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Wie können rhetorische Fragen Überzeugungskraft verleihen?

Titel: Wie können rhetorische Fragen Überzeugungskraft verleihen?

Hausarbeit , 2019 , 10 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Moritz Sauer (Autor:in)

Latinistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Überzeugungskraft der rhetorischen Frage. Es wird erklärt, wie und warum die rhetorische Frage, lateinisch interrogatio, in einer Rede persuasiv wirkt und was sie von einer normalen Frage unterscheidet. Illustrierend werden einzelne Teile aus Ciceros erster Rede gegen Catilina angeführt.

Zuerst werden die Geschehnisse vor der Rede zusammengefasst. Schließlich gehe ich anhand von Beispielen vertiefend auf das persuasive Wirken der interrogatio unter dem Gesamtaspekt der elocutio ein. Schlussendlich soll die Frage beantwortet werden, ob Cicero sein Redeziel erreichen konnte und inwieweit das Stellen rhetorischer Fragen dabei persuasiv mitwirkte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Kontext und Inhalt: In Catilinam I

2.1 „Was für Zeiten, was für Sitten!“ - Cicero spricht gegen Catilina

2.2 Einordnung in die genera causarum

3 Schönheit durch Redeschmuck

3.1 Die Sprache schmücken

3.2 Die interrogatio als persuasives Werkzeug

4 Abschließende Beurteilung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die persuasive Wirkungskraft der rhetorischen Frage (interrogatio) in Marcus Tullius Ciceros erster Rede gegen den Verschwörer Catilina. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Cicero dieses rhetorische Stilmittel einsetzt, um sein Publikum zu überzeugen und Catilina zur Flucht aus Rom zu bewegen.

  • Historischer Kontext der Rede In Catilinam I
  • Analyse der elocutio als Teil der rhetorischen Kunst
  • Funktionsweise der interrogatio als indirekt assertiver Sprechakt
  • Die psychologische Wirkung rhetorischer Fragen auf den Zuhörer
  • Ciceros rhetorische Strategie zur Überzeugung des Senats

Auszug aus dem Buch

3.2 Die interrogatio als persuasives Werkzeug

Wie gelingt ihm das? Zunächst muss klar werden, was die rhetorische Frage von einer gewöhnlichen unterscheidet. Trotz der gleichen Form beider Fragearten erfüllt jede von ihnen eine komplett andere Funktion. Die der gewöhnlichen Frage ist schnell erklärt: Sie wird gestellt, um Informationen zu gewinnen. Rhetorische Fragen hingegen sind komplexer und als indirekt assertive Sprechakte zu begreifen. Sie stellen eine besondere Form der indirekten Behauptung dar und lösen durch ihren Behauptungscharakter zugleich auch einen persuasiven Effekt aus.

Wenn Cicero also Catilina fragt „Quid proxima, quid superiore nocte egeris, ubi fueris, quos convocaveris, quid consili ceperis, quem nostrum ignorare arbitraris?“ („Was du in der letzten, was du in der vorletzten Nacht getrieben hast, wo du gewesen bist, wen du zusammengerufen und welchen Plan du gefasst hast - wer von uns, meinst du, wüßte das nicht?“), lässt sich daraus Verschiedenes folgern. Zum einen hat diese Frage informativen Wert, da aus ihr hervorgeht, dass zumindest Cicero von Catilinas Mordplänen gegen ihn und der Verschwörung Bescheid weiß. Zum anderen gibt Cicero Catilina zu denken.

Da der Inhalt dieser Frage nicht als direkte Aussage formuliert ist (bspw. „Wir wissen alle darüber Bescheid, was du gestern und vorgestern getan hast.“), bietet Cicero seinem Gegenüber die Gelegenheit sich selbst eine Meinung über das Gesagte zu bilden. Hier zeigt sich die äußerst erstaunliche Wirkungskraft der interrogatio, denn interessanterweise formt sich die Antwort auf eine rhetorische Frage im Bewusstsein des Zuhörers immer automatisch; man antwortet also immer, gewollt oder nicht auf das Gefragte. Die bewusst gewählte Formulierung der Fragestellung „[…] wer von uns, meinst du, wüßte das nicht?“ , lässt Catilina über die intendierte, indirekte Behauptung jeder wisse über seine Pläne Bescheid, nachdenken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Situation von Ciceros erster Rede gegen Catilina ein und definiert das Forschungsziel, die persuasive Wirkung der interrogatio zu untersuchen.

