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Die Rechtsreformen von Joseph II. Waren sie für das Scheitern seiner Regierung verantwortlich?

Überzeugter Naturrechtler. Kein kluger Taktiker

Title: Die Rechtsreformen von Joseph II. Waren sie für das Scheitern seiner Regierung verantwortlich?

Term Paper , 2012 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Hyna (Author)

World History - Modern History
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Joseph II. ist einer der Monarchen, die als herausragendes Beispiel für den Aufgeklärten Absolutismus genannt werden. Nach dem Tod seines Vater Franz I. von Österreich blieb er 17 Jahre lang Mitregent neben seiner Mutter Maria Theresia, worauf 10 Jahre Alleinregentschaft folgten. In dieser Zeit prägte Joseph II. sein Bild als aufgeklärter Herrscher, mit dem er heute hauptsächlich in Zusammenhang gebracht wird. Ein Aspekt unter dem seine Regierungszeit in die Thematik der Aufklärung eingefügt werden kann sind die Rechtsreformen von Joseph II.. Die Reformierung des habsburgischen Reiches begann schon unter Josephs Großvater Kaiser Karl VI. und wurde darauf von Maria Theresia fortgeführt. Auf dieser Basis begann Joseph II., als er die alleinige Herrschergewalt innehatte, sein Reich radikal umzustrukturieren. Gegenstand dieser Arbeit soll es sein, die erlassenen Rechtsreformen der josephinischen Zeit einerseits zu erläutern und zusätzlich zu untersuchen inwiefern sie für das Scheitern seiner Regierung verantwortlich waren. Denn zum Ende seiner Herrschaftszeit stand die Monarchie kurz vorm Auseinanderbrechen und Joseph wurde als Schuldiger angesehen. Dazu sollen zuerst die Verhältnisse der Mitregentschaft in Bezug auf Josephs Kindheit, seine ausdrucksstarken Denkschriften und das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter erläutert werden. Die Zeit seiner Alleinregentschaft soll danach ganz im Zeichen der Rechtsreformen und ihrer Merkmale stehen, anhand derer das Scheitern Josephs Regierung rekapituliert werden soll. Im Resümee wird zum Schluss seine Wirkung auf die Nachwelt eingesehen werden, um die Titelthese dieser Arbeit zu unterstützen: Joseph war ein im positiven Sinne überzeugter Naturrechtler, aber ein schlechter Taktiker in der Umsetzung seiner Reformierung. Um Erläuterungen nicht über den Rahmen hinweg auszudehnen, kann im Folgenden nicht auf die ebenfalls bedeutenden Umbrüche im Kirchenwesen und der Wirtschaft, sowie die militärische Tätigkeit und die außenpolitischen Verhältnisse eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mitregentschaft

2.1 Erziehung

2.2 Die Denkschriften

2.3 Konflikt mit Maria Theresia

3. Alleinregentschaft

3.1 Grundsätze der Gesetzgebung

3.2 Die Reformen

3.2.1 Allgemeine Gerichtsordnung

3.2.2 Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch

3.2.3 Strafgesetz

4. Radikale Umsetzung und Scheitern

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtsreformen während der Regierungszeit Josephs II. unter der zentralen Forschungsfrage, inwieweit diese Reformen für das politische Scheitern seiner Herrschaft verantwortlich waren und wie sein Handeln im Kontext des aufgeklärten Absolutismus zu bewerten ist.

  • Joseph II. als Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus
  • Die prägende Phase der Mitregentschaft unter Maria Theresia
  • Analyse der Denkschriften als Basis für zukünftige Reformvorhaben
  • Die Umsetzung zentraler Rechtsreformen wie der Gerichts- und Strafrechtsordnung
  • Ursachen für den Widerstand der Stände und das Scheitern der Reformpolitik

Auszug aus dem Buch

3.1 Grundsätze der Gesetzgebung

Den Grundsätzen, die im Folgenden vorgestellt werden, blieb Joseph in seiner ihm eigenen Folgerichtigkeit und Konsequenz während der ganzen Regierungszeit treu. Im Sinne der beabsichtigten absolutistischen Regierungsweise wollte er seine Länder uniformieren und zentralisieren. Eine einheitliche Gesetzgebung und Verfassung sollte die Erblande zu einem gemeinsamen Staat vereinigen und ein Nationalgefühl hervorbringen, unter dem sich die Bevölkerung dem Herrscher verschreiben sollte. Zudem sollte nun eine zeitgemäße Justizverwaltung im Sinne der Aufklärung bewältigt werden, in der alle Bürger vor dem Gesetz gleich gelten und Strafe nicht als Vergeltung, sondern als Abschreckung fungieren sollte. Somit sollte erreicht werden, dass die der Gesetze nicht aus Zwang befolgt werden, sondern aus innerer Einsicht.

