Sterbehilfe. Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte


Seminararbeit, 2019
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitungskapitel
1.1 Einleitung und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Methodisches Vorgehen

2. Definitionen und Grundlagen
2.1 Definition Sterbehilfe

3. Formen der Sterbehilfe
3.1 Aktive Sterbehilfe
3.2 Passive Sterbehilfe
3.3 Indirekte Sterbehilfe
3.4 Assistierte Suizid

4. Rechtliche Reglungen zur Sterbehilfe
4.1 Die Rechtslage in Deutschland

5. Die vier Prinzipien des ethischen Handelns
5.1 Autonomiprinzip
5.2 Prinzip der Schadensvermeidung (Nichtschadensprinzip)
5.3 Fürsorgeprinzip
5.4 Gerechtigkeitsprinzip

6. Sterbehilfe ethisch vertretbar?
6.1 Eigene Entscheidungsmöglichkeit des Menschen
6.2 Menschenwürdiges Sterben

7. Fallbeispiel

8. Fazit

1.Einleitungskapitel

Dies ist das Einstiegskapitel für die Seminararbeit. Hier werden kurz die wichtigsten Themenpunkte angesprochenen und die Problemstellung dargestellt.

1.1 Einleitung und Problemstellung

Das Thema Sterbehilfe ist seit vielen Jahren ein Teil der Medizin, aber dennoch gibt es gespaltene Meinungen hierzu. Demnach hat das Thema ein hohes Diskussionspotential und wird in den Medien aufgegriffen. Alleine durch das eingeben des Begriffes „Sterbehilfe“, bietet uns die Suchmaschine Google, innerhalb von wenigen Sekunden circa 1.530.00 Treffer an 1. Jedoch ist diese hohe Summe nicht verwunderlich, da es viele verschiedene Ansichtsweisen zu diesem Thema gibt2. Eines der bekanntesten Ansichten zu diesem Thema ist die Meinungen des deutschen Arztes Christoph Wilhelm Hufeland († 25.08.1836 Berlin): „Das Leben des Menschen zu erhalten und womöglich zu verlängern, das das höchste Ziel der Heilkunst. Jeder Arzt hat geschworen, nichts zutun, wodurch das Leben eines Menschen verkürzt werden könnte. Wenn ein Kranker von unheilbarem übel gepeinigt wird, wenn er sich selbst den Tod wünscht, wenn Schwangerschaft Krankheit und Lebensgefahr erzeugt, wie leicht kann da selbst in der Seele des Besseren der Gedanke aufsteigen: Sollte es nicht erlaubt sein, ja sogar Pflicht sein, jenen Elenden etwas früher von seiner Bürde zu befreien? Ob das Leben des Menschen Glück oder Unglück sei, ob es Wert habe oder nicht, dies geht den Arzt nichts an!“3. Er war davon überzeugt, dass es die höchste ärztliche Pflicht ist, das Leben eines Menschen so lange es ging zu erhalten und keine Maßnahmen zu ergreifen, welche das Leben des Menschen verkürzen oder sogar beenden könnten. Hierbei sollte die Einstellung des Patienten zum Leben keine Rolle spielen. Die Sichtweise von Dr. Hufeland wurde mit der Zeit zum Maßstab der modernen Medizin. Durch die Weiterentwicklung der Medizin und die daraus resultierenden Fortschritte und neuen therapeutischen Möglichkeiten, stieg die Lebenserwartung des Menschen. Doch die Fortschritte brachten nicht nur neue Möglichkeiten mit sich sondern auch neue Fragen. Bis wann oder wie lange sollte man die lebensverlängernden Maßnahmen in Anspruch nehmen? Wie lange ist es sinnvoll einen Komapatienten am Leben zu erhalten? Wie lange muss ein todkranker Mensch auf den Tot warten4? Viele Menschen möchten lieber würdevoll in Frieden sterben, und nicht hilflos mit Medizinischen Instrumenten am Leben erhalten werden. Deshalb ist die Sterbehilfe oft ein Diskussionsthema. Hierbei geht es um eine gesamtgesellschaftliche Debatte und betrifft demnach die Bevölkerung insgesamt5. Mit dieser Arbeit soll das Spannungsfeld näher betrachtet werden. Zudem soll die Frage beantwortet werden ob Sterbehilfe sinnvoll wäre oder nicht.

