Segmentberichterstattung nach IAS 14


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
29 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
1.3. Abgrenzung wesentlicher Begriffe
1.3.1. International Accounting Standards
1.3.2. Segmentberichterstattung

2. Anwendungsbereich und Zielsetzung der Segmentberichterstattung

3. Segmentberichterstattung nach IAS
3.1. Abgrenzung und Bildung der Segmente
3.1.1. Geschäftssegmente
3.1.2. Geographische Segmente
3.1.3. Ansätze zur Bildung der Segmente: “Management Approach” und “Risk and Rewards Approach”
3.2. Vorschriften zur Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente
3.2.1. Zusammenfassung homogener Segmente
3.2.2. Wesentlichkeitsbedingung der Segmente
3.2.3. Behandlung von unwesentlichen und vertikal integrierten Segmenten
3.3. Umfang der auszuweisenden Segmentinformationen
3.3.1. Bestimmung des primären und sekundären Segmentberichtsformat
3.3.2. Offenlegungspflichten für das primäre Segmentberichtsformat
3.3.2.1. Pflichtangaben
3.3.2.2. Überleitung der Segmentangaben
3.3.2.3. Freiwillige Angaben
3.3.3. Offenlegungspflichten für das sekundäre Segmentberichtsformat
3.4. Stetigkeit von Bilanzierungsgrundsätzen und politik

4. Analyse und Beurteilung der Segmentberichterstattung am deutschen Ka pitalmarkt im Vergleich zur Deutschen Lufthansa AG und der Bayer AG

5. Schlussbetrachtung

Anhang:

Quellenverzeichnis:

Thesen:

- Seit dem 01.01.2005 sind alle deutschen börsennotierten Konzerne verpflichtet einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Accounting Standards aufzustellen.

- Ziel der IAS ist es, den Jahresabschlussinteressenten einen einheitlichen, ver- lässlichen und wahrheitsgemäßen Überblick über die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des aufstellenden Unternehmens zu verschaffen.

- Die in IAS 14 für alle börsennotierte Unternehmen verpflichtend vorgeschriebe- ne Segmentberichterstattung dient der besseren Beurteilung der Geschäftslage und Unternehmensentwicklung der heute meist sektoral und regional stark diversifizierten Konzerne.

- Jedes betroffene Unternehmen hat demnach seine Jahresergebnisse nach Ge- schäftssegmenten und geografischen Segmenten gegliedert auszuweisen.

- Die Abgrenzung der Segmente erfolgt nach dem „Risk and Rewards Approach“ bzw. dem „Management Approach“.

- Auszuweisen bzw. berichtspflichtig sind nur Segmente, die bestimmte Wesent- lichkeitsgrenzen überschreiten.

- Der Umfang der auszuweisenden Segmentinformationen für beide Segmentarten ist abhängig vom zugewiesenen Berichtsformat.

- Für das primäre Berichtsformat sehen die IAS-Vorschriften wesentlich umfang- reichere Ausweispflichten als für das sekundäre Berichtsformat vor.

- Daneben existieren für die Unternehmen zahlreiche Ermessensspielräume durch den Ausweis freiwilliger Zusatzangaben.

- Der Ansatz und die Bewertung der Segmentinformationen unterliegen grund- sätzlich den auch für den Jahresabschluss maßgeblichen Bilanzierungs- und Stetigkeitsgrundsätzen.

- Die verbesserte Informationsfunktion des Jahresabschlusses durch die Segment- berichterstattung wird durch den Einfluss bilanzpolitischer Überlegungen bei der Segmentbildung, dem Ausweis und der Bewertung teilweise relativiert.