Immer im Mittelpunkt sollte das allgemeine Wohl stehen, dem sich alles im Staat unterzuordnen hatte, der zentralistisch und absolutistisch organisiert sein sollte. Der Gemeinwohlgedanke sollte zudem durch die soziale Nivellierung gefördert werden. Um zu dem Ziel zu gelangen, dass alle Untertanen in jeglicher Sichtweise gleich und gerecht behandelt werden, sollten die oberen Schichten an Sonderbehandlung beschnitten werden und im Gegenzug die unteren Schichten mit Rechten unterstützt werden. So sollten alle Hindernisse zwischen Herrscher und Volk überwunden werden, damit sich die Gesinnung des aufgeklärten Monarchen schnell und wirkungsvoll verbreiten könne.

So sollte nicht nur die Justiz jeden Bürger gleich behandeln, sondern auch die angestrebten Reformen, die von menschlichen Normen und den Erkenntnissen des Naturrechts erarbeitet worden waren, für Jeden gleich gelten und eingehalten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Aufgeklärten Absolutismus unter Joseph II. ein und definiert das Ziel, seine Rechtsreformen und deren Rolle beim Scheitern seiner Regierung zu untersuchen.

2. Mitregentschaft: Dieses Kapitel behandelt die prägenden Jahre Josephs II. an der Seite seiner Mutter Maria Theresia, inklusive seiner Erziehung, der Denkschriften und des schwierigen persönlichen Konflikts.

3. Alleinregentschaft: Hier wird der Beginn von Josephs eigenständiger Herrschaft analysiert, wobei der Fokus auf seinen Gesetzgebungsgrundsätzen und den konkreten Reformen in Justiz und Gesellschaft liegt.

4. Radikale Umsetzung und Scheitern: Dieses Kapitel erläutert die negativen Reaktionen der verschiedenen gesellschaftlichen Stände auf Josephs Reformdruck und die daraus resultierenden politischen Misserfolge.

5. Resümee: Das Resümee bewertet das Wirken Josephs II. aus historischer Sicht und beleuchtet seinen Wandel vom als gescheitert geltenden Herrscher hin zum Visionär.

Schlüsselwörter

Joseph II., Aufgeklärter Absolutismus, Rechtsreformen, Mitregentschaft, Maria Theresia, Gesetzgebung, Zentralisierung, Naturrecht, Allgemeine Gerichtsordnung, Bürgerliches Gesetzbuch, Strafgesetz, Reformpolitik, Monarchie, Staatsführung, Gemeinwohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Regierungszeit von Joseph II. und konzentriert sich dabei spezifisch auf seine Rechtsreformen und die Frage, warum diese letztlich zum Scheitern seiner politischen Agenda führten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Übergang von der Mitregentschaft zur Alleinregentschaft, die theoretischen Grundlagen in Form von Denkschriften sowie die spezifischen rechtlichen Neuerungen im Justiz- und Strafwesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die josephinischen Rechtsreformen darzulegen und zu untersuchen, inwieweit diese für das Scheitern seiner Herrschaft und das kurzzeitige Auseinanderbrechen der Monarchie verantwortlich waren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von zeitgenössischen Denkschriften und einer Auswertung von Sekundärliteratur über den Aufgeklärten Absolutismus und das Leben von Joseph II.

Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Sozialisation während der Mitregentschaft, die detaillierte Vorstellung der Rechtsreformen und die anschließende kritische Auseinandersetzung mit der radikalen Umsetzung und deren gesellschaftlichen Folgen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Aufgeklärter Absolutismus, Rechtsreform, Zentralisierung, Naturrecht und Josephinismus geprägt.

Warum war der Konflikt zwischen Joseph II. und Maria Theresia für seine spätere Politik so wichtig?

Der Konflikt verdeutlichte seine frühzeitige Entfremdung von konservativen Strukturen und nährte seinen späteren Drang, Reformen radikal und ohne Rücksicht auf bestehende Privilegien durchzusetzen.

Welche Bedeutung kommt der "Allgemeinen Gerichtsordnung" zu?

Sie gilt als Meilenstein, da sie ein einheitliches Instanzensystem schuf und erstmals eine rechtliche Gleichstellung von Adel und Bürgertum anstrebte.

Was diktierte Joseph II. kurz vor seinem Tod als Grabinschrift?

Er ließ festhalten: „Hier liegt ein Fürst, der mit der besten Meinung keinen seiner Pläne durchsetzen konnte.“ Dies unterstreicht die Selbsterkenntnis seines Scheiterns als Taktiker.

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Details

Title
Die Rechtsreformen von Joseph II. Waren sie für das Scheitern seiner Regierung verantwortlich?
Subtitle
Überzeugter Naturrechtler. Kein kluger Taktiker
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Lisa Hyna (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V444241
ISBN (eBook)
9783668814967
ISBN (Book)
9783668814974
Language
German
Tags
Rechtsreform Joseph aufgeklärter Absolutismus Österreich Monarchie josephinische Zeit Naturrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Hyna (Author), 2012, Die Rechtsreformen von Joseph II. Waren sie für das Scheitern seiner Regierung verantwortlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444241
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