war und ist die „Vereinigte Föderation der Planeten“, ein Zusammenschluss von zuletzt mehr als 150 Welten verschiedenster Rassen, die sich dem friedlichen Austausch, der Forschung und der gegenseitigen Hilfe verpflichtet haben.

Als eine der größten bekannten Mächte erstreckt sich die Föderation über mehr als 8000 Lichtjahre.[1] Die Milchstraße ist unterteilt in vier Quadranten: Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Quadrant. Die Föderation befindet sich im Alpha-Quadranten und ist dort die eindeutig dominierende Macht. Ihre Mitglieder bekennen sich zu „unveräußerlichen Menschrechten“[2]. Das Recht auf Selbstbestimmung des Individuums und die Unverletzlichkeit der Person werden hoch geachtet. In einigen Fällen sind bei Star Trek jedoch Verstöße gegen die Menschenrechte im Eigeninteresse der Föderation zu beobachten, wie später noch ausgeführt werden wird.

Die Föderation ist demokratisch geordnet. Oberstes Gremium ist der Föderationsrat in Paris. Die Erde ist im 24. Jahrhundert zu einem „Paradies“ geworden, wie es verschiedene Star-Trek-Charaktere[3] ausdrücken: Es gibt kein Geld mehr, keine Armut und keine Kriege. Somit entfallen auch die meisten Ursachen für Verbrechen. Die Menschen arbeiten nicht mehr, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern zur Erweiterung ihres Wissens und um die Gesellschaft voranzubringen.[4]

Um die Föderation gegen Angreifer von außen zu verteidigen, wurde die „Sternenflotte“ gegründet, die militärische Einrichtung der Föderation, die aus einem hierarchischen Kommandoapparat und zahlreichen Kampf-, aber auch Forschungsschiffen besteht. Die Besatzungen dieser Schiffe kommen aus allen Teilen der Föderation. In der Folge Galavorstellung der zweiten Star-Trek-Serie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert betont Captain Picard, die Sternenflotte sei „keine militärische Organisation“, sondern der Forschung verpflichtet. Im weiteren Verlauf der Serie und der Saga kommt es aber zu zahlreichen Kampfhandlungen und sogar Kriegen, in die die Sternenflotte verwickelt ist. Es bleibt unklar, welchen Stellenwert die Forschung innerhalb der Sternenflotte hat und inwiefern eine Trennung von Forschung und militärischem Auftrag für die Sternenflotte überhaupt möglich ist.

Die Sternenflotte ist der „Obersten Direktive“ unterworfen. Diese legt fest, dass die Einmischung in die Belange fremder Kulturen, die noch nicht über den Warpantrieb verfügen, verboten ist. Ausnahmen sind Antworten auf Hilferufe und bestimmte Maßnahmen zur Selbstverteidigung.

3.2 Raumschiff „Voyager“

Die Serie Star Trek – Raumschiff Voyager ist die vierte Serie der Star Trek-Familie. Die Erstausstrahlung erfolgte 1995. Seither wurden in sieben Staffeln 176 Folgen gesendet, die Serie wurde im Jahre 2001 abgeschlossen.

In der ersten Folge Der Fürsorger strandet das Sternenflotten-Raumschiff „Voyager“, getroffen von einer mächtigen Verlagerungswelle, im so genannten Delta-Quadranten. Innerhalb weniger Minuten hat die Voyager mehr als 70.000 Lichtjahre zurückgelegt. Durch einige Verwicklungen und den durch die gefährdete Lage entstehenden Zwang zur Kooperation bildet sich eine neue Crew, bestehend aus Föderationsmitgliedern, Mitgliedern einer von der Föderation abgespaltenen und verfolgten Befreiungsbewegung sowie zweier Rassen des Delta-Quadranten. Auffällig ist hierbei die „politisch korrekte“ Zusammensetzung der Crew mit Angehörigen sehr vieler verschiedener Volksgruppen. Der Captain des Schiffes, Kathryn Janeway, entscheidet, das Schiff wieder auf Kurs zum Alpha-Quadranten zu bringen. Mit der Antriebstechnik des Schiffes dauert eine solche Reise mehr als 70 Jahre. Der Delta-Quadrant ist von der Föderation praktisch unerforscht, der Voyager begegnen also völlig unbekannte Gefahren. Im Laufe der Serie wird klar, dass der Delta-Quadrant – im Vergleich zum relativ geordneten Alpha-Quadranten mit seiner klaren Dominanz der Föderation – unüberschaubar, chaotisch und gefährlich ist.

[...]


[1] http://www.startrek.de, unter „Star Trek Universum“ -> Föderation [Stand: 8. Juni 2004].

[2] So formuliert es Pavel Chekov im sechsten Star-Trek-Film Star Trek – Das unentdeckte Land.

[3] Zum Beispiel Captain Sisko in der Folge Das verlorene Paradies in der Serie Star Trek – Deep Space Nine.

[4] So wird es in der Serie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert in der Folge Die neutrale Zone erklärt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Raumschiff Voyager: Das Verhältnis zwischen Föderation und Borg als interkultureller Diskurs?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Die Philosophie von Raumschiff Enterprise - eine etwas andere Einführung in die Philsophie
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V44411
ISBN (eBook)
9783638420174
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Philosophisch-politische Analyse des Borg-Handlungsstranges in den Star-Trek-Serien mit Bezügen zur aktuellen Weltpolitik.
Schlagworte
Raumschiff, Voyager, Verhältnis, Föderation, Borg, Diskurs, Philosophie, Enterprise, Einführung, Philsophie
Arbeit zitieren
Norgand Schwarzlose (Autor), 2004, Raumschiff Voyager: Das Verhältnis zwischen Föderation und Borg als interkultureller Diskurs?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44411

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