Das Internet der Dinge erfährt in der heutigen Gesellschaft zunehmend an Verbreitung und Anwendung. Es ist gekennzeichnet durch verschiedene Geräte, welche an neuen Funktionalitäten gewinnen, die weit über ihre Grundaufgaben hinausreichen. Diese sind in der Lage "intelligente" Berechnungen durchzuführen und stehen zum Austausch durch eine übergreifende Vernetzung in Verbindung.
Ein Aspekt in diesem Bereich sind Wearables, welche in direktem Kontakt zum Menschen stehen und beispielsweise in Form von Fitness Trackern die eigene Gesundheit sowie sportliche Aktivitäten überwachen und auswerten können. Sie gewinnen aktuell an Popularität, da sie zum einen in ihrer Anwendung sehr unkompliziert sind und zudem kontinuierlich Daten erfassen können, ohne den Nutzer in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Durch mehrere Erfassungstechniken lassen sich unterschiedliche Werte zum eigenen Körper und der Bewegung sammeln, welche anhand angebundener Applikationen an Aussagekraft gewinnen. Diese gesundheitsbezogene Datenerfassung und -aufbereitung ist in dieser Hinsicht aber nicht nur für die Anwender von Nutzen.
Die gewonnenen Informationen stellen auch einen hohen Mehrwert für das Gesundheitswesen dar, da sie beispielsweise Behandlungen effektiver gestalten könnten, indem über die elektronische Gesundheitskarte eines Patienten Zugriff auf ausführliche Aktivitätsberichte gewährt würde. In weiterer Hinsicht stellt sich die Frage, zu welchem Grad aktuell schon eine infrastrukturelle Anbindung von Fitness Trackern an das Deutsche Gesundheitssystem unterstützt wird sowie in Zukunft umsetzbar wäre und auf welchen Ebenen diesbezüglich noch Barrieren bestehen. Wird es dem Deutschen Gesundheitswesen zukünftig möglich sein, von den gewonnenen Daten zu profitieren oder stellt das eigene System zu hohe Hürden an die Applikationen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten
2.1. Definition Telematikinfrastruktur
2.2. Definition Fitness Tracker
3. Grundlegende Technologien
3.1. Aufbau der Telematikinfrastruktur
3.2. Funktion eines Fitness Trackers
4. Infrastrukturelle Verknüpfung
4.1. Integrationsansätze und Anforderungen der Telematikinfrastruktur
4.2. Eingliederungsmöglichkeiten und -barrieren
4.3. Lösungskonzept
5. Zusammenfassung
5.1. Fazit
5.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die infrastrukturelle Einbindung von Fitness Trackern, die auf der Bluetooth Low Energy-Technologie basieren, in das Deutsche Gesundheitssystem unter Berücksichtigung technischer, regulatorischer und sicherheitsrelevanter Aspekte.
- Grundlagen der Telematikinfrastruktur
- Funktionsweise und technische Basis von Fitness Trackern
- Anforderungen an die Integration von Mehrwertdiensten
- Datenschutz und Sicherheitsbarrieren bei der Vernetzung
- Lösungsansätze mittels Blockchain-Technologie und Smart Contracts
Auszug aus dem Buch
4.2. Eingliederungsmöglichkeiten und -barrieren
Betrachtet man die erläuterten Anforderungen der gematik an Mehrwertdienste wie Fitness Tracker sind mehrere Ebenen zu berücksichtigen. Zum einen hat der Anwender einer hohen Nachweispflicht nachzugehen, bezogen auf Schutzmaßnahmen und Störungen sowie die allgemeinen Funktionalitäten. Dies könnte eine grundsätzliche Hürde darstellen, da zudem der entgeltliche Aspekt wenig Anklang erfährt und einen weiteren Beantragungsprozess benötigt.
