Freunde Roms? Zur Rezeption römischer Herrschaft durch die ostgriechische Provinzialelite der hohen Kaiserzeit am Beispiel der Romrede des P. Aelius Aristides


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.1 Einleitung
1.2 Quellenlage
1.3 Forschungsstand

2. Aelius Aristides und die zweite Sophistik

3. Thematische Aspekte römischer Herrschaft in der Romrede
3.1 Civitas Romana und politische Teilhabe S. 6
3.2 Pax und Quies als Ziel und Ergebnis römischer Herrschaft
3.3 Die Vorstellung einer Teleologie römischer Herrschaft
3.4 Die ungenannten Aspekte römischer Herrschaft

4. Freunde Roms? Ein Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1.1 Einleitung

Bereits Polybios erkannte, dass der Aufstieg Roms vom kleinen italischen Stadtstaat hin zum Weltenlenker ein singulärer Prozess gewesen ist dem sich kein antiker Zeitgenosse entziehen konnte1. Auch den alten Poleis des griechischen Ostens gelang dies letztlich nicht; Smyrna, Pergamon, Ephesos und zahlreiche weitere Städte wurden sukzessive Teil des römischen Provinzialsystems2. In den folgenden Jahrhunderten durchlebten sowohl Rom selbst, als auch die ostgriechischen Provinzialen zahlreiche Wandlungen. In der Hauptstadt des wachsenden Reiches folgte auf die republikanische Mischverfassung, die einst Polybios beschrieben hatte3, bekanntlich der monarchische Prinzipat 4. In den Provinzen dagegen wurde derweil die Integration der lokalen Bevölkerung vorangetrieben. Insbesondere die lokalen Eliten sollten dabei zu

Vermittlern zwischen Zentrum und Peripherie des Reiches werden, da sie zumeist gewillt waren, römische Interessen zu vertreten, sei es auch nur um die ihnen eigenen Privilegien zu sichern 5. Als Konsequenz dessen veränderte sich zunehmend die Wahrnehmung römischer Herrschaft6 durch die Provinzialen; Rom ist schließlich zu mehr als einer militärisch überlegenen Fremdmacht geworden, der es nur aufgrund der eigenen Unterlegenheit Loyalität zu zollen gilt; Rom ist vielmehr überall. In fast jeder Stadt wuchs die Zahl der Einheimischen, die durch Bürgerrechtsverleihungen zu Römern geworden waren und somit das Römische zum Teil der eigenen Identität gemacht haben. Insbesondere das 2. Jh. n. Chr. nimmt in dieser Entwicklung die Stellung einer wichtigen Übergangszeit ein. So ist beispielsweise an die wohlwollende hadrianische Politik den griechischen Provinzen gegenüber und an die zahlreichen Reisen dieses Kaisers durch das Reich zu denken; Maßnahmen die eine neue Wertschätzung der Provinzen bezeugen7. Es wird deshalb nicht überraschen, dass die Stimme, die diesem Vorgang eindrucksvoll Ausdruck verleihen kann, ebenfalls aus dem 2. Jh. stammt; es ist nämlich die des mysischen Rhetors und römischen Neubürgers P. Aelius Aristides. Am Beispiel der Romrede dieses Mannes kann erörtert werden, welche Modi der Rezeption römischer Herrschaft durch Angehörige der urbanen wie ländlichen Eliten Kleinasiens jener Zeit möglich und praktikabel gewesen sind. Es wird ferner zu klären sein, ob die Griechen des Ostens tatsächlich zu Römerfreunden8 geworden waren oder sich gar selbst allmählich als Römer begriffen haben. Sicher ist nämlich, dass im Jahre 212 und somit weniger als ein Jahrhundert nach Aristides’ Romrede, durch die Constitutio Antoniniana Caracallas9 allen Freien das römische Bürgerrecht verliehen werden sollte, womit auch dieser Prozess der Nivellierung und Assimilation vorangetrieben wurde. Zuletzt begreifen sich sogar noch die nachantiken Abkömmlinge der griechischen Welt weiterhin als Römer10, womit die Feststellung aus Aristides’ Rede „eine andere (sc. als die römische) Art zu Leben gibt es nicht“11 auch in den folgenden Jahrhunderten Bestand haben sollte.

