Wie wird der Kauf eines Immobilienobjektes finanziert? Viele Familien entschieden sich für ein Immobiliendarlehen. Hierbei ist es fundamental, eine Entscheidung über die Finanzierungsart zu treffen. In der folgenden Forschungsarbeit wird sich ausschließlich mit der Fremdfinanzierung beschäftigt. Fremdkapital kann zur Immobilienfinanzierung in Form von Darlehen der Banken, Versicherungen oder Bausparkassen beschafft werden. Innerhalb der Fremdfinanzierung steht der Darlehensnehmer vor der Herausforderung sich zwischen einem Hypothekendarlehen oder einer Grundschuld zu entscheiden. Vor dieser Problematik stehen viele private Haushalte, da dies eine wichtige Entscheidung ist, welche auch langfristig die privaten Haushalte begleitet.
In der heutigen Zeit stehen immer mehr junge Familien vor der Entscheidung, ob der gemeinsame Wohnraum gemietet oder gekauft werden soll. Durch das Mieten einer Immobilie ist der Mieter lediglich an einem Mietvertrag gebunden und nicht an der Immobilie selbst. Somit steigt die Flexibilität sich nach Frist des Vertrages für ein neues, möglicherweise auch besseres, Immobilienobjekt zu entscheiden, jedoch sinkt die Flexibilität innerhalb des Immobilienobjektes. Somit steht der Mieter vor dem Problem, keine hohe Entscheidungsmacht bezüglich der Immobilie zu besitzen. Daraus entsteht die ständige Rücksprache mit dem Vermieter bezüglich vielerlei Änderungen innerhalb des gemieteten Objekts.
Aufgrund dieser fehlenden Flexibilität innerhalb der Immobilie tendieren immer mehr Familien zum Kauf einer Immobilie. Eine Statistik besagt, dass sich das Kaufen eines Immobilienobjektes mehr rentieren würde, als das mieten dieser Anlage. Dies bringt die volle Entscheidungskraft über die Immobilie mit sich, jedoch ist diese Entscheidungskraft an hohe Kosten gebunden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Grundpfandrechte
2.1 Bewegliche Grundpfandrechte
2.2 Unbewegliche Grundpfandrechte
3 Einsatzmöglichkeiten von unbeweglichen Grundpfandrechte im Kreditgeschäft
3.1 Grundschuld
3.2 Hypothek
3.3 Kritische Analyse
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Einsetzbarkeit und der Vor- bzw. Nachteile von Grundschuld und Hypothek als Sicherungsmittel bei der Immobilienfinanzierung, um zu klären, welche der beiden Formen für private Haushalte in der Praxis vorteilhafter ist.
- Grundlagen der beweglichen und unbeweglichen Grundpfandrechte
- Definition und Funktionsweise der Grundschuld
- Charakteristika und Wirkungsweise der Hypothek
- Kritische Gegenüberstellung hinsichtlich Flexibilität und Kosten
- Bewertung der Praxistauglichkeit für private Kreditnehmer
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundschuld
Die Grundschuld stellt eine abstrakte Sicherung dar. Nach Unterzeichnung des Kreditvertrages erhält der Kunde von der Bank die erforderlichen Unterlagen für die Grundschuldbestellung. Die Kreditinstitute zahlen das Darlehen aus, sobald die Grundschuld bestellt und ins Grundbuch eingetragen wurde. Dies geschieht unter notarieller Beglaubigung. Handelt es sich um mehrere Eigentümer, müssen auch alle eine Grundschuld bestellen, allerdings kann ein Grundpfandrecht einer Immobilie nur von einem Eigentümer bestellt werden. Aufgrund der formlos gültige und gelegentlich auch stillschweigend geschlossene Sicherungsabrede ist die Grundschuld auch als Sicherungsgrundschuld bekannt. Mit dieser Sicherungsabrede wird sichergestellt, dass der Darlehensgeber mit der Rückzahlung der Forderung die Grundschuld freigibt und so die Löschungsbewilligung eingetragen werden kann. Die Sicherungsgrundschuld gleicht einer Fremdgrundschuld und gibt dem Inhaber die Möglichkeit bei Nichterfüllung der gesicherten Forderung sich trotzdem aus der Grundschuld befrieden zu können. Diese entsteht durch Einigung über der Eintragung im Grundbuch. Die Grundschuld ist nicht akzessorisch, dementsprechend besteht auch keine Abhängigkeit gegenüber der Forderung.
