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Die Christenverfolgung. Darstellung der Christen und Kaiser Neros in Tacitus‘ Annalen

Titel: Die Christenverfolgung. Darstellung der Christen und Kaiser Neros in Tacitus‘ Annalen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit zeigt den von Tacitus in seinen "Annales" beschriebenen Zusammenhang zwischen der Verfolgung unter Kaiser Nero und dem Stadtbrand auf. Dafür soll zunächst in einer Quellenkritik erklärt werden, wer der Autor Tacitus war und vor allem was ihn und seinen Schreibstil ausmacht, denn der ist es, der die Geschichtswerke Tacitus‘ zu etwas besonderem macht.

Desweiteren wird die Quelle mit Hilfe von Sekundärliteratur interpretiert. Da es wegen Tacitus‘ ausgeprägtem Schriftstil teilweise schwierig ist, streng zwischen formaler und inhaltlicher Interpretation zu trennen, sei hiermit erklärt, dass sich die folgende Hausarbeit vor allem inhaltlich kongruent aufbaut und gewisse Geschehnisse oder Besonderheiten immer wieder mit formalen Begebenheiten aus der Textquelle belegt werden.

Tacitus beschreibt in seinem Textwerk die Geschichte römischer Kaiser vom Tod Augustus‘ im Jahre 14 n. Chr. bis zum Tode Neros 68. n. Chr. Die vorliegende Quelle ist ein Auszug aus Tacitus‘ Erzählungen über Nero, in dessen Regierungszeit zwei historisch wichtige Ereignisse fallen: Der große Stadtbrand von Rom und die erste gewaltsame Verfolgung einer damals noch kleinen Sekte, den „Christen“.

Seit ca. 2000 Jahren existiert die Glaubensgemeinschaft der Christen und beinahe ebenso lange ist sie auf der Suche nach Frieden. Heute ist das Christentum die Weltreligion mit den meisten Anhängern. Ca. 32 Prozent der rund 7,5 Milliarden Menschen weltweit gehörten 2015 einer christlichen Gemeinschaft an. Länder bauten ihre Verfassung nach Grundsätzen christlichen Lebens auf und Parteien in vielen Ländern, so auch in Deutschland, geben sich selbst das Attribut „christlich“. Die Religion ist ein normaler Bestandteil gesellschaftlichen Lebens geworden. Doch noch heute kommt es in anderen Teilen der Welt zu Verfolgungen. So werden Christen in 50 Ländern dieser Welt regelmäßig und mit verheerenden Folgen, ihres Glaubens wegen, verfolgt.

Meistens kommt es vor allem dort zu Gewalt gegen Gläubige, wo die Mehrheit der Bevölkerung, und vor allem die Regierung, anderen Religionen oder Kulten angehören. Dieses Muster hat in der Geschichte eine lange „Tradition“, so auch in der christlichen, deren Anfang im Folgenden auf Grundlage einer Textquelle erläutert werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Äußere und formale Quellenkritik

2.1. Der Verfasser: Tacitus

2.2. Das Textwerk

3. Inhaltliche Quellenkritik

3.1. Der Protagonist: Nero

3.2. Die Sündenböcke: Die Christen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang: Die Textquelle

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den von Tacitus in seinen Annales beschriebenen Zusammenhang zwischen dem großen Stadtbrand von Rom und der neronischen Christenverfolgung, um zu ergründen, inwiefern die Darstellung historisch fundiert ist oder als gezielte Charakterisierung durch den Autor fungiert.

  • Quellenkritische Analyse des Historikers Tacitus und seines Schreibstils
  • Untersuchung des Nero-Bildes in der antiken Historiographie
  • Charakterisierung der frühen christlichen Gemeinschaft in Rom
  • Analyse der narrativen Strategien und Leserlenkung bei Tacitus
  • Historische Einordnung der Christenverfolgung unter Kaiser Nero

Auszug aus dem Buch

Die Verfolgung der römischen Christen nach dem Brand Roms

1 Diese fürsorglichen Vorkehrungen waren jedenfalls das Ergebnis menschlicher Planung. Dann suchte man nach Sühnemitteln für die Götter und befragte die sibyllinischen Bücher. Nach ihrer Weisung wurden Gebete an Volcanus, Ceres und Proserpina gerichtet, und Iuno wurde durch die Matronen versöhnt, zuerst auf dem Kapitol, dann an der nächstgelegenen Stelle des Meeres; mit dem dort geschöpften Wasser besprengte man Tempel und Götterbild; auch feierten Frauen, deren Ehemänner noch lebten, Speiseopfer und nächtliche Feste.

