Der Syrienkonflikt im Schein internationaler Rohstoffinteressen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
11 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausloser des Konflikts

3 Akteure in Syrien und ihre Interessen
3.1 Warum ist Syrien von intemationalem Interesse?
3.2 Karat, die Turkei & Saudi Arabien
3.3 Der Iran
3.4 Russalnd
3.5 USA & die NATO

4 Aktuelle Lage

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Bei Recherchen zum Syrienkrieg stoBt man immer wieder auf das Wort Burgerkrieg. Doch wie bereits Herfried Munkler, lange vor Ausbruch des Syrienkonfliktes, treffend formulierte sind „innergeseUschafdiche Kriege [...] nicht auf Gelandeabschnitte begrenzt, [sondern] haben eine starke Tendenz, die Grenzen ihres Ursprungsgebietes zu uberspringen und sich innerhalb kur- zester Zeit in transnationale Kriege zu verwandeln“ (S. 31). Dieser Umstand wird um das MaB erhoht, um das sich auf dem umkampften Territorium Bodenschatze befinden (vgl. ebd., S. 16). In Syrien sieht die Situation nicht anders aus. Langst wird der Konflikt nicht mehr nur von Prasident Baschar al-Assad und oppositionellen Gruppen bestimmt. Viele Akteure haben, aus ganz unterschiedlichen Grunden, teil. Militarische, wirtschaftliche, geopolitische oder religiose Interessen spielen eine Rolle (vgl. Bushuev et. al. 2018). Ich mochte mich in meiner Arbeit auf die Wirtschaftsinteressen, im speziellen auf die, die mit Rohstoffen zu tun haben, fokussieren. Dies ist deswegen wichtig, weil der Syrienkrieg aus dieser Sichtweise im offentlichen Diskurs, vor allem von den Medien, nicht oder nur unzureichend thematisiert wird. Die Allianzen stehen fest. Auf der einen Seite Syrien und seine Partner auf der andern die USA und ihre Partner. Wer unterstutzt aber wen und aus welchen (rohstoffpolitischen) Grunden? Dieser Frage werde ich nachgehen. Ich werde analysieren welche Akteure am Krieg in Syrien beteiligt sind und welche Rohstoffinteressen sie dort verfolgen. Dabei konzentriere ich mich explizit auf die Akteure de- ren Interessen mit der Erringung von Vorteilen auf dem Rohstoffmarkt verbunden sind. Somit exkludiere ich innerstaatliche oppositionelle Gruppen, den Islamischen Staat (IS), die Kurden und Andere. Nichtsdestotrotz werde ich meine Arbeit zunachst mit der Entstehung des inner- staatlichen Konflikts einleiten. Des Weiteren bleiben die Interessen und die Vorgehensweisen der genannten Akteure vor Ort zu beleuchten und aufzuzeigen welche Konflikte daraus entste- hen bevor die aktuelle Situation erlautert und ein Fazit gezogen werden kann.

2. Ausloser des Konflikts

AngestoBen vom arabischen Fruhling forderten, auch die syrischen Sunniten Freiheit, Demo- kratie und Gleichberechtigung (vgl. Ganser 2017, S. 293; Wieland 2017). Die Proteste starteten, zunachst friedlich, im Marz 2011. Als einige Jugendlicher aufgrund eines Graffitis mit politi- schem Inhalt inhaftiert wurden, eskalierte die Lage. Es kam zu Massendemonstrationen, die sich ausgehend von der Stadt Dara im ganzen Land ausbreiteten (vgl. Helberg 2014, S. 265; Ganser 2017, S. 293). Die Staatsgewalt reagierte mit Wasserwerfern und Tranengas, es kam zu ersten Todesopfern. Um die Lage zu entspannen, bot die Regierung die Freilassung der Graffi- tispruher an. Soweit kam es allerdings nicht. Zwischenzeitlich eskalierte die Gewalt. Es kamen Polizisten zu Tode. Zahlreiche Regierungsgebaude wurden gebrandschatzt. Im Verlauf kam es immer wieder zu Schussen sowohl auf Demonstranten als auch auf behordliches Sicherheits- personal. Dies fuhrte zu einer weiteren Eskalation der Situation. Es bildeten sich oppositionelle Gruppen, die sich in bewaffnete Auseinandersetzungen mit Regierungstruppen begaben. Draus resultierten die ersten Fluchtlingsstrome. Die Parteien beschuldigten sich gegenseitig an der Gewalteskalation schuld zu sein. (vgl. Ganser 2017, S. 293f; Kink 2018a).

3. Akteure in Syrien und ihre Interessen

3.1 Warum ist Syrien von internationalem Interesse?

Warum ist Syrien von internationalem Interesse? Und warum intervenieren die Unterschied- lichsten externen Akteure auf syrischem Staatsgebiet? Die Vermutung liegt nahe, dass deren Prasenz mit Rohstoffen in Zusammenhang steht. Tatsachlich verfugt Syrien uber naturliche Ressourcen. Vor dem Krieg waren Erdol und -gas unter anderem die wichtigsten Exportguter der syrischen Wirtschaft (vgl. Kink 2018b). Im Jahr 2010, betrug die Forderung rund 9 Milli- arden Kubikmeter. Im Vergleich zu den umliegenden Landern Saudi Arabien, in 2010, 88 Mil- liarden ccm, Iran, in 2010, 187 Milliarden ccm und Katar, in 2010, 131 Milliarden ccm (vgl. OPEC 2014, S. 32f.) ist die syrische Forderung jedoch als gering einzustufen. Dennoch spielen Erdol und Erdgas bei diesem Konflikt eine zentrale Rolle, es geht nicht um die Ausbeutung und Aneignung syrischer Rohstoffe durch externe Krafte, sondern viel mehr um die ErschlieBung Syriens als Transitland (vgl. Ganser 2017, S. 289f.).

