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Texterfahrung durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit

Über Schriftsprache bei Kindern

Title: Texterfahrung durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit

Term Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robin Kern (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Texterfahrung durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit und mit der Frage, wie Kinder das Vorgelesene mit ihren bisherigen Wahrnehmungen verknüpfen und mit eigenen Vorstellungen derart belegen, dass sie schließlich selbst erzählen wollen und dazu auch mit zunehmendem Alter detaillierter und strukturierter in der Lage sind. Im ersten Teil der Arbeit wird auf die Arten der Begegnung mit Schriftsprache in der vorschulischen Zeit eingegangen. Danach wird im zweiten Teil betrachtet, wie Kinder vor dem Hintergrund dieser Texterfahrung eigene Geschichten entwickeln, wie sie Fortschritte machen und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben können. Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, ob und in welcher Weise die Texterfahrung durch Vorlesen, insbesondere von Bilderbüchern, hilfreich ist für die Entwicklung der Schriftsprache von Kindern und welche weiteren Fähigkeiten Kinder eventuell aus den Erfahrungen mit Texten in der Vorschulzeit erwerben können.

Die auch heute im Zeitalter elektronischer Medien unverzichtbare Fähigkeit, durch Sprache und Schrift zu kommunizieren, ist eine Schlüsselqualifikation, für welche die Grundsteine bei Kindern im besten Fall schon lange vor dem Eintritt in die Grundschule gelegt werden. Diese Qualifikation wird im Englischen als "Literacy" bezeichnet. Der Begriff beinhaltet im engeren Sinne die Kompetenz, lesen und schreiben zu können; im weiteren Sinne bezieht er aber auch alle Erfahrungen und Grundfertigkeiten rund um die Sprach-, Erzähl- und Schriftkultur mit ein. Diese Erfahrungen können in der vorschulischen Zeit durch das Erzählen von Geschichten, das Vorlesen von Gutenachtgeschichten, durch vielfältige Arten von Gesprächen innerhalb der Familie, das Auftauchen und Hinterfragen von Schrift- und Zahlsymbolen, die gemeinsame Betrachtung von Bilderbüchern und natürlich auch in Verbindung mit elektronischen Medien gemacht werden. Die Möglichkeiten sind ebenso wie die Ausprägungen, etwa aufgrund familiärer Unterschiede, sehr unterschiedlich und vielfältig.

Frühe Literacy-Erfahrungen fördern die phonologische Bewusstheit, welche eine wichtige Vorläuferfähigkeit für den späteren Schrifterwerb ist, wobei vor allem Kinder aus bildungsfernen Milieus und aus Migrantenfamilien mehr auf Literacy-Erfahrungen im Kindergarten angewiesen sind, da sie diese oft nicht in gleichem Maße in ihrer Familie erfahren wie Kinder aus bildungsnahen deutschen Familien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arten der Begegnung mit Schriftsprache in der vorschulischen Zeit

3 Die Entwicklung von Geschichten vor dem Hintergrund der Texterfahrung

4 Zusammenfassung und Reflexion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Texterfahrungen durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie Kinder durch das Vorgelesene dazu angeregt werden, eigene Erzählkompetenzen zu entwickeln, ihre Wahrnehmung mit fiktionalen Welten zu verknüpfen und welche Rolle Bilderbücher bei der Ausbildung narrativer Fähigkeiten spielen.

  • Bedeutung der frühkindlichen Literacy-Erfahrungen
  • Einfluss des Vorlesens auf die Sprachentwicklung
  • Entwicklung narrativer Kompetenzen im Vorschulalter
  • Die Rolle der Familie und der Vorschule als Lernorte
  • Förderpotenziale des dialogischen Lesens

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung von Geschichten vor dem Hintergrund der Texterfahrung

Ein Zusammenhang zwischen ersten Erfahrungen mit Bilderbüchern und Erzählungen und der Entwicklung von eigenen Geschichten setzt natürlich entsprechende Erfahrungen voraus und ist maßgeblich von „[…] den in der Familie jeweils etablierten Vorlese- und Gesprächsroutinen und der sich entwickelnden Einsichtsfähigkeit des Kindes in die symbolische und dekontextualisierte Funktion der Sprachverwendung […]“ (Wieler 1997, S. 111) geprägt. Dabei heißt narratives Lernen auch „[…] Lernen durch Erzählen, in Spielen und Gesprächen mit anderen, anhand von gehörten, gelesenen, auch ‚gesehenen‘ Geschichten, deren je spezifische Erzählweisen sich wiederum in den mündlichen und schriftlichen Erzählversuchen des Kindes niederschlagen.“ (Wieler 2005, S. 6) Die affektive Dimension innerfamiliärer Beziehungen ist dabei ein zentrales Antriebsmoment für spätere literarische Verstehensleistungen, Empathie und die Fähigkeit zur Perspektivübernahme. (vgl. Wieler 1997) Als übergeordnetes Ziel sollte allerdings gelten, „[…] die Freude am Eintauchen in fiktionale Welten, am Zuhören und am Erzählen zu fördern und dem Raum und Zeit zu geben.“ (Andresen 2015, S. 44) Dabei verarbeiten und verbinden Kinder in Phantasiegeschichten in vielfältiger Weise literale, mediale und persönliche Erfahrungen. (vgl. Andresen 2015)