2 Aber nicht durch menschliche Hilfeleistung, nicht durch die Spende des Kaisers oder die Maßnahmen zur Beschwichtigung der Götter ließ sich das böse Gerücht unterdrücken, man glaubte, vielmehr fest daran: befohlen worden sei der Brand. Daher schob Nero, um dem Gerede ein Ende zu machen, andere als Schuldige vor und belegte die mit den ausgesuchtesten Strafen, die wegen ihrer Schandtaten verhasst, vom Volk Christen genannt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die populärkulturelle Wahrnehmung Neros ein und skizziert die methodische Absicht, die Quelle von Tacitus als Ursprung dieses Bildes kritisch zu analysieren.

2. Äußere und formale Quellenkritik: Dieses Kapitel befasst sich mit der Person des Historikers Tacitus sowie der Entstehung und dem inhaltlichen Anspruch seines Werkes Annales.

3. Inhaltliche Quellenkritik: Hier erfolgt eine vertiefende Analyse der Darstellung Neros als umstrittener Herrscher und der Christen als gesellschaftliche Sündenböcke in der antiken Geschichtsschreibung.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Tacitus’ Darstellung historisch schwer verifizierbar ist, jedoch eine geschickte narrative Verknüpfung zweier Ereignisse darstellt, die den Grundstein für das Bild der neronischen Verfolgung legte.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

6. Anhang: Die Textquelle: Vollständige Wiedergabe des analysierten Ausschnitts aus den Annales (15, 44, 1-5).

Schlüsselwörter

Tacitus, Nero, Annales, Christenverfolgung, Stadtbrand Rom, Quellenkritik, Historiographie, Kaiserzeit, Antike, Leserlenkung, Sündenbock, Historiker, Römisches Reich, Christentum, Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert eine zentrale Textstelle aus den Annales des Historikers Tacitus über den großen Brand von Rom und die darauffolgende Verfolgung der Christen unter Kaiser Nero.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der quellenkritischen Untersuchung der Glaubwürdigkeit antiker Geschichtsschreibung, der Konstruktion historischer Persönlichkeitsbilder und der Rolle der Christen im antiken Rom.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die von Tacitus beschriebene Verbindung zwischen dem Stadtbrand und der Christenverfolgung einen historischen Fakt darstellt oder ob Tacitus als „Drehbuchautor“ eigene Ziele verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine klassische quellenkritische Methode, bestehend aus äußerer Formkritik und inhaltlicher Interpretation unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse von Tacitus als Autor sowie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Charakterisierung Neros und der diskriminierenden Darstellung der Christen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Tacitus, Annales, Christenverfolgung, Historizität, Leserlenkung und die Person Kaiser Neros.

Warum ist das Nero-Bild bei Tacitus so negativ geprägt?

Tacitus schrieb unter einer neuen Herrscherdynastie, der Flavier, und hatte vermutlich die Intention, eine deutliche Distanz zu den vorangegangenen julisch-claudischen Herrschern zu schaffen, um diese als minderwertig darzustellen.

Inwiefern beeinflusste Tacitus das moderne Bild der Christenverfolgung?

Tacitus’ sprachlich gewandte und fast bildhafte Schilderung der grausamen Verfolgungsmethoden hat sich nachhaltig in das historische Gedächtnis eingeprägt und beeinflusst bis heute unsere Vorstellung dieses Ereignisses.

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Details

Titel
Die Christenverfolgung. Darstellung der Christen und Kaiser Neros in Tacitus‘ Annalen
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V458702
ISBN (eBook)
9783668896178
ISBN (Buch)
9783668896185
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tacitus Nero Kaiser Annales Annalen Quellenkritik Christenverfolgung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Die Christenverfolgung. Darstellung der Christen und Kaiser Neros in Tacitus‘ Annalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458702
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Leseprobe aus  17  Seiten
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