Das Augustusforum. Religiöse und politische Funktion


Hausarbeit, 2018
15 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der erste römische Kaiser - Augustus

3 Das Augustusforum

4 Der Mars-Ultor
4.1 Die Ikonographie des augusteischen Mars-Ultor
4.2 Der Mars-Ultor Tempel

5 Die Funktion als Gerichtsort

6 Die sakrale Funktion

Abbildungsverzeichnis I

Literaturverzeichnis IV

1 Einleitung

„Das Augustusforum ist in den Einzelheiten ein Meisterwerk der Andeutungen und halben Aussagen. Als Ganzes verstanden enthüllt das Bildprogramm wie kein anderes augusteisches Monument die unumschränkte Machtstellung des Prinzeps.“1 (Zanker, 1968, S.26)

Die folgende wissenschaftliche Abhandlung mit der Thesis ‚Das Augustusforum‘ setzt sich zunächst mit dem gleichnamigen Erbauer des Forums – Kaiser Augustus – auseinander. Im weiteren Verlauf wird auf die Gründe und die Entstehungsweise des Augustusforums ein-gegangen und Fragen, welche architektonischen Besonderheiten sowohl das Forum als auch der Mars-Ultor Tempel aufweisen, geklärt.

Die Studierende legt außerdem Wert auf die sakrale sowie die gerichtliche Bedeutung des Augustusforums, als auch auf die ikonographische Darstellung des augusteischen Mars-Ultor. Hierbei wird sich hauptsächlich auf die Forschungsliteratur von Joachim Ganzert, Paul Zanker, Heinrich Schlange-Schöningen und Ingrun Köb bezogen.

2 Der erste römische Kaiser - Augustus

Der erste römische Kaiser Augustus wurde unter dem Namen Gaius Octavius, am 23. September 63 v. Chr. in Rom geboren. Nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 v. Chr. nennt sich der Großneffe und zugleich Haupterbe Caesars fortan Octavian Gaius Julius Caesar und beansprucht im Alter von 19 Jahren die politische und militärische Macht über Rom. Augustus war von 31 v. Chr. bis 14 n. Chr. der alleinige Herrscher des römischen Reiches und bekam am 16. Januar im Jahr 27 v. Chr. den Ehrennamen ‚Augustus‘ durch den römischen Senat verliehen.

Während seiner Herrschaft wandelte Augustus Rom in ein Prinzipat um. Als Prinzipat wird die Herrschaftsstruktur des Römischen Reiches in der frühen und hohen Kaiserzeitbezeichnet. Der Kaiser erhält die Zentralgewalt und kann somit die Exekutive, Judikative und Legislative ausführen.2

Während der augusteischen Herrschaft gibt es eine Vielzahl an Krisen und so musste der Prinzeps die Konzeption seines Prinzipats wiederholt überdenken und neu ausrichten.

Zugleich musste er darauf achten, dass der Bezug zur republikanischen Vergangenheit und den dazugehörigen Traditionen aufrechterhalten wird. Sein gesamtes politisches Werk wurde durch Auseinandersetzungen mit der Republik geprägt .3

Durch bestimmte Baumaßnahmen, welche Augustus in Rom durchführen ließ, wurde sein Bemühen sichtbar, die eigene Herrschaft in den Rahmen der Traditionen zu stellen und sich gleichzeitig auf diese Weise zu legitimieren.

Vor Augustus gab kein römischer Staatsmann so viel Geld für öffentliche Bauten aus, wie er. Zu Recht konnte er sich deshalb am Ende seines Lebens damit rühmen, Rom in eine Marmorstadt verwandelt zu haben. Augustus und seinen Helfern gelang es, öffentliche Bauten gezielt zu Trägern politisch-repräsentativer Programme zu machen.4

Die Zweiseitigkeit des Prinzipats wird in keinem Bauwerk anschaulicher dargestellt, als im Augustusforum. Das Augustusforum ist neben dem Apollontempel das bedeutendste und größte Bauwerk des ersten Prinzeps in Rom.5

Im nächsten Kapitel erfolgt eine detaillierte Beschreibung des Bauwerkes.

