„We Gon' Be Alright“. Eine Untersuchung zur Wechselwirkung zwischen #BlackLivesMatter und dem Hip-Hop


Facharbeit (Schule), 2018

20 Seiten, Note: 14


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Hip-Hop
2.1 Definition und Kultur
2.2Anfänge des Hip-Hop
2.3 Kommerzielle Wandlung des Hip-Hop
3. #BlackLivesMatter
3.1 Die Problematik
3.2 #BlackLivesMatter: Zeitlicher Verlauf

4. Hip-Hop x #BlackLivesMatter
4.1 Renaissance: Hip-Hop
4.1.1 Kendrick Lamar
4.1.2 To Pimp a Butterfly: Startschuss der Repolitisierung des Hip-Hop
4.1.3 To Pimp a Butterfly: „Alright“
4.2 HipHop: Die Stimme der Bewegung

5. Fazit und Hypothese

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

Diese Facharbeit befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen dem kommerziell gewandelten Hip-Hop und der im Jahre 2013 formierten Protestbewegung gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt in den USA.

Um diese Wechselwirkung ersichtlich zu machen, wird die Schilderung der Thematiken „Hip-Hop“ und „#BlackLivesMatter“ erst isoliert geschehen, bevor dann die Beziehung dieser beiden Faktoren erläutert wird. In Bezug auf die Musikrichtung Hip-Hop wird auf dessen Ursprung, der kommerziell bestimmten Wandlung und Kritik an dieser eingegangen. Bei der Auseinandersetzung mit der Protestbewegung werden Intention, Verlauf und die Bedeutsamkeit eines neuen Protestwerkzeugs dargestellt. Bei der finalen Herausarbeitung der Wechselwirkung zwischen dem Hip- Hop und #BlackLivesMatter wird anhand einer Analyse eines Werks aus dem Album „To Pimp A Butterfly“ des US-Rappers Kendrick Lamar die Auswirkung des Protests auf die Musik illustriert. Hierbei wird auch die Bedeutung dieser Musik für die Protestbewegung und deren Anhänger näher erläutert.

Konkludierend wird dann die Gewichtung der jeweiligen Einwirkungen bewertet und eine Hypothese bezüglich des weiteren Verlaufs von Hip-Hop aufgestellt.

2. Hip-Hop

Das folgende Kapitel befasst sich mit der Definition von Hip-Hop und dessen Entstehung. Darüber hinaus wird der kommerziell geprägte Wandel des Hip-Hop Anfang der 90er Jahre aufgezeigt. Grundlegend soll dieses Kapitel jedoch ein simples Wissensfundament schaffen um spätere Erklärungen bezüglich der Zusammenhänge zwischen der Musik des Hip-Hop und der Protestbewegung #BlackLivesMatter zu verstehen.

2.1 Definition und Kultur

Beim Versuch Hip-Hop zu definieren müsste man sich streng genommen an den amerikanischen Ursprung halten und das Hip-Hop Genre weniger als ausschließliche Musikrichtung sehen, sondern vielmehr als eine Kultur, die sich aus Elementen wie dem Breakdance, B-Boying, Graffiti-Writing und der heute allgemeinbekannten Praktik der Rap-Musik zusammensetzt.1 Da diese Definition heute jedoch relativ unbekannt ist und man bei Rap- Musik generell auch direkt mit dem Begriff „Hip-Hop“ hantiert, werde ich in Bezug auf die amerikanische Rap-Musik im Verlauf dieser Facharbeit immer über Hip-Hop sprechen.

Betrachtet man den kulturellen Rahmen des Hip-Hop, so wird schnell klar, dass diesem vielen verschieden musikalische Strömungen unterliegen. Die musikalischen Ströme des Hip-Hop reichen von „Battle-Rap“ oder Party- hymnen bis zu tiefgründigen Texten über politische oder soziale Themati- ken. Da Hip-Hop so heterogen in seinen musikalischen Umsetzungen ist und es historisch gesehen viele Veränderungen innerhalb der Kultur gab und geben wird, ist es schwer einen festen Rahmen zur Eingrenzung von Hip- Hop Musik zu finden.2

