Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht. Der versteckte Antisemitismus


Ausarbeitung, 2019

125 Seiten

Andreas Schittspan (Autor)


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Table of Contents

Impressum

Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht
Themenbetrachtung zum Johannesevangelium

Einführung zum Johannesevangelium
Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht

Das Johannesevangelium
Das erfüllte Wort Gottes
Das Zeugnis des Täufers über sich selbst
Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes
Die ersten Jünger
Die Hochzeit zu Kana
Die Tempelreinigung
Jesus und Nikodemus
Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus
Jesus und die Samariterin
Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten
Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda
Die Vollmacht des Sohnes
Das Zeugnis für den Sohn
Die Speisung der Fünftausend
Jesus auf dem See
Jesus Christus – das erfüllte Wort Gottes
Scheidung unter den Jüngern
Das Bekenntnis des Petrus
Die Reise zum Laubhüttenfest
Jesus auf dem Fest
Zwiespalt im Volk
Jesus und die Ehebrecherin
Jesus das Licht der Welt
Jesu Weg zur Erhöhung
Die wahre Freiheit
Der Streit um Jesu Ehre
Die Heilung eines Blindgeborenen
Der gute Hirte
Der Vorwurf der Gotteslästerung
Die Auferweckung des Lazarus
Der Entschluss zur Tötung Jesu
Jesus wird in Betanien geehrt
Der Einzug in Jerusalem
Die Ankündigung der Verherrlichung
Der Unglaube des Volkes
Die Fußwaschung
Jesus und der Verräter
Die Verherrlichung und das neue Gebot
Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus
Jesus der Weg zum Vater
Jesus verspricht die heilige Geistkraft
Der Friede Christi
Der wahre Weinstock
Das Gebot der Liebe
Der Hass der Welt
Das Werk der heiligen Gotteskraft
Trauer und Hoffnung bei Jesu Abschied
Das hohepriesterliche Gebet
Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu. Jesu Gefangennahme
Jesu Verhör vor Hannas und Kaiphas und die Verleugnung des Petrus
Jesu Verhör vor Pilatus
Jesu Geißelung und Verspottung
Jesu Verurteilung
Jesu Kreuzigung und Tod
Jesu Grablegung
Das leere Grab
Maria von Magdala
Die Vollmacht der Jünger
Thomas
Der Auferstandene am See Tiberias
Petrus und Johannes

Themenbetrachtung zum Johannesevangelium
Jesus Christus - das erfüllte Wort Gottes

Weitere Biblestellen aus dem Johannesevangelium die einen Widerspruch zu der „Gott wurde Mensch“ Theorie aufzeigen:

Wurde Jesus nach seiner Himmelfahrt mit seinem Vater als „Gott“ vereinigt?

Impressum

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Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht

Vorwort

Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht

Über die antijüdischen Tendenzen in der Bibel und speziell im Johannesevangelium wurde schon viel geschrieben. In dieser Betrachtung soll darüber hinaus auf ein Thema eingegangen werden, das in diesem Zusammenhang - so wie es dem Schreiber bekannt ist - noch nicht veröffentlicht wurde.

Der in diesem Evangelium versteckte Antisemitismus sorgt heute noch für eine Ablehnung, die zwischen dem Juden- und dem Christentum besteht. Es geht hierbei nicht um eine Kritik gegen das Wort von Gott, sondern es soll aufgezeigt werden, wie man die Evangelien antijüdisch uminterpretiert und damit eine eigene Sicht gegen das Wort Gottes und gegen das Judentum herbeigeführt hat.

Diese fast unbekannten Veränderungen sollen nachfolgend im Johannesevangelium aufgezeigt und damit zum Bibelstudium angeregt werden.

Jeder Leser hat hier nun die Möglichkeit, das Johannesevangelium auch aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht zu lesen, es nachzuprüfen und sich sein eigenes Bild über das Thema »Trinität und Monotheismus« zu machen.

Themenbetrachtung zum Johannesevangelium

Jesus Christus - das erfüllte Wort Gottes.

Gott allein ist Schöpfer und Erhalter alles Sichtbaren und Unsichtbaren

Als Bibelübersetzung diente mit großzügiger, toleranter Genehmigung überwiegend die Übersetzung von Professor Dr. Klaus Wengst. Dazu wurden noch folgende Übersetzungen verwendet: Hoffnung für alle (Hfa), die Bibel in gerechter Sprache (BigS), Zink, Gute Nachricht (GN), Luther, Elberfelder, Pfäfflin, Werner, H. Stern und andere.

Einführung zum Johannesevangelium

Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht

Dass das Johannesevangelium den anderen drei Evangelien gegenüber ein ganz anderes Evangelium darstellt, wird nach der Betrachtung und Kommentierung, die hier aufgezeigt werden soll, jedem Leser auffallen. Die ersten drei Evangelien – nach Matthäus, nach Markus und Lukas – stimmen im Wesentlichen überein, wobei das Johannesevangelium seine eigenen Anschauungen hat.

Im Johannesevangelium hat man das Gefühl, dass nicht Jesus, sondern der Verfasser des vierten Evangeliums mit seiner theologischen Einstellung selbst redet oder die Worte Jesu nach seiner Vorstellung umgeändert hat.

Aber in dieser Betrachtung zum vierten Evangelium geht es nicht – wie es vielleicht erscheinen mag – um die Zerstörung der Überlieferungen der Worte Jesu, sondern um die Harmonisierung des Johannesevangeliums gegenüber den anderen Evangelien, um ein einheitliches Bild – ohne eigene Ansichten wie es bei Johannes der Fall ist – darstellen zu können.

Da ist einmal der Vorwurf auf jüdischer Seite, dass das vierte Evangelium ein „judenfeindliches Evangelium“ ist. Und es ist eine Tatsache, dass die anderen Schriften im Neuen Testament keine so negative Abgrenzung zum Judentum vollzogen wie im Johannesevangelium. Allein die Bezeichnung „die Juden“ kommt noch in den gängigen Übersetzungen an die fünfzigmal vor, nicht jedoch in den anderen drei Evangelien.

Die Folgen solcher Aussagen bestärkten schon immer eine judenfeindliche Einstellung, und man glaubt daraufhin, auch heute noch eine berechtigte Abgrenzung dem jüdischen Volk gegenüber zu haben.

Auch die christlichen Kirchen haben durch das wörtliche Übernehmen so manche dieser negativen Verse dazu beigetragen, z.B. in Joh. 8,44: „Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an.“ Was muss den Schreiber des Johannesevangeliums bewogen haben, wenn er Jesus solche Worte in den Mund legt und sein Volk, die Juden, als Teufelskinder und Mörder bezeichnet. Solche Aussagen können doch nur zum Antijudaismus beitragen.

Doch dürfen wir die Redeweise des vierten Evangeliums als antijüdisch bezeichnen, nur weil sich der Schreiber dieses Evangeliums sehr wahrscheinlich außerhalb des Judentums und vielleicht in einem Religionskonkurrenzkampf gegenüber den Juden befunden hat?

Warum sollen wir Aussagen, die von Menschen im Wort so niedergeschrieben wurden, aber nicht dem Wesen und Willen Gottes entsprechen und damit nicht inspiriert sein können, dann immer noch wörtlich übernehmen und uns dabei schuldig machen?

Die Frage, die sich als Antwort weiter stellt, ist doch, ob Gott und sein Sohn Jesus wegen solcher Aussagen auch Antisemiten sind? Der Ursprungstext von Johannes war wie die anderen Evangelien jüdisch und somit können sie nicht antijüdisch niedergeschrieben worden sein. Das Johannesevangelium kann nur deswegen antisemitisch verstanden werden, weil es wohl später eine nichtjüdische Sicht bzw. Korrektur erfahren hat.

Statt am Gesamtbild des Wortes zu bleiben, hat man sich wohl bewusst von den jüdischen Wurzeln entfernt und als Folge im Johannesevangelium als die späteste Schrift (ca. 100 nach Chr.) eine antijudaistische Umschreibung und Auslegung vorgenommen.

Es geht in dem Johannesevangelium nicht nur um die sichtlich antijüdischen Texte, die jedem Leser auffallen, sondern um eine bewusste Umdeutung des Wortes gegen das Alte und Neue Testament und damit um eine Abgrenzung von den biblischen Quellen.

Diese Veränderung ist den wenigsten Christen bis heute bekannt und es wird für sie – wenn sie es hier erfahren – schwer zu glauben sein.

Auch wenn das Johannesevangelium eines der beliebtesten Bücher der Bibel ist, so weicht es doch schon im ersten Vers von der Ansicht der anderen Bücher in der Bibel ab. Allein dieser eine Vers führt die Trennung von Juden und Christen herbei, ohne dass dies den meisten Christen aufgefallen ist.

Doch im Johannesevangelium geht es nicht um die Trennung vom monotheistischen Glauben der Juden und auch nicht um einen Beweis für die christliche Trinitätslehre, sondern um die Ausführungen des Erlösungsplanes unseres alleinigen Gottes durch seinen dafür gesalbten Sohn Jesus Christus.

Das Ziel des Johannesevangeliums steht im Kapitel 20,31: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Gesalbte ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“ Auch in der Einführung des Johannesevangeliums durch die Verse 1-18 handelt es sich um den heilsgeschichtlichen Anfang Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus.

Nach dem Gesamtbild des Johannesevangeliums geht die Erlösung der Menschheit von einem Gott aus, wobei der Sohn den Heilsplan Gottes ausführt und teilhat an seinem Wissen und seiner Macht. Seine Werke sind die Werke des Vaters (Joh. 5,19; 11, 42-43; 14,10). Weiter schreibt Johannes nie davon – wie es im griechisch-philosophischen Sinn und der Trinität nach verstanden werden kann –, dass Christus ein Gott wie sein Vater ist, siehe z.B. Joh. 17,3: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Wenn jetzt in Joh. 1,1-18 Jesus auch als Gott interpretiert wird, dann wäre diese Aussage Christi ein Widerspruch. Siehe auch Joh. 20,17: „Ich steige auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ Jesus hat einen Vater, der auch sein Gott und auch unser Gott ist und dies auch noch nach seiner Auferweckung. Begriffe wie „Gott der Sohn“ oder die „Gottheit Christi“ sucht man vergeblich in der gesamten Heiligen Schrift. Die Worte Jesus sind in circa 1800 Versen des Neuen Testamentes festgehalten worden und in keinem einzigen dieser Verse steht, dass er behauptet hat, GOTT, ein zweiter Gott, fleischgewordener Gott zu sein oder dass er und Gott eine Person sind. Wenn im Neuen Testament circa 1300 Mal GOTT erwähnt wird, dann wird eindeutig vom Vater und nicht von Jesus gesprochen. Wenn Jesus circa 180 Mal GOTT sagt, dann spricht er immer von seinem GOTT und Vater. Der Apostel Paulus hat in seinen Briefen circa 500 Mal den Namen GOTT geschrieben, aber kein einziges Mal hat er mit diesem Wort den Messias gemeint; es ist immer um den Vater gegangen. Petrus hat in seinen zwei Briefen circa 88 Mal von GOTT geschrieben und kein einziges Mal hat er sich damit auf Jesus bezogen; er hat immer den Vater gemeint. Jakobus hat in seinem Brief circa 43 Mal GOTT geschrieben und er hat immer den Vater gemeint. Auch die Zweinaturenlehre Christi kennt die Bibel nicht. Die Präexistenz Christi lässt sich zwar in manchen Aussagen des Johannesevangeliums so vermuten, doch keiner der anderen Evangelienschreiber verwendete diese Formulierungen so, wie das Johannes tat. Deshalb sollte darauf geachtet werden, den anders lautenden Aussagen des Johannes keine antijüdisch-trinitarischen Inhalte zu geben, die den übrigen Evangelien-Schriften widersprechen. Zu den anders lautenden Aussagen zählen z.B. die Verse 1-18 des ersten Kapitels. Diese Verse haben eine sehr hohe theologische Bedeutung und dienen als Grundlage für eine philosophische Trinitätslehre und damit zur Abgrenzung vom Judentum, obgleich manche Formulierungen in der gesamten Bibel so nicht wieder vorkommen und ein ehemaliges Lied beinhalten, dessen Ursprung unbekannt ist. Das Johannesevangelium wurde wahrscheinlich in den ersten Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts verfasst, und es wurde Wert darauf gelegt, im Gegensatz zu den drei anderen Evangelien, die zweite Gottheit Christi entgegengesetzt der monotheistischen Religion der Juden aufzuzeigen.

Doch das wichtigste Bekenntnis des Alten Bundes lautete:

5. Mose 6,4: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer.

Mk. 12,29: Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, ...

Es geht in dieser Betrachtung nicht um die Ablehnung Jesu als den vorhergesagten Messias, der ein Jude war, sondern um die von den Menschen herbeigeführte Veränderung am Wort und damit um die Absonderung von dem jüdischen-christlichen Glauben.

Bis zu dem Zweiten Weltkrieg war den meisten Menschen kaum einmal bekannt, dass Jesus eine jüdische Abstammung hatte, weil das Jüdische aus den Verkündigungen verdrängt wurde. Auch unter dem Nationalsozialismus wurde von Theologen versucht, Jesus zu einem Arier zu machen.

Diese negativen Auswirkungen des Johannesevangeliums, die bis heute anhalten, wären nicht entstanden, wenn man die wohl aus Konkurrenzgründen eingeführten Veränderungen am Wort wieder abgeschafft hätte. Doch solche Vorstellungen kann nur ein Laie wie der Schreiber dieser Ausarbeitung haben, aber in der Theologie ist das Zurückfinden zu dem einen Gott und zu dem Ursprung der Worte im Johannesevangelium einfach undenkbar.

Doch der Hauptgrund des Antijudaismus oder Antisemitismus ist der Widertand gegen den einen und einzigen Gott, der in dieser Welt immer mehr in Frage gestellt und abgelehnt wird. Auch unter Christen kann heute noch ein Antisemitismus vorhanden sein, was eine Ablehnung der jüdischen Wurzel und damit auch eine Ablehnung des alleinigen Gottes betrifft.

Warum musste das Christentum die Lehre von den drei Gottheiten (Theismus) einführen, auch wenn sich keine Grundlage dazu in der Bibel findet? Hat auch diese Lehre als Abgrenzung zum Judentum gedient und war es damit ein Verrat am ursprünglichen christlichen Glauben?

Gerade die Menschen hier in Deutschland sollen sich ihrer Schuld erinnern und erkennen, dass in der Religion wie in der Politik immer wieder eine Manipulation stattgefunden hat. Ist aber der Wahrheitsfindung und der Zukunft mit uns und dem jüdischen Volk gedient, wenn wir die Fakten des christlichen Antisemitismus weiter vertuschen? Wollen wir weiter die antijüdisch-philosophische, christliche Trinitätslehre als biblisch und als heilsnotwendig verteidigen?

Diese biblische Ausarbeitung mit Bibelübersetzungen in unsere heutige Sprache und mit ihren leicht verständlichen Kommentierungen soll dazu beitragen, das Wort Gottes besser zu verstehen und auch dazu anregen, ein persönliches Bibelstudium durchzuführen. Ganz deutlich werden hier die Unterschiede zwischen dem monotheistischen Glauben und der Trinitätslehre aufgezeigt. Durch den Vergleich zwischen verschiedenen Bibelübersetzungen und den Anmerkungen soll ein ernstes Nachdenken ermöglicht werden.

Das Johannesevangelium

Joh1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Elbf.)

Trinitarisch erklärt: „Im Anfang war der Sohn und der Sohn war bei Gott und der Sohn war Gott.“

Was hier geschehen ist, ist das Ersetzen von „Wort“ durch „Sohn“ und damit ist der „Sohn“ zu einer Gottheit gemacht worden und hat von Anfang an existiert. Durch den Austausch von Wort und Sohn, wurde auch gleich der Monotheismus aufgehoben. Jetzt haben die Christen zwei Götter: Gott JHWH und den Gott Sohn, und damit wurde die Trennung vom Judentum vollzogen. Doch im Johannesevangelium geht es nicht um die Abgrenzung zum Judentum oder um einen Beweis für die Trinitätslehre, sondern um die Ausführungen des Erlösungsplanes unseres alleinigen Gottes.

Das erfüllte Wort Gottes

Joh1,1 Am Anfang war das Wort [die Weisheit Gottes, das Versprechen Gottes, das Ziel des Erlösungsplanes]. Das Wort war [als Heilsplan, als Aussage von Anfang an] bei Gott, und das Wort [der Geist/Hauch seines Mundes] war Gott selbst. (Hfa)

Johannes beginnt sein Evangelium wie ein griechischer Philosoph und damit beginnt die erste Problematik, weil nach griechischem Denken das „Wort" als Logos-Gedanke schon vor der Zeit des Christentums (ca. 400 Jahre) bekannt war. Durch diesen einmaligen und nur im Johannesevangelium vorhandenen, aus der griechischen Philosophie stammenden Wort-Logos-Gedanken wird hier Jesus als der präexistente zweite Gott gesehen und damit die antijüdische Trinität hineingedeutet. Im Griechischen bedeutet „das Wort“ gleich „Logos“, das u.a. als Sprache, Rede, Beweis, Lehrsatz, Lehre, Sinn und Vernunft definiert werden kann. Aber in der griechischen Philosophie hat das Wort Logos auch eine religiös-philosophische Bedeutung. Philosophen wie Heraklit erklärten z.B., dass alle Dinge dem Logos entsprechend geschehen und dass in dieser Welt eine Vernunft am Werk ist und diese Vernunft Gottes Logos ist. Für Heraklit erschuf das „Wort" (Logos) die Welt und offenbart sich auch im Inneren des Menschen als Gedanke. In der Philosophie Platons ist unter „Wort" (Logos) auch die Vernunft oder die vernunftgemäße Rede gemeint.

Aristoteles verwendet das Wort-Logos u.a. im Sinne von Definition.

Dieser Logos-Gedanke aus dem alten Griechenland, das ewige Denken des einen Gottes, der die Welt durch sein eigenes Wort (Logos) geschaffen hat, wird hier im Johannesprolog auf Christus gedeutet. Somit stammt „das Wort“ als „Schöpfungsmittler oder als ein zweiter Gott" nicht aus der Bibel, sondern aus der Logos-Philosophie der Griechen und ist daher keine Übersetzung, sondern eine philosophisch-christliche Umdeutung.

Nie hat sich Jesus in den Evangelien als „Wort (Logos) Gottes“ bezeichnet, sondern er hat „das Wort von Gott“ gepredigt und sein Wort, seinen Erlösungsplan, ausgeführt. Dazu die Worte Jesu, die im Widerspruch zu der uminterpretierten griechischen Logos-Philosophie stehen: Johannes 3,34; 6,63; 7,16; 7,17; 8,26; 8,28; 8,38; 8,40; 8,55; 12,49; 12,50; 14,10; 14,24; 15,15; 17,6; 17,8; 17,14. (Siehe Themenbetrachtung im Anhang).

Im Hebräischen wurde das Wort von Gott stets als ein von Gott gesprochenes Wort angesehen, als „Dabar“. Dieses hat nichts mit dem griechischen „Logos“ gemeinsam, weil das hebräische „Wort“ gleichzeitig Tat, Sache, Verheißung und Absicht, aber nie Person bedeutet. Im Johannesevangelium geht es ja um die Tat Gottes, um den Erlösungsplan, der durch Jesus Christus ausgeführt wurde, und nicht um die Beweisführung für die Trinitätslehre, die im Nachhinein durch solche Formulierungen und Deutungen dem alttestamentlichen, monotheistischen Glauben der Juden widersprechen und vielleicht als Abgrenzung dienen sollte.

„Das Wort“ von dem alleinigen Gott ist keine zweite Person, und der Name Jesus wird in Vers 1 auch nicht erwähnt. Es geht nicht um den Anfang der materiellen Schöpfung, sondern um „das Wort“ – mit dem Anfang der Verkündigung des Evangeliums und der Ausführung des Erlösungsplanes. Dieses Ziel war von Anfang an bei Gott, bevor es praktisch umgesetzt wurde und damit keine präexistente Person. (1. Mose 3,15)

Die Thora, das Wort von Gott, der Erlösungsplan ist vor aller Schöpfung da gewesen und damit präexistent. Das Wort von Gott ist schon immer die Lebens- und Lichtquelle für Israel gewesen. An diese Thora dachte Israel, wenn von dem „Worte Gottes“ die Rede war. Solche dem jüdischen Denken geläufigen Aussagen über das „Thora-Wort“ wurden dann im Johannesevangelium an die Stelle des Wortes von Gott „dem griechischen Logos-Jesus“ gesetzt. An eine Fleischwerdung des Wortes als eine zweite Gottheit hat niemand in Israel gedacht und es wäre bei ihrem monotheistischen Glauben auch die Auflösung ihrer Religion und ihre Existenz als Volk gewesen.

Siehe Psalm 33, 6 u. 9: „Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes ... Denn ER sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da!“

Heb. 11,3: „Durch unseren Glauben verstehen wir, dass die ganze Welt „durch Gottes Wort“ geschaffen wurde; dass alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist.“

1. Mose 1,24: „Und Gott sprach …“ Und es geschah so.

Joh. 7,16: „Jesus beantwortete ihre Frage: Was ich euch sage, sind nicht meine eigenen Gedanken. Es sind „die Worte Gottes“, der mich gesandt hat.“

2. Petr. 3,5 [5/6]: „Dabei wollen sie nicht wahrhaben, dass Gott schon einmal durch eine große Flut diese Erde zerstörte, die er „durch sein Wort“ am Anfang der Welt aus dem Wasser erschaffen hatte.“

Wir sehen, Gottes Wort ist Gottes Tat und seine Tat ist sein Wort, d.h. er handelt durch sein Wort und er redet in seinem Tun.

Joh 1,2 Von Anfang an war es [das „Wort“ als Erlösungsplan, als Ziel für uns Menschen] bei Gott.

Siehe Eph. 3,11: „Alle sollen nun wissen, dass Gott seinen ewigen Plan durch unseren Herrn Jesus Christus verwirklicht hat.“

Joh 1,3 Alles wurde durch das Wort [durch die Weisheit des alleinigen Gottes] geschaffen, und nichts ist ohne das Wort [ohne seinen Willen] geworden.

Mt. 19,4: „Jesus antwortete: Lest ihr denn die Heilige Schrift nicht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang Mann und Frau schuf ... “ Offb. 4,11: „Dich, unseren allmächtigen Gott, beten wir an. Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt.“

Jesus spricht von Gott als Schöpfer und verdeutlicht damit, dass er dem alleinigen Schöpfergott die Ehre gab und dass er selbst eine andere Person als der Schöpfer ist. In der Schöpfungsgeschichte ist Jesus nicht erwähnt. Wenn es da in 1. Mose 1,26 heißt: „Lasset uns“, dann waren nach Hiob 38,7 die Engel bei der Schöpfung dabei gewesen. Wenn Gott im Alten Bund immer als der alleinige Schöpfer des Himmels und der Erde bezeichnet wird, so muss ER durch Christus eine andere Welt bzw. Schöpfung geschaffen haben, denn Christus war als Mitschöpfer nicht erwähnt worden. „So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde festmacht ohne Gehilfen.“ (Jes. 44,24)

Jak. 1,18: „Es war sein (Gottes) Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat. So sind wir der Anfang einer neuen Schöpfung geworden."

Dieser Vers sagt uns, dass die Gläubigen der Anfang der NEUEN SCHÖPFUNG geworden sind. Diese neue Schöpfung bewirkte unser Herr Jesus am Kreuz von Golgatha. Somit geht es in Johannes 1,3 nicht um die Beweisführung Jesu als Schöpfungsmittler, sondern um die Entstehung der neuen geistlichen Schöpfung, um die Versöhnung Gottes mit den Menschen. Auch nach Johannes 1,1-18; Hebräer 1,1-4 und Kolosser 1,15-20 ist Christus nicht der Schöpfer von Himmel und Erde, sondern von der neuen geistlichen Schöpfung, vom Neuen Bund und damit von der Gemeinde Gottes.

Joh 1,4 Die ganze Schöpfung ist erfüllt mit seinem Leben, und dieses Leben [seine Weisheit, sein Wort, seine Verheißung, sein Erlösungsplan] war das Licht der Menschen. (Albrecht)

Alles ist von Gottes Weisheit und Leben erfüllt. Für die Juden waren auch das Wort Gottes, das Gesetz, das „Leben“ und damit auch das Licht für alle Menschen. Siehe Joh. 6,63: „Gottes Geist allein schafft Leben.“ Joh. 17,3: „Und das allein ist ewiges Leben: Dich, den einen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ In Gottes Heilsplan ist göttliches Leben, Hoffnung und ist ein Licht für die Menschen.

Joh1,5 Dieses Licht, [in der Botschaft Gottes] leuchtet in der Finsternis, doch die Finsternis wehrte sich gegen das Licht.

Wenn dieses Licht von Gott schon immer in verschiedener Weise in dieser Welt geleuchtet hat und die Welt sich dagegen wehrte und Gott dann als Folge Johannes den Täufer und Jesus Christus zur Bekanntmachung seines „Wortes“ bzw. zur Ausführung seines Erlösungsplanes schickte, so kann Jesus nicht das ursprüngliche Licht bzw. Wort gewesen sein. In und durch Jesus Christus ist kein anderes Licht erschienen als das, welches schon immer durch Gottes Schöpfung und Führung leuchtete und erkennbar war. Dass die Welt sich gegen die Erlösungsbotschaft wehrte, ist die gleiche Situation, die schon immer vorhanden war.

Joh 1,6 Gott schickte einen Boten, einen Mann, der Johannes hieß.

Wenn Gott Johannes schickt, so wie er auch Jesus geschickt hat, dann ist nicht die Präexistenz, sondern sein Auftrag damit gemeint. Dazu 5. Mose 18,15 u. 18: ,,Er (Gott) wird euch einen Propheten wie mich senden, einen Mann aus eurem Volk. Auf den sollt ihr hören! Ihm werde ich meine Worte eingeben, und er wird sie den Israeliten mitteilen.“ Kann der prophetisch vorausgesagte Messias nach so einer Aussage Gottes präexistent oder der zweite Gott, „das Wort“, von Joh. 1,1 gewesen sein?

Joh 1,7 Er sollte, die Menschen auf das Licht [im Erlösungsplan Gottes] hinweisen, damit alle durch seine Botschaft an den glauben, der das Licht ist.

1. Joh. 1,5: „Gott ist Licht. Bei ihm gibt es keine Finsternis.“ Jak. 1,17: „Er, der Vater des Lichts ...“ Aber auch Jesus, der Gesalbte Gottes, ist das Licht, weil er zu seinem Auftrag die Botschaft Gottes, „das Wort“, von Gott durch seine Geistkraft übertragen bekommen hat. Jesus wiederum hat den Apostel Paulus und seine Begleiter zum Licht für alle Völker gemacht. (Apg. 13,47). Damit sind auch die Gläubigen das Licht, das die Welt erhellt. (Matt. 4,14).

Joh 1,8 Johannes selbst war nicht das Licht. Er sollte die Menschen nur auf das kommende Licht vorbereiten.

Joh1,9 Der das wahre Licht ist, kam in die Welt [durch Jesus Christus], um für alle Menschen das Licht zu bringen.

Jesus Christus wurde von Gott durch seine Geistsalbung zum göttlichen, sündlosen Sohn, zum Licht der Welt und so wirkte Gott im Erlösungsplan durch Jesus Christus. Siehe Apg. 2,22: „Hört her, ihr Männer Israels! Wie ihr alle wisst, hat Jesus von Nazareth in Gottes Auftrag mitten unter euch mächtige Taten, Zeichen und Wunder gewirkt. Ja, Gott selbst hat durch ihn gehandelt und so seinen Auftrag bestätigt.“

Joh 1,10 Doch obwohl ER [Gott, durch Jesus Christus] unter ihnen lebte und die Welt [die Menschheit] durch ihn geschaffen wurde, erkannten ihn die Menschen [in Jesus Christus] nicht.

Wird nicht Gottes Präsenz in der Welt bedeutungslos, sein Schöpferhandeln zweitrangig, gegen sein erstes Gebot verstoßen, ihm alle Ehre genommen, wenn Jesus zu einem zweiten Gott gemacht und durch ihn alles erschaffen sein soll?

Joh 1,11 ER [Gott] kam in seine [durch seinen Sohn für die Errettung vorgesehene] Welt, aber die Menschen nahmen ihn [durch seinen Sohn] nicht auf.

Siehe 2. Kor 5,19: „Ja, Gott war es, der im Messias [Gesalbter] die Welt mit sich versöhnt hat. Gott rechnete ihnen ihre Vergehen nicht an und hat unter uns das Wort von der Versöhnung in Kraft gesetzt (BigS).

Gott im Messias bedeutet nicht, Christus sei damit auch ein Gott, sondern Gott handelt durch Christus. Gott hat durch seine Geistsalbung Jesus Christus für seinen Dienst als den göttlichen, sündlosen Messias als seinen Sohn angenommen und für seinen Dienst bevollmächtigt und damit die Versöhnung, seinen Erlösungsplan in Kraft gesetzt. Wir sind von Gott selbst erlöst worden durch seinen Gesalbten Jesus Christus.

Joh 1,12 Die ihn [seinen Sohn] aber aufnahmen und an ihn [an seine vollbrachte Erlösung] glaubten, denen gab ER [Gott] das Recht, Kinder Gottes zu werden.

Joh 1,13 Das wurden sie nicht, weil sie zu einem auserwählten Volk gehörten, auch nicht durch menschliche Zeugung und Geburt. Dieses neue Leben gab ihnen allein Gott [durch Jesus Christus.] (Hfa)

…weil Gott ihnen ein neues Leben gab. (GN)

…sondern aus Gott geboren sind. (BigS)

Dieses Wort „allein Gott“ zeigt uns, dass es nur einen Gott gibt, was uns in unzähligen Versen in der Bibel bestätigt wird. Allein im Johannesevangelium gibt es über 80 Bibelverse, die Unterschiede zwischen Gott und seinem geistlichen Sohn Jesus Christus aufzeigen. Dieses neue Leben bietet Gott unter seiner Geistleitung den unter seiner Gnade lebenden Menschen, in seiner Liebe durch seinen Gesalbten Jesus Christus an. Siehe Eph. 1,4-5: „Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns, die wir mit Christus verbunden sind, auserwählt. Wir sollten zu ihm gehören, befreit von aller Sünde und Schuld. Aus Liebe zu uns hat er schon damals beschlossen, dass wir durch Jesus Christus seine eigenen Kinder werden sollten. Dies war sein Plan, und so gefiel es ihm.“

Joh1,14 a Das Wort [dass Gott geplant hatte, der Erlösungsplan] wurde [in Jesus Christus] Mensch [d.h. verkörpert, Wirklichkeit] und lebte unter uns.

Jesus war ein Mensch, aber kein inkarnierter Gott-Mensch, wie es in den griechischen Sagen bei den Göttern wie bei Herakles der Fall war. Herakles wurde von einer Gottheit gezeugt und damit war er ein Gott-Mensch. Nirgendwo wird uns im Wort bezeugt, dass Christus Gott und gleichzeitig Mensch war, auch wenn es im Johannesprolog gegen den Eingottglauben aus trinitarischer Sicht so gedeutet wird. Warum haben Jesus und die Apostel nie etwas von seinem Vorleben (Präexistenz) erwähnt? Hier in diesem Vers geht es nicht um die Menschwerdung Gottes, sondern um die Verwirklichung des Erlösungsplanes durch Jesus Christus.

Joh 1,14 b Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes vergebende Liebe und Treue zu uns gekommen. (Hfa)

… vom Vater verliehen ist. (Zink)

… die ihm der Vater gegeben hat. (GN)

… die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat. (NLB)

… wie sie dem eingeborenen (= einzigen) Sohne vom Vater verliehen wird. (MG)

… wie sie nur der einzigartige Sohn vom Vater bekommen hat. (NEÜ)

Warum gab bzw. verlieh Gott seinem Sohn seine göttliche Herrlichkeit? Wenn er selbst angeblich „wahrer Gott und wahrer Mensch“ zugleich gewesen sein soll, dann hätte er sie doch bereits schon gehabt? Diese göttliche Herrlichkeit erhielt Jesus erst bei seiner Adoption, durch die Salbung von Gott, seinem geistlichen Vater zum Erlöser der Welt.

In Matt. 12,18 bezeichnet Matthäus Jesus als den von Jesaja vorhergesagten „erwählten Knecht Gottes“. Jesaja 42,1: „Der HERR spricht: „Seht, hier ist mein Bote, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben und er wird den Völkern mein Recht verkünden.“ Siehe Apg. 10,38: „… denn Gott selbst hatte ihm seine Macht durch seine Geistkraft (BigS) gegeben. Gott stand ihm bei.“ Siehe Joh. 10,36: „Wie könnt ihr dann demjenigen, den Gott erwählt, geheiligt und in die Welt [zu den Menschen] gesandt hat, sagen …“ (BigS)

Jesus wurde von Gott bei seiner Taufe geheiligt und mit seiner Geistkraft zum göttlichen sündlosen Messias gesalbt und nicht von Gott im Fleisch gezeugt. Jesus kam als menschliches Wesen in die Welt, und nicht in einem menschlichen Körper. Die Vergöttlichung Jesu findet ihren Höhepunkt im 4. Jahrhundert auf den Konzilen, als die Dreieinigkeitsdogmen von nichtjüdischen, philosophisch vorgebildeten, griechischen Kirchenältesten festgesetzt wurden. Da wurde aus dem „Wort“ das uns Jesus von Gott vermittelt hat, eine Person und Gott gemacht.

Joh 1,15 Johannes wies immer wieder auf ihn hin. »Diesen habe ich gemeint«, rief er, »wenn ich sagte: ›Es wird einer kommen, der viel bedeutender ist als ich. Denn er war schon da, bevor ich geboren wurde! ‹«

Für einen Juden wäre es eine Gotteslästerung gewesen, wenn Johannes behauptet hätte, dass Jesus als zweiter Gott bereits präexistent gewesen wäre. Sie wussten aber, dass der Messias im Plan und in der Vorsehung Gottes von Anfang an angekündigt wurde. Siehe 1. Petr 1,20: „Schon vor Erschaffung der Welt von Gott ausersehen, ist er jetzt am Ende der Zeit erschienen um euretwillen.“ (Thimme). Offb. 13,8: „… deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Lebensbuch des geschlachteten Lammes stehen.“

Nicht nur Christus, sondern auch Gläubige standen von Anfang an im Erlösungsplan Gottes. Siehe Eph. 1,4: „Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns, die wir mit Christus verbunden sind, auserwählt.“ Somit waren Jesus und die Gläubigen nur im Plan Gottes präexistent.

Joh 1,16 Gott hat uns aus seinem göttlichen Reichtum immer und immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe beschenkt.

Wenn Gott die Menschen schon immer mit seinem göttlichen Reichtum beschenkt hat, so war es der alleinige Gott, denn den trinitarischen Gott kannte man im Alten Bund noch nicht. Somit war Jesus kein Gott oder ein Teil der Dreieinigkeit, der vom Himmel kam, sondern der von Gott zum sündlosen, göttlichen mit seiner Geistkraft gesalbte Mensch, der dann die Liebe Gottes in seinem Dienst als Erlöser sichtbar werden ließ.

Joh 1,17 Durch Mose gab uns Gott das Gesetz mit seinen Forderungen. Aber durch Jesus Christus [den Messias, den Gesalbten] schenkte er uns seine vergebende Liebe und Treue.

Der alleinige Gott war schon immer für die Menschen da. Im Alten Bund schenkte er ihnen seine Anweisungen, mit dem Ziel zu erkennen, was für sie gut und richtig ist. Gleichzeitig bot Gott ihnen die Versöhnung durch die Opferungen und den großen Versöhnungstag an, die ein Hinweis auf das endgültige Opfer des kommenden Erlösers waren. Jesus Christus als das endgültige Lamm Gottes hat den von Anfang an vorgesehenen Erlösungsplan und damit den Neuen Bund bewirkt. Im Neuen Bund steht der Gläubige unter der Gnade und unter der Geistleitung Gottes, die er sich im Glauben an das Erlösungswerk Christi schenken lassen kann.

Joh 1,18 Kein Mensch hat jemals Gott gesehen. Doch sein einziger Sohn [der Erstgeborener Gottes], der in enger Gemeinschaft mit dem Vater lebt, hat uns gezeigt, wer Gott ist. (Hfa)

… der ganz eng mit dem Vater verbunden ist. (GN)

… der wie keiner mit dem Vater verbunden ist. (Pfäfflin)

… der wesensgleich mit Gott ist. (D.H. Stern)

Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt. (Luther)

Gott, unseren himmlischen Vater, hat noch niemand gesehen, aber Jesus Christus, den geistlichen Sohn Gottes, schon. Dieser stand durch seine Geistsalbung und die damit verbundene Adoption mehr als jeder andere Mensch in seiner göttlichen Herrlichkeit in direkter enger geistlicher Verbindung mit Gott und daher konnte er uns zeigen, wer Gott ist.

Ganz deutlich wird die antijüdische, trinitarische Textveränderung von M. Luther in diesem Vers erkennbar.

In der Lutherbibel von 1534 wurde dieser Vers noch wie folgt geschrieben: „... der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist ...“ Heute wird dieser Vers wie folgt übersetzt: „...der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist.“

Leider werden solche theologische Manipulationen kaum erkannt und damit als Wahrheit betrachtet.

Das Zeugnis des Täufers über sich selbst

Joh 1,19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die [führenden] Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm gesandt hatten, damit sie ihn befragten: „Du, wer bist du?“

Während die ersten drei Evangelien nach Matthäus, nach Markus und Lukas die Bezeichnung „die Juden“ nur sehr selten, aber der Begebenheit passend gebrauchen, macht Johannes Jesu Wirken in Galiläa und Jerusalem zu einer großen Auseinandersetzung mit den „Juden“. „Die Juden“ ist eine distanzierende Redeweise, die den Schreiber dieses Textes anscheinend nicht betrifft. Diese Art von Redewendung kommt nur im Johannesevangelium vor und man bekommt dadurch den Eindruck, dass bereits eine Auseinandersetzung zwischen zukünftigen Christen und Juden stattgefunden hat. Es könnte aber auch eine Nachbearbeitung des Johannesevangeliums durch nichtjüdische Theologen stattgefunden haben.

Joh 1,20 Da bekannte Johannes und ließ keinen Zweifel offen: »Ich bin nicht der Messias [der Gesalbte], auf den wir alle warten.«

Christus bedeutet, „der Gesalbte Gottes“ und dies bedeutet so viel wie „von Gott bevollmächtigt“. Und diesen von Gott bevollmächtigten und gesalbten Christus hat man erwartet.

Joh 1,21 Da befragten sie ihn: „Was dann? Bist du Elija?“ Er sagte: „Ich bin’s nicht.“ – „Der Prophet – bist du der?“ Er antwortete: „Nein.“

Joh 1,22 Da sagten sie ihm: „Wer bist du? Damit wir denen Antwort geben, die uns geschickt haben. Was sagst du über dich selbst?“

Joh 1,23 Da sagte Johannes: »Der Prophet Jesaja hat es schon angekündigt: ›Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft. Räumt die Hindernisse aus dem Weg, denn Gott will [durch Jesus Christus] kommen!‹«

„Macht den Weg Gottes eben“ (BigS).

Wie so manche prophetische Vorhersage ist diese nicht direkt zu übertragen, denn Gott kann nicht selbst kommen, aber durch seinen Sohn ist er gekommen und Johannes hat den Weg für Gottes Wirken in Jesus Christus vorbereitet.

Joh 1,24 Sie waren von den Pharisäern abgesandt

Joh 1,25 und befragten ihn und sprachen zu ihm: „Wieso taufst du denn, wenn du weder der Gesalbte bist noch Elija noch der Prophet?“

Joh 1,26 Johannes antwortete ihnen: „Ich, ich taufe in Wasser. Mitten unter euch steht da, den ihr nicht kennt:

Joh 1,27 der nach mir Kommende, dem gegenüber ich nicht wert bin, dass ich den Riemen seiner Sandale aufbinden dürfte.“

Joh 1,28 Das geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte.

Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes

Joh 1,29 Am nächsten Tag sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: „Seht doch! Das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt!

Diese Erkenntnis hatte Johannes durch die Geistkraft Gottes erhalten, doch er sagte nicht: „Gott das Opferlamm“, sondern dass er Gottes Opferlamm ist, was ein Hinweis auf die Opferungen aus dem Alten Bund ist, die auf Jesus dem Erlöser der Welt vorgeschattet waren.

Joh 1,30 Dieser Mann ist es, von dem ich gesagt habe: ›Es wird einer kommen, der weit über mir steht. Denn er war schon [im Plan Gottes als Messias] vor mir da!‹

Johannes der Täufer bezeichnet Jesus als Mann und nicht als Gott. Es wäre doch seltsam gewesen, wenn er Jesus als präexistenten Gott-Mensch erkannt und ihn trotzdem als Mensch bezeichnet hätte. Im Johannesevangelium geht es um die Ausführung des Erlösungsplanes Gottes und als der kommende Messias war Jesus schon von Anfang an im Plan Gottes vor Johannes präexistent.

Joh 1,31 Auch ich hatte ihn nicht gekannt; damit er jedoch Israel offenbar würde, deshalb bin ich gekommen, um in Wasser zu taufen.“

Joh 1,32 Und Johannes berichtete weiter: Ich sah die Geistkraft Gottes (BigS) wie eine Taube vom Himmel herabkommen und bei ihm bleiben.

Die Frage, die sich hier stellt, ist, warum sendete Gott seine Geistkraft auf Jesus? Wenn er doch der inkarnierte Gott-Mensch gewesen sein soll, dann hätte er sie doch bereits gehabt? Und wo ist die Logik, wenn Jesus als Gott von Gott gesalbt worden sein soll?

Joh 1,33 Auch ich hatte ihn nicht gekannt; der mich jedoch geschickt hat, in Wasser zu taufen, der hatte mir gesagt: ‚Auf wen du die Geistkraft herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit heiliger Geistkraft tauft.‘ (Wengst)

…in Gottes heiligen Geist eintaucht. (Zink)

… dieser ist es, der mit heiliger Geistkraft tauft. (BigS)

Jesus ist als Mensch mit der Geistkraft Gottes erfüllt, gezeugt, erweckt, gesalbt, geistlich aus Gott geboren und als göttlicher, sündloser Sohn eingesetzt worden, um den Auftrag Gottes, den Erlösungsplan, ausführen zu können. Siehe Apg. 10,38: „… denn Gott selbst hatte ihm seine Macht durch seine Geistkraft (BigS) gegeben. Gott stand ihm bei.“ Als Teil einer göttlichen Dreieinigkeit wäre Jesus Gott gewesen und hätte der Salbung nicht bedurft. Da aber Gott selbst das „Wort“ war (Joh. 1,1), so hat er den für seinen Erlösungsplan vorgesehenen Menschen mit seinem Geist gesalbt, auf dass er seinen Auftrag als der Messias ausführen konnte.

Joh 1,34 Und weil ich das gesehen habe, kann ich euch bezeugen: Dieser Mann ist Gottes Sohn. … der Erwählte Gottes. (BigS.)

Johannes kannte keine Trinität und auch keine Präexistenz Christi, sonst hätte er nicht „Gottes Sohn“ sondern „Gott der Sohn“ geschrieben. Gottes Sohn bedeutet nicht, Gott zu sein, sondern in einem besonders nahen göttlichen Verhältnis zu Gott zu stehen. Somit ist die Bezeichnung „der Erwählte Gottes“ die passende Aussage zu dem Sohn Gottes.

Die ersten Jünger

Joh 1,35 Am nächsten Tag stand Johannes wieder da, auch zwei von seinen Schülern, Joh 1,36 und als er Jesus erblickte, wie er da herging, sagte er: „Seht doch! Das Lamm Gottes!“

Johannes sagte also nicht „Gott, das Opferlamm“, sondern „Gottes Opferlamm“, was ein gewaltiger Unterschied ist. Jesus als der trinitarische zweite Gott hätte gar kein Opferlamm sein können, weil Gott nicht sterben kann. Weiter ist darauf zu achten, dass die Bibel die Zweinaturenlehre von Jesus nicht kennt.

Joh 1,37 Und seine beiden Schüler hörten, wie er redete, und folgten Jesus.

Joh 1,38 Als Jesus sich umwandte und sie folgen sah, sagte er zu ihnen: „Was sucht ihr?“ Sie sagten ihm: „Rabbi – das heißt übersetzt: Lehrer –, wo ist deine Bleibe?“

Joh 1,39 Er sagte ihnen: „Kommt und seht!“ Da kamen sie und sahen, wo seine Bleibe war, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte Stunde.

Joh 1,40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm gefolgt waren.

Joh 1,41 Wenig später traf er seinen Bruder Simon und erzählte ihm: »Wir haben den Messias [den Gesalbten] gefunden, den von Gott versprochenen Retter!«

Der Name Messias bedeutet Christus und Christus bedeutet der Gesalbte, der von Gott Bevollmächtigte. Wenn Christus von Gott zu seinem Dienst bevollmächtigt worden ist, dann kann er ja selbst nicht der inkarnierte Gott-Mensch gewesen sein. Weiter ist zu beachten, dass Gott der einzige Retter ist durch Jesus Christus. Siehe Jud. 25: „Der alleinige Gott rettet uns durch Jesus Christus, unsern Herrn.“

Joh 1,42 Er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn erblickte, sprach er: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes. Du sollst Kephas genannt werden.“ Das wird übersetzt: Fels (Petrus).

Im Evangelium nach Matthäus hat Jesus dem Simon erst sehr spät den Namen „Petrus“ verliehen, sozusagen als Belohnung für seinen Glauben. Hier bei Johannes ist die Namensgebung gleich am Anfang, aber ohne einen bestimmten Grund. Es fehlen auch die weiteren Sätze wie bei Matthäus: „Du bist Petrus, auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ War diese für die Kirche doch so wichtige Verheißung auf Petrus damals für Johannes noch unbekannt? Weiter auffallend ist, dass Jesus der Aramäisch sprach, Petrus einen griechischen Namen gegeben haben soll.

Joh 1,43 Am nächsten Tag wollte er nach Galiläa hinübergehen und fand Philippus. Jesus sagte ihm: „Folge mir!“

Joh 1,44 Philippus war aus Betsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.

