Denkmalpflege in der historisierenden postmodernen Architektur in Südkorea und Deutschland


Forschungsarbeit, 1999
34 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung

II. Übersicht der Denkmalpflege

III. Übersicht der Postmoderne

IV. Denkmalpflege und postmodernes Architekturzitat in Südkorea

V. Denkmalpflege und postmodernes Architekturzitat in Deutschland

VI. Einige gute Beispiele in Deutschland.

VII. Schlußwort

VIII. Literaturverzeichnis

IX. Beiheftung – Fotos

I. Einleitung

1. Grund der Auswahl des Themas

Die Denkmalpflege und Denkmalschutz gelten heute in der ganzen Welt für bedeutend.

Denkmalpflege, heute mehr denn je als selbstverständliche Verpflichtung jedes Kulturstaates anerkannt, kann sich vor allem seit dem europäischen Denkmalschutzjahr 1975 auf ein breites öffentliches und damit auch politisches Interesse stützen.1

In Bundesrepublik Deutschland liegt die Pflege der Denkmäler im öffentlichen Interesse; deshalb fördert der Staat die Projekte mit einer breiten Palette an Hilfen.2

In Korea ist die Situation ganz anders;

In Südkorea befindet die Situation für Denkmalpflege sich heutzutage so schlimm, bis heute gibt es in Südkorea gar keine richtige Denkmaltheorie, und dazu könnte man drei Gründe sagen:

Erstens: die Erfahrung der Kolonie von Japan

Zweitens: die Erfahrung des Koreakriegs zwischen Südkorea und Nordkorea

Drittens: die Erfahrung der Diktatur der Militärregierung nach dem Koreakrieg

In diesen schwierigen Situationen konnten Koreaner leider ihre eigene Denkmaltheorie und Denkmalgesetze gar nicht in Ordnung bringen.

Nach der Befreiung von japanischer Besatzung hatte koreanische Regierung Denkmalamt im Innenministerium eingerichtet, und bis heute ist die Politik zur Denkmalpflege und -schutz ohne richtige Denkmaltheorie entwickelt worden.

Ab Ende 60.er Jahre wurde über Denkmaltheorie zwischen Architekten und Professoren viel diskutiert.

Die weitere Erhaltung der traditionellen Architekturen wurde während der Diskussion am meisten.

Ende 70.er Jahre wurde in Südkorea endlich Postmoderne Architektur eingeführt.

Da betrachteten Architekten in Südkorea Postmoderne Architektur gerade als Denkmalpflege, und das war völlig normal, weil es keine richtige Denkmaltheorie gab, aber das Phänomen, das man Postmoderne Architektur als Denkmalpflege betrachtet, wird heute noch von wenigen Leute kritisiert.

Nun hat man eine Frage, ob man Postmoderne Architektur wirklich als Denkmalpflege betrachten kann oder nicht.

Dazu will ich im Vergleich mit Deutschland beschreiben, weil man zwischen Deutschland und Korea im 20.Jarhundert einige Unterschiede finden kann.

Deutschland und Korea wurden durch Krieg völlig zerstört.

Die beiden Länder fuhren nach dem Krieg Stunde Null, und damit hatten Korea und Deutschland fast alles neu angefangen.

Ich will versuchen, wie die Denkmalpflege vor allem im postmodernen Architekturzitat in beiden Ländern entwickelt wurde, was für eine Unterscheide es gibt, und zwar will ich am Ende herausfinden, ob man Postmoderne Architektur als Denkmalpflege betrachten kann.

2. Bereich dieser Arbeit und Methode

Wie schon gesagt, es ist das Ziel dieser Arbeit, in dieser Arbeit herauszufinden, ob man Postmoderne als Denkmalpflege betrachten kann oder nicht; deswegen beschreibe ich Denkmalpflege und Postmoderne Architektur in 70.er und 80.er Jahre dem Wichtigsten.

Dafür benutze als Hilfsmittel viele Photos, die ich fast fotografiert hatte.

Am Anfang beschreibe ich Übersicht über Denkmalpflege und Postmoderne, dazu behandelt es Begriffe und Spiele der Denkmalpflege und Postmoderne, und beschreibe ich über die Situation zur Denkmalpflege im 20.Jahrhundert in Südkorea, dazu behandelt es Probleme zwischen der Denkmalpflege und Postmoderne bis zum heute, und dann beschriebe ich ein Ergebnis über Denkmalpflege im postmodernen Architekturzitat.

