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Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann

Titre: Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2005 , 10 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Hilmar Sattler (Auteur)

Sociologie - Généralités et Théories
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Niklas Luhmann entwickelte im Verlauf von Jahrzehnten seine Systemtheorie und veröffentlichte diese im Jahre 1971. Er stellte eine Theorie vor, die den Anspruch erhob eine gesamtge sellschaftliche Theorie zu sein, d.h. dass sie sich auf alles und jedes menschliche, gesellschaftliche Handeln anwenden lassen sollte. Luhmann stellte den Anspruch, die gesamte Gesellschaft und alle in dieser vorkommenden Handlungen von Einzelindividuen bzw. Gruppen begründen zu können. Selbstredend erregte diese Theorie viel Aufsehen, nicht nur in soziologischen Expertenkreisen. Luhmanns hoher Anspruch, eine gesamtgesellschaftliche Theorie entwickelt zu haben, musste einfach zur Polarisierung beitragen. Die Krit iker der Luhmannschen Systemtheorie führte Jürgen Habermas an, welcher sich mit der Theorie befasste und sich mit dieser umfangreich auseinandersetzte. Hieraus entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen Habermas und Luhmann und es erschienen mannigfaltige Artikel in soziologischen Fachzeitschriften. Bekannt geworden ist die Kontroverse als Habermas–Luhmann-Kontroverse. Habermas schrieb 1981 eine Art Gegenstück zu Luhmanns Systemtheorie, und zwar die Theorie des kommunikativen Handelns, welche unter anderem aus der ausführlichen Auseinandersetzung mit der Systemtheorie Luhmanns entstanden war.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Teil von Luhmanns Systemtheorie und zwar mit den Ausführungen zum Thema „Bewusstsein und Kommunikation“. In dieser Arbeit sollen die Grundzüge und Grundbegriffe kurz dargestellt und dem Leser verständlich erklärt werden. Zunächst wird der Begriff der Autopoiesis vorgestellt, welche r eigentlich der Biologie zugeschrieben wird, aber durch Luhmann auch Einzug in die Soziologie gehalten hat. Im Anschluss an die Autopoiesis werden Kommunikation und Bewusstsein und die Sicht Luhmanns auf Beide dargestellt. Im Folgenden wird der dreistellige Selektionsprozess der 2 Kommunikation bestehend aus der Information, der Mitteilung und des Verstehens erörtert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

B) Autopoiesis

C) Kommunikation und Bewusstsein

a) Dreistelliger Selektionsprozess

aa) Die Information

bb) Die Mitteilung

cc) Das Verstehen

b) Zusammenfassung

D) Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die komplexen Grundlagen von Niklas Luhmanns Systemtheorie, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Bewusstsein und Kommunikation, verständlich zu erläutern und den zentralen Begriff der Autopoiesis soziologisch zu kontextualisieren.

  • Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann
  • Bedeutung und Herkunft des Konzepts der Autopoiesis
  • Abgrenzung von Bewusstsein und Kommunikation als autopoietische Systeme
  • Analyse des dreistelligen Selektionsprozesses der Kommunikation
  • Diskussion der Emergenz sozialer Systeme

Auszug aus dem Buch

C) Kommunikation und Bewusstsein

Kommunikation dient bei Luhmann nicht in erster Linie der Informationsvermittlung. Bei ihm bildet die Kommunikation und nicht der Mensch die Grundlage für soziale Systeme. Kommunikation wird in der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann nicht als Verständigung zwischen Individuen, sondern als eine emergente Realität betrachtet.

