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Die Abtreibungsdebatte und die Schwierigkeit eines Konsenses

Title: Die Abtreibungsdebatte und die Schwierigkeit eines Konsenses

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Möbius (Author)

Politics - Miscellaneous
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Kaum eine Debatte wird so emotional geführt wie die Abtreibungsfrage, geht es dabei doch in erster Linie nicht um rein rationale Sachfragen, sondern um grundlegende Wertvorstellungen, Moral und die Frage einer Güterabwägung. Unter diesen Vorzeichen einen Konsens zu finden, eine Lösung, die allen Positionen gerecht wird, erscheint äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Zwar hat sich die Diskussion hierzulande nach der Neuregelung des § 218 beruhigt und andere Themen haben die Frage, ob und wenn ja, wann Abtreibung erlaubt sein soll, von der politischen Tagesagenda verdrängt.
Die Frage scheint trotzdem nach wie vor interessant, warum es ausgerechnet bei der Abtreibungsdebatte so schwierig ist, einen „gemeinsamen Nenner“ zu finden. Dabei sollen hier nicht nur die verschiedenen gängigen Positionen vorgestellt und diskutiert werden.
Die Fragestellung soll vielmehr von einem interessanten Ansatz ausgehen, den die deutsche Professorin Monika Frommel in einem Aufsatz zur Frage nach einer
„geschlechtsspezifischen Moral“ verwendet: Sie unterscheidet darin die Struktur der Argumente. So kann ein Argument entweder in einer deduktiv-abstrakten, oder aber in einer induktiv-situationsspezifischen Herangehensweise aufgebaut werden.
Beide Herangehensweisen implizieren eine eigene Logik, wodurch im Prinzip eine schlüssige Argumentationskette entsteht.
Untersucht man die gängigen Argumente in der Abtreibungsdebatte nach ihrer Struktur, erkennt man, dass die Argumente jeweils nach dem einen oder anderen Prinzip aufgebaut sind. Es geht dabei in dieser Arbeitnichtum die Frage, ob diese oder jene Argumentstruktur geschlechtsspezifisch ist.
Vielmehr soll analysiert werden, warum in den verschiedenen Herangehensweisen an die Argumentation ein Grund für die schwierige Konsensfindung zu sehen ist. Zu Beginn sollen deshalb die beiden verschiedenen Argumentationsstrukturen und ihre wesentlichen Merkmale vorgestellt werden. Dabei soll auch die Problematik angesprochen werden, dass zwar beide Ansätze für sich alleine logisch erscheinen, jedoch immer einen Bereich ausklammern, der zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise fehlt. Andererseits heben sich die beiden konträren Betrachtungsweisen bei einem Zusammenführen teilweise gegenseitig auf und es kommt zwangsläufig zu einem Konflikt.
Nach der Erarbeitung und Erklärung der beiden
Argumentationsansätze folgt eine Analyse der gängigen Positionen in der Abtreibungsdebatte unter strukturellen Gesichtspunkten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ausführung

I. Die verschiedenen Betrachtungsweisen für eine Argumentation

1. Der deduktiv-abstrakte Ansatz

2. Der induktiv-situationsspezifische Ansatz

3. Die Problematik einer ganzheitlichen Betrachtungsweise

II. Die verschiedenen Positionen zur Abtreibung und ihre Argumentationsstruktur

1. Die konservative Position

2. Die feministische Position

3. Die liberale Position

III. Die wesentlichen Reibungspunkte

C Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die zugrundeliegenden Argumentationsstrukturen in der Abtreibungsdebatte, um zu erklären, warum eine konsensuale Einigung bei diesem komplexen Thema so schwierig zu erreichen ist. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche ethische Ansätze – deduktiv-abstrakt versus induktiv-situationsspezifisch – zu unvereinbaren Positionen führen.

  • Strukturtheoretische Analyse der Argumentation
  • Gegenüberstellung von deduktiven und induktiven Ansätzen
  • Analyse der konservativen, feministischen und liberalen Position
  • Das Dilemma der Konsensfindung in der Abtreibungsfrage
  • Bedeutung der individuellen Notlage im Beratungsprozess

Auszug aus dem Buch

1. Der deduktiv-abstrakte Ansatz

Dieser Ansatz geht von sehr weit gefassten, normativen Werten und Handlungsmaximen aus, die eine allgemein verbindliche Gültigkeit besitzen. Der Blickwinkel auf eine Situation erfolgt also über diese Normen und die Situation wird dementsprechend beurteilt. Anhand von universalen Normen wird dadurch festgelegt, ob eine Situation oder Handlungsweise richtig oder falsch ist. Diese universalen Normen erfüllen die Funktion, Ordnung und Orientierung zu geben.