Joh 1,45 Philippus fand Natanael und sagte ihm: „Von dem Mose in der Thora geschrieben hat, auch die Propheten, den haben wir gefunden: Jesus, den Sohn Josefs, aus Nazareth.“

Jesus ist der Sohn Josefs. Etwas anderes von Jesus zu sagen, wäre zur damaligen Zeit eine Gotteslästerung gewesen. Niemand wäre auf die Idee gekommen zu behaupten, dass Jesus ein inkarnierter Gott-Mensch mit zwei Naturen war. Auch von seiner übernatürlichen Zeugung – wie sie uns nur in Matthäus und Lukas kurz gezeigt und sonst nie mehr erwähnt wird – haben weder Jesus noch die Apostel gewusst. Auch der Apostel Paulus erwähnte diese Begebenheit nicht und sie scheint auch bei ihm keine theologische Bedeutung zu haben.

Joh 1,46 Natanael sprach zu ihm: „Aus Nazareth, kann da etwas Gutes kommen?“ Philippus sagte ihm: „Komm und sieh!“

Joh 1,47 Jesus sah, wie Natanael zu ihm kam, und sagte über ihn: „Seht doch! Wirklich ein Israelit, in dem kein Trug ist!“

Joh 1,48 Natanael sagte ihm: „Woher kennst du mich?“ Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Bevor Philippus dich rief, habe ich dich gesehen, als du unter dem Feigenbaum warst.“

Jesus stand im Auftrag Gottes und durch seine geistliche Verbindung mit ihm konnte er Nathanael schon vorher erkennen.

Joh 1,49 »Meister, du bist wirklich der Erwählte Gottes (BigS)!«, rief Nathanael. »Du bist der König Israels!«

Für Israel war der kommende Messias der von Gott gesalbte Mensch oder der kommende König, aber niemals ein Gott-Mensch.

Joh 1,50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah, glaubst du? Größeres als das wirst du sehen.“

Joh 1,51 Und er sagte ihm: „Amen, Amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinaufsteigen und herabsteigen (1. Mose 28,12) auf den Menschensohn.

Jesus gibt sich hier zu erkennen und bezieht sich selbst auf den prophetisch vorhergesagten Menschensohn und den Weg zwischen Gott und den Menschen. Dan. 7,13-14: „Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten.“

Jesus selbst sah sich als der prophetisch vorhergesagte Menschensohn im Himmel bei Gott, dem alle Ehre und Macht zukünftig gegeben wird. Kann Jesus bei so einer Aussage der präexistente Gott-Sohn schon von Anbeginn gewesen sein?

Die Hochzeit zu Kana

2 1 Am dritten Tag gab es eine Hochzeit im galiläischen Kana; die Mutter Jesu war auch dort.

Joh 2,2 Auch Jesus war mit seinen Schülern zur Hochzeit eingeladen worden.

Joh 2,3 Und als der Wein ausgegangen war, sagte die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein.“

Maria muss wohl nach der Geistsalbung ihres Sohnes schon vor dieser Hochzeit über das Wunderwirken ihres Sohnes Bescheid gewusst haben, sonst hätte sie ihn nicht darauf angesprochen. Nach Markus 3,21 haben die Angehörigen Jesu noch nichts von seiner Berufung als der Gesalbte Gottes gewusst, sonst hätten sie ihn schon bei seinem ersten Wirken erkannt und ihn nicht als verwirrt angesehen. Somit kann das Wunder hier bei der Hochzeit nicht das erste Wunder Jesu gewesen sein. Weiter auffallend ist, dass Jesus von seiner Mutter als eine Art Magier gesehen wird, der auch Wein herbeizaubern könnte. Doch wir wissen aus verschiedenen Begebenheiten, dass dies Jesus nicht tun konnte, siehe Joh. 11,22, wo Marta zu Jesus sagte: „Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest.“

Joh 2,4 Jesus sagte ihr: „Was sagst du mir das, Frau? Noch ist meine Stunde nicht gekommen.“

Maria hatte wohl noch nicht verstanden, dass Jesus immer im Auftrag Gottes handelte. Jesus musste sie daran erinnern, dass seine Zeit für dieses Wunder noch nicht gekommen ist, denn er tat nur das, was sein himmlischer Vater ihm auftrug, oder worum er ihn bat. Siehe Joh. 5,30: „Dabei kann ich nicht eigenmächtig handeln, sondern ich entscheide so, wie Gott es mir sagt.“

Joh 2,5 Seine Mutter sagte zu den Bedienenden: „Was immer er euch sagt, tut!“

Dies ist eine sehr wichtige Aussage von Maria. Sie hat die Menschen nicht dazu angewiesen, ihr oder sonst einem Menschen zu gehorchen, sondern ihrem zum Messias bevollmächtigten Sohn. Doch die Kirche hat dies nicht beherzigt und aus Maria nach der trinitarischen Lehre eine „Muttergottes“ gemacht, zu der auch gebetet werden darf. Doch die Anbetung einer Frau (oder Jungfrau), die angeblich Gott geboren haben soll, kommt in vielen heidnischen Religionen vor und ist auch vom Christentum mit übernommen worden. Weiter auffallend ist, dass Maria voraussehend schon gewusst haben soll, wie Jesus das Weinwunder ausführen wird, sonst hätte sie nicht die Initiative ergriffen und die Diener auf das Außergewöhnliche dieses Wundertäters vorbereitet.

Joh 2,6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge für die jüdischen Reinigungsriten; die fassten jeder zwei oder drei Metretes.

Joh2,7 Jesus sagte ihnen: „Füllt die Krüge mit Wasser!“ Und sie füllten sie bis oben hin.

Joh2,8 Und er sagte ihnen: „Schöpft jetzt und bringt’s dem Speisemeister!“ Und sie brachten es.

Joh2,9 Als aber der Speisemeister das Wasser geschmeckt hatte, das Wein geworden war, und nicht wusste, woher er kam – die Bedienenden aber wussten es, die das Wasser geschöpft hatten –, rief der Speisemeister den Bräutigam

Joh 2,10 und warf ihm vor: »Jeder bietet doch zuerst den besten Wein an! Und erst später, wenn alle Gäste schon genügend getrunken haben (Zink), kommt der billigere Wein auf den Tisch. Aber du hast den besten Wein bis jetzt zurückgehalten!«

Joh 2,11 Dies tat Jesus als Anfang seiner Zeichen im galiläischen Kana und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Schüler glaubten an ihn.

Diese göttliche Herrlichkeit hat Christus von seinem Vater verliehen bekommen. Siehe Joh. 17,22 u.24. 1. Petr. 1,21. Die Herrlichkeit Gottes zeigte sich aber mit Sicherheit nicht dadurch, dass Jesus den Betrunkenen noch eine Menge mehr Wein zu trinken gegeben hat (etwa 600 Liter). Was die göttliche Herrlichkeit Christi mit diesem geheimnisvollen Weinwunder in Wirklichkeit auf sich hat, ist schwer einzuordnen und kann auch nicht das Anfangszeichen seiner Bevollmächtigung von Gott gewesen sein.

Die Tempelreinigung

Joh 2,12 Danach stieg er hinab nach Kafarnaum, er, seine Mutter, seine Geschwister und seine Schüler; aber dort blieben sie nur einige Tage.

Joh 2,13 Das jüdische Pessach war nahe und Jesus stieg hinauf nach Jerusalem.

Luther: Das Passafest der Juden.

Joh 2,14 Und er traf im Heiligtum die Händler an, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, sowie die Geldwechsler, wie sie da saßen.

Joh 2,15 Nachdem er eine Peitsche aus Stricken gemacht hatte, trieb er sie alle aus dem Heiligtum hinaus, auch die Schafe und die Rinder, und den Münzwechslern schüttete er das Kleingeld aus und stürzte ihre Tische um.

Joh 2,16 Und zu den Taubenverkäufern sprach er: „Schafft das fort von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus!“

Bei Johannes begann Jesus am Anfang seines Wirkens mit der Tempelreinigung, bei Markus und Lukas aber am Ende, kurz vor seinem Tode.

Joh 2,17 Seine Schüler erinnerten sich daran, dass geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren (Psalm 69,10).

Joh 2,18 Da ergriffen die Juden [jüdischen Führer] das Wort und sprachen zu ihm: „Mit was für einem Zeichen kannst du dich uns ausweisen, dass du das tun darfst?“

Das ganze Johannesevangelium würde nicht so antijüdisch klingen, wenn z.B. nicht von „den Juden“ pauschal, sondern von den führenden Männern der Priesterklasse geschrieben worden wäre.

Diese Art der Beschreibung „von den Juden“ lässt den Gedanken aufkommen, dass diese Schreibweise von einem Nichtjuden geschrieben bzw. bewusst umgeschrieben worden ist.

Joh 2,19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Zerstört diesen Tempel! Und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“

Joh 2,20 Da sprachen [diese Männer] die Juden: „46 Jahre lang ist an diesem Tempel gebaut worden. Und du – in drei Tagen willst du ihn aufrichten?“

Joh 2,21 Er jedoch redete von seinem Leib als Tempel.

Joh 2,22 Als er nun von den Toten aufgerichtet worden war, erinnerten sich seine Schüler, dass er das gesagt hatte. Da glaubten sie der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Joh 2,23 Als er nun während des Pessachfestes in Jerusalem war, setzten viele ihr Vertrauen auf seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat.

Joh 2,24 Jesus seinerseits jedoch vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte

Joh 2,25 und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis ablege über den Menschen; denn er selbst wusste, was im Menschen war.

Durch die Geistkraft Gottes, die er bei seiner Taufe erhalten hatte, und durch die direkte göttliche Verbindung mit seinem geistlichen Vater kannte Jesus die Menschen und konnte auch aus Gottes Kraft Wunder wirken.

Der Vater hat dem Herrn Jesus Vollmacht gegeben über alles Fleisch (Joh. 17,2). Und Jesus wurde von Gott mit heiligem Geist gesalbt wie kein anderer (Apg. 10,38).

Jesus und Nikodemus

3 1 Und es war da ein Mensch, der zu den Pharisäern gehörte, Nikodemus sein Name, ein Ratsherr des jüdischen Volkes. (Luther: Einer von den Oberen der Juden.)

Joh 3,2 Mitten in der Nacht kam er heimlich zu Jesus: »Meister«, sagte er, »wir wissen, dass Gott dich als Lehrer zu uns gesandt hat. Denn niemand kann die Wunder tun, die du vollbringst, wenn Gott ihn nicht dazu befähigt.«

Von Gott gesendet zu werden bedeutet nicht, präexistent gewesen zu sein, sondern von Gott beauftragt zu sein. Weiter erkannte Nikodemus, dass Jesus von Gott zum Wunderwirken befähigt ist. Den trinitarischen Gedanken, dass Jesus auch Gott ist, hatte Nikodemus nicht, denn er vertrat wie alle Israelis das Glaubensbekenntnis von 5. Mose 6,4: „Höre, Israel, der HERR unser Gott, ist ein HERR.“

Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Amen, amen, ich sage dir: Wer nicht von oben her neu geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen.“

Da es nach dem Worte Gottes keine Präexistenz und Wiedergeburt gibt, ist dieser Vers geistlich zu verstehen. Jesus ist durch die Geistkraft Gottes neu geboren worden und als göttlicher sündloser Sohn für seinen Dienst eingesetzt worden. Auch die Gläubigen müssen sich eine geistliche Wiedergeburt schenken lassen, auf dass sie ein von der Liebe Gottes erfülltes, neues Herz und einen neuen Geist erhalten und unter der Führung Gottes als seine Kinder leben können. Somit kann der Ausdruck „von Neuem geboren“ auch verstanden werden als von Gottes Geist erneuert worden zu sein. Mit anderen Worten, das Reich Gottes können nur die erhalten, die ihr Leben unter der Führung der Geistkraft Gottes neu und bewusst übergeben haben. Jesus will mit diesen Worten sagen, dass eine geistliche Geburt bzw. Übergabe unter Gottes Führung notwendig ist, um unter der Gnade Gottes leben zu können.

Joh 3,4 Nikodemus sagte zu ihm: „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er ein Greis ist? Kann er etwa ein zweites Mal in den Bauch seiner Mutter hineinkommen und geboren werden?“

Joh 3,5 »Ich sage dir die Wahrheit!«, entgegnete Jesus. »Nur wer durch Wasser und durch Gottes Geistkraft (BigS) neu geboren wird, kann ins Reich Gottes hineinkommen.

Joh 3,6 Ein Mensch kann immer nur menschliches Leben zur Welt bringen. Wer aber durch Gottes Geistkraft (BigS) geboren wird, bekommt neues Leben.

Dieses neue geisterfüllte Leben unter Gottes Führung kann nicht selbst erschaffen werden, aber man kann es im Glauben an die Erlösungstat Christi von Gott geschenkt bekommen.

Joh 3,7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von oben her [von Gott] neu geboren werden.

Joh 3,8 Der Wind weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So verhält es sich mit jedem und jeder aus dem Geist [Gottes] Geborenen.“

… So ist es auch mit der Geburt aus der Geistkraft Gottes.“ (BigS)

Diese Wiedergeburt durch die Geistkraft Gottes ist zwar unsichtbar, wenn sie stattfindet, doch man kann die daraus entstehenden Auswirkungen im Leben eines Gläubigen durch seine neue Herzens- und Geisteinstellung erkennen. Jesus wollte damit Nikodemus sagen, dass weder unser Tun und Wissen noch unsere Volkszugehörigkeit uns zu Kindern Gottes machen, sondern das von Gott erhaltene liebesfähige Herz und der Sinn.

Joh 3,9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: „Wie kann das geschehen?“

Diese Frage ist auch heute noch aktuell, wie kann ein Mensch ein Kind Gottes werden und ein neues Herz und einen neuen Sinn erhalten? Grundsätzlich denkt ein Mensch an seine eigenen Leistungen, die er Gott bringen will, um Gnade zu erhalten. Doch die Lebensübergabe unter der Führung Gottes und die Annahme seines Gnadengeschenkes durch Jesus Christus fällt ihm schwer.

Joh 3,10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Du als Lehrer Israels weißt das nicht?

Nikodemus war ein anerkannter Gesetzeslehrer, der die Menschen von Gott lehrte. Doch die Erkenntnis, dass der vorhergesagte Neue Bund ein neues Herz und einen neuen Geist bringt, weil der Gläubige unter der geschenkt bekommenen Gnade und Führung Gottes lebt, war ihm noch unbekannt.

Joh 3,11 Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, reden wir und bezeugen, was wir gesehen haben. Aber unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.

Jesus sah und redete wie auch alle anderen Propheten, als er im Geist in den Himmel aufgestiegen war, weil er mit Gott in direkter Verbindung stand und alles offenbart bekommen hat, siehe auch die Offenbarungen des Johannes (Off. 4,1-2). Die Annahme der Liebe und Gnade Gottes und die damit verbundene Erwiderung und das Ausleben ist den Menschen schon immer schwergefallen.

Joh 3,12 Wenn ich zu euch vom Irdischen sprach und ihr nicht vertraut, wie werdet ihr vertrauen, wenn ich zu euch vom Himmlischen spräche?

Jesus sah sich selbst in den Reihen der Propheten. Er war ja auch von Gott durch Mose vorausgesagt, 5. Mose 18,18: „Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. „Das Himmlische“, bzw. „was im Himmel geschieht“ bezieht sich auf die Offenbarungen, die Jesus von Gott als der geistliche Sohn empfangen hat.

Joh 3,13 Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der von dort herabgestiegen ist: der erwählte Mensch. (BigS)

(Werner) Das ist der, der aus dieser Wirklichkeit Gottes herabgekommen ist, [geboren, vorgesehen und geistlich gezeugt ist] der von Gott Beauftragte, der Menschensohn.

Jesus hat seine Bestimmung als der von Gott Beauftragte, als der erwählte Menschensohn, in Dan. 7,13-14 von Gott gezeigt bekommen, bevor er überhaupt dort war, bzw. alles geschehen ist. Und im Vorauswissen, wie im Auftrag eines Propheten, redete und handelte auch Jesus. Somit ist nicht Jesus selbst, sondern der Rettungsplan Gottes in Jesus Christus aus dem Himmel herabgekommen.

Joh 3,14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,

… so muss auch der erwählte Mensch emporgehoben werden. (BigS)

Jesus hat im Gespräch mit Nikodemus den Sinn des Neuen Bundes und seine eigene Aufgabe als der Gesalbte von Gott vorgesehene Messias erklärt. Doch für einen Trinitarier stellt sich hier die Frage: Warum musste der Menschensohn erhöht werden, wenn er selbst vor seiner Inkarnation Gott gewesen sein soll? Konnte er nach der Ausführung seiner Erlösungstat noch höher werden? Wenn durch ihn die Welt geschaffen wurde, wie es nach der trinitarischen Weise dargestellt wird, oder wenn er als der zweite Gott- Mensch wurde, dann hätte ihn Gott auch nach seiner Kreuzigung nicht zu erhöhen brauchen.

Joh 3,15 damit alle, die vertrauen, durch ihn ewiges Leben haben.

Nikodemus musste somit lernen, dass nicht unsere Verdienste uns vor Gott gerecht machen, sondern das von Anfang an vorgesehene Erlösungswerk Gottes durch die stellvertretend erworbenen Verdienste Jesu Christi am Kreuz von Golgatha.

Joh 3,16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen [einzigartigen, Erwählten] Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Luther)

Gott gab uns nicht Gott seinen leiblichen Sohn, sondern den von ihm vorherbestimmten und durch seine Geistsalbung zum göttlich erweckten, sündlosen, geistlich adoptierten Sohn, durch den wir Gnade und ewiges Leben haben können. Nach Psalm 89,7-8 ist auch David der Erstgeborene. Nach 2. Samuel 7,13 sollte auch Salomon als Sohn gelten. Nach Jeremia 31,19 wurde auch das Volk Israel von Gott als der Erstgeborene bezeichnet. Doch Jesus ist der eingeborene Sohn Gottes durch seine Adoption von Gott. Damit hatte Jesus vor allen Menschen eine einmalige Stellung bei Gott und somit geht die Rettung der Welt nicht von Jesus aus, sondern von Gott selbst. ER hat seinen Sohn dahingegeben. ER hat die Welt so sehr geliebt, dass ER dies tat.

Joh 3,17 Gott hat nämlich seinen (Erwählten BigS) Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten.

Gott sendet seinen Sohn erst nach seiner Geistsalbung zum göttlichen sündlosen Messias zu den Menschen, um so seinen Auftrag ausführen zu können. Wenn Gott seinen Gesalbten sendet, dann kann dieser auch nicht selbst Gott gewesen sein. Der Vater ist der alleinige Gott und Jesus hat sich ihm als sein Gesalbter freiwillig zur Verfügung gestellt. Somit ist diese „Sohnschaft“ eine besondere Stellung bei Gott, aber keine Gott-Einheit. Damit ist aber Gott selbst der Retter, durch Jesus Christus, seinen Erwählten.

Joh 3,18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen (Erwählten BigS) Sohn Gottes. (Luther.)

Das Ziel der Sendung Jesu war nicht die Verurteilung, sondern die Rettung der Menschen. Aber die Rettung liegt in dem Glauben an das, was Jesus für uns stellvertretend am Kreuz von Golgatha getan hat. Er gab sein Leben und sein Blut für uns – ein Hinweis auf die Opfer im Alten Testament –, auf dass wir vor Gott Gnade finden und damit seine Kinder werden können.

Joh 3,19 Das aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht. Ihre Taten nämlich waren böse.

Das Licht Gottes „sein Wort“ (Joh. 1,1), sein Erlösungsplan, ist in die Welt gekommen und durch Jesus Christus bekannt und ausgeführt worden. 5. Mose 18,19: „Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er [Jesus] in meinem Namen redet, von dem will ich's fordern.“

Joh 3,20 Denn alle, die Schlechtes tun, hassen das Licht und kommen nicht zum Licht, damit ihre Taten nicht aufgedeckt werden.

Joh 3,21 Wer aber die Wahrheit Gottes liebt und das tut, was ER [Gott] will, der tritt ins Licht! An ihm zeigt sich: Gott selber bestimmt sein Handeln.«

Wer die Wahrheit Gottes in Jesus Christus liebt, der erkennt, dass er selbst nur unter der Geistführung Gottes ein Leben nach seinem Willen leben kann.

Joh 3,22 Danach ging Jesus ins judäische Gebiet – auch seine Schüler – und hielt sich dort mit ihnen auf und taufte.

Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus

Joh 3,23 Aber auch Johannes war noch dabei zu taufen, in Änon nahe Salim, da es dort viel Wasser gab. Und die Leute kamen herzu und ließen sich taufen.

Joh 3,24 Johannes war nämlich noch nicht ins Gefängnis geworfen.

Joh 3,25 Da entstand vonseiten der Schüler des Johannes ein Streit mit einem [anderen] Juden über die Reinigung.

Die Differenzierung des Streites zwischen den Schülern des Johannes und einem Juden ist doch sehr sonderlich?

Joh 3,26 Gemeinsam gingen sie schließlich zu Johannes und berichteten ihm: »Meister, der Mann, der damals am anderen Jordanufer zu dir kam und von dem du gesagt hast, dass er der von Gott versprochene Retter ist, der tauft jetzt selber. Alle Leute gehen zu ihm, anstatt zu uns zu kommen.«

Kann der von Gott versprochene Retter selbst auch Gott sein? Warum zeigt uns das Wort Gottes nicht ganz klar, dass Jesus auch Gott wie sein Vater ist oder dass er präexistent war?

Joh 3,27 Johannes antwortete und sprach: „Ein Mensch kann aber auch nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben wäre.

… von Gott gegeben wird. (Hfa)

Johannes sagte hier, dass kein Mensch – und damit meinte er auch Jesu Wirken – das Geringste tun kann, was ihm nicht von Gott gegeben wird. Hätte Johannes diese Aussage gemacht, wenn er von der Präexistenz und von der Zweinaturenlehre Christi gewusst hätte?

Joh 3,28 Ihr selbst könnt doch bezeugen, dass ich immer wieder gesagt habe: ›Ich bin nicht der Messias [der Gesalbte], der von Gott gesandte Retter. Ich soll ihn nur ankündigen, mehr nicht.‹

Das Volk Israel stand in einer starken Erwartungshaltung über den von Gott vorhergesagten Retter.

Joh 3,29 Der die Braut hat, ist der Bräutigam; und der Freund des Bräutigams, der dabeisteht und ihn hört, freut sich voll Freude über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude also ist erfüllt.

Joh 3,30 Jener muss wachsen und ich kleiner werden.

Joh 3,31 Wer von oben kommt, ist über allem. Wer von der Erde stammt, gehört der Erde an und redet von der Erde her. Wer aus dem Himmel kommt, ist über allem. (BigS)

Nicht Jesus, sondern Gott ist vom Himmel gekommen (bei Jesu Taufe, Joh.1,32) und hat seinen Erwählten ganz mit seinem Geist erfüllt, (siehe Vers 34), und deshalb steht er als sein göttlich Gesalbter über allen.

Er ist die Verkörperung des obersten Zieles Gottes. Er ist die Erfüllung des vorherbestimmten Erlösungsplanes, als der von Gott bevollmächtigte Messias. Somit kommt Christus nur nach dem Plan Gottes aus dem Himmel und war daher auch nur im Erlösungsplan bei Gott präexistent. Damit hat der Satz „vom Himmel gekommen“ nichts mit der Inkarnation Jesu zu tun, sondern mit Gottes Plan und Vorsehung. Auch hier sollte man Johannes Worten keine trinitarische Deutung geben, denn eine Inkarnation Jesu wie bei den griechischen Gottheiten war nicht bekannt. Die Aussagen „vom Himmel gekommen, von Gott gekommen oder in die Welt gekommen,“ gibt es in den drei anderen Evangelien nicht. Das Johannesevangelium scheint hier als das jüngste Evangelium eine griechisch philosophische Beeinflussung erfahren zu haben.

Joh 3,32 Was der Erwählte Gottes [durch seine göttliche Geistverbundenheit mit Gott] gesehen und gehört hat, das bezeugt er, aber sein Zeugnis nimmt niemand an. (BigS)

Da unser Herr Jesus zu seinem Dienst von seinem Gott und Vater als Christus bzw. Messias ausgerüstet wurde, so musste er in einer geistig- geistlichen Weise vom Himmel Bescheid wissen.

Joh 3,33 Die sein Zeugnis annehmen, haben damit besiegelt, dass Gott verlässlich ist.

Joh 3,34 Gottes Gesandte reden die Worte Gottes, denn ohne Maß gibt Gott die Geistkraft. (BigS)

(GN) Denn Gott erfüllt ihn ganz mit seinem Geist.

(Werner) Denn Gott gibt den Geist über alle Maßen.

Wenn Christus gesendet und dazu von der Geistkraft Gottes erfüllt wird, um Gottes Worte zu reden – siehe Joh. 1,1- dann kann er selbst nicht Gott sein, weil er dann im Auftrag Gottes durch Gotteskraft handelt. Leider hat die griechische Philosophie und die Trinität aus dem „Wort von Gott“, das uns Jesus vermittelt hat, eine Person und Gott gemacht, was einfach nicht möglich ist, siehe z.B. den nächsten Vers.

Joh 3,35 Der Vater liebt den Sohn (den Erwählten (BigS) und hat ihm alle Macht gegeben.

… und alles hat er ihn in die Hand gegeben. (Zink)

Der Vater hat den Sohn mit seiner ungeteilten Liebe beschenkt und hat ihm alles anvertraut. (Werner)

Gott gibt seinem erwählten Sohn alle Macht und hat ihm alles anvertraut. Das bedeutet, dass er diese noch nicht gehabt hat. Damit macht Jesus einen Unterschied zwischen Gott und sich selbst. Somit ist Jesus aber auch nicht der inkarnierte Gott-Mensch, sondern der zu seinem Dienst erwählte, ausgerüstete, göttliche Sohn Gottes und nicht ein Teil der trinitarischen Gottheit.

Joh 3,36 Wer an den (Erwählten, BigS) Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber nicht auf ihn hört, wird nie zum Leben gelangen, sondern Gottes Zorn [Ablenmung] wird für immer auf ihm lasten.«

Wer die vollbrachte Erlösung im Glauben durch den von Gott erwählten Sohn nicht annimmt, der findet keine Gnade bei Gott.

Jesus und die Samariterin

4 1 Als nun Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten: „Jesus macht mehr als Johannes zu Schülern und tauft sie“ –

Joh 4,2 freilich taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Schüler –,

Joh 4, 3 verließ er Judäa und ging wieder weg nach Galiläa.

Joh 4,4 Er musste aber durch Samarien hindurchgehen.

Joh 4,5 Da kam er zu einer Stadt Samariens, die Sychar heißt, nahe dem Stück Land, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte.

Joh 4,6 Dort war die Jakobsquelle. Da setzte sich Jesus, abgemüht von der Wanderung, wie er war, an die Quelle. Es war um die sechste Stunde.

Joh 4,7 Eine Frau aus Samarien kam, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte ihr: „Gib mir zu trinken!“

Joh 4,8 Seine Schüler waren nämlich wegge­gangen in die Stadt, um Proviant einzukaufen.

Joh 4,9 Da sagte ihm die samaritische Frau: „Wieso erbittest du, obwohl du Jude bist, von mir zu trinken, die ich doch eine samaritische Frau bin?“ Juden haben nämlich keinen Umgang mit Samaritern.

Joh 4,10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest, wer es ist, der dir sagt: ‚Gib mir zu trinken!‘, hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“

Joh 4,11 Die Frau sagte ihm: „Aber Rabbi (BigS)«, du hast nicht einmal einen Schöpfeimer und der Brunnen ist tief. Woher also hast du das lebendige Wasser?

Joh 4,12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat? Sowohl er selbst hat aus ihm getrunken als auch seine Söhne und seine Herdentiere.“

Joh 4,13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Alle, die von diesem Wasser trinken, werden wieder Durst bekommen.

Joh 4,14 Diejenigen jedoch, die von dem Wasser trinken, das ich ihnen gebe, werden nie mehr Durst bekommen, sondern das Wasser, das ich ihnen gebe, wird in ihnen zu einer Quelle von Wasser, das fürs ewige Leben sprudelt.“ [Dieses Wasser ist die Geistkraft Gottes.]

Joh 4,15 Die Frau sagte zu ihm: „Rabbi, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe, noch zum Schöpfen hierher komme!“

Joh 4,16 Er sagte ihr: „Geh, ruf deinen Mann, und komm hierher!“

Joh 4,17 Die Frau antwortete und sprach zu ihm: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus sagte ihr: „Recht hast du gesprochen: ‚Ich habe keinen Mann.‘

Joh 4,18 Fünf Männer nämlich hattest du. Und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Das hast du treffend gesagt.“

Joh 4,19 Die Frau sagte ihm: „Rabbi, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

Joh 4,20 Unsere Vorfahren haben auf diesem Berg angebetet. Ihr aber behauptet, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten müsse.“

Joh 4,21 Jesus sagte ihr: „Glaube mir, Frau: Es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater [Gott] anbeten werdet.

Joh 4,22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt. Wir beten an, was wir kennen; denn die Rettung gibt es von den Juden her.

Die Errettung, die Versöhnung mit Gott, kommt von den Juden her, denn Gott hat seinen Erlösungsplan durch seinen Gesalbten aus dem Volk Israel ausführen lassen.

Auffallend positiv ist diese Aussage Jesu, besonders im Hinblick darauf, dass die Juden sonst im Johannesevangelium sehr negativ dargestellt werden. Das ist umso verwunderlicher, als Jesus und der Apostel Johannes selbst Juden waren.

Joh 4,23 Doch es kommt die Zeit - ja, sie ist schon da -, in der die Menschen den Vater überall anbeten werden, weil sie von seiner Geistkraft (BigS) und seiner Wahrheit erfüllt sind. Von diesen Menschen will der Vater [Gott] angebetet werden.

Warum wird heute fast nur noch Jesus angebetet, wo doch der Vater angebetet werden will? Bedenken wir, Jesus sagt nicht, „die mich anbeten werden“, sondern „die den Vater anbeten werden“! Bei genauer Nachprüfung gibt es in der Bibel keine Gebete zu Christus, auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Aber werden nicht alle Anbetungslieder sowie fast alle Gebete an Jesus Christus gerichtet? Kommt dies vielleicht daher, dass auch Jesus zum allmächtigen Gott gemacht worden ist? Siehe Joh. 15,16: „Dann wird euch der Vater alles geben, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.“

Joh 4,24 Denn Gott ist Geist. Und wer Gott anbeten will, muss von seiner Geistkraft (BigS) erfüllt sein und in seiner Wahrheit leben.«

Bei jedem Gebet kommt es auf ein Leben unter der Geistführung Gottes an. Dabei darf es weder Heuchelei noch Schein geben. Man darf nicht den Anschein des Religiösen haben, während das innere Leben verdorben ist. Bei Gott zählt nur das neue von ihm kommende geisterfüllte, liebende Herz, das aus inneren Beweggründen zu ihm betet.

Joh 4,25 Die Frau sagte ihm: „Ich weiß, dass der Messias kommt“ – d. h. der Gesalbte. „Wenn der kommt, wird er uns alles vermelden.“ [Messias = Gesandte / Gott = Sendende.]

Man erwartete den von Gott für seinen Dienst gesalbten Messias, der aus dem Stamm Davids kommen sollte, aber keinen inkarnierten Gott-Menschen. Die Bedeutung des Wortes „Gesalbter“ ist heute in vielen Kreisen nur wenig oder fast gar nicht bekannt. Selbst in der Bibel hat es nicht die Bedeutung, die es ursprünglich gehabt hat. Dies hängt wohl mit der Trinitätslehre zusammen, weil ein von Gott Gesalbter nicht der präexistente, inkarnierte Gott-Mensch sein kann, weil Jesus dann der Salbung von Gott nicht bedurft hätte.

Joh 4,26 Jesus sagte ihr: „Ich bin’s, der mit dir redet.“

Joh 4,27 Und währenddessen kamen seine Schüler und wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Niemand jedoch sprach: „Was willst du?“ Oder: „Warum redest du mit ihr?“

Joh 4,28 Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagte den Leuten:

Joh 4,29 „Geht hin, seht euch den Menschen an, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob der wohl der Gesalbte ist?!“

Wir können aus vielen Bibelversen ersehen, dass der Messias der tatsächliche Gesalbte Israels ist. Er ist ein Mensch, von Gott mit seinem Geist gesalbt. Der Messias ist in der Lage, mächtige Taten und Zeichen zu vollbringen, weil Gott ihn mit seinem Geist gesalbt hat, nicht weil er selbst etwa durch seine Zeugung ein Gott-Mensch ist. Gott wirkt in oder durch Jesus.

Joh 4,30 Sie gingen aus der Stadt und kamen zu ihm.

Joh 4,31 In der Zwischenzeit baten ihn seine Schüler: „Rabbi, iss!“

Joh 4,32 Er aber sprach zu ihnen: „Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“

Joh 4, 33 Da sagten die Schüler zueinander: „Hat ihm etwa jemand zu essen gebracht?“

Joh 4,34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. (Luther.)

… und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat. (GN)

Jesus erfüllt den Willen eines Höheren, der ihn für seinen Auftrag als göttlichen Sohn berufen und zu seinem Auftrag gesendet hat. Somit kann er selbst nicht Gott und Mensch gleichzeitig gewesen sein.

Joh 4,35 Sagt ihr nicht: ‚Noch vier Monate, dann kommt die Ernte?‘ Passt auf! Ich sage euch: Macht eure Augen auf und schaut auf die Felder: Sie sind reif für die Ernte.

Joh 4,36 Schon bekommt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht ein für das ewige Leben, damit der Sämann sich zugleich freue mit dem Schnitter.

Joh 4,37 Denn hier trifft der Spruch zu: Einer ist der Sämann und ein anderer der Schnitter.

Joh 4,38 Ich habe euch gesandt zu ernten, worum ihr euch nicht abgemüht habt. Andere haben sich abgemüht und ihr seid in ihre Mühe eingetreten.“

Joh 4,39 Aus jener Stadt setzten viele von den Samaritern ihr Vertrauen auf ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugt hatte: „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“

Joh 4,40 Als nun die Samariter zu ihm gekommen waren, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage dort.

Joh 4,41 Und noch viel mehr von ihnen gewannen Vertrauen um seines Wortes willen.

Joh 4,42 Und der Frau sagten sie: „Nicht mehr um deiner Rede willen vertrauen wir; denn wir haben selbst gehört und wissen: Dieser ist wahrhaftig der Retter der Welt.“

Was für ein Geschenk ist es doch, wenn man den Retter der Welt erkennt, annimmt und dadurch vor Gott dem Vater Gnade erfährt.

Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

Joh 4,43 Nach den zwei Tagen ging er von dort weg nach Galiläa.

Joh 4,44 Jesus selbst nämlich hatte bezeugt: „Ein Prophet wird in seiner Heimat nicht geachtet.“

Joh 4,45 Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gegangen.

Joh 4,46 Da ging er wieder ins galiläische Kana, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war da ein Hofmann, dessen Sohn in Kafarnaum krank war.

Joh 4,47 Nachdem der gehört hatte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat, dass er hinabsteige und seinen Sohn heile; denn er war dabei zu sterben.

Joh 4,48 Da sprach Jesus zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, kommt ihr nie und nimmer zum Vertrauen.“

Joh 4,49 Der Hofmann sagte zu ihm: „Rabbi, steige hinab, bevor mein Kind stirbt!“

Joh 4,50 Jesus sagte ihm: „Geh! Dein Sohn lebt.“ Der Mensch vertraute dem Wort, das Jesus ihm gesagt hatte, und ging fort.

Joh 4,51 Und bereits während er hinabstieg, kamen ihm seine Sklaven entgegen und sagten: „Dein Kind lebt.“

Joh 4,52 Da erfragte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Da sagten sie ihm: „Gestern die siebte Stunde hat ihn das Fieber verlassen.“

Joh 4,53 Da erkannte der Vater, dass es jene Stunde war, zu der ihm Jesus gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er gewann Vertrauen, er selbst und sein ganzes Haus.

Joh 4,54 Dies tat Jesus als zweites Zeichen, nachdem er aus Judäa wieder nach Galiläa gekommen war.

Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda

5,1 Danach war ein jüdisches Fest [ein Fest der Juden, Luth.] und Jesus stieg hinauf nach Jerusalem.

Kann ein Zugehöriger aus dem jüdischen Volk diese Verse „vom jüdischen Fest“ so geschrieben haben?

Joh 5,2 In Jerusalem befindet sich beim Schaftor eine Teichanlage – auf Hebräisch Betesda genannt – mit fünf Säulenhallen.

Joh 5,3 In denen lag eine Menge von Kranken: Blinde, Gelähmte und Ausgezehrte.

Joh 5, [4 ] 5 Dort war ein Mensch, der 38 Jahre lang an seiner Krankheit litt.

Joh 5,6 Als Jesus den erblickte, wie er da lag und weil er wusste, dass er schon lange Zeit so verbrachte, sagte er ihm: „Willst du gesund werden?“

Joh 5,7 Der Kranke antwortete ihm: „Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser aufgerührt wird, in das Bassin brächte. Während ich heranzukommen versuche, steigt ein anderer vor mir hinab.“

Das sich bewegende Wasser des Teiches Betesda durch einen Engel findet sich erst in den späteren Überlieferungen und es wird auch nicht so gewesen sein.

Joh 5,8 Jesus sagte ihm: „Steh auf, heb deine Trage auf und geh umher!“

Joh 5,9 Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Trage auf und ging umher.

Es war aber Sabbat an jenem Tag.

Joh 5,10 Da sagten die [anwesenden] Juden dem Geheilten: „Es ist Sabbat. Da ist es nicht erlaubt, dass du deine Trage trägst.“

Diese Menschen lebten ohne die herzenserneuernde Liebe von Gott. Sie waren sehr hartherzig und sogar grausam, weil sie ihr Heil durch das Halten bestimmter religiöser Vorschriften erlangen wollten. Ja, durch ihren Buchstabenglauben haben sie sogar Gott in gewissen Grenzen ohne Barmherzigkeit einengen wollen. Doch im Neuen Bund zählt nur noch das neue von Gott geführte, mit seiner Liebe erfüllte und aus seiner Gnade lebende neue Herz. „Da sagten die Juden dem Geheilten“, dies hört sich wieder so an, als wenn der Geheilte kein Jude gewesen wäre, was aber nicht der Fall war. Warum wird dann die Bezeichnung „Jude“ in diesem Zusammenhang überhaupt erwähnt?

Joh 5,11 Der aber antwortete ihnen: „Der mich gesund gemacht hat, der hat mir gesagt: ‚Heb deine Trage auf und geh umher!‘“

Joh 5,12 Sie fragten ihn: „Wer ist der Mensch, der dir gesagt hat: ‚Heb sie auf und geh umher!?‘“

Joh 5,13 Der Geheilte wusste aber nicht, wer es ist. Denn Jesus war entwichen, da an dem Ort Gedränge war.

Joh 5,14 Danach fand ihn Jesus im Heiligtum und sprach zu ihm: „Pass auf! Du bist gesund geworden. Sündige nicht mehr, damit dir nichts Schlimmeres widerfahre!“

Joh 5,15 Der Mensch ging weg und meldete den [führenden] Juden, Jesus sei es gewesen, der ihn gesund gemacht hätte.

Joh 5,16 Und deswegen verfolgten [diese Männer] Juden Jesus, weil er das am Sabbat getan hatte.

Diese gläubigen Menschen waren religiöse Fanatiker, die mehr daran interessiert waren, dass äußerliche Bestimmungen eingehalten wurden, als sich um den Segen und das Wohlergehen ihrer Mitmenschen zu kümmern. Und weil Jesus ihren Vorstellungen nicht entsprach, so trachteten sie gleich nach seinem Leben. Doch die Aussage „die Juden verfolgten Jesus“ ist ein Angriff auf die Juden und scheint auch nicht von dem Juden Johannes so geschrieben worden zu sein. Solche Aussagen kommen nur im Johannesevangelium vor und tragen damit zu einem judenfeindlichen Bild bei.

Joh 5,17 Aber Jesus sagte ihnen: „Zu jeder Zeit tut mein Vater Gutes, und ich folge nur seinem Beispiel.“

Jesus bezeichnet den alleinigen Gott als seinen geistlichen Vater und folgte seinem Beispiel. Er wirkte mit seinem Vater zusammen und seine Liebe und Gnade ließ sich nicht auf sechs Tage in der Woche beschränken.

Joh 5,18 Deshalb trachteten die [führenden] Juden nun umso mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott zu seinem besonderen Vater erklärt hätte, womit [der Eindruck entstand, das] er sich Gott gleich mache.

Jesus betrachtete Gott als seinen geistlichen Vater, nach dem er sich ausrichtet, was die frommen Judengläubigen anscheinend nicht getan haben. Gottes Beispiel zu folgen, bedeutet nicht, sich selbst Gott gleich zu stellen, sondern Gottes Liebe zu erwidern und auszuleben. Jesus sagte nirgendwo, dass er wie Gott sei, aber er sagte den so frommen Menschen immer wieder, dass die Heilungen und Zeichen, die er tat, von Gott kommen und dass er ohne ihn nichts tun kann. Damit bestätigte Jesus, dass er sich nicht Gott gleichgestellt hat. Auch hier trachten die „Juden“ wieder danach, Jesus zu töten. Aber auch hier stellt sich die Frage, wer waren diese Juden? Waren es vielleicht die führenden Männer des Volkes wie die Priester, die hier mit „Juden“ gemeint sind? Leider wird auch hier, ohne zu differenzieren, von „den Juden“ pauschal negativ berichtet.

Die Vollmacht des Sohnes

Joh 5,19 Da antwortete Jesus und sagte ihnen: „Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Was immer nämlich jener tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.

(Zink) Der Sohn tut nichts aus eigener Kraft.

(Werner) Der Sohn kann nichts aus sich selbst heraus tun.

Auch hier erkennen wir wieder, dass Christus kein inkarnierter mythischer Gott ist, der mit willkürlicher Allwissenheit und Allmacht ausgerüstet handelt. Jesus tut nur das, was er durch die geistliche Verbindung als göttlicher Sohn vom Vater aufgetragen bekommt. Gott stand hinter dem Menschen Jesus und tat ihm seinen Willen kund, den er weitergab. Gott können wir in Jesu Worten und Taten erkennen. Somit kann aber jemand, der gesandt wird, nicht der Sendende, nämlich Gott selbst, sein.

Joh 5,20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut. Und größere Taten als diese wird er ihm zeigen, damit ihr euch verwundert.

(Zink) Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm das Geheimnis all seines Tuns.

Der alleinige Gott handelt durch seinen gehorsamen Sohn, indem er ihm alles zeigt und ihn noch größere Wunder tun lässt. Wenn Christus der inkarnierte Gott-Mensch gewesen wäre, dann hätte Gott ihm nicht alles zeigen brauchen, und auch die Wunder hätte er von sich aus ausführen können.

Joh 5,21 Denn wie der Vater die Toten aufweckt und lebendig macht, so hat auch der Sohn [durch den Vater] die Macht dazu, neues Leben zu geben, wem er will.

Joh 5,22 Denn auch der Vater richtet niemanden, sondern hat das Richteramt ganz dem Sohn übergeben, (GN) Auch seine ganze richterliche Macht hat der Vater dem Sohn übergeben.

Der allmächtige Gott übergibt seinem erwählten Sohn ein Amt, das er vorher noch nicht gehabt hat. Siehe Joh. 5,27. Johannes schreibt sein Evangelium in der Vergangenheitsform, denn das Richteramt bekam Jesus erst nach der Ausführung seines Auftrages und seiner Erhöhung durch Gott.

Joh 5,23 damit alle (Gottes Erwählten BigS) den Sohn ehren, genauso wie den Vater. Wer aber den Sohn nicht als Herrn [als den Erlöser] anerkennen will, der verachtet auch die Herrschaft des Vaters, der ja den Sohn gesandt [eingesetzt] hat.

Ohne die Anerkennung der Erlösungstat Christi gibt es auch keinen Weg zum Vater. Wer Christus nicht als seinen Herrn und Erlöser annimmt, der findet auch keinen gnädigen Gott.

Joh 5,24 Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort [von Gott] hört und dem vertraut, der mich geschickt [beauftragt] hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod zum Leben überschritten.

Jesu Botschaft ist das „Wort“ von Gott, es ist die Versöhnung mit Gott. Dazu ist er auch als Messias gesalbt und ausgesandt worden. Auch mit diesem Satz drückt Johannes deutlich aus, dass Gott jemand zu den Menschen gesendet hat, also nicht selbst gekommen ist. Somit ist mit dem „Wort“ nicht Jesus als der zweite Gott der Trinität gemeint.

Joh 5,25 Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist jetzt, da die Toten die Stimme des des (Erwählten BigS) Sohnes Gottes hören werden; und die sie gehört haben, werden leben.

Joh 5,26 Denn wie der Vater Leben in sich hat, so hat er es auch dem Sohn gegeben, Leben in sich zu haben.

(Zink) Und so verlieh er auch dem Sohn die Kraft, sein Leben in sich selbst zu haben. (Werner) Genauso hat er es dem Sohn ermöglicht, in sich selbst das Leben zu tragen.

Jesus sagt damit, dass auch sein Leben nach Gottes Willen vom Vater stammt, dass er es von Gott verliehen bekommen hat, das Leben in sich selbst zu haben. Nach der Trinität ist so eine Aussage nicht möglich.

Joh 5,27 Und er [Gott] hat ihm (den Erwählten BigS) Macht gegeben, Gericht zu halten, da er der Menschensohn ist.

(Werner) Und er hat ihn dazu bevollmächtigt, das Gericht zu halten.

(Zink) Er gab ihm den Auftrag, Gericht zu halten.

(BigS) Und sie hat dem Erwählten Vollmacht gegeben.

Immer wieder handelt Jesus aus der Vollmacht Gottes, weil Gott ihm die Macht dazu gegeben hat. Und die Bezeichnung „Menschensohn“ bezieht Jesus prophetisch vorausschauend auf sich selbst, nach Dan. 7,13-14. Aber auch die Erhöhung Christi und die Macht als Richter bekommt Jesus erst, nachdem er seinen Auftrag als Messias ausgeführt hat. Somit sieht er diese auch nur vorausschauend.

Joh 5,28 Verwundert euch nicht darüber, dass die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden.

Joh 5,29 Die das Gute getan haben, werden herauskommen zur Auferstehung des Lebens und die das Schlechte verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.