1.2 Quellenlage

Obschon der Übergang der Herrschaft von griechischen in römische Hände ein Prozess gewesen ist, der grundsätzlich alle Gesellschaftsschichten der werdenden Provinzen umfassen musste und somit im Zentrum des öffentlichen Interesses gestanden haben wird, sind schriftliche Zeugnisse zur Rezeption dieses wichtigen Vorgangs kaum tradiert worden12. Nur der griechische Osten hat eine Quelle von besonderem Rang hervorgebracht, die uns erhalten geblieben ist; die 26. Rede,! Εις Ρωµην (Eis Romen), aus dem Corpus des mysischen Rhetors P. Aelius Aristides13. Nirgendwo sonst lässt sich eine aussagekräftigere Position zur römischen Herrschaft von einem Angehörigen der Provinzialelite finden14. Die Rede, wohl im Jahre 143 15 oder 144 n. Chr. in Rom gehalten16, preist das Reich, dessen Kaiser seinerzeit Antoninus Pius gewesen ist. Trotz ihres strenggenommen panegyrischen Wesens ist der Quellenwert grundsätzlich hoch einzuschätzen, da der Redner selbst und dementsprechend auch seine Haltung gegenüber der römischen Herrschaft, aus den Reihen der Provinzialen stammt; Aristides spricht hier eindeutig als Grieche der Oberschicht seiner Provinz17.

1.3 Forschungsstand

Die Frage der Wahrnehmung und Rezeption römischer Herrschaft durch Mitglieder der provinzialen Eliten ist bereits Gegenstand zahlreicher Werke gewesen, die sich mit dem Phänomen der Romanisierung bzw. Romanisation beschäftigt haben 18. Auch die Romrede des Aelius Aristides ist oft in diesem Zusammenhang untersucht worden19.

Gleichwohl hat die Rede selbst bereits seit dem 19. Jh. das Interesse der Forschung auf sich ziehen können, wobei zunächst rein philologische Erwägungen im Vordergrund standen, weshalb politische und ideengeschichtliche Aspekte der Rede kaum Beachtung fanden 20. Aufbauend auf Vorarbeiten von M. Rostovtzeff gelang es J. Bleicken erstmals, den historischen Wert der Romrede dezidiert darzustellen. Für die Forschung zur Romanisierung provinzialer Eliten allgemein und zur Romrede im Besonderen gilt zudem, dass der ideologische Standpunkt der Autoren häufig zu einer Präferenz von tendenziell unkritischen, respektive kritischen Lesarten und Deutungen geführt hat. Es fällt hierbei auf, dass erstere Deutung insbesondere von einer älteren Forschergeneration vertreten worden ist, die insgesamt eher affirmativ gegenüber imperialer Ideologie im Allgemeinen gewesen ist 21. Die jüngere Forschergeneration hat sich stattdessen zunehmend an Paradigmen des Postkolonialismus ausgerichtet und eine dementsprechend kritische Lesart bezüglich der griechischen Reaktion auf die römische Oberherrschaft angenommen 22. In diesem Sinne ist auch zu den früheren rein philologischen und historisch-affirmativen Deutungsrichtungen der Romrede eine weitere hinzugetreten 23. Rezente Studien haben nämlich eine historisch-kritische Interpretation verfolgt, wonach in der Rede eine implizite Kritik an der römischen Herrschaft zu finden sei24. Problematisch bei diesem Ansatz ist jedoch, dass von einem Subtext ausgegangen wird, der nicht den tatsächlichen Aussagen der Romrede entspricht; vielmehr wird das Fehlen bestimmter Aspekte25 der römischen Herrschaft in der Rede thematisiert und der Versuch unternommen, zwischen den Zeilen zu lesen. Diese Prämisse lädt prinzipiell zu übersteigert kritischen Projektionen ein, die ebenso verfehlt sind, wie eine zu unkritische Deutung der Rede. Die Synthese beider Ansätze erlaubt dagegen eine ausgewogene Darstellung, die der geteilten Identität des Aristides und anderer Mitglieder der Eliten im griechischen Osten jener Zeit Rechnung trägt26. Zuletzt ist noch anzumerken, dass sowohl an der zweiten Sophistik, wie auch an Aristides als Vertreter derselben, ein wachsendes Interesse zu beobachten ist 27.