3 Das Augustusforum

Das Augustusforum war ein mächtiger Platz von ca. 80 x 70 m, welcher an mindestens zwei Seiten durch Portiken begrenzt wurde und mit diesen zusammen ca. 125 x 118 m maß. Wie die erste Abbildung im anschließenden Abbildungsverzeichnis verdeutlicht, war das Augustusforum das zweite der vier Kaiserforen Roms und breitete sich zwischen dem Caesarforum (Forum Iulium) und der Subura, einem Stadtviertels Roms, welches als Wohngegend der Armen bekannt war, aus. An das Augustusforum (Forum Augustum) schloss sich später das Nerva-Forum (Forum Transitorium) und das Trajansforum (Forum Traiani) an. Dieses Terrain war als das am dichtesten besiedelte Gebiet des antiken Roms bekannt. 6 (Abb. I)

Bei dem Augustusforum handelte sich um eine Erweiterung des Forum Romanum und dem Forum des Caesars. Es ist bekannt als das aufwändigste Bauprojekt des Augustus und gehört allgemein sowohl in dekorativer als auch in architektonischer Hinsicht, zu den komplexesten Bauten der Antike.7 Die Nordostseite des Forums wurde durch eine eindrucksvolle Umfassungsmauer aus Peperin und Stein eingegrenzt, welche an einigen Stellen bis zu 33 m hoch war. Das Material, welches zum Bau der Stützmauer verwendet wurde, galt als feuerfest und diente dem Schutz des Forums gegenüber der dicht besiedelten Subura.8

Die politische Architektur wurde durch die Wahl der Gottheit, welcher ein Tempel erbaut wurde, deutlich. Gebaut wurde der Tempel für Mars Ultor, auch bekannt als der ‚rächende Mars‘, wobei die Rache den Mördern Julius Caesars galt. Noch vor der Schlacht gegen die Mörder Caesars, also Cassius und Brutus, sollte das Forum dazu dienen, Augustus Stelle als Erbe Caesars zu verdeutlichen.9

Das Augustusforum war bekannt als das Zentrum für alle Aktivitäten, die in Verbindung zu Krieg und Triumph standen. Aufgrund dessen versammelte sich auch hier der Senat, um über Krieg oder Frieden zu entscheiden. Die sakrale sowie die gerichtliche Funktion des Forums wird in den nachfolgenden Kapiteln noch einmal detaillierter behandelt.

Durch den auf privaten Grund errichteten Bau, bewies der Prinzeps in eindrucksvoller Form, seine munificentia (derjenige, der die Aufgaben seines Amtes erfüllt) gegenüber dem römischen Volk. Das Forum diente außerdem der Glorifizierung des Kaisers als Wiederhersteller der alten Traditionen. Hierzu wurden zahlreiche Statuen von Heroen oder wichtiger Persönlichkeiten aufgestellt.10 Im nachfolgenden Abschnitt wird nun der Aufbau des Augustusforums beschrieben.

In der Mitte des Vorplatzes des Forums, vor dem Tempel des Mars-Ultor, stand eine Quadriga von Augustus auf einem Triumphwagen, welche aufgrund der Einweihung des neuen Forums dem Bauherrn vom Senat gewidmet worden war. Auf der Basis der Quadriga befand sich der Ehrentitel ‚pater patrie‘, was so viel wie ‚Vater des Vaterlandes‘ bedeutet. Der erste Kaiser Roms galt nicht nur als der Rächer Julius Caesars, sondern auch als der Retter des Vaterlandes und Garant des Friedens der den römischen Bürgerkrieg beendete und sich stets um die Sorgen und Belange aller römischen Bürger kümmerte.11

