Fremdsprachenerwerb und E-Learning

Wie sich digitale Lernmedien und Methodenkompetenzen gegenseitig beeinflussen


Hausarbeit, 2018
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionell-theoretische Grundlagen
2.1 Definition Methodenkompetenz
2.2 Fremdspracherwerb
2.2.1 Definition des Begriffs
2.2.2 Lerntheorien und Hypothesen
2.3 Web Based Training
2.3.1 Definition des Begriffs
2.3.2 Didaktische Grundlagen des Online Lernens

3 Überschrift für Hauptteil Fehler! Textmarke nicht definiert.
3.1 Fremdspracherwerb mit Hilfe von E-Learning
3.1.1 Lerntheorien auf E-Learning beziehen
3.1.2 Am Beispiel von „Babbel.net“
3.2 Methodenkompetenzen im webbasierten Fremdspracherwerb

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Zeitalter der Digitalisierung und der immer schneller voranschreitenden Entwicklung von Technologien sind Computer aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wenig erstaunlich ist es deswegen, dass diese mehr in den Alltag eines Jeden eingebunden sind als je zuvor. Dies betrifft vor allem auch den Bereich der Bildungslandschaft. Inno- vative Weiterentwicklungen von digitalen Lernmaterialien und Hardware, sowie die Möglichkeit zur mobilen Nutzung von Lerninhalten, eröffnet Lernenden und Bildungs- stätten das Angebot neuer Perspektiven der eigenständigen Weiterbildung. Wenig über- raschend ist es deswegen, dass der durch Globalisierung, internationale Märkte und Mobilität geforderte Bedarf an Fremdsprachkenntnissen von Menschen durch die praktikable Möglichkeit digitaler Lernumgebungen gedeckt werden kann.

Unterrichtsinhalte werden vermehrt mit Hilfe von kommunikationstechnologischen Medien, wie Web Based Training Arrangements vermittelt, welche diversen Vorteile zum herkömmlichen Lernen im Klassenzimmer bieten. Jeder User lernt in seinem eigenen Tempo, ist nicht orts- oder zeitgebunden und hat zusätzlich die Möglichkeit sich mit Muttersprachlern aus der ganzen Welt auszutauschen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Der Einfluss von Methodenkompetenzen beim Fremdspracherwerb mittels E-Learning“ und der Forschungsfrage, in wie fern verschiedene Teilaspekte der Methodenkompetenz durch den Umgang mit technischen Lernmedien gefordert sind. Im Rahmen dieser Arbeit wird das Web Based Training, eine spezielle Form des E-Learning, betrachtet.

Dem ersten Gliederungspunkt unterliegen die Definitionen der Begrifflichkeiten „Methodenkompetenz“, „Fremdspracherwerb“ und „Web Based Training“, gefolgt von Lerntheorien und den didaktischen Grundlagen des Onlinelernens. Im zweiten Gliederungspunkt werden die Lerntheorien bei der Aneignung einer Fremdsprache mit den Eigenschaften des E-Learning in Verbindung gebracht, um ableiten zu können, warum webbasierte Lernsysteme in der Form gestaltet sind, in der sie heute in virtuellen Welten auftreten. Am Beispiel der Lernplattform „Babbel.de“, wird dies eingehend be- leuchtet. Von den Ergebnissen daraus abhängig, ist die Anforderung an unterschiedliche Teilaspekte der Methodenkompetenz, die sich aus der Herausforderung des Onlinelernens ergeben. Dieser Blickwinkel setzt sich schlussendlich genauer mit der Beantwortung der Forschungsfrage auseinander.

Im Fazit werden im Hinblick auf die Forschungsfrage, die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammengetragen und ausgewertet.

2 Konzeptionell-theoretische Grundlagen

2.1 Definition Methodenkompetenz

Die Methodenkompetenz gilt neben der Fach-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz als ein grundlegender Bestandteil der Handlungskompetenz1. Erpenbeck und Rosenstiel verstehen unter dem Begriff der Methodenkompetenz die Fähigkeiten eines Menschen „bei der Lösung von sachlich-gegenständlichen Problemen geistig und physisch selbstorganisiert zu handeln, d.h. mit fachlichen und instrumentellen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten kreativ Probleme zu lösen, Wissen sinnorientiert einzuordnen und zu bewerten“.2 Teilaspekte der Methodenkompetenz sind nach Kopf, Leipold und Seidels Verständnis „[die] Problemlösefähigkeit, Transferfähigkeit, abstraktes und vernetztes Denken sowie Analysefähigkeit“3.

