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Niccoló Machiavellis Handlungslehre: Die Rolle von Virtù, Fortuna und Necessità

Title: Niccoló Machiavellis Handlungslehre: Die Rolle von Virtù, Fortuna und Necessità

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Werner Martin (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Als einer DER Wegbereiter der Denkschule des politischen Realismus hat Niccoló Machiavelli Generationen von Staatslenkern in ihrem Handeln geprägt. In die Wissenschaft gingen die Anweisungen und Ratschläge, die Machiavelli u.a. in seinem bekanntesten Werk "Il Principe" (dt. Der Fürst) für den Befehlshaber der florentinischen und der päpstlichen Truppen Lorenzo de Medici niedergeschrieben hat, unter dem Überbegriff „Machiavellis Handlungslehre“ ein. Innerhalb dieser Handlungslehre tauchen immer wieder folgende drei zentrale Begriffe auf: Virtú, Fortuna und Necessitá. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, was die jeweiligen Idiome in Machiavellis politisch-historischem Gesamtwerk bedeuten und wie diese dort untereinander in Beziehung stehen.
Im ersten Teil der Arbeit wird jeder Begriff für sich charakterisiert und versuchet, dessen Bedeutungsvielfalt zu erschließen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erklärung der virtù. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit virtú mit den anderen beiden Zentralbegriffen in Zusammenhang steht und wie sie sich wechselseitig beeinflussen. Hierzu bilden hauptsächlich die Aussagen im „Principe“ die Grundlage meiner Ausführungen. Zum Schluss wird kurz auf die aktuelle Relevanz dieser fast vergessenen Trias und deren Bezug zur Fußballweltmeisterschaft 2002 eingegangen. So wird in Form eines (natürlich fiktiven) Dialoges zwischen Niccoló Machiavelli und dem damaligen Teamchef der duetschen Fußball-Nationalelf Rudi Völler die Ergebnisse dieser Hausarbeit und die gewonnenen Erkenntnisse über virtù, fortuna und necessità zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Das Bedeutungsspektrum von virtù, fortuna und necessità

1.1 „Virtú“

1.1.1 Die christlich-stoische Definition von virtù

1.1.2 Der semantische Wechsel des virtù-Begriffes

1.1.3 Männer von besonderer virtù - uomini virtuosi

1.2 „Fortuna“

1.2.1 Die Rolle Fortunas in der Antike und im Mittelalter

1.2.2 Das Fortuna-Revival im Übergang zur Renaissance

1.3 „Necessitá“

1.3.1 Das Dritte Element im Dreigestirn: Die necessità

1.3.2 Necessità in der Geschichte

2. Das Wechelspiel von virtú, fortuna und necessità

2.1 Die Kombination von virtù und necessità

2.2 Virtus und Fortuna – Eine Fundamentalopposition?

3. Machiavelli für Teamchefs – Ein Dialog mit Rudi Völler

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Machiavellis politische Handlungslehre durch die Analyse der zentralen Begriffe virtù, fortuna und necessità. Das Ziel ist es, das Zusammenspiel dieser Trias in Bezug auf Macherwerb, Machterhalt und staatliche Selbsterhaltung zu erläutern und deren heutige Aktualität aufzuzeigen.

  • Bedeutungsspektrum und Wandlung der Begriffe virtù, fortuna und necessità
  • Wechselbeziehung der drei Zentralbegriffe im politischen Handeln
  • Die Rolle der "occasione" als intervenierende Variable
  • Praktische Anwendung der Handlungslehre am Beispiel eines fiktiven Dialogs

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Die christlich-stoische Definition von virtù

Unter dem Begriff virtù verstand man im Christentum bis zum 15. Jahrhundert einen maßvollen Lebenswandel, der „den Begierden des Fleisches widersteht, der jede Sünde meidet und die christlichen Tugenden der Bescheidenheit und Demut“ verfolgt. Weiter sollten Männer, die mit besonders ausgeprägter virtù (im christlichen Sinne) versehen waren, ein hohes Maß an klassischen stoischen Eigenschaften wie „Weisheit, Beständigkeit und Geduld“ mitbringen.

