Möglichkeiten der Einbeziehung von Yoga in den Sportunterricht


Facharbeit (Schule), 2018
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition Yoga

3. Geschichte des Yoga

4. Die 8 Stufen des klassischen Yoga

5. Yoga-Arten

6. Wirkung auf den Menschen

7. Yoga in unterschiedlichen Bewegungsfeldern des Sportunterrichts
7.1 Laufen, Springen, Werfen/Stoßen
7.2 Bewegung gymnastisch, rhythmisch, tänzerisch gestalten
7.3 Fitness

8. Fazit

9. Abbildungsverzeichnis

10. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist.“ ~ Decimus Iunius Iuvenalis

Mittlerweile ist Stress das zweitgrößte berufsbedingte Gesundheitsproblem in Europa. Er kann beispielsweise durch die Familie, Krankheiten, aber auch durch Freizeitaktivitäten ausgelöst werden.[1] Bei Kindern und Jugendlichen ist der Schulstress eine der häufigsten Stressarten. Der zunehmende Leistungsdruck auf Grund der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre (Brandenburg/Berlin 6 Jahre) und der zu hohen Erwartungen der Eltern führen zu etlichen gesundheitlichen Schäden. Kopf- und Bauchschmerzen, aber auch Essstörungen, Ängste, emotionale Probleme und depressive Erscheinungen entstehen durch eine schulische Überforderung. Bereits 15% aller Kinder kommen schon mit psychischen Auffälligkeiten zur Schule. Bei 25% der Kinder und Jugendlichen werden psychische oder psychosomatische Befunde während der Schulzeit festgestellt.[2] Laut einer Studie des Instituts für Psychologie und des Zentrums für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universität Lüneburg klagen etwa 40% der Schüler und Schülerinnen mehrmals wöchentlich über körperliche oder psychische Beschwerden. Diese steigen bei Mädchen ab 15 Jahren mit zunehmendem Alter an. Bei Jungen ab 14 Jahren nehmen sie jedoch langsam wieder ab.[3] Was scheinbar so harmlos anfängt, kann zu erheblichen folgenschweren Schäden führen. Durch jeglichen Stress verursachte Krankheiten sind zum Beispiel Bluthochdruck, Herzinfarkt, Panikattacken, Schlafstörungen, massive Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme, Ohrgeräusche (Tinnitus) sowie Burn-out.[4]

Um diese Krankheiten zu vermeiden oder zu heilen, nutzen Millionen Menschen die Lebenskunst Yoga. Wäre es nicht auch möglich, Yoga in den Sportunterricht einzubauen, um gesundheitliche Schäden vorzubeugen und die häufig auftretenden Beschwerden der Schüler zu lindern?

2. Definition Yoga

Nach Patanjali, einem indischen Gelehrten und sogenannten Urvater des Yoga, ist es eine altindische philosophische Lehre beziehungsweise theoretische Weltanschauung.[5] Es wird als Methode, welche alle Energien des Menschen mit den Energien des Universums in Harmonie bringt und vereint, beschrieben. Damit es jedoch überhaupt erst zu dieser Harmonie kommt, muss der Mensch mit sich selbst im Einklang sein.[6] Darin besteht auch das Hauptziel des Yoga, den Körper mit Seele und Geist ins Gleichgewicht zu bringen und den Geist von Sinnestäuschungen sowie Gedankenverwirrungen zu befreien.[7]

3. Geschichte des Yoga

Historiker nahmen an, dass die grundsätzliche Idee des Yoga vor ungefähr 3000 Jahren im Südwesten Asiens entstand. Damals suchten nur Heilige den „Kontakt mit dem Göttlichen“ über den Yoga. Körperübungen, wie wir sie heute kennen und ausüben, waren in dieser Zeit noch nicht bekannt. Bei Ausgrabungen gefundene Artefakte zeigen jedoch meditierende Menschen im Lotussitz. Padmasana (=Lotussitz) war somit die erste yogische Haltung.

Etwa 200 v. Chr. schrieb der Weise Patanjali die in allen Traditionslinien anerkannten Yoga-Sutras, welche bis heute als Grundlage des Yoga-Übungsweges gelten. Somit war sozusagen das erste Handbuch für Yoga entstanden. Der von ihm beschriebene Yoga-Weg ist auch bekannt als Ashtanga Yoga – der Yoga des achtgliedrigen Pfades.[8]

4. Die 8 Stufen des klassischen Yoga

Patanjalis Yoga-Sutras sollen den Yogi zur inneren Freiheit bringen. Dazu formulierte er einen achtgliedrigen Pfad. Dabei sind alle Stufen fest miteinander verbunden und keine ist wertvoller als die andere.

Yama

Yama, die erste Stufe, bedeutet so viel wie Zurückhaltung oder Enthaltung. Sie gibt Verhaltensempfehlungen gegenüber anderen vor. Die Grundregeln des Zusammenlebens bilden Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya), Nicht-Stehlen (Asteya), Enthaltsamkeit (Brahmacharya) und Besitzlosigkeit (Aparigraha).

