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Die Umweltpolitik in Deutschland nach 1945

Title: Die Umweltpolitik in Deutschland nach 1945

Diploma Thesis , 2004 , 84 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Ahuis (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Natur- und Umweltschutz haben gemeinsame geschichtliche Wurzeln und lassen sich, zumindest was die deutsche Entwicklung betrifft, nicht isoliert betrachten. Zugleich jedoch wurde ihre historische Entwicklung von verschiedenen Fachdisziplinen Geschichtswissenschaft, Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Umweltwissenschaft, Kulturwissenschaften) mit zumeist unterschiedlichen Fragestellungen untersucht.

Wer heute von Umwelt- oder Naturschutz spricht, verkennt häufig den Unterschied zwischen Natur- und Umweltschutz. Wenn gleich beide Bereiche nur ungern miteinander in Verbindung gebracht werden wollen, verdankt der Naturschutz dem in den 70er Jahren populär gewordenen Umweltschutz, dass er bis heute überleben konnte. Während die Debatten um die Bewahrung der Umwelt / Natur in den letzten 30 Jahren neue Dimensionen angenommen haben, darf aber nicht vergessen werden, dass auch in den Jahren vor 1945 wichtige Schritte getätigt worden sind. Die Schaffung von Kanalisationen sowie die Einrichtung von zentralisierten Wasserversorgungen in Dörfern und Städten war eine frühe Entwicklung von Umweltpolitik. Erste Naturschutzgebiete wurden bereits 1836 mit dem Drachenfels im Siebengebirge geschaffen, 1898 erfolgte die Gründung des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) und 1913 des Bund Naturschutz Bayern. Neben den Bestrebungen der 1906 in Preußen begründeten Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege kümmerte sich der 1909 in Stuttgart gegründete Verein Naturschutzpark um die Ausweisung von Naturschutzflächen in der Lüneburger Heide. Vorreiter des Immissionsschutzes wurden bereits 1845 in der Allgemeinen Preußischen Gewerbeordnung, in der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes von 1869 und in der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich von 1900 geschaffen.

Die zentralen Fragen dieser Arbeit lauten: Inwiefern lässt sich in der Entwicklung der Bundesrepublik von einer Politisierung des Umweltschutzes und schließlich von einem neuen Politikmodus sprechen? Lässt sich Umweltpolitik mit Udo E. Simonis bestimmen als eine „gesellschaftliche Reaktion auf ökologische Krisenerscheinungen“? Welche historische Rolle kommt dabei den verschiedenen Umweltverbänden in dem skizzierten umweltpolitischen Spannungsfeld zu?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ziele und Fragestellungen der Untersuchung

1.2. Forschungsstand zum Thema

1.3. Aufbau der Arbeit

2. Akteure und Strukturen in der Umweltpolitik

2.1. Begriffserläuterungen und Hintergründe

2.2. Umweltpolitische Instrumente und Qualitätsziele

2.3. Umweltpolitische Innovationswirkungen

2.4. Die Akteure umweltpolitischen Handelns

3. Zur Politisierung des Umweltschutzes

3.1. Umweltrechtliche Chronologie

3.2. Die Entwicklung nach 1945

3.3. Ein neuer Politikmodus entsteht (1969 – 1975)

3.3.1. Umweltpolitik als Teil der Regierungserklärung

3.3.2. Umweltpolitik als Aufgabe des Innenministers

3.4. Defensive Umweltpolitik (1974 – 1978)

3.5. Konsolidierende Umweltpolitik (1979 – 1989)

3.5.1. Die instrumentalen Handlungsprinzipien der Umweltpolitik

3.5.2. Die CDU Regierung (1982 – 1998)

3.5.4. Die Ära Töpfer

3.6. Die Umweltpolitik nach der Wende, Rückschritt für den Fortschritt?

4. Institutionen und Gruppierungen

4.1. Die Verbände

4.2. Bürgerinitiativen

4.3. Der BUND

5. Umweltpolitische Wahrnehmungs- und Politisierungsprozesse im Kontext der globalen Krisenentwicklung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Umweltpolitik seit 1945 mit einem Fokus auf die historische Politisierung des Umweltschutzes, die Rolle verschiedener Akteure sowie die Auswirkungen globaler Krisenentwicklungen auf nationale Entscheidungsprozesse.

  • Historische Entwicklung des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland ab 1945.
  • Rolle und Strategien staatlicher Akteure sowie nicht-staatlicher Umweltverbände.
  • Analyse umweltpolitischer Instrumente und deren Innovationswirkungen.
  • Wahrnehmungs- und Politisierungsprozesse im Kontext globaler Krisen.
  • Übergang zu neuen Politikmodi und Strategien der ökologischen Modernisierung.