Im Hintergrund der Augustus Quadriga erhob sich der prächtige Mars-Ultor Tempel, welcher im folgenden Kapitel genauer erörtert wird. An besagter Stelle neben den Säulenhallen, welche das Augustus Forum zu beiden Seiten des Tempels begrenzten, befanden sich die Statuen von Aeneas und Romolus (Abb. II). Die langen Säulenhallen hatten auf der Höhe des Tempels jeweils halbkreisförmige Ausbuchten, welche auch als Exedren betitelt werden.12

Die Selbstdarstellung des Forums, in welcher sich der erste römische Kaiser in Verbindung mit den Gottheiten und den Ahnen der Stadt darstellte, brachte den Eindruck, dass Augutus die Stelle eines Monarchen einnahm. Augustus selbst wollte diesen Eindruck jedoch
vermeiden und so wurde der monarchische Aspekt durch eine lange Reihe von Statuen aus vergoldeter Bronze relativiert. In der nordwestlichen Säulenhalle befanden sich Bildnisse julischer Vorfahren, welche ihren Höhepunkt in der großen Exedra des Aeneas fanden.

Die südöstliche Seite des Forums war für die bedeutendsten Männer der Republik, die Summi viri, reserviert. In der großen Exedra fand sich auf dieser Seite Romulus, der Gründer der Stadt. Augustus gab so zu verstehen, dass seine Herrschaft keine Monarchie, sondern viel eher eine auf Akzeptanz sowie Autorität gestützte Führungsrolle war. An jeder Statue der Summi Viri befand sich eine Marmortafel mit einem epigraphischen Text, der die Taten der jeweiligen Person darstellte.13

Unter den Statuen des Romulus und des Aeneas stand geschrieben, dass sie nach ihrem Tod zu den Göttern aufgestiegen sind. Der Stadtgründer Romulus wurde in Rom als Gott Quirinus verehrt. Betrachter wurden so mit dem Gedanken, dass auch Augustus wie sein Adoptivvater Caesar zu den Göttern aufsteigen würde, vertraut gemacht.14

Das Bildprogramm war also so zusammengestellt, dass es zum einen eine genealogische Rückführung des römischen Kaisers als Nachfolger von Romulus und zum anderen die Ehrung aller berühmten Männer erfolgte, welche Rom zu dem gemacht hatten, was es in der augusteischen Zeit darstellte.15

[...]


1 Zanker, Paul (1968). Forum Augustum - Das Bildprogramm. Tübingen, Deutschland: Verlag Ernst Wasmuth S. 26.

2 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005). Augustus. Darmstadt, Deutschland: Wissenschaftliche Buchgesellschaft S. 4 – 7.

3 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005), S. 8 – 9.

4 Zanker, Paul (1968). S. 5 - 6.

5 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005), S. 10 - 13.

6 Zanker, Paul (1968), S. 6-7.

7 Goldbeck, Vibeke (2015). Fora augusta: das Augustusforum und seine Rezeption im Westen des Imperium Romanum. Regensburg, Deutschland: Schnell & Steiner S. 46.

8 Meneghini, Roberto (2015). Die Kaiserforen Roms, Antike Welt - Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte, Sonderheft (1/2015), 34–35.

9 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005), S. 12 – 13.

10 Zanker, Paul (1968), S. 5.

11 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005), S. 10 – 11.

12 Geiger, Joseph (2008). The First Hall of Fame: A Study of the Statues in the Forum Augustum (4. Aufl.). Leiden, Niederlande: Brill S. 96 – 97.

13 Schlange-Schöningen, Heinrich (2005), S. 12 – 16.

14 Zanker, Paul (1968), S. 21.

15 Köb, Ingrun (2000). Rom, ein Stadtzentrum im Wandel: Untersuchungen zur Funktion und Nutzung des Forum Romanum und der Kaiserfora in der Kaiserzeit. Hamburg, Deutschland: Verlag Dr. Kovač S. 226 – 227.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Augustusforum. Religiöse und politische Funktion
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Jahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V458765
ISBN (eBook)
9783668876194
ISBN (Buch)
9783668876200
Sprache
Deutsch
Schlagworte
augustusforum, religiöse, funktion
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Das Augustusforum. Religiöse und politische Funktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458765

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