Niyama

Die zweite Stufe umfasst die positiven Empfehlungen, um welche Qualitäten sich ein Yogi, also ein Schüler, bemühen sollte. Beispielsweise die Reinheit oder Sauberkeit (Shauca), die Zufriedenheit (Santosha), die Disziplin (Tapas), die Selbsterforschung (Svadhyaya) und die Hingabe an den Herrn (Isvara Pranidhana) zeigen die Ansprüche an den Schüler.

Asana

Die Asanas sind die Körperübungen, welche beim Yoga praktiziert werden. Sie dienen dazu, den Körper zu kräftigen, den Geist zu beruhigen und sich in einen Zustand der Harmonie zu versetzen. Hatha Yoga ist im Westen das bekannteste Training.

Pranayama

Ein weiteres Glied des achtstufigen Yoga-Weges ist das Kontrollieren der Atmung. Die Atemübungen sind darauf ausgelegt, dem Yogi bei der Beherrschung der Lebenskraft zu helfen. Das Atmen erfolgt dabei immer lang, ruhig und im selben Rhythmus: ausatmen, einatmen, anhalten.

Pratyahara

Die fünfte Stufe beschreibt das Zurückziehen der Sinne, des Geistes und des Bewusstseins von der Außenwelt. Die Beruhigung des Denkens, die Beherrschung der Sinnesorgane sowie die Konzentration auf das eigene Innere sind dabei sehr wichtig.

Dharana

Die Dharana beschäftigt sich mit der fokussierten Konzentration. Das heißt, sie umfasst die, durch bloße Aufmerksamkeit erzielte, aktive und bewusste Hinlenkung der Aufmerksamkeit auf Objekte.

Dhyana

Die Dhyana beinhaltet die Meditation, wobei sich das Bewusstsein in die Seele zurückzieht. Das Meditieren ist die Besinnung, die zur Sinnfindung führt.

Samadhi

Die letzte Stufe ist das ursprüngliche Ziel jedes Yoga-Weges. Man befindet sich im Idealzustand, sobald man alle beschriebenen Wege durchlaufen ist. Das Erleben der Einheit mit dem Universum, dem Göttlichen und einer unsagbaren Freude ist jedoch eine sehr seltene Erfahrungsstufe. Dies kann nämlich mehrere Jahre oder sogar ein ganzes Leben lang dauern.[9]

5. Yoga-Arten

Neben dem klassischen Yoga gibt es noch viele weitere Yoga-Richtungen.

Eine der verbreitetsten ist wohl der Hatha-Yoga, bei dem die ein- und ausströmenden Energien im Gleichgewicht gehalten werden. Die Asanas helfen dabei die Muskeln zu stärken, den Bewegungsapparat und die inneren Organe in Harmonie zu bringen, den Kreislauf anzuregen, das Nervensystem zu entspannen und die Atmung sowie die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.[10] Die Ausführung der Körperübungen erfolgt langsam und entspannt. Geatmet wird im Einklang mit der Bewegung.[11]

Das Vinyasa oder Vinyasa Flow Yoga ist ebenfalls ein populärer dynamischer Yogastil. Im Vergleich zum Hatha Yoga wird hier oft auf die Meditation verzichtet. Atmung und Körperübungen stehen dafür im Fokus. Diese Yoga-Richtung wird auch Flow genannt, da Atmung und Bewegung bewusst verknüpft werden und auch der fließende Wechsel von einer in die andere Position erfolgt. Kraft, Kondition und Achtsamkeit werden dadurch gefördert.[12]

Eine weitere bekannte Art ist das Yin-Yoga. Laut Paul Grilly ist sie eine ruhige Form der Yogapraxis, die schon immer existierte. Die Yoga-Richtung hilft beim Abfedern des steigenden Leistungsdrucks, beim Stressabbau sowie beim Energieaufbau.[13] Die Asanas werden sehr langsam aufgebaut und auch besonders lang gehalten (meist 2-5 Minuten). Die verkrampften Muskeln werden dadurch gelöst und entspannt.[14]

Auch im Wasser kann die indische Lehre praktiziert werden. Durch die Übungen des Aquayoga wird der Geist zentriert, da es hierbei meist besser gelingt, sich auf die Meditation und die Entspannungsphasen einzulassen. Das Wasser ist angenehm warm und um störende Nebengeräusche auszuschalten, können einfach die Ohren in der Schwebelage ins Wasser getaucht werden.[15]

Weitere Yogastile wären beispielsweise Acro Yoga, Anusara Yoga, Bikram Yoga, Forrest Yoga, Hormon Yoga, Power Yoga/Yoga Pilates und Wellness Yoga.[16]

6. Wirkung auf den Menschen

„Yoga ist für mich eine Form der Gymnastik.

Yoga ist für mich ein körperbetontes Fitnesstraining.

Yoga ist für mich eine Methode Stress abzubauen.

Yoga ist für mich ein gutes Mittel, den Alltag hinter mir zu lassen, mich zu entspannen oder zu meditieren.