2. Aelius Aristides und die zweite Sophistik

Als Kind28 des 2. Jhs. n. Chr. ist Aristides das Los zugefallen, eine relativ stabile Phase römischer Herrschaft miterleben zu dürfen29. Prosperität und Sicherheit prägten in jenen Tagen das Leben breiter Gesellschaftskreise in einer Vielzahl der Städte und auch die mysische Familie des Aristides gehörte zu denjenigen Provinzialen, die sich Wohlstand und Einfluss sichern konnten30. In diesem Umfeld sammelte der junge Redner die Eindrücke des römischen Herrschaftssystems, denen er in seinem 26. Lebensjahr die Form der Romrede gegeben hat. Das geistige Umfeld dieses jungen Griechen bewegte sich ferner im Rahmen der zweiten Sophistik31. Diese ideengeschichtliche Epoche zeichnete sich insbesondere durch eine sprachliche wie kulturelle Rückbesinnung der griechischen Eliten auf die vergangene Zeit der griechischen Klassik aus32. Obschon die genannten kulturellen Charakteristika die Vertreter der zweiten Sophistik generell verbanden, lässt sich bei ihnen keine geschlossene Meinung bezüglich der römischen Herrschaft feststellen. Neben dem panegyrischen Lobe eines Aristides steht die verhaltene bis deutliche Ablehnung der römischen Herren durch Lukian von Samosata33 und Andere. Auch Letzterem wird die Machtstellung Roms und der daraus folgende Anspruch auf Herrschaft34 jedoch nicht entgangen sein. Wie sonst kann erklärt werden, dass in den Katalog der Lächerlichkeiten des Kynikers Peregrinus auch dessen Versuch, die Griechen zum Aufstand gegen die römische Herrschaft zu bewegen Erwähnung findet35 ? Das ambivalente Verhältnis der Sophisten zu Rom deckt somit durchaus das Spektrum der elitären Rezeptionsmodi römischer Herrschaft ab, das im nächsten Teil dieser Arbeit zu diskutieren sein wird.

[...]


1 Polyb. 1,1.

2 Der qualitative Unterschied zwischen dieser römischen Herrschaftsexpansion in den griechischen Osten und der Eroberungspolitik gegen das punische Karthago und andere Völkerschaften, wie sie von Polybios insbesondere beschrieben wird, darf jedoch nicht übergangen werden. Die kleinasiatischen Griechen wurden nämlich nicht allein militärisch unterworfen, sondern hauptsächlich friedlich in das System römischer Herrschaft integriert. Die Vererbung des pergamenischen Reiches an die Römer durch Attalos III. nach dessen Tod im Jahre 133 v. Chr. und die, nach Kampfhandlungen gegen die Partei des illegitimen Königsbruders Aristonikos, erfolgte Gründung der Provinz Asia 129 v. Chr. sind in diesem Sinne zu nennen. Vgl. dazu z.B. Plut., Tib. Gracchus, 14. Dass Aristonikos zudem eher die Unterstützung der Unterschichten zu gewinnen suchte, die Sache der Römer jedoch Hilfe durch die Eliten fand berichtet zudem Strab. 14,1,38.

3 Polyb. 6, 11. Zum Einfluss des Polybios auf Aelius Aristides vgl. auch Fontanella 2008, 211.

4 Wobei selbst dieser tiefgreifende Wandel weiterhin im Sinne einer Kontinuität der Regierungsform umgedeutet und verklärt werden konnte. Vgl. Ael. Arist. Or. 26, 90.