Danach beschriebe ich über die Situation der Denkmalpflege im 20.Jahrhundert in Deutschland, dazu behandelt es die Entwicklung und Kritik der Denkmalpflege und Postmoderne in Deutschland, und benutze ich einige Photos zum Informationsmittel.

Am Ende will ich zum Schlußwort diese Arbeit zusammen fassen und das Ergebnis dieser Arbeit aussagen.

II. Übersicht der Denkmalpflege

1. Begriff des Denkmals und der Denkmalpflege

Denkmal bedeutet zur Erinnerung an eine Persönlichkeit oder ein historisches Ereignis errichtetes Bauwerk, unter Denkmalpflege versteht man alle Bestrebungen, Kulturdenkmäler zu schützen, zu erhalten und zu pflegen.3

Cord Meckseper definierte beim Podiumsgespräch mit Roland Günter, Egbert Kossak und Jürgen Paul in Goslar zum Begriff des Denkmals so;

Denkmaler sind Sachen, deren Erhaltung aus historischen oder künstlerischen Gründen im öffentlichen Interesse liegt. Das ist die Kerndefinition so jedes einschlägigen Gesetzestextes. Das Denkmal hat also eine historische Dimension (es bezieht sich auf Historisches), eine ästhetische Dimension (es ist ein Objekt, „künstlerisches“ Objekt) und eine gesellschaftliche Dimension (das „öffentliche Interesse“).4

Man kann auch zum Begriff der Denkmalpflege noch laut Denkmalschutzgesetze definieren:

In Deutschland hat Bayern sehr wirkungsvollen Gesetze,5 definiert man laut bayrischem Denkmalschutzgesetz so;

Denkmäler sind von Menschen geschaffen Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlichen, städtebaulichen wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.6

Denkmal muß ein Gegenstand erfüllen, um ein Denkmal zu sein, dazu kann man ein Denkmal im Sinn des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes zusammenfassen;

- Das Objekt muß von Menschen geschaffen sein.
- Das Objekt muß aus vergangener Zeit stammen.
- Das Objekt muß von geschichtlicher, künstlicher, städtebaulicher oder volkskundlicher Bedeutung sein.
- Die Erhaltung des Denkmals muß im Interesse der Allgemeinheit liegen.7

Der Professor Hartwig Schmidt an der RWTH Aachen spricht zur Begriff der Denkmalpflege:

Denkmalpflege hat nicht die Aufgabe, die Vergangenheit leicht verständlich, aufzubereiten, sondern die Pflicht, die Überreste der Vergangenheit zu schützen und zu erhalten.

Um es kurz zu sagen, Denkmal, das von Menschen geschaffen wurde und aus vergangener Zeit mit geschichtlicher, künstlicher und städtebaulicher Bedeutung stammt, bedeutet ein Bauwerk zu Erhaltungswert, dazu bedeutet Denkmalpflege mit solchem Denkmal zu schützen, zu erhalten und zu pflegen.

2. Grundsätzen und Methoden der Denkmalpflege

In diesem Teil beschreibe ich über Aufgabe der Denkmalpflege, und dazu fasse ich über Grundsätzen und Methoden der Denkmalpflege zur Aufgabe zusammen.8

Aufgabe der Denkmalpflege behandelt Baudenkmälern, vor der Zusammenfassung will ich Arten von Baudenkmälern beschreiben.9

2-1. Arten von Baudenkmälern

Baudenkmäler können sein:

