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Entstehung und Ordensverfassung der Dominikaner

Zur Gründung vor dem Hintergrund der katharischen Bewegung

Title: Entstehung und Ordensverfassung der Dominikaner

Seminar Paper , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Siegfried Höfinger (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Gründung des Dominikanerordens vor dem Hintergrund der katharischen Bewegung. In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die Gründung des Ordens der Prediger mit den zugrunde liegenden historischen Bedingungen, unter denen die Formierung dieser Gemeinschaft überhaupt möglich wurde, in Beziehung zu setzen. Die Forschungsfrage zielt also auf die Bedingungen der Ordensgründung in ihrem historischen Umfeld. Vom methodischen Gesichtspunkt aus betrachtet, handelt es sich um eine reine Literaturarbeit, bestehend aus Literaturrecherche und Auswertung der gefundenen Literatur in Hinblick auf die Forschungsfrage. Der Umfang der Fragestellung ist so vielschichtig, dass manches, was eine eingehende Behandlung verdient hätte, wie die Glaubenslehre der Katharer, der Albigenserkreuzzug oder das Inquisitionsverfahren, im Rahmen einer Seminararbeit nur angedeutet werden kann, anderes weggelassen werden muss.

Die Gründung des Dominikanerordens zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts kann als Antwort auf die Fragen der Zeit verstanden werden: Weder der Säkularklerus noch die traditionellen Ordensgemeinschaften konnten auf die spirituellen Bedürfnisse der Gläubigen in den Städten, in welchen sich eine neue Religiosität entwickelte, adäquat reagieren. Diese Lücke füllten die Dominikaner mit der von ihrer Predigt und Besitzlosigkeit ausgehenden Überzeugungskraft. In Südfrankreich fanden Häretiker eine begeisterungsfähige Anhängerschaft. Indem die Predigerbrüder das Studium an die erste Stelle setzten, waren sie den Häretikern auch argumentativ gewachsen.

Für die Dominikaner war, im Gegensatz zu den Franziskanern, das Streben nach apostolischer Armut nicht der Inhalt ihres Aufbruchs, sondern, zusammen mit der Predigt, ein Mittel zur Verwirklichung ihres Zieles. Dieses bestand in der Bekehrung und (notfalls) Verfolgung von Ketzern. Schauplatz dieser Aktivität war vor allem das Languedoc, wo zuvor die Zisterzienser an der Auseinandersetzung mit den Katharern gescheitert waren. Der Orden legte deshalb besonderen Wert auf das Studium als ein Mittel zur Vorbereitung auf die Seelsorge.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkungen (Forschungsfragen, Methodik und Quellen)

2 Leben und Entwicklung des Dominikus

2.1 Als Student und Kanoniker

2.2 Dominikus wird Prediger

3 Die Katharer

3.1 Die Katharer als Urbild der Ketzer

3.2 Anfänge der Ketzerpredigt

3.3 Weltliche und geistliche Ketzerverfolgung (c. 1215-1250)

4 Anerkennung des Predigerordens durch die kirchlichen Instanzen

4.1 Bestätigung der Brüdergemeinschaft auf diözesaner Ebene

4.2 Bestätigung des Ordens durch den Papst

5 Ausbreitung des Predigerordens

6 Einige offene Forschungsfragen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entstehungsbedingungen des Dominikanerordens zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Gründung der Ordensgemeinschaft in den Kontext des sozio-religiösen Umfelds, insbesondere der katharischen Bewegung im Languedoc, zu setzen und die Rolle kirchlicher Instanzen sowie die Entwicklung der Ordensverfassung zu analysieren.

  • Historisches Umfeld und die Herausforderung durch die Katharer
  • Biografische Entwicklung des hl. Dominikus
  • Transformation des Ordens von der lokalen Predigtgemeinschaft zum institutionalisierten Bettelorden
  • Die Rolle der päpstlichen Anerkennung und der Generalkapitel
  • Wissenschaftliche Diskussion über den Gründungsanteil und die Originalität des Dominikus

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Katharer als Urbild der Ketzer

Das Katharertum war die kraftvollste Häresie des 13. Jahrhunderts. Christoph Auffahrt, der von der „Erfindung“ der Ketzer spricht, hat die Verschiedenheit der Kulturen Süd- und Nordfrankreichs als zentrales Element der Herausbildung von Ketzern herausgearbeitet. Mit der sprachlichen, kulturellen und politischen Verschiedenheit zwischen Süden und Norden war auch eine kirchliche Eigenständigkeit verbunden. Der fortschreitende Niedergang des Karolingerreichs während des Frühmittelalters hatte den Kapetingern nur eine nominelle Oberhoheit über Südfrankreich belassen. Der Zusammenhalt war getrennt worden und zwei grundlegend verschiedene Kulturen entwickelten sich beiderseits einer imaginären Linie, die zwischen dem Land der Trouvères und dem der Troubadours verlief.

Die römische Kirche, die im gesamten französischen Gebiet ihre Macht dauerhaft zu festigen suchte, erfuhr im Languedoc einen heftigeren Widerstand, weil sich nordfranzösische Eroberungsgelüste und die römische Kirche in eine selbstbewusste, eigenständige Kultur drängten. Daher wurden die Gegner der römischen Kirche zu Ketzern erklärt, für die man die Namen Cathari oder Albigenser verwendete, während diese sich selbst als boni homines bezeichneten.

