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Paul A. Barans These zum Ursprung der Unterentwicklung am Beispiel Indiens. Eine Bestandsaufnahme

Title: Paul A. Barans These zum Ursprung der Unterentwicklung am Beispiel Indiens. Eine Bestandsaufnahme

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadja Schuppenhauer (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Paul A. Baran, „the father of modern dependency theory“, und seinem 1957 publiziertem Werk „Politische Ökonomie des wirtschaftlichen Wachstums“. In diesem Buch analysiert Baran das komplexe Gefüge von postkolonialen Abhängigkeiten zwischen den Peripherien und den Zentren des Weltmarktes aus einem Blickwinkel heraus, der weit über den rein ökonomischen Aspekt hinausgeht. Er versucht vielmehr, die Beziehung zwischen nationalen Ökonomien und „ihren internen Strukturen und gesellschaftlichen Klassen und, darauf aufbauend, die Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklung“ aufzuzeigen und knüpft somit an die Theorie von Karl Marx an, der bereits einen Zusammenhang zwischen Entwicklung auf der einen Seite und Unterentwicklung auf der anderen gesehen hatte. Das Erscheinen von Barans Analyse in den 1950ern fällt in eine Zeit, in der viele ehemalige Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen wurden und mit dem Problem konfrontiert wurden, eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen. Aufgrund seiner frühen Kontakte zum Marxismus und der von ihm direkt miterlebten Debatte um die Industrialisierung der Sowjetunion in den 1920ern, war Baran schon seit vielen Jahren mit den wesentlichen Argumenten dieser im Rahmen der marxistischen Theorie geführten Diskussion vertraut. Diese Erfahrung verlieh ihm einen umfassenderen Blick auf die Situation der Entwicklungsländer als ihn die damaligen Nationalökonomen hatten, die sich in der westlichen Welt mit dem Thema befassten und die Thematik rein vom wirtschaftlichen Standpunkt aus angingen. So mag es denn auch nicht verwundern, dass Baran einer der ersten war, die sich in den 1950ern intensiv mit der Problematik der Industrialisierung der Entwicklungsländer aus dem Blickwinkel der marxistischen Theorie heraus befasst haben und sie in Zusammenhang mit sozialen, politischen und ideologischen Faktoren gesetzt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographie Paul A. Barans

3 Einführung in Barans Hauptwerk „Politische Ökonomie des wirtschaftlichen Wachstums“

3.1 Die Verflechtung von Wachstum und Unterentwicklung in der Welt

3.2. Wirtschaftliches Wachstum und volkswirtschaftlicher Überschuss

3.3 Der Ausweg

4 Der Fall Indien

4.1 Die Folgen der britischen Kolonialherrschaft für Indien nach Baran

4.2 Kontrastierung von Barans Analyse mit dem aktuellen Forschungsstand

5 Schlussbetrachtung

6 Resúmen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Theorien von Paul A. Baran, insbesondere sein 1957 veröffentlichtes Hauptwerk zur politischen Ökonomie, und hinterfragt die Gültigkeit seiner Thesen zum Abhängigkeitsverhältnis zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern am konkreten Beispiel der indischen Kolonialgeschichte und deren ökonomischer Entwicklung.

  • Biografische Einordnung von Paul A. Baran
  • Theoretische Grundlagen zur politischen Ökonomie des Wachstums
  • Analyse des Abhängigkeitsgefüges zwischen Imperialmacht und Kolonie
  • Fallbeispiel Indien unter britischer Herrschaft
  • Kritische Kontrastierung mit modernem Forschungsstand

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Folgen der britischen Kolonialherrschaft für Indien nach Baran

Baran bezieht sich bei seiner Schilderung der Kolonialzeit Indiens und deren Folgen für das Land auf diverse Historiker und Wirtschaftstheoretiker des beginnenden 20. Jahrhunderts. So entnimmt er dem Werk von Romesh Dutt, „The Economic History of India“, die Feststellung, dass Indien im 18. Jh., also in der Zeit, in der sich die britische Herrschaft in Indien zu verfestigen begann, „ein großes Manufaktur- und Agrarland [war], und die Erzeugnisse der indischen Webereien (...) die asiatischen und europäischen Märkte [versorgten]“. Die Ankunft der Engländer und die Etablierung der Ostindiengesellschaft bescherten dem Land „die gründliche, brutale und systematische Ausbeutung (...) durch das britische Kapital“. Die von den Engländern verfolgte Politik im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jh. in Indien zielte ausschließlich darauf ab, Indien in einen Rohstofflieferanten für England zu verwandeln und die einheimischen Handwerker dazu zu zwingen, für die Ostindiengesellschaft zu arbeiten. Hohe Einfuhrzölle für Fertigprodukte aus Indien nach England unterstützten diese Bestrebungen und zerstörten die bestehende einheimische Industrie. In ähnlicher Art und Weise wurde im landwirtschaftlichen Bereich vorgegangen, wo den Bauern die spärlichen Gewinne abgezogen wurden und „sie dauernder Armut“ überlassen wurden.