Auszug aus dem Buch

2.4. Die Akteure umweltpolitischen Handelns

Die für das umweltpolitische Handeln bedeutsamen Akteure und Anspruchsgruppen lassen sich nach de Man und Claus in fünf Kategorien unterteilen:

(1) die unmittelbar den Stoffstrom beeinflussenden Wirtschaftsakteure:

• Konsumenten

• Beschäftigte

• Hersteller

• Lieferanten

• Handwerk

• Kapitaleigner

(2) Wirtschaftsakteure, die mit ihren Entscheidungen Stoffentscheidungen anderer Anspruchsgruppen beeinflussen:

• Handel,

• Finanzinstitutionen (Banken/Versicherungen),

• Ver- und Entsorgungswirtschaft.

(3) Wirtschaftsakteure, die die Rahmenbedingungen für die Stoffstrompolitik einer Branche setzen:

• Wirtschafts- und Branchenverbände.

(4) Staatliche bzw. Verwaltungsakteure, die den ersten drei Anspruchsgruppen Rahmenbedingungen setzen

5) Sonstige Akteure, die das Stoffstrommanagement der übrigen zu beeinflussen trachten:

• Umweltorganisationen,

• Verbraucherorganisationen,

• Gewerkschaften,

• Medien und Werbung,

• Wissenschaft und Forschung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die geschichtlichen Wurzeln des Umwelt- und Naturschutzes und legt das Ziel der Untersuchung sowie den Forschungsstand dar.

2. Akteure und Strukturen in der Umweltpolitik: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und analysiert die Instrumente, Innovationswirkungen sowie die Akteurskonstellationen im umweltpolitischen Feld.

3. Zur Politisierung des Umweltschutzes: Hier wird die chronologische Entwicklung der Umweltpolitik seit 1945 bis zur Wende und danach unter Berücksichtigung verschiedener politischer Phasen und Regierungsmodi betrachtet.

4. Institutionen und Gruppierungen: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Rollen und Strategien von Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und dem BUND als prägende gesellschaftliche Akteure.

5. Umweltpolitische Wahrnehmungs- und Politisierungsprozesse im Kontext der globalen Krisenentwicklung: Dieser Abschnitt ordnet die deutsche Umweltpolitik in globale Zusammenhänge und Krisenszenarien ein.

6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der umweltgeschichtlichen Entwicklung zusammen und reflektiert die Effektivität politischer Steuerungsmodelle.

Schlüsselwörter

Umweltpolitik, Umweltschutz, Naturschutz, Bundesrepublik Deutschland, Akteure, Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Politikmodus, Stoffstrommanagement, ökologische Modernisierung, Nachhaltigkeit, Umweltinstrumente, Politikgeschichte, Globalisierung, Klimaschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Umweltpolitik in Deutschland seit 1945, ihre Akteure und die strukturellen Rahmenbedingungen ihrer Umsetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Politisierung des Umweltschutzes, die Rolle von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren sowie die Auswirkungen globaler ökologischer Krisen auf nationale Handlungskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklungslinien des umweltpolitischen Handelns von 1945 bis 1998 nachzuzeichnen und zu klären, wie sich Umweltpolitik als eigenständiger Politikbereich etabliert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Aufarbeitung von Fachliteratur, umweltgeschichtlichen Analysen sowie der Auswertung von Regierungsdokumenten und Verbandsstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Akteuren, den verschiedenen Phasen der umweltpolitischen Gesetzgebung, der Rolle von Umweltgruppen sowie einer Einbettung in globale Krisenentwicklungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Umweltpolitik, ökologische Modernisierung, Akteurskonstellationen und Stoffstrommanagement.

Wie bewertet der Autor die "Ära Töpfer"?

Der Autor ordnet diese Zeit als "Präzisierungsphase" ein, in der wichtige legislative Projekte aus den 70er Jahren umgesetzt wurden und Deutschland eine Vorreiterrolle in der EU einnahm.

Welche Bedeutung misst die Arbeit den Bürgerinitiativen bei?

Bürgerinitiativen werden als wirkungsvolle Akteure der politischen Kultur beschrieben, die maßgeblich zur öffentlichen Präsenz von Umweltfragen und zur Mobilisierung von bürgerschaftlichem Engagement beigetragen haben.

Warum wird im Fazit von einem "Nachholbedarf" gesprochen?

Dies bezieht sich auf die ersten Jahrzehnte nach 1945, in denen zunächst ein hoher Nachholbedarf an konkreten umweltpolitischen Maßnahmen bestand, bevor eine systematische Umweltgesetzgebung etabliert wurde.

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Details

Title
Die Umweltpolitik in Deutschland nach 1945
College
University of Duisburg-Essen
Course
Sozialwissenschaften
Grade
1,7
Author
Christian Ahuis (Author)
Publication Year
2004
Pages
84
Catalog Number
V45406
ISBN (eBook)
9783638428200
ISBN (Book)
9783638721394
Language
German
Tags
Umweltpolitik Deutschland Sozialwissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Ahuis (Author), 2004, Die Umweltpolitik in Deutschland nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45406
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