Joh 5,30 Von mir aus kann ich überhaupt nichts tun. Gemäß dem, wie ich höre, richte ich und mein Gericht ist gerecht. Denn ich trachte nicht nach meinem Willen, sondern nach dem Willen dessen, der mich geschickt [beauftragt] hat.

(Zink) Nichts aber kann ich aus eigener Vollmacht tun.

(Werner) Ich bin nicht in der Lage, irgendetwas aus meiner eigenen Kraft heraus zu tun.

Der Gesandte ist immer niedriger als der Sendende. Jesus hat auch nicht eigenmächtig gehandelt, was er ja als inkarnierter Gott-Mensch ohne weiteres hätte tun können. Aber da er dies nicht war, stand er in dauernder Verbindung mit Gott und handelte so, wie dieser es ihm aufgetragen hat. Jesus hat seinen Willen immer unter den Willen des Vaters gestellt.

Das Zeugnis für den Sohn

Joh 5,31 Wenn ich für mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis nicht verlässlich.

Joh 5,32 Ein anderer ist es, der für mich Zeugnis ablegt; und ich weiß, dass das Zeugnis verlässlich ist, das er für mich ablegt.

Joh 5,33 Ihr habt zu Johannes gesandt und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt.

Joh 5,34 Ich nehme aber nicht das Zeugnis von einem Menschen an. Vielmehr sage ich das, damit ihr gerettet werdet.

Joh 5,35 Jener war die Lampe, die brannte und leuchtete, und ihr wolltet euch kurze Zeit über ihr Licht freuen.

Joh 5,36 Doch ich habe noch wichtigere Zeugen als Johannes: Die Taten nämlich, die ich im Auftrag meines Vaters vollbringe. Sie beweisen, dass der Vater mich (erwählt und) (BigS) gesandt hat.

(Zink) Er gab mir die Kraft, die Taten zu tun, die ich vollbringen soll.

(Werner) Es sind die Taten, die der Vater mir zu tun anvertraut hat.

Christus handelte immer im Auftrag Gottes, den er auch als seinen Vater bezeichnet. Könnte Gott auch einen Vater haben und könnte er, wenn er Gott wäre, nicht als dieser selbst entscheiden? Christus war nicht Gott, sondern der von Gott geistlich gezeugte göttliche Sohn.

Joh 5,37 Gott selbst, der mich gesandt hat, ist also mein Zeuge. Aber ihr habt noch niemals seine Stimme gehört, habt ihn nie gesehen. (Hfa)

Jesus bezeichnet Gott, der ihn zu seinem Auftrag ausgesandt hat, immer in der Einzahl, nie hat er sich selbst oder den Heiligen Geist als Gott bezeichnet. Der trinitarische Gott als eine göttliche Einheit war ihm unbekannt. Nur bei Johannes wird diese griechische Lehre des „Logos“ und damit auch die Trinitätslehre hineingedeutet. Da der Unterschied zu den anderen drei Evangelien so groß ist, hat man fast den Eindruck, dass das Evangelium des Johannes von griechischen Philosophen überarbeitet worden wäre.

Joh 5,38 Und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. (Luther.)

Das Wort (Joh. 1,1), was Gott gesagt und geplant hat, wurde nicht ausgelebt und Jesus, den er zur Verkündigung seines Wortes beauftragt hat, wurde abgelehnt.

Joh 5,39 Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, durch sie ewiges Leben zu haben. Und sie sind es doch, die für mich Zeugnis ablegen.

Jesus war der prophetisch vorhergesagte Messias, aber kein inkarnierter Gott-Mensch, denn ein prophetisch Vorausgesagter kann nicht schon vorher gelebt haben und womöglich den Propheten bekannt gewesen sein.

Joh 5,40 Aber ihr wollt nicht zu mir kommen, um Leben zu haben.

Joh 5,41 Ehre von Menschen nehme ich nicht an.

Jesus suchte die Ehre dessen, der ihn gesalbt und beauftragt hat, siehe Joh. 7,18.

Joh 5,42 Ich habe vielmehr erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt.

Joh 5,43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, aber ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.

Wieder bezeichnet Jesus seinen Gott als seinen Vater, nie deutet er selbst seine Gottheit an. Wie kann auch der von Gott zu seinem Auftrag Gesalbte selbst Gott sein?

Joh 5,44 Wie könnt ihr Vertrauen gewinnen, wenn ihr Ehre voneinander nehmt? Aber nach der Ehre, die von dem einzigen Gott kommt, trachtet ihr nicht.

… und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht. (Elbf.)

(Werner) Doch um die Anerkennung durch den einzigen wahren Gott bemüht ihr euch nicht!

Jesus kannte nur einen einzigen Gott, seinen Vater, aber keine Trinität. 5. Mose 6,4: „Höre Israel! Adonaj ist für uns Gott, einzig und allein Adonaj ist Gott.“ (BigS). Siehe auch die Aussagen Christi in Mark. 12, 29-34. Hat sich das Christentum vor dem einzigen Gott schuldig gemacht, weil es als Absonderung gegenüber Israel die Trinität einführte? Jeder, der Stellen wie Joh 5,44; 6,27; 8,40; 17,3; 20,17 liest und diesen Worten unvoreingenommen glaubt, weiß, dass nach dem, was Johannes niedergeschrieben hat, Jesus gesagt hat, dass der Vater der allein wahre GOTT ist. Wo ist da noch Platz für zwei weitere Gott-Personen?

Joh 5,45 Meint nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde. Euer Ankläger ist Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.

Joh 5,46 Wenn ihr nämlich Mose glaubtet, würdet ihr mir glauben. Denn der hat über mich geschrieben.

5. Mose 18,18: „Ich will ihnen auch in Zukunft einen Propheten senden wie dich, einen Mann aus ihrem Volk. Ihm werde ich meine Worte eingeben, und er wird sie den Israeliten mitteilen.“

Jesus bezieht sich selbst auf diese Voraussage Gottes. Er kam aus dem Volk Israel und Gott hat ihm seine Worte eingegeben und damit war er auch ein Prophet Gottes. Ein Prophet, der die Worte Gottes – Joh. 1,1: „Gott selbst war das Wort“ – weitergibt, kann aber nicht selbst ein inkarnierter Gott-Mensch sein.

Joh 5,47 Wenn ihr jedoch dessen Schriften nicht glaubt, wie solltet ihr meinen Worten glauben?

Die Speisung der Fünftausend

6 1 Danach ging Jesus weg auf die andere Seite des Meers von Galiläa, des Meers von Tiberias.

Joh 6,2 Es folgten ihm sehr viele Leute, weil sie die Zeichen gesehen hatten, die er an den Kranken tat.

Joh 6,3 Jesus ging den Berg hinauf und setzte sich dort mit seinen Schülern.

Joh 6,4 Pessach war nahe, das jüdische Fest. (Luther … dem Fest der Juden.)

Der Apostel Johannes als Jude hätte wohl kaum Pessach als ein jüdisches oder als das Fest der Juden bezeichnet.

Joh 6,5 Als nun Jesus seine Augen erhob und sah, dass sehr viele Leute zu ihm kamen, sagte er zu Philippus: „Wovon sollen wir Brot kaufen, damit die essen können?“

Joh 6,6 Das aber sagte er, um ihn auf die Probe zu stellen. Er selbst nämlich wusste schon, was er zu tun gedachte.

Joh 6,7 Philippus antwortete ihm: „Brot für 200 Denare reicht nicht für sie, dass jeder auch nur ein wenig bekäme.“

Joh 6,8 Einer von seinen Schülern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte ihm:

Joh 6,9 „Ein Bursche ist hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele?“

Joh 6,10 Jesus sprach: „Macht, dass die Leute sich niederlassen!“ Es gab nun viel Gras an dem Ort. Da ließen sie sich nieder, etwa 5000 Mann an Zahl.

Joh 6,11 Dann nahm Jesus die fünf Gerstenbrote, dankte Gott dafür und ließ sie an die Menschen austeilen, ebenso die beiden Fische. Jeder bekam so viel, wie er wollte.

Jesus dankte Gott für das Wunder, das er durch ihn ausführen durfte.

Joh 6,12 Als sie nun gesättigt waren, sagte er seinen Schülern: „Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts verloren gehe!“

Joh 6,13 Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die denen übrig geblieben waren, die gegessen hatten.

Joh 6,14 Da die Leute sahen, was für ein Zeichen er getan hatte, sagten sie: „Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.“

Den Leuten war bekannt, dass Gott ihnen einen Propheten, der auch der Messias der Gesalbter war, senden wollte.

Joh 6,15 Weil Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn ergreifen würden, um ihn zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein.

Jesus auf dem See

Joh 6,16 Als es nun Abend geworden war, stiegen seine Schüler hinab zum Meer,

Joh 6,17 stiegen in ein Boot und fuhren auf die andere Seite des Meeres nach Kafarnaum. Es war schon finster geworden und Jesus noch nicht zu ihnen gekommen

Joh 6,18 und das Meer wurde aufgewühlt, weil ein starker Wind wehte.

Joh 6,19 Nachdem sie nun etwa 25 oder 30 Stadien gerudert waren, sahen sie Jesus, wie er auf dem Meer ging und nahe ans Boot gelangte, und sie wurden von Furcht gepackt.

Joh 6,20 Jesus aber sagte ihnen: „Ich bin’s. Fürchtet euch nicht!“

Joh 6,21 Da wollten sie ihn ins Boot nehmen. Aber sogleich gelangte das Boot ans Land, auf das sie zugefahren waren.

Jesus Christus – das erfüllte Wort Gottes

Joh 6,22 Am nächsten Tag, als die Leute auf der anderen Seite des Meeres standen, merkten sie, dass kein anderer Kahn dort gewesen war außer dem einen und dass Jesus nicht mit seinen Schülern das Boot bestiegen hatte, sondern seine Schüler allein weggefahren waren.

Joh 6,23 Andere Boote kamen aus Tiberias nahe zu dem Ort, wo sie das Brot gegessen, nachdem der Herr den Segensspruch gesprochen hatte.

Joh 6,24 Da nun die Leute merkten, dass Jesus nicht dort war – auch nicht seine Schüler –, stiegen sie in die Kähne und kamen nach Kafarnaum, um Jesus zu suchen.

Joh 6,25 Nachdem sie ihn auf der anderen Seite des Meeres gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: „Rabbi, wann bist du hierher gelangt?“

Joh 6,26 Jesus antwortete ihnen und sprach: „Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Joh 6,27 ER wirkt nicht die Speise, die vergeht, sondern die Speise, die zum ewigen Leben bleibt, die euch der Menschensohn geben wird. Den nämlich hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.“

(Hfa) Denn Gott, der Vater, hat ihn dazu bestimmt und ihm die Macht gegeben.

… die der erwählte Mensch euch geben wird – denn ihn hat Gott bevollmächtigt. (BigS)

(Werner) Das ist der, auf den Gott der Vater sein Siegel der Bestätigung gesetzt hat.

Gott der Vater hat Jesus für seine von ihm kommende geistliche Nahrung bestimmt und ihm die Macht dazu gegeben. Das bedeutet doch, dass Gott der Auftraggeber und Jesus der Ausführende ist. Somit war Jesus kein inkarnierter Gott-Mensch und auch nicht Gott wie sein Vater. Gott selbst war das geistliche „Wort“, das Jesus bekannt gegeben hat. GOTTES Wort sagt: Es ist ein GOTT und ein Mittler zwischen GOTT und den Menschen, der Mensch Christus Jesus (1. Tim 2,5).

Joh 6,28 Da sprachen sie zu ihm: „Was sollen wir tun, damit wir die Taten wirken, die Gott will?“

Joh 6,29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Das ist die Tat, die Gott will, dass ihr auf den vertraut, den er gesandt hat.“

Joh 6,30 Da sprachen sie zu ihm: „Was für ein Zeichen tust du denn, damit wir sehen und dir vertrauen? Was wirkst du?

Joh 6,31 Unsere Vorfahren haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht (Psalm 78,24): Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.“

Joh 6,32 Da sprach Jesus zu ihnen: „Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose gab euch das Brot vom Himmel, sondern mein Vater gibt euch das wahre [geistliche] Brot vom Himmel.

(Zink) Das wirkliche Brot vom Himmel gibt euch mein Vater.

(Werner) Sondern es ist mein Vater, der euch das wirkliche, wahre Brot aus dem Himmel gibt.

(BigS) … sondern Gott ernährt euch und gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

Das wahre geistliche Brot, „das Wort“, gibt Gott durch seinen Sohn Jesus Christus. Wenn aber Gott durch seinen Sohn sein Wort weitergibt, so kann dann Jesus selbst nicht „das Wort“ von Joh. 1,1 sein.

Joh 6,33 Und nur dieses Brot, [„das Wort“] das vom Himmel [vom Vater] kommt, schenkt der Welt das Leben.«

Nicht das Kommen Jesu aus dem Himmel ist hier gemeint, sondern das geistliches Brot „das Wort“ (Joh. 1,1), das von Gott in seinem ewigen Ratschluss zur Erlösung der Menschheit geplant worden war und jetzt durch Jesus Christus bekannt gemacht und ausgeführt wird.

Joh 6,34 Da sprachen sie zu ihm: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“

Die Zuhörer erkannten immer noch nicht, dass der Herr Jesus von dem geistlichen Brot, von dem Wort, das vom Vater kommt, als dem wahrhaftigen Brot sprach. Sie dachten immer noch an das irdische Brot, das Jesus ihnen vorher gegeben hatte.

Joh 6,35 Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin [bringe] das [geistliche] Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer auf mich vertraut, nie mehr dürsten.

Jesus stellt sich hier als der erwartete Messias vor, der die Welt durch Gottes geistliche Brot (das Wort von der Versöhnung) das ewige Leben schenken will. Mit dieser „Ich bin“ Aussage Jahwes bezieht sich Jesus aber nicht auf seine Gottheit. Gerade in den Evangelien bringt Jesus immer wieder zum Ausdruck, dass alles, was er ist, hat und tut, von Gott stammt. Wie könnte sich Jesus auf die „Ich bin“ Aussage Jahwes berufen, wenn er nicht präexistent war? Von dieser „Ich bin“ Aussage wird in der Schrift über Gott nur ein einziges Mal berichtet. Sie bedeutet „der aus sich selbst Existierende“; diesen Namen kann man ja wohl nicht auf Jesus anwenden, weil er einen schöpferischen Anfang gehabt hat. Diese „Ich bin" Aussage wurde ja erst nach Jesu Erlösung Wirklichkeit und daher konnte Jesus dieses Wort gar nicht so ausgesprochen haben, weil diese noch zukünftig war.

Joh 6,36 Aber ich habe euch gesagt: Obwohl ihr mich gesehen habt, vertraut ihr doch nicht.

Joh 6,37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und die zu mir kommen, werde ich nicht hinauswerfen.

Der Vater wirkt durch seine Geistkraft an den Herzen der Menschen und führt sie zu seinem Sohn, damit sie durch seine vollbrachte Erlösung Gnade finden können. Gott gibt seinen Sohn, d.h., sie wirken zusammen und doch sind der Vater und Jesus zwei verschiedene Personen.

Joh 6,38 Denn ich bin nicht dazu von Gott gekommen [von Gott beauftragt worden], nach meinem eigenen Willen zu handeln, sondern nach dem Willen dessen, der mich gesandt hat. (Zink)

Christus ist – nach dem ewigen Erlösungsplan Gottes – von der Geistkraft Gottes gesalbt und als Sohn adoptiert worden, um den Willen des Vaters, den Erlösungsplan, zu erfüllen. Somit ist Jesus nach dem Willen und Ratschluss Gottes geistlich von Gott gekommen, wobei er durch Offenbarungen als gesalbter göttlicher Sohn mit Gott in einer einmaligen geistlichen Verbindung stand. Da die Präexistenz Christi in der Schrift nicht nachweisbar ist und die Lehre von den zwei Naturen Christi auch nicht aus der Bibel stammt, dürfen wir diese Aussagen Christi nicht aus der griechisch-philosophischen und trinitarischen Sicht verstehen wollen. Johannes hat diese Aussagen Christi auch nicht so verstanden, sonst hätte er zumindest die übernatürliche Zeugung Christi sowie seine Jungfrauengeburt als Beweis erwähnt, doch Johannes berichtet nichts davon und auch Jesus sowie die Apostel Petrus und Paulus wussten von so einem wichtigen Ereignis nichts. Von Gott gesandt, oder von Gott gekommen ist typisch bei Johnannes. Diese Sätze gibt es bei den drei anderen Evangelien nicht.

Joh 6,39 Das nun ist der Wille dessen, der mich geschickt hat, dass ich nichts von allem, was er mir gab, verloren gehen, sondern es aufstehen lasse am letzten Tag.

Joh 6,40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn (den Erwählten BigS) sehen und auf ihn vertrauen, ewiges Leben haben; und ich werde sie aufstehen lassen am letzten Tag.“

Jeder, der die Erlösung durch Jesus Christus im Glauben annimmt, hat die Vergebung Gottes und wird leben. Auch hier nennt Jesus Gott als seinen Vater, in dessen Vollmacht und Willen er handelte und auch bei seiner Wiederkunft handeln wird. Kann Jesus somit selbst Gott sein?

Joh 6,41 Da murrten die [Anwesenden] Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist. (Luther)

„Da murrten die anwesenden Männer über ihn, weil er gesagt hatte: „Ich bringe das geistliche Brot, das Wort von Gott, [Joh. 1,1], das vom Himmel gesendet worden ist.“ [Eigene Auslegung]

Joh 6,42 und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wieso spricht er dann: Ich bin vom Himmel gekommen? (Luther)

Sie sagten: „Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wieso behauptet er jetzt, zur Ausführung des Erlösungsplanes und Bekanntmachung des Wortes Gottes von Gott gesendet worden zu sein?“ [Eigene Auslegung]

„Das Wort“ ist Gott selbst (nach Joh. 1,1). Somit sind Jesu Worte das geistliche Brot und sein Auftrag vom Vater aus dem Himmel gekommen. Jesus wollte die Menschen auf seinen göttlichen Auftrag „jetzt“ als Messias vorbereiten, was er vor seiner Salbung nicht tun konnte. Die Menschen kannten Jesu Abstammung. Von seiner göttlichen Zeugung und Gottheit war ihnen nichts bekannt, daher verstanden sie ihn nun nicht. Warum Jesus hier und in den kommenden Versen wie ein griechischer Philosoph gesprochen haben soll, ist schwer verständlich. Auch diese Worte „Ich bin vom Himmel gekommen“, „von Gott gekommen“ oder „in die Welt gekommen“ erscheinen in den anderen drei Evangelien nicht.

Joh 6,43 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Hört unter euch mit dem Murren auf!

Joh 6,44 Zu mir können nur kommen, welche der Vater, der mich geschickt hat, zieht; und ich werde sie aufstehen lassen am letzten Tag.

Der Vater sendet Jesus zur Errettung der Menschheit. Somit steht Gott der Vater über allem. Wenn Gott Jesus gesandt hat, dann ist damit nicht sein Kommen aus dem Himmel gemeint, sondern die Ausführung seines Auftrages als Messias.

Dazu 5. Mose 18,15: ,, Er (Gott) wird euch einen Propheten wie mich senden, einen Mann aus eurem Volk. Auf den sollt ihr hören!" Kann der prophetisch vorausgesagte Prophet und Messias nach so einer Aussage Gottes präexistent gewesen sein?

Joh 6,45 Bei den Propheten steht geschrieben (Jesaja 54,13): Und sie werden allesamt von Gott belehrt sein. Alle, die auf den Vater hören und von ihm lernen, kommen zu mir.

(Werner) Wer die Worte des Vaters gehört hat und seine Lehre angenommen hat, …

(Zink) Wer nun hört, was Gott spricht, und es sich zu eigen macht, kommt zu mir.

„Alle werden von Gott lernen“, d.h., wenn Gott selbst das Wort ist, dann steht es den Menschen frei, auf das Wort von Gott zu reagieren, von ihm zu lernen und als Folge die Erlösung durch Jesus anzunehmen. Auch hier erkennt man die zwei verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Aufgaben, nämlich Gott und seinen Gesalbten.

Joh 6,46 Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte – außer dem, der [geistlich] von Gott ist; der hat den Vater gesehen.

Jesus hat als Geistgesalbter, als göttlicher Sohn, Gott nur in Geistgemeinschaft gesehen und in dieser Gemeinschaft aus Gott gelebt (1.Tim. 6,16).

Joh 6,47 Amen, amen, ich sage euch: Wer mir vertraut, hat ewiges Leben.

Das ewige Leben eines Gläubigen hängt mit dem Glauben an die Erlösungstat Christi zusammen.

Joh 6,48 Ich bin das Brot des Lebens. (Luther)

Ich verkünde euch das Brot des Lebens. [Eigene Auslegung]

Das Brot des Lebens ist die frohmachende Botschaft, „das Wort“ von Gott, das sich im Erlösungsplan Gottes durch Jesus Christus erfüllt hat und ewiges Leben schenkt. Auch in solchen Aussagen erkennt man einen Eingriff in die Worte Jesu, mit der Absicht Jesu zu einem Gott wie seinen Vater zu machen.

Joh 6,49 Eure Vorfahren haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

Joh 6,50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. (Luther)

Ich verkündige das geistliche Brot, das „Wort“ des Lebens, das vom Himmel kommt, damit man davon esse und nicht sterbe. [Eigene Auslegung]

Das wahre Brot, „das Wort“ des Lebens, ist im Erlösungsplan von dem Vater aus dem Himmel gekommen und in Jesus Christus verkörpert, verkündet und ausgeführt worden. Joh. 1,14.

Joh 6,51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. (Luther)

Ich verkündige das lebendige Wort (Brot), das vom Himmel gesendet ist. Wer von diesem Brot isst, d.h. das Wort Gottes annimmt, wird leben für immer. Das Brot [Wort] nun, das ich verkündige, betrifft die Versöhnung mit Gott und ist das Leben der Welt. [Eigene Auslegung]

Diese und noch weitere folgende Worte, die Jesus so gesprochen haben soll, erscheint als ein schwerer Eingriff, siehe Vers 63. Jesus Christus ist durch den Erlösungsplan Gottes als das Brot bzw. als das Wort von Gott, als der Messias, der das Leben schenkt, geistlich von Gott gekommen bzw. gesendet worden. Es geht hier und in weiteren Versen, die nur im Johannesevangelium zu finden sind, nicht um das Essen und Trinken von Christi Fleisch und Blut, sondern um die Annahme des von Gott vorgesehenen Erlösungsplanes, durch Jesus Christus, der sein Leben und Blut am Kreuz für uns stellvertretend hingegeben hat.

Siehe Luk. 22,19: „Dann nahm er Brot. Er dankte Gott dafür, teilte es und gab es ihnen mit den Worten: ,Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Luk 22,20: „Dies ist mein Blut, mit dem der Neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt wird. Es wird für euch zur Vergebung der Sünden vergossen.“

Joh 6,52 Da stritten die [anwesenden Männer] Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns sein Fleisch zu essen geben? (Luther)

Da stritten die anwesenden Männer miteinander und sagten: „Wie kann er uns das Wort Gottes zu essen geben?“ [Eigene Auslegung]

„Die Juden stritten untereinander“ ist wieder so eine negative Beschreibung von einem Außenstehenden, aber nicht von dem Schreiber des Johannesevangeliums, der selbst Jude war. Für einen aus dem Judentum abstammenden Menschen war es nicht vorstellbar, ja sogar ein Verbot und ein Gräuel, dass er Blut essen sollte. Somit ist es schon schwer zu glauben, dass Jesus als Jude solche Worte gewählt haben soll und die Menschen aufforderte, von seinem Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken um auf seine Erlösungstat am Kreuz von Golgatha hinzuweisen.

Joh 6,53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. (Luther)

Darauf erwiderte Jesus: »Das eine steht unumstößlich fest: Wenn ihr den Erlösungsplan Gottes durch den Menschensohn nicht als das Gnadengeschenk Gottes annehmt, dann habt ihr kein Leben in euch. [Eigene Auslegung]

Jesus war das von Gott offenbarte Wort, die Erfüllung seines Erlösungsplanes. Jesus gab sein Blut und Leben, damit alle, die sein Opfer annehmen, ewiges Leben beim Vater bekommen. Dieses Opfer Jesu wurde im Alten Testament durch den Versöhnungsdienst in der Stifthütte und in dem Tempel bereits vorgeschattet. Doch was wurde den Christen bis heute über so eine angeblich von Jesus kommende Aussage nicht schon alles nachgesagt – und wieviel theologischer Streit und Trennung gibt es wegen dieses Johannestextes bis heute. Sollten all solche Aussagen von Gott eingegeben worden sein?

Joh 6,54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. (Luther)

Nur wer meine stellvertretend bewirkte Erlösung im Glauben annimmt, der hat das ewiges Leben und ihn werde ich am letzten Tag auferwecken. [Eigene Auslegung]

Jesus, der von Gott auserwählte Messias, gab für uns stellvertretend sein Blut und Leben, wie es schon durch die Opferungen im Alten Bund vorgeschattet war. Dies war der von Gott seit Beginn der Welt vorgesehene Erlösungsplan. Und wer dieses Gnadengeschenk Gottes in Jesus Christus annimmt, der wird ein Kind Gottes und bekommt das ewige Leben. Doch diese Aussage von dem „Fleisch und Blut Christi“ wird noch heute z.B. in den Gottesdiensten als ein Sakrament wörtlich genommen. Aber damit werden die Gläubigen in einer falschen Sicherheit gewogen, denn Jesus ging es nicht um das Essen und Trinken seines Leibes und Blutes, um Sündenvergebung zu bekommen, sondern um den Glauben und die Annahme seiner stellvertretend bewirkten Erlösung. Eph. 1,7 „Denn durch sein Blut, das er am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.“

Solche Rätselreden wie sie hier im Johannesevangelium dargestellt werden, können nicht auf jüdischen Boden gewachsen sein. War nicht das Essen oder Trinken von Blut für einen Judengläubigen eine Abscheu, und war dies nicht auch für Judenchristen nach Apg. 15,20 verboten? Jesus hat doch auch gewusst, dass einmal im Jahr – am großen Versöhnungstag das Opfertier nicht gegessen und sein Blut nicht getrunken, sondern außerhalb der Stadt verbrannt wurde (3. Mose 16,27). Somit kann nicht Jesus solche abstoßende Reden von „Essen von Menschenfleisch, und das Trinken seines Blutes“ gebraucht haben.

Joh 6,55 Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. (Luther)

Nur die Annahme „des Wortes“, des Gnadengeschenkes Gottes, durch die Ausführung seines Erlösungsplanes, bewirkt die Versöhnung Gottes mit den Menschen. [Eigene Auslegung]

Joh 6,56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. (Luther)

Welche dieses Gnadengeschenk Gottes im Glauben annehmen, die bleiben bei mir und ich bei ihnen. [Eigene Auslegung]

Nur durch die Annahme des Versöhnungsdienstes Christi, durch die Hingabe seines Lebens und seines Blutes (Symbol von den Opferungen), können wir seine Kinder sein und damit gleichzeitig Zugang zu Gott haben. Auch hier ist eine angeblich von Christus kommende Aussage, die nur im Johannesevangelium vorkommt, die sehr verwirrend erscheint und im theologisch im Widerspruch zum gesamten Wort steht.

Joh 6,57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. (Luther)

Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so werden auch die, die das Gnadengeschenk Gottes annehmen durch mich leben. [Eigene Auslegung]

Nicht der Gesendete, sondern Gottes Berufung ist von Anfang an präexistent. Hier ist nicht nur Christi Leib gemeint, der für uns hingegeben wurde, sondern „der Erlösungsplan“, der von Gott kommt und sich in Jesus erfüllt hat (Joh. 1,14).

Joh 6,58 Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.“ (Luther)

Hier ist das Brot, das Wort, von der Erlösung das vom Himmel kommt – nicht wie bei den Vorfahren, die gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot isst, d.h. die Erlösung annimmt, der wird für immer leben.“ [Eigene Auslegung]

Christus ist nach Gottes Plan gesendet worden, um „das Wort Gottes“, den Erlösungsplan Gottes, bekannt zu machen und auszuführen. Damit war er aber nicht selbst „das Wort“, sondern das ausführende Organ des Vaters, der das Wort selber ist (Joh. 1,1).

Joh 6,59 Das sprach er, als er in der Synagoge in Kafarnaum lehrte.

Scheidung unter den Jüngern

Joh 6,60 Viele von seinen Schülern sprachen nun, nachdem sie das gehört hatten: „Hart ist dieses Wort. Wer kann es hören?“

Joh 6,61 Weil nun Jesus bei sich selbst wusste, dass darüber seine Schüler murren würden, sprach er zu ihnen: „Das lässt euch Anstoß nehmen?

Joh 6,62 Wie erst, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, wo er vorher war [wie es prophetisch angekündigt war].

In der griechischen Sagenwelt ist Herakles als Gott-Mensch nach dem Ausführen seines Auftrages zu seinem Vater Apollo zurückgekehrt. Aber bei Jesus war dies nicht so. Jesus bezeichnet sich als Menschensohn (Dan. 7,13) und betrachtet sich selbst als Erfüllung des Vorherbestimmten. Dieser Menschensohn existierte bereits im Plan Gottes. Nach diesem Plan ist Jesus als Erfüllung des Vorherbestimmten zum Vater zurückgekehrt. Somit war Jesus nur im Erlösungsplan Gottes präexistent und ist als die Erfüllung des Erlösungsplanes von Gott aufgenommen worden. In der hebräischen Denkweise des Neuen Testaments kann man als Teil von Gottes Plan und Absicht bereits existieren. Der Apostel Johannes konnte ebenso sagen, dass Christus „vor der Grundlegung der Welt geschlachtet wurde“ (Offb. 13,8.) Dieser Vers gibt uns einen sehr wertvollen Hinweis auf die Art und Weise, wie neutestamentliche Schreiber die „Präexistenz“ verstanden haben.

Joh 6,63 Gottes Geistkraft (BigS) allein schafft Leben. Ein Mensch kann dies nicht. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geistkraft; deshalb bringen sie euch das Leben.

„Ich will meine Worte in seinen Mund legen und er (Jesus) wird zu ihnen alles reden, was ich (Gott) ihm befehlen werde.“ 5. Mose 18,18. Dies war eine Vorhersage Gottes von seinem in der Zukunft auftretenden Sohn. Somit ist das „Wort“, das bei Gott war (Joh. 1,1), auch nicht Jesus, sondern Gott selber. Gott spricht und es geschieht. Und die Worte Gottes, die das Brot des Lebens sind, die Jesus gesprochen hat, sind Geist und Leben. Wort und Geist bezeichnen die wirksamen Kräfte welche von Gott ausgehen.

Joh 6,64 Aber es gibt unter euch welche, die nicht vertrauen.“ Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht vertrauen, und wer es war, der ihn ausliefern würde.

Joh 6,65 „Deshalb“, so erklärte er weiter, „habe ich euch gesagt: Keiner kann zu mir kommen, wenn ihn nicht der Vater zu mir führt!“ (Hfa)

Nicht der Mensch, sondern Gottes Geistkraft ist im Glauben und Leben der Gläubigen der Handelnde.

Das Bekenntnis des Petrus

Joh 6,66 Daraufhin gingen viele von seinen Schülern weg, zurück, und zogen nicht mehr mit ihm.

Es ist schon auffallend, dass Jesus im Johannesevangelium so manche Aussagen gemacht haben soll, die in den anderen Evangelien nicht vorkommen. Der genaue Anstoß der anderen Jünger über die Reden des Herrn, die er wie ein griechischer Philosoph und Trinitarier gesprochen haben soll, ist im Nachhinein schwer einzuordnen.

Joh 6,67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: „Wollt ihr denn auch gehen?“

Joh 68 Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir weggehen? Du hast „Worte“ ewigen Lebens.

Joh 6,69 Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist der Gesalbte, der Sohn [des lebendigen] Gottes. (A. Bengel)

… der von Gott her spricht und uns Leben von Gott her gibt. (Anmerkung von Zink)

Petrus hat es richtig erkannt, Jesus war der von Gott gesalbte, göttliche Sohn. Damit war er aber nicht der präexistente Gott-Mensch, denn diesen hätte Gott nicht zum göttlichen Sohn salben müssen. Die Bibelschreiber weisen an vielen Stellen des Alten Testamentes prophetisch auf Jesus hin, aber sie alle sprechen nur von dem Menschen aus dem Stamm Davids, vom leidenden Gottesknecht, vom kommenden Messias, dem Gesalbten Gottes, aber kein Wort vom präexistenten Sohn Gottes, vor seiner Geburt bei Gott.

Joh 6,70 Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Aber einer von euch ist ein Teufel.“

Joh 6,71 Er meinte Judas, den Sohn des Simon Iskariot. Denn der würde ihn ausliefern, einer von den Zwölfen.

Die Reise zum Laubhüttenfest

7 1 Danach zog Jesus in Galiläa umher. Denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die [dort führenden] Juden danach trachteten, ihn zu töten.

Diese führenden Männer waren die gläubigen Führer des Volkes, die angeblich nur das Allerbeste für ihr Volk und Gott tun wollten und daher beschlossen, Jesus zu töten. Auch heute noch denken so manche Glaubensrichtungen in dieser Art und verfolgen die Menschen, die anders denken als sie, und glauben ihren Gott dadurch zu ehren. Aber nicht die führenden Männer des Volkes, sondern die Juden werden immer wieder als diese bezeichnet und man bekommt den Eindruck, dass der Schreiber, oder derjenige, der eine Überarbeitung vorgenommen hat, durchaus antijüdisch eingestellt war und sich nicht zu dem Volk der Juden zugehörig fühlte.

Joh 7,2 Sukkot war nahe, das jüdische Fest. [... das Laubhüttenfest der Juden. Luther]

Auch die Aussage „das jüdische Fest“ zeigt bereits eine Abgrenzung, die nicht an die Juden gerichtet gewesen sein kann und eine antijüdische Einstellung erkennen lässt.

Joh 7,3 Da sprachen seine [leiblichen] Brüder zu ihm: „Mache dich doch auf von hier und begib dich nach Judäa, damit auch deine Schüler deine Taten sehen, die du tust!

Das Motiv, aus dem die leiblichen Brüder Jesu drängten, den Menschen zu zeigen, was er alles für Wunder tun kann, ist nicht bekannt. Doch aus Glauben an ihn ist diese Aussage sicher nicht geschehen. Auch hier kann man wieder erkennen, dass Jesu Brüder nichts von seiner übernatürlichen Zeugung, seiner Jungfrauengeburt sowie von dem Auftrag Gottes gewusst haben, sonst hätten sie Jesus in einem anderen Licht gesehen.

Joh 7,4 Niemand tut ja etwas heimlich und strebt doch zugleich nach öffentlicher Geltung. Wenn du solches tust, dann zeige dich der Welt!“

Joh 7,5 Denn nicht einmal seine Brüder glaubten an ihn.

Wenn Jesu Brüder nicht an ihn glaubten, so war ihnen von ihrer „Mutter“ her seine Präexistenz sowie seine göttliche Zeugung und seine zwei Naturen als Gott-Mensch nicht bekannt gemacht worden. Wenn dies alles der Fall gewesen wäre, hätten sie mit Sicherheit festgestellt, dass Jesus kein gewöhnlicher Mensch war und ihm die nötige Achtung geschenkt.

Joh 7,6 Da sagte ihnen Jesus: „Meine Zeit ist noch nicht da; eure Zeit aber ist ständig da.

Joh 7,7 Euch kann die Welt nicht hassen; mich aber hasst sie, weil ich ihr bezeuge, dass ihre Taten böse sind.

Die Welt konnte die Brüder des Herrn nicht hassen, weil sie zu dieser Welt gehörten.

Joh 7,8 Geht ihr hinauf zum Fest! Zu diesem Fest gehe ich nicht hinauf, weil meine Zeit noch nicht um, der Zeitpunkt noch nicht da ist.“

Joh 7,9 Das sagte er und blieb in Galiläa.

Joh 7,10 Nachdem aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf – nicht öffentlich, sondern gleichsam heimlich.

Joh 7,11 Die [führenden] Juden suchten ihn nun auf dem Fest und sagten: „Wo ist denn der?“

Joh 7,12 Und unter den Leuten gab es viel Getuschel über ihn. Die einen sagten: „Es verhält sich recht mit ihm.“ Andere aber sagten: „Nein, er führt die Leute in die Irre.“

Joh 7,13 Niemand jedoch redete offen über ihn aus Furcht vor den [führenden] Juden.

Keiner hatte den Mut, in geistlichen Dingen offen seine Meinung zu sagen, weil sie die Folgen von der geistlichen Führung fürchteten. Diese Situation war und ist auch heute noch in den meisten Kirchen und Gemeinschaften vorhanden. Was würde mit einem Gläubigen geschehen, wenn er z.B. die Trinitätslehre auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen und dies bekannt werden würde?

Jesus auf dem Fest

Joh 7,14 Als das Fest schon halb vorüber war, ging Jesus zum Heiligtum hinauf und lehrte.

Joh 7,15 Da verwunderten sich die [dort versammelte geistliche Führung] Juden und sagten: „Wieso hat der Schriftkenntnisse, da er doch nicht studiert hat?!“

Immer wieder wurde wie von einem Außenstehenden von den „Juden“ geschrieben, die nicht wahrhaben wollten, dass der vorhergesagte Messias Jesus Christus sein konnte, weil er keinen Lehrer gehabt hat. Aber sie konnten oder wollten auch nicht wissen, dass Jesus mit der Geistkraft Gottes gesalbt und mit Gott in direkter Verbindung stand und daher von ihm selbst sein Wissen hatte.

Joh 7,16 Jesus beantwortete ihre Frage: „Was ich euch sage, sind nicht meine eigenen Gedanken. Es sind die Worte Gottes, der mich gesandt hat. (Hfa)

(Zink) Dieses Wissen gab mir der, der mich gesandt hat: Gott selbst.

(Werner) Das was ich lehre, stammt nicht von mir selbst, sondern von dem, der mich beauftragt hat.

Diese Aussage ist prophetisch über den kommenden Messias vorausgesagt, 5. Mose 18,18. Kann aber der prophetisch vorausgesagte Menschensohn dann noch von Ewigkeit her leiblich präexistent gewesen sein? Und immer wieder weißt der Herr auf die Worte Gottes hin, die er spricht, und von dem er gesandt worden ist.

Joh 7,17 Wer seinen Willen tun will, wird hinsichtlich der Lehre erkennen, ob sie von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.

Jesus Lehre („das Wort“, Joh. 1,1) ist von Gott selbst und Jesus sieht sich als Gottes Sprachrohr. Es ist immer wieder erstaunlich, wie bescheiden sich Jesus gegeben hat und umso verwunderlicher ist es, was die Theologie aus ihm gemacht hat.

Joh 7,18 Wer von sich selbst aus redet, sucht die eigene Ehre. Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn geschickt hat, der ist verlässlich und kein Unrecht ist an ihm.

Jesus handelte als der Beauftragte Gottes und war kein Gott-Mensch. Er hätte, wie der erste Adam, seine eigene Ehre suchen können. Aber er hat nichts getan, was seinem Auftrag von Gott widersprochen hätte.

Joh 7,19 Hat euch nicht Mose die Thora gegeben? Aber niemand von euch tut die Thora. Warum trachtet ihr danach, mich zu töten?“

Sie rühmten sich, im Besitz des Gesetzes zu sein, hielten sich aber nicht daran, denn sie planten, den Herrn Jesus umzubringen, obwohl das Gesetz Mord ausdrücklich verbietet.

Joh 7,20 Die Leute antworteten: „Du bist besessen. Wer trachtet danach, dich zu töten?“

Joh 7,21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Eine Tat habe ich vollbracht und alle verwundert ihr euch darüber.

Bei diesen scheinheiligen Gläubigen war es keine Sünde, das Wesen Gottes, die Liebe von ihm, nicht beachten zu wollen. Doch am Sabbat Gutes zu tun, war ein todeswürdiges Verbrechen, das mit dem Tode bestraft werden sollte.

Joh 7,22 Mose hat euch die Beschneidung gegeben – nicht, dass sie von Mose wäre, vielmehr von den Vätern –, und ihr beschneidet einen Menschen auch am Sabbat.

Joh 7,23 Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung erhält, damit die Thora des Mose nicht außer Geltung gesetzt werde, dann zürnt ihr mir, weil ich einen ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?

Joh 7,24 Urteilt nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil!“

Das Problem der selbstgerechten, hartherzigen, gesetzlich eingestellten Menschen ist auch heute noch, dass sie nach dem Gesetz und nicht nach dem Wesen Gottes die betreffende Angelegenheit beurteilten.

Joh 7,25 Da sagten einige von den Jerusalemern: „Ist das nicht der, dem sie nach dem Leben trachten?

Joh 7,26 Und seht doch! Er redet öffentlich und man sagt ihm nichts. Sollten die Ratsherren etwa wirklich erkannt haben, dass er der Gesalbte sei?

Joh 7,27 Aber von diesem wissen wir, woher er ist. Der Gesalbte jedoch, wenn er kommt – von dem weiß niemand, woher er ist.“

Die Menschen rätselten, ob Jesus der versprochene Messias sei oder nicht. Sie kannten zwar seine Herkunft, doch seine Salbung durch Gott blieb ihnen unbekannt und so glaubten sie, dass er nicht der versprochene Gesalbte Gottes sei.

Joh 7,28 Da rief Jesus, während er im Heiligtum lehrte, mit lauter Stimme: „Ja, mich kennt ihr und wisst, woher ich bin. Aber ich bin nicht von mir aus gekommen, sondern wahrhaftig ist, wer mich geschickt hat, den ihr nicht kennt.

Der, welcher Jesus gesandt und ihn für seinen Auftrag vorbereitet hat, ist der alleinige wahrhaftige Gott. Bei Jesus ist immer nur von dem einen Gott die Rede, er kannte keine Trinität.

Joh7,29 Aber ich kenne ihn, weil ich [geistlich nach seinem ewigen Ratschluss, Voherbestimmung] von ihm komme und er mich zu euch gesandt hat.«

Hätte sich Jesus als der inkarnierte Gott-Mensch vorgestellt – was er nie getan hat, auch wenn es in diesem Vers nach trinitarischer Weise wieder so hingestellt wird – so wäre er wohl sofort gesteinigt worden, denn das Volk der Juden hätte nie gegen das erste Gebot verstoßen. (Siehe 2.Mose 20,1.)

Joh 7,30 Da wollten sie ihn festnehmen. Aber niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.

Nach diesen Worten Jesu hätten die Menschen doch erkennen können, dass er im Auftrag Gottes als der Messias gewirkt hat. Doch ihr Wunsch und ihre Vorstellung von dem Erlöser passte nicht zu Jesus und daher hätten sie ihn am liebsten als Betrüger festgenommen.

Joh 7,31 Von den Leuten jedoch setzten viele ihr Vertrauen auf ihn und sagten: „Der Gesalbte, wenn er kommt – wird er etwa mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?“

Joh 7,32 Die Pharisäer hörten, wie das in der Menge über ihn getuschelt wurde, und die Oberpriester und die Pharisäer schickten Wachleute aus, dass sie ihn festnähmen.

Joh 7,33 Da sprach Jesus: „Noch kurze Zeit bin ich bei euch, dann gehe ich weg zu dem, der mich geschickt hat.

Jesus deutet hier seine Himmelfahrt an, durch die er zu Gott kommt, dessen Auftrag er dann auch ausgeführt hat. Aber er geht nicht als Gott zu Gott, sondern als der erhöhte Menschensohn.

Joh 7,34 Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden. Wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.“

Joh 7,35 Da sprachen die [anwesenden Männer] Juden zueinander: „Wo will der hingehen, dass wir ihn nicht fänden? Will er etwa in die griechische Diaspora weggehen und die Griechen lehren?

Joh 7,36 Was soll dieses Wort, das er gesprochen hat: ‚Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden. Wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen?“

Joh 7,37 Am letzten Tag des Festes, dem großen, stand Jesus da und rief mit lauter Stimme: „Wen dürstet, soll zu mir kommen und soll trinken,

Joh 7,38 wer mir vertraut. Wie die Schrift sprach (Jesaja 12,3; 44,3; Ezechiel 47,1–12): Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Innern fließen.“

Joh 7,39 Das sagte er vom Geist, den die bekommen würden, die auf ihn ihr Vertrauen setzen. Denn noch gab es keinen Geist, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

… die Geistkraft (BigS) bekamen sie erst, nachdem Jesus in Gottes Herrlichkeit erhoben war. (Albrecht)

Zwiespalt im Volk

Joh 7,40 Als sie nun diese Worte gehört hatten, sagten welche aus der Menge: „Das ist wahrhaftig der Prophet.“

Joh 7,41 Andere sagten: „Das ist der Gesalbte.“ Wieder andere aber sagten: „Kommt denn etwa aus Galiläa der Gesalbte?

Joh 7,42 Hat nicht die Schrift gesprochen (Micha 5,1): Vom Samen Davids und aus Betlehem, dem Ort, wo David war, kommt der Gesalbte?“

Der Schrift nach sollte der Messias ein Nachkomme Davids, ein Prophet und der Messias sein; was er auch war. Aber kann Jesus immer noch als der Nachkomme Davids, als ein Prophet und der vorhergesagte Messias gelten, wenn er vor David bereits gelebt haben soll? Wie kann Jesus der Nachkomme Davids sein, wenn Josef nicht sein leiblicher Vater ist und Marias Stammbaum nicht aus Salomo hervorgeht, sondern aus der Seitenlinie Nathans, einem der Söhne Davids? Nur die Nachfahren der königlichen Linie (Salomo) erben das Thronrecht.

Joh 7,43 Da gab es seinetwegen eine Spaltung unter den Leuten.

Joh 7,44 Einige von ihnen wollten ihn festnehmen. Aber niemand legte Hand an ihn.

Joh 7,45 Da kamen die Wachleute zu den Oberpriestern und Pharisäern und die sagten ihnen: „Weshalb habt ihr ihn nicht abgeführt?“

Joh 7,46 Die Wachleute antworteten: „Noch nie hat ein Mensch so geredet.“

Joh 7,47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: „Seid etwa auch ihr irregeführt?

Joh 7,48 Hat denn einer von den Ratsherren an ihn geglaubt oder von den Pharisäern?