Diese Interpretation des virtus-Begriffs hatte bis ins späte Mittelalter Bestand. Und genau ab diesem Zeitpunkt werden in Europa althergebrachte theologisch-moralische Ideale des Mittelalters von neuen Ideen und Gedanken abgelöst, die dem Geiste des Humanismus und Individualismus entsprechen. In Europa kommt es zum Ende des 15. Jahrhunderts zu einem neuen Selbstverständnis der Menschen, das den Beginn der Renaissance markiert. Das von der scholastischen Philosophie entworfene teleologische Weltbild – alles natürliche und geschichtliche Geschehen sei von Natur aus zweckbestimmt – mit seinen ethischen und moralischen Werten und Normen gilt nicht mehr. Münkler beschreibt diese Zäsur als das „Sichtbarwerden der Welt in ihrer kausalen Gesetzmäßigkeit und die Entdeckung der individuellen Besonderheit und Einmaligkeit des Menschen.“ Etwas präziser schildert dieses neue Ethos und Menschenbild Kersting, indem er das neuartige individualistische Lebensgefühl der Menschen mit dem Durchbruch von „Aktivität, Selbstvertrauen, Ruhmbegier und Gemeinschaftssinn“ erklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Bedeutungsspektrum von virtù, fortuna und necessità: Dieses Kapitel definiert die drei Grundpfeiler von Machiavellis Philosophie, beleuchtet deren historische Herkunft und zeigt den Wandel ihrer Bedeutung während der Renaissance auf.

2. Das Wechelspiel von virtú, fortuna und necessità: Hier wird analysiert, wie diese drei Faktoren in der politischen Praxis interagieren und welche Konsequenzen ihre Handhabung für die Selbsterhaltung eines Staates oder Herrschers hat.

3. Machiavelli für Teamchefs – Ein Dialog mit Rudi Völler: Dieses abschließende Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse in einen humorvollen fiktiven Dialog, um die zeitlose Anwendbarkeit von Machiavellis Prinzipien im modernen Kontext – hier am Beispiel des Profifußballs – zu illustrieren.

Schlüsselwörter

Niccolò Machiavelli, Virtù, Fortuna, Necessità, politische Handlungslehre, Renaissance, politische Theorie, Machterhalt, Staat, Politische Realismus, Occasione, Führungsqualität, historische Gesetzmäßigkeit, Staatsgründung, Handwerkskunst der Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der drei zentralen Begriffe der politischen Handlungslehre von Niccolò Machiavelli: virtù, fortuna und necessità.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Tugend, das Wirken des Zufalls oder Glücks und die Rolle des Zwangs der Umstände im Kontext politischer Machtausübung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese drei Komponenten in der Renaissance definiert wurden und wie Machiavelli sie nutzt, um politische Handlungsfähigkeit in einer unsicheren Welt zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Machiavellis Hauptwerken „Il Principe“ und den „Discorsi“ sowie einschlägiger Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsbestimmung und eine anschließende Untersuchung des Wechselsspiels zwischen den Begriffen unter Einbeziehung der historischen Bedingungen der Renaissance.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Virtù, Fortuna, Necessità, politische Realität und die Handlungslehre der Renaissance charakterisiert.

Warum vergleicht der Autor die politische Handlungslehre mit einem Fußballtrainer?

Der Vergleich dient dazu, die hohe Aktualität und den pragmatischen Wert von Machiavellis Überlegungen in einer modernen, medienwirksamen Umgebung wie der Fußball-Weltmeisterschaft zu veranschaulichen.

Wie bewertet Machiavelli die Bedeutung der "occasione"?

Die "occasione" oder Gelegenheit wird als intervenierende Variable betrachtet, die ein Herrscher erkennen und aktiv nutzen muss, damit seine virtù erfolgreich auf fortuna treffen kann.

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Details

Title
Niccoló Machiavellis Handlungslehre: Die Rolle von Virtù, Fortuna und Necessità
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Die Politische Theorie von Niccolò Machiavelli
Grade
1,7
Author
Werner Martin (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V46027
ISBN (eBook)
9783638433105
ISBN (Book)
9783638658430
Language
German
Tags
Niccoló Machiavellis Handlungslehre Rolle Virtù Fortuna Necessità Politische Theorie Niccolò Machiavelli
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Werner Martin (Author), 2002, Niccoló Machiavellis Handlungslehre: Die Rolle von Virtù, Fortuna und Necessità, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46027
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