5 Vgl. z. B. Vittinghoff 1994, 272-277 und Demandt 2002, 61-75.

6 Max Weber, der Begründer der modernen Soziologie, definiert Herrschaft folgendermaßen: „§1.

„Herrschaft“ soll, definitionsgemäß [...], die Chance heißen, für spezifische (oder: alle) Befehle bei einer angebbaren Gruppe von Menschen Gehorsam zu finden. Nicht also jede Art von Chance „Macht“ und „Einfluss“ auf andere Menschen auszuüben. Herrschaft [...] in diesem Sinn kann im Einzelfall auf den verschiedensten Motiven der Fügsamkeit: von dumpfer Gewöhnung angefangen bis zu rein zweckrationalen Erwägungen, beruhen. Nicht jede Herrschaft bedient sich wirtschaftlicher Mittel. Noch weit weniger hat jede Herrschaft wirtschaftliche Zwecke. Aber jede Herrschaft über eine Vielzahl von Menschen bedarf normalerweise [...] eines Stabes [...] angebbar zuverlässiger Menschen.“. Insbesondere das Moment der Herrschaftslegitimität wird bei Webers Definition betont: „Jede [sc. Herrschaft] sucht [...] den Glauben an ihre „Legitimität“ zu wecken und zu pflegen“. Weber definiert zudem drei Idealtypen der Herrschaft: „§2 Es gibt drei reine Typen legitimer Herrschaft. Ihre Legitimitätsgeltung kann nämlich primär sein: 1. Rationalen Charakters: auf dem Glauben an die Legalität gesatzter Ordnungen und des Anwendungsrechts der durch sie zur Ausübung der Herrschaft Berufenen ruhen (legale Herrschaft), - oder 2. traditionalen Charakters: auf dem Alltagsglauben an die Heiligkeit von jeher geltender Traditionen und die Legitimität der durch sie zur Autorität Berufenen ruhen (traditionale Herrschaft), - oder endlich 3. Charismatischen Charakters: auf der außeralltäglichen Hingabe an die Heiligkeit oder die Heldenkraft oder die Vorbildlichkeit einer Person und der durch sie offenbarten oder geschaffenen Ordnungen [ruhen] (charismatische Herrschaft).“. Zitiert nach Winckelmann 1972, 122-124. Inwiefern die römische Herrschaft über die Provinzialen des 2. Jhs. diesen weberschen Typen entspricht wird noch zu klären sein.

7 Vgl. Cass. Dio 69, 9.

8 Die Selbstbezeichnung als Φιλορωµαῖοι (Philoromaioi) d. h. Römerfreunde lässt sich bereits vor der hohen Kaiserzeit inschriftlich nachweisen. Hierbei wird es sich jedoch hauptsächlich um eine Loyalitätsfloskel gehandelt haben, die nicht viel mit dem emphatischen Lob Roms verbindet, das in der Romrede des Aristides zu finden ist. Vgl. Nörr 1966, 97.

9 Vgl. hierzu Cass. Dio 78, 9, 4-6. Dass die Analyse des Senators Dio, wonach die Maßnahme nur der Versuch Caracallas gewesen sei, die Staatseinnahmen durch Vergrößerung der besteuerbaren Bevölkerungsgruppen zu erhöhen, ist sicherlich zu kurz gegriffen, wie Kostas Buraselis richtig erkannt hat. Vgl. Buraselis 2007, 8f.

10 Dass die Eigenbezeichnung der Griechen als Ῥωµαῖοι (Romaioi) d.h. Römer Bestand hatte mag auch mit dem Versuch einer Abgrenzung von der eigenen paganen Vergangenheit zusammenhängen. Vgl. Demandt 2002, 69.!!

11 Ael. Arist. Or. 26, 66.

12 Vgl. hierzu und zur Quellenlage allgemein Jones 2011, 1-18.

13 Vgl. zur Tradierung des Textes Klein 1981, 108-112.

14 Vgl. die Diskussion bei Jones 2011, 8-12.

15 Vgl. Zahrnt 1995, 134.

16 Vgl. Fontanella 2015, 171.!

17 Vgl. Bleicken 1966, 227.

18 Das weite Feld der Romanisierungsforschung kann an dieser Stelle nur umrissen werden. Vgl. daher insbesondere Woolf 1994, Ando 2000, 57-62 und Bengtson 1964, die von besonderer Relevanz für die Sicht der griechischen Elite auf die römische Herrschaft sind.

19 Vgl. beispielsweise Ando 2000, 54 und Lavan 2013, 211. Vgl. zur Forschungsgeschichte der Romrede bis 1981 Klein 1981, 160-172.

20 Dies hatte zur Folge, dass der Inhalt der Rede zumeist als Aufzählung von Gemeinplätzen abgetan worden ist und bestenfalls nach Verbindungen zu literarischen Vorbildern gesucht wurde, worüber der historische Gehalt dieser Quelle jedoch gänzlich vergessen wurde. Vgl. Oliver 1953, 884 und Klein 1995, 283.

