Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung: Migration, Aussiedler, Vertriebene und Flucht

3. Oberschlesien gehört nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen. Welche grundlegenden Veränderungen gibt es?
3.1 Die Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien und über die Menschen, die geblieben sind
3.2 Wie wurden die Vertriebenen und Flüchtlinge anfangs in der Bundesrepublik aufgenommen?

4. „Flucht und Vertriebene“ im Regelunterricht
4.1 Eventuelle Schwierigkeiten bei der Planung für eine Unterrichtssequenz zu diesem Thema
4.2 Vertreibungen und Umsiedlungen in, aus und nach Polen. Kontexte aufzeigen
4.3 Wie lässt sich dieses Unterrichtsprojekt umsetzen und was können die Kinder daraus lernen?
4.4 "Es gab Hab und Gut zu verlassen" Die Vertreibung im Spiegel von Schüleraufsätzen
4.5 Wie lässt sich dieses Thema umsetzen und was können die Kinder hierbei lernen?
4.6 Unterschied zwischen „Schulbuch“ und „Geschichte lernen“

5. Schlussbetrachtung

6. Literatur

1. Einleitung

In der folgenden Hausarbeit, welche das Thema Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien beschreibt, handelt von der Nachkriegszeit in diesem Teilgebiet Polens.

Sie ist der Versuch einer Darstellung der wichtigsten Bevölkerungsverschiebungen eben diesen Gebietes, ihrer Ursachen und ihres Ablaufs. Dabei soll besonders das tragische Schicksal all jener Menschen thematisiert werden, die von den genannten Ereignissen betroffen wurden.

Als Erstes sollen die Fachbegriffe geklärt werden.

Danach gehe ich auf die Veränderungen in Polen nach Kriegsende ein und versuche Klarheit zu schaffen, welche Gründe es für die Austreibungen der Menschen gab und warum trotzdem einige geblieben sind. Daraufhin erläutere ich, wie die Vertriebenen in Deutschland aufgenommen wurden, ob es Konflikte gab und wie sich diese geäußert haben.

An dieser Stelle überlege ich mir, wie man dieses Thema in den Unterricht einflechten kann und beschreibe, wie es in zwei verschieden Schulbüchern dargestellt wird. Ich bearbeite zwei interessante Unterrichtsprojekte aus dem „Geschichte lernen – Heft 105“, um die Arbeit abzurunden. Natürlich mache ich mir hierbei Gedanken, wie man diese Projekte im Unterricht umsetzen kann und welche Gemeinsamkeiten, bzw. Unterschiede es hier gibt.

Abschließend reflektiere ich meine Arbeit und gebe meine Meinung preis.

Dann folgt eine bibliographisch korrekte Literaturliste.

2. Begriffsklärung: Migration, Aussiedler, Vertriebene und Flucht

Migration

Migration bezeichnet im engeren Sinn den Wechsel der Heimat mit Überschreitung einer Ländergrenze. Diese nennt man internationale Migration, innerhalb eines Landes spricht man von Binnenmigration. Das Einwandern in die neue Heimat wird als Immigration bezeichnet, das Auswandern aus der alten Heimat als Emigration. Bei der internationalen Migration wird des weiteren zwischen einem dauerhaften Wohnortwechsel (z.B. Auswanderung; Flucht) und einem semipermanenten Wechsel (z.B. Saisonarbeit; Exil) unterschieden.[1]

Aussiedler

Als Aussiedler bezeichnete man im Bundesvertriebenengesetz (BVFG) bis zum 31. Dezember 1992 deutsche Minderheiten, die teilweise seit Generationen in allen Teilen der Welt leben und nach Deutschland migrieren wollten.

Seit dem 1. Januar 1993 werden alle deutschstämmigen Migrationswilligen als Spätaussiedler bezeichnet.[2]

Heute müssen die Spätaussiedler in Form einer Abstammungsurkunde ihre Deutschstämmigkeit beweisen, sodass sie nach Deutschland emigrieren können; außerdem müssen sie einen mündlichen Test absolvieren, um zu beweisen, dass sprachliche Kenntnisse vorhanden sind.[3]

Vertriebene

Unter dem Begriff Vertreibung versteht man die erzwungene Verdrängung von Menschen aus ihrer Heimat. Mit Vertreibungen ist regelmäßig die Anwendung, zumindest aber die Androhung von Gewalt verbunden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen Vertreibungen und Aus- oder Abwanderungsprozessen ist die zumindest teilweise Enteignung der Vertriebenen.[4]

Flucht

Eine Flucht ist das ungeordnete, manchmal sogar panische Zurückweichen vor einem Feind, Angreifer oder einer allgemeinen Gefahr.[5] Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, um einer drohenden existenziellen Gefahr zu entgehen. Im Unterschied zu Vertriebenen werden sie nicht unmittelbar zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen. Geschieht die Flucht auf Anordnung der Behörden des eigenen Landes, spricht man von Evakuierung. Falls Flüchtlingen oder Evakuierten die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt wird, unterscheidet sich ihre Lage nicht mehr von der Lage von Vertriebenen. Es ist darum plausibel, sie in diesem Falle ebenfalls als Vertriebene zu bezeichnen.[6]

3. Oberschlesien gehört nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen. Welche grundlegenden Veränderungen gibt es?