Joh 7,49 Aber diese Leute, die die Thora nicht kennen – verflucht sind sie.“

Joh 7,50 Da sagte ihnen Nikodemus, der zuvor zu ihm gekommen war, einer von ihnen:

Joh 7,51 „Richtet denn etwa unsere Thora den Menschen, ohne dass man ihn zuerst verhört und erkannt hätte, was er tut?“

Joh 7,52 Sie ant­worteten und sagten ihm: „Bist etwa auch du aus Galiläa? Forsche und sieh, dass aus Galiläa der Prophet nicht aufsteht!“

Nach Matthäus wird nichts von einer Reise wegen einer Schätzung von Nazareth nach Bethlehem berichtet, wo Jesus geboren wurde, wie es auch prophetisch angekündigt war. Nach Matthäus 2,22 wich Josef erst auf Anweisung eines Engels bei seiner Rückkehr aus Ägypten nach Nazareth aus. Wenn Josef die Anweisung von einem Engel bekam, in die Provinz nach Galiläa auszuweichen, weil er Angst bekommen hatte, nach Judäa zurückzukehren, dann war wohl Galiläa nicht sein ursprünglicher Wohnsitz. Somit war Jesus ein Judäer, in Bethlehem geboren, aber in Nazareth aufgewachsen, was aber die Priester anscheinend nicht gewusst haben.

Joh 7,53 Ohne sich geeinigt zu haben, gingen sie nach Hause.

Jesus und die Ehebrecherin

8,1 Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg.

Joh 8,2 Aber schon früh am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich und lehrte sie.

Joh 8,3 Da schleppten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau heran, die beim Ehebruch überrascht worden war, stießen sie in die Mitte

Joh 8,4 und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt.

Joh 8,5 Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu?«

Joh 8,6 Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

Joh 8,7 Als sie nicht locker ließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!«

Nach dem Gesetz sollte die Strafe von denen vollzogen werden, die selbst ohne Sünde waren. Wer also über andere richten will, muss selbst rein sein. Dies ist eine sehr wichtige Lektion für uns alle.

Joh 8,8 Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde.

Joh 8,9 Als die Menschen das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon - die älteren zuerst. Schließlich war Jesus mit der Frau allein.

Joh 8,10 Da stand er auf und fragte sie: »Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?«

Joh 8,11 »Nein, Herr«, antwortete sie. »Dann verurteile ich dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Geh, aber sündige nun nicht mehr!«

Jesus das Licht der Welt

Joh 8,12 Da redete Jesus wiederum zu ihnen und sagte: „Ich bin [nach dem Willen Gottes] das Licht der Welt. Wer mir folgt, geht nicht in der Finsternis umher, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Jesus ist das Licht für die Welt, weil er die Botschaft Gottes von Gott, der das Licht ist, übertragen bekommen hat und weitergibt. Jesus hat aber niemals gesagt, dass er im Alten Bund gelebt hat und sich Mose mit dem Namen „ICH bin, der ICH bin“ vorgestellt hat. Dies behaupten heute einige Vertreter der Trinität, um damit krampfhaft die Gottheit Jesu beweisen zu wollen. Gerade in dem Johannesevangelium zeigt uns doch der Herr, dass alles, was er ist, hat und tut, von seinem Gott und Vater stammt. Siehe Joh. 5,30: „Dabei kann ich nicht eigenmächtig handeln, sondern ich entscheide so, wie Gott es mir sagt. Deswegen ist mein Urteil auch gerecht. Denn ich verwirkliche nicht meinen eigenen Willen, sondern erfülle den Willen Gottes, der mich gesandt hat.“

Durch den Propheten Jesaja sagt Gott in 42,8: „Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.“ Der Name Gottes lautet also nicht „ich bin“, sondern „Jahwe“ bzw. JHWH. Die Worte „Ich bin“ oder besser noch „ich werde sein“ sind zwar die Bedeutung von JHWH, des Namens Gottes, aber sie sind nicht der Name selbst. Sie wurden auch von Jesus niemals als solche gebraucht, ebenso von niemandem sonst und an keiner anderen Stelle in der Bibel, außer eben in 2. Mose 3.

Joh 8,13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: „Du legst über dich selbst Zeugnis ab. Dein Zeugnis ist nicht verlässlich.“

Joh 8,14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis verlässlich, weil ich weiß, woher ich [geistlich] gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe.

Jesus war von der Geistkraft Gottes erfüllt worden und damit war er das Ziel des Erlösungsplanes und somit kam er nicht leiblich von Gott, sondern als der geistlich Bevollmächtigte Gottes.

Joh 8,15 Ihr urteilt nach dem Fleisch, ich verurteile niemanden.

Joh 8,16 Und wenn ich doch urteile, ist mein Urteil verlässlich, weil ich nicht allein bin; vielmehr: ich und der Vater, der mich geschickt hat.

Jesus war und ist weiterhin seinem Vater untergeordnet. Kann aber ein Gott dem anderen Gott untergeordnet sein?

Joh 8,17 In eurer Thora steht doch geschrieben (5. Mose 19,15), dass das Zeugnis zweier Personen verlässlich ist.

Joh 8,18 Ich bin’s, der Zeugnis ablegt über mich selbst, und der Vater legt Zeugnis über mich ab, der mich geschickt hat.“

Wenn Jesus Gott als seinen Vater bezeichnet, der ihn mit einem Auftrag zu den Menschen gesandt hat, dann ist damit nicht seine biologische, sondern seine geistliche Abstammung von Gott gemeint. Mit dieser Aussage hat sich Jesus aber auch gleichzeitig von Gott unterschieden.

Joh 8,19 Wo ist denn dein Vater?", fragten sie. Jesus antwortete: „Da ihr nicht wisst, wer ich bin, wisst ihr auch nicht, wer mein Vater ist. Würdet ihr mich kennen, dann würdet ihr auch meinen [geistlichen] Vater [Gott] kennen."

Jesus verhielt sich als der ersehnte Messias einfach anders, als das Volk es sich gewünscht und vorgestellt hat. Daher konnten und wollten sie ihn als diesen nicht erkennen und annehmen.

Joh 8,20 Diese Worte redete er an der Schatzkammer, als er im Heiligtum lehrte. Und niemand nahm ihn fest, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.

Jesu Weg zur Erhöhung

Joh 8,21 Da sprach er wiederum zu ihnen: „Ich gehe weg und ihr werdet mich suchen und durch eure Sünde sterben. Wo ich hingehe, dahin könnt ihr nicht kommen.“

Mit dieser Aussage deutet Jesus seine Auferstehung in den Himmel an, wohin die Menschen, die ihn ablehnen, nicht kommen können.

Joh 8,22 Da sagten die [anwesenden Männer] Juden: „Er wird sich doch nicht selbst umbringen, dass er sagt: ‚Wo ich hingehe, dahin könnt ihr nicht kommen?‘“

Wieder geht es hier um „die Juden“, und es sieht auch hier so aus, als wenn der Schreiber kein Jude gewesen wäre und durch diese Formulierung auch Jesus zu einem Nichtjuden machen wollte.

Joh 8,23 Er sagte ihnen: „Ihr seid von unten [Welt], ich bin von oben [nach dem geistlichen Ratschluss als der Gesalbte von Gott.] Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.

Alle Menschen, die ihr Leben nicht Gott übergeben haben, gehören noch zu dieser Welt.

Joh 8,24 Ich habe euch also gesagt, dass ihr durch eure Sünden sterben werdet. Wenn ihr nämlich nicht darauf vertraut, dass ich’s bin [der Messias, der Gesalbte Gottes], werdet ihr durch eure Sünden sterben.“

Die geistliche Führung erwartete keinen Messias, der sie von ihrer Sündenschuld und Verurteilung befreien wird. Insofern konnten sie Jesus als solchen nicht anerkennen. Man könnte annehmen, dass sie den Sinn der täglichen Opferungen im Tempel, die auf das endgültige Opfer bzw. Versöhnung Gottes hinwiesen, nicht erkannt haben.

Joh 8,25 Da sagten sie ihm: „Wer bist du denn schon?“ Jesus sprach zu ihnen: „Was rede ich überhaupt noch mit euch?

Joh 8,26 Über euch könnte ich viel reden und urteilen. Aber der mich geschickt hat, ist verlässlich; und was ich von ihm [Gott] gehört habe, das rede ich zur Welt.“

(Zink) … und ich rede in die Welt hinein, was ich von ihm gehört habe.

(Werner) Und ich spreche genau das in die Welt hinein, was ich von ihm gehört habe.

Als Messias tat und sagte Jesus nur das, was er von dem gehört hat, mit dem er in direkter göttlicher Verbindung stand und der ihn zu seinem Auftrag gesandt hat. Somit war nicht Jesus das Wort (Joh. 1,1), sondern Gott selbst.

Joh 8,27 Aber sie verstanden noch immer nicht, dass Jesus von Gott, seinem [geistlichen] Vater, sprach.

Joh 8,28 Da sagte ihnen Jesus: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht, dann werdet ihr erkennen, dass ich’s bin und nichts von mir aus tue, sondern wie mich der Vater gelehrt hat, das rede ich.

(Zink) … dass ich nicht in eigener Sache, sondern im Auftrag des Vaters spreche.

(Werner) … ich spreche nur aus, was mir der Vater anvertraut hat.

Auch hier bestätigt Jesus, dass er nur das weitergibt, was sein Vater ihm gesagt hat und damit war Gott selbst das Wort von Joh. 1,1. Jesus benutzte eine prophetisch auf ihn angekündigte Vorhersehungssprache. Siehe 5. Mose 18,18. und Dan 7,13-14. Wenn Jesus sich als Menschensohn bezeichnet, was menschliches Wesen bedeutet, dann kann er nicht Gott und Mensch gleichzeitig sein. Mit seiner Erhöhung deutet der Herr seinen Kreuzestod, Auferweckung und Himmelfahrt an, wo sie ihn dann im Nachhinein erkennen werden. Wenn Jesus die Worte weitergibt, die ihm Gott, sein geistlicher Vater, gesagt hat, dann sind seine Lehren Gottes Lehren und somit kann man nicht Gott und Jesus als ein und dieselbe Person gleichsetzen.

Joh 8,29 Und der mich geschickt hat, ist mit mir. Nicht hat er mich allein gelassen, denn ich tue jederzeit das ihm Wohlgefällige.“

(Zink) … weil durch mich geschieht, was seinen Willen entspricht.

Hätte Jesus als inkarnierter Gott-Mensch denn anders handeln können, als es Gott gefällt? Hier erkennen wir wieder, dass Jesus ganz Mensch war und auch hätte fallen können. Doch Jesus hatte sich nicht so entschieden wie der erste Adam, und daher wurde er auch von Gott, seinem geistlichen Vater, nach der Ausführung seines Erlösungsplanes erhöht. Diese Erhöhung hätte Jesus nicht bedurft, wenn er auch Gott gewesen wäre.

Die wahre Freiheit

Joh 8,30 Als er das redete, gewannen viele Vertrauen auf ihn.

Joh 8,31 Da sagte Jesus zu den [Menschen] Juden, die zum Vertrauen auf ihn gekommen waren: „Wenn ihr bei meinem Wort bleibt [„Worte von Gott“], seid ihr in Wahrheit meine Schüler

Jesus sagte nur die Worte, die er von seinem Vater gehört hat, siehe z.B. Vers 26 und 27. Somit war Gott selbst das Wort (Joh. 1,1). Wer an der Erlösung bzw. an dem Wort Gottes durch Jesus Christus festhält, ist ein Kind Gottes und gehört durch den Glauben zu Jesus Christus. Da sagte Jesus „zu den Menschen“ … klingt nicht so parteiisch wie „zu den Juden“ und man bekommt auch nicht den Eindruck, dass Jesus kein Jude gewesen sein soll.

Joh 8,32 und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Die Menschen kannten damals die Wahrheit nicht, weil sie auf schreckliche Weise gebunden waren, wie auch die meisten Menschen heute. Sie befanden sich unter den Forderungen des Gesetzes, das sie nicht erfüllen konnten. Die Liebe und Gnade Gottes war ihnen zwar als ein Beispiel durch die täglichen Opferungen auf das endgültige Opfer durch den Messias vorgeführt, aber noch nicht mit dem Herzen begriffen worden.

Joh 8,33 Sie antworteten ihm: „Nachkommenschaft Abrahams sind wir und waren niemandem jemals versklavt. Wieso sagst du: Ihr werdet frei werden?“

So wie sich damals die Menschen auf Abraham beriefen, um ihr Gewissen zu beruhigen, so ist es heute bei vielen Gläubigen, die sich auf ihre Kirche berufen.

Joh 8,34 Jesus antwortete ihnen: „Amen, amen, ich sage euch: Alle, die die Sünde tun, sind Sklaven der Sünde.

Diese Menschen gaben vor, fromm zu sein, weil sie glaubten, durch ihre Abstammung und ihr Gesetz ein von Gott bevorzugtes Volk zu sein. Und doch waren sie Gefangene ihres sündigen Wesens. Alle Menschen sind solche Gefangene und um dies zu erkennen und zu beenden, hat Gott Jesus als Erlöser beauftragt.

Joh 8,35 Der Sklave aber bleibt nicht auf immer im Haus; der Sohn bleibt auf immer.

Joh 8,36 Wenn also der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.

Befreiung von der Sündenschuld und Sündenmacht erhält der Mensch nur, wenn er das Gnadengeschenk Gottes in Jesus Christus im Glauben als seinen Erlöser annimmt.

Joh 8,37 Ich weiß, dass ihr Nachkommenschaft Abrahams seid. Aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort bei euch nicht durchdringt.

Joh 8,38 Ich sage, was mein Vater gezeigt hat; tut ihr nun, was euer Vater euch gesagt hat! (Stern)

Jesus stand als der gesalbte göttliche Menschensohn geistlich in direkter Verbindung mit dem Vater und daher kann er auch das sagen, was Gott ihm gezeigt hat. Jesus sprach somit „das Wort“ (Joh. 1,1), was ihm Gott als das Wort gezeigt hat.

Joh 8,39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: „Unser Vater ist Abraham.“ Jesus sagte ihnen: „Wenn ihr Kinder Abrahams seid, dann vollbringt Abrahams Taten!

Joh 8,40 Jetzt aber sucht ihr mich zu töten – einen Menschen, der ich zu euch die Wahrheit geredet, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan.

(Werner) … die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe.

(Zink) … weil ich euch die Wahrheit sage, die ich von Gott weiß.

Gerade hier macht Jesus deutlich, dass sie einen Menschen zu töten suchen – nicht einen Gott oder Gott-Menschen. Die Bibel sagt doch, dass Gott kein Mensch ist. Christus spricht auch von der Wahrheit, „das Wort“ (Joh. 1,1), die er von Gott gehört hatte, weil er mit ihm als göttlicher Sohn noch mehr als ein Prophet in Verbindung stand. Auch die Apostel Johannes und Paulus hatten Visionen von Gott, (siehe Off. 1,2). Jesus konnte nicht selbst ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen sein, sonst hätte er auch selbst handeln können. „So haben wir doch nur einen GOTT, den Vater, und einen Herrn, Jesus Christus.“ (1. Kor 8,6)

Joh 8,41 Ihr vollbringt die Taten eures Vaters.“ Da sprachen sie zu ihm: „Wir sind nicht im Ehebruch erzeugt. Einen haben wir zum Vater: Gott.“

Gerne würde hier bei dieser Aussage so mancher Trinitarier Jesu übernatürliche Zeugung als Bestätigung ansehen und die Beschuldigung in Kauf nehmen, dass Jesus in Ehebruch gezeugt worden ist. Doch Jesus war überall als der Sohn Josefs bekannt, von einer angeblichen Jungfrauengeburt wusste niemand etwas. Auch der Apostel Paulus kennt keine Jungfrauengeburt und erwähnt Jesu Geburt nur mit einem kurzen Satz, Gal. 4,4: „Geboren von einer Frau“. Die Anwesenden wollten in diesem Vers nur sagen, dass sie nie geistliche Hurerei betrieben hatten. Nach ihren Behauptungen waren sie immer Gott treu gewesen.

Joh 8,42 Jesus sprach zu ihnen. „Wenn Gott euer Vater wäre, liebtet ihr mich. Denn ich bin von Gott ausgegangen und komme [geistlich nach dem Erlösungsplan] von ihm. Nicht von mir selbst aus nämlich bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Jesus handelte als der von Gott gesalbte Mensch im Auftrag Gottes, und somit war er auch nicht der präexistente Gott-Mensch.

Joh 8,43 Warum versteht ihr meine Rede [das Wort von Gott] nicht? Weil ihr mein Wort [das ich von Gott habe] nicht hören könnt.

Joh 8,44 Ihr habt den Teufel zum Vater und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Der war ein Mörder von Anfang an und in der Wahrheit steht er nicht, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, redet er aus dem Eigenen, denn ein Lügner ist er und der Vater davon.

Wurde auch hier Jesus etwas in den Mund geschoben, was er wohl nie so gesagt hätte? Hat er wirklich die Zuhörer [„Juden“ Vers 48] als Teufelskinder und Mörder bezeichnet? Wurde nicht mit solchen Aussagen bis heute den Juden allgemein bitteres Leid zugeführt? Warum klingt ein Antisemitismus aus dem Johannesevangelium heraus, wie es bei anderen Evangeliumsschreibern so nicht der Fall war? Im Matthäus-evangelium erscheint das Wort Jude circa fünfmal, bei Markus sechsmal, bei Lukas fünfmal, und im Johannes-evangelium fast 6o Mal. In der Auslegung dieses Verses geht es um Gläubige und Nichtgläubige, und damit um Menschen, die unter Gottes Führung leben und solche die nicht so leben wollen. Siehe, 1. Joh 3, 7-10.

Joh 8,45 Ich aber – weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.

Joh 8,46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?

Der Streit um Jesu Ehre

Joh 8,47 Wer von Gott ist, hört die Worte Gottes. Deswegen hört ihr nicht, weil ihr nicht von Gott seid.

Durch das Hören und Annehmen des „Wortes Gottes“ können alle Menschen durch Christus Gott zum Vater haben und geistlich seine Kinder sein. Siehe Joh 1,1: „Am Anfang war das Wort [die Weisheit Gottes, eine Rede, das Ziel des Erlösungsplanes]. Das Wort war [als Heilsplan] bei Gott, und das Wort [der Geist/Hauch seines Mundes] war Gott selbst.“ (Hfa)

Joh 8,48 Die [anwesenden Zuhörer] Juden antworteten und sprachen zu ihm: „Sagen wir nicht zu Recht, dass du ein Samariter und besessen bist?“

Joh 8,49 Das ist nicht der Grund, antwortete Jesus, dass ich von einem Teufel besessen wäre. Der Grund ist, dass ich Gott die Ehre gebe, die ihm zukommt und dass ihr mir den Gehorsam verweigert, der meinem Auftrag [als der von Gott Gesalbte] entspräche. (Zink)

Joh 8,50 Ich suche nicht meine Ehre. Er [Gott] ist da, der sie sucht und der urteilt.

Christus stellt immer Gott, seinen Vater, in den Vordergrund und sucht nie seine eigene Ehre, obwohl es Gottes Auftrag als seinem gesalbten Messias entspräche.

Joh 8,51 Amen, amen, ich sage euch, wer mein Wort hält [das ich von Gott habe Joh. 8,38 u. 40], sieht nie und nimmer den Tod.

Die Botschaft Gottes, den Erlösungsplan, wollten die Anwesenden nicht verstehen, weil sie ihrer Situation entsprechend einen anderen Messias erwartet haben, nämlich einen Befreier aus der römischen Unterdrückung.

Joh 8,52 Da sagten ihm die [anwesenden Zuhörer] Juden: „Jetzt haben wir erkannt, dass du besessen bist. Abraham ist gestorben, auch die Propheten – und du sagst: Wer mein Wort hält [das ich von Gott habe], schmeckt nie und nimmer den Tod.

Bei dieser Aussage, die die Leute nicht verstehen konnten, hatten sie den Eindruck, dass Jesus sich über Abraham gestellt hat. Doch Jesus sprach nicht vom ewigen Leben hier auf Erden, sondern von dem ewigen Leben bei Gott. Er sprach auch nicht sein eigenes Wort, sondern Gotteswort, siehe Vers 8,55.

Joh 8,53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Wozu machst du dich selbst?“

Joh 8,54 Jesus antwortete: „Wenn ich mich selbst verherrlichte, wäre es mit meiner Herrlichkeit nichts. Es ist mein Vater, der mich verherrlicht, von dem ihr sagt: ‚Unser Gott ist er.‘ –

Klarer kann man den Unterschied zwischen Gott und Jesus Christus nicht ausdrücken. Niemand würde verstehen, dass Gott sich selbst ehrt und nirgends taucht der Gedanke auf, Jesus sei der Vater.

Joh 8,55 Aber ihr habt ihn nicht erkannt; ich jedoch kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, würde ich gleich euch zum Lügner. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.

(Werner) Ich kenne ihn und beachte sein Wort ganz genau.

Der geistliche Vater von Jesus ist Gott, dessen Auftrag er als der gesalbte Messias kennt und auch ausführt.

Wenn Jesus Gottes Wort hält, so kann er selbst nicht Gott „das Wort“ von Joh. 1,1 sein, wie es hier in einigen Versen im Kapitel 8 trinitarisch dagestellt wird.

Joh 8,56 Euer Vater Abraham war überglücklich, als er von Gott erfuhr, dass er den Tag meines Kommens sehen sollte. Und es war so: Er konnte ihn sehen und wurde von Freude erfüllt. (Werner)

Da Jesus nicht präexistent war, hat Abraham ihn nicht persönlich gekannt, aber durch eine Vision Gottes das zukünftige Kommen Christi sehen können.

Joh 8,57 Da sprachen die [anwesenden Zuhörer, die anderen jüdischen Menschen] Juden zu ihm: „Du bist noch keine fünfzig Jahre und hast Abraham gesehen?

Jesus hat nie gesagt, er habe Abraham gesehen, was sie ihm vorwarfen. Er hat auch nicht behauptet, selbst zu diesem Zeitpunkt bereits existiert zu haben. Nein, er sagte lediglich, Abraham hätte seinen Tag kommen sehen. Jesus war der Abraham verheißene Same, Gal. 3,16, und auf diesen Tag, an dem der verheißene Messias offenbart werden sollte, freute sich Abraham. Auch Jesaja sah die Herrlichkeit Jesu schon damals voraus, Joh. 12,41. Eine Präexistenz Jesu ist hier nicht zu erkennen, auch wenn es hier und in den nächsten Vers angedeutet werden soll.

Joh 8,58 Jesus sagte ihnen: „Amen, amen, ich sage euch, Lange bevor Abraham überhaupt geboren wurde, war ich da [bzw. eingeplant].“

Jesus war als der verheißene Messias im Ziel und Plan Gottes schon vor der Erschaffung der Welt da. Der Tag des Messias war durch die Augen des Glaubens für Abraham eine Realität. So existierte auch der Messias als oberstes Objekt des Planes Gottes lange vor der Geburt Abrahams (siehe Apg. 17, 24-31; Eph. 1,4; 1. Petr. 1,20; Offb. 13,8; Offb. 17,8). Jesus sagt nicht: „Bevor Abraham ward, war ich schon leiblich existent.“ Nein, er war der verheißene Nachkomme Abrahams. Wenn wir behaupten, er habe bereits vor der Zeit Abrahams physisch existiert, machen wir Gottes Verheißung an Abraham unsinnig. 1. Petr 1,20: ,,Schon vor Erschaffung der Welt von Gott ausersehen, ist er jetzt am Ende der Zeit erschienen um euretwillen." (Thimme)

Joh 8,59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Heiligtum.

Hat sich diese Auseinandersetzung hier speziell im Johannesevangelium mit „den Juden“ wirklich so zugetragen und was sollte der Grund gewesen sein? Jesus hat sich nie als präexistent gesehen, auch wenn es hier so angedeutet werden soll, denn all seine Aussagen sprechen nur von den einen Gott, seinen geistlichen Vater in dessen Auftrag und Vollmacht er als sein Gesalbter gehandelt hat.

Die Heilung eines Blindgeborenen

9 1 Im Vorübergehen erblickte er einen von Geburt an Blinden.

Joh 9,2 Da fragten ihn seine Schüler: „Rabbi, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?“

Joh 9,3 Jesus antwortete: „Weder er hat gesündigt noch seine Eltern. Vielmehr sollten sich an ihm die Taten Gottes zeigen.

Joh 9,4 Ich muss die Aufgaben, die Gott mir gegeben hat, erfüllen, solange es Tag ist. Bald kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. (Hfa)

(Zink) Ich muss im Dienste dessen wirken, der mich gesandt hat.

Nach der Trinität ist Jesu Aussage nicht möglich, denn Christus ist Gott untergeordnet. Gott will sein Ziel mit uns Menschen durch Jesus ausführen und dazu hat er ihn für seinen Dienst zubereitet und gesendet. Man kann die Vertreter der trinitarischen Lehre nur auf den Rat des Petrus hinweisen: „Ihr … Männer, höret diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, von GOTT bei euch erwiesen durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die GOTT durch ihn tat …“ (Apg. 2,22)

Joh 9,5 Wann immer ich in der Welt bin, bin ich [nach den Willen Gottes] das Licht der Welt.“

Joh 9,6 Nachdem er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte aus der Spucke Schlamm, bestrich mit dem Schlamm seine Augen

Joh 9,7 und sprach zu ihm: „Auf, wasch dich in der Teichanlage Schiloach!“ Das wird übersetzt mit „Gesandter“. Da ging er weg, wusch sich und kam sehend zurück.

Joh 9,8 Da sagten die Nachbarn und die ihn vorher als Bettler gesehen hatten: „Ist das nicht der, der dasaß und bettelte?“

Joh 9,9 Einige sagten: „Das ist er.“ Andere sagten: „Nein, er ist ihm nur ähnlich.“ Er sagte: „Ich bin’s.“

Joh 9,10 Da sagten sie ihm: „Wie sind dir denn die Augen geöffnet worden?“

Joh 9,11 Er antwortete: „Der Mensch, der Jesus heißt, machte Schlamm, bestrich damit meine Augen und sprach zu mir: ‚Auf zum Schiloach und wasch dich!‘ Nachdem ich also hingegangen war und mich gewaschen hatte, konnte ich sehen.“

Joh 9,12 Da sprachen sie zu ihm: „Wo ist jener?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht.“

Joh 9,13 Sie brachten ihn zu den leitenden Pharisäern, den ehemals Blinden.

Joh 9,14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus, den Schlamm gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

Dieses Wunder, das Jesus wieder an einem Sabbat vollbrachte, war in den Augen der Pharisäer ein ganz schweres Vergehen und damit konnte er als Gesetzesbrecher nicht von Gott aus gewirkt haben.

Joh 9,15 Da fragten ihn abermals auch diese Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sagte ihnen: „Schlamm hat er mir auf die Augen gelegt und ich habe mich gewaschen und sehe.“

Joh 9,16 Da sagten einige von diesen Pharisäern: „Nicht von Gott ist dieser Mensch, da er den Sabbat nicht hält.“ Andere sagten: „Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?“ Und es gab eine Spaltung unter ihnen.

Joh 9,17 Da sagten sie wiederum zu dem Blinden: „Was sagst du dazu, dass er dir die Augen geöffnet hat?“ Er sprach: „Ein Prophet ist er.“

Joh 9,18 Da glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden wäre, ehe sie nicht die Eltern dessen, der sehend geworden war, herbeigerufen hätten.

„Diese Menschen“ oder „die Pharisäer“ wollten nicht glauben, hört sich nicht so abwertend an wie die Bezeichnung „die Juden“.

Joh 9,19 Und die befragten sie: „Das hier ist euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso denn sieht er jetzt?“

Joh 9,20 Da antworteten seine Eltern und sprachen: „Wir wissen, dass das unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.

Joh 9,21 Wieso er aber jetzt sieht, wissen wir nicht. Oder wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir jedenfalls nicht. Fragt ihn selbst! Er hat das entsprechende Alter. Er soll für sich selbst reden.“

Joh 9,22 Das aber sagten seine Eltern, weil sie diese führenden Juden [geistlichen Führer] fürchteten. Denn schon hatten diese Juden untereinander beschlossen, dass – wer immer ihn als Gesalbten bekenne – von der synagogalen Gemeinschaft ferngehalten würde.

Joh 9,23 Deshalb sprachen seine Eltern: „Er hat das entsprechende Alter; fragt ihn selbst!“

Joh 9,24 Da ließen sie den Menschen, der blind gewesen war, zum zweiten Mal herbeirufen und sprachen zu ihm: „Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.“

Joh 9,25 Da antwortete jener: „Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eins weiß ich, dass ich, der ich doch blind war, jetzt sehe.“

Joh 9,26 Da sprachen sie zu ihm: „Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?“

Joh 9,27 Er antwortete ihnen: „Ich habe es euch schon gesagt und ihr habt nicht darauf gehört. Was wollt ihr’s nochmal hören? Ihr wollt doch nicht auch seine Schüler werden?“

Joh 9,28 Da beschimpften sie ihn und sprachen: „Du bist ein Schüler von dem da; wir aber sind Moses Schüler.

Joh 9,29 Dass mit Mose Gott geredet hat, wissen wir. Von dem da jedoch wissen wir nicht, woher er kommt.“

Joh 9,30 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: „Darin besteht ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; und mir hat er doch die Augen geöffnet!

Joh 9,31 Wir wissen, dass Gott auf Sünder nicht hört. Vielmehr, wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, auf den hört er.

Joh 9,32 Von Weltzeit an ist nicht gehört worden, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat.

Joh 9,33 Wenn dieser nicht von Gott wäre, könnte er gar nichts tun.“

Der Geheilte konnte nicht verstehen, dass die Pharisäer Zeugen eines solchen Wunders waren und den kritisierten, der es vollbracht hatte. Er sagte, wenn Jesus nicht von Gott wäre, so könnte er nicht ein Wunder solchen Ausmaßes tun.

Joh 9,34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: „Du bist ganz und gar in Sünden geboren und willst uns belehren?“ Und sie jagten ihn hinaus.

Nur weil der Blindgeborene dem Herrn Jesus, der dieses Wunder an ihm getan hatte, nichts Böses nachreden wollte, wurde er aus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen.

Joh 9,35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgejagt hatten. Nachdem er ihn gefunden hatte, sprach er: „Glaubst du an den Menschensohn?“

„Glaubst du an den von Gott bevollmächtigten Menschensohn?“ (Werner)

Glaubst du an den erwählten Menschen? (BigS)

„Glaubst du an den Bevollmächtigten Gottes, den Menschensohn?“ (Zink)

Warum fragte Jesus den Geheilten nicht im trinitarischen Sinn „Glaubst du an Gott, - den Sohn?“, sondern stattdessen: „Glaubst du an den von Gott bevollmächtigten Menschensohn? Weil Jesus ein von Gott bevollmächtigter, erwählter Mensch war, der durch die Salbung Gottes zum göttlichen Sohn Gottes wurde, um den Erlösungsplan Gottes ausführen zu können.

Joh 9,36 Jener antwortete und sprach: „Und wer ist es, Herr, sodass ich an ihn glauben kann?“

Joh 9,37 Jesus sprach zu ihm: „Du hast ihn doch gesehen; der mit dir redet, der ist es.“

Joh 9,38 Er sagte: „Ich glaube, Herr.“ Und er fiel vor ihm nieder.

Joh 9,39 Da sprach Jesus: „Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, [zu den Menschen gesendet worden] damit die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden.“

Da Jesus keine Präexistenz gehabt hat, so kann er nicht in diese Welt gekommen sein, wie dieser Vers trinitarisch gedeutet werden kann. Jesus hat als der bevollmächtigte Menschensohn im Auftrag Gottes, als der Messias in dieser Welt, seinen Dienst begonnen und nicht als ein präexistenter Gott-Sohn. Das Ziel des Auftrages Christi bestand darin, zu retten und nicht zu richten. Aber eine Entscheidung trifft jeder Mensch für sich selbst. Diesen Satz „in die Welt gekommen“ findet man in den drei anderen Evangelien nicht. Sollte das Johannesevangelium durch die griechische „Logos-Lehre“ umgedeutet worden sein? Dabei ist noch zu beachten, dass auch die Logosbezeichnung – außer bei Johannes – sonst nirgendwo in der Schrift auf Jesus gedeutet wird.

Joh 9,40 Das hörten welche von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: „Sind etwa auch wir blind?“

Joh 9,41 Jesus sagte ihnen: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: ‚Wir sehen.‘ Da bleibt eure Sünde.

Jesus meinte mit dieser seiner Aussage: Wenn die Selbstgerechten zugeben würden, dass sie sündig sind und einen Erlöser nötig hätten, dann könnten ihre Sünden vergeben werden und sie wären gerettet. Doch da sie meinten, nichts nötig zu haben, deshalb gibt es für ihre Sünden keine Vergebung.

Der gute Hirte

10 1 Amen, amen, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern von anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber.

Joh 10,2 Wer durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe.

Joh 10,3 Dem öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme. Seine Schafe ruft er Name um Name und führt sie heraus.

Joh 10,4 Wenn er die Seinen alle hinausgebracht hat, geht er vor ihnen her und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.

Joh 10,5 Einem Fremden aber werden sie gewiss nicht folgen, sondern vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.“

Joh 10,6 Diese Rätselrede sprach Jesus zu ihnen. Sie aber erkannten nicht, was es war, dass er zu ihnen redete.

Joh 10,7 Da sprach Jesus wiederum: „Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

Joh 10,8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

Joh 10,9 Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden und eingehen und ausgehen und Weide finden.

Christus ist „die Tür“ d.h. das Gnadengeschenk Gottes und damit der Weg zum Vater, zum ewigen Leben. Somit geht es im Christentum nicht vorrangig um ein Glaubensbekenntnis und auch nicht um eine Kirche oder Gemeinde. Vielmehr geht es dabei um eine Person, nämlich um den Herrn Jesus Christus selbst, wobei Jesus erst nach der Ausführung des Erlösungsplanes Gottes und seiner Auferweckung die Tür zum Vater bzw. ewigem Leben wurde.

Joh 10,10 Der Dieb kommt nur, auf dass er stehle, schlachte und zugrunde richte. Ich bin gekommen, auf dass sie Leben haben und Überfluss haben.

Joh 10,11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte setzt sein Leben für die Schafe ein.

Joh 10,12 Der Lohnknecht, der ja kein Hirte ist und dem die Schafe nicht zu eigen sind, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht und der Wolf reißt und zerstreut sie.

Joh 10,13 Denn wer Lohnknecht ist, dem liegt nichts an den Schafen.

Joh 10,14 Ich bin der gute Hirte und ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

Die Aussage „Ich bin“ kann man nicht auf die Bezeichnung Gottes „Ich bin, der Ich bin“ übertragen, um aus Christus einen Gott wie seinen Vater zu machen. Alles, was Jesus ist, hat und tut, hat er von Gott, seinem Vater, durch seine Geistsalbung zur Ausführung des Erlösungsplanes übertragen bekommen, was gerade im Johannesevangelium Jesus immer wieder bestätigt.

Joh 10,15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne. Ja, mein Leben setze ich für die Schafe ein.

Dieselbe geistliche Einheit, Gemeinschaft, Nähe und Erkenntnis, die es zwischen dem Vater und dem Sohn gibt, besteht auch zwischen dem Hirten und seinen Schafen. Weiter haben wir hier wieder eine der vielen Aussagen, in der Jesus auf die Zeit vorausblickt, zu der er als Stellvertreter für Sünder am Kreuz sterben würde.

Joh 10,16 Auch andere Schafe habe ich, die nicht aus dieser Hürde sind. Auch die muss ich leiten und sie werden auf meine Stimme hören. Es wird eine Herde sein, ein Hirte.

Jesus wusste, dass die anderen Schafe, die noch nicht zu den Ställen Israels zählten, auf seine Stimme hören werden.

Joh 10,17 Deswegen liebt mich der Vater, weil ich mein Leben einsetze, auf dass ich es wieder erhalte.

Joh 10,18 Niemand nimmt es mir weg, sondern ich setze es von mir aus ein. Befugnis habe ich, es einzusetzen, und Befugnis habe ich, es wieder zu erhalten. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater erhalten.“

Jesus hat als der von Gott bevollmächtigte göttliche Sohn seinen Auftrag als das vorgesehene Lamm Gottes für die Menschheit auf sich genommen und war bereit, sein Leben hinzugegeben. Er hat aber die Freiheit gehabt, sich dafür zu entscheiden. Und weil sich Jesus für Gottes Willen entschieden hat, deshalb liebt Gott seinen geistlichen Sohn und deshalb konnte auch Jesus sagen: „Ich und der Vater sind eins, d.h. einig.“

Joh 10,19 Wiederum gab es eine Spaltung unter den [zuhörenden Menschen] Juden um dieser Worte willen.

Auch hier in dieser Aussage über die „Juden“ hat man das Gefühl, dass sich der Schreiber oder der Übersetzer außerhalb des Judentums befunden hat.

Joh 10,20 Viele von ihnen sagten: „Er ist besessen und von Sinnen. Was hört ihr auf ihn?“

Joh 10,21 Andere sagten: „Das sind nicht Worte eines Besessenen. Kann denn ein Dämon Blinden die Augen öffnen?“

Joh 10,22 Darauf kam Chanukka in Jerusalem, – es war Winter –

Joh 10,23 und Jesus ging im Heiligtum in der Säulenhalle Salomos umher.

Joh 10,24 Da umringten ihn die [anwesenden Leute] Juden und sagten ihm: „Wie lange hältst du uns hin? Wenn du der Gesalbte bist, sage es uns offen!“

War Jesus ein Nichtjude, weil er von den Juden umringt wurde?

Joh 10,25 Jesus antwortete ihnen: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Taten, die ich im Namen meines Vaters vollbringe – die legen Zeugnis für mich ab.

Wieder erinnerte Jesus die Menschen daran, dass er die Wunder im Auftrag und mit Vollmacht seines Vaters tat und dies als Beweis seiner Bevollmächtigung von Gott reicht.

Joh 10,26 Aber ihr glaubt nicht, weil ihr nicht von meinen Schafen seid.

Joh 10,27 Meine Schafe hören auf meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir.

Joh 10,28 Ich gebe ihnen ewiges Leben und sie gehen nie und nimmer verloren und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.

Durch Jesus stellvertretende Erlösungstat erhalten alle Gläubigen, die diese im Glauben annehmen, das ewige Leben bei Gott. Doch diese Verheißung gilt nur so lange, wie der Gläubige unter dieser Gnade Gottes lebt.

Joh 10,29 Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles und niemand kann es aus der Hand des Vaters rauben.

Jesus ist nicht der Vater, sondern derjenige, der seine Schafe anvertraut bekommen hat. Somit handelt Jesus im Sinne seines Vaters. Wäre Jesus Gott wie sein Vater, dann wäre dieser auch nicht stärker als er, denn nach der Trinität sind alle drei Personen gleichrangig und gleichstark. Aber Jesus ist nicht Gott, sondern der von Gott gesalbte göttliche Sohn, der Gottes Auftrag als der Erlöser der Welt ausführte und in der Ausführung des Erlösungsplanes sind sich Gott und der Sohn eins.

Joh 10,30 Ich und der Vater sind eins [einig]. (Luther)

Ich und der Vater wirken zusammen. (Eigene Auslegung)

Auch hier soll Jesus etwas gesagt haben, was wieder trinitarisch gedeutet wird. Jesus und sein Vater sind eine geistliche Einheit, aber sie sind nicht Einer, das heißt ein Gott. Diese Einheit liegt in der göttlichen Geistverbundenheit. Ein Vater bleibt ein Vater, und ein Sohn bleibt ein Sohn. Siehe dazu Joh. 17,11; 21-23, u. 26. Gerade der Johannesbrief zeigt doch mehrfach, dass alles, was Jesus gesprochen hat, die Wunder, die er getan hat, vom Vater gekommen bzw. durch Gott geschehen sind. Warum will man durch diese eine Aussage – „Ich und der Vater sind eins“ – entgegen aller anderen der gesamten Schrift, aus Christus einen Gott wie seinen Vater machen? Siehe Joh. 14,28: „… dass ich jetzt zum Vater gehe, denn er ist größer als ich.“ Nach Hebr. 2,17 ist Jesus unser Fürsprecher beim Vater, doch wenn beide ein und derselbe sind, dann kann es auch keinen Fürsprecher geben. Und warum erwähnt Jesus gerade in diesem Vers nicht die dritte Gottheit, den Heiligen Geist? Diese drei sind doch eine Einheit. Überhaupt ist es verwunderlich, dass Jesus den Geist Gottes als dritte Gottheit nirgends erwähnt.

Der Vorwurf der Gotteslästerung

Joh 10,31 Die [anwesenden Leute] Juden hoben wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.

Die Aussage Christi machte die Zuhörer wütend, denn es hörte sich so an, als ob Jesus sich dem alleinigen Gott des Alten Testamentes gleichmachen würde – wie es auch heute von der Trinität vertreten wird –, und dies wäre ja eine Gotteslästerung gewesen. Doch die Zuhörer regten sich schon über die Aussage auf, dass Jesus gesagt hat, dass er mit Gott zusammen wirkt, was im normalen Sinn für einen Menschen nicht möglich ist. Auch hier werden wieder „die Juden“ pauschal als Steinewerfer bzw. als Feinde Jesu, die ihn töten wollten, dargestellt.

Joh 10,32 Jesus antwortete ihnen: „Viele gute Taten habe ich euch vom Vater her sehen lassen. Um welcher von ihnen willen wollt ihr mich steinigen?“

(Hfa) … in Gottes Auftrag habe ich viele gute Taten vollbracht.

(Zink) Viele große Wohltaten habe ich euch erwiesen, fuhr Jesus fort, sie kamen von Gott.

Joh 10,33 Die [beteiligten Menschen] Juden antworteten ihm: „Für eine gute Tat wollen wir dich nicht steinigen, sondern für Lästerung, und zwar weil du, obwohl du ein Mensch bist, dich gottgleich machst.“

Jesus handelte immer im Auftrag Gottes, was zeigt, dass er selbst nicht der inkarnierte Gott-Sohn sein konnte. Jesus hat auch nirgendwo behauptet, Gott gleich zu sein. Aber er war der vorausgesagte Messias, der von Gott gesalbte, und als dieser stand er in geistlicher Verbindung mit Gott. Daher war er mit Gott geistlich eins, was aber nicht bedeutet, Gott gleich zu sein. In Versen wie z.B. Joh. 17,3 bezeugt doch Jesus, dass es nur einen Gott und einen Erlöser gibt! Weiter sagt er in Joh. 20,17, dass sein Vater auch sein Gott ist, was wiederum zeigt, dass Jesus und Gott zwei verschiedene Personen sind. Auch wenn Jesus sich als Menschensohn bezeichnet, so bedeutet dies, nicht Gott zu sein, sondern in einem besonders nahen göttlichen Verhältnis mit Gott zu stehen.

Joh 10,34 Jesus antwortete ihnen: „Steht nicht in eurer Thora geschrieben (Psalm 82,6): Ich habe gesagt: Götter seid ihr?

Joh 10,35 Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden –,

... die doch nur Empfänger des Wortes Gottes waren, als Götter bezeichnet werden ... (Werner)

Gott richtete schon immer sein Wort auf verschiedene Art zu den Menschen. Damit kommt „das Wort“ von Gott selbst und kann keine zweite Person gewesen sein, siehe Joh 1,1.

Die „Götter“, die in Psalm 82 beschrieben werden, waren wahrscheinlich Verwalter, die von Gott beauftragt wurden, für ihn zu handeln. Damit waren sie aber nicht wie Gott, sondern: „… allzumal Söhne des Höchsten.“ (Psalm 82,6.)

Um ein „Sohn Gottes“ zu sein, muss man eine Person sein, die nicht Gott ist.

Joh 10,36 Wie könnt ihr dann demjenigen, den Gott erwählt, geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: „Du lästerst Gott“, weil ich gesagt habe: Kind Gottes bin ich? (BigS).

… mich aber hat der Vater bevollmächtigt. (GN)

… dem der Vater an seinem Wesen teilgab. (Zink)

... den der Vater mit seinem eigenen, heiligen Wesen ausgestattet und ... gesandt hat (Werner).

Jesus sagt nie von sich, dass er ein Gott-Mensch sei. Er ist von Gott selbst erwählt, geheiligt, bevollmächtigt und an seinem Wesen teilhaftig geworden. Und dies bedeutet, dass er keine Präexistenz gehabt hat und kein Gott-Mensch gewesen sein kann. Jesus ist also nicht erst im Himmel von Gott geheiligt worden, um dann in die Welt gesandt zu werden. Richtig ist, dass Gott ihn als Mensch geheiligt, gesalbt und damit bevollmächtigt hat, bevor er ihn in die Welt, d.h. zu den Menschen sandte. Die Zweinaturenlehre von Jesus ist in der Bibel nicht zu finden und wurde circa 451 nach Christus eingeführt. Jesus bezeichnet sich als der Sohn Gottes, genauso wie sein Stammvater David als Sohn von Gott bezeichnet wurde. Und der Messias sollte ja aus dem Stamme Davids kommen.

Joh 10,37 Wenn ich nicht die Taten meines Vaters vollbringe, glaubt mir nicht!

(Werner) Wenn ich nicht die wunderbaren Taten meines Vaters ausgeführt hätte, …

Joh 10,38 Wenn ich sie aber tue – auch wenn ihr mir nicht glaubt –, dann glaubt den Taten, damit ihr erkennt und wisst, dass in mir [geistlich]der Vater ist und ich im Vater bin.“

Dies ist wieder so eine Aussage Christi, die man falsch verstehen kann. Jesus drückt hier die göttliche Geistesverbundenheit mit seinem Vater seit seiner Salbung zum Messias aus. Es war somit keine Gotteslästerung, wenn er sich als der Sohn Gottes ausgab, sondern eine Bestätigung, dass Gott ihn als seinen gesalbten Messias für seinen Auftrag auserwählte und heiligte (siehe Vers 36). Aber als eine Gotteslästerung kann man diesen Vers verstehen, wenn man ihn mit der griechischen und trinitarischen Brille sehen möchte.

Joh 10,39 Da wollten sie ihn wiederum festnehmen, aber er entkam aus ihrer Hand.

Joh 10,40 Und er ging wiederum weg über den Jordan hinüber an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort.

Joh 10,41 Viele kamen zu ihm und sagten: „Johannes hat zwar kein einziges Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen gesprochen hat, war verlässlich.“

Joh 10,42 Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Die Auferweckung des Lazarus

11 1 Es war einer krank: Lazarus aus Betanien, aus dem Dorf der Mirjam und ihrer Schwester Marta.