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung A1: Segmentbericht der Lufthansa nach Geschäftsfeldern 2004

Abbildung A2: Segmentbericht der Lufthansa nach Regionen 2004

Abbildung A3: Überleitungsrechnung der Lufthansa 2004

Abbildung A4: Segmentbericht der Bayer AG nach Geschäftsfeldern 2003 / 2004

Abbildung A5: Segmentbericht der Bayer AG nach Regionen 2003 / 2004

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Durch die seit Jahren immer stärkere Globalisierung und Diversifizierung von Konzer- nen werden die Forderungen nach einer einheitlichen Jahresabschlusserstellung und Veröffentlichung seitens der Bilanzadressaten immer lauter. Das Erreichen dieses Ziels soll durch die Entwicklung und flächendeckende Anwendung international einheitlicher Rechnungslegungsstandards gewährleistet werden. Oberziel der IAS ist es, dem Jahres- abschlussinteressenten einen möglichst wahrheitsgemäßen Überblick über die Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage der aufstellenden Unternehmen zu verschaffen. Jedoch kann allein durch die isolierte Angabe zusammengefasster Daten im Jahresabschluss von Konzernen dieser Forderung nach detaillierter Information nicht genügend Rech- nung getragen werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Regeln der internationalen Rech- nungslegung zur Segmentberichterstattung darzustellen und sie im Hinblick auf ihre Zweckmäßigkeit für eine detaillierte Informationsdarstellung zu würdigen.

1.2. Gang der Untersuchung

Zu Beginn der Arbeit werden die Relevanz der IAS-Regelungen für deutsche Unter- nehmen sowie die Zielsetzungen und der Anwendungsbereich der Segmentberichterstat- tung nach IAS 14 erläutert. Der Kernbereich der Arbeit liegt in der ausführlichen Dar- stellung der einzelnen Regelungen und Vorschriften zur Segmentberichterstellung. Zu- nächst wird dabei auf die Abgrenzung und Bildung der Segmente sowie auf die Vor- schriften zur Bestimmung berichtspflichtiger Segmente eingegangen und diese analog am Beispiel des Geschäftsberichts 2004 der Lufthansa direkt dargestellt und veran- schaulicht. Bei der folgenden Darstellung des Umfangs der Segmentberichterstattung werden die Pflichtbestandteile nur stichpunktartig dargestellt. Im Anschluss daran wird ausführlicher auf die unterschiedlichen Ausprägungen der Segmentberichterstattung, hervorgerufen durch die zahlreichen Ausweis- und Bewertungswahlrechte im Rahmen freiwilliger Zusatzangaben, eingegangen. Zur besseren Veranschaulichung der Unter- schiede und der Möglichkeit eines direkten Vergleichs wird ab diesem Abschnitt der Arbeit die Segmentberichterstattung des Jahres 2004 des Bayer Konzerns als ein weite- res Beispiel hinzugezogen. Im Schlussteil werden die Anwendung und Bedeutung der Segmentberichterstattung für den deutschen Kapitalmarkt kurz dargestellt und analy- siert. Abgerundet wird die Arbeit mit einer kurzen Zusammenfassung im Hinblick auf die Frage, inwiefern die Segmentberichterstattung nach IAS 14 einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Unternehmen leisten kann.

1.3. Abgrenzung wesentlicher Begriffe

1.3.1. International Accounting Standards

Hinter dem Begriff der International Accounting Standards verbirgt sich ein Regelwerk zur internationalen Rechnungslegung. Dieses besteht im wesentlichen aus einem Rah- menkonzept mit allgemeinen Definitionen und einzelnen Standards, welche spezielle Sachverhalte regeln. Entwickelt werden diese Standards zunächst vom IASC, um dann in einem zweiten Schritt vom IASB in Absprache mit den nationalen Rechnungsle- gungsinstitutionen wie dem deutschen DRSC auf jeweils nationaler Ebene verabschie- det zu werden. Ziel der IAS ist die globale Harmonisierung und Vereinheitlichung von Vorschriften, nach denen Unternehmen Jahresabschlüsse erstellen und veröffentlichen1.

1.3.2. Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung ist wesentlicher Bestandteil des IAS Regelwerkes und wird im Standard IAS 14 explizit beschrieben. Die Segmentberichterstattung schreibt Unternehmen vor, im Rahmen des Jahresabschlusses ihre Daten nach Segmenten gegliedert gesondert auszuweisen. Sie dient der besseren Beurteilung der Geschäftslage und der Prognose der Unternehmensentwicklung der heute meist sektoral und regional stark diversifizierten Konzerne2.

