Universalbanken vs. Investmentbanken. Ein Vergleich anhand HSBC Trinkaus und Goldman Sachs


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
19 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. Verschiedene Typen des Bankensystems
2.1. Vorstellung Universalbanken
2.2. Vorstellung Investmentbanken
2.3. Gegenüberstellung beider Bankentypen

3. Universalbanken vs. Investmentbanken anhand HSBC Trinkaus und Goldman Sachs
3.1. Unternehmenspräsentation HSBC Trinkaus
3.2. Unternehmenspräsentation Goldman Sachs
3.3. Vergleich beider Banken
3.4. Kritische Würdigung und Handlungsempfehlung

4. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gegenüberstellung von Commercial Banking und Investment Banking

Abbildung 2: SWOT-Analyse von Universalbanken

Abbildung 3: SWOT-Analyse von Investmentbanken

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Seit der Finanzkrise wird in der Politik intensiv über die Entwicklung von Banken diskutiert. In Deutschland gibt es ca. 2.000 Kreditinstitute (Stand 31.12.2012), welche zum Großteil Universalbanken sind1. Des Öfteren wurde deshalb in der Politik bereits überlegt, ob diese Art von Banken die richtige hierzulande sei. Seit dem Entwurf des Gesetzes zur Abschirmung von Risiken und zur Planung und Sanierung von Kreditinstituten, wurde die Debatte um die Abspaltung von Universalbanken erneut entfacht2. Seit Februar 2013 wird aus vielen Mündern gefordert, das Universalbankensystem aufzugeben und das Investmentgeschäft vom Rest der Bank abzuspalten. Es wird gefordert ein Trennbankensystem einzuführen, wie es noch bis vor einigen Jahren in den USA der Fall war. Doch was bedeutet diese Forderung genau? Es stellt sich also die Frage, was Universalbanken von Investmentbanken unterscheidet und wo mögliche Probleme und Risiken sich verbergen könnten.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Im Verlauf der Arbeit werden zunächst Universalbanken und Investmentbanken vorgestellt und ihre Merkmale näher erläutert. Es wird geklärt was ihre Geschäftsfelder beinhalten und wo die Unterschiede bei diesen Arten von Banken liegen. Anschließend erfolgt eine Gegenüberstellung beider Bankensysteme, bei der Vor- und Nachteile der jeweiligen Bankenart aufgezeigt werden. Im nächsten Schritt werden die theoretisch erarbeiteten Informationen auf zwei in der Wirtschaft agierende Kreditinstitute übertragen. Es folgen kurze Unternehmensvorstellungen von HSBC Trinkaus und Goldman Sachs, welche als Vertreter von Universalbanken bzw. von Investmentbanken analysiert werden und woraus anschließend eine kritische Würdigung abgeleitet wird. Abschließend erfolgt die Verarbeitung der gewonnenen Erkenntnisse dieser Arbeit im Fazit.

2 Verschiedene Typen des Bankensystems

2.1 Vorstellung Universalbanken

Universalbanken sind Kreditinstitute, die ihren Kunden ein umfassendes Angebot von Finanzgeschäften und Bankdienstleistungen anbieten und damit fast alle im Kreditwesengesetz genannten Bankgeschäfte betreiben. Sie kombinieren das Kredit- und Einlagengeschäft mit allen Arten des Wertpapiergeschäftes und nehmen daher sowohl die Rolle von Geschäftsbanken als auch von Investmentbanken ein3. Dabei wird in Deutschland zwischen privaten Kreditbanken, Genossenschaftsbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten unterschieden4. Spezialbanken konzentrieren sich im Gegensatz dazu nur auf ein spezielles Geschäftsfeld und bieten somit den Kunden nur bestimmte Bankgeschäfte an. Das breite Spektrum der Zielkunden von Universalbanken, zieht sich von Privatkunden über Firmenkunden bis hin zu institutionellen Kunden inklusive anderer Banken und bietet den Kreditinstituten somit viele Möglichkeiten des Cross Sellings5 und verbessert somit ihr Verkaufspotenzial6. Ziel von Universalbanken ist es, die Hauptbankverbindung ihrer Kunden zu werden und mögliche andere Banken zu verdrängen. Sie bieten ihnen unterschiedlichste Bankdienstleistungen an, sodass diese Kunden alle Geschäfte theoretisch mit nur einer Bank abschließen könnten. Des Weiteren hat die Bank den Wunsch ihre Kunden in jeder Lebenslage zu betreuen und falls vorhanden auch ihre Firmen als Firmenkunden zu gewinnen. Von der Finanzierung des privaten Eigenheims, über die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital bis hin zum Börsenstart des Unternehmens oder bis zur Nachlassgestaltung im Todesfall, können Universalbanken ihren Kunden alles anbieten7.

