Ist nachhaltiger Wintertourismus möglich? Auswirkungen und Maßnahmen gegen den Klimawandel


Facharbeit (Schule), 2018

12 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Auswirkungen des Klimawandel

Kunstschneeproduktion

Entstehung von Kunstschnee

Sind Schneekanonen nachhaltig?

Einfluss der (Kunstschnee-)Pisten auf Landschaft und Umwelt

Kosten der Kunstschneeproduktion

Vorteile von Kunstschnee

Weitere Massnahmen gegen den Klimawandel

Snowfarming als alternative Lösung?

Auswertung

Schlusswort

Literatur

Einleitung

Diese Wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit dem Thema „Nachhaltiger Wintertourismus“. Insbesondere auf ökologische Merkmale im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird Bezug genommen. Zuerst werden kurz die Auswirkungen des Klimawandels im Allgemeinen beschrieben und dann wird erklärt wie die Wintersport-destinationen davon betroffen sind. Es werden verschiedene Massnahmen angeschaut, die von den Skigebieten angewandt werden, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Der Fokus liegt auf der Kunstschneeproduktion. Dann wird untersucht, ob diese Massnahmen dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen. Auch weitere Massnahmen werden untersucht, welche dazu beitragen, die Nachhaltigkeit zu erhöhen. Am Schluss folgt eine Auswertung, ob der Wintertourismus tatsächlich nachhaltig betrieben wird und ein kurzes Schlusswort.

Auswirkungen des Klimawandel

Basierend auf Simulationen globaler Klimamodelle wird für die globale, bodennahe Lufttemperatur ein Anstieg zwischen 1.8 bis 4 Grad Celsius bis zum Ende des 21. Jahrhunderts erwartet. Verantwortlich dafür sind vor allem die Treibhausgase. Sie werden durch Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) verursacht. Durch den Treibhauseffekt wird die Erde laut NASA in den kommenden 100 Jahren „20 Mal schneller erwärmen, als es im historischen Vergleich der Fall war“ (Burton, 2018). Selbst wenn die Treibhausgaskonzentration nicht weiter ansteigen würde, wäre global pro Dekade mit einem Temperaturanstieg von 0.1 Grad zu rechnen. (Resch, Hiebl, Haslinger, & Unger, 2014) Die Temperaturanstiege sind auch ein wesentlicher Faktor für den Gletscherrückgang. Innerhalb von 166 Jahren ist die Hälfte der Gletscherfläche der Schweiz geschmolzen. (Lutz & Brupbacher, O./J.). In weniger als hundert Jahren werden laut Experten sämtliche Zentralschweizer Gletscher wegschmelzen (Zemp, 2017). Dies hat auch folgen auf den Wintertourismus. Der folgende, aus einem Buch zitierte Satz, beschreibt es treffend:

„Der Gletscherschwund führt zu einem bedeutenden Attraktivitätsverlust. […] Ohne Gletscher kann das Image des schweizerischen Tourismus relativ stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Natur wird nicht mehr als intakt wahrgenommen. Wanderungen und Gletschertouren verlieren an Attraktivität“ (Meier, 1998)

Kunstschneeproduktion

Die natürliche Schneesicherheit (mind. 100 Tage mit einer Schneehöhe ≥ 30 cm vom 1.12. - 15.04.) ist bereits heutzutage in vielen Gebieten gefährdet, vor allem in Gebieten unter 1500 m ü. M. Deshalb wird oft in Beschneiungssysteme investiert, um die Schneesicherheit kurzfristig zu gewährleisten. Allerdings wird auf die zukünftige Entwicklung wenig Acht gegeben. (Gallati, et al., 2007) Auch die Schneegrenze verschiebt sich wegen der Klimaerwärmung stetig nach oben. Wie eine Studie des Instituts für Schnee und Lawinenforschung (SLF) ergab, hat die Dauer der Schneebedeckung seit 1970 abgenommen – am meisten im Bereich zwischen 1100 und 2500 Meter über Meer. Die Schneesaison beginnt durchschnittlich 12 Tage später und endet rund 25 Tage früher. (Müller, Tages-Anzeiger, 2017) Zwar benötigen Schweizer Wintersportgebiete weniger Beschneiung als andere Länder, da viele Gebiete in höheren gelegene Orten liegen, trotzdem gehören Schneeanlagen heutzutage zum Grundangebot von Wintersportdestinationen (SBS, 2011). Der Wintersport wäre ohne künstliche Beschneiung gar nicht mehr möglich. (Müller, Tages-Anzeiger, 2017)