Joh 11,2 Mirjam war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.

Joh 11,3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen sagen: „Herr, sieh doch!, den du liebst, der ist krank.“

Joh 11,4 Als Jesus das hörte, sagte er: „Diese Krankheit führt letztlich nicht zum Tod, sondern durch sie soll die Macht Gottes sichtbar werden, und auch der Sohn (der Erwählte, BigS) Gottes wird dadurch geehrt.“

Jesus unterscheidet sich selbst von der Macht Gottes, die durch ein Wunder sichtbar werden soll.

Joh 11,5 Jesus hatte Marta, ihre Schwester und den Lazarus lieb.

Joh 11,6 Als er nun gehört hatte, dass er krank wäre, da blieb er dennoch zwei Tage an dem Ort, an dem er war.

Joh 11,7 Dann, später, sagte er seinen Schülern: „Lasst uns wieder nach Judäa gehen!“

Joh 11,8 Seine Schüler sagten ihm: „Rabbi, gerade suchten die [geistlichen Führer] Juden, die im Tempel waren, dich zu steinigen. Und du gehst wieder dorthin?“

Joh 11,9 Jesus antwortete: „Sind es nicht zwölf Stunden am Tag? Wer am Tag umhergeht, stößt nicht an; denn er sieht das Licht dieser Welt.

Joh 11,10 Wer jedoch in der Nacht umhergeht, stößt an; denn das Licht ist nicht bei ihm.“

Joh 11,11 Das sprach er und danach sagte er ihnen: „Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen. Aber ich gehe, um ihn aufzuwecken.“

Joh 11,12 Da sagten ihm seine Schüler: „Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er gesund werden.“

Joh 11,13 Jesus hatte jedoch von seinem Tod gesprochen; sie aber meinten, dass er vom gewöhnlichen Einschlafen spräche.

Jesus bezeichnete den Tod als Schlaf. An dieser Aussage Christi kann man den Widerspruch zu der Hades- Höllen Mythologie aus dem griechischen erkennen, siehe Lukas 16, 19-31.

Joh 11,14 Da nun sagte ihnen Jesus offen heraus: „Lazarus ist gestorben.

Joh 11,15 Und um euretwillen – damit ihr glaubt – freue ich mich, dass ich nicht dort war. Aber jetzt lasst uns zu ihm gehen!“

Joh 11,16 Da sprach Thomas, „Zwilling“ genannt, zu seinen Mitschülern: „Lasst uns auch gehen, damit wir mit ihm sterben!“

Joh 11,17 Nachdem Jesus nun angekommen war, traf er ihn so an, dass er sich schon vier Tage im Grab befand.

Joh 11,18 Betanien lag nahe bei Jerusalem, ungefähr fünfzehn Stadien entfernt.

Joh 11,19 Viele Juden [Menschen] waren zu Marta und Mirjam gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.

Joh 11,20 Als Marta nun hörte, dass Jesus käme, ging sie ihm entgegen. Mirjam aber blieb zu Hause sitzen.

Joh 11,21 Da sprach Marta zu Jesus: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.

Joh 11,22 Aber auch jetzt weiß ich: Was immer du Gott bittest, wird Gott dir geben.“

(Werner) … dass Gott dir alles geben wird, ganz egal, was du von ihm erbittest.

Marta wusste, dass Gott Jesu Gebete erhört. Wäre Marta je auf den Gedanken gekommen, dass Jesus selbst Gott ist? Diese Ansicht wird aber heute fast überall vertreten und dazu dient als Beweis die griechische Logos-Deutung von Joh. 1,1. Diese griechische „Logos-Lehre“ wurde wohl aus einem fanatischen Antisemitismus heraus gerne übernommen und zu dieser unbiblischen, von niemandem zu verstehenden Trinitätslehre ausgebaut.

Joh 11,23 Jesus sagte ihr: „Dein Bruder wird aufstehen.“

Joh 11,24 Marta sagte ihm: „Ich weiß, dass er aufstehen wird bei der Auferstehung am letzten Tag.“

Joh 11,25 Jesus sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Die auf mich vertrauen, werden leben, auch wenn sie sterben.

Dieser Vers sagt nicht, dass Jesus Gott ist, sondern zeigt uns, was Gott durch seinen Gesalbten alles für uns Gläubige werden wird. Diese Aussage Jesu war ja noch zukünftig, weil er seinen Auftrag als Messias noch nicht ausgeführt und Gott ihn noch nicht auferweckt und erhöht hatte. Dieses Wunder der Auferweckung des Lazarus ist durch die Erhörung Gottes an seinem Sohn geschehen, siehe Vers 41.

Joh 11,26 Und alle, die im Vertrauen auf mich leben, sterben ganz gewiss nicht auf immer. Vertraust du darauf?“

(Zink) Und wer lebt und an mich [an meine stellvertretend vollbrachte Erlösungstat] glaubt, der wird in Ewigkeit nicht sterben.

Dieses Vertrauen auf Jesus beruht auf seiner Erlösungstat und die damit verbundene Annahme bei Gott.

Joh 11,27 Sie sagte ihm: „Ja, Herr“, antwortete ihm Marta. „Ich glaube, dass du der Messias [der Gesalbte] bist, der (Erwählte BigS) Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben.“ (Hfa)

Dies ist schon eine sehr starke Aussage von Marta über Jesus, und Jesus als Sohn Gottes widerspricht ihr nicht. Wäre Jesus der Gott-Sohn gewesen, so hätte er die Aussage Martas korrigieren müssen. Der Name „Christus“ bedeutet „Gesalbter“, was wiederum von Gott bevollmächtigt bedeutet. Kann ein von Gott Gesalbter und zu seinem Dienst als Messias Bevollmächtigter Gott selbst sein?

Joh 11,28 Nachdem sie das gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Mirjam, indem sie heimlich zu ihr sprach: „Der Lehrer ist da und ruft dich.“

Joh 11,29 Die aber, als sie das gehört hatte, stand schnell auf und ging zu ihm.

Joh 11,30 Jesus war noch nicht ins Dorf gekommen, sondern noch an dem Ort, wo Marta ihm begegnet war.

Joh 11,31 Da nun die [Leute] Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass Mirjam schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr in der Meinung, sie ginge zum Grab, um dort zu weinen.

Joh 11,32 Nachdem Mirjam nun dorthin gekommen war, wo Jesus sich aufhielt, und ihn erblickte, fiel sie vor seinen Füßen nieder und sagte ihm: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.“

Joh 11,33 Als Jesus nun sie und die mit ihr gekommenen Juden weinen sah, ergrimmte er innerlich und erregte sich

Joh 11,34 und sprach: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie sagten ihm: „Herr, komm und sieh!“

Joh 11,35 Jesus kamen die Tränen.

Joh 11,36 Da sagten die mitgekommenen [Trauernde] Juden: „Seht doch, wie lieb er ihn hatte!“

Joh 11,37 Einige von ihnen aber sprachen: „Hätte der da, der dem Blinden die Augen geöffnet hatte, es nicht bewirken können, dass auch dieser nicht gestorben wäre?“

Joh 11,38 Da kam Jesus, wiederum innerlich ergrimmend, zum Grab. Es war eine Höhle und auf ihr lag ein Stein.

Joh 11,39 Jesus sagte: „Hebt den Stein weg!“ Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte ihm: „Herr, er riecht schon; er ist ja den vierten Tag tot.“

Joh 11,40 Jesus sagte ihr: „Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du vertraust, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“

Joh 11,41 Da hoben sie den Stein weg. Jesus hob seine Augen auf, nach oben, und sprach: „Vater, ich danke Dir, dass Du auf mich [mein Gebet] gehört hast.

(Werner) Vater, ich sage dir Dank, weil du meine Bitte erhört hast.

Hier sehen wir, dass auch dieses Wunder Jesu ein Werk seines Vaters war, weil Gott sein Gebet erhört hat. Daher sprach der Herr auch von der Herrlichkeit Gottes, die Marta sehen sollte.

Joh 11,42 Ich wusste ja, dass Du immer auf mich hörst. Aber um der Leute willen, die hier herumstehen, habe ich gesprochen, damit sie glauben, dass Du mich gesandt hast.“

Joh 11,43 Und nachdem er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“

Joh 11,44 Der Totgewesene kam heraus, gebunden mit Tüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umwickelt. Jesus sagte ihnen: „Bindet ihn los und lasst ihn gehen!“

Joh 11,45 Viele nun von den [Menschen] Juden, die zu Mirjam gekommen waren und gesehen hatten, was er getan, kamen zum Glauben an ihn.

Joh 11,46 Einige von ihnen jedoch gingen weg zu den führenden Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.

Der Entschluss zur Tötung Jesu

Joh 11,47 Da beriefen die Oberpriester und diese Pharisäer eine Sitzung des Synhedriums ein und sagten: „Was tun wir, da dieser Mensch viele Zeichen tut?

Joh 11,48 Wenn wir ihn so gewähren lassen, werden alle an ihn glauben und die Römer werden kommen und uns sowohl den Ort als auch das Volk wegnehmen.“

Joh 11,49 Einer von ihnen, Kajafas, der in jenem Jahr Hohepriester war, sprach zu ihnen: „Ihr wisst gar nichts,

Joh 11,50 bedenkt auch nicht, dass es euch zuträglicher ist, wenn einer für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“

Joh 11,51 Das aber sprach er nicht von sich aus, sondern weil er Hohepriester in jenem Jahr war, redete er prophetisch, dass Jesus für das Volk sterben sollte –

Joh 11,52 und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes zusammenbrächte.

Joh 11,53 Von jenem Tag an waren sie nun entschlossen, ihn zu töten.

Joh 11,54 Da zog Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden im Bereich von Jerusalem umher, sondern ging von dort weg in die Gegend nahe der Wüste zu einer Stadt namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Schülern.

Joh 11,55 Das jüdische Pessach war nahe und viele zogen vor Pessach vom Land hinauf nach Jerusalem, um sich zu reinigen.

… das Passafest der Juden. (Luther)

Es waren nur noch wenige Tage bis zum Passahfest. (NL)

Joh 11,56 Da suchte man Jesus und sagte zueinander, als man im Heiligtum zusammen stand: „Was meint ihr? Er kommt bestimmt nicht zum Fest.“

Joh 11,57 Die Oberpriester und die führenden Pharisäer hatten Anweisungen gegeben, dass, wer erführe, wo er sei, es anzeige, damit sie ihn festnähmen.

Jesus wird in Betanien geehrt

12 1 Jesus kam nun sechs Tage vor Pessach nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus von den Toten aufgeweckt hatte.

Joh 12,2 Da bereitete man ihm dort ein Mahl. Marta wartete auf, und Lazarus war einer von denen, die mit ihm zu Tische lagen.

Joh 12,3 Da nahm Mirjam eine Litra von unverfälschtem, kostbarem Nardensalböl, salbte Jesus die Füße und trocknete mit ihren Haaren seine Füße ab. Das Haus wurde erfüllt von dem Duft des Salböls.

Joh 12,4 Judas Iskariot aber, einer von seinen Schülern, der ihn ausliefern würde, sagte:

Joh 12,5 „Warum ist dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und der Erlös den Armen gegeben worden?“

Joh 12,6 Das aber sagte er nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern weil er ein Dieb war und als Kassenhalter das Eingeworfene beiseite schaffte.

Joh 12,7 Da sprach Jesus: „Lass es ihr zu, dass sie es für den Tag meines Begräbnisses bewahrt hat.

Joh 12,8 Die Armen habt ihr ja jederzeit bei euch, mich aber habt ihr nicht jederzeit.“

Joh 12,9 Da erfuhren viele Leute unter den Juden im Bereich Jerusalems, dass er dort sei, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten aufgeweckt hatte.

Joh 12,10 Die Oberpriester aber waren entschlossen, auch Lazarus zu töten,

Joh 12,11 weil um seinetwillen viele Juden weggingen und an Jesus glaubten.

Wegen der Totenauferweckung von Lazarus glaubten viele Leute an Jesus und deshalb sollte Lazarus getötet werden.

Der Einzug in Jerusalem

Joh 12,12 Als am nächsten Tag die vielen Leute, die zum Fest gekommen waren, hörten, dass Jesus nach Jerusalem komme,

Joh 12,13 nahmen sie Palmzweige, gingen hinaus ihm entgegen und riefen: „Hosanna! Gesegnet, der da kommt im Namen des Ewigen!“ (Psalm 118,25–26) Und: „Der König Israels!“

Die Menschen aus Jerusalem unterschieden zwischen Gott und dem, der im Auftrag Gottes kommt. Warum kannten sie eine der wichtigsten Lehren der Christenheit nicht, nämlich die Trinitätslehre?

Joh 12,14 Als aber Jesus ein Eselchen fand, setzte er sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):

Joh 12,15 Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Sieh doch! Dein König kommt, sitzt auf einem Eselsfüllen.

Joh 12,16 Das verstanden seine Schüler zunächst nicht. Aber als Jesus verherrlicht worden war, da erinnerten sie sich, dass das über ihn geschrieben war und man das für ihn getan hatte.

Joh 12,17 Die vielen Leute, die bei ihm gewesen waren, als er Lazarus aus dem Grab rief und ihn von den Toten aufweckte, hatten also Zeugnis für ihn abgelegt.

Joh 12,18 Deswegen waren ihm auch die Leute entgegen gegangen, weil sie gehört hatten, dass er dieses Zeichen getan hätte.

Joh 12,19 Da sprachen die führenden Pharisäer zueinander: „Merkt ihr, dass ihr nichts ausrichtet? Seht doch! Alle Welt ist ihm nachgelaufen.“

Die Ankündigung der Verherrlichung

Joh 12,20 Unter denen, die hinaufgestiegen waren, um am Fest anzubeten, waren einige Griechen.

Joh 12,21 Die kamen nun zu Philippus, dem aus Betsaida in Galiläa, und baten ihn: „Herr, wir möchten Jesus sehen.“

Joh 12,22 Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas ging zusammen mit Philippus zu Jesus und sie sagten es ihm.

Joh 12,23 Jesus aber antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde.

Jesus als Menschensohn soll gerühmt und geehrt werden, das heißt, von Gott für seine Verdienste erhöht werden. Diese Erhöhung Christi zeigt wieder, dass er nicht ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen sein konnte, weil dieser in der Stellung als zweiter Gott nicht weiter erhöht werden konnte.

Joh 12,24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es für sich; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Joh 12,25 Die ihr Leben lieben, verlieren es; aber die ihr Leben in dieser Welt hassen, werden es für das ewige Leben bewahren.

Joh 12,26 Wer mir dienen will, soll mir nachfolgen und wo ich bin, dort wird auch sein, wer mir dient. Diejenigen, die mir dienen, wird mein Vater ehren.

Joh 12,27 Jetzt bin ich tief bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? (Psalm 6,4–5) Aber deswegen bin ich in diese Stunde gekommen [den Auftrag Gottes übernommen], um diese Stunde zu durchleiden.

Wenn Jesus Gott gewesen wäre, dann hätte er keine Angst gehabt und auch nicht sterben können. Die Lehre, dass der Gesalbte Gott und Mensch gleichzeitig gewesen sein soll, ist nicht aus dem Wort Gottes entstanden und dient nur als Verlegenheitslösung für die Präexistenz und die Trinitätslehre. Aber dadurch wird der Tod Christi zu einem Schauspiel gemacht, nach dem Motto: sein göttlicher Teil konnte nicht sterben – aber sein menschlicher schon?

Joh 12,28 Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da erging eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wiederum verherrlichen.“

Statt darum zu bitten, dass ihm das Kreuz erspart bliebe, bat Jesus, dass der Name seines Vaters verherrlicht werden möge. Durch Jesu irdischen Dienst wurde der Name Gottes verherrlicht. Doch noch größere Herrlichkeit würde Gott durch die Ausführung des Erlösungsplanes seines Sohnes Jesus Christus erhalten.

Joh 12,29 Da meinten die Leute, die dastanden und es gehört hatten, es habe gedonnert. Andere sagten: „Ein Engel hat mit ihm geredet.“

Joh 12,30 Jesus antwortete und sprach: „Nicht um meinetwillen geschah diese Stimme, sondern um euretwillen.

Joh 12,31 Jetzt ist das Gericht über diese Welt, jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. RÜ. Von G. Schwarz: … „Beherrscher dieser Welt.“

Joh 12,32 Und wenn ich erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“

Warum wurde Jesus von Gott erhöht? Wenn er selbst Gott gewesen sein soll, dann wäre dies ja gar nicht mehr möglich gewesen. Jesus wurde von Gott erhöht, weil er den Auftrag Gottes, den Erlösungsplan, ausgeführt hat. Damit hat er den Vorhang im Tempel, der die Trennung zwischen Gott und den Menschen symbolisierte, beseitigt. Jetzt hat jeder die Möglichkeit, durch sein für uns erworbenes Gnadengeschenk Zugang zu Gott und ewiges Leben zu erhalten.

Joh 12,33 Das aber sagte, er um anzuzeigen, durch welchen Tod er sterben sollte.

Joh 12,34 Da antworteten ihm die Leute: „Wir haben aus der Tora gehört, dass der Gesalbte für immer bleibt. Wieso sagst du dann, dass der Menschensohn erhöht werden muss? Wer ist dieser Menschensohn?“

Diese Aussage zeigt, wie wenig die Versammelten über den kommenden Messias und die Einordnung der Prophetien Bescheid wussten. Die Opferungen im Tempel waren zwar noch vorhanden, sind aber anscheinend zu einer reinen Formsache geworden. Die Menschen kannten keinen kommenden Sündenheiland und erwarteten den Messias als einen Befreier aus der Knechtschaft Roms.

Joh 12,35 Da sprach Jesus zu ihnen: „Noch kurze Zeit ist das Licht unter euch. Geht umher, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis nicht über euch hereinbreche. Die in der Finsternis umhergehen, wissen nicht, wo sie hingehen.

Joh 12,36 Solange ihr das Licht habt, vertraut auf das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.“ Das redete Jesus, ging weg und verbarg sich vor ihnen.

Geistlich gesehen leben alle Gläubige im Licht und unter der Führung Gottes. Wer Jesus und die Botschaft von Gott ablehnt, lebt in der Finsternis, weil er keinen Lebenssinn und keine Zukunft hat. Weiter hat er dann keine göttliche Führung und muss die Folgen seiner alten Lebensweise sich selbst zuschreiben lassen.

Der Unglaube des Volkes

Joh 12,37 Obwohl er doch so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn,

Joh 12,38 sodass das Wort des Propheten Jesaja ausgeführt würde, das er sprach (Jesaja 53,1): Ewiger, wer hat unserer Botschaft geglaubt? Und der Arm des Ewigen – wem ist er enthüllt worden?

Gott hat durch sein Wort (Joh. 1,1) diese mächtigen Taten durch Jesus Christus vollbracht.

Joh12,39 Deswegen konnten sie nicht glauben, da wiederum Jesaja sprach (Jesaja 6,10):

Joh12,40 Blind gemacht hat er ihre Augen und ihr Herz verhärtet, sodass sie nicht mit den Augen sehen und dem Herzen verstehen und sich bekehren – aber ich werde sie heilen.

Nicht Gott hat den Menschen ihre Augen blind gemacht und ihr Herz verschlossen, sondern sie sich selbst und deshalb kann Gott ihnen nicht helfen.

Joh12,41 Das sprach Jesaja, weil er seine [Gottes] Herrlichkeit sah und über ihn redete.

Jesaja hat Gott den HERRN auf seinem Thron gesehen und nicht Jesus (Jes. 6,1), wie es auch hier wieder gern trinitarisch dargestellt wird, um Jesu Präexistenz und Gottheit Christi nachweisen zu wollen. Doch prophetisch hätte auch Jesaja die Herrlichkeit Jesu, die er von Gott nach der Erfüllung seiner Erlösungstat erhalten sollte, bereits vorhersehen können.

Joh 12,42 Gleichwohl waren doch auch viele von den Ratsherren zum Glauben an ihn gekommen, aber wegen der Pharisäer bekannten sie das nicht, damit sie nicht von der synagogalen Gemeinschaft ferngehalten würden.

Joh 12,43 Sie liebten nämlich die Ehre der Menschen mehr als die Ehre Gottes.

Joh 12,44 Jesus rief laut und sprach: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich geschickt hat,

Wer an den Botschafter Gottes und an seine Botschaft von der Erlösung glaubt, der glaubt natürlich auch an Gott.

Joh 12,45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Diese Aussage bedeutet eine Geistverbundenheit, aber keine „Gotteinheit“, wie es die Trinität lehrt und hier in diesem Text wieder so dargestellt wird. Siehe Joh. 5,26 : „Denn in Gott ist das Leben, und nach Gottes Willen hat auch der Sohn dieses Leben in sich.“

Diese Geistverbundenheit erhielt Jesus, als er von seinem Vater zum göttlichen Sohn adoptiert bzw. gesalbt wurde. Siehe Apg. 10,38: „… denn Gott selbst hatte ihm seine Macht durch seine Geistkraft (BigS) gegeben. Gott stand ihm bei.“

Und an Christus zu glauben bedeutet, nicht ihn als Gott anzusehen, sondern seine Erlösungstat im Glauben anzunehmen, um damit vor dem alleinigen Gott, der ihn als Bevollmächtigter gesandt hat, gerechtfertigt zu werden. Jesus sagt hier also nicht, dass er Gott sei, sondern dass er Gott und sein Erlösungswerk bekannt macht.

Joh 12,46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, [zu den Menschen gesendet worden] sodass alle, die an mich [an die Gnadenbotschaft Gottes] glauben, nicht in der Finsternis bleiben.

Jesus hat als das geistliche Licht, als Botschafter im Auftrag Gottes in dieser Welt gewirkt, aber er ist nicht vom Himmel in diese Welt gekommen, wie es trinitarisch ausgelegt wird. Und wer diese Gnadenbotschaft Gottes im Glauben annimmt, der ist ein Kind Gottes und bekommt ein neues Herz und Sinn und darf unter der Geistleitung Gottes im Licht leben. Somit sind dann auch die Gläubigen das Licht von Gott.

Joh 12,47 Diejenigen, die meine Worte [die ich von Gott habe] hören, aber nicht halten, richte ich nicht. Denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.

Wenn jemand die Botschaft von Gott hört (das Wort von Gott, Joh. 1,1), die Jesus verkündet hat, und danach handelt, der wird nicht verurteilt.

Siehe Joh. 7,16: Jesus beantwortete ihre Frage: „Was ich euch sage, sind nicht meine eigenen Gedanken. Es sind die Worte Gottes, der mich gesandt hat.“

Joh 12,48 Diejenigen, die mich verwerfen und meine Worte [die ich von Gott habe] nicht annehmen, haben ihren Richter. Das Wort, das ich geredet habe, wird sie richten am letzten Tag.

Wer den Gesalbten Gottes als den Messias ablehnt und die Erlösungsbotschaft Gottes (von Joh. 1,1) nicht annimmt, den wird auch Gott ablehnen.

Joh 12,49 Denn ich habe nicht von mir aus geredet, sondern der Vater, der mich geschickt hat, hat mir als Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.

(Zink) Denn nicht meine eigenen Gedanken habe ich in Worte gefasst. Was ich tun und reden solle, das trug mir der Vater auf, der mich gesandt hat.

Wenn Jesus nicht eigenmächtig geredet hat, dann hat er das „Wort von Gott“ gesprochen und dann ist das „Wort“ (Joh. 1,1) auch nicht Jesus, sondern Gott selbst. Jeremia 1,12: „Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, es auszuführen.“

Joh 12,50 Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich also rede, rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“

(Werner) Denn das, was ich sage, entspricht genau der Botschaft, die mein Vater mir anvertraut hat.

Auch in diesem Vers erkennen wir, dass Gott Jesus aufgetragen hat, sein „Wort“ (Joh. 1,1) weiter zu sagen. Kann Christus bei diesen Aussagen noch der inkarnierte Gott-Mensch, der griechische „Logos“, gewesen sein?

Die Fußwaschung

13 1 Es war vor dem Pessachfest, als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Weil er die Seinen, die in der Welt sind, liebte, liebte er sie vollends bis zuletzt.

Jesus kannte seine Zeit, um zu seinem Vater zu gehen. Kennen auch wir unseren alleinigen Gott und Vater im Himmel?

Joh 13,2 Während ein Mahl stattfand, nachdem es der Teufel dem Judas, Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben hatte, dass er ihn ausliefere,

Joh 13,3 und da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er [nach dem Erlösungsplan als Messias] von Gott gekommen war und zu Gott [als erhöhte Menschensohn] ginge,

Jesus kannte das Werk, den Erlösungsplan Gottes, das ihm als dem Gesalbten Gottes übergeben worden war. Er wusste, dass dieser Erlösungsplan von Gott ausgegangen war, und weiter wusste er, dass Gott ihn für die Ausführung seines Planes mit Ehre belohnen würde. Somit ist Jesus nur im Plan Gottes schon immer bei Gott gewesen, aber nach der Ausführung seines Auftrages als der erhöhte Menschensohn (nicht als Gott) von Gott aufgenommen worden. Nur bei Johannes wird der Satz „von Gott gekommen“, oder „vom Himmel gekommen“, so auffallend trinitarisch übersetzt. Die anderen drei Evangelien kennen solche Worte Jesu nicht.

Joh 13,4 stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab, nahm ein Leinentuch und umgürtete sich damit.

Joh 13,5 Danach goss er Wasser in das Waschbecken und begann, seinen Schülern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er sich umgürtet hatte.

Joh 13,6 Da kam er zu Simon Petrus. Der sagte ihm: „Herr, du willst mir die Füße waschen?!“

Joh 13,7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Was ich tue, verstehst du jetzt nicht. Aber nach all dem wirst du es erkennen.“

Joh 13,8 Petrus sagte ihm: „Nie und nimmer sollst du mir die Füße waschen!“ Jesus antwortete ihm: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Platz bei mir.“

Joh 13,9 Simon Petrus sagte ihm: „Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!“

Joh 13,10 Jesus sagte ihm: „Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, sich zu waschen, sondern ist ganz rein. Und ihr seid rein – aber nicht alle.“

Das Bad symbolisiert die Reinigung bzw. die Sündenvergebung bei Gott, die man bei seiner Bekehrung erfährt. Das Waschen der Füße ist ein Symbol dafür, dass ein Begnadeter ständig in der Geistverbindung Gottes, im Ausleben seiner geschenkt bekommenen Gnade, leben will, um diese nicht wieder zu verlieren.

Joh 13,11 Denn er kannte den, der ihn ausliefern würde. Deshalb sprach er: „Nicht alle seid ihr rein.“

Joh 13,12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen, seine Kleider genommen und sich wieder zu Tisch gelegt hatte, sprach er zu ihnen: „Erkennt ihr, was ich euch getan habe?

Joh 13,13 Ihr nennt mich Lehrer und Herr und sagt es zu Recht; denn ich bin es.

Johannes gibt auch diese Worte Jesu in einer Vergangenheitsform so wieder, als wenn diese sich schon erfüllt hätten. Doch Jesus wurde erst nach der Ausführung des Erlösungsplanes und seiner Auferweckung von Gott zum „Herrn“ gemacht.

Joh 13,14 Wenn nun ich euch die Füße gewaschen habe, der Herr und der Lehrer, seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen.

Jesus wollte ihnen mit diesem Beispiel sagen, dass sie Gnade bei Gott gefunden haben und als Erlöste sollten auch sie diese Gnade anderen gegenüber in der Liebe Gottes praktizieren.

Joh 13,15 Ein Beispiel nämlich habe ich euch gegeben, damit, wie ich euch getan habe, auch ihr tut.

Joh 13,16 Amen, amen, ich sage euch: Kein Knecht ist größer als sein Herr und kein Gesandter ist größer als der, der ihn geschickt hat.

Christus unterstand als Botschafter dem, der ihn zu seinem Auftrag gesalbt und gesandt hat, nämlich dem alleinigen Gott. Dies besagt aber auch, dass der Vater größer ist als er (Joh. 14,28). Damit sollten wir daran erinnert werden, dass Stolz oder persönliche Feindseligkeit uns davon abhalten, anderen so zu dienen, wie es der Herr vorgelebt hat, weil wir nicht größer sind als er.

Joh 13,17 Wenn ihr das wisst: Glücklich seid ihr, wenn ihr es tut!

Diese von der Geistkraft Gottes kommende Liebe und Demut wird erst dann wertvoll und segensreich, wenn man sie auslebt.

Joh 13,18 Nicht über euch alle spreche ich. Ich weiß, was für welche ich erwählt habe. Es soll jedoch die Schrift ausgeführt werden (Psalm 41,10): Der mein Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben.

Joh 13,19 Schon jetzt sage ich es euch, bevor es geschehen ist, damit ihr glaubt, wenn es geschieht, dass ich es bin. [Ich bin der, den Gott gesandt hat.]

Jesus ist der, den Gott zur Erfüllung seines Erlösungsplanes gesendet hat. Gesendet bedeutet aber nicht, präexistent gewesen zu sein, sondern zugerüstet worden zu sein, um Gottes Auftrag auszuführen.

Joh 13,20 Amen, amen ich sage euch, wer aufnimmt, wen ich schicken werde, nimmt mich auf und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich geschickt hat.

Jesus und der Verräter

Joh 13,21 Als Jesus das gesagt hatte, wurde er im Innersten aufgewühlt und er bezeugte und sprach: „Amen, amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.“

Joh 13,22 Seine Schüler sahen einander an – ratlos, über wen er rede.

Joh 13,23 Einer von seinen Schülern lag am Busen Jesu; den liebte Jesus.

Joh 13,24 Da nickte Simon Petrus diesem zu, um sich zu erkundigen, wer es sei, von dem er spreche.

Joh 13,25 Da lehnte der sich, wie er war, an die Brust Jesu zurück und sagte ihm: „Herr, wer ist’s?“

Joh 13,26 Jesus antwortete: „Der ist’s, dem ich den Brocken eintauchen und geben werde.“ Da tauchte er den Brocken ein, nahm ihn und gab ihn dem Judas, Sohn des Simon Iskariot.

Joh 13,27 Und nach dem Brocken ging dann der Satan in ihn ein. Da sagte ihm Jesus: „Was du tun willst, tu alsbald!“

Joh 13,28 Das aber verstand keiner von denen, die zu Tisch lagen, wozu er das zu ihm sprach.

Joh 13,29 Da ja Judas die Kasse führte, meinten nämlich einige, dass Jesus ihm sage: „Kaufe, was wir für das Fest nötig haben!“ Oder dass er den Armen etwas gebe.

Joh 13,30 Als der nun den Brocken genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.

Die Verherrlichung und das neue Gebot

Joh 13,31 Nachdem er nun hinausgegangen war, sagte Jesus: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht worden und Gott ist durch ihn verherrlicht worden.

Jetzt ist der Glanz des erwählten Menschen aufgestrahlt ... (BigS)

(Werner) Jetzt wird der Menschensohn ganz von Gottes Herrlichkeit erfasst werden.

Der Herr schaute auf das Erlösungswerk, das er nun bald vollenden würde, wo er als der Menschensohn von Gott verherrlicht wird. Er war der Erlöser der Welt, den Gott als seinen Sohn einsetzte, auf das alle Menschen durch diese Erlösungstat wieder mit Gott versöhnt werden können. Dieses Gnadengeschenk Gottes in Jesus Christus ist das Größte, was die Menschen erfahren können.

Joh 13,32 Wenn der Menschensohn erst Gottes Herrlichkeit gezeigt hat, dann wird auch Gott die Herrlichkeit des (erwählten Menschen, BigS) Menschensohnes sichtbar machen. Und das geschieht bald!

Jesus hat die Liebe und Gnade Gottes zu uns Menschen am Kreuz von Golgatha sichtbar gemacht und somit hat er Gott, der allen Menschen seit der Erfüllung des Erlösungsplanes seine Gnade anbietet, verherrlicht. Aber auch Gott verherrlichte Jesus für seine Erlösungstat, als er ihn von den Toten auferweckte und ihn mit dem Platz zu seiner Rechten im Himmel belohnte.

Joh 13,33 Meine Kinder, noch eine kurze Zeit bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den an Sukkot im Tempel versammelten Juden sagte, sage ich es jetzt auch euch: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen.

Hier könnte man sich fragen, ob die Bezeichnung „Juden“ nicht auch auf die Jünger Jesu zutrifft?

Enthält das Johannesevangelium eine Botschaft der Abgrenzung?

Joh 13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander liebt.

Joh 13,35 Daran sollen alle erkennen, dass ihr meine Schüler seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Diese Liebe von Gott war nicht neu. Aber diese Liebe auch ausleben zu können war neu. Im Neuen Bund lebt der Gläubige als Versöhnter unter der Gnade Gottes und unter der Führung seiner Geistkraft. Dadurch erhält er ein neues Herz und einen neuen Geist, die von der Liebe Gottes erfüllt werden, und so wird er dazu befähigt, eine Liebe üben zu können, die er vorher von sich aus nicht hatte.

Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus

Joh 13,36 Simon Petrus sagte ihm: „Herr, wohin gehst du?“ Jesus antwortete ihm: „Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst aber später folgen.“

Joh 13,37 Petrus sagte ihm: „Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich einsetzen.“

Joh 13,38 Jesus antwortete: „Dein Leben willst du für mich einsetzen? Amen, amen, ich sage dir: Es kräht kein Hahn, bis du mich dreimal verleugnet hast.

Hier wurde nicht nur Petrus daran erinnert, dass wir aus eigener Kraft nicht imstande sind, dem Herrn auch nur wenige Stunden zu folgen.

Jesus der Weg zum Vater

14 1 Lasst euch nicht erschrecken! Vertraut auf Gott und vertraut auf mich!

Wenn Jesus Gott gewesen wäre, dann hätte er sich nicht von Gott so klar unterschieden. Dann hätte er z.B. „vertraut uns“ gesagt, aber Christus hat sich nie als Gott bezeichnet. Die heutige Botschaft an die Christen lautet: Vertraut nicht nur Jesus, sondern auch Gott. Das jüdische Volk hat lernen müssen, wer Jesus ist, aber die Christenheit muss lernen, wer Gott ist. Jesus und Gott sind hier zwei konkrete Personen, doch wo ist die Person des Heiligen Geistes?

Joh 14,2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Hätte ich euch andernfalls gesagt: Ich gehe, euch einen Platz zu bereiten?

Jesus hat einen Vater im Himmel, der auch der Vater der Gläubigen ist. Wenn Jesus präexistent oder selbst Gott gewesen wäre, dann hätte er nicht von dem Haus seines Vaters gesprochen. Jesus wurde erst bei seiner Salbung zum geistlichen Sohn Gottes und damit Gott sein geistlicher Vater.

Joh 14,3 Und wenn ich gegangen bin und euch einen Platz bereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, sodass, wo ich bin, auch ihr seid.

Joh 14,4 Und wohin ich gehe, kennt ihr den Weg.“

Joh 14,5 Thomas sagte ihm: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir den Weg kennen?“

Joh 14,6 Jesus sagte ihm: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Auch diese „Ich bin“-Worte haben sich erst erfüllt, als Jesus den Erlösungsplan Gottes ausgeführt hatte und Gott ihn auferweckte und erhöhte. Wenn Jesus der Weg zu Gott ist, dann kann er selbst als Weg kein Gott sein. Jesus Ziel ist es, dass die Menschen zu GOTT kommen, dafür hat er doch stellvertretend für uns auch sein Leben gegeben. Wenn man aber bei ihm stehen bleibt, weil man ihn als Gott ansieht, dann kann man nicht zum Vater kommen. Siehe Hebr. 7,25: „Und weil Jesus Christus ewig lebt und für uns bei Gott eintritt, wird er auch alle endgültig retten, die durch ihn zu Gott kommen.“

Joh 14,7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihr ihn gesehen.“

Joh 14,8 Philippus sagte ihm: „Herr, zeige uns den Vater! Und es genügt uns.“

Joh 14,9 Jesus sagte ihm: „So lange Zeit bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen [die göttliche Wesensebenbildlichkeit]. Wieso sagst du: Zeige uns den Vater!? [Siehe dazu Vers 10 u. 11.]

Jesus ist bei seiner Taufe mit der Geistkraft Gottes zum göttlichen, sündlosen Sohn gesalbt worden und somit wurde er mit Gott wesensgleich. Damit will Jesus sagen, dass in ihm, in seinem Reden und Handeln, das Wesen Gottes sichtbar wird.

Joh 14,10 Glaubst du nicht, dass ich beim Vater bin und der Vater bei mir ist? Die Worte, die ich euch sage, rede ich nicht von mir selbst aus. Der Vater, der bei mir bleibt, vollbringt seine Taten.

(Werner) Alle Worte, die ich zu euch sage, spreche ich nicht aus mir selbst heraus.

Gott der Vater ist allwissend und allmächtig und Jesus hat seit seiner Salbung zum göttlichen Sohn Teil an seinem Wissen und seiner Macht. Jesu Worte und Handeln kommen vom Vater und somit ist das gesprochene „Wort“ (Joh. 1,1) nicht Christus, sondern der Vater selbst. Damit sind sie zwei verschiedene Personen. Wenn z.B. Christus in uns lebt, das heißt, wenn wir durch seine Führung sein Wesen ausleben, dann werden wir doch auch nicht zu Christus. Dazu Joh. 17,21: „Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.“

Joh 14,11 Glaubt mir, dass ich beim Vater bin und der Vater bei mir ist [Geistgemeinschaft]. Andernfalls glaubt um eben der Taten willen!

Diese Geistverbundenheit mit seinem Vater erhielt Jesus bei seiner Salbung zum göttlichen Messias.

Joh 14,12 Amen, amen, ich sage euch: Die auf mich vertrauen, die werden auch die Taten vollbringen, die ich vollbringe; und größere als diese werden sie vollbringen, weil ich zum Vater gehe.

Als der Herr in den Himmel aufgenommen wurde, da ist er von Gott verherrlicht worden und er hat die Geistkraft Gottes auf die Erde gesandt, um Wunder zu wirken. Und eines dieser größeren Wunder ist die Bekehrung der Menschen.

Joh 14,13 Worum ihr in meinem Namen [den Vater] bitten werdet, das wird [er] tun, damit durch den Sohn (Ewählten BigS) die Herrlichkeit des Vaters sichtbar wird.

Jesu Dienst diente zur Verherrlichung des Vaters. Und auch unser Gebet zu Gott soll im Namen Jesu zur Verherrlichung des Vaters dienen. Wird aber der Vater verherrlicht, wenn zu jemand anderem und nicht zu ihm gebetet wird?

Joh 14,14 Was ihr also in meinem Namen erbitten werdet, das wird [der Vater] tun.“ [Siehe, Joh. 15,7; 15,16; 16, 23 - 26]

Die Gebete richten sich nicht an Jesus, sondern durch Jesu Namen direkt an Gott.

Jesus verspricht die heilige Geistkraft

Joh 14,15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr so leben, wie ich es euch gesagt habe.

Joh 14,16 Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen als Beistand geben, auf dass er für immer bei euch sei,

Wenn Jesus den Vater etwas bittet, dann so wie ein Untergebener seinen Vorgesetzten. Da die Geistkraft Gottes keine Person, sondern die Kraft von Gott ist, so musste Jesus Gott um die Führung an seiner Stelle bitten.

Joh 14,17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht aufnehmen kann, weil sie ihn weder sieht noch kennt. Ihr kennt ihn, weil er bei euch bleibt und unter euch sein wird.

Joh 14,18 Ich will euch nicht verwaist zurücklassen; ich komme zu euch.

Joh 14,19 Noch eine kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, weil ich lebe; und ihr sollt auch leben.

Joh 14,20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich bei meinem Vater bin und ihr bei mir seid und ich unter euch bin.

Diese Wesenseinheit, die Christus mit seinem Vater hatte, sollen auch die Gläubigen mit Christus haben.

Joh 14,21 Diejenigen, die meine Gebote (Weisungen, GN) haben und sie halten, sind es, die mich lieben. Und die mich lieben, werden von meinem Vater geliebt werden und ich werde sie lieben und mich ihnen zeigen.“

Diese göttliche Liebe hat uns Jesus vorgelebt und bekannt gegeben. Diese Liebe von Gott soll auch uns eine Herzensangelegenheit sein, auf das Gott und Jesus Christus uns als ihre Kinder erkennen können.

Joh 14,22 Judas, nicht der Iskariot, sagte ihm: „Herr, wie kommt es, dass du dich uns zeigen willst und nicht der Welt?“

Joh 14,23 Ihm antwortete Jesus: »Wer mich liebt, richtet sich nach dem, was ich ihm gesagt habe. Auch mein Vater wird ihn lieben, und wir beide werden zu ihm kommen und immer bei ihm bleiben.

Wer diese Liebe von Gott hat, der wird auch von Gott und dem Herrn Jesus geliebt, und durch die Geistkraft Gottes werden beide bei ihm sein.

Joh 14,24 Diejenigen, die mich nicht lieben, halten meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht meins, sondern das des Vaters, der mich geschickt hat.

(Werner) Doch die Botschaft, die ihr hört, stammt nicht von mir, sondern von dem Vater, der mich ausgesendet hat.

Das „Wort“, das Jesus spricht, kommt vom Vater. Somit kann Jesus nicht das Wort von Joh. 1,1 sein.

Joh 14,25 Das habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weilte.

Joh 14,26 Der Trost, nämlich die heilige Geistkraft (BigS) die euch der Vater an meiner Stelle als Helfer senden wird, wird euch an all das erinnern, was ich euch gesagt habe, und euch meine Worte erklären.

Der Vater ist auch noch nach der Verherrlichung Christi der Ursprung aller Dinge. Er sendet seinen geistigen Beistand den Gläubigen anstelle von Jesus.

Der Friede Christi

Joh 14,27 Frieden lasse ich euch zurück. Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Lasst euch nicht erschrecken und verzagt nicht!

Christus kann uns diesen Frieden geben, weil er ihn auf Golgatha mit seinem Blut erkauft hat. Diesen Frieden, diese Versöhnung und Geborgenheit in Gott, hat Jesus für uns erworben. In der Welt ist diese Gnade und Liebe nicht zu finden.

Joh 14,28 Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe weg und komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, weil der Vater größer ist als ich.

Im ganzen Johannesevangelium wird Christus mit unzweifelhafter Gewissheit als der vom Vater abhängige Sohn offenbart. „Der Vater ist größer als ich.“ Es gibt keinen Vers, der den Sohn als den inkarnierten Gott-Mensch zeigen würde. Dieser Unterschied zwischen dem Vater und dem Sohn passt sehr schlecht zu der traditionellen Sicht der Trinitätslehre. Christus ist kein griechischer Logos-Gott. Und nirgendwo in der Bibel wird Jesus gleichzeitig als wahrer Gott und als wahrer Mensch bezeichnet. Weiter auffallend ist, dass die trinitarische dritte Gottheit bei genauer Überprüfung bei Jesus als Person oder als Gott nicht vorkommt.

Joh 14,29 Und jetzt habe ich es euch gesagt, bevor es geschehen ist, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.

Joh 14,30 Nicht mehr viel werde ich mit euch reden. Denn es kommt der Herrscher der Welt. An mir aber hat er nichts.

Joh 14,31 Das geschieht vielmehr, damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe. Und wie es mir der Vater geboten hat, so handle ich. [Deswegen werde ich das ausführen, was Gott mir aufgetragen hat.] Steht auf, lasst uns von hier weggehen!

Jesus unterstellt sich auch hier wieder dem Vater, indem er ausführt, was Gott ihm aufgetragen hat. Und dies alles tat er, weil er seinen Vater und uns liebt. Christus als der gesalbte Messias hätte ohne weiteres seinen Auftrag von Gott wieder niederlegen können. Aber hätte ein inkarnierter Gott-Mensch sich Gott verweigern können?

Der wahre Weinstock

15 1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.

Gott der Vater ist der Pfleger und Chef des Weinbergs und Jesus ist sein ausführendes Organ, d.h. der Weinstock. Kann der Weinstock, genau wie der Weingärtner, die gleiche Stellung als Gott haben? Jesus hat niemals den Anspruch erhoben, Gott der Sohn zu sein.

Joh 15,2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt ER [Gott] weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt ER, [Gott] damit sie mehr Frucht bringe.

Joh 15,3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

Die Botschaft, die Jesus verkündet hat, war das Wort von Gott (siehe Joh. 1,1).

Joh 15,4 Bleibt bei mir und ich bleibe bei euch. Wie die Rebe von sich aus keine Frucht bringen kann – sie kann es nur, wenn sie am Weinstock bleibt –, so auch ihr nur, wenn ihr bei mir bleibt.

Joh 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Diejenigen, die bei mir bleiben – und ich bei ihnen –, die bringen viel Frucht. Getrennt von mir könnt ihr nämlich nichts vollbringen.

Joh 15,6 Wer nicht bei mir bleibt, wird hinausgeworfen – wie die Rebe, die dann verdorrt. Man sammelt die verdorrten Reben und wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.

Joh 15,7 Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch meine Worte zu Herzen nehmt, dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt; ihr werdet es erhalten. (Hfa)

Wer die gesprochenen Worte Jesu (die von Gott kommen) zu Herzen nimmt, der ist ein begnadetes Kind Gottes und darf Gemeinschaft mit dem Vater haben.

Joh 15,8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Schüler werdet.

Jesus weist auf die Herrlichkeit seines Vaters hin, die sichtbar wird, wenn die Gläubigen viel Frucht bringen. So wie Jesus immer darauf aus war, Gott zu verherrlichen, so sollen auch die Gläubigen in ihrem Leben Gott verherrlichen. Auch hier können wir wieder erkennen, dass Jesus eindeutig Monotheist war und die Trinität nicht gekannt hat.

Das Gebot der Liebe

Joh 15,9 Wie mich der Vater geliebt hat, habe ich auch euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!

Joh 15,10 Wenn ihr meine Gebote (Weisungen) (Zink) haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben – wie ich die Gebote (Weisungen) meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

Wenn sich Jesus nach den Weisungen seines Vaters richtet, dann ist er doch nicht mit Gott gleichrangig und dann ist er auch kein Gott wie sein Vater. Hat sich Jesus irgendwo mit Gott gleichrangig gezeigt oder den Anspruch erhoben, Gott zu sein? Nach dem Willen des Vaters zu leben bedeutet, seine von ihm kommende Liebe auszuleben, um ihm dadurch Ehre zu erweisen.

