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Das Mahl von Cäsar und Kleopatra bei Lukan

Title: Das Mahl von Cäsar und Kleopatra bei Lukan

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: René Dietzsch (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

In dieser interdisziplinären Arbeit wird Cäsars und Kleopatras Gastmahl, wie es der Historiograf Lukan darstellt, aus altphilologischer und archäologischer Sicht beleuchtet.

Sie stützt sich auf eine Darstellung eines solchen convivium genannten Gastmahls in der römischen Literatur: Der Historiker Marcus Annaeus Lucanus (* 39 n. Chr., † 65 n. Chr.) hat im ersten nachchristlichen Jahrhundert ein Werk mit dem Titel "De bello civili" abgefasst. Entbehrt dieser historiografische Text gänzlich weitschweifender Darstellungen römischer Gastlichkeit, so findet sich in Buch 10 dennoch ein kurzer Abschnitt, der Einblicke in das Wesen eines Gastmahls zur damaligen Zeit bietet und nicht um seiner selbst willen, sondern zum Zwecke der Charakterisierung von Personen eingeschoben ist. Ziel soll es sein, die Bedeutung dieser Szene, die sich zwischen Kleopatra und Gaius Julius Cäsar abgespielt haben soll, herauszustellen, indem auf die Funktion dieses Gastmahls eingegangen und ein sachhistorischer Blick auf Einzelheiten der Bewirtung gelenkt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Mahlzeit im antiken Rom

2. Cäsar und Kleopatra bei Lukan

2.1. Der Dichter und sein Werk

2.2. Der historische Kontext

2.3. Das Gastmahl und seine Bedeutung

3. Zusammenfassung

4. Bibliografie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung eines Gastmahls im zehnten Buch von Lukans „De bello civili“. Ziel ist es, die narrative Funktion dieser Szene zu analysieren, in der Kleopatra durch ostentativen Luxus versucht, den römischen Feldherrn Cäsar zu beeinflussen und zu charakterisieren, wobei Lukan durch diese Schilderung sowohl historische als auch philosophische Kritik übt.

  • Die Bedeutung der Mahlzeit in der römischen Antike und ihre soziologische Komponente.
  • Die literarische Charakterisierung von Cäsar und Kleopatra durch Lukan.
  • Die Analyse der Luxusdarstellung (luxuria) als Mittel zur Kritik am orientalischen Despotismus.
  • Der Vergleich mit stoischen Wertvorstellungen und die bewusste Abgrenzung zur altrömischen Bescheidenheit.
  • Die Funktion des Banketts als Instrument politischer Einflussnahme und Machtprojektion.

Auszug aus dem Buch

Anhang: Lateinischer Text und Übersetzung

dentibus hic niveis sectos Atlantide silva inposuere orbes, quales ad Caesaris ora 145 nec capto venere Iuba. pro caecus et amens ambitione furor, civilia bella gerenti divitias aperire suas, incendere mentem hospitis armati. non sit licet ille nefando Marte paratus opes mundi quaesisse ruina; 150 pone duces priscos et nomina pauperis aevi Fabricios Curiosque graves, hic ille recumbat sordidus Etruscis abductus consul aratris: optabit patriae talem duxisse triumphum. infudere epulas auro, quod terra, quod aer, 155 quod pelagus Nilusque dedit, quod luxus inani ambitione furens toto quaesivit in orbe non mandante fame; multas volucresque ferasque Aegypti posuere deos, manibusque ministrat Niliacas crystallos aquas, gemmaeque capaces 160 excepere merum, sed non Mareotidos uvae, nobile sed paucis senium cui contulit annis indomitum Meroe cogens spumare Falernum. accipiunt sertas nardo florente coronas et numquam fugiente rosa, multumque madenti 165 infudere comae quod nondum evanuit aura cinnamon externa nec perdidit aera terrae, advectumque recens vicinae messis amomon.

