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Römer in Germanien. Waldgirmes - auf dem Weg zu einer rechtsrheinischen römischen Provinz?

Title: Römer in Germanien. Waldgirmes - auf dem Weg zu einer rechtsrheinischen römischen Provinz?

Term Paper , 2015 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Katharina Kogan (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Präsenz der Römer scheint auch nach über 2000 Jahren nach dem Tod des Augustus aktuell zu sein.
Wenn man nach Informationen zur römischen Präsenz in der Region Lahnau - Waldgirmes sucht, findet man Berichte über kürzlich gemachte archäologische Funde, die einen sensationellen Charakter tragen. Bei den Ausgrabungen wurden Fragmente einer vergoldeten Bronzestatue entdeckt, die vermutlich Augustus darstellen sollte. Zuvor hatte man schon andere Gegenstände wie z.B. römische Keramik aus der augusteischen Zeit, Münzen sowie die Überreste einer römischen Anlage entdeckt. Seit über zwanzig Jahren werden dort immer wieder archäologische Entdeckungen gemacht.

Doch was veranlasst Forscher, in dieser Region nach weiteren Funden zu suchen? Was machten die Römer auf dem Gebiet des heutigen Waldgirmes? Was hat das mit der römischen Außenpolitik des Augustus in Bezug auf Germanien zu tun?

In dieser Hausarbeit werde ich versuchen, auf die gestellten Fragen Antworten zu geben, indem ich auf den Forschungsstand, die Quellenlage, die archäologischen Befunde in der genannten Region genauer eingehe sowie die möglichen Ziele der augusteischen Germanienpolitik untersuche. Am Beispiel von Waldgirmes gehe ich zusätzlich auf die Frage ein, ob das rechtsrheinische Germanien den Status einer Provinz hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Aktuelles

1.2. Vorstellung des Themas

1.3. Forschungsstand

2. Quellenlage

2.1. Die literarischen Quellen

3. Rom und Germanien

3.1. Geographische Faktoren

3.2. Zusammenfassung

3.3. Form der römischen Herrschaft

3.4. Begriffserklärung Provinz

4. Waldgirmes

4.1. Kurzer Zeitablauf der archäologischen Entdeckungen

4.2. Die Funde

4.3. Beschreibung der Struktur der Siedlung

5. Thesenvergleich

5.1. Raumordnungspolitik

5.2. Politik der Grenzsicherung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die augusteische Außenpolitik gegenüber Germanien mit einem besonderen Fokus auf die Siedlung Waldgirmes. Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob das rechtsrheinische Germanien zur Zeit des Augustus bereits den Status einer römischen Provinz besaß, unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstands, der Quellenlage und der archäologischen Befunde.

  • Augusteische Außenpolitik und Expansionsstrategien
  • Status des rechtsrheinischen Germaniens als Provinz
  • Archäologische Analyse der Siedlung Waldgirmes
  • Vergleich historischer Thesen zur römischen Grenzsicherung
  • Methodische Quellenkritik antiker Geschichtsschreiber

Auszug aus dem Buch

4.3. Beschreibung der Struktur der Siedlung

Im Unterschied zu anderen militärischen Lagern der augusteischen Zeit waren die Gebäude und ihre Anordnung in Waldgirmes anders. Die gesamte Anlage war in vier Teile gegliedert und wurde von einer Holz-Erde-Mauer sowie von zwei Spitzgräben umgeben.

Die Steinfundamentierung liefert den Beweis, dass Waldgirmes bisher die erste und einzige Anlage östlich der Rheins mit Steinmauern ist.53

Für eine zivile Siedlung spricht der Umstand, dass es keine Hinweise auf militärische Nutzung der Anlage gibt, obwohl sie anfangs durchaus für militärische Zwecke in Planung gewesen ist. Es wurden Reste der Mannschaftsbaracken entdeckt, doch bei dem Fundmaterial fehlten weitgehend Waffen. Es existierte ein Forum auf dem Gelände der Siedlung. Somit könnte Waldgirmes ein Ort der Zusammenkunft gewesen sein, an dem man z.B. Versammlungen durchführt.54