Joh 15,11 Das habe ich euch gesagt, damit meine Freude unter euch sei und ihr von Freude voll erfüllt werdet.

Joh 15,12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.

Joh 15,13 Größere Liebe als diese hat niemand, als das Leben für seine Freunde einzusetzen.

Aus lauter Liebe zu Gott und zu den Menschen gab Jesus sein Leben nicht nur für seine Freunde, sondern auch für seine Feinde.

Joh 15,14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

Joh 15,15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt; denn ich habe euch alles kundgetan, was ich vom Vater gehört habe.

(Werner) Denn ich habe euch alles wissen lassen, was ich von meinem Vater erfahren habe.

(Zink) … denn alles, was ich hörte von meinem Vater, habe ich euch kundgetan.

Jesus hat, was er vom Vater gehört hat, verkündet, erklärt und bekannt gemacht. Damit kommt das „Wort“, das Jesus verkündet hat, von Gott, (Joh. 1,1) „und somit war Gott selbst das Wort“. Bei solchen Aussagen Jesu ist es unbegreiflich wie Theologen sagen können, dass Gott selbst in der Gestalt Jesu auf Erden gekommen sei.

Joh 15,16 Nicht ihr habt mich für euch erwählt, sondern ich habe mir euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und eure Frucht beständig sei, so dass der Vater euch gibt, was immer ihr ihn in meinem Namen bittet.

Wer Jesus im Glauben an seine für uns vollbrachte Erlösung annimmt und unter der Geistleitung Gottes lebt, der hat Gemeinschaft mit Gott. Aber auch die Gebete zu Gott dem Vater im Namen Jesu sind an Bedingungen geknüpft, auf dass sie beantwortet werden.

Joh 15,17 Das gebiete ich euch, dass ihr einander liebt.

Der Hass der Welt

Joh 15,18 Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.

Joh 15,19 Wenn ihr von der Welt wärt, liebte die Welt das ihr Eigene. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich mir euch aus der Welt erwählt habe, hasst euch deshalb die Welt.

Die Welt hat den Herrn gehasst. Und alle, die zu ihm gehören und in ihrem Wesen und ihren Anschauungen göttlich ausgerichtet sind, hasst sie ebenso.

Joh 15,20 Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Kein Knecht ist größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Wenn sie mein Wort [das ich von Gott habe] gehalten haben, werden sie auch eures halten.

Joh 15,21 Aber das alles werden sie euch gegenüber tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.

Die Welt kennt Gott und sein Ziel mit uns Menschen durch seinen Sohn Jesus nicht. Sie erkennt nur das Wesen Gottes in seinen Kindern, das ihnen wie ein Vorwurf sein kann, und dies können sie nicht ertragen, weil sie Kinder der Welt bleiben wollen.

Joh 15,22 Wäre ich nicht gekommen und hätte nicht zu ihnen geredet, hätten sie keine Sünde. Jetzt aber haben sie hinsichtlich ihrer Sünde keine Entschuldigung.

Joh 15,23 Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater, der mich erwählt (BigS) hat.

Gegen alles, was von Gott kommt, sind die Menschen feindlich eingestellt. Dies ist die Natur des natürlichen Menschen.

Joh 15,24 Hätte ich unter ihnen nicht die Taten vollbracht, die kein anderer vollbracht hat, hätten sie keine Sünde. Jetzt aber haben sie gesehen und doch gehasst: mich sowohl als auch meinen Vater.

Joh 15,25 Aber das ist geschehen, dass das Wort [von Gott Joh. 1,1] ausgeführt werde, das in ihrer Thora geschrieben steht (Psalm 35,19; 69,5): Ohne Grund haben sie mich gehasst.

Joh 15,26 Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater schicken werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht – der wird über mich Zeugnis ablegen.

(Werner) … der Geist der Wahrheit, der aus dem Vater selbst hervorgeht.

(Zink) … der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht.

(BigS) … die Geistkraft der Wahrheit, die von Gott ausgeht.

Die Geistkraft Gottes wird vom Vater kommen und Zeugnis über Jesus und seine Ausführung des Erlösungsplanes Gottes abgeben.

Joh 15,27 Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

16 1 Das habe ich euch gesagt, damit ihr nicht Anstoß nehmt.

Joh 16,2 Man wird euch von der synagogalen Gemeinschaft fernhalten wollen. Ja, es kommt die Zeit, dass jeder, der euch tötet, meint, Gott damit einen Dienst zu leisten.

Joh16,3 Zu all dem werden Menschen fähig sein, weil sie meinen Vater (der mich erwählt hat, BigS) und mich nicht kennen.“

Es ist wichtig, dass wir Jesus den Gesalbten, aber auch Gott seinen geistlichen Vater kennen.

Joh 16,4 Aber das habe ich euch gesagt, damit ihr euch, wenn ihre Stunde kommt, daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.

Das habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich ja bei euch war.

Das Werk der heiligen Gotteskraft

Joh 16,5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: ‚Wo gehst du hin?‘

Joh 16,7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es nützt euch, dass ich weggehe. Wenn ich nämlich nicht wegginge, würde der Beistand [von Gott, die Geistkraft Gottes, [BigS] nicht zu euch kommen. Wenn ich aber gegangen bin, werde ich ihn [diese] zu euch schicken.

Joh 16,8 Und ist die Geistkraft Gottes (BigS) erst gekommen, wird sie die Welt überführen in Bezug auf Sünde, Gerechtigkeit und Gericht:

Zur Zeit Jesu hat niemand die dritte Person der Gottheit gekannt und daher hat Jesus diese trinitarische Gottheit auch nicht als Gott oder getrennt von Gott erwähnt. Umso überraschender ist es, dass hier in diesen Versen die dritte Person der Gottheit von Jesus angedeutet sein soll, wo er noch im Vers 15,26 von dem Geist des Vaters spricht, von dem Geist der vom Vater ausgeht oder der aus dem Vater selbst hervorgeht.

Joh 16,9 in Bezug auf Sünde, insofern als man nicht an mich glaubt;

Joh16,10 in Bezug auf Gerechtigkeit, insofern als ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;

Joh16,11 in Bezug auf Gericht, insofern als der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Der Beherrscher dieser Welt. (RÜ. von G. Schwarz)

Joh 16,12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.

Joh16,13 Wenn aber die Geistkraft (BigS) der Wahrheit [vom Vater] kommt, hilft sie euch dabei, die Wahrheit vollständig zu erfassen. Denn sie redet nicht im eigenen Auftrag, sondern wird nur das sagen, was sie gehört hat. Auch was euch in Zukunft erwartet, wird sie euch verkünden.

Die Geistkraft Gottes ist keine selbständige Person, sondern die Kraft Gottes, weil sie nicht im eigenen Auftrag und selbständig redet, denn sie geht vom Vater, aber auch von Jesus aus (Joh. 15,26).

Joh 16,14 Sie wird meinen göttlichen Glanz aufstrahlen lassen, denn von dem, was mein ist, wird sie empfangen und euch verkünden. (BigS)

Joh 16,15 Was der Vater hat, gehört auch mir. Deshalb kann ich mit Recht sagen: Alles, was er euch [durch seine Geistkraft] zeigt, kommt [auch] von mir.«

Es ist schon auffallend, dass Jesus hier entgegen seiner eingenen Aussagen immer mehr vergöttlicht bzw. zu Gott gemacht wird. Siehe Joh. 12,28: Vater, lass deinen Namen gerühmt und geehrt werden! Joh. 12,49: Denn ich habe nicht eigenmächtig zu euch geredet. Der Vater hat mich gesandt und mir gesagt, was ich reden und verkünden soll.

Joh 14,26: Der Trost,-nämlich die heilige Geistkraft (BigS) die euch der Vater an meiner Stelle als Helfer senden wird, wird euch an all das erinnern, was ich euch gesagt habe, und euch meine Worte erklären.

Joh 14,28: … dass ich jetzt zum Vater gehe; denn er ist größer als ich.

Trauer und Hoffnung bei Jesu Abschied

Joh 16,16 Eine kurze Zeit und ihr seht mich nicht mehr und wieder eine kurze Zeit und ihr werdet mich sehen.“

Joh 16,17 Da sprachen welche von seinen Schülern zueinander: „Was ist das, was er uns sagt: ‚Eine kurze Zeit und ihr seht mich nicht und wieder eine kurze Zeit und ihr werdet mich sehen?‘ Und: ‚Ich gehe zum Vater?‘“

Jesus bezeichnet den alleinigen Gott als seinen Vater, weil er durch seine Salbung als geistlicher Sohn von Gott adoptiert wurde. Zu Gott dem Vater zu gehen, war sein Ziel. Diese Sichtweise von Vater und Sohn ist auch heute noch für manche Gläubige schwer verständlich, weil sie die Präexistenz Christi (siehe Joh. 1,1) und die Jungfrauengeburt im Sinn haben. Die Jünger wussten, dass niemand der leibliche Sohn Gottes sein kann und die trinitarisch eingestellten Christen glauben zu wissen, dass Jesus der leibliche Sohn Gottes war. Doch warum hat Johannes ein so entscheidend wichtiges Ereignis wie Christi Zeugung und seine Jungfrauengeburt nicht einmal erwähnt? Selbst Jesu hat uns von seiner Präexistenz und Jungfrauengeburt nichts mitgeteilt.

Joh 16,18 Sie sagten also: „Was ist das, was er sagt, das: ‚eine kurze Zeit?‘ Wir wissen nicht, was er redet“.

Joh 16,19 Jesus wusste, dass sie ihn fragen wollten, und sagte ihnen: „Darüber grübelt ihr miteinander, dass ich gesagt habe: ‚Eine kurze Zeit und ihr seht mich nicht und wieder eine kurze Zeit und ihr werdet mich sehen?‘

Joh 16,20 Amen, amen, ich sage euch: Weinen und klagen werdet ihr, die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer soll zur Freude werden.

Joh 16,21 Wenn eine Frau gebiert, ist sie bekümmert, weil ihre Zeit gekommen ist. Wenn sie aber das Kind geboren hat, erinnert sie sich nicht mehr der Bedrängnis aus Freude darüber, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.

Joh 16,22 So seid auch ihr jetzt bekümmert. Ich werde euch aber wiedersehen und ihr werdet euch von Herzen freuen (Jesaja 66,14) und niemand nimmt euch eure Freude weg.

Joh 16,23 An jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was immer ihr den Vater in meinem Namen bittet, wird er euch geben.

Den Vater im Namen Jesu zu bitten, ist die Gebetsempfehlung Christi, weil die Gläubigen erst durch seine Versöhnungstat Kinder Gottes geworden sind. Aber warum wird dann direkt zu Jesus, zu seiner Mutter Maria und zu den vielen Heiligen gebetet? Wo bleibt dabei die Ehre des alleinigen Gottes, des Vaters unseren Herrn Jesus?

Joh 16,24 Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen von Gott erbeten. Bittet, und er wird’s euch geben, damit ihr voll von Freude erfüllt seid.

Jesus sagt den Jüngern, wie sie in seinem Namen zu Gott beten sollen. Warum aber beten heute fast alle Gläubigen nur zu Christus, wo er doch nur der Weg zu Gott ist und wo er doch selbst noch einen Gott hat? (Joh. 20,17; Off. 3,12) Die Bibel kennt keine Trinität, keine Präexistenz Christi und auch keine zwei Naturen Christi.

Joh 16,25 Das habe ich zu euch in Rätseln geredet. Es kommt die Zeit, da ich nicht mehr in Rätseln zu euch reden, sondern euch offen über den Vater verkünden werde.

Christus verherrlichte immer seinen, aber auch unseren Gott und Vater. Und wen verherrlichen heute die Christen?

Joh 16,26 Von diesem Tag an werdet ihr euch auf mich berufen, wenn ihr zu ihm betet. Und dann muss ich den Vater nicht mehr bitten, euer Gebet zu erhören. (Hfa)

Heute ruft man im Gebet Jesus und noch viele andere an, aber kaum noch in Jesu Namen den alleinigen Gott, weil Jesus selbst nach der Trinität als Gott angesehen und angebetet wird. Aber damit bringt man dem Gott unseres Herrn Jesus keine Ehre entgegen und handelt gegen den Willen Christi. Bei genauer Nachprüfung sind im Wort Gottes nach der Himmelfahrt Christi keine Gebete bekannt, die an Jesus gerichtet wurden.

Joh 16,27 Er selbst nämlich, der Vater, liebt euch, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.

Die Jünger kannten noch keine Trinität und auch keine Präexistenz von Christus. Sie glaubten aber, dass Jesus nach dem Erlösungsplan als der vorhergesagte Messias, im Auftrag Gottes, ausgegangen ist.

Joh 16,28 Ich bin [nach dem Erlösungsplan] vom Vater ausgegangen und [bin als das Ziel und Vorsehung Gottes] in die Welt gekommen [zu den Menschen gesendet worden]. Ich verlasse die Welt und gehe [nach der Ausführung seines Erlösungsplanes als der Erhöhte Menschensohn] (Luther) zum Vater.“

Nach dem Erlösungsplan Gottes ist Jesus als die Erfüllung des Vorherbestimmten, als der erhöhte Menschensohn vom Vater aufgenommen worden. Es gibt in der Schrift keine Präexistenz Christi. Und es wird auch nirgends gesagt, dass der Sohn nach seinem Auftrag wieder als Gott oder Gott-Sohn zum Vater zurückging oder seinen Thron der Herrlichkeit wieder einnahm. Wäre Jesus auch Gott gewesen, so hätte er den Thron Gottes schon immer innegehabt und sich nicht würdig erweisen müssen (Offb. 5,1; Heb. 2,9), um den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite einnehmen zu dürfen. Die Aussage „ich war beim Vater“, „in die Welt gekommen“, „vom Himmel gekommen“, oder „von Gott gekommen“, kennen die drei anderen Evangeliumsschreiber nicht. Diese Aussagen sind – wie auch die griechische Logos-Deutung – nur im Johannesevangelium zu finden.

Joh 16,29 Seine Schüler sagten: „Sieh doch! Jetzt redest du offen und sprichst keine Rätselrede.

Diese Art von Rätselreden, die Jesus so gesprochen haben soll, finden wir nur im Johannesevangelium.

Joh16,30 Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig hast, dass jemand dich frage. Daher glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.“

Christus ist nur nach dem Plan und Willen Gottes von Gott ausgegangen, er war nicht präexistent, sondern auserwählt und bevollmächtigt als der Gesalbte Gottes. Alles, was Jesus gesagt und getan hat, ist von Gott gekommen, weil er von Gott zum Messias gesalbt bzw. als Sohn adoptiert wurde. So hat Gott durch ihn gewirkt.

Joh 16,31 Jesus antwortete ihnen: „Schon jetzt glaubt ihr?

Joh 16,32 Passt auf! Es kommt die Zeit und ist gekommen, dass ihr euch zerstreut, ein jeder für sich nach Hause, und mich allein lasst. Und doch bin ich nicht allein, weil der Vater bei mir ist.

Joh 16,33 Das habe ich euch gesagt, auf dass ihr durch mich Frieden habt. In der Welt werdet ihr bedrängt. Aber habt Mut! Ich habe die Welt besiegt.“

Das hohepriesterliche Gebet

171 Das hatte Jesus geredet. Und nachdem er seine Augen zum Himmel erhoben hatte, sagte er: „Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche Deinen Sohn, auf das der Sohn Dich verherrliche –

(BigS) „Du, Gott, hast mich erwählt und die Zeit ist gekommen. Lass den göttlichen Glanz deines Erwählten erstrahlen, damit dein Erwählter dich erstrahlen lässt.

Bei dieser Verherrlichung geht es um die Erfüllung des Erlösungsplanes, wo Jesus für seine Tat von seinem Vater von den Toten auferweckt, in seiner Herrlichkeit aufgenommen und mit dem Ehrenplatz an seiner rechten Seite belohnt wird. Diese Ehre und Dank gehört auch Gott, weil er durch die Verdienste Christi allen Menschen seine Gnade anbietet. In diesem Gebet bekennt sich Jesus eindeutig dazu, der von Gott Gesandte zu sein, der in keiner Weise als Gott mit Gott seinem Vater identisch ist. Was hätte dieses Gespräch für einen Sinn, wenn man annimmt, Gott und Jesus seien je ein Gott? Fast jeder Vers zeigt doch das Gegenteil.

Joh 17,2 wie Du ihm ja Macht über alles Fleisch gegeben hast, damit er allen, die Du ihm gabst, ewiges Leben gebe.

(Zink) Du hast mir Vollmacht gegeben, allen denen ewiges Leben zu verleihen, die du mir gegeben hast.

Gott hat seinem Sohn die Macht gegeben, durch sein stellvertretendes Opfer Menschen mit sich selbst zu versöhnen. Diese Macht hat Jesus erst nach seiner Verherrlichung erhalten und hätte sie nicht bedurft, wenn er ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen wäre, denn dann hätte er sie schon immer gehabt.

Joh 17,3 Das aber ist das ewige Leben, dass sie Dich erkennen, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast: Jesus, den Gesalbten.

(Luther) Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jesus beschreibt hier Gott als „den einen und alleinigen wahren Gott“ und unterscheidet sich gleichzeitig selbst von ihm, was leider die trinitarisch eingestellten Christen nicht tun. Wenn jetzt in Joh. 1,1 Jesus auch als Gott interpretiert wird, dann wäre diese Aussage Christi ein Widerspruch. Im Neuen Testament gibt es über 1300 Hinweise auf GOTT, bei denen die Schreiber eindeutig nicht von Jesus sprechen. Sie lehren uns damit, dass Jesus der gesalbte, göttliche Sohn Gottes und nicht der GOTT des Neuen Testamentes ist. Wurde die Trinität zur Abgrenzung zum Judentum eingeführt? Auch die Lehre von den zwei Naturen Christi ist nicht aus der Bibel entnommen. Für das Wort „gesandt“ können auch die Wörter gezeugt, erweckt, eingesetzt, gesalbt und geistlich geboren verwendet werden. Mit diesem Vers hatte der Kirchenvater Augustinus auch seine Schwierigkeiten und so baute er den Text wie folgt um: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich (Gott-Vater) und Jesus Christus (Jesus selbst), den du gesandt hast, als den allein wahren Gott anerkennen.“

Gott und Jesus Christus soll also der allein wahre Gott sein? Die Frage, die sich immer wieder stellt, ist: Sind die Textveränderungen, um die Trinität zu platzieren, auch von Gott inspiriert? Wenn Jesus ganz offensichtlich kein Trinitarier war, warum sollen es dann seine Nachfolger sein?

Joh 17,4 Ich habe Dich auf der Erde verherrlicht durch die Vollendung des Werkes, das Du mir gabst, damit ich es tue.

(Zink) Ich habe dich den Menschen gezeigt und habe den Auftrag erfüllt, den du mir gabst.

Jesus erfüllte den vor der Grundlegung der Welt vorgesehenen Auftrag Gottes. Das griechische Denkmodell der Inkarnation ist im Johannesbrief hineininterpretiert worden, aber Jesus ist kein inkarnierter Gott der griechischen Sagen und Philosophie, sondern der Gesalbte Gottes, der nach Gottes Plan als Mensch seinen Auftrag ausführte. Jesus spricht in diesem Gebet von seinem Auftrag, als sei er schon erfüllt, obgleich der Erlösungsplan, als er dieses Gebet gesprochen hat, noch nicht ausgeführt war.

Joh 17,5 Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich [nach deinem Plan] bei dir hatte, ehe die Welt war. (Luther)

Auch jetzt betet Jesus um die vorhergesagte Herrlichkeit, die er als Belohnung für sein Werk, das für ihn aufbewahrt wurde, bevor die Welt erschaffen wurde, erhalten möchte. Aber auch hier wird es so dargestellt, als wenn es bereits in der Vergangenheit geschehen wäre. Siehe als Beispiel Off. 13,8: „… (Jesus) vor der Grundlegung der Welt an geschlachtet wurde.“ In diesem Sinn sind die Worte, die in Johannes so geschrieben wurden, in Gottes Absicht bereits als ausgeführt beschrieben. Doch auch die Gläubigen waren schon vor Grundlegung der Welt im Plan Gottes und auch sie sollten belohnt werden ( siehe Matt. 25,34). Der Erlösungsplan, der Erlöser Jesus Christus, die Kinder Gottes, sowie die Neue Welt Gottes waren schon vor der Erschaffung der Welt von Gott eingeplant, aber nicht präexistent. Wenn Jesus präexistent gewesen wäre, dann hätte er die Herrlichkeit Gottes wie selbstverständlich wieder erlangt. Doch Jesus wurde als der Menschensohn, als Hohepriester und als Lamm zur Rechten des Thrones Gottes erhöht und belohnt. Phil. 2,9: „Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht.“ Wir sehen, dass so manche Texte nur im Gesamtbild der Bibel einzuordnen sind. Von einer tatsächlichen vorherigen Herrlichkeit Jesu im Himmel gibt es keine Bibelstelle.

Joh 17,6 Ich habe Deinen Namen den Menschen bekannt gemacht, die Du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie und mir hast Du sie gegeben und Dein Wort haben sie gehalten.

Siehe Joh.1,1: „Gott selbst war das Wort.“

Joh 17,7 Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was Du mir gabst, von Dir ist.

(Werner) Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

Alles, was Christus ist, kommt von Gott. Jesus hat nie irgendwie auch nur angedeutet, dass er Gott sei und auch keiner seiner Jünger wäre bei ihrem monotheistischen Glauben je auf so einen Gedanken gekommen. Das Wort, das die Gläubigen gehört haben, kommt auch von Gott und damit ist das „Wort“ (Joh. 1,1) Gott selber. Jesaja 55,11: „So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt und ausführen, wozu ich es gesandt habe.“

Joh 17,8 Denn die Worte, die Du mir gabst, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von Dir ausgegangen bin, und geglaubt, dass Du mich gesandt hast.

(Zink) Denn die Worte, die du mir gabst, gab ich ihnen weiter.

Das „Wort“ (Joh. 1,1), das Gott zu Jesus gesagt hat, hat er weitergegeben und somit kann Jesus nicht Gott, das „Wort“, sein. Das „Wort“ – der Erlösungsplan, das Ziel, das Gott geplant hatte – ist in Jesus Christus Wirklichkeit geworden und damit ist er geistlich von Gott gekommen. 1. Tim. 3,16: „Groß und einzigartig ist das Geheimnis unseres Glaubens: In die Welt kam Christus als ein Mensch, (nicht als ein inkarnierter Gott-Mensch) und die Geistkraft Gottes (BigS) bestätigte seine Würde (dies hätte Gott nicht getan, wenn Jesus auch Gott gewesen wäre). Er wurde gesehen von den Engeln und gepredigt den Völkern der Erde. In aller Welt glaubt man an ihn und er wurde aufgenommen in Gottes Herrlichkeit.“

Jesus der Gesalbte, wurde als der Heiland der Welt für die Ausführung seines Auftrages von Gott geehrt, indem er ihn in seiner Herrlichkeit aufnahm.

Joh 17,9 Für sie bitte ich. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die Du mir gabst, weil sie Dein sind

Joh17,10 und das Meine alles Dein ist und das Deine mein und ich durch sie verherrlicht bin.

Auch hier betet Jesus in der bereits erfüllten Form, obgleich seine Herrlichkeit noch zukünftig ist.

Joh 17,11 Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt; und ich komme zu Dir. Heiliger Vater, bewahre sie durch Deinen Namen, den Du mir gabst, damit sie einig zusammenwirken wie wir.

Jesus bezeichnet den alleinigen Gott als seinen Heiligen Vater und bittet ihn, dass er die Gläubigen in der Gemeinschaft erhalten solle, wie er und Gott geistlich eins sind.

Joh 17,12 Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie durch Deinen Namen, den Du mir gabst, und ich habe sie behütet und niemand von ihnen ging verloren – nur der eine Verlorene, auf dass die Schrift ausgeführt würde.

Streng genommen war Judas noch nicht umgekommen und doch war er bereits verloren, als die Erfüllung der Schrift, als göttliche Bestimmung bzw. Vorkenntnis. So können wir manche Aussagen Christi im Johannesevangelium, deren Erfüllung in der Zukunft liegt, ansehen, als seien sie schon erfüllt.

Joh 17,13 Jetzt bin ich auf den Weg zu dir (GN). Aber dies alles wollte ich noch sagen, solange ich bei ihnen bin, damit meine Freude auch sie ganz erfüllt.

Jesus war prophetisch in der Vorsehung Gottes schon immer bei Gott, aber erst nach der Erfüllung seines Auftrages wurde dies Wirklichkeit.

Joh 17,14 Ich gab ihnen Dein Wort und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht aus der Welt sind, wie ich nicht aus der Welt bin.

Die Botschaft, die Jesus weitergegeben hat, ist das „Wort“ von Gott und damit war Gott selbst das Wort (Joh. 1,1). Das „Wort“, das auf Jesus als griechischen Logos hindeutet, hat also nichts mit dem biblischen Jesus gemeinsam und wird auch nicht so erwähnt, sondern nur hineininterpretiert. Leider hat die Kirche, die wenig Unterschied zwischen Philosophie und Theologie gemacht hat, diese Lehre übernommen und damit die Trinitätslehre aufgebaut.

Joh 17,15 Ich bitte nicht, dass Du sie aus der Welt wegnehmen, sondern dass Du sie vor dem Bösen bewahren mögest.

Joh 17,16 Nicht aus der Welt sind sie, wie ich nicht aus der Welt bin.

Joh 17,17 Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Wenn Jesus zu seinem Vater betet und dabei sagt: „Dein Wort ist die Wahrheit“, dann meint Jesus mit dem „Wort“ doch nicht sich selbst, wie es in der Einführung von Joh. 1,1 nach der Trinität gedeutet wird, sondern Gott selber, der seinen Erlösungsplan als Ziel mit uns Menschen ausführen wollte.

Joh 17,18 Wie Du mich in die Welt gesandt hast, [zu den Menschen gesandt hast] habe auch ich sie in die Welt gesandt.

Jesus ist als der von Gott gesalbte Mensch mit einem Auftrag zu den Menschen gesandt worden. Und so will Jesus die Gläubigen mit dem Geist Gottes ausgerüstet zu den Menschen senden. Auch hier spricht Jesus über die Sendung der Jünger so, als habe diese sich bereits erfüllt – als eine Gewissheit, die zukünftig sein wird.

Joh 17,19 Und für sie heilige ich mich, auf dass auch sie in Wahrheit Geheiligte seien.

Joh 17,20 Nicht für diese allein bitte ich jedoch, sondern auch für diejenigen, die durch ihr Wort an mich glauben,

Joh17,21 auf dass sie alle einig zusammenwirken – wie Du, Vater, bei mir bist und ich bei Dir bin, auf dass auch sie bei uns seien, damit die Welt glaube, dass Du mich gesandt hast.

„Eins sein“ meint nicht „gleich“, sondern einmütig sein. So wie der Vater mit dem Sohn eins ist, so sollen die Gläubigen in Gott und seinem Gesalbten fest miteinander verbunden sein. Gott ist „Einer“, doch mit Jesus und seinen Nachfolgern eins.

Joh 17,22 Und die Herrlichkeit, die Du mir gabst, gab ich ihnen, auf dass sie einig zusammenwirken – einig wie wir. (Zink) Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir verliehen hast.

Christus hat seine göttliche Herrlichkeit von Gott vorausschauend anvertraut bekommen und nach seiner Himmelfahrt erhalten. Auch die Gläubigen werden erst die Herrlichkeit bei der Auferstehung erhalten, wie es Gott vorgeplant hat. Auch hier schreibt Johannes in einer Form, als wenn alles bereits geschehen wäre, aber doch noch zukünftig ist.

Joh 17,23 Ich bei ihnen und Du bei mir, auf dass ihre Einigkeit vollendet sei und die Welt erkenne, dass Du mich gesandt und sie, die Du mir gabst, geliebt hast, wie Du mich geliebt hast.

(Werner) Und das du ihnen deine Liebe gegeben hast, so wie du mir deine Liebe geschenkt hast.

Jesus meint hier die geistliche Einheit bzw. die Einigkeit. Die Einheit, um die unser Herr betete, ist die Einheit mit Gott in Christus und die Gläubigen in Christus. Warum erwähnte Jesus hier nicht die dritte Person der trinitarischen Gottheit, den Heiligen Geist? Hat Jesus den Heiligen Geist als Gott überhaupt gekannt?

Joh 17,24 Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir bleiben. Sie sollen an meiner Herrlichkeit teilhaben. Du hast mir die Herrlichkeit [in deinen Plänen und Ratschlüsse bereits] gegeben; denn du hast mich [in deiner Vorsehung und Allwissenheit] geliebt, längst bevor die Welt geschaffen wurde.

Diese Aussage bezieht sich auch auf die Gläubigen, siehe Matt. 25,34; Eph. 1,3-5 und hat nichts mit einer Präexistenz zu tun. Jesus besaß diese Herrlichkeit vor Grundlegung der Welt in dem Sinn, dass diese für ihn vorgesehen und aufbewahrt wurde. Auch hier beschreibt Johannes das Zukünftige in Vergangenheitsform, als wenn sich das Vorhergesehene bereits erfüllt hätte.

Joh 17,25 Gerechter Vater, die Welt hat Dich nicht erkannt. Ich aber habe Dich erkannt und diese haben erkannt, dass Du mich gesandt hast.

Jesus bezeichnet immer wieder Gott als seinen Vater, der ihn gesandt hat. Kann Jesus wirklich ein Gott wie sein Vater sein, wenn er Gott erkannt hat und von ihm zu seinem Auftrag gesendet wird? Das Senden bedeutet nicht, dass Christus aus dem Himmel kam, genauso wenig wie die Jünger, die Jesus zu ihrem Auftrag sendet, aus dem Himmel kommen.

Joh 17,26 Und ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf dass die Liebe, mit der Du mich geliebt hast, bei ihnen sei und ich bei ihnen.“

Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu. Jesu Gefangennahme

18 1 Nachdem Jesus das gesprochen hatte, ging er mit seinen Schülern hinaus auf die andere Seite des Wadi Kidron, wo ein Garten war; in den ging er hinein, er und seine Schüler.

Joh 18,2 Aber auch Judas, der ihn ausliefern würde, kannte den Ort, da Jesus dort oft mit seinen Schülern zusammengekommen war.

Joh 18,3 Judas holte also die Kohorte und Wachleute von den Oberpriestern und den Pharisäern und kam dorthin mit Laternen, Fackeln und Waffen.

Joh18,4 Weil nun Jesus wusste, was alles auf ihn zukommen würde, ging er hinaus und sagte ihnen: „Wen sucht ihr?“

Joh 18,5 Sie antworteten ihm: „Den Jesus aus Nazareth.“ Er sagte ihnen: „Ich bin’s.“ Es stand aber auch Judas bei ihnen, der ihn auslieferte.

Joh 18,6 Wie er nun zu ihnen gesagt hatte: „Ich bin’s“, wichen sie zurück und fielen zu Boden.

Joh 18,7 Da fragte er sie wiederum: „Wen sucht ihr?“ Sie sprachen: „Den Jesus aus Nazareth.“

Joh 18,8 Jesus antwortete: „Ich habe euch gesagt, dass ich’s bin. Wenn ihr also mich sucht, lasst diese gehen!“

Joh 18,9 Es sollte das Wort ausgeführt werden, das er gesprochen hatte: „Von denen, die Du mir gabst, habe ich niemanden verloren gehen lassen.“

Joh 18,10 Simon Petrus nun hatte ein Schwert; das zog er und traf den Knecht des Hohepriesters und schlug ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechts war Malchos.

Petrus hatte dieses Schwert nur auf Anweisungen Jesu mit sich genommen, auf dass sich eine Prophetie erfüllen sollte, siehe Luk. 22,38.

Joh 18,11 Da sprach Jesus zu Petrus: „Stecke das Schwert in die Scheide! Sollte ich denn den Kelch, den der Vater mir gegeben hat, nicht trinken?“

Unser Herr Jesus denkt nicht daran, dem Willen Gottes auszuweichen, obgleich er es als der von Gott gesalbte Mensch hätte tun können. Das Ausführen des Erlösungsplanes war ja für ihn kein Zwang, sondern freiwillig. Für Jesus als ein Gott-Mensch wäre dies aber eine Selbstverständlichkeit gewesen.

Jesu Verhör vor Hannas und Kaiphas und die Verleugnung des Petrus

Joh18,12 Die Soldaten, ihr Befehlshaber und die Männer der Tempelwache verhafteten Jesus und fesselten ihn. (NLB)

… und die Knechte der Juden. (Luther)

Joh18,13 und führten ihn ab, zunächst zu Hannas. Der war nämlich der Schwiegervater des Kajafas, der in jenem Jahr Hohepriester war.

Joh18,14 Kajafas war es, der den [führenden Männer] Juden im Synhedrium geraten hatte, es sei zuträglich, dass einer für das Volk sterbe.

Jon 18,15 Simon Petrus folgte Jesus, auch noch ein anderer Schüler. Jener Schüler war mit dem Hohepriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des Hohepriesters.

Joh 18,16 Petrus jedoch stand draußen an der Tür. Da ging der andere Schüler, der mit dem Hohepriester bekannt war, hinaus, sprach mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.

Joh 18,17 Da sagte die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: „Gehörst vielleicht auch du zu den Schülern dieses Menschen?“ Der sagte: „Ich gehöre nicht dazu.“

Joh 18,18 Die Knechte und die Wachleute standen da; sie hatten ein Kohlenfeuer angemacht, weil es kalt war, und wärmten sich. Auch Petrus stand da bei ihnen und wärmte sich.

Joh 18,19 Der Hohepriester befragte nun Jesus über seine Schüler und über seine Lehre.

Joh 18,20 Jesus antwortete ihm: „Ich habe öffentlich vor aller Welt geredet; ich habe stets in Synagogen und im Heiligtum gelehrt, wo alle Juden [Gläubige] zusammenkommen, und im Geheimen habe ich nichts geredet.

Joh 18,21 Was fragst du mich? Frage doch diejenigen, welche hörten, was ich zu ihnen geredet habe. Sieh doch, die wissen, was ich gesagt habe.“

Joh 18,22 Als Jesus das gesagt hatte, gab ihm einer von den Wachleuten, der dabeistand, eine Ohrfeige und sagte: „So antwortest du dem Hohepriester?“

Joh 18,23 Jesus antwortete ihm: „Wenn ich frevelhaft geredet habe, weise mir den Frevel nach, wenn aber recht, warum schlägst du mich?“

Joh18,24 Da sandte ihn Hannas gefesselt zu Kajafas, dem Hohepriester.

Joh18,25 Simon Petrus stand da und wärmte sich. Da sagte man zu ihm: „Gehörst vielleicht auch du zu seinen Schülern?“ Der leugnete und sprach: „Ich gehöre nicht dazu.“

Joh 18,26 Einer von den Knechten des Hohepriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte, sagte: „Habe ich dich nicht bei ihm im Garten gesehen?“

Joh 18,27 Da leugnete Petrus wiederum und sogleich krähte ein Hahn.

Jesu Verhör vor Pilatus

Joh 18,28 Nun brachte man Jesus von Kajafas zum Prätorium. Es war früh am Morgen. Sie aber gingen nicht ins Prätorium hinein, damit sie sich nicht unrein würden, sondern das Pessachlamm essen könnten.

Joh18,29 So kam Pilatus zu ihnen heraus und sagte: „Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?“

Joh 18,30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: „Wenn der kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn nicht an dich ausgeliefert.“

Joh 18,31 Da sprach Pilatus zu ihnen: „Nehmt ihr ihn und richtet ihn eurem Gesetz gemäß!“ Die Juden sprachen zu ihm: „Wir sind nicht befugt, irgendjemanden hinzurichten.“

Nicht die Obersten der Priesterklasse, sondern pauschal „die Juden“ haben Jesus an Pilatus zum Tode ausgeliefert? In diesem negativ eingefärbten Text ist fast durchgängig von den Jesus gegenüber feindlich eingestellten Juden als Volk die Rede.

Joh 18,32 So sollte das Wort Jesu ausgeführt werden, das er gesprochen hatte, um anzuzeigen, durch welchen Tod er sterben würde.

Joh 18,33 Pilatus ging nun wiederum ins Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und sprach zu ihm: „Du bist der König des jüdischen Volkes?!“

Bist du der König der Juden? (Luther)

Joh 18,34 Jesus antwortete: „Sprichst du das von dir selbst aus oder haben es dir andere über mich gesagt?“

Joh 18,35 Pilatus antwortete: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und zwar die Oberpriester, haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?“

Joh 18,36 Jesus antwortete: „Meine Herrschaft ist nicht von der Art dieser Welt. Wenn meine Herrschaft von der Art dieser Welt wäre, hätten meine Wachleute gekämpft, damit ich den [führenden Männer meines Volkes] Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist meine Herrschaft nicht von hier.“

Dieses geistliche Königreich Christi gehörte ihm nur vorausschauend auf seine Krönung nach der Ausführung des Erlösungsplanes Gottes, denn Jesus war kein inkarnierter Gott-Mensch, der bereits ein Königreich gehabt hat. Diese Art von Aussagen begegnen uns auch wieder nur im Johannesevangelium, wo der Schreiber des Johannesevangeliums die Aussagen Christi bereits als erfüllt wiedergibt, was aber zu Jesu Lebzeiten nicht möglich gewesen wäre. Durch solch eine Wiedergabe der Worte Christi entsteht aber der Gedanke der Präexistenz und der Gottheit Christi. Sie scheint die Lehre der Trinität entgegen dem Gesamtbild der Bibel bestätigen zu wollen. Auch die Aussage „damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde“ lässt den Eindruck erwecken, dass Jesus kein Jude gewesen wäre.

Joh 18,37 Da sprach Pilatus zu ihm: „Bist du also doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es ja, dass ich ein König bin. Dazu bin ich geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich Zeugnis für die Wahrheit ablege. Alle, denen an der Wahrheit liegt, hören auf meine Stimme.“

Christus sagt hier, dass er als Mensch, als von Gott vorgesehener Wahrheitsverkündiger geboren worden ist. Jesus kam demnach nicht vom Himmel in die Welt, sondern durch die Geburt. Aber Jesus hatte im Erlösungsplan Gottes bereits seinen Ausgangspunkt im Himmel. Somit ist die Aussage, die Jesus so gesprochen haben soll – „Ich bin ein König“ – noch zukünftig gewesen. Ein gekrönter König wurde Jesus erst durch Gott nach der Ausführung seines Auftrages als der Erlöser der Welt.

Joh 18,38 Pilatus sagte ihm: „Was ist denn Wahrheit?“

Nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden [zu den führenden Priestern] und sagte ihnen: „Ich finde keine Schuld an ihm.“

Wenn Pilatus abwertend als Nichtjude von den „Juden“ spricht, so kann man dies noch verstehen, doch wenn ein Jude aus seinem Volk „von den Juden“ schreibt, dann entsteht der Eindruck, dass der Schreiber des Johannesevangeliums kein Jude gewesen sein kann.

Joh 18,39 Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe. (Luther)

Es hört sich doch sonderbar an, wenn Pilatus zu den führenden Priestern des jüdischen Volkes von Jesus als den König der Juden gesprochen haben soll?

Joh 18,40 Da schrien sie alle: „Nicht den, sondern Barabbas!“ Barabbas aber war ein Räuber.

Das muss man sich einmal vorstellen: Beim Einzug in Jerusalem bejubelten ihn die Menschen mit den Worten „Gelobt sei, der im Auftrag Gottes kommt, der König von Israel“. Und jetzt will das negativ beeinflusste, böse menschliche Herz lieber einen Verbrecher vom Tode freisprechen lassen als ihren Messias! Das Böse will immer über das Gute, das von Gott kommt, herrschen und vernichten, und dies wird so bleiben, bis Jesus wiederkommt.

Jesu Geißelung und Verspottung

19 1 Daraufhin ließ Pilatus Jesus auspeitschen.

Joh 19,2 Dann flochten die Soldaten einen Kranz aus Dornen, drückten ihm den auf den Kopf und zogen ihm einen purpurfarbenen Mantel an,

Joh 19,3 kamen zu ihm und sagten: „Sei gegrüßt, du König des jüdischen Volkes!“ Und sie gaben ihm Ohrfeigen. Sei gegrüßt, König der Juden! (Luther)

Joh 19,4 Pilatus kam wieder heraus und sagte ihnen: „Passt auf! Ich lasse ihn euch herausbringen, sodass ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde.“

Joh 19,5 Da kam Jesus heraus; er trug die Dornenkrone und den purpurfarbenen Mantel. Und er sagte ihnen: „Seht doch! Da ist der Mensch!“

Das Verhalten unseres Herrn hat wohl Pilatus beeindruckt und Sympathie hervorgerufen, was man von der Führung der Priesterklasse nicht behaupten konnte.

Jesu Verurteilung

Joh 19,6 Als ihn nun die Oberpriester und die Wachleute erblickten, schrien sie: „Lass ihn kreuzigen! Lass ihn kreuzigen!“ Pilatus sagte ihnen: „Lasst ihr ihn doch kreuzigen! Ich finde nämlich keine Schuld an ihm.“

Pilatus, der in den jüdischen Augen ein Heide war, hatte mehr Erkenntnis und Mitgefühl als die religiösen Führer zur damaligen Zeit.

Joh 19,7 Die Juden antworteten ihm: „Wir haben ein Gesetz und gemäß diesem Gesetz muss er sterben; denn er hat sich selbst zum Sohn Gottes gemacht.“

… denn er hat sich selbst zu Gottes Erwählten gemacht. (BigS)

… denn er hat sich selbst als Sohn Gottes ausgegeben. (Werner)

Waren es die Juden oder die Oberpriester des jüdischen Volkes, die Jesus sterben sehen wollten? Hat das Volk von der Verurteilung Jesu durch ihre Priester etwas gewusst? Bei all diesen judenfeindlichen Darstellungen ist wohl vergessen worden, dass Jesus auch ein Jude war. Jesus hat sich selbst nicht als Gott-Sohn, sondern als Gottes Sohn bzw. als Menschensohn bezeichnet. Dies war eine prophetische Vorhersage, von Dan. 7,13-14. Den Priestern war diese Bezeichnung bekannt, aber sie sahen dies aus dem Munde Jesu als eine Gotteslästerung an. Sie hatten ein anderes Wunschbild von dem Messias vor Augen. Die Bezeichnung „Menschensohn, der Erwählte oder Sohn Gottes“ war gar keine Gotteslästerung, weil diese Bezeichnung nicht nur für das Volk Israel, sondern auch für einzelne berühmte Männer gebraucht wurde. Siehe z.B. Mt. 5,19, wo Jesus die Friedfertigen als Söhne Gottes bezeichnet. Paulus bezeichnet alle, die vom Geist Gottes getrieben werden, als Söhne Gottes. Röm. 8,19. Im Galaterbrief heißt Paulus alle, die an Christus glauben, „Söhne Gottes“ (Gal. 3,26).

Joh 19,8 Als nun Pilatus diese Aussage hörte, erschrak er noch mehr

Joh 19,9 und ging wieder ins Prätorium hinein und sagte zu Jesus: „Wo bist du her?“ Jesus gab ihm jedoch keine Antwort.

Joh 19,10 Da sagte ihm Pilatus: „Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich kreuzigen zu lassen?“

Joh 19,11 Jesus antwortete ihm: „Du hättest keine Macht gegen mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre. Deswegen hat größere Sünde, wer mich dir auslieferte.“

Jesus verurteilte Pilatus nicht, obwohl er sich schuldig gemacht hatte – doch Judas, Kaiphas und alle anderen hatten noch größere Schuld auf sich geladen.

Joh 19,12 Daraufhin suchte Pilatus ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: „Wenn du den freilässt, bist du kein Freund des Kaisers. Jeder, der sich selbst zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser.“

Die Vertreter der jüdischen Obrigkeit schrien aber ... (BigS)

Aber die Wortführer der Juden schrien ... (GNB)

Die Führung der Priesterklasse (nicht das Volk der Juden) versuchte mit dieser Aussage Pilatus auch noch zu erpressen. Aber warum konnten sie Jesus als Messias nicht erkennen? Der Messias musste ja als das Lamm Gottes den Erlösungsplan zur Errettung der Menschheit ausführen und stellvertretend ihre Schuld auf sich nehmen. Diese Gnade und Vergebung Gottes war doch durch die Opferungen im Alten Bund auf den Gesalbten Gottes hin bereits vorgeschattet. Um ihr Ziel, den Tod Jesu, herbeizuführen, beriefen sie sich sogar auf den von ihnen verhassten Kaiser.

Joh 19,13 Als nun Pilatus diese Worte gehört hatte, ließ er Jesus herausführen und setzte sich auf den Richterstuhl an dem Ort, der „Mosaikboden“ heißt, auf Hebräisch „Gabbata“.

Joh 19,14 Es war der Rüsttag zu Pessach; etwa die sechste Stunde war es. Er sagte zu den [führenden] Juden: „Seht da! Euer König!

Und er sagte den Vertretern der jüdischen Obrigkeit ... (BigS)

Und Pilatus sagte zu den Leuten ... (NLB)

Joh 19,15 Da schrien jene: „Weg, weg! Lass ihn kreuzigen!“ Pilatus sagte ihnen: „Euren König soll ich kreuzigen lassen?“ Die Oberpriester antworteten: „Wir haben keinen König außer dem Kaiser.“

Pilatus versuchte immer wieder, Jesus vor dem Tode zu bewahren, doch die so frommen geistlichen Führer schreckten nicht vor Dingen zurück, die alles andere als geistlich waren, um Jesus Tod zu fordern.

Joh 19,16 Danach nun lieferte er ihn an sie aus, dass er gekreuzigt würde.

Jesu Kreuzigung und Tod

Joh 19,17 Die Soldaten übernahmen also Jesus. Und indem er sich selbst das Kreuz trug, ging er hinaus zu dem Schädelstätte genannten Ort – was auf Hebräisch Golgota heißt –,

Joh 19,18 wo sie ihn kreuzigten und mit ihm zwei andere auf beiden Seiten, Jesus in der Mitte.

Joh 19,19 Pilatus ließ auch eine Aufschrift schreiben und an das Kreuz heften; da stand geschrieben: Jesus aus Nazareth, der König des jüdischen Volkes.

Jesus von Nazareth, der König der Juden. (Luther)

Joh 19,20 Diese Aufschrift lasen nun viele [Juden, Luther] aus der jüdischen Bevölkerung, da der Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, nahe bei der Stadt lag. Auf Hebräisch, Lateinisch und Griechisch stand es geschrieben.