Deutsche Banken sind typische Vertreter von Universalbanken, daher wird hierzulande von einem vorherrschenden Universalbankensystem gesprochen. In anderen Ländern sind Universalbanken jedoch auf Grund von regulatorischen Vorschriften verboten8. In den USA war z. B. bis 1999 das Trennbankensystem vorgeschrieben9. Hier in Deutschland wird über eine Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbank derzeit diskutiert. Nähere Erläuterungen dazu folgen im Laufe der Arbeit.

2.2 Vorstellung Investmentbanken

Die exakte Definition des Begriffes Investmentbanking ist durch regulatorische Anforderungen in einzelnen Ländern nicht einfach zu nennen. Jeder Marktteilnehmer hat eine eigene Auffassung davon, was Investmentbanking beinhaltet. Eine der weltweit bekanntesten Redewendungen, die in diesem Zusammenhang gehört wird lautet: „Investment Banking is what Investment Banks do“10. Um sich ein genaues Bild über diese Art von Bank zu machen, müssen also die Geschäftsfelder, in denen sich Investmentbanken wieder finden, näher betrachtet werden.

Der Schwerpunkt ihres Handelns liegt darin, als Finanzintermediäre Kapitalgebern mit Kapitalnehmern zusammen zu führen und dabei entstehende Probleme und Risiken zu identifizieren und geeignete Lösungen zu finden11. Zu einer ihrer Hauptaufgaben gehört das Handeln, Emittieren oder Platzieren von Wertpapieren am verbrieften Kapitalmarkt12. Des Weiteren befassen sich Investmentbanken mit Unternehmensfinanzierungen, Fusionen und Unternehmensübernahmen und stehen ihren Kunden dabei zusätzlich beratend und unterstützend zur Seite. Die Geschäftsfelder von Investmentbanken sind dynamisch und fordern deshalb ein hohes Maß an Flexibilität und Innovationsbereitschaft. Es werden immer öfter neue Produkte entwickelt und dementsprechend auch neue Finanzdienstleistungen angeboten. Daher müssen sich die Banken regelmäßig sowohl an neue und individuelle Kundenbedürfnisse, als auch an wechselnde Marktsituationen anpassen. Ein weiteres Merkmal von Investmentbanken ist die Kundenzielgruppe. Ihr Augenmerk liegt auf Großkunden, Regierungen und Finanzintermediäre, denn mit dieser Art von Kunden können sie ganz andere Größenordnungen handeln, als mit Privatkunden13.

2.3 Gegenüberstellung beider Bankentypen

Wie bereits beschrieben, handelt es sich bei Universalbanken um Banken die ein breites Spektrum an Bankdienstleistungen und Bankprodukten anbieten und die somit das klassische Kredit-und Einlagengeschäft (Commercial Banking) mit dem Investmentbanking verbinden. Die folgende Abbildung verdeutlicht Unterschiede des Commercial Bankings und des Investmentbankings.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gegenüberstellung von Commercial Banking und Investment Banking14

Im Trennbankensystem wird das Commercial Banking strikt vom Investmentbanking getrennt. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, betreiben Commercial Banks ausschließlich den Zahlungsverkehr, das Einlagen- und das Kreditgeschäft und sprechen damit den Großteil der Privatkunden bzw. der Sparer an. Dieses traditionelle Bankgeschäft wird in Deutschland im Wesentlichen auch durch die Regionalbanken (Sparkassen und Genossenschaftsbanken) betrieben. Dadurch können Kundeneinlagen nicht durch risikoreiche Transaktionen des Investmentbankings gefährdet werden. Universalbanken verbinden das Commercial Banking mit dem Investment Banking, was den Kunden auf der einen Seite mehr Möglichkeiten durch eine größere Produktpalette bietet, jedoch auch gleichzeitig höhere Risiken für sie birgt. Stabilität und Solidität zeichnen Universalbanken durch ihre Größe und Diversifikation aus15. In Krisenzeiten können sich angeschlagene Geschäftsbereiche mit anderen, die weiterhin gut laufen, ausgleichen. Dies führt dazu, dass Universalbanken als weniger krisenfällig gelten16. Durch ihre Größe und Produktvielfalt, die auf der einen Seite positiv zu nennen ist, sind Universalbanken jedoch auch weniger flexibel und anpassungsfähig.