Es gibt Hinweise auf soziale Gliederung innerhalb der Bevölkerung, denn die Größe und Lage der Gebäude waren unterschiedlich. Es gab Gärten, Töpferöfen, An- und Verkaufsstellen für die Waren. Außerdem hatte Waldgirmes ein System der Wasserversorgung mit Wasserleitungen (Bleirohre) und Brunnen.55

Insgesamt kann man sagen, dass die Gründung einer zivilen Siedlung an der Lahn einen Hinweis auf Eingliederung in ein überdimensionales Kommunikations- und Verkehrsnetz liefert. 56 Vermutlich sollte sich Waldgirmes zu einer Art Zentralort für das umliegende Land werden, wie es in anderen römischen Provinzen in der Regel die übliche Vorgehensweise gewesen ist.57

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz der römischen Präsenz in Lahnau-Waldgirmes und stellt die Forschungsfrage nach dem Provinzstatus Germaniens.

2. Quellenlage: Dieses Kapitel analysiert die literarischen Hauptquellen Cassius Dio, Tacitus und Velleius Paterculus hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und parteiischen Sichtweise.

3. Rom und Germanien: Es werden die strategischen Abläufe, geographischen Faktoren und die römische Verwaltungspraxis in Germanien unter Augustus erörtert.

4. Waldgirmes: Das Kapitel beschreibt die archäologischen Entdeckungen, Funde und die zivile Siedlungsstruktur von Waldgirmes als Beleg für Provinzialisierungsprozesse.

5. Thesenvergleich: Hier werden gegensätzliche Forschungspositionen zur augusteischen Außenpolitik gegenübergestellt, insbesondere zwischen offensiver Expansion und defensiver Grenzsicherung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Germanien auf dem Weg zur Provinzialisierung war, auch wenn der Status formal nicht abgeschlossen wurde.

Schlüsselwörter

Augustus, Germanienpolitik, Waldgirmes, Provinzstatus, Römisches Reich, archäologische Befunde, Grenzsicherung, Provinzialisierung, antike Quellen, Velleius Paterculus, Cassius Dio, Arminius, Lahn, Siedlungsstrategie, imperium proconsulare

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die römische Außenpolitik unter Augustus im Hinblick auf das rechtsrheinische Germanien und untersucht, ob Waldgirmes als Beweis für eine etablierte römische Provinz dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die historische Analyse der augusteischen Politik, die Interpretation antiker Quellen und die archäologische Untersuchung der Siedlung Waldgirmes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das rechtsrheinische Germanien zur Zeit des Augustus bereits den Status einer römischen Provinz hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse der antiken Quellen mit einer archäologischen Befundauswertung und dem Vergleich historischer Forschungstheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die geographischen Faktoren, die historische Entwicklung der römischen Vorstöße, die Definition des Begriffs "Provinz" und eine detaillierte archäologische Beschreibung von Waldgirmes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Augustus, Germanien, Provinzstatus, Waldgirmes, archäologische Funde und römische Grenzsicherung.

Warum wird Waldgirmes als besondere Siedlung hervorgehoben?

Waldgirmes unterscheidet sich von den typischen militärischen Lagern durch seinen zivilen Charakter, das Vorhandensein eines Forums und die festen Steinbauten.

Welche Bedeutung haben die "Res Gestae" für die Fragestellung?

Die Res Gestae dienen als zentrale epigraphische Quelle, um die offiziellen Ansprüche des Augustus auf die Befriedung und Eingliederung Germaniens zu belegen.

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Details

Title
Römer in Germanien. Waldgirmes - auf dem Weg zu einer rechtsrheinischen römischen Provinz?
College
RWTH Aachen University  (Historisches Institut der RWTH Aachen)
Course
Proseminar: Römer in Germanien
Grade
2,3
Author
Katharina Kogan (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V454035
ISBN (eBook)
9783668863897
ISBN (Book)
9783668863903
Language
German
Tags
römer germanien waldgirmes provinz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Kogan (Author), 2015, Römer in Germanien. Waldgirmes - auf dem Weg zu einer rechtsrheinischen römischen Provinz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454035
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