Mit dem Tod des PLO Führers und offiziellen Repräsentanten des palästinensischen Volkes Jassir Arafats am 11.November 2004, stellte sich der Weltöffentlichkeit sofort die Frage nach dem weiteren Verlauf des in den vergangenen Monaten ins Stocken geratenen Nahost-Friedensprozesses.
Was für die einen den Verlust ihres politischen Führers und international anerkannten Repräsentanten der palästinensischen Bevölkerung bedeutete, schien den anderen als Chance, die Karten im Nahostkonflikt neu zu mischen und die zuvor festgefahrenen Positionen im Nahost-Friedensprozess zu lockern. Das entstandene Machtvakuum füllte der ehemalige Ministerpräsident Mahmud Abbas nach der demokratischen Wahl zum Nachfolger Arafats am 9. Januar 2005 aus und erweckte die Friedensgespräche zu neuem Leben.
Das vorliegende Buch betrachtet Israel nach 1967 und legt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung der Friedensbemühungen seit Beginn der I. Intifada 1987. Die geschichtlichen Hintergründe der zionistischen Bewegung und die historischen Fakten über die Entstehung des Staates Israel werden aus diesem Grund als allgemein bekannt betrachtet und nicht näher behandelt. Das Ausstrahlen des Israelisch-Palästinensischen Konfliktes auf die Nachbarländer bzw. die Problematik Israels und der arabischen Welt soll nur in Ansätzen beschrieben werden, da ansonsten der Rahmen dieser Hausarbeit gesprengt werden würde. Im Hinblick darauf ist bei der Verwendung des Begriffes Nahostkonflikt ausschließlich der Krisenherd um Israel und Palästina gemeint.
Im ersten Kapitel dieses Buches werden zunächst die aktuellen Positionen der Konfliktgegner kurz vorgestellt. Im zweiten Kapitel werden aufbauend, auf die im ersten Kapitel gegebenen Hintergründe, die Konfliktkernpunkte ausgiebiger geschildert. Diese dienen im dritten Kapitel einer Erläuterung der politischen Rolle Jassir Arafats, der Problematik mit der die Friedensverhandlungen belastet wurden und es wird auf die veränderte Situation nach dem Tod von Jassir Arafat eingegangen. Im vierten und letzten Kapitel gibt der Autor einen Ausblick und eine Einschätzung der Situation basierend auf diesen Text wieder.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundpositionen des Nahostkonflikts
1.1. Die Situation der Israelis
1.1.1. Grundzüge staatlicher Identität
1.1.2. Territorium (Siedlungen, Grenzen, Nachbarn)
1.1.3. Bevölkerung
1.1.4. Religion
1.2. Die Situation der Palästinenser
1.2.1. Grundzüge staatlicher Identität
1.2.2. Territorium
1.2.3. Bevölkerung
1.2.4. Religion
2. Entscheidende Elemente des Konflikts
2.1. Flüchtlinge und Bevölkerung
2.2. Jerusalem
2.3. Terror
2.4. Wasser
2.5. „Die Mauer“
2.6. Ökonomie
3. Jassir Arafat als Sprecher der PLO
3.1. Biographie
3.2. Arafats Rolle im Friedensprozess
3.3. Die Situation nach dem Tod Jassir Arafats
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Nahostkonflikts unter Berücksichtigung der Ausgangsbedingungen beider Konfliktparteien sowie zentraler Streitpunkte. Das primäre Ziel besteht darin, den Machtwechsel an der Spitze der PLO nach dem Tod von Jassir Arafat zu analysieren und mögliche Konsequenzen für den Friedensprozess abzuleiten.