Um dies an einem einfachen Beispiel zu verdeutlichen: Es ist verboten, über eine rote Ampel zu fahren. Gäbe es diese Handlungsmaxime nicht, würde im Straßenverkehr Chaos herrschen und es würde zu einem erhöhten Unfallaufkommen kommen. Darum ist eine allgemeingültige Handlungsweise wichtig und richtig.

Hier zeigen sich aber auch der Nachteil und die Unvollständigkeit dieses deduktiven Argumentationsansatzes: Es kann in manchen Situationen notwendig sein, eine rote Ampel zu überfahren, zum Beispiel dann, wenn eine Person dringende medizinische Hilfe braucht. Mit einer rein deduktiv- abstrakten Betrachtungsweise lässt sich diese Situation schon nicht mehr lösen. Denn danach dürfte die Ampel in keinem Fall überfahren werden.

Nun ist es aber ebenfalls ein allgemein anerkanntes Gebot, einer gefährdeten Person Hilfe zu leisten. Es ist daher unabdingbar, in diesem Fall auch die spezifische Situation zu berücksichtigen, nämlich, dass ein Menschenleben in Gefahr ist, die nur durch das Überfahren der roten Ampel abgewendet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die emotionale Natur der Abtreibungsdebatte ein und stellt den methodischen Fokus auf die Argumentationsstruktur nach Monika Frommel vor.

B. Ausführung: Dieser Hauptteil analysiert die deduktiven und induktiven Argumentationsweisen und untersucht deren Anwendung auf die konservative, feministische und liberale Position.

I. Die verschiedenen Betrachtungsweisen für eine Argumentation: Hier werden der deduktive Ansatz der Normenbindung und der induktive Ansatz der Situationsanalyse als methodische Grundlagen gegenübergestellt und deren inhärente Problematik erörtert.

II. Die verschiedenen Positionen zur Abtreibung und ihre Argumentationsstruktur: In diesem Kapitel werden die drei Hauptströmungen (konservativ, feministisch, liberal) auf ihre zugrundeliegende Logik und ethische Gewichtung hin untersucht.

III. Die wesentlichen Reibungspunkte: Das Kapitel arbeitet heraus, dass die Unvereinbarkeit der Positionen primär aus den unterschiedlichen Wertesystemen und Prioritäten (Schutz des Embryos vs. Rechte der Frau) resultiert.

C Ausblick: Der Ausblick diskutiert pragmatische Ansätze der Beratung, die den Schutz des Lebens mit der Unterstützung der Frau in ihrer individuellen Notlage zu verbinden versuchen.

Schlüsselwörter

Abtreibungsdebatte, Argumentationsstruktur, deduktiv-abstrakter Ansatz, induktiv-situationsspezifische Ansatz, Konsensfindung, konservative Position, feministische Position, liberale Position, Ethik, Moral, Selbstbestimmung, Lebensschutz, Geschlechterrollen, Güterabwägung, Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen Gründe für die Schwierigkeit, in der Abtreibungsdebatte einen Konsens zu finden, indem sie die Argumentationsmuster der beteiligten Positionen analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Unterscheidung zwischen deduktiven und induktiven Argumentationsansätzen sowie deren Anwendung auf die konservative, feministische und liberale Position zur Abtreibung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die unterschiedlichen Herangehensweisen an eine Argumentation – universalistisch vs. situationsspezifisch – zwangsläufig zu Konflikten führen, die eine konsensuale Lösung erschweren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die strukturelle Analyse von Argumenten, basierend auf dem Ansatz einer „geschlechtsspezifischen Moral“ nach Monika Frommel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die deduktive und induktive Logik, analysiert die spezifischen Positionen der Kirche, der Frauenbewegung und liberaler Ansätze und arbeitet die unvereinbaren Prioritäten dieser Weltbilder heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Argumentationsstruktur, Güterabwägung, Selbstbestimmung, Lebensschutz und ethische Konsensfindung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die konservative von der feministischen Position in der Arbeit?

Während die konservative Position das ungeborene Leben als absoluten Wert betrachtet und dem Schutz des Embryos Priorität einräumt, bewerten Feministinnen Abtreibung vor dem Hintergrund patriarchalisch geprägter Gesellschaftsstrukturen und fordern die Emanzipation und Selbstbestimmung der Frau.

Warum wird im Ausblick auf Pro Familia Bezug genommen?

Pro Familia dient als Beispiel für einen pragmatischen Beratungsansatz, der versucht, die Frau in ihrer individuellen Notlage ernst zu nehmen, ohne dabei den moralischen Wert des ungeborenen Lebens vollständig auszublenden.

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Details

Title
Die Abtreibungsdebatte und die Schwierigkeit eines Konsenses
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
1,3
Author
Katrin Möbius (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V44924
ISBN (eBook)
9783638424264
Language
German
Tags
Abtreibungsdebatte Schwierigkeit Konsenses Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Möbius (Author), 2004, Die Abtreibungsdebatte und die Schwierigkeit eines Konsenses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44924
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