In dieser Arbeit werden die Merkmale und Formen einer Outsourcing-Entscheidung erläutert. Die Chancen, die viele Unternehmen für das Outsourcing bewegte, werden daraufhin näher betrachtet, um die Beweggründe nachzuvollziehen. Ebenso werden die Risiken, die meist unterschätzt werden, den Chancen gegenübergestellt. Zusammen mit einer Betrachtung von Backsourcing-Entscheidungen deutscher Unternehmen werden aus der Wahl der Outsourcing Form, beispielsweise dem „Single Sourcing“ und den meist unterschätzten Risiken, die Gründe für das revidieren von Outsourcing-Entscheidungen
zusammengestellt und verallgemeinert.
Effizienzsteigerung, Kostenersparnis und viele weitere Gründe brachten deutsche Unternehmen in den letzten Jahrzehnten dazu, einzelne Unternehmensbereiche an außenstehende Firmen auszulagern, sozusagen outzusourcen. Viele Firmen konzentrierten sich seither nur noch auf ihre eigene Kernkompetenz und überlassen den Rest ihren Outsourcing-Partnern. Dieser Trend hält seither an.
Das Outsourcen einzelner Unternehmensbereiche, ohne ausreichende Risikoabschätzung, stellt jedoch eine potenzielle Gefahr dar. Kosten die im Vorfeld nicht berücksichtigt wurden, eine geringere Kostenersparnis als gedacht oder Kontrollverlust können zum Scheitern einer Outsourcing-Entscheidung führen. In manchen Situationen ist es sinnvoller die ausgelagerten Bereiche dann wieder in das Unternehmen einzulagern. Dieser Wiedereingliederungsprozess wird Backsourcing genannt. Für viele deutsche Unternehmen wie Beispielsweise Porsche, Smart oder BMW war das Backsourcing die wohl beste Wahl. Zurückzuführen sind die Gründe des Backsourcings meist auf die mangelnde Vorabplanung bei der Outsourcing- Entscheidung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Ziel der Arbeit
2 Die Outsourcing Entscheidung
2.1 Merkmale des Outsourcings
2.2 Chancen des Outsourcings
3 Gründe für Backsourcing Entscheidungen
3.1 Auf Seite des auslagernden Unternehmens
3.1.1 Kosten
3.1.2 Qualität
3.1.3 Änderungen im eigenen Unternehmen
3.1.4 weitere Probleme
3.2 Auf Seite des Dienstleisters/ Lieferanten
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Motive und Risikofaktoren, die deutsche Unternehmen dazu veranlassen, bereits getroffene Outsourcing-Entscheidungen zu revidieren und die entsprechenden Geschäftsbereiche wieder in das eigene Unternehmen zurückzuführen (Backsourcing). Dabei wird analysiert, inwieweit mangelhafte Planung, veränderte Rahmenbedingungen oder Leistungsdefizite der Dienstleister zu einem Scheitern führen können.
- Grundlagen und Definitionen von Outsourcing und Backsourcing
- Klassifizierung verschiedener Outsourcing-Formen
- Analyse der Kosteneffizienz und Risiken beim Outsourcing
- Untersuchung von Rückverlagerungsgründen auf Unternehmensseite
- Betrachtung von Problemen auf Dienstleisterseite
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kosten
Bei einer Outsourcing-Lösung stehen in der Regel die niedrigen Produktionskosten, wie in Kapitel 2.2 erläutert, im Vordergrund der Diskussion. Allgemein kommt es häufig zu einer Unterschätzung von anfallenden Kosten und somit einer Überschätzung der Kosteneinsparung. Oft rutschen Kosten wie die Transaktionskosten in den Hintergrund, dies sind zum Beispiel Kosten für Übertragung von Gütern, Vertragsabschluss-, oder Transport- und Lieferkosten. Von Outsourcing-Gegnern werden auch die zusätzlichen Kommunikationskosten erwähnt, da es in den meisten Fällen selten zu einem reibungslosen Produktionsstart kommt. Diese Kosten können auch durch eine eng aufeinander abgestimmte Produktion von Gütern anfallen, was wiederum einen hohen Aufwand für Produkt- oder Qualitätsmanagern mit sich bringt. Hinzu kommt bei Nichteinhaltung von Verträgen, beispielsweise Abnahme von Güter oder Miet- und Leasingverträgen zu stattlichen Vertragsstrafen, die bezahlt werden müssen (Kwon, 2010, S. 58ff), (Tzouvarus, 2014, S. 56f), (Müller-Dauppert, 2009, S. 22f).