Nun lassen sich aus den Darlegungen von Nieke und Lehmann4, den Handreichungen des Zentrums der Qualitätssicherung der Johannes Gutenberg Universität Mainz5 und Klippert6 folgende Teilaspekte der Methodenkompetenz untergliedern:

Planungs- und Organisationsfähigkeit:

- Arbeitsschritte zielgerecht planen und anwenden können

Konzeptionelle Kompetenz:

- Erworbene Fachkenntnisse rationell einsetzen
- Situationsgerechte und sachbezogene Anwendung unterschiedlicher Arbeit-
stechniken: Arbeiten an Modellen, Hypothesenbildung, Markieren, Strukturieren, Nachschlagen, Lesetechniken, Notizen machen, Arbeiten mit Lernkarteien, Umgang mit Medien7
- Analyse- und Transferfähigkeiten

Informationsbeschaffungsfähigkeit:

- Eigenständige vertiefende Recherche mittels neuer und digitaler Medien
- Wesentliche Inhalte erkennen, selektieren und in ihrem spezifischen Kontext bewerten und zusammenfassen

Präsentationsfähigkeit:

- Wissenschaftliche Aufarbeitung und Darstellung komplexer Thematiken in Form von schriftlichen Arbeiten
- Strukturierung und Präsentation der Ergebnisse
- Einsatz sachgerechter Präsentationstechniken, Auswahl passender Präsenta-
tionsmedien
- Kommunikationsfähigkeit

2.2 Fremdspracherwerb

2.2.1 Definition des Begriffs

Nach Quetz und Handt8 wird zu einem Zeitpunkt von Fremdspracherwerb (L2) gesprochen, an dem der Erwerb der L1, also der Muttersprache, bereits abgeschlossen ist.

Um die Begrifflichkeit genauer abzugrenzen, muss zwischen Zweit- und Fremdsprache unterschieden werden. Von „Fremdsprache“ wird gesprochen, wenn der Erwerb sprachlichen Wissens nicht im zielsprachigen Raum stattfindet. Ein Beispiel dafür ist das Erlernen einer weiteren Sprache in Bildungsstätten, wie Schulen oder einer deutschen Volkshochschule. „Zweitsprache“ hingegen wird oft im Zusammenhang mit Migration erlernt. Charakteristisch für ihren Erwerb, ist der Lernprozess innerhalb des zielsprachigen Raums und dessen Förderung durch gezielten Zweitsprachunterricht.9 Dies kann zum Beispiel über den Sprachverband Deutsch e. V. erfolgen.

Die Art des Spracherwerbs ist grundlegend für das Verständnis des Begriffs „Fremdspracherwerb“. Bedeutend ist die Differenzierung zwischen ungesteuertem und gesteuertem Fremdspracherwerb. Der Erwerb von Sprachen ohne Anleitung und tutorieller Betreuung gilt als „ungesteuert“ oder „natürlich“. Beispielhaft dafür sind au- thentische Spracherwerbs-situationen im Alltag. Durch die Konfrontation mit der Zweitsprache wird das Aufnehmen, Verarbeiten und Anwenden von Vokabular, also die damit verbundene Kommunikation, gefördert. Die Steuerung von außen, durch Pädagogen, Lernmaterialien und strukturierte Lehrpläne, bezeichnet den im Unterricht gesteuerten Spracherwerb.10

2.2.2 Lerntheorien und Hypothesen

Die für Baumgartner11 über Jahre hinweg relevantesten Lerntheorien, sind der Behaviorismus, der Kognitivismus und der Konstruktivismus. Im Folgenden werden diese ausgeführt und erklärt:

Behaviorismus:

Die im Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschende Theorie der Lernpsychologie, wird als „Behaviorismus“ bezeichnet und wurde durch umfangreiche Studien von B. F. Skin- ner geprägt.12 Nach dieser Lerntheorie, liegen die Methoden für den Fremdspracher- werb, L2, der Einfachheit halber nahe am L1, dem Erstspracherwerb. Der Erstspracher- werb eines Menschen beruht fast ausschließlich auf der Imitation einer gehörten Spra- che durch den Lernenden, woraus sich der Begriff zur Beschreibung dieses Prozesses ableiten lässt: „audiolinguale Methode“. Die Fähigkeit zur eigenständigen Nutzung wird mit dem sogenannten „Pattern-Drill-Verfahren“ entwickelt. Wörter, Sätze und Lautkombinationen werden zu Mustern, den sogenannten „Patterns“, geformt und immer wieder wiederholt (gedrillt), bis sie der Lernende autonom anwenden kann. Durch diese Methode ist der Behaviorismus als „verhaltensformendes Modell“ bekannt geworden. Der Fachbegriff dafür nennt sich „Konditionierung“. Diese Verhaltensschulung wird durch ein Stimulus-Response-Modell angetrieben. Bei diesem mechanischen Prozess wird korrektes Verhalten des Lernenden durch einen positiven Reiz, z. B. einer Belohnung versehen. Die Reaktion des Menschen besteht daraus resultierend, aus der Wiederholung des richtigen Verhaltens. Umgekehrt wird die Wiederholung einer unerwünschten Handlung, durch einen negativen Reiz z. B. einer Bestrafung, unterbunden.13