Der wohl aber folgenschwerste Eingriff der Engländer für die indische Geschichte war nach Baran der einseitige und von unvorstellbar großen Ausmaßen gekennzeichnete Transfer von Kapital, der für die indische Wirtschaft verheerende Folgen hatte. So „wäre die wirtschaftliche Entwicklung Indiens ganz anders verlaufen, wenn der volkswirtschaftliche Überschuß, den England aus Indien herausholte, auch tatsächlich in Indien investiert worden wäre.“ Diese unilaterale Handelspolitik hatte vielfältige Konsequenzen für das ausgebeutete Land, sie „vereitelte alle Bemühungen um eine Entwicklung der einheimischen Industrie und förderte die Machenschaften von Spekulanten, Händlern, Agenten und Schwindlern aller Art“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt Paul A. Baran und sein Werk zur politischen Ökonomie vor und umreißt das Ziel der Arbeit, seine Thesen zur Unterentwicklung anhand Indiens zu analysieren.

2 Biographie Paul A. Barans: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Barans nach, von seinen Wurzeln in der Ukraine und seiner Prägung durch den Marxismus bis hin zu seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den USA.

3 Einführung in Barans Hauptwerk „Politische Ökonomie des wirtschaftlichen Wachstums“: Das Kapitel erläutert Barans ganzheitlichen Ansatz, ökonomische Fragen mit sozialen und politischen Faktoren zu verknüpfen, und definiert seine Kernbegriffe wie den volkswirtschaftlichen Überschuss.

3.1 Die Verflechtung von Wachstum und Unterentwicklung in der Welt: Hier wird Barans Analyse dargestellt, dass Fortschritt in Entwicklungsländern den Interessen kapitalistischer Staaten oft entgegensteht.

3.2. Wirtschaftliches Wachstum und volkswirtschaftlicher Überschuss: Dieses Unterkapitel definiert Wachstum quantitativ und unterscheidet zwischen verschiedenen Arten des ökonomischen Überschusses.

3.3 Der Ausweg: Baran plädiert hier für eine sozialistische Planwirtschaft und die Abkopplung vom Weltmarkt als Lösung für Entwicklungsländer.

4 Der Fall Indien: Einleitung in die Anwendung von Barans Thesen auf das koloniale Indien.

4.1 Die Folgen der britischen Kolonialherrschaft für Indien nach Baran: Beschreibung der negativen Auswirkungen der britischen Herrschaft auf Indiens industrielle Entwicklung und den Kapitaltransfer.

4.2 Kontrastierung von Barans Analyse mit dem aktuellen Forschungsstand: Hier werden Barans Thesen mit moderneren Sichtweisen verglichen, die auch innere Faktoren und soziale Strukturen stärker berücksichtigen.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung, dass Barans Analyse zwar wegweisend für die Dependenztheorie war, aber die Komplexität der indischen Geschichte unterschätzte.

6 Resúmen: Eine kurze spanischsprachige Zusammenfassung der gesamten Argumentation der Arbeit.

Schlüsselwörter

Paul A. Baran, Dependenztheorie, Politische Ökonomie, wirtschaftliches Wachstum, Unterentwicklung, Indien, Kolonialherrschaft, Kapitalakkumulation, volkswirtschaftlicher Überschuss, Industrialisierung, Marxismus, Planwirtschaft, Sozialstruktur, Entwicklungsländer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thesen des Ökonomen Paul A. Baran zur Entstehung von Unterentwicklung, wobei der Fokus auf seinem Hauptwerk zur politischen Ökonomie und dem Fallbeispiel Indien liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abhängigkeit zwischen Zentren des Weltmarktes und peripheren Ländern, der Prozess der Kapitalakkumulation sowie die Rolle der Industrialisierung in ehemaligen Kolonien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Barans Thesen zum Abhängigkeitsgefüge zu erläutern und durch einen Abgleich mit dem aktuellen Forschungsstand zu prüfen, inwieweit seine Erklärungsmodelle heute noch Bestand haben oder ergänzt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die Barans theoretische Konzepte vorstellt und diese anschließend mit historischen und wirtschaftswissenschaftlichen Gegenpositionen kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Barans ökonomischer Theorie, seine Anwendung auf das koloniale Indien sowie die anschließende kritische Diskussion durch Experten wie Dietmar Rothermund oder Deepak Lal.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem Namen Paul A. Baran sind dies Dependenztheorie, Kapitaltransfer, Industrialisierung, Kolonialgeschichte sowie die soziostrukturellen Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg.

Warum wird Baran laut Autor heute kaum noch rezipiert?

Der Autor argumentiert, dass Barans Analyse der exogenen Faktoren zwar wegweisend war, aber zu allgemein blieb und die Komplexität innerer sozialer Strukturen sowie die Bedeutung lokaler Institutionen vernachlässigte.

Wie bewertet der Autor die Rolle Indiens bei der Kolonisierung?

Der Autor verweist auf neuere Forschung, die aufzeigt, dass auch einheimische Eliten und Kollaborationsstrukturen eine wesentliche Rolle spielten und die Entwicklung Indiens nicht allein durch das britische Eingreifen blockiert wurde.

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Details

Title
Paul A. Barans These zum Ursprung der Unterentwicklung am Beispiel Indiens. Eine Bestandsaufnahme
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Neuzeit)
Course
Dependenztheorien in Osteuropa und Lateinamerika
Grade
1,0
Author
Nadja Schuppenhauer (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V44626
ISBN (eBook)
9783638421928
Language
German
Tags
Paul Barans These Ursprung Unterentwicklung Beispiel Indiens Eine Bestandsaufnahme Dependenztheorien Osteuropa Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadja Schuppenhauer (Author), 2005, Paul A. Barans These zum Ursprung der Unterentwicklung am Beispiel Indiens. Eine Bestandsaufnahme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44626
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