Auch in Deutschland bringt der technische Fortschritt einen Wandel der Gesellschaft mit sich. Immer mehr Bereiche verändern sich unter den neun Vorzeichen von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Robotik. Diese sollen inzwischen auch in Medizin und Pflege den zunehmenden Fachkräftemangel ausgleichen.
Doch was bedeutet das für die Pflege? Welche Maßnahmen sind noch notwendig, um die neuen Technologien in unser Gesundheitswesen zu integrieren? Und welche Auswirkungen wird dies auf den Arbeitsmarkt haben? Melissa Lutzner beantwortet alle Fragen rund um den Transhumanismus in der Pflege.
Der Begriff Transhumanismus bezeichnet den Versuch, die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch neue Technologien zu erweitern. Doch derzeit fehlen hier noch ethische Regulationsmechanismen. Lutzner verdeutlicht deshalb, welche Folgen der Transhumanismus im Gesundheitswesen für Politik, Rechtsprechung, Ethik und vor allem für die Pflege hat.
Aus dem Inhalt:
- E-Health;
- Health 2.0;
- Medizintechnik;
- Altenpflege;
- Krankenpflege
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Motivation, Ziele und Aufbau der Arbeit
2 Transhumanismus
2.1 Begriffsklärung
3 Künstliche Intelligenz in der Medizin
3.1 Technologie in einer alternden Bevölkerung
3.2 Medizintechnik
3.3 Roboter in Krankenhäusern und Altenheimen
4 Politische und rechtliche Betrachtung
4.1 Ethische Berücksichtigung
4.2 Verwaltung von gesundheitsbezogenen Daten
5 Auswirkungen auf das Gesundheitswesen
5.1 Veränderungen durch Technik und künstliche Intelligenz
5.2 Wachstumsgrenzen
6 Allgemeine und spezielle Erkenntnisse
7 Evaluation und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Implikationen des Transhumanismus und der fortschreitenden Digitalisierung auf das deutsche Gesundheitssystem unter besonderer Berücksichtigung des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in der Pflege.
- Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik auf die pflegerische Versorgung.
- Analyse der ethischen, politischen und rechtlichen Herausforderungen bei der Einführung neuer Technologien.
- Untersuchung von Potenzialen und Risiken der digitalen Transformation für das Berufsfeld Pflege.
- Erörterung der sozialen Ungleichheit im Kontext von Technikeinsatz und gesundheitsbezogenen Daten.
- Evaluation der Notwendigkeit von regulatorischen Rahmenbedingungen zur Sicherung der menschlichen Autonomie.
Auszug aus dem Buch
3.3 Roboter in Krankenhäusern und Altenheimen
In zahlreichen Entwicklungsländern und Industrienationen altert die Bevölkerung rasch. In USA, China und in Deutschland werden die Senioren länger leben und daher eine Unterstützung im gesundheitlichen Bereich brauchen. Wenn aufgrund der niedrigen Geburtenjahrgänge nicht ausreichend medizinisches und pflegerisches Fachpersonal ausgebildet wird, kommt es zu einer noch stärkeren Ausprägung des Fachkräftemangels aufgrund der demografischen Schieflage, die der Robotik und der künstlichen Intelligenz eine große Chance beschert. In Japan fehlen bereits heute in der Altenpflege mindestens 700.000 Arbeitnehmer (vgl. Ford 2016: 189). In Deutschland gibt es bereits technische Assistenzsysteme in Krankenhäusern und Altenheimen. Serviceroboter unterstützen bei mühsamen Tätigkeiten und helfen Kranken und Alten selbstbestimmt und unabhängig zu leben.
In Tübingen wurde ein Zentrum für künstliche Intelligenz eröffnet. Dort gibt es ein Trainingsgelände, auf dem Roboter trainieren. Eine Sensation ist der 4D-Scanner, der den gesamten Körper in Raum und Zeit aufnehmen kann. Aus diesen Aufnahmen kann eine dreidimensionale virtuelle Gestalt entstehen, als Stellvertreter des Menschen (vgl. Süddeutsche Zeitung 2017).