Yoga ist für mich die beste Gelegenheit gesund zu bleiben bzw. zu werden.

Yoga ist für mich eine Methode mich selbst besser kennenzulernen.

Yoga ist für mich ein spiritueller Weg.“[17]

Yoga kann somit für jeden einen anderen Charakter haben.

Die indische Lehre wird von etlichen Ärzten und Therapeuten empfohlen, da sie als Mittel zur Heilung oder Wiederherstellung der vollen physischen sowie psychischen Leistungsfähigkeit dient.

Um sich körperlich und mental auf bevorstehende Wettkämpe vorzubereiten, praktizieren sogar viele Spitzensportler regelmäßig Asanas. Yoga kann bei bereits sporttreibenden Menschen auch bestimmte Mängel bezüglich Kraft, Beweglichkeit, Balance oder Konzentrationsvermögen ausgleichen.

Des Weiteren kann mit Yoga der Stress, der auch für eine Menge Krankheiten verantwortlich ist, gelindert werden. Die Herzfunktion, Verdauung und Sehkraft können damit stabilisiert und verbessert werden. Das Immunsystem wird gestärkt. Selbst die Behandlung von Bluthochdruck, Altersdiabetes, Atemwegsprobleme, Schlafstörungen und sogar chronische Kopf- oder Rückenschmerzen kann durch eine regelmäßige Yoga-Praxis erfolgen.

Die Lebenskunst stärkt außerdem das Selbstvertrauen, steigert das Selbstwertgefühl und verbessert das Konzentrationsvermögen. Somit hat Yoga eine sehr positive Auswirkung auf die Menschen.[18]

7. Yoga in unterschiedlichen Bewegungsfeldern des Sportunterrichts

7.1 Laufen, Springen, Werfen/Stoßen

Neben den Grundformen der menschlichen Bewegung sind Laufen, Springen und Werfen/Stoßen auch noch die Basen weiterer sportlicher Aktivitäten.

Das Bewegungsfeld umfasst nicht nur die Schulung einer allgemeinen Lauf-, Sprung- und Wurf- beziehungsweise Stoßgeschicklichkeit, sondern auch ausdauerndes und schnelles Laufen, weites und hohes Springen sowie weites Werfen und Stoßen.[19]

In diesem Themenfeld sollten Asanas eingesetzt werden, die zur Kräftigung der Bein- und Armmuskulatur sowie zur Stärkung der Ausdauer dienen. Diese können als Dehnübungen am Anfang und/oder am Ende der Sportstunde einbezogen werden.

Die folgenden Yoga-Stellungen in den drei Bewegungsfeldern sind Beispielübungen, die im Unterricht angewendet werden könnten. Sie sind eine Mischung aus mehreren Yogastilen und beziehen sich nicht auf eine bestimmte Yoga-Art.

[...]


[1] vgl. Grunert, Ulrike/Dr. med. Grunert, Detlef (2008), S. 17

[2] vgl. https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/856533/jugendaerzte-schlagen-alarm-schulstress-macht-immer-kinder-krank.html

[3] https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/stress/news/stress-jeder-dritte-schueler-krank-durch-stress_aid_470543.html

[4] vgl. Grunert, Ulrike/Dr. med. Grunert, Detlef (2008), S. 17f

[5] vgl. Arndt, Friederike (2016), S. 4

[6] vgl. Waesse, Harry (1995), S.8

[7] vgl. http://www.info-magazin.com/?suchbegriff=yoga

[8] vgl. Miessner, Wolfgang/Zylla, Amiena (2009), S. 10f

[9] vgl. Arndt, Friederike (2016), S. 4f; Kirk, Martin (2015), S. 7; Miessner, Wolfgang/Zylla, Amiena (2009), S. 25f

[10] vgl. Waesse, Harry (1995), S. 9

[11] vgl. http://www.yoga-jetzt.net/vinyasa-yoga/

[12] vgl. http://www.yoga-jetzt.net/hatha-yoga/

[13] vgl. Baumgartner, Helga (2016), S. 10f

[14] vgl. http://www.yoga-jetzt.net/yoga-im-herbst/

[15] vgl. Hüster, Kirsten (2009), S. 29f

[16] vgl. http://www.yoga-jetzt.net/yoga-arten/

[17] Miessner, Wolfgang/Zylla, Amiena (2009),

[18] vgl. Miessner, Wolfgang/Zylla, Amiena (2009), S. 18

[19] vgl. http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/sekundarstufe_I/2008/Sport-RLP_Sek.I_2008_Brandenburg.pdf, S. 18

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der Einbeziehung von Yoga in den Sportunterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V451653
ISBN (eBook)
9783668843639
ISBN (Buch)
9783668843646
Sprache
Deutsch
Schlagworte
möglichkeiten, einbeziehung, yoga, sportunterricht
Arbeit zitieren
Lena Risse (Autor), 2018, Möglichkeiten der Einbeziehung von Yoga in den Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451653

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