1.2 Ziel der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, dem Leser die mögliche Relevanz der Sterbehilfe nahezubringen. Zudem werden einige Ethische, Medizinische und Rechtliche Aspekte aufgegriffen um somit auch die Gerechtigkeit und die Moral hinter diesem Thema zu erläutern.

1.3 Aufbau der Arbeit

In Kapitel 2 wir der Begriff Sterbehilfe erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den verschiedenen Formen der Sterbehilfe. Kapitel 4 gibt die rechtlichen Reglungen Deutschlands wieder. In 5 finden Sie die 4 Prinzipien des ethischen Handelns. Ob dies alles ethisch vertretbar ist wird in Kapitel 6 angesprochen. Ein Fallbeispiel finden Sie in Kapitel 7. Und zu allerletzte mein Fazit in Kapitel 8.

1.4 Methodisches Vorgehen

Diese Seminararbeit wurde mit Hilfe von Büchern und Internetrecherche erstellt. Da über das Thema Sterbehilfe zurzeit viel gesprochen wird, war es möglich viele Informationen aus dem Internet zu erlangen. Zudem wurde die Suchmaschine Google benutzt um Vorschläge für Online-Literatur und Homepages zu erzielen. Gesuchte Begriffe hierfür waren Sterbehilfe, aktive/ passive/ indirekte Sterbehilfe, Assistierten Suizid, Medizinethik und noch viele mehr. Auch die Düsseldorfer Universitätsbibliothek wurde für diese Seminararbeit besucht und dort enthaltene Literatur wurde verwendetet.

2. Definition und Grundlagen

In Kapitel zwei wird der Begriff „Sterbehilfe“ näher erläutert und die zwei Arten der Sterbehilfe aufgeklärt.

2.1 Definition „Sterbehilfe“

Unter dem Begriff Sterbehilfe versteht man im allgemeinen alle Maßnahmen, welche das Sterben eines Menschen erleichtern beziehungsweise erträglich machen sollen 6. Allerdings gibt es zwei Arten der Sterbehilfe. Zum einen kann man unter dem Begriff Sterbehilfe alle Handlungen verstehen, welche den Tot unterstützen oder sogar mit gewissen Maßnahmen aktiv herbeiführen sollen. Aber kann man auch unter diesem Begriff die „Hilfe während des Sterbens“ verstehen. Hierbei würde man über den Sterbebeistand beziehungsweise die Sterbebegleitung sprechen. Für diesen Teil des Lebens wäre das Hospiz oder die Palliativmedizin zuständig. Hier würde man dem sterbenden Menschen durch Pflege, schmerzlindernde Behandlungen und Zuwendung in seiner letzten Lebensphase helfen. Im grundgenommen würde dem Menschen nicht mehr zur Heilung verholfen werden, sondern man würde den ohnehin schon sterbenskranken Menschen in ruhe und schmerzfrei sterben lassen7. In den folgenden Kapiteln wird mehr auf die „Hilfe während des Sterbens“ eingegangen.

3. Formen der Sterbehilfe

In diesem Kapitel wird versucht die Voraussetzungen, Methoden und mögliche Handlungen einer Sterbehilfe näherzubringen. Die drei verschiedenen Formen werden erläutert und wer, wann, wie und wo ein Entscheidungsrecht hat wird angesprochen.

3.1 Aktive Sterbehilfe

Unter aktiver Sterbehilfe wird die bewusste und absichtliche Herbeiführung des Todes bei einem kranken oder einem sterbenden verstanden. Dies wird durch medizinische Maßnahmen, Verabreichung gewisser Medikamente oder auch Unterlassung all dieser Punkte in die Tat umgesetzt und ist in Deutschland strikt verboten8. Im Gegensatz zu allen anderen Formen, wird hier der Tot nicht nur akzeptiert und in Kauf genommen, sondern wird nach aktiv herbeigeführt.

