Diese Arbeit soll den Versuch wagen, die komplexe, überaus faszinierende Hochkultur der Azteken in einem kurzen historischen Überblick darzustellen, eine Vorstellung von dem bevölkerten Areal des aztekischen Reiches, ihrer politischen Organisation und Gesellschaftsstruktur zu vermitteln, sowie ihre religiösen Bräuche und Glaubenssysteme aufzuzeigen.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt dabei auf der Hochphase der Azteken unter der Regentschaft von Moctezuma II. und des Aztekischen Dreibundes. All dies zwangsläufig hinführend zum überaus raschen Untergang des Aztekenreiches, herbeigeführt durch die spanische Eroberung und Kolonialisierung, welche in dieser Arbeit jedoch nicht genauer thematisiert werden soll.
Um diesem Vorhaben gerecht zu werden bedarf es einer umfassenden und kritischen Literaturrecherche, um eine möglichst genaue, wahrheitsgetreue und vor allem objektive Perspektive auf die Geschichte und das Leben der Azteken in Mesoamerika zu gewinnen. Dabei ist es durchweg nötig die Azteken als Volk aus ihrer Zeit heraus zu verstehen und sich bewusst zu machen, dass bis heute große Lücken in der Erkenntnismöglichkeit zu dem realen Leben der Azteken bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bezeichnung und Herkunft
3. Das aztekische Reich
3.1. Das Land
3.2. Soziale Infrastruktur
4. Religion und Kult
5. Die politische Ordnung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen historischen Überblick über die aztekische Hochkultur zu geben und dabei Aspekte wie deren Geografie, gesellschaftliche Organisation, Religion sowie politische Struktur unter der Herrschaft von Moctezuma II. kritisch zu beleuchten.
- Historische Einordnung und Herkunft der Azteken
- Die geografische und soziale Struktur des aztekischen Reiches
- Religiöse Praktiken, Weltanschauungen und der Diskurs um Menschenopfer
- Die politische Organisation des Aztekischen Dreibundes und seine Hegemonie
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Land
„Next morning, we came to a broad causeway and continued our march towards Iztapalapa. And when we saw all those cities and villages built in the water, and other great towns on dry land, and that straight and level causeway leading to Mexico, we were astounded. These great towns and cues [temple-pyramids] and buildings rising from the water, all made of stone, seemed like an enchanted vision from the tale of Amadis. Indeed, some of our soldiers asked whether it was not at all a dream. It is not suprising therefore that I should write in this vein. It was all so wonderful that I do not know how to describe this first glimpse of things never heard of, seen or dreamed of before.“ (Smith 1996: 1)
Anhand dieses Zitates von Bernal Díaz del Castillo (1495-1584), Verfasser von „Historia verdadera de la conquista de la Nueva España“ (1495) und beteiligter Soldat an der Eroberung und Kolonialisierung des aztekischen Reiches, bekommen wir einen Einblick in die Gedanken und Eindrücke, die sich den Spaniern auftaten als sie sich erstmals 1519 der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán näherten. Für die Spanier muss sich ein Anblick geboten haben, der sich gänzlich von allem unterschied was sie bis dahin kannten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die aztekische Kultur in einem kurzen historischen Überblick darzustellen und grundlegende Begriffe zur Identität dieses indigenen Volkes zu klären.
2. Bezeichnung und Herkunft: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen der historischen Quellenlage, die durch Zensur und subjektive Berichte der Eroberer und indianischer Autoren geprägt ist, sowie den Gründungsmythos der Azteken.
3. Das aztekische Reich: Der Abschnitt beschreibt das geografische Areal von Mesoamerika und analysiert die soziale Infrastruktur sowie die Ansiedlung des Volkes im Becken von Mexiko.
3.1. Das Land: Hier wird anhand zeitgenössischer Augenzeugenberichte die beeindruckende landschaftliche und städtebauliche Beschaffenheit des aztekischen Territoriums bei Ankunft der Spanier geschildert.
3.2. Soziale Infrastruktur: Dieses Kapitel erläutert die Expansion der Stadtstaaten, das Bevölkerungswachstum und die Notwendigkeit von agrarwirtschaftlichen Innovationen sowie die Bedeutung der polyethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung.
4. Religion und Kult: Dieser Teil setzt sich kritisch mit der Bedeutung der Religion für die aztekische Identität und dem wissenschaftlichen Diskurs über die Praxis der Menschenopfer auseinander.
5. Die politische Ordnung: Das Kapitel analysiert das Herrschaftssystem des Aztekischen Dreibundes und beschreibt die Struktur des Tributimperiums unter der Führung von Moctezuma II.
6. Fazit: Die Zusammenfassung reflektiert die Problematik der Zensur in der Geschichtsschreibung und betont die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Erforschung der aztekischen Kultur als Teil der menschlichen Entwicklung.
Schlüsselwörter
Azteken, Mesoamerika, Tenochtitlán, Moctezuma II., Aztekischer Dreibund, Nahuatl, Menschenopfer, Religion, Politische Ordnung, Tributimperium, Kolonialisierung, Spanische Eroberung, Quellenkritik, Identität, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Kultur der Azteken, wobei die Schwerpunkte auf der politischen Organisation, der gesellschaftlichen Struktur und den religiösen Glaubenssystemen liegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Hauptthemen gehören die Herkunft und Mythen der Azteken, ihre Siedlungsgebiete in Mesoamerika, ihr komplexes religiöses Pantheon sowie ihre hegemoniale politische Struktur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein objektives Verständnis über das Leben und die Geschichte der Azteken zu vermitteln und dabei die Verzerrungen durch historische Quellenkritik zu durchleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende und kritische Literaturrecherche, um die historische Perspektive der Azteken trotz der lückenhaften und ideologisch geprägten Quellenlage zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des aztekischen Reiches, seiner sozialen Infrastruktur, der Rolle von Religion und Kulthandlungen sowie der politischen Organisation durch den Dreibund.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Azteken, Mesoamerika, Tenochtitlán, Menschenopfer, Tributimperium und die kritische Auseinandersetzung mit der spanischen Eroberung.
Wie wurde das Problem der Quellenverzerrung durch die spanischen Eroberer behandelt?
Die Autorin betont die Notwendigkeit der Quellenkritik und nutzt moderne ethnologische Erkenntnisse, um die von Spaniern verfassten Berichte, die oft zur Rechtfertigung der Unterwerfung dienten, objektiv einzuordnen.
Was besagt die Arbeit zum Thema Menschenopfer?
Die Arbeit beleuchtet beide Seiten des wissenschaftlichen Diskurses: Zum einen die traditionelle Darstellung als barbarisches Ritus-Element und zum anderen moderne Forschungsstimmen, die den Mythos als kolonial geprägte Übertreibung hinterfragen.
Warum war der Aztekische Dreibund politisch fragil?
Das Reich litt unter einer fehlenden zentralen Herrschaftsinstanz und einem einheitlichen Staatsvolk, was die Instrumentalisierung durch die Spanier erleichterte.
- Arbeit zitieren
- Natalie Ruf (Autor:in), 2018, Das Reich der Azteken. Eine mesoamerikanische Hochkultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451162