Die vorliegende Arbeit ist eine fachgeographische Ausarbeitung der Auswirkungen des Assuan Staudammes mit einem entsprechenden Unterrichtsentwurf für die Jahrgangsstufe 6.
Im ersten Teil der Arbeit werden die Folgen des Staudamms von Assuan unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Zunächst erfolgt eine Einführung in die Gesellschaft-Umwelt-Forschung, wobei ein besonderes Augenmerk auf den Ansatz der Politischen Ökologie gelegt wird. Schließlich wird die Thematik von Wasser als Quelle für Konfliktpotenzial erläutert, sowie die Region des Nils vorgestellt. Der Fall des Assuan Staudamms wird skizziert und seine Auswirkung auf Mensch und Umwelt erklärt.
In der fachdidaktischen Ausarbeitung geht es um die Umsetzung des Themas im Unterricht. Auf die Darstellung des Unterrichtsthemas und die Herleitung der Unterrichtsfrage folgt die Einordnung in den Rahmenlehrplan Gesellschaftswissenschaften. Ein tabellarischer Stundenentwurf für eine 90-minütige Unterrichtseinheit wird vorgestellt, inklusive einer Reflektion der geplanten Stunde anhand von vier Unterrichtsprinzipien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fachgeographische Ausarbeitung
2.1 Gesellschaft-Umwelt-Forschung und Politische Ökologie
2.2 Konfliktpotenzial von Wasser
2.3 Beschreibung des Falls: Der Staudamm von Assuan
2.3.1 Wasserknappheit am Nil
2.3.2 Der Assuan Staudamm
2.3.3 Auswirkungen des Staudammes
2.4 Zwischenfazit
3 Fachdidaktische Ausarbeitung
3.1 Unterrichtsthema und -frage
3.2 Einordnung in den Rahmenlehrplan Gesellschaftswissenschaften und Vermittlungsinteressen
3.3 Unterrichtsentwurf
3.4 Didaktisch-inhaltliche Reflexion
3.5 Zwischenfazit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die weitreichenden ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Assuan-Staudamms in Ägypten. Ziel ist es, einerseits die komplexen Folgen dieses Großprojekts aufzuzeigen und andererseits eine didaktische Konzeption für den Gesellschaftswissenschaftsunterricht der 6. Jahrgangsstufe zu entwickeln, um Schülern ein Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt zu vermitteln.
- Gesellschaft-Umwelt-Forschung und Politische Ökologie
- Konfliktpotenzial der Ressource Wasser
- Ökologische und soziale Folgen des Staudammbaus
- Didaktische Aufbereitung für den Schulunterricht
- Kompetenzförderung durch problemorientiertes Lernen und Rollenspiele
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Wasserknappheit am Nil
„Der Nahe Osten ist die wasserärmste Region der Erde. Das heißt die Menschen haben hier weniger Wasser pro Kopf zur Verfügung als in jeder anderen großen Region der Welt. Es ist zugleich eine politisch instabile Region mit vielfältigen Konflikten, auch über gemeinsame Süßwasserressourcen“ (Wehling 2018, S. 6).
Auch das ein Zehntel der Fläche Afrikas einnehmende Einzugsgebiet des Nils gehört zu den Gebieten, welche von Wasserknappheit betroffen sind. Als längster Fluss der Erde durchfließt der Nil insgesamt 11 Staaten (Ägypten, Äthiopien, Burundi, DR Kongo, Eritrea, Kenia, Ruanda, Sudan, Südsudan, Tansania und Uganda) (vgl. ebd.).
Das Flusseinzugsgebiet des Nils ist damit nach dem Kongo das zweitgrößte Afrikas und erstreckt sich sogar über verschiedene Klimazonen „[...] von der kühlen, monatelangen Regenzeit im äthiopischen Hochland bzw. dem tropischen Zenitalregen Innerafrikas bis hin zu den Wüsten Sudans und Ägyptens. Dort durchfließt der Nil eine der trockensten, wasserärmsten Regionen Afrikas“ (ebd., S. 117).