3.2 Passive Sterbehilfe

Dies bedeutet das künstliche oder medizinische lebensverlängernde Maßnahmen bei einem Sterbenden abgebrochen beziehungsweise unterlassen werden9. Dies kann zum Beispiel durch das Abschalten eines Beatmungsgerätes oder dem Entfernen einer Ernährungssonde in die Tat umgesetzt werden. Nur noch Leid und Schmerzen sind hier zu behandeln, um dem kranken Menschen einen ruhigen Tot zu ermöglichen. Deshalb spricht man in solchen Fällen oft von einer Palliativmedizin oder einem Hospiz. Im Gegensatz zur aktiven Sterbehilfe, wo durch Verabreichung von Medikamenten der Tot herbeigeführt wird, lässt man hier vielmehr den natürlichen Sterbeprozess geschehen10.

3.3 Indirekte Sterbehilfe

Um einem Menschen während der Sterbephase Schmerzen oder andere belastende Symptome seiner Erkrankung zu ersparen, werden teilweise Medikamente verwendet, welche jedoch den Todeseintritt beschleunigen können11. Im Rahmen dieser Behandlung werden dem Patienten Medikamente gegeben, die aber auch eine Lebensverkürzung als Nebenfolge mit sich bringen können. Beispielsweise kann durch die Medikation gewisser Medikamente eine Atemdepression oder ein Flüssigkeitsmangel entstehen doch trotzdem werden diese eingesetzt und verwendet. Obwohl hier die Lebensverkürzung nicht das Behandlungsziel ist, wird dennoch der Tot billigend in Kauf genommen12.

3.4 Assistierter Suizid (Beihilfe zur Tötung)

Unter einem assistierten Suizid versteht man die Beihilfe zur Selbsttötung, indem man dem Sterbenden tödliche Medikamente beschafft und Bereitstellt13. So darf z.B. die Giftspritze präpariert aber nicht verabreicht werden. Im Vordergrund hierbei steht das eigene Handeln des Sterbenden, also die Tatherrschaft, im sinne eines assistierten Suizid.

4. Rechtliche Reglungen zur Sterbehilfe

In diesem Kapitel wird die derzeitige Rechtslage der Sterbehilfe aufgefasst. Hierzu wird das deutsche Rechtssystem und das Rechtssystem einiger Nachbarländer näher betrachtet.

4.1 Die Rechtslage in Deutschland

In Deutschland war und ist derzeit jede Art der aktiven Sterbehilfe strengstens verboten und gilt als Totschlag. Auch wenn der Patient beziehungsweise der Sterbende ausdrücklich darauf besteht, steht es dem Arzt nicht zu, durch Medikamente einen frühzeitigen Tot herbeizuführen. Sollte ein Arzt jedoch trotzdem solch eine Tat vollbringen, kann dies mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden. Die rechtliche

Grundlage hierfür bilden im Wesentlichen die Paragraphen 211 Mord, 212 Totschlag und 216 Tötung auf Verlangen. Diese Paragraphen sind im Strafgesetzbuches der Bundesrepublik Deutschland zu finden.

Die passive Sterbehilfe ist allerdings im Gegensatz zur aktiven Sterbehilfe zulässig und erlaubt. Diese würde bedeutet das man Lebensverlängernde Maßnahmen abschaltet oder komplett auf diese verzichtet. Dafür muss jedoch eine Willenserklärung des Patienten vorliegen. Wenn der Patient nicht mehr anzusprechen ist, liegt die Entscheidung bei den Angehörigen. Sie müssen in solch einem Falle glaubhaft und nachweisbar machen, das sie die Abschaltung der Geräte wünschen14.