Entstehung von Kunstschnee

Die korrekte Bezeichnung für den Begriff Kunstschnee wäre eigentlich «technischer Schnee». Er enthält nichts Künstliches, sondern wird mit technischen Hilfsmitteln hergestellt. Er besteht wie Naturschnee lediglich aus Wasser und Luft. Bei der technischen Schneeerzeugung wird zuerst Wasser und Druckluft durch so genannte Nukleatordüsen gepresst. Beim Austritt dehnt sich das Luft-Wasser Gemisch aus und bildet dadurch Eiskeime. Diese werden mit dem zerstäubten Wasser aus den Wasserdüsen besprüht. Es entstehen kleine Eiskügelchen.Der Gefrierprozess funktioniert erst ab ca. -2 bis -3 Grad Celsius. Optimal ist eine Temperatur von -10 ℃.(Fritsche, Putzer, & Putzer)

Sind Schneekanonen nachhaltig?

Nun stellt sich die Frage, ob die Nutzung von Schneekanonen mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit vereinbar ist. Dazu werden die zur Schneeproduktion benötigten Ressourcen Wasser und Strom betrachtet. Schweizer Beschneiungsanlagen haben eine jährliche Laufzeit zwischen 250 bis 400 Stunden. Der Verband „Seilbahnen Schweiz" (SBS) geht von einem jährlichen Energieverbrauch von etwa 64 GWh/a (Gigawatt pro Stunde) aus (Lang, 2009). Der Wasserverbrauch der Propellerkanonen liegt bei 540 Litern Wasser pro Minute. Um diese grossen Wassermengen verwenden zu können, werden Speicherseen gebaut. Dort wird das Wasser im Sommer gesammelt und gespeichert (Haun, 2017). Gemäss den Experten dürfte bei den meisten Speicherseen das Wasser (Verfügbarkeit & ökologische Auswirkungen) das grössere Problem sein als der Energieverbrauch (Lang, 2009). Im Winter ist der Wasserhaushalt in den Alpen durch die Beschneiung erheblich gestört. Das ohnehin schon begrenzte Wasservorkommen wird zunehmend knapper.(Haun, 2017) Das Einschneien eines grossen Skigebietes ist in der Grössenordnung, mit rund 550‘000 kWh Strom in etwa mit dem Betrieb einer offenen Kunsteisenbahn in Zürich (800‘000 kWh/a) oder eines Hallenbades in den Bergen (820‘000 kWh/a) zu vergleichen (Lang, 2009).

Einfluss der (Kunstschnee-)Pisten auf Landschaft und Umwelt

Die künstliche Beschneiung beeinflusst auch Landschaft und Umwelt. Im Vergleich zu Naturschneeflocken, welche eine sechseckige kristalline Form haben, sind die Kunstschneeflocke rundlich und weisen daher eine höhere Dichte auf. Dies führt dazu das sie langsamer schmelzen. Der Schnee bleibt deshalb bei Kunstschneepisten 2-3 Wochen länger bestehen. Somit verzögert sich der Beginn des Pflanzenwachstum und Arten, die normalerweise an Orten mit später Ausaperung wachsen, kommen auf Kunstschneepisten häufiger vor. (SnowTrex, SnowTrex, 2017) Pflanzenwachstum bei Kunstschneepisten unterscheidet sich im Vergleich zu normalen Pisten, da die Temperaturen unterschiedlich sind. Bei Naturschneepisten liegen die Tiefsttemperaturen bei unter -10°C, weil die dünne Schneedicke schlecht isoliert und so der Boden schneller auskühlt. Bei Kunstschneepisten hingegen liegen die Temperaturen bei etwa 0°C. (Rixen, Wipf, & Huovinen, 1999-2001) „Die Regenerationsphase des Bodens und der Pflanzen wird teilweise empfindlich gestört […]“ (SnowTrex, SnowTrex, 2017) Ende Saison müssen die Skigebiete mit den Pistenfahrzeugen den Schnee wegstossen, damit sich die Natur schneller erholen kann.

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Details

Titel
Ist nachhaltiger Wintertourismus möglich? Auswirkungen und Maßnahmen gegen den Klimawandel
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V453076
ISBN (eBook)
9783668910812
ISBN (Buch)
9783668910829
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wintertourismus, auswirkungen, maßnahmen, klimawandel
Arbeit zitieren
Dominic Bettschen (Autor), 2018, Ist nachhaltiger Wintertourismus möglich? Auswirkungen und Maßnahmen gegen den Klimawandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453076

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