2. Anwendungsbereich und Zielsetzung der Segmentberichterstattung

Die Zielsetzung von Abschlüssen nach IAS besteht laut dem IAS Rahmenkonzept im Wesentlichen in der wahrheitsgemäßen Vermittlung von Informationen über die Ver- mögens-, Finanz-, und Ertragslage des berichtenden Unternehmens sowie deren Verän- derungen3. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, diversifizieren große, multinatio- nale Unternehmen zunehmend ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot, produzieren an unterschiedlichen Standorten und bedienen internationale Absatzmärkte. In Folge dieser Heterogenität wird die Gewährleistung der Informationsvermittlung durch den Konzern- bzw. Jahresabschluss zunehmend schwieriger, da der Bilanzadressat aus den stark ag- gregierten und komplexen Daten keine Prognosen und Rückschlüsse mehr ziehen kann4.

Die Segmentberichterstattung soll durch Disaggregation der Rechnungslegungsdaten5 dem Investor eine bessere Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, eine bes- sere Prognose der Ertrags- und Finanzkraft, und bessere Erkenntnisse über Chancen und Risiken des Unternehmens ermöglichen6. Für diesen Zweck sieht IAS 14 rechtsformu- nabhängig für alle Unternehmen, deren Wertpapiere öffentlich gehandelt werden bzw. deren Ausgabe schon in Planung ist, die Segmentberichterstattung als Pflichtbe- standsteil des Jahresabschlusses vor7. In Deutschland müssen durch die EU- Verordnung Nr. 1606/20028seit Beginn des Jahres 2005 alle börsennotierten Konzerne, ihren Konzernabschluss nach IAS / IFRS aufstellen und somit auch um eine Segment- berichterstattung nach IAS 14 erweitern bzw. ihre bisherige Segmentberichterstattung nach DRS 3 und Handelsrecht auf IAS umstellen. Das den Mitgliedsstaaten überlassene Wahlrecht zur Ausweitung der Anwendungspflicht der IAS/IFRS auch auf nicht bör- sennotierte Unternehmen und Einzelabschlüsse hat die Bundesregierung durch ihren am 15.12.2003 vorgelegten Entwurf eines BilReG konkretisiert. Dadurch können nicht börsennotierte Unternehmen nach § 315a Abs. 1 HGB-E wahlweise einen Konzernabschluss nach IAS aufstellen9. Dieser muss dann jedoch den IAS Regelungen entsprechen. Die Anforderungen an die Segmentberichterstattung sind sehr vielseitig und werden im Laufe dieser Arbeit genauer erörtert.

3. Segmentberichterstattung nach IAS 14

3.1. Abgrenzung und Bildung der Segmente

Laut IAS 14 ist eine Trennung zwischen Geschäftsbereichen und geographischen Segmenten vorzunehmen. IAS 14.9 enthält hierfür eine definitorische Abgrenzung10.

[...]


1Vgl. Buchholz, R.: Rechnungslegung, S. 7-9.

2Vgl. Langguth, H.: DB 2005, S. 621.

3Vgl. Hütten, C., Haufe IAS / IFRS Kommentar, § 36, Rz. 1.

4Vgl. Srocke, I.: WIP 2003, S. 696.

5Vgl. Coenenberg, A.: BB 2000, S. 1827.

6Vgl. Heyd, A.: Rechnungslegung, S. 532.

7Vgl. Förschle, G. / Holland, B. / Kroner, M.: Rechnungslegung, S. 134.

8Vgl. Europäisches Parlament vom 19.07.2002, ABl. EG Nr. L 243, 11.09.2002, S. 1-4.

9Vgl. Lüdenbach, N.: IAS/IFRS, 2004, S. 20.

10Vgl. Pellens, B.: Rechnungslegung, S. 508.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Segmentberichterstattung nach IAS 14
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Seminar Prüfungswesen
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V45391
ISBN (eBook)
9783638428064
ISBN (Buch)
9783638637640
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Segmentberichterstattung, Seminar, Prüfungswesen
Arbeit zitieren
Diplomkaufmann Dominic Sinzger (Autor), 2005, Segmentberichterstattung nach IAS 14, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45391

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Segmentberichterstattung nach IAS 14


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden