Struktur und Entwicklung des Verdichtungsraumes Rostock


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Räumliche Einordnung

3 Entwicklung des Wirtschaftsraumes
3.1 Industrielle Entwicklung bis
3.2 Nachkriegsentwicklung bis 1990
3.3 Bedeutungsverlust
3.4 Strukturwandel und neue Märkte

4 Bevölkerungsstruktur
4.1 Bevölkerungsstrukturen und Entwicklung
4.2 Sozialstruktur und Entwicklung

5 Stadtstruktur
5.1 Veränderung der Stadtstruktur
5.2 Konkurrenzsituation zwischen Innenstadt und „Grüner Wiese“

6 Zukunftsperspektive

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung1: <www.verkehrsverbund-warnow.de> (23.10.2004)

Abbildung 2: <http://www.berlin.ihk24.de> (26.10.2004)

Abbildung 3: Institut für Länderkunde [Hrsg.](2003):Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland. Dörfer und Städte. Heidelberg, Berlin, S.140.

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Strukturentwicklung im Verdichtungsraum Rostock. Dabei richtet sich der Fokus insbesondere auf die Wirtschaftsentwicklung, die Soziale Entwicklung und deren Strukturen. Nach der Einleitung folgt im zweiten Teil der Arbeit die Räumliche Einordnung bzw. Abgrenzung der Region. Im dritten Abschnitt befindet sich die Auseinandersetzung mit der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung seit dem Beginn der Industrialisierung bis in die heutige Zeit. Dabei wird insbesondere auf den Bedeutungsverlust der Stadt nach der Wende, sowie dem erfolgten Strukturwandel, im Rahmen einiger Beispiele, eingegangen. Der vierte Teil beschreibt die Entwicklungen der sozialen Strukturen. Die Stadtstruktur und insbesondere die Konkurrenzsituation zwischen Innenstadt und „Grüner Wiese“ wird im Fünften Abschnitt erörtert. . In Teil sechs werden Leitlinien für die zukünftige Entwicklung sowie Perspektiven für die Region Rostock aufgezeigt.

Unter der Wirtschaftsstruktur versteht man den „Aufbau und innere Gliederung der Wirtschaft eines Gebietes“(Leser, 2001, S.1003). Wirtschaftliche Entwicklung hängt immer auch stark von den politischen und gesellschaftlichen Zuständen einer Region oder eines Landes ab was sich am Beispiel Rostocks verdeutlicht.

Die Sozialstruktur wird als „zusammenfassender Ausdruck für das innere Gefüge, den Aufbau und die Organisation der Gesellschaft in einem Raum, insbesondere auch für ihre Schichtung, das Verhältnis ihrer Gruppen zueinander und ihre vorherrschenden Handlungsmuster und Wertvorstellungen“(Leser, 2001, S.798) definiert.

Die Hansestadt Rostock ist die mit Abstand größte Stadt sowie wirtschaftliches, bildungstechnisches und kulturelles Zentrum Mecklenburg- Vorpommerns. Die Stadt wurde im Jahre 1218 von slawischen und deutschen Händlern und Handwerkern an der Unterwarnow gegründet. Durch die Gründung der Hanse im Jahre 1259 sowie etwas später die Angliederung Warnemündes an Rostock, und dem dadurch gesicherten Zugang zum Meer, entwickelte Rostock sich schnell zu einer der bedeutendsten und bevölkerungsreichsten Städte Europas. Mit dem Niedergang der Hanse Mitte des siebzehnten Jahrhunderts verlor Rostock an ökonomischer Bedeutung. Als Folge des Dreißigjährigen Kriegs, Besetzungen, Epidemien und einem Großbrand wurde Rostock wie auch das Land Mecklenburg-Vorpommern zum „Symbol der Rückständigkeit in Deutschland“ (vgl. Heinz & Scholz, 1996, 109f).

2 Räumliche Einordnung

Der Verdichtungsraum Mittleres Mecklenburg/Rostock liegt im Norden von Mecklenburg-Vorpommer. Er umfasst die Kreisfreie Stadt Rostock, den Kreis Bad Doberan sowie den Kreis Güstrow. Insgesamt hatte die Region Mittleres Mecklenburg/Rostock im Jahre 2002 etwa 427.000 Einwohner (vgl. Ministerium für Arbeit, Bau und Landesentwicklung MV, 2004, S.8).