Joh 19,21 Da sagten die jüdischen Oberpriester zu Pilatus: „Lass nicht geschrieben stehen: ‚Der König des jüdischen Volkes‘, sondern: ‚Der hat gesagt: Ich bin der König des jüdischen Volkes‘.“

(Luther) Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.

Joh 19,22 Pilatus antwortete: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.“

Joh 19,23 Nachdem nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile – für jeden Soldaten ein Teil –, auch den Hemdrock. Der Hemdrock war ohne Naht, von oben an ganz durchgewebt.

Joh 19,24 Da sprachen sie zueinander: „Wir wollen ihn nicht zerreißen, sondern darüber losen, wessen er sei.“ So sollte die Schrift ausgeführt werden (Psalm 22,19): Sie haben meine Kleider unter sich verteilt und über meine Kleidung das Los geworfen.

Das nun taten die Soldaten.

Joh 19,25 Beim Kreuz standen aber seine Mutter sowie die Schwester seiner Mutter, die Mirjam des Klopas, und Mirjam aus Magdala.

Joh 19,26 Als nun Jesus seine Mutter erblickte und den Schüler, den er liebte, bei ihr stehen, sagte er seiner Mutter: „Frau, sieh doch, dein Sohn!“

Joh 19,27 Danach sagte er dem Schüler: „Sieh doch, deine Mutter!“ Und von jenem Augenblick an nahm sie der Schüler bei sich auf.

Joh 19,28 Weil Jesus danach wusste, dass schon alles vollbracht ist, sagte er, sodass die Schrift ausgeführt wurde (Psalm 69,22): „Ich habe Durst.“

Joh 19,29 Es stand da ein Gefäß voll Säuerling. Nachdem sie nun einen Schwamm voll Säuerling auf Ysop gesteckt hatten, reichten sie ihn an seinen Mund.

Joh 19,30 Als dann Jesus den Säuerling genommen hatte, sagte er: „Es ist vollbracht.“ Und er neigte das Haupt und übergab seinen Lebensgeist.

Wie hätte Jesus für uns sterben können, wenn er der inkarnierte Gott-Mensch gewesen wäre, wo doch Gott nicht sterben kann? Was für ein trinitarisches Schauspiel und Betrug wäre es gewesen, wenn es die angeblichen zwei Naturen Christi gegeben hätte, wo die eine Natur gestorben ist, während die göttliche weitergelebt hätte? Dieses Trinitätsdogma der Kirchenväter hat im Wort Gottes ein großes Problem geschaffen, bei der ein Wort-für-Wort Gläubiger den Verstand ausschalten muss, um dieses Lehrgebäude glauben zu können. Wenn Jesus auch wahrer Gott war, dann konnte seine Passionsgeschichte nicht ganz so schlimm gewesen sein, denn dann wäre ja sein Schicksal vorherbestimmt gewesen. Dann hatte er aber auch keine menschliche Entscheidungsfreiheit und dann mussten ja alle Anfechtungen und alles Leid an ihm abprallen. Aber dem war nicht so, sonst hätte ihn Gott nach der Ausführung seines Erlösungsplanes nicht mit Herrlichkeit belohnt, weil er die ja schon immer besessen hätte. Wenn Jesus am Kreuz sagt: „Es ist vollbracht“, dann bezieht sich diese Aussage auf seine Erlösungstat, auf seine Bürgschaft für die Ausführung seines von Gott erhaltenen Auftrages.

Joh 19,31 Nun, da ja Rüsttag war, damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz blieben – denn ein hoher Feiertag war jener Sabbat –, baten die [führenden] Juden Pilatus, dass ihnen die Schenkel zerschlagen und sie abgenommen würden.

Es ist wohl berechtigt, von den „führenden“ Juden zu schreiben und nicht antisemitisch das ganze Volk in eine Kollektivschuld zu zwingen.

Joh 19,32 Die Soldaten gingen nun hin und zerschlugen dem ersten die Schenkel, auch dem anderen mit ihm Gekreuzigten.

Joh 19,33 Als sie jedoch zu Jesus kamen, zerbrachen sie ihm, wie sie sahen, dass er schon tot war, die Schenkel nicht.

Joh 19,34 Vielmehr stieß ihm einer der Soldaten mit einer Lanze in die Seite und sogleich kam Blut und Wasser heraus.

Joh 19,35 Und der es gesehen hat, hat es bezeugt – und sein Zeugnis ist verlässlich; und jener weiß, dass er die Wahrheit sagt –, damit auch ihr glaubt.

Joh 19,36 Das nämlich geschah, sodass die Schrift ausgeführt wurde (2. Mose 12,46; Psalm 34,21): Kein Knochen von ihm soll zerbrochen werden.

Joh 19,37 Und wiederum eine andere Schriftstelle lautet (Sacharja 12,10): Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.

Mit diesem Vers werden pauschal die Juden als Volk für den Tod Jesu beschuldigt, obgleich alle Menschen wegen ihrer Schuld für den Tod Jesu verantwortlich sind. Die Kreuzigungstheorie lässt nicht nur die historische Wahrheit außer Acht, sondern auch die theologische Wahrheit, dass „unser aller Sünde“ den Erlöser getötet hat. Nicht das jüdische Volk, sondern wir alle sind schuldig, wir alle haben ihn durchbohrt. Somit sollte man endlich mit der Anschuldigung des Christusmordes der Juden aufhören und Gott für seinen Erlösungsplan, den er durch seinen Sohn ausführen ließ, dankbar sein. Denn ohne das stellvertretend bewirkte Gnadengeschenk Jesu am Kreuz von Golgatha gibt es keine Versöhnung bei Gott.

Jesu Grablegung

Joh 19,38 Danach bat Josef aus Arimatäa – der war ein Schüler Jesu, jedoch ein heimlicher aus Furcht vor den Juden – Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es ihm. Er ging nun hin und nahm seinen Leib ab.

…aus Furcht vor der jüdischen Obrigkeit. (BigS)

… weil er vor den führenden Männern Angst hatte. (GNB)

Auch Josef aus Arimatäa hatte als Jude Furcht vor den Juden?

Joh 19,39 Auch Nikodemus, der das erste Mal nachts zu ihm gekommen war, kam mit einer Mixtur aus Myrrhe und Aloe von ungefähr hundert Litra.

Joh 19,40 Da nahmen sie den Leib Jesu und umwickelten ihn samt den Spezereien mit Leinenbinden, wie es bei jüdischen Bestattungen Brauch ist. (Luther … wie die Juden zu begraben pflegen.)

Joh 19,41 An dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten und im Garten ein neues Grab, in dem noch niemand beigesetzt war.

Joh 19,42 Dort nun setzten sie Jesus bei wegen des jüdischen Rüsttags [Rüsttag der Juden, Luth.], weil das Grab in der Nähe war.

Das leere Grab

20 1 Am ersten Tag nach dem Sabbat (siehe Matt. 28,1), noch vor Sonnenaufgang, ging Maria aus Magdala zum Grab. Da sah sie, dass der Stein nicht mehr vor dem Eingang des Grabes lag.

Joh 20,2 Da lief sie und kam zu Simon Petrus und zu dem anderen Schüler, den Jesus liebte, und sagte ihnen: „Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wo man ihn beigesetzt hat.“

Joh 20,3 Da ging Petrus hinaus – auch der andere Schüler –, und sie gingen zum Grab.

Joh 20,4 Die beiden liefen miteinander. Der andere Schüler lief voraus, schneller als Petrus, und kam als erster zum Grab,

Joh 20,5 beugte sich vor und sah da die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.

Joh 20,6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein und sah da die Leinenbinden liegen.

Joh 20,7 Auch das Schweißtuch, das auf seinem Kopf gewesen war, sah er da liegen, aber nicht zusammen mit den Leinenbinden, sondern getrennt für sich zusammengewickelt an einem besonderen Platz.

Joh 20,8 Dann ging nun auch der andere Schüler hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und er sah und glaubte.

Jesus ist von Gott seinem Vater auferweckt worden und nicht aus eigener Kraft auferstanden. Nach trinitarischer Sicht hat sich Jesus selbst auferweckt, weil er zwei Naturen gehabt haben soll, eine menschliche und eine göttliche, und die göttliche konnte ja nicht sterben. Wenn Jesus sich aber selbst auferweckte, dann könnte man annehmen, dass der lebende göttliche Jesus, der nicht tot war, den toten Jesus auferweckte??? Um die Trinitätslehre glauben zu können, so muss man wirklich einen sehr großen Glauben aufbringen.

Joh 20,9 Sie hatten freilich noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten aufstehen müsse [auferweckt werden wird].

Joh 20,10 Also gingen die Schüler wieder zu sich zurück.

Maria von Magdala

Joh 20,11 Mirjam stand draußen beim Grab und weinte. Während sie nun weinte, beugte sie sich vor zum Grab

Joh 20,12 und sah da zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen beim Kopf und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.

Joh 20,13 Und die sagten ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie sagte ihnen: „Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo man ihn beigesetzt hat.“

Joh 20,14 Nachdem sie das gesagt hatte, wandte sie sich um, zurück, und sah da Jesus stehen und wusste nicht, dass es Jesus war.

Joh 20,15 Jesus sagte ihr: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Weil sie meinte, er sei der Gärtner, sagte sie ihm: „Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sage mir, wo du ihn beigesetzt hast, sodass ich ihn holen kann.“

Joh 20,16 Jesus sagte ihr: „Mirjam.“ Sie wandte sich um und sagte ihm auf Hebräisch: „Rabbuni.“ Das heißt: „Lehrer.“

Joh 20,17 Jesus sagte ihr: „Halt mich nicht fest! Denn noch bin ich nicht hinaufgestiegen zum Vater. Doch geh zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich steige hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, meinem Gott und eurem Gott.“

Eine eindeutige Aussage: Jesus hat einen Vater, der auch sein Gott und auch unser Gott ist und dies auch noch nach seiner Auferweckung. Kann man bei diesen Aussagen immer noch Christus mit dem alleinigen Gott gleichsetzen, wie es in Joh. 1,1-18 gern nach griechisch, philosophischer Weise interpretiert wird, um die Trinitätslehre daraus zu konstruieren?

Joh 20,18 Mirjam aus Magdala ging und meldete den Schülern: „Ich habe den Herrn gesehen“ – und dass er ihr das gesagt hatte.

Die Vollmacht der Jünger

Joh 20,19 Als es nun Abend war an jenem ersten Wochentag und die Türen, wo die Schüler sich aufhielten, verschlossen waren aus Furcht vor den [führenden] Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und sagte: „Friede sei mit euch!“

… aus Angst vor der jüdischen Obrigkeit (BigS)

… und hatten aus Angst vor den führenden Juden (GNB)

Joh 20,20 Und nachdem er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Schüler, weil sie den Herrn sahen.

Joh 20,21 Jesus sprach nun wiederum zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, schicke auch ich euch“.

Joh 20,22 Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte: „Empfangt heilige Geistkraft!

(Zink) Nehmt den heiligen Geist [Geist von Gott]!

Wenn der Heilige Geist eine Person gewesen wäre, dann hätte ihn Jesus schlecht den Jüngern aushauchen können. So war der Heilige Geist keine Person, sondern die Geistkraft von Gott, die er den Jüngern für ihren Missionsauftrag weitergeben konnte. Auffallend ist, dass Jesus die trinitarische dritte Gottheit, den Heiligen Geist, nicht als Person bzw. als Gott erwähnt. Hier haben besonders die charismatischen Christen wohl ein großes Problem, denn sie beten und verehren einen Gott, den Jesus nicht kannte.

Joh 20,23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“

„Wem ihr die Versöhnungsbotschaft Gotttes bekannt macht und dieser sie annimmt, dem sind die Sünden von Gott erlassen. Und wer diese Vergebung nicht annimmt, der bleibt weiter schuldig?“ (Eigene Auslegung)

Sünden erlassen kann nur allein Gott. Doch zur Verbreitung der Frohen Botschaft brauchten die Jünger die Geistkraft Gottes, sowie das Wort von der Vergebung durch die stellvertretende Erlösungstat Christi. Und wer diese Gnadenbotschaft nicht annimmt, der bleibt weiterhin schuldig. Es geht bei diesem Vers nur um die Verkündigung der Liebe und Gnade Gottes durch Jesus Christus, wo sich jeder zugunsten seines Heils entscheiden oder es ablehnen kann. Durch diese Aussage wie auch in Mt. 16,18-19 wurde durch die Kirchenhierarchie eine Macht und Abhängigkeit gegenüber den Gläubigen entwickelt, die dem Geist Gottes und der Erlösung durch Jesus Christus widersprechen. Wer also die Gnadenbotschaft angenommen hat, dem kann Gott auch vergeben. Wer die Vergebung nicht angenommen hat, der kann auch von Gott keine Vergebung erwarten. Das heißt: Die „Macht“, Sünden zu vergeben, ist keine diesseitige kirchliche, sondern eine jenseitige von Gott kommende.

Thomas

Joh 20,24 Thomas jedoch, einer von den Zwölfen, „Zwilling“ genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

Joh 20,25 Da sagten ihm die anderen Schüler: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Der aber sprach zu ihnen: „Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger nicht an die Stelle der Nägel lege und meine Hand nicht an seine Seite lege, traue ich dem ganz gewiss nicht.“

Joh 20,26 Und nach acht Tagen waren seine Schüler wiederum drinnen und Thomas bei ihnen. Jesus kam bei verschlossenen Türen und trat mitten unter sie und sprach: „Friede sei mit euch!“

Joh 20,27 Danach sagte er zu Thomas: „Strecke deinen Finger hierher und sieh meine Hände, strecke deine Hand aus und lege sie an meine Seite! Und sei nicht ohne Vertrauen, sondern habe Vertrauen!“

Joh 20,28 Thomas antwortete und sagte ihm: „Mein Herr und mein Gott!“

Thomas hatte bei dieser Anrede wohl den Herrn Jesus, wie auch den himmlischen Vater, der ihn von den Toten auferweckte, im Sinn. Wenn er Jesus als seinen Gott angesprochen hätte, dann wäre das ein Abfall vom jüdischen Monotheismus gewesen, denn Jesus und seine Jünger kannten noch keine Trinität. Weiter wäre es sehr verwunderlich gewesen, denn Jesus hat seinen Jüngern die Unterscheidung zwischen ihm und seinem Vater deutlich vor Augen geführt, z.B. zwölf Verse vorher in Joh. 20,17: „Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Auch circa 60 Jahre nach Christi Himmelfahrt hat Johannes in der Offenbarung davon berichtet, dass Jesus seinen Vater als seinen Gott nannte (Off. 3,12). Wenn Jesus sich selbst nach Vers 31 als der von Gott versprochene Retter und als sein Sohn bezeichnet, dann wäre dies auch ein Widerspruch zu Thomas’ Aussage. Sollte also Thomas entgegengesetzt der Gesamtansicht der Bibel Jesus wirklich als Gott bezeichnet haben? Wenn Jesus von Thomas Gott genannt wird, Jesus selbst aber sagt, dass der Vater allein wahrer Gott ist (Joh 17,3), dann stellt sich vielleicht die Frage, wessen Aussage mehr Gewicht hat: die von Jesus oder die von Thomas, die er so gesagt haben soll? Diese Aussage wurde zu einer der wichtigsten Bibelstellen für die Dogmatisierung der Gottheit Jesu, obwohl diese ursprünglich anders gelautet haben muss und sich Jesus nie als Gott zu erkennen gegeben hat. Es stellt sich daher immer wider die Frage, ob alle Texte die von Menschen platziert oder verändert wurden, auch von Gott eingegeben sind.

Joh 20,29 Jesus sagte ihm: „Weil du mich gesehen hast, hast du vertraut? Glücklich, die nicht gesehen haben und doch Vertrauen gewinnen.“

Joh 20,30 Zwar hat Jesus ja noch viele andere Zeichen vor seinen Schülern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben stehen.

Joh 20,31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr darauf vertraut, dass Jesus der Gesalbte ist, der Sohn Gottes, und damit ihr im Vertrauen darauf in seinem Namen Leben habt.

Dies ist das Zentralthema des Wortes Gottes: Jesus ist der versprochene Retter, der Gesalbte Gottes und der prophetisch vorausgesagte, im Erlösungsplan präexistente Sohn Gottes, (Dan. 7,13-14) und wer seine für uns vollbrachte Erlösung im Glauben annimmt, der erfährt die Gnade Gottes und bekommt ewiges Leben.

Der Auferstandene am See Tiberias

21 1 Danach zeigte sich Jesus wiederum seinen Schülern am Meer von Tiberias. Er zeigte sich aber so:

Joh 21,2 Es waren zusammen Simon Petrus, Thomas, „Zwilling“ genannt, Natanael aus dem galiläischen Kana, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Schülern.

Joh 21,3 Simon Petrus sagte ihnen: „Ich gehe fischen.“ Sie sagten ihm: „Wir gehen mit dir.“ Sie gingen hinaus und stiegen ins Boot. Aber in jener Nacht fingen sie nichts.

Joh 21,4 Als es schon Morgen geworden war, trat Jesus an den Strand. Die Schüler jedoch wussten nicht, dass es Jesus war.

Joh 21,5 Da sagte ihnen Jesus: „Kinder, ihr habt wohl keinen Fisch?“ Sie antworteten ihm: „Nein.“

Joh 21,6 Er sagte ihnen: „Werft das Netz zur rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet welchen finden.“ Sie warfen es also aus – und konnten es nicht mehr heraufziehen wegen der Menge von Fischen.

Joh 21,7 Da sagte jener Schüler, den Jesus liebte, zu Petrus: „Es ist der Herr.“ Als nun Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um – er war nämlich nackt – und warf sich ins Meer.

Joh 21,8 Die anderen Schüler kamen mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land, nur etwa 200 Ellen – und schleppten das Netz mit den Fischen.

Joh 21,9 Als sie nun aufs Land ausstiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden mit Fisch darauf liegen und Brot.

Joh 21,10 Jesus sagte ihnen: „Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt!“

Joh 21,11 Da stieg Simon Petrus herauf und zog das Netz ans Land voll von 153 großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

Joh 21,12 Jesus sagte ihnen: „Kommt, haltet das Mahl!“ Keiner aber von den Schülern wagte es, ihn auszufragen: „Wer bist du?“ Sie wussten ja, dass es der Herr war.

Joh 21,13 Jesus kam, nahm das Brot und gab es ihnen und den Fisch ebenso.

Joh 21,14 Das war schon das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Schülern zeigte, nachdem er von den Toten aufgeweckt worden war.

In einigen Übersetzungen, z.B. in der Luther-Übersetzung, steht dieser Vers wie folgt: „... nachdem er von den Toten auferstanden war.“ Diese trinitarische Art von Übersetzung soll dem Leser zeigen, dass die göttliche Natur die menschliche Natur Christi auferweckt hat. Dass der lebende Jesus den toten Jesus auferweckt hat. Aber wo in der Schrift ist die Zweinaturenlehre von Christus zu finden? Immer wieder können wir erkennen, dass die Trinitätslehre wirklich ein großes undurchschaubares Geheimnis ist, die selbst in der Bibel nicht erwähnt, dafür aber nach der griechisch-philosophischen „Logos“-Lehre hineininterpretiert wird. Leider wird gerade im Johannesevangelium versucht, durch die Trinität den wirklichen Jesus zu verschleiern und mit seinem Gott und Vater gleichzustellen.

Petrus und Johannes

Joh 21,15 Nachdem sie nun das Mahl gehalten hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?“ Er sagte ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Er sagte ihm: „Weide meine Schafe!“

Joh 21,16 Wiederum sagte er ihm zum zweiten Mal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Er sagte ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Er sagte ihm: „Hüte meine Herde!“

Joh 21,17 Er sagte ihm zum dritten Mal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sprach: „Liebst du mich?“ Und er sagte ihm: „Herr, du weißt alles; du weißt doch auch, dass ich dich liebe.“ Jesus sagte ihm: „Weide meine Herde!

Diesem Abschnitt liegt die Lehre zugrunde, dass nicht die eigenen Leistungen – wie es Petrus vor seiner Verleugnung annahm –, sondern die Liebe gegenüber Christus der einzig annehmbare Beweggrund ist, um ihm zu dienen.

Joh 21,18 Amen, amen, ich sage dir: Solange du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst.“

Joh 21,19 Das aber sagte er, um anzuzeigen, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Und nachdem er das gesprochen hatte, sagte er ihm: „Folge mir nach!“

Joh 21,20 Petrus wandte sich um und sah, wie der Schüler, den Jesus liebte, nachfolgte. Er war es auch, der sich beim Mahl an seine Brust zurückgelehnt und gesagt hatte: „Herr, wer ist’s, der dich ausliefert?“

Joh 21,21 Als nun Petrus den erblickte, sagte er zu Jesus: „Herr, was aber ist mit dem?“

Joh 21,22 Jesus sagte ihm: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“

Joh 21,23 Da verbreitete sich diese Rede unter den Geschwistern: Jener Schüler stirbt nicht. Jesus hatte aber nicht gesagt: „Er stirbt nicht“, sondern: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“

Joh 21,24 Das ist der Schüler, der hierüber Zeugnis ablegt und der dies geschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis verlässlich ist.

Joh 21,25 Es gibt aber auch noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn all das eins nach dem andern geschrieben würde, fasste die ganze Welt nicht, meine ich, die dann geschriebenen Bücher.

(Nur die in [ ] geschriebenen Anmerkungen zum Bibeltext sind vom Autor eingesetzt.)

Themenbetrachtung zum Johannesevangelium

Jesus Christus - das erfüllte Wort Gottes.

Wurde unser Herr Jesus nach seiner Himmelfahrt mit seinem Vater als »Gott« vereinigt?

Jesus Christus - das erfüllte Wort Gottes

Es muss davon ausgegangen werden, dass Johannes seinen Text im biblisch-jüdischen Sinn unter der Voraussetzung, dass Gott einer ist, verstanden haben wollte, und nicht im nichtjüdisch, griechisch -philosophischen Sinn. Der Gedanke, das „Wort“ als von Gott unterscheidbaren persönlichen „Logos“ oder als zweite Person der Gottheit zu betrachten, wäre ihm nie in den Sinn gekommen.

Das Wort von Gott wurde stets als ein von Gott gesprochenes Wort angesehen, welches er den Propheten enthüllt hatte und welches sie an das Volk richteten. So ließ Gott die Propheten teilhaben an seinen Vorhaben und seinen Plänen. Das Wort gehört in jedem Fall zu Gott und kann nicht von ihm getrennt werden. Denn selbst wenn das Wort Gottes von Menschen ausgesprochen wird, gehört es immer noch zu Gott, nach dessen Plan es enthüllt und gepredigt wird. Dafür, dass mit dem Wort „Dabar“ ein wirklich von Gott gegebenes, durch von ihm gesandte Menschen gesprochenes oder gepredigtes Wort gemeint ist, und nicht „Logos“ als Person, sollen hier einige Verse als Beweis aus dem Johannesevangelium angeführt werden.

Joh 3,34 Gottes Gesandte reden die Worte Gottes, denn ohne Maß gibt Gott die Geistkraft. (BigS)

(GN) … denn Gott erfüllt ihn ganz mit seinem Geist.

(Werner) Denn Gott gibt den Geist über alle Maßen.

Wenn Christus gesendet und dazu von der Geistkraft Gottes erfüllt wird, um Gottes Worte zu reden – siehe Joh. 1,1- dann kann er selbst nicht Gott sein, weil er dann im Auftrag Gottes durch Gotteskraft handelt. Leider hat die griechische Philosophie und die Trinität aus dem „Wort von Gott“, das uns Jesus vermittelt hat, eine Person und Gott gemacht, was einfach nicht möglich ist, siehe z.B. den nächsten Vers.

Joh 3,35 Der Vater liebt den Sohn (den Erwählten, (BigS) und hat ihm alle Macht gegeben.

… und alles hat er ihn in die Hand gegeben. (Zink)

Der Vater hat den Sohn mit seiner ungeteilten Liebe beschenkt und hat ihm alles anvertraut. (Werner)

Gott gibt seinem erwählten Sohn alle Macht. Das bedeutet, dass er diese noch nicht gehabt hat. Damit macht auch Jesus einen Unterschied zwischen Gott und sich selbst. Somit ist Jesus aber auch nicht der inkarnierte Gott-Mensch, sondern der zu seinem Dienst erwählte, ausgerüstete, göttliche Sohn Gottes und nicht ein Teil der trinitarischen Gottheit.

Joh 5,24 Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort [von Gott] hört und dem vertraut, der mich geschickt [beauftragt] hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod zum Leben überschritten.

Jesu Botschaft ist das „Wort“ von Gott, es ist die Versöhnung mit Gott. Dazu ist er auch als Messias gesalbt und ausgesandt worden. Auch mit diesem Satz drückt Johannes deutlich aus, dass Gott jemand zu den Menschen gesendet hat, also nicht selbst gekommen ist. Somit ist mit dem „Wort“ nicht Jesus als der zweite Gott der Trinität gemeint. Siehe Joh. 6,63.

Joh 6,63 Gottes Geistkraft (BigS) allein schafft Leben. Ein Mensch kann dies nicht. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geistkraft; deshalb bringen sie euch das Leben.

„Ich will meine Worte in seinen Mund legen und er (Jesus) wird zu ihnen alles reden, was ich (Gott) ihm befehlen werde.“ 5. Mose 18,18. Dies war eine Vorhersage Gottes von seinem in der Zukunft auftretenden Sohn. Somit ist das „Wort“, das bei Gott war (Joh. 1,1), auch nicht Jesus, sondern Gott selber. Gott spricht und es geschieht. Und die Worte Gottes, die das Brot des Lebens sind, die Jesus gesprochen hat, sind Geist und Leben. Wort und Geist bezeichnen die wirksamen Kräfte welche von Gott ausgehen.

Joh 7,16 Jesus beantwortete ihre Frage: „Was ich euch sage, sind nicht meine eigenen Gedanken. Es sind die Worte Gottes, der mich gesandt hat. (Hfa)

(Zink) Dieses Wissen gab mir der, der mich gesandt hat: Gott selbst.

(Werner) Das was ich lehre, stammt nicht von mir selbst, sondern von dem, der mich beauftragt hat.

Diese Aussage ist prophetisch über den kommenden Messias vorausgesagt, 5. Mose 18,18. Kann aber der prophetisch vorausgesagte Menschensohn dann noch von Ewigkeit her leiblich präexistent gewesen sein? Und immer wieder weißt der Herr auf die Worte Gottes hin, die er spricht, und von dem er gesandt worden ist.

Joh 7,17 Wer seinen Willen tun will, wird hinsichtlich der Lehre erkennen, ob sie von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.

(Werner) Das, was ich lehre, stammt nicht von mir selbst, sondern von dem, der mich beauftragt hat.

Jesus Lehre („das Wort“, Joh. 1,1) ist von Gott selbst und Jesus sieht sich als Gottes Sprachrohr. Es ist immer wieder erstaunlich, wie bescheiden sich Jesus gegeben hat und umso verwunderlicher ist es, was die Theologie aus ihm gemacht hat.

Joh 8,26 Über euch könnte ich viel reden und urteilen. Aber der mich geschickt hat, ist verlässlich; und was ich von ihm [Gott] gehört habe, das rede ich zur Welt.“

(Zink) … und ich rede in die Welt hinein, was ich von ihm gehört habe.

(Werner) Und ich spreche genau das in die Welt hinein, was ich von ihm gehört habe.

Als Messias tat und sagte Jesus nur das, was er von dem gehört hat, mit dem er in direkter göttlicher Verbindung stand und der ihn zu seinem Auftrag gesandt hat. Somit war nicht Jesus das Wort (Joh. 1,1), sondern Gott selbst.

Joh 8,28 Da sagte ihnen Jesus: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht, dann werdet ihr erkennen, dass ich’s bin und nichts von mir aus tue, sondern wie mich der Vater gelehrt hat, das rede ich.

(Zink) … dass ich nicht in eigener Sache, sondern im Auftrag des Vaters spreche.

(Werner) … ich spreche nur aus, was mir der Vater anvertraut hat.

Auch hier bestätigt Jesus, dass er nur das weitergibt, was sein Vater ihm gesagt hat und damit war Gott selbst das Wort. Jesus benutzte eine prophetisch auf ihn angekündigte Vorhersehungssprache. Siehe 5. Mose 18,18. und Dan 7,13-14. Wenn Jesus sich als Menschensohn bezeichnet, was menschliches Wesen bedeutet, dann kann er nicht Gott und Mensch gleichzeitig sein. Mit seiner Erhöhung deutet der Herr seinen Kreuzestod, Auferweckung und Himmelfahrt an, wo sie ihn dann im Nachhinein erkennen werden. Wenn Jesus die Worte weitergibt, die ihm Gott, sein geistlicher Vater, gesagt hat, dann sind seine Lehren Gottes Lehren und somit kann man nicht Gott und Jesus als ein und dieselbe Person gleichsetzen.

Joh 8,38 Ich sage, was mein Vater gezeigt hat; tut ihr nun, was euer Vater euch gesagt hat! (Stern)

Jesus stand als der gesalbte göttliche Menschensohn geistlich in direkter Verbindung mit dem Vater und daher kann er auch das sagen, was Gott ihm gezeigt hat. Jesus sprach somit „das Wort“ (Joh. 1,1) was ihm Gott als das Wort gezeigt hat.

Joh 8,40 Jetzt aber sucht ihr mich zu töten – einen Menschen, der ich zu euch die Wahrheit geredet, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan.

(Werner) … die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe.

(Zink) … weil ich euch die Wahrheit sage, die ich von Gott weiß.

Gerade hier macht Jesus deutlich, dass sie einen Menschen zu töten suchen – nicht einen Gott oder Gott-Menschen. Die Bibel sagt doch, dass Gott kein Mensch ist. Christus spricht auch von der Wahrheit, „das Wort“ (Joh. 1,1), die er von Gott gehört hatte, weil er mit ihm als göttlicher Sohn noch mehr als ein Prophet in Verbindung stand. Auch die Apostel Johannes und Paulus hatten Visionen von Gott, (siehe Off. 1,2). Jesus konnte nicht selbst ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen sein, sonst hätte er auch selbst handeln können. „So haben wir doch nur einen GOTT, den Vater, und einen Herrn, Jesus Christus.“ (1. Kor 8,6).

Joh 8,55 Aber ihr habt ihn nicht erkannt; ich jedoch kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, würde ich gleich euch zum Lügner. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.

(Werner) Ich kenne ihn und beachte sein Wort ganz genau.

Der geistliche Vater von Jesus ist Gott, dessen Auftrag er als der gesalbte Messias kennt und auch ausführt. Wenn Jesus Gottes Wort hält, so kann er selbst nicht Gott „das Wort“ von Joh. 1,1 sein.

Joh 10,35 Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden –,

... die doch nur Empfänger des Wortes Gottes waren, als Götter bezeichnet werden ... (Werner)

Gott richtete schon immer sein Wort auf verschiedene Art zu den Menschen. Damit kommt „das Wort“ von Gott selbst und kann keine zweite Person gewesen sein, siehe Joh 1,1. Die „Götter“, die in Psalm 82 beschrieben werden, waren wahrscheinlich Verwalter, die von Gott beauftragt wurden, für ihn zu handeln. Damit waren sie aber nicht wie Gott, sondern: „… allzumal Söhne des Höchsten.“ (Psalm 82,6.)

Um ein „Sohn Gottes“ zu sein, muss man eine Person sein, die nicht Gott ist.

Joh 12,49 Denn ich habe nicht von mir aus geredet, sondern der Vater, der mich geschickt hat, hat mir als Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.

(Zink) Denn nicht meine eigenen Gedanken habe ich in Worte gefasst. Was ich tun und reden solle, das trug mir der Vater auf, der mich gesandt hat.

(Werner) Denn das, was ich gesagt habe, hat seinen Ursprung nicht in mir selbst. Sondern der Vater...

Wenn Jesus nicht eigenmächtig geredet hat, dann hat er das „Wort von Gott“ gesprochen und dann ist das „Wort“ (Joh. 1,1) auch nicht Jesus, sondern Gott selbst. Jeremia 1,12: „Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, es auszuführen.“

Joh 12,50 Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich also rede, rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“

(Werner) Denn das, was ich sage, entspricht genau der Botschaft, die mein Vater mir anvertraut hat.

(Zink) Was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es zu mir sprach.

Auch in diesem Vers erkennen wir, dass Gott Jesus aufgetragen hat, sein „Wort“ (Joh. 1,1) weiter zu sagen. Kann Christus bei diesen Aussagen noch der inkarnierte Gott-Mensch, der griechische „Logos“, gewesen sein?

Joh 14,10 Glaubst du nicht, dass ich beim Vater bin und der Vater bei mir ist? Die Worte, die ich euch sage, rede ich nicht von mir selbst aus. Der Vater, der bei mir bleibt, vollbringt seine Taten.

(Werner) Alle Worte, die ich zu euch sage, spreche ich nicht aus mir selbst heraus.

Gott der Vater ist allwissend und allmächtig und Jesus hat seit seiner Salbung zum göttlichen Sohn Teil an seinem Wissen und seiner Macht. Jesu Worte und Handeln kommen vom Vater und somit ist das gesprochene „Wort“ (Joh. 1,1) nicht Christus, sondern der Vater selbst. Damit sind sie zwei verschiedene Personen. Wenn z.B. Christus in uns lebt, das heißt, wenn wir durch seine Führung sein Wesen ausleben, dann werden wir doch auch nicht zu Christus. Dazu Joh. 17,21: „Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.“

Joh 14,24 Diejenigen, die mich nicht lieben, halten meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht meins, sondern das des Vaters, der mich geschickt hat.

(Werner) Doch die Botschaft, die ihr hört, stammt nicht von mir, sondern von dem Vater, ...

Das „Wort“, das Jesus spricht, kommt vom Vater. Somit kann Jesus nicht das Wort von Joh. 1,1 sein.

Joh 15,15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt; denn ich habe euch alles kundgetan, was ich vom Vater gehört habe.

(Werner) Denn ich habe euch alles wissen lassen, was ich von meinem Vater erfahren habe.

(Zink) … denn alles, was ich hörte von meinem Vater, habe ich euch kundgetan.

Jesus hat, was er vom Vater gehört hat, verkündet, erklärt und bekannt gemacht. Damit kommt das „Wort“, das Jesus verkündet hat, von Gott, (Joh. 1,1) „und somit war Gott selbst das Wort“. Bei solchen Aussagen Jesu ist es unbegreiflich wie Theologen sagen können, dass Gott selbst in der Gestalt Jesu auf Erden gekommen sei.

Joh 15,25 Aber das ist geschehen, dass das Wort [von Gott Joh. 1,1] ausgeführt werde, das in ihrer Thora geschrieben steht (Psalm 35,19; 69,5): Ohne Grund haben sie mich gehasst.

Das Wort von Gott, der vorgesehener Erlösungsplan musste ausgeführt werden. Damit kann aber das Wort, das in der Thora geschrieben wurde, keine Person sein.

Joh 17,6 Ich habe Deinen Namen den Menschen bekannt gemacht, die Du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie und mir hast Du sie gegeben und Dein Wort haben sie gehalten.

(Werner) ... und sie haben dein Wort fest bewahrt.

Siehe Johannes 1,1: „Gott selbst war das Wort.“

Joh 17,7 Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was Du mir gabst, von Dir ist.

(Werner) Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

Alles, was Christus ist, kommt von Gott. Jesus hat nie irgendwie auch nur angedeutet, dass er Gott sei und auch keiner seiner Jünger wäre bei ihren monotheistischen Glauben je auf so einen Gedanken gekommen. Das Wort, das die Gläubigen gehört haben, kommt auch von Gott und damit ist das „Wort“ (Joh. 1,1) Gott selber. Jesaja 55,11: „So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt und ausführen, wozu ich es gesandt habe.“

Joh 17,8 Denn die Worte, die Du mir gabst, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von Dir ausgegangen bin, und geglaubt, dass Du mich gesandt hast.

(Zink) Denn die Worte, die du mir gabst, gab ich ihnen weiter.

Das „Wort“ (Joh. 1,1), das Gott zu Jesus gesagt hat, hat er weitergegeben und somit kann Jesus nicht Gott, das „Wort“, sein. Das „Wort“ – der Erlösungsplan, das Ziel, das Gott geplant hatte – ist in Jesus Christus Wirklichkeit geworden und damit ist er geistlich von Gott gekommen. 1. Tim. 3,16: „Groß und einzigartig ist das Geheimnis unseres Glaubens: In die Welt kam Christus als ein Mensch, (nicht als ein inkarnierter Gott-Mensch) und die Geistkraft Gottes (BigS) bestätigte seine Würde (dies hätte Gott nicht getan, wenn Jesus auch Gott gewesen wäre). Er wurde gesehen von den Engeln und gepredigt den Völkern der Erde. In aller Welt glaubt man an ihn und er wurde aufgenommen in Gottes Herrlichkeit.“

Jesus der Gesalbte, wurde als der Heiland der Welt für die Ausführung seines Auftrages von Gott geehrt, indem er ihn in seiner Herrlichkeit aufnahm.

Joh 17,14 Ich gab ihnen Dein Wort und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht aus der Welt sind, wie ich nicht aus der Welt bin.

(Werner) Ich habe ihnen deine Botschaft anvertraut.

Die Botschaft, die Jesus weitergegeben hat, ist das „Wort“ von Gott und damit war Gott selbst das Wort (Joh. 1,1). Das „Wort“, das auf Jesus als griechischen Logos hingedeutet, hat also nichts mit dem biblischen Jesus gemeinsam und wird auch nicht so erwähnt, sondern nur hineininterpretiert. Leider hat die Kirche, die wenig Unterschied zwischen Philosophie und Theologie gemacht hat, diese Lehre übernommen und damit die Trinitätslehre aufgebaut.

Joh 17,17 Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Wenn Jesus zu seinem Vater betet und dabei sagt: „Dein Wort ist die Wahrheit“, dann meint Jesus mit dem „Wort“ doch nicht sich selbst, wie es in der Einführung von Joh. 1,1 nach der Trinität gedeutet wird, sondern Gott selber, der seinen Erlösungsplan als Ziel mit uns Menschen ausführen wollte.

Joh1,14 a Das Wort [„Dabar“, dass Gott von Anfang an geplant hatte, der Erlösungsplan] wurde [in Jesus Christus] Mensch [d.h. Verkörpert, Wirklichkeit] und lebte unter uns.

Jesus war ein Mensch, aber kein inkarnierter Gott-Mensch, wie es in den griechischen Sagen bei den Göttern der Fall war, die von einer Gottheit gezeugt wurden und damit Gott-Mensch waren. Nirgendwo wird uns im Wort bezeugt, dass Christus Gott und gleichzeitig Mensch war, auch wenn es im Johannesprolog aus trinitarischer Sicht so gedeutet wird. Warum haben Jesus und die Apostel nie etwas von seinem Vorleben (Präexistenz) erwähnt? Hier in diesem Vers geht es nicht um die Menschwerdung Gottes, sondern um die Verwirklichung des Erlösungsplanes durch Jesus Christus.

Joh 1,14 b Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes vergebende Liebe und Treue zu uns gekommen. (Hfa)

… vom Vater verliehen ist. (Zink)

… die ihm der Vater gegeben hat. (GN)

… die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat. (NLB)

… wie sie dem eingeborenen (= einzigen) Sohne vom Vater verliehen wird;. (MG)

… wie sie nur der einzigartige Sohn vom Vater bekommen hat. (NEÜ)

Warum gab bzw. verlieh Gott seinem Sohn seine göttliche Herrlichkeit? Wenn er selbst angeblich „wahrer Gott und wahrer Mensch“ zugleich gewesen sein soll, dann hätte er sie doch bereits schon gehabt? Diese göttliche Herrlichkeit erhielt Jesus erst bei seiner Adoption, durch die Salbung von Gott, seinem geistlichen Vater zum Erlöser der Welt.

In Matt. 12:18 bezeichnet Matthäus Jesus als den von Jesaja vorhergesagten „erwählten Knecht Gottes“. Jesaja 42,1: „Der HERR spricht: „Seht, hier ist mein Bote, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben und er wird den Völkern mein Recht verkünden.“ Siehe Apg. 10,38: „… denn Gott selbst hatte ihm seine Macht durch seine Geistkraft (BigS) gegeben. Gott stand ihm bei.“ Siehe Joh. 10,36: „Wie könnt ihr dann demjenigen, den Gott erwählt, geheiligt und in die Welt [zu den Menschen] gesandt hat, sagen …“ (BigS)

Jesus wurde von Gott bei seiner Taufe geheiligt und mit seiner Geistkraft zum göttlichen sündlosen Messias gesalbt und nicht von Gott im Fleisch gezeugt. Jesus kam als menschliches Wesen in die Welt, und nicht in einem menschlichen Körper. Die Vergöttlichung Jesu findet ihren Höhepunkt im 4. Jahrhundert auf den Konzilen, als die Dreieinigkeitsdogmen von nichtjüdischen, philosophisch vorgebildeten, griechischen Kirchenältesten festgesetzt wurden. Da wurde aus dem „Wort“ das uns Jesus von Gott vermittelt hat, eine Person und Gott gemacht.

Wir sehen, Johannes selbst zeigt uns einen Gesamtüberblick darüber, wer oder was das „Wort“ (Dabar) ist. Johannes beginnt daher in seinem Evangelium mit Gottes Heilsplan mit uns Menschen, dies war das Ziel seiner Verkündigung. Er dachte nie daran, aus dem Sohn Gottes einen zweiten Gott zu machen (wie es heute fast überall gesehen wird), was ja dann auch noch vielfach in Widerspruch zu seinen eigenen Worten gestanden hätte.

Johannes 17,3: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

Auch wenn in der Einführung des Johannesevangeliums der Eindruck entstehen könnte, dass Christus der Sohn Gottes anders als in den drei anderen Evangelien -, als Gott dargestellt erscheint, so ist Christus doch kein griechisch-mythischer Gott. Er ist keiner, der in willkürlicher Allwissenheit und Allmacht ausgerüstet handeln würde, sondern er ist immer der Sohn des Vaters und hat Teil an seinem Wissen und seiner Macht, und seine Werke sind die Werke des Vaters.

Joh 3,35 Der Vater liebt den Sohn (den Erwählten (BigS) und hat ihm alle Macht gegeben.

… und alles hat er ihn in die Hand gegeben. (Zink)

Der Vater hat den Sohn mit seiner ungeteilten Liebe beschenkt und hat ihm alles anvertraut. (Werner)

Gott gibt seinem erwählten Sohn alle Macht. Das bedeutet, dass er diese noch nicht gehabt hat. Damit macht auch Jesus einen Unterschied zwischen Gott und sich selbst. Somit ist Jesus aber auch nicht der inkarnierte Gott-Mensch, sondern der zu seinem Dienst erwählte, ausgerüstete, göttliche Sohn Gottes und nicht ein Teil der trinitarischen Gottheit.

Joh 5,19 Da antwortete Jesus und sagte ihnen: „Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Was immer nämlich jener tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.

(Zink) Der Sohn tut nichts aus eigener Kraft.

(Werner) Der Sohn kann nichts aus sich selbst heraus tun.

Auch hier erkennen wir wieder, dass Christus kein inkarnierter mythischer Gott ist, der mit willkürlicher Allwissenheit und Allmacht ausgerüstet handelt. Jesus tut nur das, was er durch die geistliche Verbindung als göttlicher Sohn vom Vater aufgetragen bekommt. Gott stand hinter dem Menschen Jesus und tat ihm seinen Willen kund, den er weitergab. Gott können wir in Jesu Worten und Taten erkennen. Somit kann aber jemand, der gesandt wird, nicht der Sendende, nämlich Gott selbst, sein.

Joh 5,27 Und er [Gott] hat ihm (den Erwählten BigS) Macht gegeben, Gericht zu halten, da er der Menschensohn ist.

(Werner) Und er hat ihn dazu bevollmächtigt, das Gericht zu halten.

(Zink) Er gab ihm den Auftrag, Gericht zu halten.

(BigS) Und sie hat dem Erwählten Vollmacht gegeben.

Immer wieder handelt Jesus aus der Vollmacht Gottes, weil Gott ihm die Macht dazu gegeben hat. Und die Bezeichnung „Menschensohn“ bezieht Jesus prophetisch vorausschauend auf sich selbst, nach Dan. 7,13-14. Aber auch die Erhöhung Christi und die Macht als Richter bekommt Jesus erst, nachdem er seinen Auftrag als Messias ausgeführt hat. Somit sieht er diese auch nur vorausschauend.

Joh 5,30 Von mir aus kann ich überhaupt nichts tun. Gemäß dem, wie ich höre, richte ich und mein Gericht ist gerecht. Denn ich trachte nicht nach meinem Willen, sondern nach dem Willen dessen, der mich geschickt [beauftragt] hat.

(Zink) Nichts aber kann ich aus eigener Vollmacht tun.

(Werner) Ich bin nicht in der Lage, irgendetwas aus meiner eigenen Kraft heraus zu tun.

Der Gesandte ist immer niedriger als der Sendende. Jesus hat auch nicht eigenmächtig gehandelt, was er ja als inkarnierter Gott-Mensch ohne weiteres hätte tun können. Aber da er dies nicht war, stand er in dauernder Verbindung mit Gott und handelte so, wie dieser es ihm aufgetragen hat. Jesus hat seinen Willen immer unter den Willen des Vaters gestellt.

Joh 10,25 Jesus antwortete ihnen: „Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Taten, die ich im Namen meines Vaters vollbringe – die legen Zeugnis für mich ab.

Wieder erinnerte Jesus die Menschen daran, dass er die Wunder im Auftrag und mit Vollmacht seines Vaters tat und dies als Beweis seiner Bevollmächtigung von Gott reicht.

Joh 11,22 Aber auch jetzt weiß ich: Was immer du Gott bittest, wird Gott dir geben.

(Werner) … dass Gott dir alles geben wird, ganz egal, was du von ihm erbittest.

Marta wusste, dass Gott Jesu Gebete erhört. Wäre Marta je auf den Gedanken gekommen, dass Jesus selbst Gott ist? Diese Ansicht wird aber heute fast überall vertreten und dazu dient als Beweis die griechische Logos-Deutung von Joh. 1,1. Diese griechische „Logos-Lehre“ wurde wohl aus einem fanatischen Antisemitismus heraus gerne übernommen und zu dieser unbiblischen, von niemandem zu verstehenden Trinitätslehre ausgebaut.