In USA arbeiten Roboter bereits als Anwälte im Fachbereich Insolvenzrecht. Ross, heißt die intelligente Maschine, die eine Milliarde Dokumente durchsucht, um in hoher Geschwindigkeit die Antwort zu liefern. In ein paar US-Kanzleien ist er bereits im Einsatz. Er wurde von IBM entwickelt und nach dem früheren IBM-Chef Watson benannt. Watson ist als eine riesige Datenbank bekannt, die stets dazulernt und nichts vergisst. Der Mensch kann hier nicht mithalten (vgl. Der Spiegel 36/2016: 10). Diese Datenbanken sind auch bereits in amerikanischen Kliniken vertreten. „Anfang des Jahres eröffnete in San Francisco eine Arztpraxis, die sich von der Konkurrenz nicht nur mit moderner Ausstattung abhebt, sondern auch durch ein innovatives Abo-Modell, bei dem ein Fixbetrag den unlimitierten Zugang zu den Ressourcen der Praxis ermöglicht“ (Trends der Zukunft 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den gesellschaftlichen Wandel durch Digitalisierung ein und umreißt die Problemstellung des Fachkräftemangels sowie die Ziele der Bachelorarbeit.
2 Transhumanismus: Dieses Kapitel definiert den Transhumanismus als Denkrichtung, welche die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch technologische Verfahren erweitern will, und beleuchtet die damit verbundene Denkweise.
3 Künstliche Intelligenz in der Medizin: Das Kapitel erläutert die technologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte und den spezifischen Einsatz von KI und Robotik in der Pflege sowie im Gesundheitswesen.
4 Politische und rechtliche Betrachtung: Hier werden die regulatorischen Erfordernisse sowie ethische Grundhaltungen bei der Einführung von KI und der Verwaltung sensibler Gesundheitsdaten diskutiert.
5 Auswirkungen auf das Gesundheitswesen: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Folgen digitaler Technik auf den Arbeitsmarkt sowie die Grenzen des Wachstums vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
6 Allgemeine und spezielle Erkenntnisse: Hier werden die Kernergebnisse hinsichtlich der sozialen Ungleichheit und der Notwendigkeit einer werteorientierten Steuerung technologischer Entwicklungen zusammengeführt.
7 Evaluation und Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet die Implementierungsmöglichkeiten von Technik in der Pflege und fordert einen reflektierten, ethisch begleiteten Einsatz zur Unterstützung des Menschen.
Schlüsselwörter
Transhumanismus, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Fachkräftemangel, Pflegerobotik, Ethik, Medizintechnik, Big Data, Selbstbestimmung, Gesundheitswesen, Soziale Ungleichheit, Robotik, Arbeit 4.0, Datenschutz, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Gesundheitswesens durch den Transhumanismus und die fortschreitende Digitalisierung, insbesondere im Hinblick auf die Pflege.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Einsatz von KI und Robotern, die Bewältigung des Fachkräftemangels, ethische Fragestellungen und die rechtliche Einordnung neuer Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das neue globale Zeitalter im Gesundheitswesen darzustellen und dabei Chancen und Risiken bezüglich politischer, ethischer und pflegerischer Aspekte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die Daten, Studien und Fachliteratur auswertet, um den Stand der Technik und die soziologischen Folgen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technologischen Grundlagen, den Einsatz von KI in der Medizin, die politische sowie rechtliche Regulierung und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Transhumanismus, Künstliche Intelligenz, Pflegerobotik, Fachkräftemangel, Ethik und digitale Transformation.
Welche Rolle spielt der Fachkräftemangel für die Argumentation des Autors?
Der Fachkräftemangel dient als treibender Faktor und Begründung für die Notwendigkeit, technologische Lösungen und Roboter in der Pflege zu implementieren.
Wie bewertet die Autorin die soziale Ungleichheit durch Technik?
Die Autorin weist darauf hin, dass neue Technologien die Schere zwischen Arm und Reich vergrößern könnten, wenn der Zugang zu diesen Innovationen nur einkommensstarken Gruppen vorbehalten bleibt.
- Quote paper
- Melissa Lutzner (Author), 2019, Einzug in ein neues Zeitalter der Pflege. Was bedeutet der Transhumanismus im Gesundheitswesen für Politik, Recht und Ethik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446700