Anlaufprobleme stellen, im Bezug auf die anfallenden Kosten, ein großes allgemeines Risiko für die Umsetzung des Outsourcings dar. Meist ist die Komplexität und der Aufwand höher als erwartet. Zudem werden Zeitpläne zu ehrgeizig eingeschätzt und somit können im Voraus Beziehungen von Geschäftspartnern belastet werden. Dies führt schon bei leichten Komplikationen zu höheren Kosten als veranschlagt und somit zu einem möglichen Grund den Bereich wieder einzulagern (Müller-Dauppert, 2009, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Ziel der Arbeit: Diese Einführung erläutert die zunehmende Bedeutung von Outsourcing in Deutschland und skizziert die Problematik, dass viele Unternehmen aufgrund von Fehlplanungen oder Qualitätsmängeln zur Rückverlagerung gezwungen sind.
2 Die Outsourcing Entscheidung: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe, differenziert zwischen Outsourcing-Formen wie Nearshoring oder BPO und beleuchtet die strategischen Chancen, die Unternehmen motivieren, Teile ihrer Geschäftsprozesse auszulagern.
3 Gründe für Backsourcing Entscheidungen: Hier werden die spezifischen Risiken und Ursachen für das Scheitern von Outsourcing-Projekten analysiert, wobei zwischen unternehmensinternen Gründen und Problemen auf Seiten der Dienstleister unterschieden wird.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine sorgfältige Planung und ein effektives Projektmanagement essenziell sind, um die Risiken von Outsourcing zu minimieren und Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Backsourcing, Insourcing, Kernkompetenz, Kosteneinsparung, Risikominimierung, Dienstleister, Prozessmanagement, Make or Buy, Nearshoring, Offshoring, Qualitätsmanagement, Transaktionskosten, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Outsourcing-Entscheidungen in deutschen Unternehmen und den spezifischen Gründen, die zu einem späteren „Backsourcing“, also der Rückverlagerung von Prozessen, führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Outsourcing-Modellen, die Chancen und Ziele der Auslagerung sowie die kritische Analyse von Scheiternsgründen wie Kostenunterschätzungen und Qualitätsdefiziten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die signifikantesten Gründe für das Scheitern von Outsourcing-Unternehmungen zu identifizieren, zusammenzufassen und mit Beispielen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Konzepte sowie Fallbeispiele deutscher Unternehmen zur theoretischen Fundierung heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Outsourcing-Entscheidung sowie in eine detaillierte Analyse der Backsourcing-Gründe, aufgeteilt nach dem auslagernden Unternehmen und dem externen Dienstleister.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Outsourcing, Backsourcing, Kernkompetenz, Risikominimierung und Kosteneinsparung stehen im Zentrum der Untersuchung.
Warum spielt die Unterschätzung von Transaktionskosten eine so wichtige Rolle beim Scheitern?
Transaktionskosten werden oft in der Anfangsphase übersehen, führen aber durch Kommunikationsaufwand und Vertragsstrafen schnell zu einer Kostenüberschreitung, die das Projekt unrentabel machen kann.
Inwiefern beeinflusst der Verlust von Know-how die Backsourcing-Entscheidung?
Der Verlust von Know-how stellt ein kritisches Risiko dar, da die Rückführung von Prozessen, bei denen das Wissen bereits beim Dienstleister liegt, oft schwierig und kostspielig ist.
Welche Rolle spielen kulturelle Unterschiede bei den Kommunikationsschwierigkeiten?
Insbesondere beim Offshoring können kulturelle Differenzen zwischen dem Unternehmen und dem Dienstleister zu schwerwiegenden Kommunikationsproblemen führen, die einen reibungslosen Betrieb verhindern.
- Quote paper
- Markus Mösch (Author), 2018, Welche allgemeingültigen Gründe für das Revidieren von Outsourcing Entscheidungen existieren für deutsche Unternehmen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456453