Archivgebäude, Aufzüge, Außenwerbungsanlagen, Bäder, Balkone, Balustraden, Bankgebäude, Befestigungen am und im Ort, Bildstöcke, Bibliotheken, Börsen, Brücken, Brüstungen, Brunnen, Brunnenanlage, Burgen, Burgruinen, Eisenbahnbauten, Erker, Feldkapellen, Feldkreuze, Festungen, Finanzbauten, Friedhöfe, Gartenhäuser, Gewächshäuser, Grabdenkmäler, Grabsteine, Grenzsteine, Hammerschmieden, Häuser, Hochschulbauten, Hofhaltungsbauten, Hütten, Industriebauten, Justizgebäuden, Kamine, Kapellen, Kalköfen, Kasernen, Kaufhäuser, Kirchen, kirchliche Amtsbauten, Klosterhöfe, Kornkästen, Kongregationsbauten, Kriegerdenkmäler, Kreuzsteine, Kreuzwegstationen, Kuranlagen, Luftverkehrsanlagen, Marterln, Masten, Mauern, Meiler, Messegebäude, Militärbauten, Mühlen, Museen, öffentliche Gebäude, Ortsbefestigungen, Polizeibauten, Portale, Postgebäude, Rathäuser, Remisen, Residenzen, Ruinen, Scheunen, Schlachthäuser, Schlösser, Schrannen, Schutzbauten, Spitäler, Stadel, Stadttürme, Stadtwaagen, Straßen, Straßenpflaster, Sühnekreuz, Teiche, Theater, Tore, Torhütten, Türme, Tunnels, Verwaltungsbauten, Waisenhäuser, Wasserbauten, Wegkreuze, Weinberghäuschen, Zäune, Zeughäuser usw.

Denkmäler sind folgendermaßen eingeordnet:

(1) Baudenkmäler: bauliche Anlage aller Arten: wie schon obengenannt beschrieben.
(2) Technische Denkmäler: Verkehrsanlagen wie Eisenbahnstrecken, Kanäle und Brücken, Anlagen der Energieversorgung mit Gas und Strom, der Wasserversorgung sowie Fabrikationsstätten von Industrie - und Konsumgütern, Fabrikanlage durch ihre Vielteiligkeit von Gebäuden und technischer Ausstattung, aber auch die einzelne erhaltene Kraftmaschine oder Gerätschaft im Extremfall.
(3) Ensembles: eine Gruppe von Gebäuden, die zusammen ein historisches Orts-, Platz- und/oder Straßenbild(als Ganzes erhaltungswürdig sein). Dabei einzelne Gebäude innerhalb eines Ensembles zwar Denkmaleigenschaft. Doch gibt es auch viel Gebäude im Ensembles, die für sich allein keinen Denkmalcharakter haben und trotzdem als Ensemble – Bestandteil unter Denkmalschutz Stehen. Ensemble: z.B. eine Schloßanlage, ein Straßenzug, ein Platz oder ein ganzer Stadtkern.
(4) Historische Ausstattungsstü>Befinden und dessen Bestandteil sie bilden, vor allem mit dem Bauwerk fest verbundene Gegenstände wie: z.B. Altäre, Kirchenstühle, Wandverkleidungen, Fresken, u.U. auch bewegliche Sache.
(5) Bewegliche Denkmäler: z.B. Gemälde Skulpturen, Möbel, Bücher oder Urkunden, also nicht ortsfeste Gegenstände, auch schienengebundene Fahrzeuge,(z.B. Lokomotiven) und Schiffe.
(6) Bodendenkmäler: bewegliche oder unbewegliche Überreste vor allem aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit(15000 v.Chr. bis 950 n.Chr.) im Boden befinden sich oder im Boden gefunden und gebogen werden: z.B. Reste von Befestigungsanlagen und anderen Gebäuden, Ringwälle, Viereckschanzen, Gräber, Münzen, Gefäße, Werkzeuge, Schmuck.

2-2. Definition zur Aufgabe der Denkmalpflege

(1) Konservierung (von lat.: conservare)

Konservieren heißt bewahren, erhalten.

Die Konservierung will also weder Instandsetzung, noch sanieren oder ergänzen, sondern nur den vorgefundenen Bestand retten. Zu den konservierenden Maßnahmen sind alle Maßnahmen zu rechnen. Konservieren heißt zum Beispiel Festigung von origineller Denkmalsubstanz, also Tränkung einer Steinskulptur oder Hinterspritzen einer hohl liegenden Putzschicht, das Niederlegen von abplatzenden Malschichten an einem Gemälde oder einer gefaßten Skulptur, Festigung des Bildträgers usw.

Konservierungsmaßnahmen sichern den materiellen Bestand eines Denkmals.

Die oberste und schonendste denkmalpflegerische Maßnahme im Umgebung mit Baudenkmälern ist die Konservierung, aber die ideale Konservierung, die nichts berührt und alles erhält, gibt es leider in der Theorie.10

(2) Restaurieren (von lat.: restaurare)

Restaurierung heißt erneuern, wiederherstellen und einem Denkmal die ihm angemessene Wirkung wiederzugeben, die noch vorhandene Substanz wieder zur Geltung zu bringen und seine vorhandene Substanz wieder zur Geltung zu bringen und seine Aussage nach Form und Inhalt wieder anschaulich werden zu lassen.

