Migration unter den Bedingungen der sich verändernden internationalen Arbeitsteilung und der Globalisierung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

17 Seiten, Note: ohne


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Migration – Definition – Begriffserklärung

3. Veränderungen in der internationalen Arbeitsteilung – Globalisierung

4. Assimilationismus – Transnationalismus
4.1 Definition Assimilation
4.2 Definition Transnationalismus
4.3 Assimilationismus und Transnationalismus in der Migrationsforschung

5. Veränderte Integrationsbedingungen in der Zielgesellschaft, durch die Zunahme von Transmigranten als Ergebnis der Globalisierung?

6. Lässt sich die „neue Migration“ steuern?

7. Resümee

1. Einleitung

In den letzten Jahrzehnten ist ein qualitativer Wandel in der Natur von internationalen Migrationsprozessen zu registrieren, und im Zusammenhang der allgemeinen Globalisierungstendenzen ist von einem neuen „Zeitalter der Migration“ (Castle / Miller) die Rede.“ (Pries, 1996: 456)

In dieser Hausarbeit geht es mir darum, herauszuarbeiten, ob es im Zuge der veränderten internationalen Arbeitsteilung, und der zunehmenden Globalisierung, neuer Betrachtungsformen der Migration bedarf.

Im ersten Schritt werde ich eine „klassische“ Definition der Migration entfalten. Nachdem ich dann kurz die Veränderungen auf dem Internationalen Arbeitsmarkt im Zuge der Globalisierung dargestellt habe, werde ich mich mit dem Schwerpunkt der transnationalen Migration als mögliches Resultat der Globalisierung beschäftigen. Die scheinbar konträre wissenschaftliche Diskussion und Definition, zwischen den Positionen des Assimilationismus und Transnationalismus werde ich vorweg erläutern.

Hauptsächlich werde ich herausarbeiten, ob es im Zuge der durch die Globalisierung verursachten, veränderten Migration zu Aufgaben bei der Integration – der Assimilation - der Migranten in die Gesellschaft kommt. Im Anschluss werde ich eventuelle Lösungsmöglichkeiten darstellen.

2. Migration – Definition – Begriffserklärung

In den Sozialwissenschaften gibt es keine einheitliche Auslegung des Begriffes Migration, es werden bei der Definition jeweils unterschiedliche Aspekte des Phänomens betrachtet. Je nach wissenschaftlicher Betrachtungsweise der Migrationsforschung wird mit folgenden Definitionen wie zum Beispiel:

„Migration – unter Migration wird (...) jede Wohnsitzverlegung über eine größere Distanz verstanden. Dabei können – müssen aber nicht - Grenzen überschritten werden. Die jeweilige Staatsangehörigkeit der Migrantinnen und Migranten ist für diese Entscheidung unerheblich.“ (Wenning 1996: 14)

„Migration , der wissenschaftliche Begriff für Wanderung, hat mittlerweile Eingang in die Sprache der Öffentlichkeit und der Politik gefunden. Emigration und Immigration, die Bezeichnungen für die jeweilige unterschiedliche Richtung der Migrationbewegung, sind schon länger geläufig. Nun beginnt sich mit zeitlicher Verzögerung auch der Oberbegriff Migration durchzusetzen. ... Bezüglich Raum und Zeit werden häufig eine gewisse Distanz und eine gewisse Dauer für notwendig erachtet (...), damit aus einer bloßen Ortsveränderung Migration wird. ... Migration als den auf Dauer angelegten bzw. dauerhaft werdenden Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine Region von einzelnen oder mehreren Menschen. “ (Treibel 1999: 101 – 102) gearbeitet.

Migration ist als ein Prozess der Zu- und Abwanderung, sowie der Wechselwanderung / Pendelmigration zu begreifen. Migranten werden aus mehreren Gründen zu Migranten, diese können sowohl freiwilliger Art – Arbeitsplatzwahl, Aussteiger, Familienzusammenführung oder Beziehungsmigration, als auch unfreiwilliger Art, Vertreibung (z.B. durch ethnischen Säuberungen wie in Jugoslawien), politische Verfolgung oder ökonomischer Druck im eigenen Lebensraum sein.

Neben der Zu- und Abwanderung gibt es auch die Pendelmigration - Transmigration, ein Hin –und Herwandern, z.B. aus beruflichen Gründen, der geographischen Verlegung des Arbeitsplatzes für die Dauer der Erwerbstätigkeit. Diese Transmigration nimmt, bedingt durch die Globalisierung in der westlichen Welt, mehr und mehr zu. Sie wird, empirisch betrachtet, in der Zukunft die „klassische“ Migration, der Auswanderung aus einer Herkunftsgesellschaft und der Einwanderung in eine Zielgesellschaft, ersetzen.

Eine meiner Meinung nach, für den Schwerpunkt dieser Hausarbeit, der Fragestellung ob die zunehmende Globalisierung ein verändertes Migrationsverhalten zur Folge hat, zutreffende Definition der Migration:

„Denn Migration in der modernen Gesellschaft bezeichnet den Versuch der Teilnahme an sozialen Systemen an einem anderen geographischen Ort.“ (Bommes1999: 11)

Diese Definition halte ich für die am ehesten zutreffende da sie, erstens von dem Versuch und der Teilnahme am sozialen System in der Zielgesellschaft spricht, was implizit nicht zur Folge haben muss, das der Migrant sich im klassischen Sinne ganz in die Zielgesellschaft integriert.