Die Stadt Rostock die für diese Region als Oberzentrum dient hat eine Fläche von 180,65 km2. Die Ost- West Ausdehnung der Stadt beträgt 21,3 km, die Nord- Süd Ausdehnung 19,3 km. Rostock hat 198.303 (31.12.2003) Einwohner bei einer Einwohnerdichte von 1094 Personen pro km2 (vgl. www.rostock-statistik.de). Die Region Mittleres Rostock/ Mecklenburg Vorpommern wird als Gebiet mit Verdichtungsansätzen eingestuft. Rostock selbst fungiert als Kernstadt mit deutlich über 100.000 Einwohnern, während die Kreise Bad Doberan und Güstrow zu den ländlichen kreisen, mit unter 150 Einwohnern/km2, gezählt werden (vgl. Eckart, 2001, S.71). Deutschlandweit betrachtet ist Mecklenburg-Vorpommern das mit Abstand am dünsten besiedelte Bundesland mit nur 75 Einwohnern/km2 im Vergleich zu 222 Einwohnern/km2 im Mittel aller Bundesländer. Wird die Bevölkerungsdichte jedoch mit anderen Ostseeanrainerstaaten verglichen liegt Mecklenburg-Vorpommern über den Durchschnittswerten (vgl. Ministerium für Arbeit, Bau und Landesentwicklung MV, 2004, S.7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Lage Rostocks und der Region Mittleres Mecklenburg/Rostock ein Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: www.verkehrsverbund-warnow.de

3 Entwicklung des Wirtschaftsraumes

3.1 Industrielle Entwicklung bis 1945

Wie schon einleitend erwähnt befand sich Rostock im ausgehenden achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhundert in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage. Während in anderen größeren Städten Deutschlands und Europas die Industrialisierung Einzug hielt, erlebte Rostock seine Blütezeit erst im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert. Mit der Fusion zweier Schiffbauunternehmen zur Neptunwerft am linken Warnow-Ufer erhielt der weitgehend agrarisch geprägte Raum neue Impulse. “1924 gab es annähernd 4.000 Arbeitsplätze in der Industrie, davon entfielen 44% auf den Schiffbau und 36% auf die Nahrungsmittelindustrie als zweite tragende Säule„ (Nuhn, 1997, S.8). Der Ausbau der Heinkel- und Arado Flugzeugwerke in den zwanziger und dreißiger Jahren verschaffte Rostock es weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Im Zuge der Machtergreifung „der Nationalsozialisten wurde Rostock zum Zentrum der Kriegsschiff-, Flugzeug- und Rüstungsproduktion ausgebaut“ (Heinz & Scholz, 1996, S.110). So konnte die Stadt in den dreißiger und vierziger Jahren ein starkes Wachstum seiner Wirtschaft und Bevölkerung verzeichnen wurde aber im Kriegsverlauf auch vorrangiges Ziel britischer Bomber (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.110). Auf der Homepage der Stadt Rostock wird herzu geschrieben: „Knapp die Hälfte der Rostocker Wohnungen und zahlreiche historische Bauten sanken in Schutt und Asche. Mit dem Ende des Krieges im Frühjahr 1945 erreicht Rostock einen Tiefpunkt seiner Jahrhunderte langen Entwicklung“ (www.rostock.de/Internet/stadtverwaltung). Mit einem Zerstörungsgrad von über 50 Prozent nach dem zweiten Weltkrieg, besonders in der historischen Altstadt wurde von vielen Fachleuten bezweifelt das die Stadt wieder in vollem Umfang aufgebaut werden könnte (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.110).

3.2 Nachkriegsentwicklung bis 1990

Zu Kriegsende wurde Rostock von sowjetischen Truppen besetzt. Dies hatte zur Folge das der Wiederaufbau der Stadt nur sehr langsam voranging ging da eine umfangreiche Demontage, insbesondere der Hafenanlagen, von der sowjetischen Armee als Reparationsleistungen in Anspruch genommen wurden (vgl. Nuhn, 1997, S.9). Nach der Gründung der DDR 1949 wurde Rostock 1952 nördlichste Bezirkshauptstadt. „ Die Isolierung von den großen Nordseehäfen des Westens sollte durch den raschen Ausbau Rostocks zum maritimen „Tor zu Welt“ der DDR und zu einer „dynamischen sozialistischen Industriegroßstadt“ kompensiert werden“ (Heinz & Scholz, 1996, S.110). Aus diesem Grund wurde im Jahre 1952, mit Rückgabe der Werften von der sowjetischen Militäradministration (SMA) an die DDR, der VEB Deutsche Seerederei Rostock gegründet, welche anfangs nur ein betriebsfähiges Schiff besaß. Ein 1903 gebautes Motorschiff mit dem Namen "Vorwärts" (vgl. Nuhn, 1997, S.10). Doch schon zwei Jahre später wurden die ersten auf DDR- Werften gebauten Frachtschiffe fertiggestellt. Bis Mitte der siebziger Jahre stieg die Zahl der Schiffe auf knapp 200 und Anfang der achtziger Jahre unterhielt die DSR als größte Universalreederei Europas 29 Liniendienste zu 28 Ländern (vgl. Nuhn, 1997, S.11). Der Schiffbau der Rostocker Großwerften Neptun und Warnowwerft war schwerpunktmäßig auf den Export in die Sowjetunion gerichtet, so das bis 1989 insgesamt ca. 3600 Schiffe für die Sowjetunion gebaut wurden, d.h. das jedes dritte russische Fischfahrzeug aus der DDR stammte. (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.111 & Nuhn, 1997, S.12).