Maßnahme: die Abnahme stark vergilbter und störender Überzüge und Schichten, die Entfernung entstellender Eingriffe und Veränderungen, die Ergänzung und das Retuschieren - auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt - mit dem Ziel, durch den Schließer von Fehlstellen und Lücken das Original wieder erlebbar zu machen.

Als Restaurierung werden alle die Maßnahmen bezeichnet, die nicht bei der ausschließlichen Sicherung (Konservierung) stehenbleiben, sondern darüber hinaus auf die Hervorhebung der künstlerischen und historischen Qualitäten des Denkmals ausgerichtet sind.11

(3) Rekonstruieren (von lat.: reconstnere)

Rekonstruktion ist eine Wiederrichtung oder ein Wiederaufbau eines nicht mehr existierenden Objektes, dessen ehemaliges Aussehen aus Beschreibungen, Plänen oder bildlichen Darstellungen noch weitestgehend bekannt ist.

Es heißt eingedeutscht ganz genau „Rückbau“.

(4) Renovieren (von lat.: renovare)

Unter Renovierung ist Erneuerung und Modernisierung des Erscheinungsgebildes eines Denkmals durch Ersatz von Teilen seiner historischen Substanz oder durch Aufbringen einer neuen Außensicht zu verstehen.

Renovierung ist nur gerechtfertigt, wenn die Substanz gefährdet oder die Wirkung des Denkmals beeinträchtigt ist.

Maßnahmen: die Erneuerung von Dacheindeckungen, Verputz und Anstrichen oder das Überfassen von im Freien stehenden Holz oder Steinskulpturen.

(5) Instandhaltung, Instandsetzung, Sanierung

1) Instandhaltung:

Zur Instandhaltung eines Baudenkmals gehören scheinbar selbstverständliche Maßnahmen wie die Säuberung der Dachrinnen oder das Nachstecken beschädigter Dachziegel, Maßnahmen, die der Eigentümer ohne weiteres selbst durchführen kann und die umfangreichen Schäden abwenden.

Die Instandhaltung sollte bei der Instandsetzung erster Grundsatz sein.

2) Instandsetzung:

Unter Instandsetzung versteht man stets nur die Reparatur oder Erneuerung von Einzelgewerken eines Bauwerks im Gegensatz zur noch besprechenden, tiefgreifenden Sanierung.

Bei allen Instandsetzungsarbeiten muß zugunsten weitestgehender Substanzerhaltung der Reparatur grundsätzlich der Vorzug vor dem Austausch gegeben werden.

3) Sanierung(von lat. : sanare):

Sanierung heißt gesunheitmachen oder heilen.

Für die Werke der bildenden Kunst, bewegliche oder unbewegliche, bedeutet Sanierung die naturwissenschaftliche Kontrolle aller Eigenschaften des Denkmals, die Analyse der schädlichen Einflüsse, deren mögliche Beseitigung(z.B. Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit bei Fresken) oder Reduzierung(z.B. Schutzverglassung von gefährdeten Fenstern) und die Wiederherstellung eines technisch dauerhaften Gefüges(z.B. durch Steinhärtung), sowie die oft notwendige Wiedergewinnung eines erlebbaren Ganzen als der allgemeinsten Form von Nutzung eines Kunstwerkes.

(6) Kopieren:

Bei einer Kopie handelt es sich um eine deteilgerechte, maßstabs- und formgetreue, ggf. auch materialgerechte Nachbildung eines Originals.

Sie setzt das noch existierende Original voraus.

Etwa eine vor Zerstörung kann bedrohte Fassadenfigur durch eine Kopie ersetzt werden.

(7) Ergänzung:

In denkmalpflegerisch engerem Sinne Herstellung eines einmal existierenden, nun aber fehlenden Teiles, der aus ästhetischen, geschichtlichen oder funktionalen Gründen für unentbehrlich gehalten wird. Je nach Quellenlage ist solche Ergänzung mehr oder weniger hypothetisch.