2.2 Anfänge des Hip-Hop

Anfang der 70er Jahre bildeten die New Yorker Stadtteile Harlem und Bronx die allgemeinen Geburtsstädte des Hip-Hop. Die überwiegend ju- gendliche, schwarze Bevölkerung dieser Stadtteile wollte ihr negatives Stigma ablegen und sich selbst neu erfinden.3 Hip-Hop war und ist eine sehr einfache Art sich schnell und einfach auszudrücken, da Hip-Hop Musik kaum materielle Voraussetzungen benötigt und die Technik des Sprachge- sangs sich überall trainieren lässt. Besonderes in den Anfängen hatte Hip- Hop darüber hinaus kaum Regeln, so dass jeder Hip-Hop praktizieren undein Teil der Kultur sein konnte ohne sich Gedanken um musikalische Formalitäten zu machen.4

Beim Hip-Hop ging es jedoch nicht immer um soziale oder politische Probleme, sondern oft auch um Kriminalität und Drogenkonsum. Besonders in der Bronx drehten sich die Texte der Werke, aufgrund der hohen Arbeitslosigkeitsrate von Jugendlichen und des darauf folgenden Anstiegs des Drogenhandels, oft um diese Themen und sorgten schon zu den Anfängen des Hip-Hop für einen schlechten Ruf der Szene.5

So bildete sich schon zum Anfang des Hip-Hop eine Pluralität an musikalischen Strömungen. Vertreter des politischen Hip-Hop dieser Zeit waren z.B. „Public Enemy“ oder „The Message“, wobei sich auf Seiten des sogenannten „Gangster-Raps“ Künstlergruppen wie „N.W.A“ oder „WC and the Mad Circle“ als bekannte Vertreter gelten, welche über die prekäre Situation der Jugendarbeitslosigkeit und der daraus resultierenden Drogenkriminalität aufklärten.6

2.3 Kommerzielle Wandlungen

„I’d like to say to all the industry people out there that control what we call hip hop, Idlike for people to put more of an effort to make hip hop the culture of music that it was, instead of the culture of violence that it is right now.“ 7

Hip-Hop fing Anfang der 80er Jahre an kommerziellen Wert zu erlangen und erreichte Ende der 90er fast 10 Prozent aller Musikverkäufe in den USA. Der Höhepunkt des Anteils an verkauften Hip-Hop Produktionen in den vereinigten Staaten war im Jahr 2002 mit fast 14 Prozent.8 Dieser kommerziell positive Trend des Hip-Hop trug einen parallel verlaufenden, kulturellen Wechsel der Szene mit sich.

Die früher dominierenden politischen Texte gerieten in den Hintergrund, bildeten eine Subkultur und machten Platz für eine neue, an Beliebtheit gewinnende Strömung des Hip-Hop. Der schon zu dieser Zeit bekannte Gangsterrap verwandelte sich in eine simple, stereotypisierende und radikale Version seiner Selbst. Diese „hyper-gangsta-ization“9 beförderte Hip-Hop in den Mainstream, wo die Themen rund um Prostitution, Kriminalität und Drogenhandel nun als Verkaufsschlager galten. Das Leben in der Kriminalität, welches zuvor mehrschichtig und ernst geschildert wurde, wird nun als selbstverständlich und attraktiv illustriert. Hip-Hop entwickelte eine Homo- phobie, erschuf ein verzerrtes Bild der Realität und wurde trotzdem, oder vielmehr genau deswegen, mit dem Eintritt in den Mainstream und dem kommerziellem Erfolg belohnt.

3. #BlackLivesMatter

Die Protestbewegung fing mit einem Post im Internet an, gewann Aufmerk samkeit und initiierte eine nationale Protestbewegung. Dieses Kapitel dieser Facharbeit erläutert den zeitlichen Verlauf der Bewegung, ihrer Intention und die ausschlaggebende Rolle der sozialen Medien. Hierbei handelt es sich, ähnlich wie beim zweiten Kapitel, um eine isolierte Darstellung des Themas, um später näher auf die Zusammenhänge einzugehen.