Im Zusammenhang mit dem maritimen Image der Stadt wurde in Rostock die Hochschule für Seefahrt gegründet und eine Schiffsbautechnische Fakultät an der Universität Rostock eingerichtet. Im Jahre 1989 waren, bedingt durch die monostrukturierte Wirtschaftsausrichtung, in den Bereichen Schiffbau, Seeverkehrswirtschaft, Hafenwirtschaft, Fischereiwesen, Militär und Verwaltung etwa zwei Drittel der 150.000 Rostocker Beschäftigten tätig (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.111).

3.3 Bedeutungsverlust

Nach dem politischen und wirtschaftlichen Umbruch im Jahre 1989/90 geriet Rostock in eine sehr problematische Situation. Durch ihre spezifische Struktur, extensive Personalwirtschaft und zum Teil geringem technologisches Produktivitätsniveau (im Schiffbau wurden in der DDR bei einer 77% höheren Arbeiterzahl nur knapp zwei Drittel der bundesdeutschen Bruttoregistertonnen produziert) waren besonders die Schwerpunktbranchen von der wirtschaftlichen Wende stark betroffen (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.111). Der Hafen Rostocks wurde dabei doppelt getroffen, einerseits durch die Auflösung der DDR und dem Verlust vieler Betriebe und der Volksmarine, zum anderen durch den Zusammenbruch des Ostblocks und somit dem Großteil der bestehenden Handelsrouten. „Rostock war ab Oktober 1990 nicht mehr das nationale Tor zur Welt, sondern nur noch ein Hafen von regionaler Bedeutung mit einem Potential als Gateway zu dem sich nach der Auflösung der UdSSR und der Norderweiterung der EU neu formierenden Ostseeraum“ (Nuhn, 1997, S.14). Durch die neue Konkurrenz moderner westdeutscher Häfen wie Hamburg, Bremen, Lübeck und Kiel verlor Rostock besonders im interkontinentalen Handel, aber auch beim Güterumschlag ,- transport und Fährverkehr im Ostseeraum. Im Zuge dieser Entwicklung verringerte sich die Zahl der Beschäftigten in den strukturbestimmenden Sektoren; Schiffbau, Seeverkehrswirtschaft, Hafenwirtschaft, Fischereiwesen, Militär und Verwaltung um ca. 70%, gleichzeitig stieg die Produktivität durch Konsolidierung, so das weniger Arbeiter benötigt wurden (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.115f).

Auch in anderen Bereichen brachen nach 1989/90 großflächig Strukturen zusammen. Im zweiten großen Wirtschaftsbereich Rostocks, den Verarbeitungsbetrieben der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wurden durch den Zusammenbruch der LPG- Landwirtschaft extensiv Stellen gestrichen (vgl. Heinz & Scholz, 1996, S.115). „Die Universität Rostock – einer der größten Arbeitgeber der Stadt verzeichnete Ende 1989 noch etwa 4.800 Beschäftigte (Hochschulwesen plus medizinischer Bereich!), Ende 1993 waren es noch rund 1.900“ (Voigt, 1996, S. 352).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Struktur und Entwicklung des Verdichtungsraumes Rostock
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Seminar Wirtschafts-Sozialgeographie
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V45455
ISBN (eBook)
9783638428569
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Struktur, Entwicklung, Verdichtungsraumes, Rostock, Seminar, Wirtschafts-Sozialgeographie
Arbeit zitieren
Karl Krauss (Autor), 2004, Struktur und Entwicklung des Verdichtungsraumes Rostock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45455

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