(8) Ersatz:

Austausch eines beschädigten oder sonst wie ungeeigneten Teiles eines Ganzen(vom steinmetzmäßigen Werkstück bis zum Einzelhaus in einer Zeilenbebauung) durch ein Neues mit ähnlicher oder identischer Funktion in ästhetischer, funktionaler und technischer Hinsicht.

(9) Wiederaufbau:

Neuherstellung von Denkmälern meist nach schnell wirkenden und kurz Zeit zurückliegenden Zerstörungskatastrophen wie Krieg, Brand und Erdbeben in der Regel auf Grund des unmittelbaren Wiederaufbauwillens der betroffenen Bevölkerung.

2-3. Sonstige Definition:

(1) Fälschung:

Mißbräuchliche Herstellung und Verwendung der Kopie in Täuschungsabsicht bei der Herstellung und(oder) bei der Verbreitung der Kopie durch die Behauptung, sie sei das Original.

(2) Imitation:

Herstellung eines neuen Werks in Angleichung an bereits Bestandes um die Erkennbarkeit als Neues zu vermeiden.

Der Unterschied zur Kopie besteht darin, daß nicht ein konkretes Vorbild genau nachgeahmt wird.

3. Wissenschaftliche Definition zur Denkmalbegriff12

Um zu einer Begriffsbestimmung zu gelangen, die von persönlichen oder epochalen Auffassungen weitgehend frei ist, muß man Analyse wird - das läßt sich voraussehen – einige Faktoren kristallisieren, die man der Einfachheit halber und um eine übersichtliche Klarheit zu gewinnen, in einer Gleichung zusammenfassen können:

M (Monument, Denkmal) A / B / C. usw.

Man nennt zur Unterscheidung von der Mathematik und aus sprachlichen Gründen die einzelnen Bestandteile der Gleichung „Faktoren“.

Die Einmaligkeit der Komponentenkonstellation ist charakteristisch für den Begriff, den man als „Original“ bezeichnen. Die oben angedeutete Formel heißt also in ersten Stadium:

M (Monument) = O (Original)

Einbauwerk, das durch mehrere Impulse entstanden ist, setzt sich also aus einer Summe von Originalen zusammen. In einer Formel gebracht, muß es demnach heißen:

å O = O 1 +O 2 +O 3 +... On

Die als O1, O2, O3 usw. bezeichneten Originalzustände wurden zu verschiedenen Zeiten geschaffen. Ihre simple Summierung verleugnet die zeitliche Differenz ihrer Entstehung.

Um diese Differenz meßbar zu machen, ist es notwendig, eine Bezugsebene zu wählen, die unserer Gegenwart liegen muß, wenn das Alter des Objektes festgestellt werden soll. Das Wir verschiedene O - Faktoren haben, ergeben sich ebenso viele Zeitfaktoren, die als T = Tempus signiert werden sollen: T1 + T2 +T3 +... Tn.

In diesem Stadium der Untersuchung heißt die Formel:

M = å O + å T

Durch die Faktoren O und T läßt sich die historische Individualität weitgehend genau bestimmen und messen.

Es ist zweifellos ein historisches Dokument wie alles, was aus einer vergangenen Zeit auf uns gekommen ist, nicht aber zugleich auch ein Kulturdenkmal unterscheidet sich von einem Zeitdokument durch die Qualität seiner Konzeption und deren Ausführung.

Für die Analyse ist es deshalb auch erforderlich, die Qualität eines Dokumentes in Rechnung zu setzen, das sie als denkmalbestimmender Faktor unabdingbar ist:

M = å O + å T + Q (Qualität)

An dieser Stelle ist es nicht notwendig, den Q – Faktor durch eine Aufgliederung in Q1 + Q2 + Q3 +... Qn auf die O – und T – Faktoren zu beziehen. Es geht nicht darum, daß für jeden Impuls eine eigene Qualifikation nachgewiesen wird, sondern es ist allein wichtig, daß das letztlich entstandene Gesamtwerk eine ausreichende Qualität besitzt.

Das Engagement für die Qualität eines Werkes setzt voraus, daß diese Qualität attraktiv ist, daß sie eine Aussagefähigkeit hat, die allgemein erkennbar und schätzenswert ist. Durch seine Attraktivität wird das Denkmal zum Sinnbild, zum Symbol.