Dem Kind wird durch das Kennenlernen verschiedener Protagonisten, Blickwinkel und Darstellungen in den vorgelesenen Büchern eine Möglichkeit eröffnet, realen und fiktiven Situationen gegenüber eine bestimmte Perspektive einzunehmen. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder sich vom Vorgelesenen bzw. Gehörten Vorstellungen machen. Sie sollten sich selbst zu der Geschichte in Beziehung setzen, sich entweder in ihr identifizierend wiederfinden oder sich zu ihr abgrenzen, sodass man sich in die handelnden Figuren hineinversetzen kann und zu ihnen entweder eine kritische Distanz oder Empathie entwickeln kann. (vgl. Spinner 2010)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Texterfahrung in der vorschulischen Zeit und umreißt das Ziel, den Zusammenhang zwischen Vorlesen und der Entwicklung narrativer Fähigkeiten bei Kindern zu untersuchen.

2 Arten der Begegnung mit Schriftsprache in der vorschulischen Zeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Literacy und beleuchtet die verschiedenen Wege, wie Kinder in Familie und Vorschule mit Schriftkultur, Büchern und Vorlesesituationen in Kontakt kommen.

3 Die Entwicklung von Geschichten vor dem Hintergrund der Texterfahrung: Der Hauptteil analysiert, wie Kinder durch Texterfahrungen narrative Strukturen erlernen, eigene Phantasiegeschichten entwickeln und welche kognitiven sowie sprachlichen Fortschritte dabei sichtbar werden.

4 Zusammenfassung und Reflexion: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Einfluss des Vorlesens auf die kindliche Entwicklung zusammen und reflektiert die Bedeutung von Bildern und Texten für die Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Texterfahrung, Vorlesen, Vorschulzeit, Literacy, narrative Fähigkeiten, Schriftspracherwerb, Bilderbuch, Erzählentwicklung, Sprachförderung, dialogisches Lesen, fiktionale Welten, Sprachkompetenz, Phantasieerzählungen, Sozialisation, kindliche Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Texterfahrungen durch Vorlesen bei Kindern in der vorschulischen Zeit und deren Einfluss auf die Sprach- und Erzählfähigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die kindliche Literacy-Sozialisation, die Bedeutung von Vorlesesituationen, die Entwicklung narrativer Kompetenzen sowie die Rolle von Bilderbüchern als Sozialisationsmedium.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und in welcher Weise das Vorlesen von Bilderbüchern die Entwicklung der Schriftsprache unterstützt und welche weiteren Fähigkeiten Kinder daraus ableiten können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit einschlägigen Studien und Fachliteratur zur Sprach- und Erzähldidaktik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Begegnungsmöglichkeiten mit Schriftkultur sowie die Analyse der kindlichen Entwicklung beim Erzählen von Geschichten vor dem Hintergrund der Texterfahrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Literacy, Vorlesen, narrative Entwicklung, Schriftspracherwerb und Bilderbuchdidaktik.

Was genau ist das "Dialogische Lesen"?

Es handelt sich um eine spezielle Vorleseform, bei der das Kind durch ständige Interaktion und Fragen des Vorlesenden aktiv in das Geschehen eingebunden wird, um die Sprachfähigkeit gezielt zu fördern.

Ab welchem Alter können Kinder komplexe Erzählstrukturen produzieren?

Laut den angeführten Studien zeigen sich ab dem fünften Lebensjahr deutliche Fortschritte in der Fähigkeit, Ereignisfolgen strukturiert darzustellen und Fiktion sowie Realität bewusst zu verknüpfen.

Warum ist das Bilderbuch als "Sozialisationsmedium" so wichtig?

Das Bilderbuch ermöglicht Kindern Identifikationsmöglichkeiten mit verschiedenen Charakteren und Lebenswelten, fördert die ästhetische Entwicklung und unterstützt den Erwerb emotionaler und sozialer Kompetenzen.

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Details

Title
Texterfahrung durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit
Subtitle
Über Schriftsprache bei Kindern
College
Free University of Berlin  (Dahlem School of Education)
Course
Schriftspracherwerb
Grade
1,0
Author
Robin Kern (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V456238
ISBN (eBook)
9783668887756
ISBN (Book)
9783668887763
Language
German
Tags
texterfahrung vorlesen zeit über schriftsprache kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robin Kern (Author), 2018, Texterfahrung durch Vorlesen in der vorschulischen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456238
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