Jetzt setzte man auf schneeweiße Elfenbeinfüße runde Platten, die aus Bäumen vom Atlas geschnitten waren und in solcher Güte Cäsar nicht einmal nach Jubas Niederlage vor Augen kamen. Pfui, welch blinder, hirnlos-eitler Wahnwitz, sein Vermögen vor einem Gastes in Waffen zu entflammen! Gesetzt, er wäre nicht entschlossen, mit unerhörtem Krieg, und mochte auch die Welt zusammenstürzen, nach Reichtum jagen: Nimm die früheren Helden, Namen aus karger Vorzeit wie Fabricius und Curius, hier könnte der schlichte Mann zu Tische liegen, den man vom Pflug aus Etrurien als Konsul wegholte – Cäsar würde sich trotzdem wünschen, der Heimat derlei Schätze im Triumph zu zeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Mahlzeit im antiken Rom: Einführung in die soziologische Bedeutung des gemeinsamen Essens in der Antike und die Relevanz literarischer Quellen für dieses Forschungsfeld.

2. Cäsar und Kleopatra bei Lukan: Detaillierte Analyse des Dichters Lukan, des historischen Rahmens sowie der spezifischen Bedeutung des Gastmahls im zehnten Buch der Pharsalia.

3. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse über die Funktion des Gastmahls als Mittel zur Charakterisierung von Personen und zur Ausübung politischer sowie moralischer Kritik durch den Dichter.

4. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Lukan, De bello civili, Pharsalia, Cäsar, Kleopatra, Gastmahl, Convivium, Antike, Luxus, Politische Macht, Stoa, Alexandria, Rhetorik, Historische Darstellung, Römische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung eines Gastmahls zwischen Kleopatra und Cäsar im Epos „De bello civili“ des römischen Dichters Lukan.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Mahlzeit, die literarische Charakterisierung der historischen Figuren durch Luxusmotive und die philosophische Kritik am Sittenverfall durch den Bürgerkrieg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszuarbeiten, warum Lukan diese spezifische Szene erfunden oder stark übersteigert dargestellt hat und welche Funktion sie für die Charakterisierung der Protagonisten hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen Analyse des lateinischen Originaltextes unter Einbeziehung des historischen Kontextes und der Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charakterisierung Kleopatras und Cäsars, die architektonische und kulinarische Prachtbeschreibung im Palast sowie die stoisch geprägte Ablehnung des orientalischen Luxus durch Lukan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lukan, Pharsalia, Cäsar, Kleopatra, Gastmahl, Luxuskritik und politische Machtinstrumente.

Warum ist die Nilquelle und das Nilwasser laut Arbeit von besonderer Bedeutung?

Die Verwendung von heiligem Nilwasser zum Händewaschen wird von Lukan als blasphemischer Akt und als bewusste Provokation gegen religiöse Empfindungen inszeniert.

Welchen Zweck verfolgt Kleopatra mit dem Bankett laut Lukan?

Das Gastmahl dient Kleopatra als Instrument, um Cäsar durch Prachtentfaltung zu beeindrucken und sich seine Unterstützung in ihrem Thronfolgestreit gegen ihren Bruder zu sichern.

Wie unterscheidet sich Lukans Darstellung von anderen zeitgenössischen Quellen?

Lukan erfindet oder übersteigert das Bankett, da zeitgenössische Berichte wie die von Cäsar selbst oder von Cicero diese delikate Verbindung zwischen Kleopatra und Cäsar nicht erwähnen.

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Details

Title
Das Mahl von Cäsar und Kleopatra bei Lukan
College
University of Leipzig  (Institut für Klassische Archäologie und Antikenmuseum; Institut für Klassische Philologie und Komparatistik)
Course
Symposion - convivium: Bilder und Räume, Rituale und gesellschaftlicher Hintergrund
Grade
1,5
Author
René Dietzsch (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V456164
ISBN (eBook)
9783668867185
ISBN (Book)
9783668867192
Language
German
Tags
Symposion Komos convivium Gastmahl Cäsar Kleopatra Lukan Lucanus Symposium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Dietzsch (Author), 2010, Das Mahl von Cäsar und Kleopatra bei Lukan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456164
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