21 Als Beispiel hierfür mag Bengtson 1964, 160-164 dienen. Die Analyse der aristideischen Romrede dort lässt keinen Zweifel an der aufrichtigen Liebe der griechischen Oberschicht für das römische Reich erkennen. Die neugewonnene Sicherheit im Reiche wird zudem als zentrales Thema der Rede angesprochen. Sicherheit ist freilich ein besonderes Anliegen jeder Regierungsform, insbesondere aber der Autokratie. Gemeint ist bei Letzterer aber hauptsächlich die Sicherheit des Regimes vor freiheitlichen Bestrebungen der Bürger. Vgl. zur nicht unproblematischen Vergangenheit Bengtsons im Nationalsozialismus Rebenich 2005, 64.

22 Vgl. zu dieser Thematik auch Woolf 1997, 339-341.

23 So auch Klein 1995, 284.

24 Vgl. z.B. Pernot 2008 und zuletzt Fontanella 2015.

25 Abwesend sind z.B. die römische Geschichte und die lateinische Sprache. Vgl. Klein 1995, 285.!

26 Vgl. Woolf 1994, 130-135.

27 Vgl. z. B. Swain 1996, Schmitz 1997 und Pernot 2008.

28 Als Geburtsdatum des Rhetors hat Behr 1994, 1141-1151 überzeugend den 26. 11.117 herausgearbeitet und sich so gegen andere Datierungsvorschlag, z. B. in das Jahr 129, durchsetzen können.

29 In der Retrospektive des frühen 3. Jhs. sollte Cass. Dio 72,36 von einem goldenen Zeitalter sprechen.

30 Die Existenz eines nicht unbedeutenden Landbesitzes der Familie, ein Garant für deren Zugehörigkeit zur Elite der Provinz, ist durch Hinweise aus dem Werk des Redners überliefert. Vgl. Schwertheim 1989, 249-257. Der Reichtum der Familie erlaubte es Aristides erst, sein Leben der Rhetorik zu widmen.!

31 Die Bezeichnung ist bereits durch Flavius Philostratos, den Verfasser der Vitae Sophistarum, antik bezeugt. Vgl. hierzu und zur zweiten Sophistik allgemein Swain 1996, 1-13.

32 Sprachlich zeichnet sich die zweite Sophistik durch hohen Purismus aus, der sich z B. in der Verwendung von Attizismen äußert. Die kulturelle Rückbesinnung zeigt sich u. A. in der Beschäftigung mit den literarischen Werken Homers und den Opera der griechischen Historiker. So lassen beispielsweise die Werke des Aristides erkennen, dass ihr Schöpfer ein Bewunderer des Thukydides gewesen ist. Vgl. Klein 1995, 286. Vgl. zum sprachlichen Purismus und zur kulturellen Rückbesinnung in der zweiten Sophistik Swain 1996, 17-100.

33 Vgl. Pernot 2008, 177. Die heftigste Kritik an den Römern findet sich bei Lukian. Nigr. 1,30.

34 Den Sophisten wird sicherlich der Melierdialog bei Thuk. 5, 84-116 bekannt gewesen sein, wobei die Parallelen zwischen den griechischen Poleis der hohen Kaiserzeit und dem kleinen Melos auf der einen, dem ehemals mächtigen Athen und Rom auf der anderen Seite augenscheinlich sind.

35 Lukian. Peregr. 19.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Freunde Roms? Zur Rezeption römischer Herrschaft durch die ostgriechische Provinzialelite der hohen Kaiserzeit am Beispiel der Romrede des P. Aelius Aristides
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V458899
ISBN (eBook)
9783668894136
ISBN (Buch)
9783668894143
Sprache
Deutsch
Schlagworte
freunde, roms, rezeption, herrschaft, provinzialelite, kaiserzeit, beispiel, romrede, aelius, aristides
Arbeit zitieren
Kevin Grossart (Autor), 2016, Freunde Roms? Zur Rezeption römischer Herrschaft durch die ostgriechische Provinzialelite der hohen Kaiserzeit am Beispiel der Romrede des P. Aelius Aristides, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458899

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