Auch die Indirekte Sterbehilfe ist zulässig und liegt vor, wenn ein Arzt einem Todkranken mit dessen Einverständnis schmerzlindernde Medikamente verabreicht, die den Todeseintritt beschleunigen würden. Hier ist aber auch eine entsprechenden Willenserklärung des Patienten notwenig. Natürlich können auch in diesem Fall die Angehörigen entscheiden. Es muss aber nachweisbar sein, dass diese nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten handeln. Diese From der Sterbehilfe ist nicht strafbar, weil dem Patienten ermöglicht wird würdevoll und Schmerzfrei zu sterben. Es wäre möglich dies auch als Tötungsdelikt zu betrachten allerdings gibt es ein Gesetzt, welches diese Tat nicht als Mord bezeichnen lässt. Dies wäre der Paragraph 34 StGB. Hiernach kann man die indirekte Sterbehilfe rechtfertigen und als Notstand angeben. Somit wäre die indirekte Sterbehilfe nur eine Hilfe für einen schmerzfreien Tot und wäre damit hochwertiger als ein längeres aber schmerzvolleres Leben. Es ist sogar Strafbar wenn ein Arzt sich weigert solche Schmerzmittel zu verabreichen, weil diese das Leben verkürzen können. Solch ein handeln kann nach BGH wegen Körperverletzung oder unterlassener Hilfeleistung bestraft werden15. Die Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) ist in Deutschland straffrei, da auch Selbstsuizid nicht strafbar ist. Zumindest ist die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei, solange das Opfer letztendlich seinen Tod selber herbeiführt und der Suizidhelfer nicht geschäftsmäßig handelt (sollte dies der Fall sein wird nach Paragraph 217 StGB gehandelt - bis zu drei Jahre Freiheitsentzug). Jedoch gibt es hier wiedersprüchliche Reglungen. Es kann also auch passieren das die (anwesenden) Unterstützer der Selbsttötung wegen unterlassener Hilfeleistung (§ 323c StGB, bis zu einem Jahr Freiheitsentzug) verklagt werden, da sie z.B. zu Wiederbelebungsversuchen verpflichtet gewesen wären16.

[...]


1 Vgl. www.google.de - Sterbehilfe

2 Vgl. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sterbehilfe-debatte-im-bundestag-ist-sachlich-und- emotional-zugleich-a-1061417.html (eingesehen 03.12.2018)

3 Vgl. C. Wilhelm Hufeland, Medicum/ Anleitung zur medizinischen Praxis, 1837, S. 898

4 Vgl. Grenzsituationen in der Intensivmedizin: Entscheidungsgrundlagen, 2005, S. 183

5 Vgl. www.dortmund24.de/service/gesundheit/sterbehilfe-in-deutschland-im-jahr-2017/ (eingesehen 03.12.2018)

6 Vgl. https://flexikon.doccheck.com/de/Sterbehilfe (eingesehen 03.12.2018)

7 Vgl. Eberhard Schockenhoff, des Lebens - Grundlagen und neue Herausforderungen, 2009, S. 478

8 Vgl. Markus Lutterotti, - Lexikon der Ethik, 2003, SP. 1703

9 Vgl. https://www.betanet.de/sterbehilfe.html (eingesehen 06.12.2018)

10 Vgl. Markus Lutterotti, - Lexikon der Ethik, 2003, SP. 1703

11 Vgl. https://www.caritas-gladbeck.de/aktuelles/glossar/indirekte- sterbehilfe-74bc340e-66b3-4a27-91d1-c32ec4fcd744 (eingesehen 07.12.2018)

12 Vgl. Michael Mohr, Die Begleitung sterbender in der Intensivmedizin, 2009,S. 116

13 Vgl. https://www.stiftung-patientenschutz.de/themen/assistierter-suizid (eingesehen 07.12.2018)

14 Vgl. www.focus.de/politik/deutschland/tid-10961/gesetzentwurf-wann-ist-sterbehilfe-strafbar-und-was- ist-erlaubt_aid_315208.html (eingesehen 07.12.2018)

15 Vgl. Heghmanns, Strafrecht, 2009,S. 78

16 Vgl. www.cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Sterbehilfe/Rechtslage-Deutschland.html (eingesehen 12.12.2018)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sterbehilfe. Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Ethikorientiertes Management
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V459680
ISBN (eBook)
9783668912632
ISBN (Buch)
9783668912649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sterbehilfe, medizin, rechtlich, etische aspekte
Arbeit zitieren
Hazan Bingöl (Autor), 2019, Sterbehilfe. Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459680

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