Dagegen wird von einer Investmentbank verlangt wandelbar und flexibel zu sein und sich möglichst schnell auf neue Kundenbedürfnisse und Produkte einzulassen17. Sie handeln im Gegensatz zu Universalbanken risikofreudig, was zu höheren Gewinnen führen kann, jedoch gleichzeitig auch mehr Risiken mit sich bringt. Hinzu kommt, dass Investmentbanken ihre Geschäfte nahezu ausschließlich mit institutionellen Großkunden abschließen und dadurch mit anderen Größenordnungen handeln als Universalbanken. Dies führt dementsprechend zu einem deutlich höheren Risiko bei Ausfall eines Großkunden18 Als Ertragsziel liegt bei Investmentbanken in erster Linie der Fokus auf Provisionseinnahmen, während bei Universalbanken Zinseinnahmen im Vordergrund stehen. Universalbanken haben den Vorteil, dass sie auf Grund ihrer unterschiedlichen Geschäftsbereiche und ihrer regionalen Präsenz mehr Informationen ihrer Kunden haben und dadurch ein besserer Informationsfluss herrscht, als bei Investmentbanken. Diese haben jedoch den Vorteil, dass sie unabhängig sind, denn bei Abschluss eines Geschäftes entstehen keine Interessenskonflikte mit anderen Geschäftsbereichen, was bei Universalbanken des Öfteren der Fall ist19. Grundsätzlich kann also gesagt werden, dass während Investmentbanken eher transaktions- und kapitalmarktorientiert ausgerichtet sind, das Augenmerk der Universalbanken auf der langfristigen Entwicklung und Pflege einer guten Kundenbeziehung liegt20.

[...]


1 Vgl. www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Bericht_Studie/bankenauf sicht_bankstellenstatistik_2012.pdf?_blob=publicationFile, Abruf am 04.02.2014.

2 Vgl. https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/positionspapiere/2013-03-15%20DAI- Position_Trennbanken_Grundsatz_final.pdf, Abruf am 15.01.2014.

3 Vgl. Börner, C. J. (2000), S. 181.

4 Vgl. Brendel, G. (2001), S. 5.

5 Cross Selling bedeutet der Querverkauf weiterer Bankdienstleistungen bzw. Bankprodukte an denselben Kunden. Vgl. Grill, W. und Perczynski, H. (2010), S. 62.

6 Vgl. Börner, C. J. (2000), S. 187.

7 Vgl. Achleitner, A.-K. (2001), S. 5.

8 Vgl. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/U/universalbank.html, Abruf am 11.01.2014.

9 Vgl. Hockmann, H. J. (2012), S. 21.

10 Achleitner, A.-K. (2001), S. 9.

11 Vgl. Kollar, A. (1997), S. 263.

12 Vgl. Hockmann, H.-J. und Thießen, F. (2012), S. 3 ff.

13 Vgl. Kollar, A. (1997), S. 262 ff.

14 In Anlehnung an: Achleitner, A.-K. (2001), S. 11.

15 Vgl. von Köppen, (1998), S. 276.

16 Vgl. Wessel, K.-H. (1997), S. 469.

17 Vgl. von Köppen, J. (1998), S. 276.

18 Vgl. Lippl, C. (2009), S. 16 f.

19 Vgl. Beier, A. (2009), S. 54 ff.

20 Vgl. Doering, H.-U. (1997), S. 31.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Universalbanken vs. Investmentbanken. Ein Vergleich anhand HSBC Trinkaus und Goldman Sachs
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,7
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V459895
ISBN (eBook)
9783668883406
ISBN (Buch)
9783668883413
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
Bank, Universalbank, Investmentbank, HSBC Trinkaus, Goldman Sachs, Trennbankensystem, banking
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Universalbanken vs. Investmentbanken. Ein Vergleich anhand HSBC Trinkaus und Goldman Sachs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459895

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