Gespeist wird der Nil von zwei Quellflüssen, dem Weißen und dem Blauen Nil. Das Wasser dieser Flüsse stammt aus der ostafrikanischen Seenplatte und dem äthiopischen Hochland, welche niederschlagsreiche Regionen darstellen (vgl. ebd., S. 113 f).
Während die Wasserknappheit am Nil steigt, wächst auch die Bevölkerung hier rasant. Derzeit leben im Nil-Einzugsgebiet etwa 238 Mio. Menschen. Voraussichtlich wird sich diese Zahl bis 2025 verdoppelt haben. Ein erhöhter Wasserbedarf sowohl für die Haushalte als auch für die Landwirtschaft und die Industrie ist eine zwangsläufige Folge eines solch enormen Bevölkerungswachstums. Von den Nilanrainerstaaten ist insbesondere Ägypten betroffen, da dieses Land über keine alternative Wasserquelle als den Nil verfügt. Prognosen zufolge wird der Wasserbedarf in Ägypten sehr bald die verfügbaren Wasserressourcen übersteigen, weshalb zunehmende Konkurrenz um die Nutzung der Wasserressourcen unter den Nilanrainern zu erwarten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die globale Problematik der Wasserknappheit ein und stellt den Assuan-Staudamm als zentrales Fallbeispiel der Arbeit vor.
2 Fachgeographische Ausarbeitung: Dieser Teil analysiert die ökologischen und sozialen Folgen des Staudammbaus aus Sicht der Politischen Ökologie und beleuchtet das Konfliktpotenzial am Nil.
3 Fachdidaktische Ausarbeitung: Hier wird der Unterrichtsentwurf vorgestellt, in den Rahmenlehrplan eingeordnet und anhand didaktischer Prinzipien wie der Problemorientierung reflektiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Staudamm als Negativbeispiel für mangelnde Vorsicht bei Großprojekten dient und betont die Bedeutung der schulischen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Schlüsselwörter
Assuan-Staudamm, Nil, Wasserknappheit, Politische Ökologie, Gesellschaft-Umwelt-Beziehung, Konfliktpotenzial, Nilanrainer, Großprojekt, Umweltfolgen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, problemorientierter Unterricht, Rollenspiel, Gesellschaftswissenschaften, Ressourcenmanagement, Ägypten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Assuan-Staudamms auf die Umwelt und die Gesellschaft in Ägypten und verknüpft diese wissenschaftliche Analyse mit einer didaktischen Umsetzung für den Schulunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die globale Wasserproblematik, die Politische Ökologie, das Konfliktpotenzial bei der Wassernutzung durch mehrere Anrainerstaaten sowie die didaktische Aufbereitung komplexer Umweltthemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökologischen und sozialen Konsequenzen des Staudammbaus kritisch zu hinterfragen und Lehrkräften methodische Wege aufzuzeigen, wie dieses komplexe Thema im Unterricht der 6. Klasse behandelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur Untersuchung des geographischen Fallbeispiels sowie fachdidaktische Reflexionen zur Gestaltung eines modernen, problemorientierten Unterrichts.
Was ist der Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachgeographische Analyse der negativen Folgen des Damms und eine fachdidaktische Ausarbeitung, die durch einen konkreten Stundenverlaufsplan (Rollenspiel) konkretisiert wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Assuan-Staudamm, Wasserknappheit, Politische Ökologie, Gesellschaft-Umwelt-Beziehung und problemorientiertes Lernen.
Warum wird der Staudamm von Assuan als negatives Beispiel angeführt?
Die Arbeit argumentiert, dass das Projekt aufgrund fehlender Voraussicht ökologische Schäden verursacht hat, die den wirtschaftlichen Nutzen langfristig überwiegen.
Wie trägt das Rollenspiel zur Kompetenzförderung bei?
Das Rollenspiel ermöglicht es den Schülern, verschiedene Interessen und Perspektiven (z.B. Ingenieure, Bauern, Nubier) einzunehmen, was das Verständnis für komplexe Entscheidungsprozesse fördert.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Siehms (Autor:in), 2018, Auswirkungen des Assuan Staudamms auf die Umwelt am Nil. Thematische und fachdidaktische Ausarbeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456966