Im Persischen Golf befindet sich, mit 10.000 qm, das groBte Gasfeld der Erde. Es teilt sich durch die Landergrenzen des Irans und Katars. Katar nennt seinen Teil North Field, Iran seinen South Pars. Die beiden Lander liefern sich einen Wettstreit wer das Feld schneller und im gro- Beren Umfang ausbeuten und dementsprechend mehr Profit herausziehen kann. Momentan fin- det der Export dieses Gases mit Tankern statt. Der Aufwand und die Kosten hierfur stehen unverhaltnismaBig zum Ertrag. Eine Pipeline wurde eine lohnenswertere Forderung ermogli- chen. Hier kommt der Standort Syrien ins Spiel (vgl. ebd. S. 292). Welche Rolle die verschie- denen Akteure hierbei einnehmen werde ich in den nachfolgenden Unterkapiteln darlegen.

3.2 Katar, die Turkei und Saudi-Arabien

Pipelineplane entstanden noch vor Ausbruch des Krieges. Der katarische Herrscher Al-Thani und der damalige Ministerprasident der Turkei Erdogan, trafen sich 2009. Anlass des Treffens war, der Plan Katars eine Erdgaspipeline von Katar durch Saudi-Arabien, Jordanien und Syrien bis in die Turkei zu bauen. Hauptziel war es die Monopolstellung Russlands als Alleinversorger Europas mit Erdgas zu unterlaufen (vgl. ebd. S. 290; Ruf 2016, S. 21). Es spielen allerdings noch weitere sowohl wirtschaftlicher als auch geopolitischer Ziele eine Rolle. So verbindet die Sunniten (Katar und Saudi-Arabien) eine lange Feindschaft mit den Schiiten (Iran). Aufgrund dessen ist vor allem Saudi-Arabien jedes Mittel recht, um die Macht und den Einfluss des Irans einzuschranken und die sunnitische Vormachtstellung im Nahen Osten zu gewahrleisten (vgl. Schulte von Drach 2017). Fur Katar ergibt sich hieraus zusatzlich ein wirtschaftlicher Vorteil gegenuber dem Hauptkonkurrenten am Persischen Golf, namlich die ErschlieBung des europa- ischen Marktes. Die Turkei erhoffte sich durch die Pipeline im eigenen Land, seine Machtpo- sition und seinen Einfluss in Europa auszubauen und am Gashandel mit zu verdienen (vgl. Gan- ser 2017, S. 290f.).

3.3 Der Iran

Den Iran und Syrien verbindet eine uber 30-jahrige Freundschaft, die sich aus der Geschichte beider Lander ergibt. Nach den Sturz des persischen Schahs, Ende der 1970er Jahre, befreite sich der Iran vom amerikanisch-israelischen Einfluss. Die neue Regierung fuhr fortan einen antizionistischen, antiimperialistischen Kurs. Angesichts mehrfacher militarischer Niederlagen Syriens gegen Israel zu dieser Zeit, und den damit in Verbindung stehenden Verlust der Golan- hohen, formierte sich ein strategisches Bundnis zwischen Syrien und dem Iran, das bis heute besteht (vgl. Helberg 2014, S. 190f.). Im aktuellen Syrienkonflikt unterstutzte der Iran, noch vor dem Eingreifen Russlands, die syrische Regierung mit Geld, Geheimdienstinformationen und Truppen (vgl. ebd. S. 194; Bushuev et. al. 2018). Hierbei verfolgt der Iran durchaus eigene Interessen, die sowohl wirtschaftlicher als auch geopolitischer Natur sind. Zum einen ist die iranische Regierung, ebenso wie die katarische, an einer Erdgaspipeline durch Syrien interes- siert, damit sie eine Vormachtstellung gegenuber Katar erringen kann, um ihrerseits Gas aus ihrem Teil des Feldes auf dem europaischen Markt zu vertreiben. Daruber hinaus sicherte sich der Iran Auftrage zum Wiederaufbau des syrischen Strom- und Telekommunikationsnetzes, sowie der Infrastruktur (vgl. mena-watch 2017; Safiarian 2018). Zum zweiten, versteht sich der Iran als Schutzmacht der Schiiten und mochte den schiitischen Einfluss in der Region ausbauen und den Einfluss des Erzfeindes Saudi-Arabien schwachen. Erganzend strebt Teheran eine Ein- dammung sowohl des amerikanischen als auch des israelischen Einflusses im Nahen Osten an (vgl. Bushuev et. al. 2018; Safiarian 2018).

[...]

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Details

Titel
Der Syrienkonflikt im Schein internationaler Rohstoffinteressen
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Rohstoffpolitik im internationalen Vergleich
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V444887
ISBN (eBook)
9783668817265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Syrien, Syrienkonflikt, Rohstoffe, internationale Rohstoffinteressen, Naher Osten
Arbeit zitieren
Anton Kleister (Autor), 2018, Der Syrienkonflikt im Schein internationaler Rohstoffinteressen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444887

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