- Grundpositionen und staatliche Identität von Israel und Palästina
- Analyse der Kernkonfliktpunkte: Flüchtlingsfrage, Jerusalem, Terror, Wasser und Siedlungsbau
- Die politische Rolle und Biographie von Jassir Arafat
- Bewertung des Machtwechsels zu Mahmud Abbas und dessen Einfluss auf die zukünftige Stabilität
Auszug aus dem Buch
2.4. Wasser
Der lebensnotwendige Zugang zu den natürlichen Frischwasserreserven kommt nicht nur dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, sondern auch mit allen Anrainerstaaten des Jordanbeckens eine entscheidende Rolle zu. Das semi-aride Klima macht die autarke Versorgung mit Wasser und lokal produzierten Lebensmitteln fast unmöglich. Insbesondere in Israel ist mit einem Wasserverbrauch pro Kopf, der dreimal so hoch ist wie der in den palästinensischen Gebieten und doppelt so hoch wie der in Jordanien, die Versorgungsfrage mit Frischwasser besonders brisant (vgl. Dombrowsky, I. 2003, S.32). Der Verbrauch des natürlich vorhandenen nachkommenden und fossilen Frischwassers wird versuchsweise durch die technologische Meerwasserentsalzung kompensiert. Das ist jedoch mit großen Investitionen verbunden und einem hohen Energieeinsatz. Diese sehr kostenintensive Möglichkeit können sich die Palästinenser nicht leisten. Sie sind auf Bewässerungslandwirtschaft angewiesen und müssen hydrologische Krisen durch Reallokationen ausgleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Tod von Jassir Arafat und die damit verbundene Frage nach der Zukunft des Nahost-Friedensprozesses unter seinem Nachfolger Mahmud Abbas.
1. Grundpositionen des Nahostkonflikts: Dieses Kapitel stellt die politischen, religiösen und sozialen Ausgangsbedingungen der israelischen sowie palästinensischen Gesellschaft gegenüber.
2. Entscheidende Elemente des Konflikts: Es werden die zentralen Streitpunkte wie Flüchtlingsproblematik, der Status Jerusalems, Terror, Wasserversorgung sowie der Bau der Mauer detailliert analysiert.
3. Jassir Arafat als Sprecher der PLO: Hier wird Arafats politischer Werdegang, seine Rolle im Friedensprozess und die Situation unmittelbar nach seinem Ableben beleuchtet.
4. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen für eine langfristige Friedenslösung unter Berücksichtigung einer binationalen Perspektive.
Schlüsselwörter
Nahostkonflikt, Israel, Palästina, Jassir Arafat, Friedensprozess, PLO, Mahmud Abbas, Siedlungspolitik, Wasserversorgung, Terrorismus, Intifada, Jerusalem, Zwei-Staaten-Lösung, Roadmap, Souveränität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Nahostkonflikt im Kontext der veränderten politischen Führung der Palästinenser nach dem Tod von Jassir Arafat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historisch gewachsenen Spannungen, die Lebensbedingungen in Israel und Palästina sowie die spezifischen Streitpunkte Wasser, Landbesitz und Sicherheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss des Machtwechsels auf die Friedensbemühungen zu bewerten und zu hinterfragen, ob ein Wendepunkt erreicht wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Sekundärliteratur und aktuellen Dokumenten, um die politische Situation zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Konfliktparteien, eine detaillierte Erörterung der Kernstreitfragen und eine historische Einordnung der Rolle Arafats.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nahostkonflikt, Friedensprozess, PLO, Zwei-Staaten-Lösung und die spezifischen Herausforderungen wie Wasserknappheit und Siedlungspolitik.
Warum wird der Wasserzugang als existentielles Problem eingestuft?
Aufgrund des semi-ariden Klimas ist die Ressource Wasser für alle Anrainerstaaten knapp und bildet daher einen zentralen Streitpunkt, der ohne multilaterale Zusammenarbeit kaum lösbar ist.
Wie bewertet der Autor den Machtwechsel nach Arafat?
Der Autor sieht in der Wahl von Mahmud Abbas eine potenzielle Trendwende, da dieser international anerkannt ist und Anzeichen für eine Abkehr von gewaltsamen Konfrontationen zeigt.
Welche Rolle spielt die „Mauer“ im Konflikt?
Die Mauer wird nicht nur als Sicherheitszaun gegen Terrorismus gesehen, sondern auch als ein Hindernis, das die zukünftige Grenzziehung erschwert und palästinensische Lebensräume fragmentiert.
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- Christian Lang (Author), 2005, Der Nahostkonflikt - Ein Wendepunkt im Friedensprozess nach dem Tod von Jassir Arafat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44538