Mittels einer Änderung der Sicherungsabrede, kann die Grundschuld ebenfalls anderweitig verwandt werden, ohne dass im Grundbuch eine Änderung vorgenommen werden muss. Sobald der Sicherungszweck der Grundschuld erfüllt ist, indem die gesicherte Forderung befriedigt wird, besitzt der Grundeigentümer das Recht die Grundschuld als Eigentümergrundschuld bewahren und diese wiederholt als Sicherheit nutzen. Im Allgemeinen bietet die Grundschuld die ausgeprägteren Gestaltungsmöglichkeiten und wirkt somit praxisgerechter. Sobald der Kredit getilgt ist, kann die Löschung der Grundschuld in das Grundbuch beantragt werden. Allerdings bringt dies einige Komplikationen mit sich. Zum einen könnte die bestehende Grundschuld im Grundbuch vorteilhaft sein, falls der Anspruch bestehen sollte, einen erneuten Kredit aufzunehmen. Zum anderen bringt die Löschung der Grundschuld viele Kosten, wie zum Beispiel Notarkosten mit sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Immobilienfinanzierung ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wahl zwischen Hypothek und Grundschuld.
2 Grundpfandrechte: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt und zwischen beweglichen Pfandrechten sowie unbeweglichen Grundpfandrechten differenziert.
3 Einsatzmöglichkeiten von unbeweglichen Grundpfandrechte im Kreditgeschäft: In diesem Kapitel werden Grundschuld und Hypothek detailliert definiert und in einer kritischen Analyse hinsichtlich ihrer Einsetzbarkeit verglichen.
4 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und bewertet die Grundschuld aufgrund ihrer Flexibilität als die praxisgerechtere Lösung für die Immobilienfinanzierung.
Schlüsselwörter
Grundpfandrecht, Grundschuld, Hypothek, Immobilienfinanzierung, Fremdfinanzierung, Kreditsicherung, Grundbuch, Sicherungsabrede, Akzessorietät, Flexibilität, Darlehen, Eigentümergrundschuld, Immobilie, Zwangsvollstreckung, Finanzierungsform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Absicherung von Immobiliendarlehen durch Grundpfandrechte und untersucht, welche Unterschiede und Vor- bzw. Nachteile zwischen der Hypothek und der Grundschuld bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Grundpfandrechten, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Grundbuchgestaltung sowie die betriebswirtschaftliche Analyse der Flexibilität und Kosten bei der Immobilienfinanzierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet, welche der beiden Darlehensformen – Hypothek oder Grundschuld – für die Finanzierung einer Immobilie in der Praxis eher in Frage kommt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Thematik durch Literaturanalyse, eine begriffliche Definition der Rechtsformen sowie eine kritische vergleichende Analyse der Anwendbarkeit im Kreditgeschäft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (bewegliche vs. unbewegliche Grundpfandrechte), die detaillierte Vorstellung von Grundschuld und Hypothek sowie deren vergleichende Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Grundschuld, Hypothek, Immobilienfinanzierung, Sicherungsabrede und Flexibilität geprägt.
Warum ist die Hypothek im Vergleich zur Grundschuld weniger flexibel?
Die Hypothek ist akzessorisch an eine Forderung gebunden, was bedeutet, dass sie mit der Tilgung der Forderung erlischt oder sich reduziert, während die Grundschuld losgelöst von der Forderung als abstrakte Sicherheit bestehen bleibt.
Welche finanziellen Aspekte sprechen gegen eine Hypothek?
Die Hypothek erfordert bei Tilgung des Kredits zwingend eine Löschung aus dem Grundbuch, was mit zusätzlichen Notarkosten verbunden ist, während die Grundschuld nach der Tilgung flexibler als Sicherheit weitergenutzt werden kann.
Was ist eine Eigentümergrundschuld?
Dies ist der Teil der Grundschuld, der dem Grundeigentümer verbleibt, sobald die gesicherte Forderung befriedigt wurde, wodurch das Recht weiterhin als Sicherheit für künftige Finanzierungen bestehen kann.
- Arbeit zitieren
- Natasha Piantadosi (Autor:in), 2017, Hypothek oder Grundschuld zur Absicherung eines Immobiliendarlehns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449789