2 Historischer Kontext und Inhalt: In Catilinam I: Dieses Kapitel beschreibt die politischen Umstände der Senatssitzung und analysiert, wie Cicero Catilina mit Vorwürfen konfrontiert und ihn zum Verlassen Roms drängt.

2.1 „Was für Zeiten, was für Sitten!“ - Cicero spricht gegen Catilina: Hier werden die improvisierte Natur der Rede und Ciceros strategischer Einsatz von Fragen erläutert, um Catilina als Hochverräter zu entlarven.

2.2 Einordnung in die genera causarum: Der Autor diskutiert, dass die Rede eine Mischform aus dem genus iudiciale (Gerichtsrede) und dem genus deliberativum (Beratungsrede) darstellt.

3 Schönheit durch Redeschmuck: Es wird die Bedeutung der elocutio und des rhetorischen Schmucks für die Überzeugungskraft eines Redners in der Antike dargelegt.

3.1 Die Sprache schmücken: Dieses Kapitel vertieft die Anforderungen an den hohen Stil (genus grande) und die Rolle des Redners bei der emotionalen Beeinflussung des Publikums.

3.2 Die interrogatio als persuasives Werkzeug: Im Zentrum steht die linguistische und rhetorische Analyse der Frage als Instrument, das den Zuhörer zur eigenständigen Schlussfolgerung bewegen soll.

4 Abschließende Beurteilung: Das Fazit bewertet den Erfolg der Rede und unterstreicht die zeitlose Bedeutung Ciceros rhetorischer Fähigkeiten bei der Manipulation der öffentlichen Meinung.

Schlüsselwörter

Cicero, Catilina, In Catilinam, Rhetorik, Interrogatio, Rhetorische Frage, Persuasion, Elocutio, Genus grande, Antike, Redekunst, Senat, Hochverrat, Sprechakt, Politische Rede.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wirkung rhetorischer Fragen (interrogatio) innerhalb von Marcus Tullius Ciceros erster Rede gegen den Senator Catilina im Jahr 63 v. Chr.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen den historischen Hintergrund der römischen Verschwörung, antike Rhetoriktheorie (insbesondere die elocutio) und die persuasive Psychologie hinter rhetorischen Fragetechniken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Cicero durch den gezielten Einsatz von Fragen sein Redeziel – die Überführung Catilinas und dessen freiwilligen Abzug aus Rom – persuasiv unterstützen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine literatur- und rhetorikwissenschaftliche Analyse, indem er antike Redestrukturen auf Basis von Fachliteratur untersucht und mit linguistischen Konzepten, wie dem indirekt assertiven Sprechakt, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Rede, die theoretische Verortung im Redeschmuck (elocutio) und die detaillierte Wirkungsanalyse der rhetorischen Frage auf Catilina und die Senatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Cicero, Interrogatio, Rhetorik, Persuasion, Catilina und Elocutio.

Warum unterscheidet der Autor zwischen einer gewöhnlichen und einer rhetorischen Frage?

Der Autor betont, dass eine gewöhnliche Frage der Informationsgewinnung dient, während eine rhetorische Frage als indirekte Behauptung fungiert, die den Hörer dazu zwingt, im Geist selbst zuzustimmen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Effektivität von Ciceros Rede?

Der Autor schlussfolgert, dass Cicero sein Redeziel zwar nur teilweise erreichte, da Catilina nach der Rede nicht ins Exil ging, die rhetorische Strategie aber dennoch maßgeblich dazu beitrug, Catilinas Isolation im Senat zu verdeutlichen.

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Details

Titel
Wie können rhetorische Fragen Überzeugungskraft verleihen?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Allgemeine Rhetorik)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Rhetorik
Note
1,7
Autor
Moritz Sauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V459286
ISBN (eBook)
9783668899766
ISBN (Buch)
9783668899773
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cicero Catilina Cicero in Catilinam rhetorische Frage interrogatio Überzeugungskraft Persuasion überzeugen persuasiv Rede Analyse Redeanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Sauer (Autor:in), 2019, Wie können rhetorische Fragen Überzeugungskraft verleihen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459286
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Leseprobe aus  10  Seiten
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