Es besteht die Konvention des Kommunikationssystems Gesellschaft, wenn man davon ausgeht, dass Menschen kommunizieren können. Hier liegt laut Luhmann ein Fehler vor. Menschen können gemäß seiner Theorie nicht kommunizieren, nicht einmal ihre Gehirne können kommunizieren, nicht einmal das Bewusstsein kann kommunizieren. Jedoch ist das Bewusstsein an der Kommunikation beteiligt. Fraglich ist, was beteiligt sein in diesem Fall bedeutet. Zunächst lässt sich feststellen, dass Kommunikation ohne das Bewusstsein zum Erliegen kommen würde. Unser Bewusstsein arbeitet als geschlossenes autopoietisches System. Es gibt keine Verknüpfung des Bewusstseins mit einem anderen Bewusstsein. Das Bewusstsein kann nicht bewusst kommunizieren. Bewusstsein kann sich vorstellen, dass es kommuniziert, aber das bleibt eine eigene Vorstellung des Systems, eine interne Operation, die die Fortsetzung der eigenen weiteren Gedankenführung ermöglicht – aber eben nicht Kommunikation ist.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung der Systemtheorie von Niklas Luhmann und erläutert den Hintergrund der bekannten Habermas-Luhmann-Kontroverse.

B) Autopoiesis: Hier wird der aus der Biologie stammende Begriff der Autopoiesis eingeführt und auf soziale Systeme übertragen, um zu erklären, wie sich Systeme durch selbstreferentielle Operationen selbst erhalten.

C) Kommunikation und Bewusstsein: Dieses zentrale Kapitel analysiert Luhmanns These, dass nur Kommunikation kommunizieren kann, und zerlegt den Prozess in die drei Komponenten Information, Mitteilung und Verstehen.

D) Fazit: Das Fazit fasst den Universalitätsanspruch der Luhmannschen Theorie zusammen und reflektiert die Zielsetzung der Arbeit, die komplexen Inhalte allgemeinverständlich aufzubereiten.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Autopoiesis, Kommunikation, Bewusstsein, Soziale Systeme, Selektionsprozess, Information, Mitteilung, Verstehen, Kontingenz, Emergenz, Selbstreferenz, Gesellschaftstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit zentralen Aspekten der Systemtheorie von Niklas Luhmann, insbesondere mit dem Verhältnis von Bewusstsein und Kommunikation.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Zentrum stehen die Autopoiesis, die strikte Trennung von Bewusstsein und sozialer Kommunikation sowie die Funktionsweise des dreistelligen Selektionsprozesses.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist die allgemeinverständliche Darstellung und Erläuterung der Grundzüge und Grundbegriffe der Luhmannschen Systemtheorie für den Leser.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse soziologischer Fachliteratur, um Luhmanns komplexe Theorieansätze zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Autopoiesis-Begriffs, die Analyse der Kommunikation als emergentes System und die detaillierte Beschreibung des dreistelligen Selektionsprozesses.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, Autopoiesis, Kommunikation, Bewusstsein sowie der dreistellige Selektionsprozess.

Warum behauptet Luhmann, dass Menschen nicht kommunizieren können?

Luhmann argumentiert, dass Bewusstsein und Kommunikation als getrennte autopoietische Systeme operieren; Kommunikation findet ausschließlich im Medium der Kommunikation selbst statt, nicht durch das menschliche Bewusstsein.

Was genau ist unter dem dreistelligen Selektionsprozess zu verstehen?

Er beschreibt die Synthese aus Information, Mitteilung und Verstehen, die notwendig ist, damit Kommunikation als solche erst zustande kommt.

Was meint Luhmann mit der „Geschlossenheit“ autopoietischer Systeme?

Autopoietische Systeme sind in ihren Operationen selbstreferentiell und operieren innerhalb ihrer eigenen Grenzen; sie beziehen Ressourcen aus der Umwelt, sind jedoch in ihrer internen Struktur autark.

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Résumé des informations

Titre
Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann
Université
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Cours
Seminar: Soziologische Klassiker: Habermas, Luhamm
Note
2,0
Auteur
Hilmar Sattler (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
10
N° de catalogue
V45258
ISBN (ebook)
9783638426916
ISBN (Livre)
9783640319206
Langue
allemand
mots-clé
Bewusstsein Kommunikation Seminar Soziologische Klassiker Habermas Luhamm
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Hilmar Sattler (Auteur), 2005, Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45258
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