Die „guten Christen“, wie sich die Katharer auch nannten, kritisierten anfangs Traditionen der katholischen Kirche, woraus Ablehnung und eigene Gegenrituale folgten. Eine strikte Gegenstruktur im Sinne einer anderen Kirche entstand erst in einer späteren Phase. Die religiöse Auseinander-Setzung (und Neu-Zusammen-Setzung) ist der Teil von lokalen Konflikten, der sich mit Zeichen deutlich absetzt und die Verbindung mit anderen Gruppen außerhalb sucht. Rituelle Differenzierung ist ein prinzipieller Vorgang für die Identität sich unterscheidender religiöser Gemeinschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkungen (Forschungsfragen, Methodik und Quellen): Diese Einleitung erläutert die historische Ausgangslage des Dominikanerordens und beschreibt die methodische Vorgehensweise einer Literaturarbeit.

Leben und Entwicklung des Dominikus: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des Dominikus von seiner Herkunft über das Studium bis hin zu seiner frühen Tätigkeit als Regularkanoniker in Osma nach.

Die Katharer: Der Abschnitt analysiert die katharische Bewegung, deren kulturellen Hintergrund im Languedoc sowie die rituellen Unterschiede zur katholischen Kirche.

Anerkennung des Predigerordens durch die kirchlichen Instanzen: Hier wird der Prozess der kirchlichen Approbation und die schrittweise Festigung des Ordens unter Einbeziehung der Augustinus-Regel behandelt.

Ausbreitung des Predigerordens: Dieses Kapitel beschreibt die missionarische Expansion des Ordens sowie die zentrale Bedeutung der Generalkapitel für die Verfassungsbildung.

Einige offene Forschungsfragen: Der abschließende Teil thematisiert die forschungsgeschichtliche Debatte über den wahren Anteil des Dominikus an der Ordensgründung im Vergleich zu Diego de Acebes.

Schlüsselwörter

Dominikaner, Predigerorden, Dominikus von Caleruega, Katharer, Albigenser, Innozenz III., Ordensverfassung, Augustinus-Regel, Predigt, Languedoc, Bettelorden, Häresie, Generalkapitel, Mittelalter, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und der strukturellen Verfassung des Dominikanerordens vor dem historischen Hintergrund der katharischen Bewegung im 13. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des heiligen Dominikus, der Analyse der katharischen Häresie, der Anerkennung des Ordens durch die päpstliche Kurie sowie der institutionellen Entwicklung zum Bettelorden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Bedingungen der Ordensgründung in ihrem historischen Umfeld zu ergründen und die Entwicklung von einer kleinen Gemeinschaft hin zu einem universell organisierten Orden nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine klassische Literaturarbeit, die auf der systematischen Recherche und Auswertung bestehender historischer Fachliteratur basiert.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit der Entstehung des Ordenslebens unter Dominikus, der detaillierten Betrachtung der katharischen Lehre und Riten sowie der Analyse des Anerkennungsprozesses und der späteren ordensrechtlichen Konsolidierung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wesentlichen Schlüsselwörter umfassen den Dominikanerorden, das Katharertum, die Predigertätigkeit, die Augustinus-Regel sowie die Rolle des Papsttums und der Generalkapitel.

Welche Rolle spielte die Begegnung mit den Katharern für Dominikus?

Die Konfrontation mit der katharischen Bewegung im Languedoc war maßgeblich für die Entwicklung eines neuen Konzeptes der „evangelischen Predigt“, das sich durch Armut und eine fundierte intellektuelle Ausbildung auszeichnete.

Warum wird die Rolle des Dominikus in der Forschung teilweise relativiert?

Einige Forscher betonen, dass die ursprüngliche Missionskonzeption in Toulouse wesentlich auf Ideen des Bischofs Diego von Osma zurückging, weshalb über den tatsächlichen, originären Anteil des Dominikus an der Ordensgründung intensiv debattiert wird.

Was bedeutete die Anerkennung als "ordo canonicus"?

Die Anerkennung als Kanonikerorden durch die Bulle „Religiosam Vitam“ band die Gemeinschaft zunächst an die Tradition des Kanonikerlebens, was den institutionellen Übergang zum Bettelorden vorbereitete, ohne dabei sofort eine neue Ordensgattung zu etablieren.

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Details

Title
Entstehung und Ordensverfassung der Dominikaner
Subtitle
Zur Gründung vor dem Hintergrund der katharischen Bewegung
College
University of Vienna  (Institut für Historische Theologie)
Course
Seminar: Armut und Bettelorden im Mittelalter
Grade
1,00
Author
Siegfried Höfinger (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V456968
ISBN (eBook)
9783668891104
ISBN (Book)
9783668891111
Language
German
Tags
Dominikaner Katharer Armut Bettelorden Mendikanten Ordensverfassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Siegfried Höfinger (Author), 2018, Entstehung und Ordensverfassung der Dominikaner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456968
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