3. Veränderungen in der internationalen Arbeitsteilung durch die Globalisierung

Wie definiert man Globalisierung, und unter welchen wissenschaftlichen Betrachtungswinkel, deutet man diesen Prozess?

Antony Giddens formulierte: „Definieren lässt sich der Begriff Globalisierung im Sinne einer Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen, durch die entfernte Orte in solcher Weise miteinander verbunden werden, dass Ereignisse an einem Ort durch Vorgänge geprägt werden, die sich an einem viele Kilometer entfernten Ort abspielen, und umgekehrt.“ (Giddens, 1995: 85).

Neben der Kommunikationsrevolution, der technischen Explosion der Kommunikationsmöglichkeit (Mobilfunktelefonnetze und das World Wide Web), der Akkumulation internationaler Finanztransaktionen, gehört der Aspekt der Veränderung des Gefüges der internationalen Arbeitsteilung zu den Resultaten und Bedingungen der zunehmenden Globalisierung.

Durch die Bildung von Staatenbündnisse Anfang des 20. Jahrhunderts, und den daraus resultierenden, sukzessive wachsenden, sich politisch stabilisierenden, Wirtschaftsbündnissen, wie die EU und G8, nahm neben der Mobilität der Menschen, dem zunehmenden grenzüberschreitenden Warentransfer, auch die Mobilität des Kapitals zu, die Genese großer global agierender Unternehmen zu so genannten global players. Den bisherigen Höhepunkt erreichten die grenzüberschreitenden Investitionen der global – players, mit dem Zerfall der ehemaligen UdSSR, der GUS und der Ende der 80. Jahre sowie der wirtschaftlichen Öffnung Chinas Ende der 90. Jahre. Einzelne ehemals durch die nationalen Grenzen „geschützte“ Unternehmen müssen nun durch die internationale Konkurrenz und dem grenzübergreifenden Kostenwettbewerb, entweder selbst zum global player mutieren, mit größeren internationalen Unternehmen fusionieren oder ihre Produktion, unter dem Aspekt der Kostensenkung, in andere Länder verlagern. Der nun mobile Kapitalmarkt mit seinen Unternehmen zwingt den immobile Akteure, die Gesellschaft, den Staat und der Arbeit, zu reagieren. Dem Staat bleibt nur die Möglichkeit dem mobilen Kapital günstige Standortbedingungen zu schaffen, mittels Subventionen und Infrastruktur. Ein aktuelles Beispiel für die Eingriffsmöglichkeit des Staates wäre der Sanierungsplan von General Motors, langfristig tausende Arbeitsplätze streichen zu wollen. Während nun Deutschland nicht in diesen Prozess als Akteur einsteigt, den angeschlagenen Opelkonzern zu unterstützen, geht Schweden den Weg eines aktiven Eingreifens, in dem es das betroffene Saab Werk unterstützt.

Der bis dato immobile Part der Arbeit muss sich der Mobilität des Kapitals anpassen. Sofern in dem eigenen Lebensmittelpunkt, der eigenen Gesellschaft, nicht ausreichend Arbeit zur Verfügung steht, muss der potentielle Arbeitnehmer der potentiellen Arbeit folgen. Sie müssen mit der wegziehenden oder anderorts neu geschaffenen Arbeit „wandern“. Diese ökonomisch bedingte Wanderung Einzelner oder Gruppen, ist nicht mehr nur im klassischen Sinne der Süd Nordwanderungen, der noch vor 50 Jahren vorherrschenden ökonomischen Migration, zu betrachten. Bedingt durch Globalisierung findet diese Form der Migration nun auch häufiger innerhalb Westeuropas und Amerika statt. Unter welchen Gesichtspunkten nun die Veränderung der internationalen Arbeitsteilung, Einfluss auf die Wertigkeit und die Sichtweisen der Bevölkerungswissenschaft, den Umgang mit den erzielten Prognosen der Migrationsbewegungen , werde ich in einem späteren Kapitel noch bearbeiten.

4. Assimilationismus – Transnationalismus

Assimilationismus und Transnationalismus sind zwei die Migrationsforschung betreffende, wissenschaftstheoretische Ansätze. Die Bezeichnung Transnationalismus und Assimilationismus sind von Bommes (vgl.2003) und von anderen über die englischen Bezeichnung abgeleitet. Der „Konflikt“ zwischen den beiden Ansätzen besteht darin, dass die Transnationalisten den Assimilationisten vorwerfen, nur in den Kategorien überalterter Vorstellungen von Migration zu „denken“. Die beiden theoretischen Ansätze werde ich im Folgenden erläutern und gegenüberstellen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Migration unter den Bedingungen der sich verändernden internationalen Arbeitsteilung und der Globalisierung
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Sozialwissenschaften)
Note
ohne
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V45233
ISBN (eBook)
9783638426688
ISBN (Buch)
9783638772853
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es geht bei dieser Hausarbeit in erster Linie um eine Auseinandersetzung mit der Veränderung der Migration im Zusammenhang mit der Globalisierung. Den Vergleich der theoretischen Ansätze der Assimilisten und der Transnationalisten, der Herausarbeitung, welche der beiden Migrationstheorien dem Ist-Zustand durch die Veränderung durch die Globalisierung mehr entspricht, "aktueller" ist.
Schlagworte
Migration, Bedingungen, Arbeitsteilung, Globalisierung
Arbeit zitieren
Diplom Sozialwissenschaftler Thomas Kruthaup (Autor), 2005, Migration unter den Bedingungen der sich verändernden internationalen Arbeitsteilung und der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45233

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