Wenn der Symbolcharakter eines Denkmals unabhängig ist von dem Originalzustand, unabhängig von der Zeit und von der Qualität, dann ist jeder Ersatz des Originals , dann ist jede Rekonstruktion dem Original gleichwertig.

Manche Werke können nur als Symbol wirken, wenn sie verbreitet werden, d. h.

Wenn man sie vervielfältigt. Was bei einem Denkmal im substantiellen Sinne nicht erlaubt ist, wird hier gefordert. Es ist nicht nur möglich, sondern sogar nötig, den ideellen Wert in viele Symbole zu übertragen.

Fügt man den Symbolfaktor (= S) der Formel hinzu, so heißt diese jetzt:

M = å O + å T + Q + S

Damit ist die Analyse abgeschlossen und die Formel vollständig. Es haben sich vier Faktoren ergeben, mit deren Hilfe jedes Baudenkmal eindeutig charakterisiert ist. Die beiden anderen Faktoren O und T sind - wenigstens theoretisch - meßbar. Die beiden Q und S dagegen sind keine absoluten, sondern relative Größen. Sowohl die beiden absoluten als auch die beiden relativen Faktoren sind voneinander abhängig. Sie können nicht einzeln auftreten oder sich gegenseitig ersetzen, sondern bilden jeweils eine Gruppe. Beide Gruppen, die meßbaren und die nicht meßbaren Faktoren, stehen sich polar gegenüber. Ihre gegensätzliche Position bedeutet nicht Widerspruch, sondern Ergänzung.

Überprüft man die Formel, indem man eine Negativprobe macht. Dazu verzichtet man zunächst auf die relative Faktorengruppe Q + S.

Man erhält dadurch den bereits skizzierten Charakter eines beliebigen Bauwerks ohne jede Qualifikation und ohne sinnbildhafte Bedeutung. Das heißt, ohne die Faktorengruppe Q und S ist das Objekt wohl als Zeitdokument, nicht aber als Kulturdenkmal charakterisiert.

Verzichtet man dagegen auf die Faktorengruppe O + T, so wird dadurch ein Abstraktum definiert, das wohl literarisch existieren kann, nicht aber als substantielles Werk. Ein Denkmal ohne Originalsubstanz, die ihrerseits den Zeitfaktor bedingt, kann es nicht geben. Erst beide Faktorengruppen zusammen erfüllen die Charakteristik eines Denkmals.

III. Übersicht der Postmoderne

1. Einleitung für das Verständnis der Postmoderne

13 Für das Verständnis der Postmoderne ist notwendig, ihre Ursprünge zu untersuchen.

Dafür muß man sich zunächst in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg versetzen.

Damals wurden endlich die Ideale der klassischen Moderne, wie sie von Le Corbusier und den Bauhaus – Architekten Gropius und Mies van der Rohe verkündet wurden, in der ganzen (freien) Welt akzeptiert. Erst in dieser Periode wurden große Objekte mit verglasten Vorhangwänden gebaut, wie sie Mies van der Rohe schon in den zwanziger Jahren vorgeschlagen hatte.14 Und der unermüdliche Propagandist der Moderne in den Vereinigten Staaten, Philip Johnson, sorgte dafür, daß sie dort das breite Publikum erreichte.

Ausschlaggebend für die Akzeptanz war aber der kommerzielle Erfolg dieser Bauten.

Die simplen, prismatischen Bürocontainer konnte man leicht in der Entwurfsphase jeder gewünschten Größe anpassen und in der Ausführung schnell und rationell verwirklichen.

Es war vor allem die schnelle und trockene Montage der Vorhangwände, die sie in Amerika populär machte. Die Bauherren, für die der Grundsatz „time is money“ entscheidend war, hat die ästhetische Qualität dieser Architektur nicht immer begeistert, aber wenn bekannte Kritiker wie Philip Johnson meinten, daß diese Architektur das Schönheitsideal der modernen Zeit verkörpere, waren auch sie einverstanden.

Solange es sich nur um einzelne hochrangige Objekte handelte, die sich von der Masse eklektischer Architektur abhoben, schien alles in Ordnung zu sein. Das Lever House von Gordon Bunshaft (im Büro Skidmore, Owings, Merill), 1952, oder das Seagram Building von Mies van der Rohe, 1954-195815, waren erfrischende Erstlinge, die später viele Nachfolger sowohl in Amerika als auch in Europa fanden. Als jedoch die Städte massenweise von ähnlichen Vorhangfassaden – Kästen überschwemmt wurden, erhoben sich die ersten Proteststimmen.