Allgemein gesehen stehen zudem der Datenschutz und die Datenintegrität sowie die Verfügbarkeit der allgemeinen Dienste im Vordergrund, welche nicht gefährdet werden darf. Durch die serviceorientierte Architektur der Telematikinfrastruktur ist es grundsätzlich möglich, Geräte zu implementieren, welche spezifische Schnittstellen aufweisen. Das liegt daran, dass die Geräteschnittstellen bei der Integration gekapselt werden und somit irrelevant für einen Zugriff auf den Dienst als Gesamtes sind. Dies ermöglicht zunächst die Einbindung eines Fitness Trackers, erfordert des Weiteren aber auch eine lokale Anwendung, welche in Verbindung mit dem Smartphone des Anwenders steht und die Daten empfängt. Außerdem ist sie dafür zuständig, die Daten in das geforderte Zielformat zu wandeln, sodass sie über die angebundene Schnittstelle für andere zentrale Dienste in der Infrastruktur abrufbar sind.
Für die Verschlüsselung sowie Authentifizierungsvorgänge, durch welche Datensicherheit und –integration innerhalb des Systems gewährleistet werden soll, stellt die Telematikinfrastruktur zu nutzende Dienste zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wird der Datenzugriff zunächst über eine Autorisierung durch die elektronische Gesundheitskarte des Patienten abgesichert sowie durch mehrere Sicherheitsalgorithmen. Eine beispielhafte Architektur solch einer hybriden Mehrwertdienstanbindung zeigt die nachfolgende Abbildung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Internet der Dinge und die Relevanz von Fitness Trackern als Datenquelle für das Gesundheitswesen sowie Definition der zentralen Forschungsfrage.
2. Begrifflichkeiten: Definition der technischen Grundlagen der Telematikinfrastruktur und der Funktionsweise von Wearables im Kontext des Gesundheitswesens.
3. Grundlegende Technologien: Analyse des Aufbaus der Telematikinfrastruktur sowie der hardwareseitigen Komponenten und der Datenübertragungstechnologie von Fitness Trackern.
4. Infrastrukturelle Verknüpfung: Untersuchung der Integrationskategorien und Anforderungen an Mehrwertdienste sowie Vorstellung eines Sicherheitskonzepts mittels Blockchain und Smart Contracts.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Einbindbarkeit von Fitness Trackern und Einschätzung zukünftiger Entwicklungen im Gesundheitssektor.
Schlüsselwörter
Fitness Tracker, Telematikinfrastruktur, Bluetooth Low Energy, Gesundheitswesen, Wearables, Datensicherheit, Datenschutz, Smart Contracts, Blockchain, Interoperabilität, Integration, Mehrwertdienste, eHealth, Patienten, Vernetzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Seminararbeit analysiert die technologische und regulatorische Machbarkeit, Fitness Tracker als Mehrwertdienste in die Telematikinfrastruktur des deutschen Gesundheitswesens zu integrieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Architektur der Telematikinfrastruktur, die Funktionsweise der Bluetooth Low Energy-Technologie in Fitness Trackern, Anforderungen an den Datenschutz sowie innovative Sicherheitslösungen durch Blockchain-Technologie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin zu bewerten, inwieweit Fitness Tracker heute bereits in das Gesundheitssystem integriert werden können und welche infrastrukturellen oder sicherheitsrelevanten Hindernisse dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung bestehender technischer Richtlinien der gematik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Komponenten von Fitness Trackern den Anforderungen der Telematikinfrastruktur gegenübergestellt, Sicherheitslücken bei der Datenübertragung identifiziert und ein Lösungskonzept mittels Smart Contracts diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Telematikinfrastruktur, Fitness Tracker, Datensicherheit, Bluetooth Low Energy und Blockchain-basierte Sicherheitslösungen charakterisieren.
Wie sicher ist die Datenübertragung bei Fitness Trackern gemäß der Arbeit?
Die Arbeit identifiziert Sicherheitsrisiken bei der Bluetooth-Paarung und weist darauf hin, dass handelsübliche Fitness Tracker aufgrund von Datenschutzbedenken aktuell noch nicht den hohen Anforderungen der deutschen Telematikinfrastruktur genügen.
Was ist das vorgeschlagene Lösungskonzept für die Sicherheitsbarrieren?
Es wird der Einsatz eines "Smart Contract-based Investigation Report Management" (SCIRM) vorgeschlagen, das mithilfe von Smart Contracts und Blockchain-Technologie in Echtzeit prüft, ob eine Applikationsverbindung zulässig ist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Integration von IoT in Deutschlands Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459037