Joh 17,2 wie Du ihm ja Macht über alles Fleisch gegeben hast, damit er allen, die Du ihm gabst, ewiges Leben gebe.

(Zink) Du hast mir Vollmacht gegeben, allen denen ewiges Leben zu verleihen, die du mir gegeben hast.

Gott hat seinem Sohn die Macht gegeben, durch sein stellvertretendes Opfer Menschen mit sich selbst zu versöhnen. Diese Macht hat Jesus erst nach seiner Verherrlichung erhalten und hätte sie nicht bedurft, wenn er ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen wäre, denn dann hätte er sie schon immer gehabt.

Joh 17,7 Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was Du mir gabst, von Dir ist.

(Werner) Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt.

Alles, was Christus ist, kommt von Gott. Jesus hat nie irgendwie auch nur angedeutet, dass er Gott sei und auch keiner seiner Jünger wäre bei seinem monotheistischen Glauben je auf so einen Gedanken gekommen. Das Wort, das die Gläubigen gehört haben, kommt auch von Gott und damit ist das „Wort“ (Joh. 1,1) Gott selber. Jesaja 55,11: „So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt und ausführen, wozu ich es gesandt habe.“

Weitere Biblestellen aus dem Johannesevangelium die einen Widerspruch zu der „Gott wurde Mensch“ Theorie aufzeigen:

Joh 5,44 Wie könnt ihr Vertrauen gewinnen, wenn ihr Ehre voneinander nehmt? Aber nach der Ehre, die von dem einzigen Gott kommt, trachtet ihr nicht.

… und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht. (Elbf.)

(Werner) Doch um die Anerkennung durch den einzigen wahren Gott bemüht ihr euch nicht!

Jesus kannte nur einen einzigen Gott, seinen Vater, aber keine Trinität. 5. Mose 6,4: „Höre Israel! Adonaj ist für uns Gott, einzig und allein Adonaj ist Gott.“ (BigS). Siehe auch die Aussagen Christi in Mark. 12, 29-34. Hat sich das Christentum vor dem einzigen Gott schuldig gemacht, weil es als Absonderung gegenüber Israel die Trinität einführte? Jesus sagt hier, dass der Vater der allein wahre GOTT ist. Wo ist da noch Platz für zwei weitere Gott-Personen?

Joh 6,27 Er wirkt nicht die Speise, die vergeht, sondern die Speise, die zum ewigen Leben bleibt, die euch der Menschensohn geben wird. Den nämlich hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.“

Denn Gott, der Vater, hat ihn dazu bestimmt und ihm die Macht gegeben. (Hfa)

… die der erwählte Mensch euch geben wird – denn ihn hat Gott bevollmächtigt. (BigS)

(Werner) Das ist der, auf den Gott der Vater sein Siegel der Bestätigung gesetzt hat.

Gott der Vater hat Jesus für seine von ihm kommende geistliche Nahrung bestimmt und ihm die Macht dazu gegeben. Das bedeutet doch, dass Gott der Auftraggeber und Jesus der Ausführende ist. Somit war Jesus kein inkarnierter Gott-Mensch und auch nicht Gott wie sein Vater. Gott selbst war das geistliche „Wort“, das Jesus bekannt gegeben hat. GOTTES Wort sagt: Es ist ein GOTT und ein Mittler zwischen GOTT und den Menschen, der Mensch Christus Jesus (1. Tim 2,5).

Joh 14,1 Lasst euch nicht erschrecken! Vertraut auf Gott und vertraut auf mich!

Wenn Jesus Gott gewesen wäre, dann hätte er sich nicht von Gott so klar unterschieden. Dann hätte er z.B. „vertraut uns“ gesagt, aber Christus hat sich nie als Gott bezeichnet. Die heutige Botschaft an die Christen lautet: Vertraut nicht nur Jesus, sondern auch Gott. Das jüdische Volk hat lernen müssen, wer Jesus ist, aber die Christenheit muss lernen, wer Gott ist. Jesus und Gott sind hier zwei konkrete Personen, doch wo ist die Person des Heiligen Geistes?

Joh 14,28 Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe weg und komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, weil der Vater größer ist als ich.

Im ganzen Johannesevangelium wird Christus mit unzweifelhafter Gewissheit als der vom Vater abhängige Sohn offenbart. „Der Vater ist größer als ich.“ Es gibt keinen Vers, der den Sohn als den inkarnierten Gott-Mensch zeigen würde. Dieser Unterschied zwischen dem Vater und dem Sohn passt sehr schlecht zu der traditionellen Sicht der Trinitätslehre. Christus ist kein griechischer Logos-Gott. Und nirgendwo in der Bibel wird Jesus gleichzeitig als wahrer Gott und als wahrer Mensch bezeichnet. Weiter auffallend ist, dass die trinitarische dritte Gottheit bei genauer Überprüfung bei Jesus als Person oder als Gott nicht vorkommt.

Joh 17,3 Das aber ist das ewige Leben, dass sie Dich erkennen, den allein wahren Gott, und den Du gesandt hast: Jesus, den Gesalbten.

(Luther) Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jesus beschreibt hier Gott als „den einen wahren Gott“ und unterscheidet sich gleichzeitig selbst von ihm, was leider die trinitarisch eingestellten Christen nicht tun, und damit den allein wahren Gott die Ehre nehmen. Wenn jetzt in Joh. 1,1 Jesus auch als Gott interpretiert wird, dann wäre diese Aussage Christi ein Widerspruch. Im Neuen Testament gibt es über 1300 Hinweise auf GOTT, bei denen die Schreiber eindeutig nicht von Jesus sprechen. Sie lehren uns damit, dass Jesus der gesalbte, göttliche Sohn Gottes und nicht der GOTT des Neuen Testamentes ist. Wurde die Trinität zur Abgrenzung zum Judentum eingeführt? Auch die Lehre von den zwei Naturen Christi ist nicht aus der Bibel entnommen. Für das Wort „gesandt“ können auch die Wörter gezeugt, erweckt, eingesetzt, gesalbt und geistlich geboren verwendet werden. Mit diesem Vers hatte der Kirchenvater Augustinus auch seine Schwierigkeiten und so baute er den Text wie folgt um: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich (Gott-Vater) und Jesus Christus (Jesus selbst), den du gesandt hast, als den allein wahren Gott anerkennen.“

Gott und Jesus Christus soll also der allein wahre Gott sein? Die Frage, die sich immer wieder stellt, ist: Sind die Textveränderungen, um die Trinität zu platzieren, auch von Gott inspiriert? Wenn Jesus ganz offensichtlich kein Trinitarier war, warum sollen es dann seine Nachfolger sein?

Auch nach den Worten Jesu von Joh. 20,17, können wir weiter erkennen, dass Christus nach seiner Auferstehung seinen Vater als seinen Gott ansieht, was wieder zu einem Widerspruch führen könnte, wenn wir die Eingangsworte des Johannesevangeliums trinitarisch verstehen würden.

Joh. 20,17: „Spricht Jesus zu ihr. Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“.

Eine eindeutige Aussage: Jesus hat einen Vater, der auch sein Gott und auch unser Gott ist und dies auch noch nach seiner Auferweckung. Kann man bei diesen Aussagen immer noch Christus mit dem alleinigen Gott gleichsetzen, wie es in Joh. 1,1-18 gern nach griechisch, philosophischer Weise interpretiert wird, um die Trinitätslehre daraus zu konstruieren?

Dazu wollen wir noch Jesu Worte aus Offenbarung 3,12, lesen:

Offb 3,12 Wer durchhält [überwindet], den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.

Wenn Jesus seinen Vater im Himmel immer noch allein in diesem Vers viermal als seinen Gott bezeichnet, dann kann doch die Trinitätslehre mit ihrer Interpretierung von Johannes 1,1 nicht stimmen. Wir haben es nach wie vor mit zwei verschiedenen Personen zu tun. Dürfen wir den Herrn Jesus als unseren Gott bezeichnen, wenn er selbst noch einen Gott hat? Wir sehen, es fand auch nach der Himmelfahrt Jesu und seiner Erhöhung immer noch keine Verschmelzung zwischen Gott und Jesus statt. Die Frage, die sich jetzt allen Christen stellt: Ist Jesus unser Gott, oder ist der Vater unseres Herrn Jesu unser Gott? Haben die Christen einen von Gott erhöhten Menschen zu ihrem Gott gemacht?

Wurde Jesus nach seiner Himmelfahrt mit seinem Vater als „Gott“ vereinigt?

Darauf scheint es nur eine selbstverständliche Antwort zu geben. Dennoch erlebt man auch als langjähriger Bibelleser, der sich dieser Frage widmet, eine erstaunliche Überraschung.

Zur Überprüfung der Frage eignet sich wohl kein anderes Buch der Heiligen Schrift besser als die Offenbarung des Johannes. Die Betrachtung der Offenbarung soll zeigen, dass die antijüdische Trinitätslehre nicht in der Bibel zu finden ist. Es gibt in der Offenbarung nur zwei Personen, die wir unterscheiden müssen. Die dritte Person der Gottheit mit ihren Thron wird nicht erwähnt, weil sie damals noch nicht bekannt war. Gleich im ersten Vers machen wir eine Entdeckung, die oberflächlich betrachtet zu Irritationen führen kann:

Offb 1,1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihn Gott gegeben hat (Luth), seinen Dienern zu zeigen, was schon bald geschehen wird. Christus schickte seinem Diener Johannes einen Engel, der ihm alles übermitteln sollte.

Gott, der Vater eröffnet seinem Sohn eine Offenbarung. Wenn Gott seinem Sohn etwas zeigt, so konnte Jesus auch nach seiner Himmelfahrt kein Gott gewesen sein, denn er kannte die Offenbarung nicht, die ihm Gott gegeben hat. Siehe Mk. 13,32: „Niemand weiß, wann das Ende kommen wird, weder die Engel im Himmel noch der Sohn. Den Tag und die Stunde kennt nur der Vater.“

Offb 1,2 Alles, was er gesehen und gehört hat, gibt Johannes hier weiter. Er bezeugt, was Gott gesagt und Jesus Christus ihm gezeigt und bestätigt hat.

Johannes beschreibt hier zwei Personen, Gott und Jesus Christus. Da Johannes keine Trinität kannte, beschreibt er Gott als den Auftraggeber und den erhöhten Jesus Christus als Ausführenden.

Offb 1,4 Dies schreibt Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asia: Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, der immer da ist, der von Anfang an war und der kommen wird [der da sein wird, das A und das O]; Gnade und Frieden auch von den sieben Geistern vor Gottes Thron (Hfa)

Hier in diesem Vers wird Gott beschrieben, weil auch die sieben Geister vor Gottes Thron stehen. Bei den Juden wurde der Name Gottes nicht ausgesprochen und man bezeichneten ihn daher folgendermaßen: „Er war und er ist und er wird sein, in herrliche Ewigkeit“ (D.H. Stern). Die Probleme in diesem Vers wie auch in Vers 8 entstehen dadurch, dass die Bezeichnung der Juden „und er wird sein“ mit der Aussage „der da kommen wird“ ersetzt worden ist. Dadurch kann Jesus als ein Gott wie sein Vater hingestellt werden.

Offb 1,5 und von Jesus Christus, der uns zuverlässig Gottes Wahrheit bezeugt. Er ist der Erstgeborene von den Toten (Luth.) und herrscht über alle Könige dieser Erde. Er liebt uns und hat sein Blut für uns vergossen, um uns von unserer Schuld zu befreien,

In Vers 4 ist Gott und in Vers 5 ist Jesus Christus gemeint. Wenn Jesus der Erstgeborene von den Toten ist, kann er kein Gott gewesen sein, denn Gott kann nicht sterben. Auch die Zweinaturenlehre von Christus ist der Bibel unbekannt. Die Zahl sieben erscheint circa 46 Mal in der Offenbarung und hat verschiedene Bedeutungen. Auch die sieben Geister werden viermal verschieden erwähnt, so dass keine genaue Deutung möglich ist. Auf jeden Fall sind die sieben Geister, wie es nach trinitarischer Ansicht behauptet wird, nicht die dritte Person der Gottheit, denn diese kannte man damals noch nicht. Vielleicht ist die Siebenzahl ein Ausdruck der Fülle des Geistes Gottes, mit der er in seine Gemeinde hineinwirkt. Auffallend ist, dass unser Herr Jesus die trinitarische dritte Gottheit auch in der Offenbarung nicht erwähnt hat.

Offb 1,6 er gibt uns Anteil an seiner Herrschaft und hat uns zu Priestern gemacht, die Gott, seinem Vater, dienen. Ihm gehören Ehre und alle Macht für immer und ewig. Amen!

Auf der Erde bezeichnete sich Jesus als der Menschensohn, bezugnehmend auf die prophetische Vorhersage aus Dan. 7, 13-14. Diese Vorhersage hat sich nach seiner Himmelfahrt erfüllt und somit wird auch im Himmel zwischen Gott und Jesus unterschieden. Auffallend ist, dass Jesus auch im Himmel immer noch einen Gott hat. Dies zeigt, dass er selbst kein Gott sein kann. Auch wenn Jesus nicht unser Gott ist, so gebührt ihm durch seine für uns bewirkte Erlösungstat, für die Kindschaft Gottes, Ehre für alle Ewigkeit.

Offb 1,7 Seht! Jesus Christus wird in den Wolken kommen. Alle Menschen werden ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben. Dann werden alle Völker dieser Erde jammern und klagen. Das ist ganz sicher. Amen!

Jesus wird im Auftrag seines Vaters kommen. „Auch für alle, die ihn durchbohrt haben“, d.h. die ihn in der Vergangenheit abgelehnt haben und nun ihre Verlorenheit endgültig erkennen. Dieser Vers besagt, dass es trotz Erkenntnis für sie bei dem Kommen Christi für eine Bekehrung zu spät ist.

Offb 1,8 nach Luther: Ich bin das A und das O, spricht Gott, der Herr, der da ist und der da war und der da kommt [der da sein wird] der Allmächtige.

Hier in diesem Vers wird Gott der „Herr“ in Kleinbuchstaben beschrieben und damit wird nach trinitarischer Weise angedeutet, das Jesus das A und das O bzw. auch Gott ist. Doch diese Bezeichnung ist kein Titel für Gott, sondern die Beschreibung einer Person bzw. seiner Aufgabe, wie es bei Jesus als dem Erlöser der Welt auch der Fall ist. Gleichzeitig kündigt er seine Wiederkunft als Herrscher über die Welt an. Ein Problem dieser Übersetzung und Übertragung auf Jesus ist, dass es nur einen Allherrscher bzw. nur einen Allmächtigen geben kann und dieser der alleinige Gott der HERR selbst ist.

Weiter ist hier ein Problem wie in Vers 4 sichtbar. Es entstehen durch das Austauschen des Wortes „der immer sein wird“ mit dem Satz „der da kommt“ auch in diesem Vers verschiedene Meinungen und Ansichten über Jesus. Der Bibelübersetzer Hans Bruns kommentiert den Vers 8 wie folgt: Gott selbst wird in Ehrfurcht überhaupt nicht genannt (die Juden sangen in ihren Versammlungen: „ … der da ist, der da war, und der da sein wird.“

Jes. 41,4: „Wer tut und macht das? Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe.“ (Luther)

Jes. 44,6: „Ich, der HERR, der König und Befreier Israels, der allmächtige Gott, sage: Ich bin der Erste und der Letzte. Außer mir gibt es keinen Gott!“ (Hfa.)

Leider wird der Vers 8 aus trinitarischer Sicht dazu verwendet, um Jesus als Gott wie seinen Vater zu beweisen. Doch die Jesaja-Verse zeigen uns ganz deutlich, wer in diesem Fall das A und das O ist. Der Herr Jesus wird in der Schrift kein einziges Mal als Gott oder der Allmächtige bezeichnet, denn allmächtig ist nur der alleinige Gott, der Vater von Jesu. Siehe auch Offb. 4,8; 11,17; oder 21,6.

Jesus ist somit nicht der allmächtige Gott, weil er das – wie die gesamte Offenbarung zeigt – niemals war. Jesus ist der Anfänger und Vollender unseres Glauben und damit das A und das O im Erlösungswerk Gottes und nicht, wie es trinitarisch gedeutet wird, Gott selbst.

Offb 1,13 Mitten zwischen ihnen stand einer, der wie ein Mensch aussah. Er hatte ein langes Gewand an, und um die Brust trug er einen goldenen Gürtel.

Jesus ist im Himmel der prophetisch vorhergesagte Menschensohn von Dan. 7, 13-14. Er ist der von Gott erhöhte Sohn, siehe Phil. 2,9: „Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht.“ Jesus ist somit nicht als Gott von Gott aufgenommen worden, sondern als der erhöhte Menschensohn. Siehe Offb. 2,28: „Und wie mein Vater mir Macht und Herrschaft gab.“

Auch hier müssen wir zwischen Gott, dem Vater, und seinen Sohn Jesus Christus unterscheiden.

Offb 1,16 In seiner rechten Hand hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, doppelschneidiges Schwert. Sein Gesicht leuchtete strahlend hell wie die Sonne.

Johannes sieht Jesus in seiner großen Herrlichkeit, die ihm sein Gott und Vater gegeben hat. Siehe Eph. 1,20: „... mit der er Christus von den Toten auferweckte und ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gab!“

Kann nach diesem Vers unser Herr Jesus der inkarnierte Gott-Mensch gewesen sein, der von Gott auferweckt und nach seiner Himmelfahrt mit einem Ehrenplatz belohnt wurde?

Eph. 1,21: „Mit ihr (mit seiner Geistkraft) hat Gott ihn zum Herrscher eingesetzt über alle Mächte und Gewalten, über alle Kräfte und Herrschaften dieser und der zukünftigen Welt.“

Warum hat Gott Jesus zum Herrscher eingesetzt, wenn er selbst Gott schon vor seiner Menschwerdung gewesen sein soll?

Eph 1,22 „Alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt und ihn zum Haupt seiner Gemeinde gemacht.“

Immer wieder ist nur der alleinige Gott als der Handelnde zu erkennen, indem er z.B. seinen Gesalbten, seinen bevollmächtigten Sohn, zur Belohnung seines Dienstes mit Macht und Herrlichkeit auszeichnet. Wäre dies nötig gewesen, wenn der erhöhte Christus schon immer der zweite Gott gewesen wäre?

Offb 1,17 Als ich das sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Aber er legte seine rechte Hand auf mich und sagte: »Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte, [im Erlösungswerk Gottes] und der Lebende.

Offb 1,18 Ich war tot, [dies betrifft Jesus, denn Gott kann nicht sterben, 1.Tim. 6,16] doch nun lebe ich für immer und ewig, und ich habe Macht über den Tod und das Totenreich.

Jes. 48,12 „Hört mir zu, ihr Nachkommen Jakobs, die ich als mein Volk auserwählt habe: Ich bin Gott. Ich bin der Erste und der Letzte.“ Wenn Gott Jahwe im Alten Testament einige Male als der Erste und der Letzte beschrieben wird und Jesus sich auch als den Ersten und den Letzten bezeichnet sowie als denjenige, der tot war, so muss diese Bezeichnung bei Jesus eine andere Bedeutung haben. Jesus war der Erste und Letzte in einer bestimmten Sache, nämlich im Erlösungswerk Gottes. Dazu Hebr. 12,2: „... und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger A und Vollender O des Glaubens,“

Jak. 1,18: ,,Es war sein (Gottes) Wille, dass er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die rettende Botschaft, neues Leben geschenkt hat. So sind wir der Anfang einer neuen Schöpfung geworden.“

Wenn Jesus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens und des Neuen Bundes ist und die Gläubigen der Anfang der neuen Schöpfung geworden sind, so ist Jesus im Erlösungswerk Gottes der Anfang, „das A“, und die Vollendung, „das O“.

Offb 2,8 »An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Diese Botschaft kommt von dem, der zugleich der Erste und der Letzte [im Erlösungswerk Gottes] ist, der tot war und nun wieder lebt.

Auch hier bezeichnet sich Jesus „als der Erste und der Letzte“ ebenso wie Gott. Diese Bezeichnung ist aber kein Titel für Gott, denn Jesus betont hiermit, dass er der Einzige war, der bis dahin gestorben und zum ewigen Leben von den Toten auferweckt worden ist. Damit sagt Jesus, dass er ein anderer als der alleinige Gott war, da Gott nicht sterben kann. Jesus ist der Einzige und Alleinige, der von Gott für sein Erlösungswerk als Erlöser bestimmt war, und somit kann diese Bezeichnung kein Titel für Gott sein. Der Erste und der Letzte ist hier also der Sohn Gottes – nicht Gott selbst. Zudem spricht Jesus als der Erste und der Letzte in 3,2 und 3,12 insgesamt fünf Mal von seinem Gott. Dies alles zu ignorieren, indem man darauf beharrt, dass Jesus JHWH sei, weil beide sich als „der Erste und der Letzte“ bezeichnen, entspricht durchaus der trinitarischen Theologie, verändert jedoch ganz gewaltig das Zeugnis der Heiligen Schrift.

Offb 2,28 Und wie mein Vater mir Macht und Herrschaft gab, will ich sie auch jedem geben, der im Glauben festbleibt. Als Zeichen der Macht schenke ich ihm den Morgenstern.

Auch im Himmel hat Jesus noch einen Vater, von dem er seine Macht und Herrschaft bekommen hat. Und auch hier ist von zwei verschiedenen Personen die Rede, von Gott dem Vater und von Jesus selbst. Wenn Gott seinem Sohn die Herrschaft gab, dann hat er sie vorher noch nicht gehabt, dann war er vorher nicht präexistent und auch kein zweiter Gott.

Offb 3,2 Wach auf und stärke die wenigen, deren Glaube noch lebendig ist, bevor auch ihr Glaube stirbt. Denn so, wie du bisher gelebt hast, kannst du vor meinem Gott nicht bestehen.

Jesus bezeichnet auch im Himmel seinen Vater noch als seinen Gott. Wenn Jesus im Himmel einen Gott hat, warum sollen dann seine Nachfolger drei Gottheiten haben?

Offb 3,5 Wer durchhält und den Sieg erringt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen.

Auch hier erkennen wir, dass der Herr Jesus immer noch den allmächtigen Gott als seinen Vater nennt und somit selbst kein Gott gewesen sein kann.

Offb 3,12 Wer durchhält, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.

Wenn Jesus seinen Vater im Himmel immer noch allein in diesem Vers viermal als seinen Gott bezeichnet, dann kann doch die Trinitätslehre nicht stimmen. Wir haben es nach wie vor mit zwei verschiedenen Personen zu tun. Dürfen wir den Herrn Jesus als unseren Gott bezeichnen, wenn er selbst noch einen Gott hat? Wir sehen, es fand auch nach der Himmelfahrt Jesu und seiner Erhöhung immer noch keine Verschmelzung zwischen Gott und Jesus statt. Die Frage, die sich jetzt allen Christen stellt: Ist Jesus unser Gott, oder ist der Vater unseres Herrn Jesu unser Gott? Haben die Christen einen von Gott erhöhten Menschen zu ihrem Gott gemacht?

Offb. 3,14: „Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der [neuen geistlichen] Schöpfung Gottes.“

Hier bestätigt Jesus, dass er kein Gott ist, sondern der Anfang der geistlichen Schöpfung Gottes, des Neuen Bundes, und damit der unter seiner Gnade stehenden Gemeinde. Gott als der Schöpfer hat keinen Anfang; nur der Sohn hat einen Anfang. Dazu 1. Petr 1,20: „Schon vor Erschaffung der Welt von Gott ausersehen, ist er jetzt am Ende der Zeit erschienen um euretwillen.“ (Thimme). Ausersehen bedeutet nicht, von Anfang an präexistent gewesen zu sein, wie auch die Gläubigen nicht präexistent waren, die Gott von Anfang an auserwählt hat (siehe 1. Petrus 1,2). So war auch Jesus vor der Erschaffung der Welt als der kommende Messias ausersehen, aber nicht präexistent. Erst am Ende der Zeit ist er für uns als Mensch geboren worden und hat als der Gesalbte Gottes den Erlösungsplan, das Ziel Gottes, verwirklicht (siehe Hebr. 1,2).

Offb 3,21 nach Luther: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.“

(Zink) Dem Überwinder werde ich das Vorrecht geben, mit mir auf den Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mit meinem Vater herrsche.

Wenn Jesus nach seiner Überwindung bzw. nach seinem Sieg im Himmel einen Ehrenplatz an Gottes rechter Seite erhalten hat (Hebr. 12,2) und Gott noch sein Vater ist, dann kann er selbst nicht Gott sein. Er kann auch nicht gleichwertig auf dem Thron Gottes sitzen, wie es fast alle Übersetzer gerne sehen wollen, um die Gottheit Jesu nach trinitarischer Weise bestätigt zu sehen. Aber der Vers 3,21 besagt, dass die Gläubigen mit Jesus auf seinem Thron sitzen werden. Jesus hatte damit seinen eigenen Thron an Gottes rechter Seite. Siehe auch Mat. 19,28: „… wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit.“ Somit kann die weitere Darstellung in diesem Vers „dass sich Jesus auf den Thron Gottes mit seinem Vater gesetzt hat“ nicht im Original so geschrieben worden sein. Entweder sitzt Jesus auf seinem eigenen Thron oder er sitzt auf Gottes Thron. Es ist ja wohl ein Unterschied zwischen dem Satz: „Mit meinem Vater auf seinem Thron mich setze“ nach Luther oder „mit meinem Vater herrsche (Zink)“.

Offb 5,5 Doch einer von den Ältesten sagte zu mir: »Weine nicht! Einer hat gesiegt; er kann das Buch öffnen und seine sieben Siegel brechen. Es ist der Löwe aus dem Stamm Juda, der Nachkomme König Davids.«

Jesu Stammbaum hat noch im Himmel eine Bedeutung, denn er wird noch als der Nachkomme von König David beschrieben. Doch wie konnte diese Nachkommenschaft noch eine Bedeutung gehabt haben, wenn Josef nach der Trinität nicht der leibliche Vater sein darf und Maria nicht aus der direkten Nachkommenschaft Davids bzw. Salomons, sondern aus der Linie Nathans abstammt? Wurde nicht erst durch die sogenannte Jungfrauengeburt die Lehre von Maria als Himmelskönigin und als Mutter Gottes eingeführt? Wurde nicht gleichzeitig durch die Ausklammerung Josefs als leiblichem Vater aus Jesus ein inkarnierter Gott-Mensch gemacht, und ist nicht damit auch die Lehre der Trinität als Grundlage entstanden?

Offb 5,6 Und dann sah ich es: In der Mitte vor dem Thron, umgeben von den vier mächtigen Gestalten und den Ältesten, stand ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet wäre. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen. Das sind die sieben Geister Gottes, die in die ganze Welt ausgesandt worden sind.

Dieses Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet wäre, ist der von Gott erhöhte Mensch, nämlich Jesus Christus, der Gesalbte Gottes, der Erlöser der Welt.

Offb 5,7 Das Lamm ging zu dem, der auf dem Thron saß, und empfing das Buch aus dessen rechter Hand.

Auch im Himmel wird Jesus nicht als Gott, sondern als das Lamm Gottes beschrieben, der das Buch von Gott empfing, der auf dem Thron saß. Kann man bei all diesen Beschreibungen Jesu im Himmel noch von einem trinitarischen Gott sprechen?

Offb 5,8 Im selben Augenblick fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Jeder von ihnen hatte eine Harfe und goldene Schalen voller Weihrauch. Das sind die Gebete aller, die zu Gott gehören.

Dieses Niederfallen vor dem Lamm war keine Anbetung, sondern eine Huldigung und Verehrung. All die Gebete wurden nur zu Gott im Namen Jesu gerichtet. Auch wenn es manchmal durch Übersetzungen so dargestellt wird, gibt es doch keine Gebete zu Jesus, dem Heiligen Geist oder zu der Mutter Jesu.

Offb 5,9 Und alle sangen ein neues Lied: »Du allein bist würdig, das Buch zu nehmen, nur du darfst seine Siegel brechen. Denn du bist als Opfer geschlachtet worden, und mit deinem Blut hast du Menschen für Gott freigekauft; Menschen aller Stämme und Sprachen, aus allen Völkern und Nationen.

Christus hat mit seinem Blut Menschen für Gott freigekauft. Das Blut Christi ist das Kostbarste, was es für uns Menschen geben kann, weil wir durch Christi Opfer vor Gott gerecht gesprochen werden. Dies war der Inhalt des Liedes, das zur Ehre Jesu gesungen wurde. Auffallend ist auch hier, dass in diesem Lied nur ein Gott erwähnt wird.

Offb 5,10 Durch dich sind sie jetzt Könige und Priester unseres Gottes, und sie werden über die ganze Erde herrschen.«

Durch den Glauben an Jesu Erlösung wurden die Gläubigen jetzt Gottes Eigentum und damit Erben des Königreiches. Wenn hier Johannes den Satz „unseres Gottes“ schreibt, dann bezeugt er damit, dass er nur einen Gott gekannt hat und dass der trinitarische Gott im Himmel unbekannt war.

Offb 5,12 Die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob (Luth.)

Ja, das Lamm, das geschlachtet ist, ist unser Herr Jesus, dem alle Ehre für seine Verdienste gebührt.

Nach Sprüche 8,22-36 wird Jesus der Trinität nach gern als personifizierte Weisheit identifiziert, doch erst hier empfängt das „Lamm“ von Gott „Weisheit“ und kann daher nicht der präexistente Werkmeister von den angegebenen Versen sein. Das Lamm im Himmel und der Allmächtige sind auch hier zwei verschiedene Personen, und somit kann das Lamm nicht gleichzeitig auch Gott sein. Die Anbetung gehört Gott allein, auch wenn hier in diesem Vers der Eindruck entsteht, dass Jesus im Himmel angebetet wurde. Offb. 19,10: „Bete allein Gott an.“

Offb 6,1 Nun sah ich, wie das Lamm das erste der sieben Siegel aufbrach. Da hörte ich eine der vier Gestalten mit Donnerstimme rufen: »Los!«

Jesus, das Lamm, öffnet die Siegel des siebenfach versiegelten Buches, das er aus der Hand GOTTES genommen hat. Auch hier erkennen wir den Unterschied zwischen Gott und dem Lamm.

Offb 6,10 Laut riefen sie: »Du heiliger und wahrhaftiger Gott! Wann endlich sprichst du dein Urteil über all die Menschen auf der Erde, die uns verfolgt und getötet haben? Wann wirst du sie dafür bestrafen?«

Es gibt nur einen heiligen und wahrhaftigen Gott, und dies ist Jahwe, der Gott Israels und des Alten Bundes. Somit war der trinitarische Gott unserem Herrn Jesus und den Aposteln unbekannt.

Offb 6,16 Und alle schrien zu den Bergen: »Stürzt doch auf uns herab! Verbergt uns vor den Augen dessen, der auf den Thron sitzt [Gott] und vor dem Zorn [der Ablehnung] des Lammes!

Immer wieder wird in der ganzen Offenbarung zwischen dem alleinigen Gott und seinem Sohn, dem Lamm, unterschieden. Die Trinität ist auch in der Offenbarung einfach unbekannt.

Offb 7,17 Denn das Lamm, das vor dem Thron steht, wird ihr Hirte sein. Er wird sie zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens entspringt. Und Gott wird ihnen alle Tränen abwischen!«

Das Lamm, das vor dem Throne bzw. vor Gott steht, wird die Gläubigen zu Gott führen, und Gott wird ihnen alle Tränen abwischen. Wieder sind zwei Personen die Handelnden. Doch wie kann bei solchen Aussagen die Trinitätslehre eine der Hauptlehren der Christenheit sein? Ist durch diese Lehre ein anders Gottesbild entstanden, das nicht mehr biblisch ist?

Offb 10,7 Denn wenn der siebte Engel seine Posaune bläst, wird Gott seinen geheimen Plan vollenden, so wie er es seinen Dienern, den Propheten, zugesagt hat.«

Gott selbst ist derjenige („Das Wort“ von Joh. 1,1), der seinen Erlösungsplan und die Geschicke der Menschheit durch seinen Gesalbten vollendet. Gott selbst ist das „Wort“. Er hatte die Erlösung in seiner Weisheit von Anfang an in seinem Plan.

Offb 11,17 und beteten: »Wir danken dir, HERR, du großer, allmächtiger Gott, der du bist und immer warst. Du hast deine große Macht bewiesen und die Herrschaft übernommen.

Hier in diesen Versen wird unser allmächtiger Gott, der ist und immer war (das A und das O), von den vierundzwanzig Ältesten angebetet. Doch der Herr Jesus wird hier nicht erwähnt. Auch das Wort „der du immer warst“ wurde nicht mit dem Wort „der wiederkommt“ – wie in Offb. 1,8 – ausgetauscht.

Offb 12,10 Jetzt hörte ich eine gewaltige Stimme im Himmel rufen: »Jetzt ist es geschehen: Unser Gott hat gesiegt! Jetzt hat er seine Gewalt gezeigt und seine Herrschaft angetreten! Jetzt liegt die Macht in den Händen des Königs [seines Gesalbten], den er selber eingesetzt hat (GN). Denn der Ankläger ist endgültig gestürzt, der unsere Brüder und Schwestern Tag und Nacht vor Gott beschuldigte.

Zwei Personen werden hier erwähnt: Gott, der den Sieg errungen hat, und sein Gesalbter, den er als König eingesetzt hat. Gleichzeitig zeigt uns dieser Vers, dass die anklagende Macht Satans ein Ende gefunden hat. Er hat im Himmel keinen Zutritt mehr.

Offb 12,11 Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und weil sie sich zu Gott bekannt haben. Sie haben ihr Leben für Gott eingesetzt und den Tod nicht gefürchtet.

Sie haben gesiegt, durch das Blut des Lammes und weil sie sich zu Gott bekannt haben. Hier handelt es sich wieder um zwei verschiedene Personen, um Gott und das Lamm.

Offb 13,8 Und alle Menschen auf der Erde werden das Tier verehren und anbeten: alle, deren Namen nicht schon seit Beginn der Welt im Lebensbuch des geschlachteten Lammes stehen.

Unser Herr Jesus ist hier als das Lamm beschrieben, das vor Beginn der Welt im Plan Gottes für die Erlösung der Menschheit dazu vorhergesehen war. In dem unveränderlichen Plan und dem Vorherwissen Gottes war Jesus schon von Anbeginn an geopfert worden. Jesus, aber auch die Gläubigen sind von Anfang an im Denken und im Plan Gottes ausersehen und existent gewesen. Somit war eine Präexistenz der Gläubigen und von Jesus Christus nur im Plan Gottes vorhanden.

Offb 14,1 Ich sah das Lamm auf dem Berg Zion stehen, umgeben von 144000 Menschen. Auf ihrer Stirn stand sein Name und der Name seines Vaters.

Unser Herr Jesus ist hier als das Lamm beschrieben, das vor Beginn der Welt im Plan Gottes für die Erlösung der Menschheit vorhergesehen war. In dem unveränderlichen Plan und dem Vorherwissen Gottes war Jesus schon von Anbeginn an geopfert worden. Jesus, aber auch die Gläubigen sind von Anfang an im Denken und im Plan Gottes ausersehen und existent gewesen. Somit war eine Präexistenz der Gläubigen und von Jesus Christus nur im Plan Gottes vorhanden.

Offb 14,4 Sie sind ihrem Herrn treu geblieben und haben sich nicht durch Götzendienst verunreinigt. Sie sind rein und folgen dem Lamm überallhin. Als erste von allen Menschen sind sie von ihrer Schuld freigekauft und ganz Gott und dem Lamm geweiht.

Hier in diesem Vers wurde nicht „Gott das Lamm“ formuliert, sondern „Gott und dem Lamm geweiht“. Das Lamm im Himmel symbolisiert den Erlöser Jesus Christus, der mit seinem Blut Menschen für Gott erkauft hat. Somit kann das Lamm kein Gott sein, denn das Lamm ist der Weg zu Gott hin geworden, und ein Gott kann ja schlecht ein Weg zu Gott sein.

Offb 14,7 Laut rief er: »Habt Ehrfurcht vor Gott und gebt ihn die Ehre. (Werner) Denn jetzt wird er Gericht halten. Betet den an, der alles geschaffen hat: den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen.«

Hier werden die Bewohner der Erde aufgefordert, Ehrfurcht vor Gott zu haben und ihn zu verherrlichen. Weiter werden die Menschen aufgefordert, den anzubeten, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Schöpfer des Himmels und der Erde ist Gott allein. Jesus als Schöpfer oder Mitschöpfer wird nicht erwähnt, weil er keine Präexistenz gehabt hat. Wenn wir jetzt die Ehre, die Gott allein zusteht, anderen geben, dann wird Gott verunehrt.

Jes. 43,10: „Meine Zeugen seid ihr Israeliten! Ich, der HERR, habe euch erwählt, damit ihr mir dient. Ich möchte, dass ihr mich kennt und mir vertraut. Ihr sollt begreifen: Ich bin der einzige Gott. Es gibt keinen Gott, der vor mir da war und es wird auch in Zukunft nie einen anderen geben.“

Jes. 43,11: „Ich, der HERR, bin der einzige Gott. Nur ich kann euch retten.“

Jes. 48,11: „ … denn ich will meine Ehre keinem andern lassen.“

Die Frage, die sich wieder stellt, ist: Haben die Christen noch Ehrfurcht vor dem alleinigen Gott, wenn sie neben ihn oder vor ihn noch mehrere Gottheiten und Heilige stellen und diese auch noch anbeten?

Offb 14,12 Hier müssen alle, die zu Gott gehören, ihre Standhaftigkeit beweisen; denn nur die können bestehen, die nach Gottes Geboten leben und dem Glauben an Jesus treu bleiben.«

Hier handelt es sich um die Gläubigen, die zu Gott gehören und die ihre Standhaftigkeit beweisen, indem sie die Gebote Gottes in seiner Liebe und Gnade ausleben und am Glauben an die stellvertretende Erlösungstat Jesus festhalten. Auch hier erkennen wir zwei Personen, die erwähnt werden, nämlich Gott und Jesus Christus.

Offb 16,5 Dabei hörte ich, wie der Engel, der über das Wasser herrscht, sagte: »Du hast dein Urteil gesprochen, du heiliger Gott, der du bist [das A] und immer warst [das O]. Dein Urteil ist richtig und gerecht.

Hier wird der alleinige heilige Gott, der schon immer Seiende, über sein gerechtes Urteil angesprochen. Auch hier wird der alleinige Gott als das „A“ und das „O“ bezeichnet, und es ist auch hier schwerlich ein trinitarischer Gott zu erkennen.

Offb 19,6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der HERR, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen! (Luth.)

„Der HERR, unser Gott, der Allmächtige“, ist niemals ein dreieiniger Gott. Im Himmel gibt es keine Trinitätslehre.

Siehe Ps. 47,6-10: „Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Hall der Posaune. Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen! Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.“ (Luther)

Sacharja 14,9: „Und der HERR wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der HERR der Einzige sein und sein Name der einzige.“

Offb 19,7 Wir wollen uns darüber freuen, jubeln und Gott ehren. Jetzt ist der große Hochzeitstag des Lammes gekommen; seine Braut ist bereit!

Siehe Mat 22,2: „Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit einem König, der für seinen Sohn ein großes Hochzeitsfest vorbereitete.“ Dieser König ist Gott, der Vater, der für seinen Sohn, der immer noch als das Lamm bezeichnet wird, eine Hochzeitsfeier vorbereitet.

Offb 19,9 Dann befahl mir der Engel: »Schreib: ›Glücklich, wer zum Hochzeitsfest des Lammes eingeladen ist!‹«

Und er fügte hinzu: »Gott selber hat das gesagt, und seine Worte sind zuverlässig!«

Ja, glücklich ist, wer zu der Hochzeit des Lammes von Jesus Christus eingeladen wird. Auch hier handelt es sich wieder um zwei Personen, um das Lamm und um Gott.

Offb 21,6 Und weiter sagte er: »Alles ist in Erfüllung gegangen. Ich bin der Anfang, und ich bin das Ziel, das A und O. Allen Durstigen werde ich Wasser aus der Quelle des Lebens schenken.

Der Erlösungsplan mit uns Menschen ist in Erfüllung gegangen und abgeschlossen. Der Eine, der „auf dem Thron“ sitzt, ist allein unser himmlischer Vater, der „alles neu“ machen wird. Er ist das A und das O, der Anfang und das Ziel mit uns Menschen, und sein Plan hat sein Ziel erreicht. Er wird jetzt bei Menschen wohnen die schon vorher seine Liebe erwidert haben, und ihnen dafür alle Tränen abwischen, d.h. sie mit seiner Liebe belohnen. Auch Trauer, Geschrei und Schmerz wird der Vergangenheit angehören. Für Gottes Volk sind diese Dinge für immer vorbei.

Offb 21,7 Wer durchhält und den Sieg erringt [beibehält], wird dies alles besitzen. Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Kind sein.

In diesen wunderbaren Versen von 1-7 erkennen wir nur unseren alleinigen Gott. Zur Zeit der Apostel kannte man noch keine drei Gottheiten, und somit würden sie auch heute mit ihrer monotheistischen Gotteseinstellung bei keiner Kirche und Kirchengemeinde eine Aufnahme finden. Wie würden sich die Apostel in den Gottesdiensten der heutigen Christen verhalten, wenn fast alle Ehre und Anbetung an den zweiten trinitarischen Gott gerichtet wird und wenn der dritte Gott auch noch Anbetung erhält? Ja, was würden sie dazu sagen, wenn aus trinitarischer Sicht auch die Mutter Jesu noch Anbetung erhält?

Offb 21,22 Nirgendwo in der Stadt sah ich einen Tempel. Ihr Tempel ist der HERR selbst, der allmächtige Gott, und mit ihm das Lamm.

Hier im neuen Jerusalem wird der allmächtige Gott und mit ihm das Lamm erwähnt, doch wo ist der Heilige Geist? Wo ist die Trinität? Gott ist im geistlichen Sinn jetzt für sein Volk der Tempel Gottes und so wird es auch in der Ewigkeit auf der neuen Erde sein. Dort, wo Gott wohnt, ist die Wohnung Gottes, das Allerheiligste, der Himmel. Somit kann es sich nicht um ein Gebäude als Tempel handeln. Auch die Gläubigen sind durch die Gnade Gottes sein geistlicher Tempel, aber kein Tempel als Gebäude.

Offb 21,23 Die Stadt braucht als Lichtquelle weder Sonne noch Mond, denn in ihr leuchtet die Herrlichkeit Gottes und das Licht des Lammes.

Im neuen Jerusalem leuchten die Herrlichkeit Gottes und das Licht (die Lampe) des Lammes. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Leuchten der Herrlichkeit Gottes und dem Licht des Lammes?

Offb 22,16 Ich, Jesus, habe meinen Engel zu dir gesandt, damit du den Gemeinden alles mitteilst. Ich bin die Wurzel und der Nachkomme aus der Familie Davids. Ich bin der helle Morgenstern.«

Wie kann Jesus der prophetisch vorhergesagte Nachkomme aus der Familie Davids sein, wenn er doch ein inkarnierter Gott-Mensch gewesen sein soll? Wie kann der Gesalbte Gottes aus dem Stamm Davids abstammen, wenn Josef nicht sein Vater sein darf und Maria es nicht sein kann, weil sie nicht von den Nachfolgern Davids, nämlich Salomons, abstammt, sondern von Nathan? Nur die Nachfahren der königlichen Linie erben das Thronrecht. Mit dieser Aussage bestätigt Christus, dass er kein präexistenter Gott-Sohn war, sondern als Mensch aus dem Stamm Davids kam und von Gott bei seiner Taufe als Sohn und zukünftiger Messias gesalbt wurde. Somit ist nicht Josef der Adoptivvater von Jesus, sondern Gott.

Jetzt am Ende der Offenbarung können wir feststellen, dass im Himmel immer noch zwei verschiedene Personen existieren, Jahwe unser himmlischer Vater, der immer noch der einzige Gott ist, und sein erhöhter Sohn, Jesus Christus, der immer noch als das Lamm aus dem Stamm Davids bezeichnet wird. Die trinitarische dritte Person der Gottheit, der Heilige Geist, und sein Thron finden keine Erwähnung.

Die Frage, die sich wieder stellt, ist: Sprechen all diese Verse, die hier in der Betrachtung aufgeführt wurden, nicht sehr deutlich gegen die antijüdische Trinitätslehre, die dem alleinigen Gott die Ehre nimmt?

Handelt es sich in diesem Buch der Offenbarung nicht in erster Linie um Gott den Vater (Jahwe) und um seinen über alle Maßen erhöhten Sohn Jesus Christus?

Wollen wir unseren himmlischen Vater im Namen seines Sohnes Jesus Christus allein anbeten und Ihm die Ehre geben, die ihm wirklich gebührt?

125 von 125 Seiten

Details

Titel
Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht. Der versteckte Antisemitismus
Autor
Jahr
2019
Seiten
125
Katalognummer
V456222
ISBN (Buch)
9783668875715
Sprache
Deutsch
Schlagworte
johannesevangelium, sicht, antisemitismus
Arbeit zitieren
Andreas Schittspan (Autor), 2019, Das Johannesevangelium aus jüdisch-nichttrinitarischer Sicht. Der versteckte Antisemitismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456222

Kommentare

  • Gast am 1.9.2019

    "Warum musste das Christentum die Lehre von den drei Gottheiten (Theismus) einführen, auch wenn sich keine Grundlage dazu in der Bibel findet? Hat auch diese Lehre als Abgrenzung zum Judentum gedient und war es damit ein Verrat am ursprünglichen christlichen Glauben?"

    Für mich geht es bei der Trinitätslehre NICHT um drei Gottheiten, sondern um das Einssein im Geist, das heißt das Einssein von Gott und Sohn IM Geist, den wir den Heiligen Geist nennen, weil der von Gott ausgesendet wird. Und genauso und nicht anders ist die Drei-Einigkeit auch wiederholt im Johannesevangelium beschrieben, wenn man genau hinschaut.
    Und dieses Einssein wird im Johannesevangelium auch auf die Jünger ausgedehnt, es heißt dort, so wie der Sohn mit Gott Eins, das heißt einig im Geist ist, so sollen alle mit Gott und mit dem Sohn und untereinander einig im Geist sein. Und genau das ist auch das Ziel der Heilsgeschichte: der Frieden des Himmelsreichs für die Menschen, die im Geist mit Gott, dem Sohn und miteinander einig sind.

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