Kognitivismus

Der Behaviorismus wurde in den 1960er Jahren von dem sogenannten „kognitivistischen Verfahren“ abgelöst. Dieses Modell konzentriert sich weniger auf die Umwelt des lernenden Individuums, als das viel mehr dessen inneren Strukturen und Prozesse im Vordergrund stehen. Obwohl beide Lerntheorien grundsätzliche Gemeinsamkeiten durch die äußere Steuerbarkeit des Lernenden aufweisen, ist der Kognitivismus dennoch stärker auf die Autonomie des Menschen ausgerichtet. Denn im Zusammen- hang mit dem Fremdspracherwerb wird die Kognitivierung als ein komplexer Prozess der Informationsverarbeitung verstanden, indem die Fähigkeiten Wahrnehmen, Erkennen/ Identifizieren, Sortieren, Klassifizieren, Verstehen, Behalten und Automa- tisieren grundlegend sind. Mechanische Reflexe werden so dem gezielten Erinnern, Übertragen und angemessenen Anwenden von Lehrinhalten untergeordnet.14

Die Lernenden sollten nach Roche „die Lernverfahren also auch durchschauen und daraus entsprechende Lernstrategien für das selbstständige Weiterlernen ableiten. Dieses Lernziel des Durchschauens der Lern- und Verarbeitungsprozesse wird metakognitive Reflexion genannt“.15

Konstruktivistisches Verfahren

Der Konstruktivismus ist von selbststeuernden Prozessen der Wissenskonstruktion aus- gezeichnet. Es wird davon ausgegangen, dass Informationen im Gehirn des Menschen nicht genau so abgebildet werden wie sie aufgenommen wurden, sondern das un- bekanntes Wissen durch Erkennungsprozesse in bereits bestehende Wissensschemata des Subjektes eingebunden werden. Dieser Prozess wird „Assimilation“ genannt. Gleichzeitig findet die sogenannte „Akkommodation“ statt, in der das bestehende Wis- sensschema an die Umwelt und neues, bereitstehendes Wissen angepasst wird.16

Ein dazu immer wieder in didaktischer und pädagogischer Literatur auftauchendes Beispiel ist das „Wauwau-schema“. Ein Kind sieht ein kleines, braunes, kurzhaariges und bellendes Wesen und die Mutter bezeichnet es als „Wauwau“. Ein wenig später erblickt das Kind ein ähnliches Wesen, was die Mutter ebenfalls als „Wauwau“ bezeich- net, aber größer ist und ein weißes, langes Fell hat. Das Kind speichert daraufhin alle visuellen Eigenschaften der zuvor gesehenen „Wauwaus“ unter dieser Begrifflichkeit ab. Dem Kind ist es dadurch möglich einen Hund, den es noch nie gesehen hat, ebenfalls als „Wauwau“ einzuordnen.

[...]


1 Vgl. vom Brocke u.a.

2 Heyse/Erpenbeck 2007, S.159.

3 Kopf u.a. 2010, S.4.

4 Vgl. Nieke/Lehmann

5 Vgl. Kopf u.a.

6 Vgl. Klippert

7 Klippert 2002, S.28.

8 Vgl. Quetz / von der Handt

9 Vgl. Quetz / von der Handt 2002, S.51

10 Vgl. Roche 2005, S.100 f

11 Vgl Baumgartner,

12 Siehe auch: Skinner,

13 Vgl. Roche 2005, S.17 f

14 Vgl. Roche 2005, S. 17-

15 Roche 2005, S.22.

16 Vgl. Roche 2005, S.23 ff

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Fremdsprachenerwerb und E-Learning
Untertitel
Wie sich digitale Lernmedien und Methodenkompetenzen gegenseitig beeinflussen
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln  (Medien)
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V445138
ISBN (eBook)
9783668877634
ISBN (Buch)
9783668877641
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methodenkompetenz Fremdspracherwerb E-Learning
Arbeit zitieren
Sinja Albert (Autor), 2018, Fremdsprachenerwerb und E-Learning, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445138

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