3.1 Die Problematik

Die USA ist weltweit bekannt für ihre historisch bedingten Waffengesetzte so auch für eskalierenden Gewaltakte, die nicht selten in einem Schuss wechsel enden. Amerika hatte allein im Jahr 2016 mehr als 450 Tote durch bewaffnete Polizeigewalt vorzuweisen. Vergleicht man nun den Anteil von Afroamerikanern in den USA, welcher bei 13 Prozent liegt, und den Anteil der durch Polizeibrutalität getöteten Personen dieser ethnischen Gruppie-rung, welcher circa ein Drittel darstellt, so lässt sich eine deutliche Disproportion in der angewandten, tödlich endenen Polizeigewalt feststellen. Daten zeigen auch, dass Afroamerikaner, im Vergleich zu anderen ethnischen Gruppen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, aufgrund von Drogendelikten, verhaftet werden. Dies hat den heute präsenten überproportionalen Anteil der schwarzen Gefängnisbevölkerung als Folge hat.10

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts „The Sentencing Project“ legen offen, dass 61 bis 80 Prozent des überproportionalen Anteils der schwarzen Gefängnisinsassen durch die höhere Kriminalitätsrate in afroamerikanischen Gemeinschaften zu erklären ist. Daraus folgend lässt sich schließen, dass bis zu 39 Prozent der schwarzen Überrepräsentation in Gefängnissen auf andere Faktoren zurückzuführend sind. Diese statistisch belegten Unterschiede im polizeilichen Verhalten gegenüber Bürgern der USA haben Kritik in der allgemeinen Strafverfolgung angeheizt und gipfelten in der #BlackLivesMatter-Bewegung.11

3.2 #BlackLivesMatter: Zeitlicher Verlauf

26 Februar, 2012, George Zimmermann, ein Mitglied der Nachbarschaftswache in Sanford, Florida, erschoss den 17 jährigen Trayvon Martin. Martin war gerade auf dem Weg von einen kleinen Einkauf nach Hause und war mit einem Eistee und einer Packung Skittles unterwegs. Laut eigener Aussage von Zimmermann war die Nutzung einer Schusswaffe reine Notwehr, ausgelöst durch physische Gewalt von Seiten Martins.12

George Zimmermann wird freigesprochen. Entsetzen über die Freisprechung löst erste Proteste aus, welche zu dem Zeitpunkt noch nicht unter der Fahne der Black Lives Matter Bewegung stattfanden.

[...]


1 Vgl. Prof. Curdt, Oliver, Hip-Hop und Rap - die Kunst des Rappens, Vorlesung an der Hochschule der Medien Stuttgart, o.J., 5.

2 Vgl. Weber, Thomas, Grundideen des HipHop: Ursprung und Wandel, Magisterarbeit,Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2012 , 34.

3 Vgl. Owusu-Boateng, Collins, Musikalische Markenzeichen der HipHop-Musik, Bachel-orarbeit, Hochschule der Medien Stuttgart, 2009 , 3.

4 Vgl. Prof. Curdt, Oliver, Hip-Hop und Rap - die Kunst des Rappens, Vorlesung an der Hochschule der Medien Stuttgart, o.J., 5.

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. Rose, Tricia, The Hip Hop Wars: What We Talk About When We Talk About Hip Hop--and Why It Matters, o.O, 2008, 3.

7 Rose, Tricia, The Hip Hop Wars: What We Talk About When We Talk About Hip Hop--and Why It Matters, o.O, 2008, 1.

8 Vgl. Rose, Tricia, The Hip Hop Wars: What We Talk About When We Talk About Hip Hop--and Why It Matters, o.O, 2008, 3f.

9 Rose, Tricia, The Hip Hop Wars: What We Talk About When We Talk About Hip Hop--and Why It Matters, o.O, 2008, 3.

10 Vgl. German Lopez, Police shootings and brutality in the US: 9 things you should know,https://www.vox.com/cards/police-brutality-shootings-us/us-police-racism, (19.08.2018).

11 Vgl. Ebd.

12 Vgl. Matt Williams, George Zimmerman told police Trayvon Martin beat his head into pavement, https://www.theguardian.com/world/2012/mar/26/george-zimmerman-trayvon- martin-police-report, (19.08.2018).

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
„We Gon' Be Alright“. Eine Untersuchung zur Wechselwirkung zwischen #BlackLivesMatter und dem Hip-Hop
Note
14
Autor
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V451367
ISBN (eBook)
9783668863255
ISBN (Buch)
9783668863262
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hip-Hop, #BlackLivesMater, Protestbewegung, Geschichte, Kendrick Lamar, Politik, Musik, Bürgerrechtsbewegung
Arbeit zitieren
Lukas Schneider (Autor), 2018, „We Gon' Be Alright“. Eine Untersuchung zur Wechselwirkung zwischen #BlackLivesMatter und dem Hip-Hop, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451367

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