Es wurde oft behauptet, daß der Fehler in der minderwertigen architektonischen Qualität dieser Produktion lag, und daß hier nur wenige erstklassige Architekten zum Zuge kamen. Daran aber lag es nicht. Die Eintönigkeit dieser Architektur war Programmatisch. Die besten Proportionen und Details der Vorhangwandelemente konnten nichts daran ändern, daß durch ihre endlose Wiederholung eine Monotonie entstand. Die visuelle Qualität der ersten Beispiele und im Kontrast zur Masse der vorhandenen, historisierenden Architektur dieser Jahre wurde die Bezeichnung „international style“ geprägt.16

..Als dieser Stil am stärksten verbreitet war, war das amerikanische Publikum etwas konservativ; es hat die klassische Moderne nie voll akzeptiert und hing dem Ideal eines Kolonialhauses mit einem klassischen Säulenportikus nach. Anfang der siebziger Jahre nahmen die Proteste konkrete Gestalt an..

[...]


1 Petzet/Mader, Praktische Denkmalpflege, Kohlhammer, s.9

2 Schiedermair/Werner/Scherg/Jutta, Denkmalfibel, Callwey, s.153

3 Pevsner/Honour/Fleming, Lexikon der Weltarchitektur, Prestel, s.156

4 Arbeitsheft zur Denkmalpflege in Niedersachsen Dokumentation der Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpflege in der Bundesrepublik Deutschland, Denkmalpflege 1975, s.149~150

5 Gottfried Kiesow verfasste in seinem Buch „Einführung in die Denkmalpflege“ über Gesetzliche Grundlagen des Denkmalschutzes: Die erste mit sehr wirkungsvollen Gesetzen umfaßt die von Bayern, Hessen, Bremen und Schleswig-Holstein, die zweite, mit noch brauchbaren Gesetzen, die von Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen Schutz, die dritte, mit dem schwächsten Schutz, die Länder Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, s.74

6 Band 54, Denkmalschutzgesetze, Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, s.19

7 Schiedermair/Werner/Scherg/Jutta, Denkmalfibel, Callwey, s.26

8 Siehe: ebd. s.30~34

9 Ebd. s.43

10 Prof. Dr. - Ing. Hartwig Schmidt an der RWTH, Vorlesungsskript zum Wintersemester 1998/99, s.67

11 Ebd.

12 Prof. Dr. – Ing. Friedrich Mielke an der TU Berlin, Die Zukunft der Vergangenheit, - Grundsätze, Probleme und Möglichkeiten der Denkmalpflege, 1975 Deutsches Verlag, s.25~32(Zusammenfassung)

13 Cejk, Jan, Tendenzen zeitgenössischer Architektur, W.Kohlhammer. 1993, s.24

14 Mies van der Rohe hat in den Jahren 1921-24 vier Entwürfe für ideale Bürobauten ausgearbeitet. Der erste davon (1921) war für ein ganz verglastes Hochhaus. , Zitat aus ebd.

15 Das Seagram Building war das erste Hochhaus von Mies van der Rohe, dessen Außenhaut aus verglaster Vorhangwand (curtain wall) bestand, die hier mit Profilen aus Bronze (auf tragenden Stahlprofilen) montiert wurde.

16 Die Bezeichnung „international style“ entstammt der gleichnamigen Publikation, die 1932 in New York erschienen ist. Im deutschsprachigen Raum wird diese Richtung der Moderne ebenfalls „internationaler Stil“ genannt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Denkmalpflege in der historisierenden postmodernen Architektur in Südkorea und Deutschland
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Denkmalpflege und Bauforschung)
Note
1.3
Autor
Jahr
1999
Seiten
34
Katalognummer
V455166
ISBN (eBook)
9783668899179
ISBN (Buch)
9783668899186
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Autor dieser Arbeit ist kein Deutsch-Muttersprachler. Bitte haben Sie Verständnis für grammatikalische Fehler und Uneinheitlichkeiten im Ausdruck.
Schlagworte
denkmalpflege, architektur, südkorea, deutschland
Arbeit zitieren
Soon Bung Park (Autor), 1999, Denkmalpflege in der historisierenden postmodernen Architektur in Südkorea und Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455166

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