Oberschlesien (polnisch: Górny Śląsk) ist eine historische Landschaft und ehemalige preußische Provinz im südöstlichen Schlesien, heute Teil von Polen.[7]

1945 ist die Lage des Landes nicht gerade rosig. Zwar finden sich die Polen in einem neuen Staat mit geographisch günstigen und geschichtlich akzeptablen Grenzen wieder, doch sind seit 1939 über 6 Millionen Menschen umgekommen.

Ein Drittel des Nationaleigentums ist verloren und zwei Drittel des Industriepotentials vernichtet.[8]

Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung geben Gebiete, aus denen Deutsche vertrieben wurden und in die man nun Menschen aus den alt- und ostpolnischen Provinzen umsiedelt.

Bald stellt sich jedoch heraus, dass die administrativen Grenzverschiebungen und die Massenumsiedlungen tiefe Wunden geschlagen haben.[9]

Diese „Wunden“ werde ich im nächsten Kapitel näher erläutern.

1946 wird die Groß- und Kleinindustrie verstaatlicht.

Als Entschädigung für das Eigentum Polens im Ausland, fließen 200 Millionen US-Dollar ins Land.

Die Kommunisten führen zwangsweise die Planwirtschaft ein; der private Handles- und Dienstleistungssektor wird 1947 abgeschafft.[10]

3.1 Die Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien und über die Menschen, die geblieben sind

Laut Winston Churchill spielte sich im deutschen Osten eine „Tragödie ungeheuren Ausmaßes“ ab.[11]

Der Vormarsch sowjetischer Truppen in Schlesien nach dem 19.01.1945 zieht eine Fluchtwelle nach sich, die allerdings in einzelnen Teilen des Landes unterschiedlich stark ist. Entweder, weil die nationalsozialistischen Behörden diese anfänglich zu verhindern suchen oder aber, weil in Oberschlesien viele Menschen ihre Heimat nicht verlassen wollen.

Aber nur kurze Zeit später ändert sich das Blatt. Nun wollen die Polen in ihrem neu dazu gewonnenen Land auch den Rest des deutschen Überbleibsels vernichten, um ihr eigenes Land und die dazu gehörigen Menschen dort anzusiedeln.[12]

Im Juni/ Juli 1945 beginnen die ersten Austreibungen. Sie betreffen 200.000 – 300.000 Menschen und werden mit exzessiver Brutalität durchgeführt.[13]

Viele Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen oder wollen, haben eine unvorhersehbare Zukunft vor sich. Sie müssen sich in einem ihnen fremden Land eine neue Existenz aufbauen.

In den Jahren zwischen 1950 und 1989 siedeln rund 1,2 Mio. der Minderheit in die Bundesrepublik Deutschland aus.

Dieses Thema werde ich im nächsten Kapitel erläutern.

An dieser Stelle möchte ich die Menschen erwähnen, die trotz den Vertreibungen in Oberschlesien geblieben sind:

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Migration_(Soziologie) 29.07.2005

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Aussiedler, 29.07.2005

[3] ebd., 29.07.2005

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung, 29.07.2005

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Flucht, 29.07.2005

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung, 29.07.2005

[7] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschlesien, 29.07.2005

[8] Alfred Horn, Bozena Pietras: Polen, Travel Media, Langenscheidt KG, München, 1997, S. 55

[9] ebd, S. 83

[10] ebd., S. 56

[11] vgl. Horst Pötsch: Deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart, Die Entwicklung der beiden deutschen Staaten, Olzog Verlag GmbH, München, 1998, S. 32

[12] Reinhold Vetter: Schlesien: deutsche und polnische Kulturtraditionen in einer europäischen Grenzregion, DuMont Verlag, Köln, 1992, S, 45

[13] Horst Pötsch, S. 32

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V45933
ISBN (eBook)
9783638432498
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flucht, Vertreibung, Oberschlesien
Arbeit zitieren
Laura Niedballa (Autor), 2005, Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45933

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden